Newsletter XLIX 2023

3. bis 9. Dezember

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Aktuelles+ Hintergrundwissen

Die PDF-Datei "Nuclear Power Accidents" enthält eine Reihe weiterer Vorfälle aus verschiedenen Bereichen der Atomindustrie. Einige der Vorfälle wurden nie über offizielle Kanäle veröffentlicht, so dass diese Informationen der Öffentlichkeit nur auf Umwegen zugänglich gemacht werden konnten. Die Liste der Zwischenfälle in der PDF-Datei ist daher nicht zu 100% identisch mit "INES und die Störungen in kerntechnischen Anlagen", sondern stellt eine Ergänzung dar.

2. Dezember 2009 (INES 2) Cruas, FRA

2. Dezember 1949 (INES 4 | NAMS 3,8) Atomfabrik Hanford, USA

5. Dezember 1965 (Broken Arrow) Douglas A-4E Skyhawk, USA

6. Dezember 1972 (INES 3 | NAMS 1,6) Atomfabrik Sellafield, GBR

7. Dezember 1975 (INES 3) Akw Greifswald, DDR

8. Dezember 1955 (INES 3) Atomfabrik Windscale/Sellafield, GBR

10 Dezember 1994 (INES 2 Klass.?) Akw Pickering, ON, CAN

12. Dezember 1952 (INES 5) Akw Chalk River, Ontario, CAN

16. Dezember 1987 (INES 1) Akw Biblis A, DEU

21. Dezember 1972 (INES ? Klass.?) Pawling, NY, USA

27. Dezember 2009 (INES 1) Akw Fessenheim, FRA

27. Dezember 1999 (INES 2) Akw Blayais, FRA

30. Dezember 1958 (INES 4) Los Alamos, NM, USA

31. Dezember 1978 (INES 4) Akw Belojarsk, UdSSR, Rus

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Wir suchen aktuelle Informationen. Wer helfen kann, sende bitte eine Nachricht an: nukleare-welt@reaktorpleite.de

 


9. Dezember


 

Palästina | Vereinigte StaatenWaffenstillstand | VetoSicherheitsrat

Hilfsorganisationen bestürzt über UN-Veto der USA gegen Waffenruhe in Gaza

Die USA haben am Freitag im UN-Sicherheitsrat gegen eine Waffenruhe gestimmt. Die Kritik wird immer lauter.

[...] Zu Beginn der Sitzung drängte UN-Generalsekretär António Guterres auf die Verabschiedung der Resolution. Er sagte, die Menschen im Gazastreifen seien von Hunger und weiteren Hungersnöten bedroht und müssten sich gleichzeitig „wie menschliche Flipperkugeln bewegen, die zwischen immer kleineren Teilen des Südens hin- und hergeschleudert werden, ohne irgendetwas von dem zu haben, was sie zum Überleben bräuchten.“ Philippe Lazzarini, Leiter des UN-Flüchtlingshilfswerks UNRWA, sagte diese Woche, dass seine Mitarbeiter unter „unhaltbaren“ humanitären Bedingungen arbeiten müssten, an Orten, wo Frauen ohne Schutz ihre Kinder gebären und Verletzte offene Wunden selbst verarzten müssten, während sich 700 Menschen eine Toilette teilten.

Mehr als 130 seiner Mitarbeiter wurden getötet. Und die, die noch am Leben seien, meldeten sich mit ihren Kindern zur Arbeit, damit sie gemeinsam sterben könnten, schrieb er in einem Brief an den Präsidenten des UN-Sicherheitsrats vor der Abstimmung. „Wenn das UNRWA zusammenbricht, wird auch die humanitäre Hilfe in Gaza zusammenbrechen.“

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EU-Parlament | KatargateKorruption

»Was zur Hölle passiert hier?«

Vor einem Jahr brach der »Katargate«-Skandal los – nun kommen neue Details ans Licht. Die Grünen-Europaabgeordnete Hannah Neumann spricht über Egotrips der Beschuldigten Eva Kaili, glamouröse Reisen und wirkungslose Verhaltensregeln.

SPIEGEL: Vor einem Jahr brach der »Katargate«-Korruptionsskandal los, Parlamentsvizepräsidentin Eva Kaili und andere Beschuldigte landeten in Untersuchungshaft. Jetzt zeigen neue Dokumente, dass der Skandal noch tiefer reichte als gedacht. Hat Katar auch versucht, Sie zu bestechen?

Neumann: Es gibt immer wieder Länder, die versuchen, Abgeordnete zu hofieren. Und auch die Katarer haben sich nicht nur auf Eva Kaili gestürzt. Sie haben viele von uns angesprochen, auch mich. Tolle Reisen mit besten Flügen und Hotels, alles im VIP-Bereich, dazu der Glamour rund um die Fußball-Weltmeisterschaft. Auf diese Art wollten sie uns das eigene Land näherbringen – und nebenbei offenbar auch unsere Gunst kaufen.

[...] SPIEGEL: Haben Sie bei Ihrer Zusammenarbeit mit Kaili geahnt, dass da etwas nicht rechtens sein könnte?

Neumann: Eva Kaili hat sich schon besonders hervorgetan durch ihre Nähe zu Katar – vor allem, als es Verwerfungen zwischen Katar und den anderen Ländern der arabischen Halbinsel gab. Das ging so weit, dass ich das Gefühl hatte, hier als Leiterin der Delegation für die Beziehungen zur Arabischen Halbinsel ausgleichend handeln zu müssen, damit wir insgesamt nicht unfair oder einseitig wirken. Mein Anspruch – und auch der des Parlaments – war, dass die Golfstaaten sich wieder näherkommen, statt sich weiter zu entzweien. Wenn man in der eigenen Delegation aber Leute hat, die so parteiisch sind, dann untergräbt das vieles ...

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CO2-Emissionen | CCS1,5-Grad | COP28

Fossile Energien bei der Klimakonferenz:

Unterirdische Idee

Auf der Klimakonferenz in Dubai wird über die Zukunft der fossilen Energieträger gestritten. Die Befürworter des Verbrennens setzen auf Technik.

1 Moment mal, es gibt doch das Pariser Weltklima­abkommen von 2015. Steht da nicht schon drin, dass wir aus fossilen Energien aussteigen?

Leider nicht. Zumindest nicht explizit. Das Abkommen schreibt keine Maßnahmen vor, nicht einmal die naheliegendsten. Stattdessen setzt es Temperaturziele: Die Erderhitzung soll „deutlich unter 2 Grad“ gegenüber vorindustriellem Niveau enden, möglichst bei 1,5 Grad.

Wie die Regierungen das anstellen, ist ihnen überlassen. Aber: Um das 1,5-Grad-Limit einzuhalten, müssen die Emissionen dramatisch sinken. Laut dem Weltklimarat müssen sie sich bis 2030 ungefähr halbieren, um bis 2050 praktisch bei null zu liegen. Die Verbrennung fossiler Kraftstoffe ist die Hauptquelle von CO2-Emissionen. Man könnte sagen: Aus dem Pariser Weltklimaabkommen folgt im Grunde, dass die Nutzung von Kohle, Öl und Gas ein Ende haben muss. Einen internationalen Beschluss aller Länder, in dem sie sich dazu bereit erklären, gibt es dennoch bislang nicht – auch nach fast drei Jahrzehnten der Klimaverhandlungen. Auf der Weltklimakonferenz in Dubai, die noch bis nächste Woche läuft, könnte sich das ändern, das Thema wird diskutiert – aber es ist auch Streitpunkt Nummer eins. Denn nicht alle ziehen dieselben Schlüsse aus dem Pariser Abkommen ...

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Frankreich | EDFStrompreis

Definitives Ende des „billigen“ Atomstroms in Frankreich

Nun müssen auch die französische Regierung und der EDF-Konzern einräumen, dass es den billigen Atomstrom nicht gab und in der Zukunft noch weniger geben wird. Die Märchenerzählerei hat dem Atomkonzern enorme Schulden aufgehalst, er musste verstaatlicht werden. Nun sollen für Neubauten und Laufzeitverlängerungen die Atomstrompreise sogar um 67 Prozent angehoben werden. Doch allen Misserfolgen wie mit dem EPR in Flamanville zum Trotz wollen Frankreich und andere Länder die AKW-Leistung bis 2050 völlig illusorisch verdreifachen.

Man kann die Ankündigung der französischen Regierung und des gebeutelten Energiekonzerns „Électricité de France“ (EDF), die Strompreise im Atomstromland alsbald massiv zu erhöhen, eigentlich nur als Eingeständnis werten, dass das Märchen vom angeblich billigen Atomstrom auch in Frankreich an der Realität zerschellt. Seit Jahren machen wir hier darauf aufmerksam, wie absurd es ist, von billigem Atomstrom zu sprechen. Nur weil die Stromrechnungen der Verbraucher die realen Preise nicht ausweisen, heißt das nicht, dass der Atomstrom real billig wäre.

Doch das Märchen wird immer unhaltbarer. Mit dem kürzlichen Beschluss ist es definitiv ins Sagenreich verschoben worden. Denn die Regierung hat sich mit dem zweitgrößten Stromproduzenten weltweit darauf geeinigt, den sie ohnehin stets über eine staatliche Aktienmehrheit von 84 Prozent kontrolliert hatte, den Preis für Strom aus den Atommeilern um 67 Prozent auf 70 Euro pro Megawattstunde (MWh) zu erhöhen. Diese Anhebung soll allerdings erst ab 2026 kommen ...

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Weltklimakonferenz | COP28Opec

»Widerwärtig!« – Opec-Brief gegen Abkehr von Fossilen sorgt für Empörung

Bei der Klimakonferenz in Dubai ringen Politiker um Maßnahmen gegen den Klimawandel. Im Fokus stehen fossile Energien, da will die Organisation Erdöl fördernder Staaten offenbar keine Einschränkungen akzeptieren.

Geht es den fossilen Energieträgern an den Kragen oder nicht? Darum ringen die Länder bei der Weltklimakonferenz in Dubai

, die am Dienstag endet. Gegenwind kommt vor allem von den Öl produzierenden Ländern wie Saudi-Arabien. Wie stark der Widerstand ist, zeigt sich nun offenbar in einem Schreiben an die Opec-Staaten.

Der Generalsekretär der Organisation Erdöl exportierender Länder, Haitham Al-Ghais, warnt in dem Schreiben davor, dass der Druck zunehme, fossile Brennstoffe ins Visier zu nehmen. Es ist von »politisch motivierten Kampagnen« gegen ölreiche Länder die Rede, »die den Wohlstand und die Zukunft unseres Volkes gefährden«.

»Der unangemessene und unverhältnismäßige Druck gegen fossile Brennstoffe könnte einen Wendepunkt mit unumkehrbaren Folgen erreichen«, heißt es darin. Deswegen solle jede Einigung bei der Weltklimakonferenz verhindert werden, die die weitere Produktion und den Verkauf von Öl, Gas und Kohle betreffen würde ...

