Newsletter XXI 2022

Der THTR-Rundbrief

20. bis ... Mai

 

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Aktuelles+ Hintergrundwissen

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Auszug aus der PDF-Datei
Nuclear Power Accidents + NAMS + INES

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01. Mai 1968 - (INES 4) - Sellafield, GBR

01. Mai 1962 - (Atomtest) - Beryl - Atomtestgelände In Ekker, DZA

02. Mai 1967 - (INES 4) - Akw Chapelcross, GBR

04. Mai 1986 - (INES 0) - Akw THTR 300, DEU

07. Mai 2007 - (INES erst 1 dann 2 ...) - Akw Philipsburg, DEU

07. Mai 1966 - (INES 3-4) - Melekess - Forschungsinstitut, RUS

11. bis 13. Mai 1998 - 5 Atombombentests - Pokhran, IND

11. Mai 1969 - (INES 5 | NAMS 2,3) - Rocky Flats, USA

12. Mai 1988 - (INES erst 1 dann 2 ...) - Akw Civaux, FRA

13. Mai 1978 - (Keine INES Klass.) - AVR Jülich, DEU

18. Mai 1974 - 1. Atombombentest - Pokhran, IND

21. Mai 1986 - (INES 1-3) - La Hague, FRA

21. Mai 1945 und 21. Mai 1946 - (INES 4) - Los Alamos, USA

22. Mai 1968 - USS Scorpion - sank 640 km südwestlich der Azoren

24. Mai 1958 - (Keine INES Klass.) - NRU Chalk River, CAN

25. Mai 2009 - 2. Atombombentest - Punggye-ri, PRK

26. Mai 1971 - (Keine INES Klass.) - Kurschatow-Institut, Moskau, RUS

27. Mai 1956 - Atombombentests - Eniwetok-Atoll und Bikini-Atoll

28. bis 30. Mai 1998 - 6 Atombombentests - Ras Koh, PAK

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Wir suchen aktuelle Informationen, wer dabei helfen kann, schicke bitte eine Nachricht an: nukleare-welt@reaktorpleite.de

 

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26. Mai

 

Taxonomie | Klimawandel | Brüssel

Showdown in Sachen Atomkraft

Kernenergie soll in der EU als „grüne Energie“ eingestuft werden. Doch der Widerstand im Europaparlament wird immer größer.

Der Politikbetrieb in Brüssel kommt nie zur Ruhe. Selbst wenn über der Stadt eine gewisse Feiertagslähmung liegt, herrscht hinter den Kulissen ein stetes Treiben. Politiker verschicken Stellungnahmen, anstehende Abstimmungen werden vorbereitet und die dafür nötigen Allianzen geschmiedet. Besonders aktiv sind in diesen Tagen die Politiker der Grünen. Der Grund sind die Entscheidungen im Europaparlament über die Frage, ob Atomkraft und Gas in Europa als klimafreundliche Energien eingestuft werden. Für Umweltschützer ist das eine Art Horrorszenario, das sie verhindern wollen.

Europa will klimaneutral werden

Der Hintergrund ist, dass die EU-Kommission unter Präsidentin Ursula beide Energiequellen in die sogenannte Taxonomie aufnehmen will. Auf diese Weise soll die EU bis zum Jahr 2050 klimaneutral werden. Die Aufnahme von Atom und Gas kommt einer Empfehlung an die Finanzmärkte gleich, in solche Anlagen zu investieren. Umweltschützer befürchten, dass dies zulasten des Ausbaus erneuerbarer Energieformen wie Wind und Sonne geht ...

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Frankreich | EDFRenaissance | Russland

Ausfall vieler Kraftwerke Frankreichs Atomstrom-Pläne in Gefahr

Frankreich ist weniger vom russischem Gas abhängig als Deutschland - dank der 56 Atomreaktoren. Weil aber mehr als die Hälfte davon still steht und Russland als Kunde wegbricht, steht Frankreichs Atomindustrie unter Druck.

Eine "Renaissance der Atomenergie" hatte Frankreichs Präsident Emmanuel Macron noch im Februar versprochen. Sechs neue Druckwasser-Reaktoren will er bauen lassen. Mehr Strom, mehr Unabhängigkeit, mehr Innovation - Macron setzt voll auf die Kernkraft-Karte, um Frankreichs Industrie nach vorne zu bringen.

[...]

Statt rund 70 Prozent lieferten Frankreichs Atomkraftwerke im April nur 37 Prozent des Strombedarfs - so wenig wie noch nie! Europas größter Atomstromanbieter Electricité de France schätzt die Mindereinnahmen des Konzerns für das Jahr 2022 derzeit auf 18,5 Milliarden Euro. Schon jetzt ist absehbar, dass im Winter Strom-Engpässe drohen.

[...]

Zu all diesen Problemen kommt jetzt auch noch der Krieg in der Ukraine. Russland war bis dato der wichtigste Kunde der französischen Atom-Branche. Mycle Schneider, der Herausgeber des World Nuclear Industry Status Report, sieht die Posten in den Auftragsbüchern schwinden. International sei Russland "der entscheidende, aggressivste Promoter" des Neubaus von Atomkraftwerken gewesen. Und nun sei plötzlich dieser Engpass entstanden. "In Finnland ist bereits ein Projekt offiziell annulliert worden für ein russisches Atomkraftwerk - und für dieses AKW sollten aus Frankreich Turbinen geliefert werden", sagt Schneider.
Eigentlich plante man im französischen Wirtschaftsministerium sogar, den russischen Konzern Rosatom mit 20 Prozent an dem heimischen Turbinenhersteller in Belfort zu beteiligen. Doch dieser Plan könnte nun auf Eis gelegt werden ...

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„Ich verteidige den Pazifismus – notfalls mit der Waffe in der Hand“

EU-Kommissionspräsident in spe, Martin Sonneborn, im Interview mit Marcel Malachowski über Sanktionen gegen deutsche Oligarch*innen, den selektiven Humanismus der Pseudo-Gutmenschen in Kriegszeiten & das Ende der Linkspartei

Der schärfste politische Konkurrent der Noch-Kommissionspräsidentin der EU, Ursula von der Leyen, und ehemalige TITANIC-Chefredakteur ist Vorsitzender der Partei „DIE PARTEI„, für die er seit 2014 auch im EU-Parlament sitzt und dort u.a. im Ausschuss für Justiz arbeitet. „DIE PARTEI“ gehört mit 57.000 Mitgliedern zu den größeren Parteien in Deutschland und war mit dem Abgeordneten Marco Bülow (Ex-SPD) auch im Bundestag vertreten ...

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26. Mai 1958 - (Keine INES Klassifizerung) - Kurschatow-Institut, Moskau, RUS

Kurtschatow-Institut

(2.7.2.2 - Unfälle in kerntechnischen Anlagen)

Am 26. Mai 1971 ereignete sich an der SF-3-Anlage im Kurtschatow-Institut Moskau bei Versuchen zur Bestimmung der Anzahl von Brennstäben aus hoch angereichertem U-235 zum Erreichen einer kritischen Anordnung durch ein mechanisches Versagen der Versuchsanordnung ein Kritikalitätsunfall, bei dem zwei Experimentatoren Strahlendosen von 60 und 20 Sv erhielten und nach fünf bzw. 15 Tagen starben. Zwei weitere Personen mit Dosen von 7 bis 8 Sv überlebten.

Im Kurtschatow-Institut stehen 27 Forschungsreaktoren, von denen sieben stillgelegt sind und einer vorübergehend abgeschaltet ist. Somit sind noch 19 Reaktoren in Betrieb. (ca. 15 km nordwestlich vom Moskauer Stadtzentrum)

 

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25. Mai

 

NATO | Panzer | Ukraine

Informelle NATO-Absprache Keine Kampfpanzer für die Ukraine?

Nach Informationen aus der SPD gibt es eine NATO-Absprache, keine westlichen Kampf- und Schützenpanzer an die Ukraine zu liefern. So wolle man eine Provokation Moskaus vermeiden. Die Union ist empört: Der Bundestag sei darüber nicht informiert worden.

In der NATO hat man sich laut Informationen aus der SPD informell darauf geeinigt, ohne Absprachen keine westlichen Kampf- und Schützenpanzer an die Ukraine zu liefern. Dies sei kein offizieller NATO-Beschluss und könne es auch nicht sein, weil die NATO als Bündnis gar keine Waffen liefere, sagte der verteidigungspolitische Sprecher der SPD-Fraktion im Bundestag, Wolfgang Hellmich.

Alle Lieferungen an die Ukraine hätten die NATO-Staaten eigenständig getätigt. Trotzdem hätten sich bislang aber alle Partner an die informelle Verabredung gehalten. Über die NATO-Absprachen "wurde der Verteidigungsausschuss Mitte Mai vollumfänglich informiert", erklärte Hellmich ...

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Krieg, Demokratie und Klima

Unsere Zivilisation wird womöglich nicht überleben

Der US-Investor und Philanthrop George Soros schreibt, warum es offene Gesellschaften heute so schwer haben. Und warum Putin und Xi dennoch scheitern werden. Ein Gastbeitrag.