 


8. Dezember


 

EU-Staaten | Atomkraft | Klimaneutral

EU-Staaten erklären Atomkraft zu klimaneutraler Technologie

Nach dem Europäischen Parlament im vergangenen Monat haben auch die EU-Mitgliedstaaten die Atomkraft neben den erneuerbaren Energien in die Liste der geförderten Technologien im Net-Zero Industry Act (NZIA) aufgenommen.

Mitte März legte die Europäische Kommission mit dem NZIA ihren Vorschlag für ein neues Industrie-Gesetz vor, das darauf abzielt, die inländischen Kapazitäten der EU zur Herstellung von Technologien zu fördern, die für das Erreichen der Klimaneutralität bis 2050 als unerlässlich gelten.

Die Atomkraft wurde zwar in der Liste aufgeführt, aber zunächst nicht als „strategisch“ für das Erreichen der Klimaneutralität eingestuft, wie beispielsweise die erneuerbaren Energien.

Die EU-Minister haben dies am Donnerstag (7. Dezember) korrigiert und die Atomkraft im Rahmen ihres „allgemeinen Ansatzes“ für den NZIA in die Liste der „strategischen“ Technologien aufgenommen – trotz des Widerstands von Deutschland, Österreich und Luxemburg.

Infolgedessen wird die Atomkraft von gestrafften Genehmigungsverfahren profitieren. Eine einzige Anlaufstelle in jedem EU-Land und die vollständige Digitalisierung der Verfahren sollen sicherstellen, dass Genehmigungen innerhalb von neun bis zwölf Monaten erteilt werden können ...

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BangladeschMeeresspiegel | Korruption | Klimawandel

Steigender Meeresspiegel in Südasien:

Ein Land ertrinkt

Die Sundarbans im Golf von Bengalen sind die größten Mangrovenwälder der Welt. Der steigende Meeresspiegel bedroht das Ökosystem und die Anwohner.

Das Sonar Bangla Resort war früher einmal sicher beliebt bei Touristen: Unter Palmen, quasi direkt am Meer gelegen, garantierten die bunt angemalten, um einen kleinen Teich gruppierten Bungalows wohl das, was gemeinhin unter „Tropenfeeling“ verstanden wird. Heute teilt ein zweieinhalb Meter hoher Damm aus Lehm und schwarzen und weißen Sandsäcken die Anlage in zwei Teile: Die Bungalows auf der Seeseite sind zerstört. An die Palmen erinnern nur noch ihre Stümpfe im Wasser. Touristen kommen keine mehr in das Sonar Bangla Resort am Golf von Bengalen, 75 Kilometer südöstlich von Kolkata (früher Kalkutta), der Hauptstadt des indischen Bundesstaates Westbengalen.

„Es ging einfach nicht anders, wir mussten den neuen Damm anlegen“, sagt Pramgan, ein 29-jähriger Reisbauer, der direkt neben dem Resort lebt. Sicherlich habe es auch in seiner Kindheit schon Überschwemmungen gegeben, „aber das, was wir in den letzten Jahren erlebt haben, ist völlig neu“.

In der Vergangenheit waren es sehr starke Wirbelstürme, die vom Indischen Ozean auf die Küste zurasten und das Land überschwemmten. Bei der großen Flut am Golf von Bengalen 1970 starben mehr als eine halbe Million Menschen. Als der Bangladesch-Zyklon 1991 auf Land traf, kostete das 140.000 Inder und Bangladeschis das Leben. „Heute aber reichen schon kleinere Stürme aus, um unsere Felder und Häuser zu überfluten“, sagt Pramgan ...

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LinkeMigration | Wagenknecht

Das Ende von linker Politik: „Gendern und Klima sind der Arbeiterklasse egal“

Der Politologe Ralph Ghadban sagt: Linke Parteien haben ihren Kern verloren. Sahra Wagenknechts neue Partei hat unterdessen ein Umfrage-Hoch. Dahinter stecke ein einfacher Trick, so Ghadban.

[...] „Es gibt kein echtes Links mehr. Die Neue Linke kümmert sich ums Gendern und Klima, das sind Themen, die der Arbeiterklasse egal sind“, so Ghadban. Er selbst sei ein „alter 68er“, wie er sagt. „Die Linken standen früher für soziale Themen, für Umverteilung von Vermögen.“ Parteien wie die SPD und die Grünen hätten das völlig aus dem Fokus verloren, die großen Volksparteien seien im Grunde ein Einheitsbrei.

[...] Sahra Wagenknecht, Gesicht und Namensgeberin der Neu-Partei, spricht sich in Talkshow-Auftritten immer wieder gegen das Gendern und sogenannte Wokeness aus – aber für eine restriktive Migrationspolitik. Die Zuwanderung überfordere das Land, sagte sie jüngst beim ZDF-Talk von Markus Lanz und stellte die Idee in den Raum, dass Migranten ohne Asylanspruch keine Sozialleistungen mehr beantragen dürfen sollten. „Damit spricht sie Menschen an, die sich eine Alternative wünschen, aber eigentlich lieber nicht die AfD wählen wollen“, sagt Ralph Ghadban ...

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KlimakonferenzLobbyisten | 1,5-Grad | COP28

Für das Klima ist noch alles möglich

Auf der Klimakonferenz in Dubai wimmelt es von Lobbyisten der Öl- und Gasindustrie. Das zeigt, dass es für sie - und das Klima - zum ersten Mal um alles geht.

Es gibt Wochen, in denen es einen schier zerreißen will. Die vergangene Woche war eine solche. Seit acht Tagen verhandeln die Staats- und Regierungschefs der Welt auf der Klimakonferenz in Dubai. Es ist bereits die 28. Konferenz ihrer Art. Dass sich die Weltgemeinschaft in Paris darauf verpflichtet hat, die globale Erwärmung auf weniger als zwei Grad Celsius, möglichst gar auf nur 1,5 Grad zu begrenzen, ist acht Jahre her. Passiert ist seither zu wenig; der Klimaforscher Mojib Latif etwa hält das 1,5-Grad-Ziel inzwischen für unerreichbar, wie er im SZ-Interview erklärt. Doch nun soll es konkret werden: Können sich die Staaten darauf einigen, aus Kohle, Öl und Gas auszusteigen - und das ausgerechnet im Ölstaat Dubai?

Eigentlich müssen sie sich darauf einigen, denn anders wird es kaum gelingen, die globale Erwärmung in Grenzen zu halten. Doch bislang vermitteln einige Beteiligte in Dubai den Eindruck, es ginge ihnen weniger darum, die Erderwärmung zu begrenzen, sondern eher den Klimaschutz ...

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Zusammenarbeit von FDP, CDU und AfD

Nächster Dammbruch in Thüringen

Die FDP will ein Anti-Windkraft-Gesetz mit Stimmen von AfD und CDU durchsetzen. Scharfe Kritik kommt von der Thüringer Linken – und aus der Wirtschaft.

BERLIN taz | Am Freitag könnten CDU und FDP im Thüringer Landtag zu Wiederholungstätern werden. Dann stimmt das Parlament über einen Gesetzentwurf der Opposition ab – die FDP-Gruppe im Landtag will das Thüringer Waldgesetz ändern, die Liberalen stören sich am Windkraftausbau. Vieles deutet darauf hin, dass sie das Gesetz gegen die rot-rot-grüne Minderheitsregierung mit Stimmen aus der gesamten Opposition durchsetzen werden – also auch mit Zustimmung der rechtsextremen Thüringer AfD-Fraktion unter Führung von Björn Höcke.

Bereits im September hatten CDU, FDP und AfD gemeinsam eine Senkung der Grunderwerbssteuer gegen die Regierungskoalition durchgesetzt, der im Landtag vier Stimmen zur Mehrheit fehlen. Nun steht am Freitag der FDP-Vorstoß zur Änderung des Waldgesetzes auf der Tagesordnung. Im Kern geht es um Windräder in Waldgebieten. Die waren in Thüringen schon einmal untersagt worden. Doch das Bundesverfassungsgericht kippte die Regelung im November 2022 ...

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KlimaschutzEuropaparlament | Gebäudesanierung

Gebäuderichtlinie zum Klimaschutz

EU verzichtet auf Sanierungspflicht

»Omas Häuschen ist sicher«: Die EU hat sich auf verbindliche Vorgaben zur Energieeffizienz auch für private Wohnimmobilien geeinigt. Die von Millionen Hausbesitzern befürchtete Zwangssanierung ist damit vom Tisch.

Damit die Europäische Union bis 2050 klimaneutral wird, sollen Gebäude mit besonders schlechter Energieeffizienz saniert werden. Unterhändler des Europaparlaments und der EU-Staaten haben sich dabei nun auf strengere Anforderungen geeinigt.

Einen von Millionen Hauseigentümern auch in Deutschland befürchteten individuellen Sanierungszwang für private Immobilien soll es den Angaben der EU-Staaten zufolge aber nicht geben. Das Vorhaben war besonders wegen möglicher hoher Kosten für Hausbesitzer kontrovers diskutiert worden ...

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Geld für neue Atomkraftwerke soll aus Klimafonds kommen

Atomkraft-Revival: Wo Putin und Biden einer Meinung sind

Russischer Umweltschützer sagt: Moskau und Washington pushen gemeinsam Nuklearenergie auf COP28. Warum? Und was ist mit Umweltverbrechen in der Ukraine? Gastbeitrag.

[...] Amy Goodman: Warum, glauben Sie, fördern die USA gerade jetzt die Atomkraft?

Wladimir Sliwjak: Es geht um Geld für die westliche Atomindustrie. Denn schon seit Langem stecken Investoren ihr Geld nicht mehr in Atomkraftwerke, weil sie riskant sind, die Finanzierungsbudgets immer überschreiten und der Bau lange dauert.

Das war in der Vergangenheit ein ziemliches wirtschaftliches Desaster. Die Investoren wollen also kein Geld mehr in diese Technologie investieren. Und was die Regierungen offensichtlich vorhaben, ist, hier bei den Klimaverhandlungen auf die Atomkraft zu drängen.

Und zwar aus einem einfachen Grund: um Geld aus dem Klimafonds für den Bau neuer Atomkraftwerke verwenden zu können. Es geht nicht um das Klima. Es geht vor allem darum, die westliche Atomindustrie zu retten ...

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INES Kategorie 3 "Ernster Störfall" 8. Dezember 1955 (INES 3) Atomfabrik Windscale/Sellafield, GBR

In einem Silo für radioaktive Abfälle im Gebäude B247 war ein Brand ausgebrochen. (Kosten ca. 1300 Millionen US$)

Nuclear Power Accidents
 

Dieser Vorfall sowie mehrere andere Freisetzungen von Radioaktivität sind in Wikipedia nicht mehr zu finden.

Wikipedia

Sellafield#Incidents

Radiologische Freisetzungen

Zwischen 1950 und 2000 gab es 21 schwerwiegende Zwischenfälle oder Unfälle mit radiologischen Freisetzungen außerhalb des Werksgeländes, die eine Einstufung auf der internationalen Skala für nukleare Ereignisse rechtfertigten, einen auf Stufe 5, fünf auf Stufe 4 und fünfzehn auf Stufe 3. Darüber hinaus gab es in den 1950er und 1960er Jahren über längere Zeiträume hinweg bekannte, absichtliche Freisetzungen von Plutonium und bestrahlten Uranoxidpartikeln in die Atmosphäre ...