Seit der letzten Jahrestagung des Weltwirtschaftsforums hat sich der Kurs der Geschichte dramatisch verändert. Russland ist in der Ukraine einmarschiert, was die Europäische Union, die gegründet wurde, um eine Rückkehr des Krieges auf den Kontinent zu verhindern, in ihrem Kern erschüttert hat.

Selbst wenn die Kämpfe enden, wird die Situation nie zum Status quo ante zurückkehren. Tatsächlich könnte sich die russische Invasion als Anfang des Dritten Weltkriegs erweisen, und womöglich wird unsere Zivilisation das nicht überleben ...

 

IMHO

Mag sein, muß aber nicht.

Ein guter Grund, mit aller Kraft weiterzumachen ...

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Atommüll | Würgassen

Atommüll-Zwischenlager: Bund verspricht mehr Transparenz

In der Debatte um ein geplantes Atommüll-Logistikzentrum in Würgassen hat das Bundesumweltministerium mehr Transparenz zugesagt. Zwei Staatssekretäre hatten den geplanten Standort am Dienstag besucht.

Ergebnis des Treffens beim länderübergreifenden Standort-Arbeitskreis in Beverungen: Der ganze Prozess soll noch einmal überprüft werden. Die Bundesgesellschaft für Zwischenlagerung (BGZ) plant im Dreiländereck Niedersachsen, Nordrhein-Westfalen (NRW) und Hessen ein Atommüll-Zwischenlager. Kritiker bemängeln fehlende Kommunikation, halten das Auswahlverfahren für intransparent und den vorgesehenen Standort wegen seiner Lage für ungeeignet. Deshalb waren die beiden Staatssekretäre am Dienstag vor Ort und haben sich die Bedenken der Menschen angehört.

"Neuer Umgang, neue Wortwahl"

Der Samtgemeindebürgermeister von Boffzen, Tino Wenkel (parteilos) lobte nach dem Treffen, dass die Sorgen und Nöte gehört worden seien. Auch herrsche jetzt eine neue Wortwahl und ein neuer Umgang miteinander. Das Bundesministerium habe erkannt, dass man einer gesamten Region wie dem Weserbergland nicht einfach ein solches Logistikzentrum für Atommüll aufstülpen könne, sagte Wenkel. Er hofft nun auf das lange geforderte transparente Auswahlverfahren ...

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Fracking | fossil | Klima

Katar liefert Frackinggas aus US-Förderung

Energie- und Klimawochenschau: Von gigantischen Extraprofiten für Öl- und Gaskonzerne, umworbenen Autokraten und brennenden Pinienwäldern

Nun hat die Berliner Ampelkoalition also ihr Geschenkpaket für die Autofahrer geschnürt, der Bundestag es auf den Weg gebracht und auch der Bundesrat seinen Segen dazu gegeben. Ab Anfang Juni wird, wie berichtet, die Energiesteuer auf Kraftstoffe vorübergehend abgesenkt.

Wie viel davon tatsächlich beim Verbraucher ankommt, bleibt abzuwarten. Preiskontrollen, mit denen zumindest Mitnahme-Effekte unterbunden werden könnten, scheut bekanntlich die ganz in neoliberalen Denkmustern verfangene Politik wie der Teufel das Weihwasser ...

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Nordkorea | Atombombentest

25. Mai 2009 - 2. Atombombentest - Punggye-ri, PRK

Nordkoreas zweiter Atombombentest

Unterirdisch, 10-20 Kilotonnen (kT) - Am 25. Mai 2009 wurde der zweite Kernwaffentest in Nordkorea durchgeführt. Nach russischen Angaben besaß der Sprengsatz eine Sprengkraft von 20 Kilotonnen. Zusätzlich zu dem Kernwaffentest wurden mehrere Kurzstreckenraketen abgefeuert.

 

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24. Mai

 

Ukraine-Krieg | Gewinne | fossil

Folgen des Ukraine-Kriegs

Wie sehr Öl- und Gaskonzerne vom Krieg profitieren

Die Unternehmen verdienen prächtig dank der hohen Preise. Das heizt die Debatte über Sondersteuern an. Doch da gibt es ein kleines Problem.

Wer den Krieg in der Ukraine gewinnt, ist offen. Klar ist aber schon, dass die größten wirtschaftlichen Gewinner die Öl- und Gaskonzerne weltweit sein werden. Die Notierungen für die Rohstoffe sind kräftig gestiegen, und das schlägt sich in höheren Gewinnen nieder. Eine neue Studie von Wissenschaftlern des Netzwerks Steuergerechtigkeit, einer Organisation, die für faire Besteuerung kämpft, beziffert die zusätzlichen Profite der Branche in diesem Jahr auf global bis zu 1600 Milliarden Euro. Diese enorme Summe entspricht ungefähr der Wirtschaftsleistung Russlands im vorigen Jahr. Die Untersuchung gab die Fraktion der europäischen Linken im EU-Parlament in Auftrag; sie wird an diesem Mittwoch präsentiert und liegt der Süddeutschen Zeitung vorab vor.

Diese Riesenprofite heizen die Debatte über Übergewinnsteuern an, also Sonderabgaben für Konzerne, die dank des Krieges außergewöhnlich gut verdienen. Vergangene Woche sprach sich das Europaparlament für solche Steuern aus.

[...]

Auf den ersten Blick könnte die Jahrhundertreform der Unternehmensbesteuerung Abhilfe schaffen, auf die sich 137 Länder im Herbst geeinigt haben. Die Vereinbarung gewährt Ländern, wo nur Kunden, aber keine großen Standorte sitzen, mehr Besteuerungsrechte. Doch dummerweise sind Rohstoffkonzerne von dieser Reform ausgenommen.

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Hinkley Point | Großbritannien | EDF

Wieder Atomkraft-Ärger für die EDF, nun in Großbritannien

Neue "schwarze Woche" für den französischen Stromversorger: Explodierende Kosten und weitere Verzögerungen beim EPR-Neubau im britischen Hinkley Point

"Die Debakel häufen sich bei der EDF", hat die französische Zeitung La Tribune angesichts der riesigen Probleme getitelt, mit denen der französische Energiekonzern konfrontiert ist.

[...]

Es wiederholt sich im Südwesten Englands, was man aus Flamanville oder dem finnischen Olkilouto bereits kennt. Die Kosten explodieren, die Fertigstellung verzögert und verzögert sich weiter. In Hinkley Point rechnet auch die EDF, die immer wieder mit viel zu positiven Prognosen auffällt, mit Gesamtkosten von 25 bis 26 Milliarden britischen Pfund (29,5 bis 30,7 Milliarden Euro) ...

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Atomkraft | Umfrage

Umfrage: Atomkraft befürworten 25 Prozent der Menschen in Deutschland

Deutschland soll unabhängiger von Energieimporten aus Russland werden. In einer repräsentativen Umfrage gaben ein Viertel an, Atomkraft käme dafür infrage.

Ein Viertel der erwachsenen Menschen in Deutschland ist dafür, die Atomkraft auszubauen, um Deutschland unabhängiger von Energieimporten zu machen. Das ist ein Ergebnis einer repräsentativen Umfrage unter tausend Erwachsenen in Deutschland im Auftrag der Deutschen Bundesstiftung Umwelt (DBU). 75 Prozent haben Solarenergie angegeben auf die mehrfach beantwortbare Frage, welche Energieträger künftig stärker genutzt werden sollten, 65 Prozent Windenergie und ebenso viele Wasserstoff aus erneuerbaren Energien. Für Erdgas und Kohle haben 6 beziehungsweise 5 Prozent plädiert. 

Die Einstellung zur Atomkraft unterscheidet sich laut der von Forsa angefertigten Umfrage je nach Altersgruppe. Unter den 18- bis 29-Jährigen sehen in der nuklearen Energie 14 Prozent eine Zukunftslösung, unter den 30- bis 44-Jährigen sind es 28 Prozent, unter den 45- bis 59-Jährigen 27 Prozent und unter Menschen im Alter ab 60 Jahre 26 Prozent. Die Zustimmung zur Solar- und zur Windenergie ist in den Altersgruppen hingegen nahezu gleich groß ...

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Atomkraft | Werbung | Atomlobby

„Die Grünen müssen sich entscheiden: Klimaschutz oder Anti-AKW, beides geht nicht“

Interview Veronika Wendland war mal gegen Kernenergie. Nun hat sie ein Buch mit dem Titel „Atomkraft? Ja bitte!“ vorgelegt. Sie ist überzeugt: Die Energiewende schaffen wir nur mit AKWs

Die Zeit nannte sie kürzlich „Seitenwechslerin“: Denn Veronika Wendland war mal gegen Kernkraft – und hat jetzt ein Buch namens Atomkraft? Ja bitte! veröffentlicht. Three Mile Island (1979), Tschernobyl (1986), Fukushima (2011): Nach drei Atomkatastrophen scheint es für viele kaum noch gute Argumente für Nuklearenergie zu geben. Wendland widerspricht und sagt: Die Energiewende klappt nur mit Atomkraftwerken (AKWs) ...