Übersetzung mit https://www.DeepL.com/Translator (kostenlose Version)
 

AtomkraftwerkePlag

Sellafield (ehemals_Windscale), Großbritannien

Vergleichbare Atomfabriken gibt es überall auf der Welt:

Uran-Anreicherung und Wiederaufarbeitung - Anlagen und Standorte

Bei der Wiederaufarbeitung lässt sich das Inventar abgebrannter Brennelemente in einem aufwändigen chemischen Verfahren (PUREX) voneinander separieren. Abgetrenntes Uran und Plutonium können danach erneut verwendet werden. Soweit die Theorie ...

 


7. Dezember


 

Klimaschädliche Subventionen im Verkehrssektor

Das Geld liegt auf der Straße

Die Ampelkoalition wollte klimaschädliche Subventionen eigentlich abbauen. Insbesondere im Verkehrssektor gibt es viel Potenzial. Doch die FDP bremst.

[...] Was die Grünen im Frühjahr als Erfolg verkaufen wollten, ist für die Umweltverbände denn auch eine herbe Enttäuschung. Ausgerechnet Wissing, dessen Zuständigkeitsbereich, der Verkehrssektor, Schlusslicht ist beim Klimaschutz – ausgerechnet Wissing werde aus der Verantwortung entlassen, resümiert die Umweltschutzorganisation Greenpeace. Von einem „Frontal-Angriff auf den Klimaschutz“ spricht der World Wildlife Fund (WWF). Und die Denkfabrik Agora Verkehrswende spricht von einer vergebenen Chance beim Klimaschutz im Verkehr.

Denn erneut wird der Elefant im Raum nicht adressiert. Es geht um den Abbau klimaschädlicher Subventionen, der für das Gelingen der Verkehrswende laut Ex­per­t:in­nen aber unvermeidbar ist. Zwar hätten die Grünen jede einzelne ­umweltschädliche Subvention aus dem Verkehrssektor bei den Verhandlungen auf den Tisch gelegt, so heißt es zumindest aus parteiinternen Kreisen.

Doch SPD und FDP hätten nichts davon wissen wollen, obwohl es der Abbau umweltschädlicher Finanzhilfen und Steuervergünstigungen sogar als gemeinsames Ziel in den Koalitionsvertrag geschafft hat ...

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Bundeswehr | BundesrechnungshofRüstungsausgaben

„Die Bundeswehr beschafft Maschinengewehre, die sie nicht einsetzen kann“

Mitten in der Haushaltsdebatte übt der Bundesrechnungshof schwere Kritik an der Beschaffung neuer Gewehre für die Bundeswehr.

In einer Zeit, in der die Bundesregierung Milliarden von Euro im Haushalt einsparen muss, tut diese Rüge richtig weh. Der Bundesrechnungshof kritisiert „falsche Prioritäten“ beim Einkauf neuer Waffen durch das Bundesministerium für Verteidigung. „Die Bundeswehr beschafft seit dem Jahr 2014 Maschinengewehre, von denen sie einen Großteil jahrelang nicht wie geplant einsetzen kann“, heißt es in einem Schreiben an die Bundesregierung, das der WirtschaftsWoche vorliegt. Die Verantwortlichen hätten „die Maschinengewehre problemlos später kaufen“ und dafür andere drängendere Ausrüstung schneller beschaffen können, so der Rechnungshof ...

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Ungarn | Laufzeitverlängerung

Ungarn will Laufzeit des Kernkraftwerks Paks um 20 Jahre verlängern

Der Betreiber des Kernkraftwerks Paks in Ungarn hat die Europäische Union über die Absicht des Landes informiert, die Laufzeit der vier Blöcke auf 70 Jahre zu verlängern.

Péter János Horváth, Vorstandsvorsitzender des Betreibers MVM Paksi Atomerömű Zrt, erklärte, dass die Ankündigung des Verlängerungsplans gemäß den Euratom-Vorschriften bei der EU eingereicht worden sei und "dies den Beginn des etwa zehnjährigen Prozesses" zur Verlängerung der Betriebsgenehmigung um weitere 20 Jahre markiere.

Bei den vier bestehenden Blöcken in Paks handelt es sich um Reaktoren vom Typ WWER-440, die zwischen 1982 und 1987 in Betrieb genommen wurden und etwa die Hälfte des Stroms des Landes erzeugen. Ihre Lebensdauer war auf 30 Jahre ausgelegt, wurde aber 2005 um 20 Jahre, also auf 2032 bis 2037, verlängert ...

Übersetzung mit https://www.DeepL.com/Translator (kostenlose Version)

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Atomstrom verliert, die nukleare Stromproduktion geht massiv zurück

Atomkraft steigt ab

Ein neuer Report zeigt, wie stark der Anteil der Kernenergie an der weltweiten Stromproduktion gesunken ist. Als Klimaretter sind große wie kleine AKW untauglich, denn sie kommen zu spät und sind zu teuer.

Die Atomkraft soll helfen, das Klima zu retten. Das hat eine neue Allianz von 22 Staaten auf dem UN-Klimagipfel in Dubai als Ziel ausgegeben, darunter die USA, Kanada, Großbritannien und Frankreich.

Die aktuelle Entwicklung dieses Energieträgers steht in starkem Kontrast dazu: Mitte 2023 waren weltweit 407 Reaktoren am Netz, vier weniger als ein Jahr zuvor und 31 weniger als der Höchststand von 438 im Jahr 2002.

Der Anteil der Kernenergie an der weltweiten Stromerzeugung sank 2022 sogar auf den niedrigsten Stand seit rund vier Jahrzehnten, wie der am Mittwoch veröffentlichte unabhängige "World Nuclear Industry Status Report 2023" zeigt. Die erneuerbaren Energien haben die Atomkraft beim Ausbau weit angehängt ...

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Klimawandel | Ölkonzerne | Rekordgewinne

Naomi Oreskes:

"Sie werden nicht kampflos untergehen"

Bereits vor fünf Jahrzehnten sahen die Ölkonzerne den Klimawandel voraus. Die Wissenschaftshistorikerin Naomi Oreskes hat erforscht, was die Branche wusste und wie sie es öffentlich leugnete. Was hält sie vom Klimagipfel im Öl-Emirat Dubai?

DIE ZEIT: Frau Oreskes, 2023 ist das heißeste jemals gemessene Jahr. Während die Emissionen so hoch sind wie nie zuvor, melden die Ölkonzerne Rekordgewinne. Wie sehen Sie die Welt vor Beginn des Klimagipfels?

Naomi Oreskes: Ich sehe, was der Schriftsteller Amitav Ghosh "die große Umnachtung" nennt. Sagen Sie Persönlichkeitsspaltung, wenn Ihnen das lieber ist. Alles, was wir wissen, steht im Widerspruch zu praktisch allem, was wir tun. Es gibt immer mehr Beweise für den Zusammenhang zwischen der globalen Erwärmung als Ganzem und Extremwetter-Ereignissen, die Menschen töten, ihre Häuser zerstören und ganze Gemeinden überfluten. Und trotzdem wird immer mehr Öl, mehr Gas, mehr Kohle gefördert.

ZEIT: Nun findet der Klimagipfel COP 28 im ölreichen Emirat Dubai statt, unter dem Vorsitz von Sultan Al Jaber, dem Chef der Abu Dhabi National Oil Company.

Oreskes: Wussten Sie, dass es ein Rahmenübereinkommen der Vereinten Nationen zur Eindämmung des Tabakkonsums gibt? Es besagt ausdrücklich, dass die Tabakindustrie nicht an den Verhandlungstisch darf, weil sie sich als nicht vertrauenswürdiger Partner erwiesen hat ...

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INES Kategorie 3 "Ernster Störfall" 7. Dezember 1975 (INES 3) Akw Greifswald, DDR

 Ein elektrischer Fehler verursachte einen Brand in der Hauptwanne, der Steuerleitungen und 5 Hauptkühlmittelpumpen zerstörte. (Kosten ca. 519 Millionen US$)

Nuclear Power Accidents
 

AtomkraftwerkePlag

Greifswald/Lubmin (Mecklenburg-Vorpommern)

"Es sei schon "wie ein Wunder" gewesen, so ein damals eingesetzter Sicherheitsingenieur, daß nicht "weite Teile Norddeutschlands, Dänemarks und Schwedens" radioaktiv verseucht wurden." Wegen eines Bedienungsfehlers geriet ein Kabelnetz in Brand. Es fielen alle Schutzsysteme aus: die Notstromversorgung, das Notkühlsystem und die Anzeigegeräte im Kontrollraum. 11 Pumpen liefen nicht mehr, und nur weil zufällig die zwölfte Pumpe an die Stromversorgung des funktionsfähigen Reaktors 2 angeschlossen war, stand genug Kühlwasser zur Verfügung, und es konnte eine Kernschmelze vermieden werden. Dieser Beinahe-GAU wurde von der DDR-Führung bis zur Wende konsequent verheimlicht.

In "tagesschau.de" wurden als Datum der 7. Dezember 1975 und Schäden in Höhe von 519 Mio. US-Dollar angegeben ...
 

Wikipedia

Kernkraftwerk Greifswald

Als ein Elektriker im KKW Greifswald einem Lehrling zeigen wollte, wie man elektrische Schaltkreise überbrückt, löste er auf der Primärseite des Block-Trafos des Blocks 1 einen Kurzschluss aus. Durch den entstehenden Lichtbogen brach ein Kabelbrand aus. Das Feuer im Hauptkabelkanal zerstörte die Stromversorgung und die Steuerleitungen von 5 Hauptkühlmittelpumpen (6 sind für einen Block in Betrieb). Eine Kernschmelze hätte drohen können, da Reaktor 1 nicht mehr richtig gekühlt werden konnte. Das Feuer konnte jedoch durch die Betriebsfeuerwehr schnell unter Kontrolle gebracht und die Stromversorgung der Pumpen provisorisch wieder hergestellt werden.

Der Fall wurde erst nach der Wende 1989 publik gemacht ...

Nuclear power accidents by country#Germany'

Übersetzung mit https://www.DeepL.com/Translator (kostenlose Version)

 


6. Dezember


 

Glyphosat | Monsanto | Resistenz

Untersuchung in Nordamerika

Unkraut hält Glyphosat immer öfter stand

Glyphosat hat die Landwirtschaft revolutioniert, ist aber umstritten. Nun zeigt eine Analyse: Das Mittel verliert mit der Zeit seinen Zweck als Unkrautvernichter, zumindest dort, wo es besonders intensiv genutzt wird.