 

IMHO

Warum kennzeichnet der Freitag diesen Beitrag nicht als Werbung?

Sehr von Don T. inspiriert, nichts als unbelegte Behauptungen und Gerüchte, vorgetragen im rechthaberischen Ton der Allwissenden und inhaltlich weder neu noch richtig, schade um die Bäume.

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Atompolitik | Unterweser | PreussenElektra

Die Atompolitik kommt ohne Prozess davon

Im Streit um den Abriss des AKW Unterweser einigen sich die Anti-AKW-Bewegung, Politik und der Atomkonzern auf einen Kompromiss – weil eine Klage unbearbeitet ist

Die Atom­kraft­geg­ne­r*in­nen in der Wesermarsch ziehen ihre seit 2018 laufende Klage gegen die Abrissgenehmigung des abgeschalteten Atommeilers Esenshamm an der Unterweser zurück. Der Grund: Sie haben sich mit dem Betreiberkonzern PreussenElektra und dem niedersächsischen Umweltministerium auf einen Kompromiss geeinigt. Und zwar deshalb, weil auch nach vier Jahren nicht absehbar war, wann das Oberverwaltungsgericht in Lüneburg überhaupt einmal über ihre Klage verhandeln würde. Also hat nun mit Hilfe einer Güterichterin ein Mediationsverfahren stattgefunden. Dem Ergebnis dieser Verhandlungen stimmen der Kläger Paul Bremer und die Bürgerinitiative (BI) „Arbeitskreis Wesermarsch“, die ihn unterstützt, nun zu – damit aber wird die Klage hinfällig ...

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Störfall | Wikipedia

24. Mai 1958 - (Keine INES Klassifizierung) - NRU Chalk River, CAN

Ein Brennstab fing Feuer und verseuchte die Hälfte der Anlage.

Die Macht der Atomlobby.

So wie es damals unerklärlicher Weise keine INES-Einstufung gab, wird bis heute dieser Störfall in der deutschen Wikipedia einfach nicht erwähnt.

 

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23. Mai

 

SIPRI | Frieden

Friedens- und Konfliktforschung

SIPRI: Welt stolpert in Ära neuer Gefahren

Das Friedensforschungsinstitut SIPRI sieht die Welt von komplexen und unvorhersehbaren Sicherheitsrisiken bedroht. Doch nach seinem jüngsten Bericht bereitet sich die Politik auf die "neue Ära" nicht ausreichend vor.

SIPRI zeichnet das große Bild: die Weltlage angesichts zunehmend komplexer und unvorhersehbarer Krisen. Seine Analyse "Umwelt des Friedens: Sicherheit in einer neuen Ära des Risikos" könnte zunächst kaum beunruhigender ausfallen - um dann doch Hoffnung zu machen.

Globale Notlage wegen multipler Krisen

Wir befinden uns demnach "in einer planetarischen Notlage", warnt das Stockholm International Peace Research Institute, das durch seine jährlichen Rüstungsexportberichte bekannt geworden ist. Sich zuspitzende Umweltkrisen und Sicherheitslagen verstärkten sich gegenseitig auf gefährliche Weise. Das Abholzen von Wäldern, das Schmelzen der Gletscher sowie die Verschmutzung der Ozeane durch Plastik gehe einher mit dem Anstieg von Toten in Konflikten, Rüstungsausgaben und hungernden Menschen. Wie durch das Coronavirus ausgelöste Pandemien sorgten für weitere Gefahren ...

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FDP | Bundesländer | Wind

DUH Vorwurf: FDP und mehrere Bundesländer bremsen Windenergie aus

Berlin - Das Bundeswirtschafts- und Klimaschutzministerium (BMWK) beabsichtigt, noch im Mai 2022 ländereigene pauschale Abstandsregelungen für Windenergie zu verbieten. Bislang stellt sich die FDP Bundestagsfraktion bei dieser Regelung allerdings quer.

Aktuell ziehen verschiedene Bundesländer in Betracht, kurzfristig gesetzliche Regelungen mit Mindestabständen zur Wohnbebauung zu verabschieden, bzw. haben bereits Mindestabstände festgeschrieben. Die Deutsche Umwelthilfe (DUH) kritisiert dieses Vorgehen und sieht mit Blick auf die von den Bundesländern angeführte Akzeptanz gegenüber der Windenergie keine Vorteile.

Wissenschaftliche Erhebungen zeigen keine positiven Effekte pauschaler Abstandsvorgaben

Die Deutsche Umwelthilfe kritisiert die Bestrebungen einiger Bundesländer, an pauschalen Mindestabständen bei der Errichtung von Windenergieanlagen festzuhalten. So beschloss in der letzten Woche der Brandenburgische Landtag ein Gesetz, das einen Abstand von 1.000 Metern zu Wohnbebauung festschreibt. In Sachsen und Thüringen gibt es laut DUH ebenfalls Pläne, kurzfristig vergleichbare Regelungen zu verabschieden ...

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Russland | Führer | Putin | Ukraine | Hunger | Afrika

Kriegsverbrechen als Kriegsziel

Putins Drehbuch: Weizenkrise, Hungerkrise, Flüchtlingskrise – in drei Stufen zur Destabilisierung der EU

Wladimir Putin hegt perfide Pläne. Durch die Blockade ukrainischer Häfen will der russische Präsident eine Hungersnot in Afrika herbeiführen - die dann entstehenden Flüchtlingsströme sollen die EU politisch durcheinander bringen. In kleinerem Format hat Putin dieses böse Spiel schon mal getestet: 2015 in Syrien. Eine Analyse von Matthias Koch.

Getreidesilos sind groß, und sie können nicht weglaufen. So ist jetzt auch für mittelmäßige Schützen der russischen Artillerie mal jeder Schuss ein Treffer.
Landauf, landab zerstören Wladimir Putins Truppen derzeit die landwirtschaftliche Infrastruktur der Ukraine - der vielzitierten Kornkammer Europas.
Vorzugsweise werden „grain elevators“ ins Visier genommen, sogenannte Getreideheber, die zum Be- und Entladen von Lastwagen, Zügen oder Schiffen dienen. Die russische Armee findet sie vielerorts auf dem Land, in der Nähe größerer Agrarbetriebe, aber auch an Bahnhöfen und Häfen.

Viele dieser Einrichtungen waren auf dem neuesten Stand der Technik. Im ostukrainischen Rubischne etwa betrieb die Firma Golden Agro eine High-Tech-Anlage zur maschinellen Sortierung von Weizen, mit Express-Analysen, Getreidetrocknern, Separatoren und automatischen Waagen. In diesem Fall investierte die russische Armee in einen besonders aufwändigen Raketenangriff: Vom gesamten Komplex, erst im Jahr 2020 eröffnet, blieben danach nur rauchende Krater.

Russland macht aus Weizenfeldern Minenfelder

Mitunter schießen die Russen aber auch einfach nur Bauernhöfe und Scheunen in Brand und legen Minen in Weizenfelder ...

 

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22. Mai

 

Atommüll | Endlager | Schacht Konrad | Baustopp

400 Menschen protestieren gegen Atommülllagerung

Mit Protest-Sternfahrten zum Schacht Konrad haben 420 Menschen gegen die Lagerung von Atommüll in dem ehemaligen Eisenerzbergwerk demonstriert. Das teilte die Polizei am Sonntag mit - die Organisatoren hatten zuvor von über 500 Demonstranten gesprochen. Die Organisatoren kündigten zudem eine symbolische Umzingelung des früheren Bergwerks in Salzgitter an. "Seit 40 Jahren kämpfen wir gegen die Lagerung von Atommüll in Schacht Konrad", sagte Ludwig Wasmus, Vorstand der Arbeitsgemeinschaft Schacht Konrad, am Sonntag. Vor 20 Jahren sei die Genehmigung erteilt worden. "Trotzdem ist das Endlager immer noch nicht in Betrieb und wir werden verhindern, dass es jemals in Betrieb geht."

Für das ehemalige Eisenerzbergwerk Schacht Konrad liegt seit 2002 die Genehmigung für Errichtung und Betrieb eines Endlagers vor. Nach dem Umbau sollen bis zu 303 000 Kubikmeter schwach- und mittelradioaktive Abfälle dort eingelagert werden. Kritiker fordern aber seit langem einen sofortigen Baustopp ...

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Norwegen | Flüssiggas | CO2

Tanker warten seit Tagen auf Beladung

Norwegen liefert wieder Flüssiggas

Europas zweitgrößte Produktions­anlage geht nach 20 Monaten Stillstand wieder in Betrieb.

Nach einer mehr als 20 Monate langen Pause soll in der Gasverflüssigungsanlage auf der Melkøya beim nordnorwegischen Hammerfest ab Montag wieder Flüssiggas produziert werden. Die federführend vom norwegischen Öl- und Gaskonzern Equinor betriebene Anlage musste nach einem verheerendem Brand im September 2020 stillgelegt werden. Wegen umfassender Reparaturarbeiten verzögerte sich die für zuletzt März 2022 vorgesehene Inbetriebnahme immer wieder.