Als Wundermittel für eine unkrautfreie Landwirtschaft mit höheren Erträgen dürfte Glyphosat in vielen Regionen Nordamerikas immer weniger geeignet sein. Das legt eine Studie nahe, die in der wissenschaftlichen Zeitschrift »PNAS Nexus« erschienen ist. Demnach ließ die Wirkung als Unkrautvernichter auf dortigen Versuchsfeldern schon nach wenigen Jahren rapide nach, weil in der Landwirtschaft unerwünschten Pflanzen Resistenzen gegen das Mittel entwickelten.

Die Autoren vom Forschungsdienst des US-Landwirtschaftsministeriums und der University of Illinois at Urbana-Champaign werteten Daten aus mehreren Feldversuchen in den vergangenen 25 Jahren in den USA und Kanada aus. In dieser Zeit etablierte der Hersteller Monsanto, der inzwischen zum deutschen Bayer-Konzern gehört, das Geschäft mit Glyphosat unter dem Markennamen Roundup ...

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Guatemala wehrt sich gegen Korruption und Verschwörung in Militär und Justiz

Guatemala vor dem Machtwechsel:

Justiz unter korrupter Kontrolle

Noch vor seiner Vereidigung werden dem gewählten Präsidenten Bernardo Arévalo Steine in den Weg gelegt. Er wird trotzdem im Januar sein Amt antreten.

HAMBURG taz | Auch nach mehr als sechzig Tagen der Proteste ist die Mobilisierungsfähigkeit der indigenen Autoritäten Guatemalas ungebrochen. Am Montag protestierten Zigtausende rund um das Ministerio Público, die Generalstaatsanwaltschaft, und das Parlament in Gua­temala-Stadt gegen den „Pakt der Korrupten“ und dessen Strategie, den gewählten Präsidenten Bernardo Arévalo weiter zu schwächen.

Am 30. November hat das Parlament den Haushalt für 2024 verabschiedet und dem designierten Präsidenten gleich mehrere Fußfesseln angelegt. „Das schafft Tatsachen“, so Héc­tor Reyes, Direktor der Menschenrechtsorganisation CalDH. So ist der Etat des als Zentrum der Korruption geltenden Ministerio Público, der Generalstaatsanwaltschaft, auf die Rekordsumme von 3,664 Milliarden Quetzales, umgerechnet 431 Millionen Euro, festgeschrieben worden.

„Damit wird eine Spezialbrigade mit schweren Waffen, High-Tech-Ausrüstung, Abhörsystemen und vielem mehr finanziert, wodurch das Ministerio zum Staat im Staat geworden ist“, kritisiert Miguel Mörth. Der deutsche Jurist lebt seit mehr als 30 Jahren in der Hauptstadt des mittelamerikanischen Landes und beobachtet genauso wie Héctor Reyes die Initiativen des „Paktes der Korrupten“ mit Sorge, die zum Ziel haben, dem designierten Präsidenten das Regieren zu erschweren ...

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Energiequellen | WNISR | Strommix

Report zu Kernenergie:

Atomstrom weltweit auf dem Rückzug

Der Anteil von Kernenergie am globalen Strommix sank im vergangenen Jahr auf 9,2 Prozent. Die Investitionen fließen derweil in andere Energiequellen.

FREIBURG taz | Die weltweite Erzeugung von Atomstrom ist im Jahr 2022 um 4 Prozent auf 2.546 Milliarden Kilowattstunden (Terawattstunden, TWh) gefallen. Damit hatte die Kernspaltung nur noch einen Anteil von 9,2 Prozent am globalen Strommix – der niedrigste Wert seit 40 Jahren. Photovoltaik und Windkraft kamen im ­selben Zeitraum auf einen Anteil von 11,7 Prozent.

Diese Zahlen stammen aus dem World Nuclear Industry Status Report 2023, den der in Paris ansässige Atomenergieberater Mycle Schneider am Mittwoch zusammen mit seinem internationalen Team vorstellte. Die in diesem Jahr 549 Seiten umfassende Datensammlung ist das ausführlichste einschlägige Dokument, das jährlich publiziert wird ...

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Erneuerbare rauf, Treibhausgas runter, Transformation der Wirtschaft statt Greenwashing

Gute Nachricht: Eine rasante globale Energiewende ist möglich

Steigende Emissionen, düsterer Ausblick, COP28-Desaster. Doch es gibt auch Grund für Optimismus. Warum 100 Prozent Erneuerbare in kurzer Zeit funktionieren. 

[...] Die globale Klimadiplomatie scheint tot zu sein. Die Gipfel und die Verhandlungen erscheinen mehr und mehr als gigantische Greenwashing-Events, in der wohlklingende Klimaallianzen von den reichen Staaten gegründet werden, ohne dass dabei Substanzielles herauskommt.

Zugleich steigen die Treibhausgasemissionen weiter, trotz fast dreißig internationalen Klimatreffen, auf denen immer wieder versprochen worden ist, gegen die globale Erwärmung vorzugehen. Heute ist die Kohlenstoffkonzentration in der Atmosphäre auf einen gefährlichen Rekordwert geklettert, wie Wissenschaftler warnen.

[...] Angesichts dieser schlechten Nachrichten bezüglich globalem Klimaschutz und der Herkulesaufgabe, die bewältigt werden müsste, um das Schlimmste zu verhindern, gerät eine durchaus positive Nachricht immer mehr in den Hintergrund. Denn eine globale Energiewende zu 100 Prozent erneuerbaren Energien ist möglich und wäre auch schnell, in rasantem Tempo umsetzbar.

[...] Eine derartige industrielle Mobilisierung hat es historisch in ähnlicher Form schon gegeben, am Beginn der Industrialisierung oder auch, als die Vereinigten Staaten in den 2. Weltkrieg einstiegen und von heute auf morgen die zivilen Industrien zu Kriegsindustrien konvertierten. Statt Autos wurden damals in kurzer Zeit enorme Mengen an Panzer und Kampfjets hergestellt ...

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Ammoniak | Wasserstoff | CO2-Emissionen

Ammoniakproduktion:

Ersatz für den Haber-Bosch-Prozess gesucht

Gäbe es kein industriell hergestelltes Ammoniak, würden heute keine acht Milliarden Menschen die Erde bewohnen, sondern deutlich weniger. Denn der Stoff dient als Grundlage für Kunstdünger. Doch der energieintensive Produktionsprozess braucht dringend ein Update.

[...] Das mehr als 100 Jahre alte Verfahren hat sich seit seiner Entdeckung allerdings nicht wesentlich verändert – und das ist ein Problem. Nach wie vor lässt man Wasserstoff und Stickstoff an Eisen- oder Rutheniumkatalysatoren unter extremen Bedingungen miteinander reagieren: bei bis zu 600 Grad Celsius und einem Druck von mehr als 200 Bar.

Die Ammoniakherstellung ist extrem energieintensiv

In riesigen Reaktoren entstehen jährlich rund 180 Millionen Tonnen Ammoniak, was mehr als ein Prozent der gesamten weltweit erzeugten Energie benötigt. Darüber hinaus ist die Gewinnung von Ammoniak bislang untrennbar mit der Förderung fossiler Rohstoffe verknüpft, denn der benötigte Wasserstoff wird mittels Dampfreformierung aus Kohle oder Erdgas hergestellt. 450 Millionen Tonnen Kohlenstoffdioxid setzt der Haber-Bosch-Prozess jedes Jahr frei ...

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China | HTR-PM | Shandong

Chinas Demonstrations-HTR-PM geht in den kommerziellen Betrieb

Das weltweit erste modulare Hochtemperatur-Kernkraftwerk mit gasgekühltem Reaktor hat den kommerziellen Betrieb aufgenommen, teilte Chinas Nationale Energiebehörde mit.

Es folgte ein erfolgreicher 168-stündiger Demonstrationsbetrieb des gasgekühlten Hochtemperaturreaktors (High Temperature Gas-Cooled Reactor - Pebble-bed Module) in der Shidao-Bucht (auch bekannt als Shidaowan) in der Provinz Shandong, der derzeit mit einer Leistung von 2×200 MWt arbeitet.

Das HTR-PM verfügt über zwei kleine Reaktoren (jeweils 250 MWt), die eine einzelne Dampfturbine mit 210 MWe antreiben. Er verwendet Helium als Kühlmittel und Graphit als Moderator. Jeder Reaktor ist mit mehr als 400.000 kugelförmigen Brennelementen ("Pebbles") bestückt, die jeweils einen Durchmesser von 60 mm haben und 7 g auf 8,5 % angereicherten Brennstoff enthalten. Jede Brennelementkugel hat eine Außenschicht aus Graphit und enthält etwa 12.000 vierfach keramikbeschichtete Brennstoffpartikel, die in einer Graphitmatrix verteilt sind ...

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Krebserkrankung | Glyphosat | Monsanto

Unkrautvernichter Roundup

3,5 Millionen US-Dollar Strafe – Bayer verliert nächsten Glyphosat-Prozess

Das Herbizid Glyphosat steht im Verdacht, Krebserkrankungen auszulösen. Für den Bayer-Konzern wird das teuer – nun setzte es erneut eine Niederlage vor einem US-Gericht. Das dürfte die Investoren nervös machen.

Bei den Glyphosat-Prozessen in den USA hat Bayer erneut eine Niederlage einstecken müssen. Ein Geschworenengericht in Philadelphia verurteilte den Konzern am Dienstag zur Zahlung von 3,5 Millionen US-Dollar an eine Frau, die ihre Krebserkrankung auf den glyphosathaltigen Unkrautvernichter Roundup von Bayer zurückführt.

[...] Zuletzt waren nach Angaben von Bayer noch 52.000 der insgesamt rund 165.000 eingereichten Klagen offen. Die Klagen hatte sich der Konzern mit der Übernahme des Glyphosat-Entwicklers Monsanto ins Haus geholt. Bayer hatte die Vorwürfe gegen das Herbizid stets zurückgewiesen.

Gewaltige Rücklagen für Prozesse gebildet

Der Einsatz von Glyphosat ist weltweit seit Jahren umstritten. Das Mittel ist für die Landwirtschaft bedeutsam, kann jedoch die Umwelt beeinträchtigen und steht der Krebsforschungsagentur der Weltgesundheitsorganisation WHO zufolge im Verdacht, krebserregend zu wirken ...

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INES Kategorie 3 "Ernster Störfall" 6. Dezember 1972 (INES 3 | NAMS 1,6) Atomfabrik Sellafield, GBR

Die Verarbeitung zu kurz gelagerter Brennelementen bewirkte einen hohen Jodgehalt und setzte 2,2 TBq Radioaktivität frei. (Kosten ca. 98 Millionen US$)

Nuclear Power Accidents
 

Langsam aber sicher werden alle relevanten Infos zu Störungen in der Atomindustrie aus Wikipedia entfernt!

Wikipedia

Sellafield (früher Windscale)

Der Komplex wurde durch einen katastrophalen Brand 1957 und durch häufige nukleare Störfälle bekannt und unter anderem deshalb auch in Sellafield umbenannt. Bis Mitte der 1980er Jahre wurde der im täglichen Betrieb anfallende Atommüll in großen Mengen in flüssiger Form über eine Pipeline in die Irische See abgeleitet.

Sellafield#Incidents

Radiologische Freisetzungen

Zwischen 1950 und 2000 gab es 21 schwerwiegende Zwischenfälle oder Unfälle mit radiologischen Freisetzungen außerhalb des Werksgeländes, die eine Einstufung auf der internationalen Skala für nukleare Ereignisse rechtfertigten, einen auf Stufe 5, fünf auf Stufe 4 und fünfzehn auf Stufe 3. Darüber hinaus gab es in den 1950er und 1960er Jahren über längere Zeiträume hinweg bekannte, absichtliche Freisetzungen von Plutonium und bestrahlten Uranoxidpartikeln in die Atmosphäre ...

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AtomkraftwerkePlag

Sellafield (ehemals_Windscale), Großbritannien

Vergleichbare Atomfabriken gibt es überall auf der Welt:

Uran-Anreicherung und Wiederaufarbeitung - Anlagen und Standorte

Bei der Wiederaufarbeitung lässt sich das Inventar abgebrannter Brennelemente in einem aufwändigen chemischen Verfahren (PUREX) voneinander separieren. Abgetrenntes Uran und Plutonium können danach erneut verwendet werden. Soweit die Theorie ...

 


5. Dezember


 

Pressefreiheit | Transparenz | Staatsanwaltschaft | Gerichtsdokumente

Pressefreiheit in Gefahr:

FragDenStaat im Fadenkreuz der Staatsanwaltschaft

Die Transparenzplattform FragDenStaat ging durch die Publikation von Gerichtsdokumenten aus laufenden Verfahren bewusst ein juristisches Wagnis ein. Jetzt ermittelt die Staatsanwaltschaft Berlin gegen Projektleiter Arne Semsrott – der bereits zum Gegenschlag ansetzt.

Seit dem Spätsommer ermittelt die Berliner Staatsanwaltschaft gegen Arne Semsrott, Projektleiter und quasi Chefredakteur von FragDenStaat. Dabei geht es um amtliche Dokumente aus laufenden Strafverfahren, die die Transparenzinitiative im August veröffentlicht hatte. Obwohl die Betroffenen der Veröffentlichung zustimmten und persönlichen Daten geschwärzt wurden, betrachtet die Staatsanwaltschaft die Enthüllungen als illegal.

Mit der Veröffentlichung beabsichtigte die Initiative, unverhältnismäßige Ermittlungsmaßnahmen gegen Aktivist:innen der „Letzten Generation“ zu beleuchten. Eigentlich will man meinen, Missstände aufzudecken gehöre zum journalistischen Alltag dazu – doch die Freigabe amtlicher Dokumente aus Strafverfahren ist nach § 353d Nr. 3 StGB eine Straftat ...

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Fossil | Lobby | Klimakonferenz | COP28

Einsatz für Öl, Gas und Kohle

Mehr als 2400 Lobbyisten sind auf der Uno-Klimakonferenz

Auf der COP gibt es mehr Fossil-Lobbyisten als Vertreter der durch die Erderwärmung verwundbarsten Staaten, zeigt eine NGO-Analyse. Auch die EU hat demnach Mitarbeiter großer Konzerne als Teil ihrer Delegation akkreditiert.

Auf der Weltklimakonferenz in Dubai sind nach einer Datenanalyse von Aktivisten mindestens 2456 Lobbyisten für Kohle, Öl und Gas ganz offiziell akkreditiert – viermal mehr als auf dem Treffen in Ägypten im vergangenen Jahr. Die Auswertung wurde am Dienstag von der Koalition »Kick Big Polluters Out« veröffentlicht, die unter anderem von Global Witness, Transparency International, Greenpeace und dem Climate Action Network getragen wird. Ausgewertet wurden öffentlich zugängliche Daten des Uno-Klimasekretariats UNFCC.

Der Analyse zufolge haben die Lobbyisten mehr Zugangspässe erhalten als alle Delegationen der zehn durch die Erderwärmung verwundbarsten Staaten ...

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Reform | Verkehrswende | Machtpolitik

StVO-Reform vorerst gescheitert

Bundesrat stoppt Paradigmenwechsel im Verkehr

Union und SPD bremsen gemeinsam die Grünen und die Kommunen aus: Weil nur Machtpolitik und nicht Sachpolitik zählt, bleiben Verkehrssicherheit und Klimaschutz in Deutschland auf der Strecke.

Als eines ihrer großen Reformwerke hatte sich die Bundesregierung die Reform des Straßenverkehrsgesetzes (StVG) und der davon abgeleiteten Straßenverkehrsordnung (StVO) vorgenommen. Zu Recht.

Denn diese Bestimmungen definieren den öffentlichen Raum und seine Benutzungsregeln. StVG und StVO gelten daher als Schlüssel zur Verkehrswende.

Obwohl die Novelle zwischen den Parteien der Bundesregierung abgestimmt und vom Bundestag verabschiedet wurde, scheiterte das Reformwerk jetzt im Bundesrat. Wie es scheint, war dies kein Zufall. Zur gleichen Zeit kündigte die SPD die Koalition in der Stadt Hannover mit den Grünen auf, und dies explizit mit dem Verweis, die Projekte zur Verkehrswende nicht länger mittragen zu können ...

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Klimaschutz | Klimakonferenz | COP28

Doppel-Wumms für mehr Klimaschutz

Zu Beginn der Klimakonferenz in Dubai wurde der Klimaschutz gestärkt. Auch von der deutschen Justiz. Ein Gastkommentar.

Das hiesige Gericht zwingt die Bundesregierung dazu, schnellstmöglich wirksame Klima-Sofortprogramme für Verkehr und Gebäude vorzulegen. Umweltverbände wie Germanwatch oder die Deutsche Umwelthilfe, die geklagt haben, bejubeln das Urteil.

Und auch in Dubai begann die COP28 mit einer guten Nachricht. Der auf der COP27 beschlossene Fonds für Schäden und Verluste durch den Klimawandel in kleinen Inselstaaten tritt ab sofort in Kraft und wurde handlungsfähig gemacht. Das Gastgeberland und Deutschland haben darauf gedrängt. Der Fonds ist bis jetzt mit 400 Millionen US-Dollar gefüllt.

Es ist ein Doppel-Wumms fürs Klima. Das ist auch zwingend notwendig, denn vor allem die Industriestaaten hinken ihren Zusagen zum Klimaschutz meilenweit hinterher, obwohl gerade sie für die Klimakrise verantwortlich sind. Ein deutscher Mensch emittiert etwa 20-mal mehr Treibhausgase als ein Inder oder Afrikaner ...

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CO2-Emissionen | Rekorde | 1,5-Grad

Neues Rekordhoch bei den CO2-Emissionen

Bilanz für 2023 zeigt steigende Emissionen und schwindende natürliche Puffer

Keine Trendwende in Sicht: Die globalen Kohlendioxid-Emissionen haben auch im Jahr 2023 weiter zugenommen, wie die alljährliche Bilanz des Global Carbon Project zeigt. Demnach wird der anthropogene CO2-Ausstoß gegenüber 2022 um 1,1 Prozent auf 36,8 Milliarden Tonnen ansteigen – einen neuen Rekordwert. Treiber dieses Trends sind vor allem China und Indien. Gleichzeitig sorgen Entwaldung, Brände und der El Niño dafür, dass die natürliche Pufferwirkung der Vegetation abnimmt. Ozeane und Landflächen zusammen können nur rund die Hälfte unseres CO2-Emissionen ausgleichen.

Alljährlich zur Weltklimakonferenz veröffentlicht das Global Carbon Project (GCP) seine alljährliche Bilanz der Kohlendioxid-Emissionen und der atmosphärischen CO2-Werte – so auch jetzt. Während auf dem Klimagipfel COP28 in Dubai über Klimaschutz, Ausgleichszahlungen und fehlende Fortschritte diskutiert wird, liefern globale Messdaten und Modelle Fakten. Schon im Vorfeld der Konferenz zeigten sich neue Rekorde bei den atmosphärischen Treibhausgas-Werten, während die im Rahmen des Pariser Klimaabkommens eingereichten Nationalen Selbstverpflichtungen (NDC) der Länder eher auf drei Grad als auf 1,5 Grad hinauslaufen ...

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Katastrophe | Weltklimakonferenz | COP28 | Carla Hinrichs

Klimatalk bei "Hart aber fair"

Hinrichs: "Wir werden verarscht"

"Bahnbrechend", "phänomenal" und "historisch" sei der Katastrophenfonds, der zu Beginn der Weltklimakonferenz auf den Weg gebracht wird. Das sagen diejenigen, die daran mitgearbeitet haben. Carla Hinrichs von der Letzten Generation hält das für Augenwischerei.

Die Weltklimakonferenz, die am vergangenen Donnerstag in Dubai eröffnet wurde, begann positiv: Die Staaten einigten sich auf einen Katastrophenfonds, aus dem Klimaschäden finanziert werden sollen. Deutschland zahlte 100 Millionen Dollar, die Vereinigten Arabischen Emirate auch, weitere Länder folgten dem Beispiel.

[...] Klimaaktivistin Carla Hinrichs von der Letzten Generation kann mit dem Fonds nicht viel anfangen. Bei "Hart aber fair" in der ARD macht sie ihrem Unmut deutlich Luft. "Wir werden verarscht", sagt sie: "Wir werden verarscht von dieser Konferenz, wir werden auch verarscht von der internationalen Gemeinschaft, aber insbesondere von unserer eigenen Regierung, von deren Entscheidungsträger:innen, die uns jetzt noch verkaufen wollen, dass es ein großer Coup ist, wenn man hundert Millionen - hundert Millionen - in den Fonds steckt." Zum Vergleich: Durch das Hochwasser im Ahrtal entstand laut einer Studie im Auftrag des Bundeswirtschaftsministeriums ein Schaden von mehr als 40 Milliarden Euro ...

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Broken Arrow, am 5. Dezember 1965 gerieten zwei B43 Wasserstoffbomben außer Kontrolle und versanken vor Japan5. Dezember 1965 (Broken Arrow) Douglas A-4E Skyhawk, USA

 Wikipedia

1965 A-4-Zwischenfall im Philippinischen Meer

Der Absturz der A-4 auf den Philippinen im Jahr 1965 war ein Broken Arrow-Zwischenfall, bei dem ein mit einer Kernwaffe (Wasserstoffbombe) bestücktes Kampfflugzeug vom Typ Douglas A-4E Skyhawk der United States Navy vom Flugzeugträger USS Ticonderoga aus ins Meer vor Japan stürzte. Das Flugzeug, der Pilot und die Waffe wurden nie geborgen.

Der Unfall

Am 5. Dezember 1965, 31 Tage nach dem Auslaufen der Ticonderoga aus dem US-Marinestützpunkt Subic Bay auf den Philippinen, wurde das Kampfflugzeug während einer Trainingsübung rückwärts über die Seite geschleudert und fiel aus dem Aufzug Nr. 2, während es von der Hangarbucht Nr. 2 zum Aufzug Nr. 2 gerollt wurde. Der Pilot, Leutnant Douglas M. Webster, das Flugzeug, die Douglas A-4E BuNo 151022 der VA-56, und die B43-Kernwaffe wurden nie aus der Tiefe von 4.900 m (16.000 ft) geborgen. 68 Meilen (59 nmi; 109 km) vor der Insel Kikai in der japanischen Präfektur Kagoshima soll sich der Unfall ereignet haben ...