Die LNG-Produktionsanlage auf der Melkøya (Milchinsel) ist die nach der im russischen ­Jamal derzeit größte derartige Anlage Europas. Sie hat eine Kapazität von jährlich rund 6 Milliarden Kubikmeter. Vom Gasfeld „Snøhvit“ (Schneewittchen) in der Barentssee wird über eine 140 Kilometer lange Unterwasserpipeline das Gas angeliefert und auf minus 162 Grad Celsius heruntergekühlt, um so in flüssiger Form mit LNG-Tankern in alle Welt verschifft zu werden. Das Projekt war von jahrelangen Protesten von UmweltschützerInnen begleitet worden. Die LNG-Anlage ist eine der größten einzelnen CO2-Emissionsquellen des Landes. Sie wird als Klimakiller kritisiert: Seit ihrer Inbetriebnahme hat sie rund 10 Millionen Tonnen CO2 in die Atmosphäre geschickt ...

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Assange | Medien | Imperium

Julian Assange: Ladehemmungen im Journalismus

Renommierte Medien haben von Wikileaks profitiert. Ihr Einsatz für die Freilassung des bekanntesten Gründers der Plattform bleibt aber verhalten

Das Imperium ist nachtragend und rachsüchtig, die Logik des Machterhalts verlangt es, gelegentlich ein Exempel zu statuieren. In diesem Fall trifft es den bekanntesten unter den Gründern der Internet-Plattform Wikileaks, Julian Assange. Der 51-Jährige befindet sich seit nunmehr zehn Jahren in Haft oder haftähnlichen Umständen ...

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Solar | Landwirt | Biodivers

Solarstrom und Landwirtschaft

Beeren unter Strom

Mit Agri-Photovoltaik lässt sich nicht nur Ökostrom erzeugen, sondern auch etwas für die Biodiversität tun. Unter Forschern gilt sie als große Chance, dennoch kommt sie in Deutschland noch immer nicht über Test- und Pilotprojekte hinaus.

Bei Beeren sind die Erträge super, vergleichbar mit denen im Freiland, lobt Fabian Karthaus. Der Landwirt betreibt im ostwestfälischen Büren zwei Photovoltaik-Anlagen, die – einem Gewächshausdach ähnlich – jeweils einen halben Hektar überdecken. Darunter wachsen Himbeeren, Heidelbeeren und Brombeeren.

[...]

Das große Potenzial rührt daher, dass Landwirtschaft und Solarstrom sich mannigfach kombinieren lassen. ISE-Forscherin Heimsath kann mindestens acht verschiedene Varianten auflisten, darunter aufgeständerte Anlagen, die den Acker in gewisser Weise überdachen, oder bodennahe Systeme, bei denen vor allem die Zwischenräume landwirtschaftlich genutzt werden. Denkbar sind auch vertikale Anlagen, die am Rand der Äcker, Wiesen oder Moore stehen ...

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China | Führer | Xi Jinping

Na bravo, China!?

Xi Jinping riskiert die Zukunft Chinas. Seine Seidenstraße mündet in einer Sackgasse. Seine Verachtung für die USA bremst das Wachstum. Seine Coronapolitik treibt europäische Unternehmen aus dem Land.

Niemand weiß allzeit besser, was das Beste für China ist, als: Präsident Xi Jinping. Als im März vor vier Jahren 2956 von 2958 sogenannten Abgeordneten des Nationalen Volkskongresses Präsident Xi ergebenst baten, er möge ihnen die Gunst erweisen, bis an sein Lebensende Staat, Nation und Volk zu führen, nahm Präsident Xi das Ansinnen mimisch ungerührt, mit gleichsam kaiserlicher Huld auf. Einerseits. Andererseits verbeugte er sich gestisch vor einem klassischen Stilmittel des Kaderkommunismus: Xi gewährte den Sendboten aus der Provinz die Gnade seines Gunsterweises, indem er ihrem Applaus applaudierte – mithin die Emissäre und sich selbst, mit Beifall bedenkend, für die Weisheit ihrer Bitte um Führung belobigte.