Anzahl der Waffen

Obwohl in den meisten Quellen von einer einzigen Waffe die Rede ist, geht aus einem Dokument des Los Alamos National Lab hervor, dass es sich um zwei Waffen handelte.

Enthüllung

Erst 1989 enthüllte das US-Verteidigungsministerium die Nähe der verlorenen Ein-Megatonnen-H-Bombe zu japanischem Territorium ...

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4. Dezember


 

Israel | Börse | Spekulation

Welle von Leerverkäufen

Israel prüft verdächtigen Aktienhandel vor Hamas-Angriff

Zwei US-Professoren haben Hinweise gefunden, dass an Finanzmärkten massiv auf sinkende Kurse israelischer Aktien gewettet wurde – und das kurz vor Beginn der Angriffe aus dem Gazastreifen. Hat die Hamas so Millionen gemacht?

Die israelischen Behörden gehen einem Bericht von US-Wissenschaftlern nach, wonach einige Anleger möglicherweise im Voraus von dem Angriffsplan der radikalislamischen Hamas am 7. Oktober gewusst haben könnten. Untersuchungen der Rechtsprofessoren Robert Jackson Jr. von der New York University und Joshua Mitts von der Columbia University hatten ergeben, dass es im Vorfeld der Angriffe zu erheblichen Leerverkäufen von Aktien kam. Dabei handelt es sich um in der Regel hochgradig spekulative Wetten auf sinkende Kurse. »Schon Tage vor den Anschlägen schienen die Händler die kommenden Ereignisse vorauszusehen«, heißt es in einem Bericht der Wissenschaftler, in dem sie auf Leerverkäufe im MSCI-Israel-ETF verweisen, einem Anlagefonds, in dem vor allen Dingen Aktien israelischer Konzerne gebündelt sind. Diese Leerverkäufe seien am 2. Oktober nach Daten der US-Aufsichtsbehörde Finra »plötzlich und in erheblichem Umfang in die Höhe geschossen«. 

Hat die Hamas Milliarden gemacht?

An der Börse in Tel Aviv seien die Leerverkäufe von israelischen Wertpapieren dramatisch angestiegen, heißt es in dem 66-seitigen Bericht ...

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Europaparlament | Korruptionsskandal | Katargate

EU-Korruptionsskandal überfordert Justiz:

Die große Verunsicherung

Ein Jahr nach dem größten EU-Korruptionsskandal hat die belgische Justiz keinen Plan, wie sie weitermachen soll. Alle Verdächtigen wurden entlassen.

BRÜSSEL taz | Das sogenannte Katargate wird ein Jahr nach den spektakulären Ermittlungen und Hausdurchsuchungen, bei denen bündelweise Bargeld bei prominenten Europaabgeordneten gefunden wurde, immer mysteriöser. Die Verdächtigen sind auf freiem Fuß, die belgische Justiz scheint überfordert.

Eva Kaili, die einst als Hauptverantwortliche betrachtet und schleunigst von ihrem Posten als stellvertretende Parlamentspräsidentin entfernt wurde, geht längst wieder in Brüssel und Straßburg ein und aus, als wenn nichts gewesen wäre. Sie sei Opfer eines Komplotts geworden, behauptet die 45-jährige prominente Griechin. Auch die sozialistische Europaabgeordnete Marie Arena, die als wichtige Mitwisserin gilt, wurde nicht belangt. Man werde keine Aufhebung der Immunität verlangen und auch keine Verhaftung vornehmen, teilte die belgische Staatsanwaltschaft mit. Das bedeute zwar nicht, dass die Ermittlungen eingestellt wurden, heißt es in Brüssel. Doch bisher sind sie weitgehend im Sande verlaufen. Kein einziger Abgeordneter wurde vor Gericht gestellt, Kaili und mehrere andere Verdächtige mussten aus der U-Haft entlassen werden. Seit der prominente Ermittlungsrichter Michel Claise den Fall im Frühjahr wegen Befangenheit abgeben musste, tritt die belgische Justiz auf der Stelle ...
 

IMHO

Die Gegner der EU lehnen sich entspannt zurück und brauchen wieder einmal nichts tun, denn die Europäische Union demontiert sich selbst ...

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Frankreich | EDF | Strompreis

Frankreich erhöht Preise für Atomstrom um über 60 Prozent und setzt auf Offshore Windenergie

In Frankreich werden die staatlich gedeckelten Preise für den Atomstrom in Zukunft drastisch erhöht. Darauf haben sich offenbar der französische Staat und der staatliche Energieversorger Electricité de France (EDF) geeinigt. Gleichzeitig werden die Konturen der zukünftigen französischen Energiepolitik deutlicher.

Die französische Regierung hat den kriselnden Energieversorger EDF 2023 komplett verstaatlicht und bestimmt zukünftig die Geschicke des Unternehmens selbst. Trotz hoher Schulden muss EDF zukünftig die milliardenschwere AKW-Laufzeitverlängerung und den Bau neuer Atomkraftwerke finanzieren. Die französische Regierung plant aber auch den Ausbau der Offshore Windenergie im großen Stil, allein 2025 sollen in Frankreich Offshore-Windparks mit einer Leistung von 10.000 MW ausgeschrieben werden ...

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Klimaschutzgesetz | Oberverwaltungsgericht | Sofortprogramm

Justiz zu Klimaschutzgesetz: "Lippenbekenntnisse zum Klimaschutz reichen nicht aus"

Nach dem Klima-Beschluss Verfassungsgericht urteilte ein Gericht in Berlin zu Umweltrecht. Wie sind beide Entscheide einzuordnen? Jurist Thomas Groß klärt auf.

In dem vorliegenden Interview mit Prof. Dr. Thomas Groß wird die jüngste Entscheidung des Oberverwaltungsgerichts (OVG) Berlin-Brandenburg über die Sofortprogramme für den Klimaschutz in der Verkehrs- und Wohnungsbaupolitik diskutiert. Die Bedeutung dieses Urteils wird mit dem als "Klimaurteil" bekannten Beschluss des Bundesverfassungsgerichts (BVerfG) aus dem Jahr 2021 verglichen.

Groß, der den Lehrstuhl für Öffentliches Recht, Europarecht und Rechtsvergleichung der Universität Osnabrück innehat, beleuchtet die Unterschiede zwischen den beiden Entscheidungen und erläutert, warum das OVG-Urteil möglicherweise noch größere Auswirkungen hat ...

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Rüstung | Sipri | Militärausgaben

Sipri-Bericht zur Rüstungsbranche

So viel Umsatz machen die größten Waffenkonzerne der Welt

US-Rüstungskonzerne dominieren den Weltmarkt für Waffen – aber ihre Umsätze schrumpfen einer aktuellen Studie des Sipri-Instituts zufolge. Langfristig dürfte die Branche hingegen kräftig zulegen.

Die hundert größten Waffenkonzerne der Welt setzten im vergangenen Jahr 597 Milliarden US-Dollar mit dem Verkauf von Waffen und militärischen Dienstleistungen um. Das geht aus Daten hervor, die das Stockholmer Institut für Friedensforschung Sipri nun veröffentlicht hat. Damit ist dem Report inflationsbereinigt ein Rückgang von 3,5 Prozent im Vergleich zu 2021 zu verzeichnen. Dennoch war der Gesamtumsatz der Branchenriesen im Jahr 2022 immer noch um 14 Prozent höher als 2015 – jenem Jahr, in dem Sipri erstmals chinesische Konzerne in seinen Bericht einbezog.

Der Rückgang ist demnach vor allem auf die sinkenden Rüstungsumsätze der großen Unternehmen in den USA zurückzuführen. In Asien und Ozeanien sowie im Nahen Osten stiegen die Umsätze dagegen erheblich. Ausstehende Aufträge und ein sprunghafter Anstieg neuer Verträge deuten laut dem Institut darauf hin, dass die weltweiten Rüstungsumsätze in den nächsten Jahren deutlich steigen könnten ...

 


3. Dezember


 

Klimakonferenz | CCS | Zertifikate | CO2-Preis

Klimakonferenz in Dubai

Der einzig wahre Preis für CO₂

Die Ölkonzerne, die bei der Klimakonferenz dafür kämpfen, einfach so weiterzumachen wie bisher, haben einen Vorschlag: Irgendwann holen wir das Kohlendioxid einfach wieder aus der Luft. Man sollte sie beim Wort nehmen – sofort.

Nehmen wir an, Sie möchten einen Kredit aufnehmen. Als der Bankberater Sie nach Sicherheiten fragt, erklären Sie, das sei gar kein Problem: Sie hätten vor, demnächst einen Weltbestseller zu schreiben, der Harry Potter locker in den Schatten stellt. Als der Bankberater ungläubig schaut, fügen Sie hinzu, dass sie bereits einen Gedichtband im Selbstverlag veröffentlicht hätten, der bei Ihren Freunden und Bekannten sehr gut angekommen sei.

In etwa so sieht derzeit die CO₂-Strategie der großen Ölkonzerne und -staaten aus, zu denen auch die Vereinigten Arabischen Emirate gehören, die derzeit die Weltklimakonferenz COP28 zu Besuch haben. Die Emirate wollen in den kommenden fünf Jahren 35 Milliarden Dollar in saubere Technologie investieren und gleichzeitig 150 Milliarden in weitere Ölförderung durch den Staatskonzern Adnoc. COP- und Adnoc-Präsident Sultan Al Jaber möchte die Emissionen limitieren, aber nicht die Ölförderung.

Mit dieser Behauptung – wir holen das CO₂ dann einfach wieder aus der Luft – kämpfen die Ölkonzerne derzeit um das Überleben ihrer für uns alle fatalen Geschäftsmodelle . Mit Direct Air Capture (DAC) und Carbon Capture and Storage (CCS) fischen wir die Treibhausmoleküle einfach aus der Luft oder Abgasen, dann können wir munter weiter Öl und Gas verbrennen, so das Narrativ ...

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Chemikalien | Bisphenol

Umgang mit Bisphenol A:

Mediziner fordern mehr Vorsorge

56 Me­di­zi­ne­r:in­nen fordern einen anderen Umgang mit Chemikalien. Sie kritisieren den Gesundheitsschutz der Bundesregierung.

BERLIN taz | Wis­sen­schaft­le­r:in­nen kritisieren den Umgang der Bundesregierung mit giftigen Chemikalien. In einem offenen Brief an Umweltministerin Steffi Lemke und Landwirtschaftsminister Cem Özdemir (beide Grüne) bringen 56 Me­di­zi­ne­r:in­nen ihre „Besorgnis über die Weise, in der die deutschen Aufsichtsbehörden Bisphenol A und andere Bisphenole gehandhabt haben, zum Ausdruck“. Sie werfen den Ministerien vor, die Gesundheitsvorsorge in der EU zu behindern, weil sie zu wenig gegen die in allen Mitgliedstaaten zu hohe Belastung der Bevölkerung mit Bisphenol A unternehmen. Die Chemikalie wird zur Herstellung von Kunststoffen und Harzen verwendet und findet sich in zahlreichen Alltagsprodukten. Sie wird verdächtigt, die Fruchtbarkeit zu schädigen, Diabetes, Krebs oder Verhaltensstörungen auszulösen. Mit den im Brief kritisierten Aufsichtsbehörden wird vor allem das Bundesinstitut für Risikobewertung (BfR) angesprochen. Dieses lehnt einen neuen Grenzwert, den die europäische Agentur für Lebensmittelsicherheit (Efsa) im Frühjahr für Bisphenol A festgelegt hatte, als zu hoch ab. Das BfR zweifelt die Methodik an, mit der die Efsa zu ihrer neuen Einschätzung gelangt ist; auf der BfR-Website legt die Behörde dar, die Studien seien schlecht ausgewählt, zum Teil nicht valide und nicht aussagekräftig. Sie veröffentlichte deshalb einen eigenen Grenzwert, der bis zu 1.000-mal höher ist als der der Efsa ...

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CO2 | WeltklimakonferenzCOP28

Indigene werden verdrängt

CO2-Handel auf Kosten der Afrikaner

Auf der UN-Klimakonferenz in Dubai bemühen sich die Afrikaner um einen gemeinsamen Standpunkt. Den internationalen CO2-Handel empfinden viele von ihnen als pure Abzocke des Westens.

Tansanias Präsidentin Samia Suluhu Hassan sprach aus, was vielen afrikanischen Klimaaktivisten und Umweltschützern auf dem Herzen liegt. Die derzeit diskutierten Ideen, wie der Klimawandel in den Griff zu bekommen sei, seien "nachteilig für Afrika", betonte sie in der Woche vor der UN-Klimakonferenz in Dubai. Sie erwähnte vor allem die international heiß diskutierten CO2-Handelsprogramme: "Damit ernten ausländische Unternehmen mehr als wir selbst."

Sie ermutigte ihre Amtskollegen aus den Nachbarländern, auf der Klimakonferenz in den Vereinigten Arabischen Emiraten eine gemeinsame Position dagegen einzunehmen, "damit wir einen gemeinsamen Weg finden, unsere Umwelt zu schützen". Allerdings nicht zum Vorteil internationaler Großkonzerne, sondern für die Afrikaner selbst.

CO2-Handel - das ist die große Lösungsidee, die auf der UN-Klimakonferenz (COP28) in Dubai in diesen Tagen debattiert wird. Vor allem die ölproduzierenden Länder und private Großkonzerne sind Verfechter, wenn sie ihrer freiwilligen Selbstverpflichtung nachkommen wollen, bis 2050 netto kein CO2 mehr ausstoßen zu wollen. Denn dies ermöglicht ihnen, wenn sie selbst keine Emissionen einsparen, anderswo auf der Welt Projekte zu unterstützen, die CO2 vermeiden oder reduzieren. Damit können sie ihre eigenen Emissionen quasi wieder wettmachen ...

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Klimawandel | Fakten | IPCC

Fakten zum Klimawandel:

Macht der Weltklimarat auch mal Fehler?

Wenn auf der Weltklimakonferenz verhandelt wird, sind Fakten die Grundlage. Die liefert der Weltklimarat IPCC. Aber wie arbeitet er eigentlich? Und wie solide sind dessen Berichte?

Wenn sich der Weltklimarat - offiziell als Intergovernmental Panel on Climate Change (IPCC) bezeichnet - alle paar Jahre mit Daten, Warnungen und Empfehlungen zum Klimawandel zu Wort meldet, lässt das aufhorchen. Seine Berichte sind Basis für politische Entscheidungen und auch für die Verhandlungen auf den Weltklimakonferenzen (COPs). So auch in diesem Jahr in Dubai.

[...] Dem IPCC als wissenschaftliches und zugleich zwischenstaatliches Gremium gehören 195 Staaten an, die Expertinnen und Experten entsenden.

[...] Tatsächlich forscht der IPCC selbst nicht. Er wertet aber Tausende Studien aus aller Welt aus und trägt die Ergebnisse in seinen Berichten zusammen. Beteiligt sind daran Hunderte Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler. Sie kommen aus der Klima- und Meeresforschung, aber auch aus den Bereichen Ökonomie, Statistik, Sozialwissenschaft und Gesundheit. Das Kernteam besteht jeweils aus 30 bis 40 Forschenden und Gutachtern.

Alle fünf bis sechs Jahre veröffentlicht der IPCC sogenannte Assessment Reports (AR), die umfassende Überblicke über den Stand der Forschung geben ...

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AfD | Unzufriedenheit | Veränderungen

Warum wählen immer mehr Arbeiter in Deutschland die AfD?

Arbeiter als Kernwähler der AfD: Ein unerwarteter Trend? Eine neue Studie zeigt, warum immer mehr von ihnen ihr Kreuz bei den Rechtspopulisten machen.

Arbeiter gehören zu den Berufsgruppen, die die AfD besonders stark unterstützen. Auch bei den diesjährigen Landtagswahlen in Hessen konnte die Partei unter Arbeitern deutlich an Zustimmung gewinnen. Hier wurde sie von 40 Prozent der Arbeiter gewählt, ein Zugewinn von 16 Prozent. Bei den Landtagswahlen 2019 in Brandenburg und Sachsen stimmten mehr als 40 Prozent der Arbeiter für die Rechtspopulisten.

In der Parteienforschung wird seit geraumer Zeit diskutiert, ob der besondere Erfolg der AfD diese zu einer neuen Arbeiterpartei macht. Weitgehend unstrittig ist, dass ihr Wahlprogramm nicht unbedingt als arbeiterfreundlich bezeichnet werden kann. Dass sie dennoch unter Arbeitern überdurchschnittlich erfolgreich ist, wird unter anderem darauf zurückgeführt, wie sie Unzufriedenheit und Protest aufgreift ...

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Wolfgang Neuss

100 Jahre Wolfgang Neuss

Heute wäre Wolfgang Neuss (1923-1989) 100 Jahre alt geworden: Eine Würdigung des Kabarettisten und Schauspielers.

[...] “An jenem Tag im Frühjahr 1943, als Professor Albert Hofmann in Basel das LSD entdeckte, schoß ich mir bei dem weißrussischen Ort Rshew in meine linke Hand,” antwortete Neuss Mitte der 80er Jahre auf die Journalistenfrage nach dem wichtigsten Ereignis in seinem Leben – und streckte dem Kollegen die zeigefingerlose linke Hand entgegen: “Symbol für Kunst statt Krieg. Selbstverstümmelung war und ist eine gute Friedensbewegung !”.

[...] Dass dieser frischfrechfröhliche Mann mit der Pauke und Tausendsassa der Medien, die Schandschnauze der Nation sich so einfach zurückzog und schwieg, wollte niemand so recht verstehen. Dabei tat er nichts anderes, als den Protest zu leben, den er zuvor hinausgeschrien hatte: der schnieke Playboy und “Jaguar E” – Fahrer übte Konsumverzicht, verschenkte seine Habe und ließ sich statt im Luxus-Penthouse auf dem Meditationskissen einer leeren Zweizimmerwohnung nieder. Und er kurierte seine 20-jährigen Tabletten-und Alkohol-Orgien mit Cannabis: “Ich rauche den Strick an dem ich hängen würde”, verkündete er und wurde nicht müde, den Hanf als Medizin für Körper und Geist zu preisen ...

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Windkraft | Subventionen | Stromproduktion

Offshore-Windpark:

Die Windparks sind zu teuer geworden

Inflation, Stornierungen, Lieferengpässe: Der Windkraftausbau im Meer kommt kaum voran. Europa fehlen dringend benötigte Strommengen, das gefährdet die Energiewende.

Sie heißen Baltic Eagle, Gode Wind 3 oder Nordlicht 1. Ihr Standort ist vor der Insel Norderney, vor Rügen oder Borkum. Und sie alle haben etwas gemeinsam: Sie produzieren noch keinen Strom. Bisher stehen sie nur auf der Liste zukünftiger Offshore-Windprojekte in Deutschland. Sind sie irgendwann fertiggestellt, sollen sie die Stromversorgung Deutschlands sichern.

[...] Von geplanten 30 Gigawatt Offshore-Stromkapazität im Jahr 2030 sind gerade mal 8,4 Gigawatt vor den deutschen Küsten installiert. Die EU-Zahlen klaffen noch etwas weiter auseinander: Die neun EU-Staaten und Großbritannien wollen im gleichen Zeitraum 120 Gigawatt an Offshore-Windparks bauen. Nur 30 Gigawatt sind bisher geschafft. 

[...] Geld sei aus Quaschnings Sicht ausreichend vorhanden, schließlich gebe der Staat jährlich mehr als 60 Milliarden Euro für klimaschädliche Subventionen aus. Auch Steuererhöhungen hält er für einen Weg. Alternativen zur Windkraft auf See gebe es nicht. "Windkraft an Land ist nur begrenzt möglich, die Fotovoltaik liefert im Winter nicht zuverlässig", sagt Quaschning. "Wir sind dringend auf die geplante Offshore-Windkraft angewiesen." 

[...] Vor allem der lange Zeitraum zwischen Antragstellung und Stromproduktion müsste verkürzt werden. Damit die Kalkulation von Baltic Eagle, Gode Wind 3 oder Nordlicht 1 nach der Entwicklungs- und Bauzeit nicht schon wieder überholt ist. Und damit die Windparks schnell das machen, wofür sie bestimmt sind: Strom erzeugen.

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Brasilien | Glyphosat | Krebs

Brasilien: Mehr Glyphosat führt zu mehr Todesfällen bei Kindern

Mit steigender Sojaproduktion werden immer mehr Pestizide gespritzt. Es erkranken immer mehr Kinder an Krebs, sagt eine Studie.

Der zunehmende Sojaanbau in Brasilien geht mit mehr Todesfällen bei Kindern unter zehn Jahren einher. Grund dafür ist der verstärkte Einsatz von Pestiziden. Das legt eine US-amerikanische Studie nahe, die in den Proceedings of the National Academy of Sciences (PNAS) veröffentlicht wurde. Das Team um Marin Skidmore von der University of Illinois untersuchte die Zunahme der Krebssterblichkeit bei Kindern im Alter von unter zehn Jahren im Amazonas-Gebiet sowie in dem durch Feuchtsavannen geprägten Cerrado. In diesen Regionen breitet sich der Soja-Anbau immer weiter aus. Im Zeitraum von 2008 bis 2019 starben hier 123 Kinder an akuter lymphatischer Leukämie – der bei Kindern häufigsten blutbasierten Krebserkrankung. Noch viel mehr Kinder erkrankten an Krebs.

[...] Gesundheitsexperten aus aller Welt warnen seit Langem vor den katastrophalen Auswirkungen von Pestiziden auf Umwelt und menschliche Gesundheit. Allerdings – so räumen sie ein – sei der kausale Zusammenhang zwischen Pestiziden und chronischen Erkrankungen nicht leicht nachzuweisen, weil sich in der Regel erst nach vielen Jahren Symptome entwickeln und durch vielfältige Faktoren verursacht oder begünstigt werden können.

 


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Autokrat | Demokrat | Konsequenz

Recep Tayyip Erdoğan:

Die Sprache der Autokratie

Autokraten wie Recep Tayyip Erdoğan bedienen sich einer Sprache, gegen die Staatschefs von Demokratien anscheinend nicht ankommen. Wann lernen letztere endlich dazu?

Autokratische Führungspolitiker haben eine ganz eigene Sprache, einen eigenen Sprachstil. Meist reden sie laut, zornig, provokativ und polarisierend in einfachen, allgemein verständlichen Worten. Sie hassen abweichende Ideen, die freie Presse, die unabhängige Justiz, die gleichgeschlechtliche Ehe, Flüchtlinge, Ausländer, ihre Gegner; und generieren aus dieser Feindschaft ihre Anhängerschaft. Untereinander verstehen Autokraten ihre Sprache und lernen voneinander.

Wenige Monate, nachdem der türkische Staatspräsident Recep Tayyip Erdoğan die Jugend seines Landes aufrief: "Seid nicht die Jugend von LGBT, seid die Jugend der Nation!", erklärte der ungarische Ministerpräsident Viktor Orbán: "Wir erlauben LGBTQ-Aktivisten nicht, unsere Schulen zu betreten." Derselbe Orbán ist imstande, zu Erdoğans Unterstützung zu sagen: "Sein Gegner bei der Wahl war Soros." Damit erschafft er einen gemeinsamen Gegner, die antisemitische Verschwörungserzählung von der angeblichen jüdischen Weltherrschaft.

Erklärt Donald Trump während seiner Amtszeit als US-Präsident die Medien zum "Volksfeind", hören wir dieselbe Zuschreibung bald darauf am anderen Ende der Welt aus dem Mund Sheich Hasinas, der Premierministerin von Bangladesch.

Bei Verständigung untereinander nutzen Autokraten die gemeinsame Sprache ebenso wie bei Konflikten. In internationalen Beziehungen zanken sie nicht in der im Laufe der Zeit ausgefeilten Sprache der Diplomatie, sondern in grober Weise, die wir beinahe als "Straßenjargon" bezeichnen können. Als die Türkei eine Militäroffensive in Syrien startete, schickte Trump Erdoğan einen kurzen Brief, in dem es hieß: "Spielen Sie nicht den harten Mann. Seien Sie kein Narr!" Der Brief begann mit folgender Drohung: "Ich möchte nicht für die Zerstörung der türkischen Wirtschaft verantwortlich sein – werde das aber tun. Ein kleines Beispiel habe ich Ihnen schon im Fall Pastor Brunson gegeben."

Tatsächlich hatte Trump mit scharfen Sanktionen gedroht, als der US-amerikanische Pastor Andrew Brunson im Jahr 2016 in der Türkei wegen angeblicher Spionage verhaftet wurde. Zunächst erklärte Erdoğan: "Solange ich lebe, bekommt ihr diesen Terroristen nicht zurück." Auf Washingtons Drohung hin, entweder der Pastor käme frei oder die Türkei hätte die Konsequenzen zu tragen, überstellte diese Brunson im Jahr 2018 aber dann doch ganz schnell an die USA.

In ähnlicher Weise ordnete Wladimir Putin im Jahr 2015 unverzüglich Maßnahmen gegen die Türkei an, nachdem diese einen russischen Kampfjet abgeschossen hatte, und lehnte es ab, mit Erdoğan zu telefonieren: "Ich spreche erst wieder mit ihm, wenn er sich entschuldigt." Als Tourismusunternehmen Türkei-Reisen stornierten und die Einfuhr einiger türkischer Exportwaren nach Russland untersagt wurde, entschuldigte Erdoğan sich notgedrungen.

Als derselbe Erdoğan 2017 behauptete, 680 deutsche Unternehmen würden den Terrorismus unterstützen, erließ Berlin eine Reisewarnung für die Türkei und riet Unternehmen von Investitionen dort ab. Daraufhin erklärte Ankara sofort, es habe sich um ein Missverständnis gehandelt, und zog die Liste zurück.

"Erdoğan macht Deutschland historische Ansage"

Betrachtet man den jüngsten Berlin-Besuch Erdoğans aus dieser Perspektive, zeigt sich auf der deutschen Seite ein eklatantes Sprachproblem. Erdoğans Aussagen zu Hamas und Israel vor der Reise würden unvermeidlich eine Krise auslösen. Doch die Bundesregierung hörte nicht auf die Appelle, den Besuch doch zu verschieben. Ganz offensichtlich wollte man den türkischen Präsidenten nicht verärgern. Man glaubte, eine Krise vermeiden zu können, indem man den Besuch auf einen Tag beschränkte, Erdoğan nicht ermöglichte, das Fußballländerspiel Deutschland gegen die Türkei im Berliner Olympiastadion zu verfolgen, und Kundgebungen seiner Anhänger verbot. Damit die Spannungen auf der Pressekonferenz nicht eskalierten, wurde den Journalisten beider Seiten nur eine Frage zugestanden. Die einzige Antwort aber reichte Erdoğan für seine Show aus. Es gelang ihm, die Hamas-Propaganda, die bei Kundgebungen auf Berliner Straßen verboten worden waren, im dortigen Kanzleramt zu verbreiten. Und Erdoğan ergriff die ihm gebotene Chance geschickt, um seine Botschaft seinen Anhängern und der islamischen Welt zu übermitteln. Dass sein in der Türkei errichtetes Repressionsregime mit keinem Wort erwähnt wurde, nutzte er, um sich als Verteidiger der Menschenrechte darzustellen. Noch bevor er zurück in der Türkei war, titelte die dortige, ihm hörige Presse: "Erdoğan macht Deutschland historische Ansage" …

Die türkische Presse stellte nicht die in diplomatischem Ton abgefassten kritischen Sätze des Bundespräsidenten heraus, oder dass Frank-Walter Steinmeier auf dem Händeschüttelfoto nicht lächelte, sondern dass er seinem Gast den roten Teppich ausgerollt hatte. Es wurde geschrieben, Kanzler Olaf Scholz habe keine Antwort auf Erdoğans Kritik gehabt. Bei der Pressekonferenz agierte Erdoğan entspannt, als handelte es sich um ein Heimspiel, obwohl es ja ein Auswärtsspiel war, genau wie das Fußballspiel am nächsten Tag. Erdoğan sprach nicht an sein Gegenüber, sondern an die Tribünen gerichtet, und kehrte, wenn auch ohne greifbare Ergebnisse, mit dem Habitus eines siegreichen Feldherrn heim. Das könnte ausreichen, seine Anhänger glücklich zu machen und die näher rückenden Kommunalwahlen in der Türkei zu gewinnen.

Es sieht danach aus, dass die Autokraten mit ihrem Straßenjargon weiter herrschen werden. Solange die demokratischen Regierungen Europas nicht lernen, mit dieser Sprache umzugehen, die sich in aller Welt rasant ausbreitet und immer mehr Abnehmer findet.

 


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Die Karte der nuklearen Welt

Demokratien weltweit werden von autokratischen Horrorclowns übernommen ...

Die "Interne Suche"

mit den Suchbegriffen

Autokrat | Demokrat | Konsequenz

brachte u.a. folgende Ergebnisse:
 

15. September 2023 - Von einem Beamten an Neonazis verraten

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23. Juli 2023 - Mittel- und Südamerika: Machtelite torpediert freie Wahlen

*

17. Juni 2022 - Die Pressefreiheit stirbt mit Julian Assange​

 


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https://www.ecosia.org/search?q=Autokrat
 

Wikipedia

Autokratie

Als Autokratie oder Selbstherrschaft (altgriechisch αὐτοκράτεια autokráteia ‚Selbstherrschaft‘, von αὐτός autós ‚selbst‘ und κρατεῖν krateín ‚herrschen‘) wird in der Politikwissenschaft eine Herrschaftsform bezeichnet, in der eine Einzelperson oder Personengruppe unkontrolliert politische Macht ausübt und keinen verfassungsmäßigen Beschränkungen unterworfen ist: eine durch den alleinigen Machtträger aus eigener Vollkommenheit selbst legitimierte Herrschaft. In der vergleichenden Regierungslehre wird der Autokratie zumeist die Demokratie als idealtypisches Konzept gegenübergestellt. Für dazwischen liegende Systeme gibt es mehrere Konzepte, bspw. defekte Demokratie und Hybridregime. Dagegen unterscheidet der Staatsrechtler Karl Loewenstein als den der Autokratie entgegengesetzten Idealtypus den Verfassungsstaat, in dem mehrere unabhängige Machtträger an der Ausübung der politischen Macht beteiligt sind und sich wechselseitig kontrollieren. Der Begriff der Diktatur, der lange als Antonym zu Demokratie gebraucht wurde, kommt demgegenüber in den Politikwissenschaften zunehmend außer Gebrauch. Nach Jürgen Hartmann konkurriert der Begriff Autokratie mit Bezeichnungen von gleicher Bedeutung wie Diktatur und autoritäres System (oder autoritäres Regime),  insoweit werden diese Begriffe in der Literatur auch synonym verwendet.

Als Autokraten (altgriechisch αυτοκράτης autokrátes ‚selbst Herrschender‘) bezeichnet man dementsprechend einen Allein- bzw. Selbstherrscher, der in einem bestimmten Gebiet die Herrschaftsgewalt aus eigener Machtvollkommenheit ausübt und in seiner Machtfülle durch nichts und niemanden eingeschränkt ist. Der Ausdruck Autokrat wird umgangssprachlich auch für einen selbstherrlichen Menschen verwendet (ähnlich Despot, Tyrann, Diktator).

Eine Autokratie, in der unfreie Wahlen durchgeführt werden, wird manchmal als Wahlautokratie („elektoraler Autoritarismus“) bezeichnet. Mögliche Beispiele für Wahlautokratien sind Russland unter Wladimir Putin, Ungarn unter Viktor Orbán sowie Benin und die Türkei unter Recep Tayyip Erdoğan.

 


YouTube

Suchwort = Autokrat

https://www.youtube.com/results?search_query=Autokrat
 

extra 3 - 29. April 2022 - 1:53

Abhängig von Autokratien

*

phoenix plus - 13. April 2023 - 29:32

"Erdoğan - Vom Reformer zum Autokraten"
 

Wird in einem neuen Fenster geöffnet! - YouTube - Kanal "Reaktorpleite" Playlist - Radioaktivität weltweit ... - https://www.youtube.com/playlist?list=PLJI6AtdHGth3FZbWsyyMMoIw-mT1Psuc5Playlist - Radioaktivität weltweit ...

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