Das ist Vulgärrousseau und Neoludwig XIV. im Quadrat, plus je eine Prise Platon und Hegel: Man will der Welt signalisieren, dass der absolut gesetzte Gemeinwille regiert in Peking, der von allen ausgeht und auf das Wohl aller zielt, sonnenköniglich repräsentiert durch Xi den Großen, der kraft philosophenköniglicher Reife paradoxerweise an der Spitze dieses egalitären chinesischen Idealstaates steht - eines Staates, in dem Führer und Volk ununterscheidbar sind als vernunftvertraglich miteinander verschweißte Applausgemeinschaft, die in Dauerschleife sich selbst gratuliert: „Volonté générale“ meets „L’État c’est moi“ - weil „Freiheit ist die Einsicht in die Notwendigkeit“, dass Xi als eine Art waltender Weltgeist allgemein gewollte Zwecke verwirklicht…

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22. Mai 1968 - USS Scorpion - sank 640 km südwestlich der Azoren

Wikipedia

USS Scorpion (SSN-589)

Die USS Scorpion (Kennung: SSN-589) war ein Atom-U-Boot der Skipjack-Klasse der United States Navy. Sie wurde 1960 in Dienst gestellt und sank 1968 als zweites nuklear getriebenes Unterseeboot der amerikanischen Marine im Nordatlantik unter noch immer nicht vollständig aufgeklärten Umständen. Es wird angenommen, dass ein Torpedo innerhalb des U-Bootes detonierte. Dabei verloren 99 Seeleute ihr Leben. Das Wrack wurde erst fünf Monate später in 3300 Metern Tiefe gefunden.

[...]

Das Wrack der Scorpion ist für die Gegend sehr gefährlich, da sich neben dem Reaktor auch zwei Mark-45-ASTOR-Torpedos mit nuklearem Sprengkopf an Bord befunden haben. Die US-Marine untersucht Wasser- und Sedimentproben sowie Fische aus der Gegend regelmäßig auf Kontamination durch Plutonium. Die Ergebnisse wiesen laut den Marineberichten bisher auf keinerlei Verstrahlung oder anderweitige Verschmutzung hin. Dies zeige, dass der Reaktor noch dicht sei.

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11. April 1968 - K-129, sank 2900 km nordwestlich von Hawaii

Wikipedia

K-129

Das K-129 (sowjetische Bezeichnung: PL-574) war ein sowjetisches U-Boot des Projekts 629 (Golf-Klasse). Es war ein dieselelektrisch getriebenes Raketen-U-Boot. Nach seinem Sinken 1968 wurde es 1974 von der United States Navy im Azorian-Projekt teilweise gehoben.

[...]

Die Regierung der UdSSR sprach nach dem Vorfall davon, dass das K-129 von U-Booten der US-Marine versenkt worden sei. Anhänger dieser Theorie sprechen davon, dass die USS Scorpion (SSN-589) zwei Monate später aus Rache ebenfalls versenkt worden sein könnte.

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Azorian-Projekt

Im Azorian-Projekt (auch bekannt als Teil des Jennifer-Projekts) versuchte die Central Intelligence Agency (CIA) unter strikter Geheimhaltung das gesunkene sowjetische U-Boot K-129 (sowjetische Bezeichnung: PL-574) vom Meeresgrund zu bergen. Bereits kurz nach dem Untergang 1968 begann die CIA mit ersten Planungen, der Bergungsversuch fand 1974 statt ...

 

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21. Mai

 

CO2 | Raumfahrt | Atmosphäre

Thermische Stickoxide & CO2

So stark belasten Raketenstarts die Erdatmosphäre

  • Im aktuellen Jahr erreichen Raketenstarts ein neues Rekordhoch
  • Die thermischen Stickoxide und das Kohlendioxid der Raketen belastet die Erdatmosphäre
  • Das zunehmende Problem der Luftverschmutzung muss demnach besonders bei kommerziellen Raumflügen stärker berücktsichtigt werden

Im aktuellen Jahr erreichen Raketenstarts ein neues Rekordhoch. Eine Studie zeigt nun die Auswirkungen auf die Erdatmosphäre

Nikosia (Zypern). Die Anzahl der Raketenstarts wird aufgrund von geplanten Raumfahrtprojekten der U.S.A., Russland, China und der Europäischen Union (EU) sowie von privaten Unternehmen stark zunehmen. Allein das Raumfahrtunternehmen SpaceX von Elon Musks plant im laufenden Jahr noch mehr als 50 Raketenstarts, um die Internationale Raumstation (ISS) zu versorgen und weitere Satelliten für Starlink in den Orbit zu bringen ...

 

IMHO - Freiheit

Letzte Woche habe ich diese Studie bereits vorgestellt, und es widerstrebt mir, fast denselben Artikel zweimal zu verwenden. Diesmal halte ich es jedoch für geboten, denn es geht ja um unsere Freiheit. Der Ex-Nato-Generalsekretär Anders Fogh Rasmussen hat es vor zwei Tagen noch einmal deutlich gesagt:

"Freiheit ist wichtiger als Frieden"

Er sprach natürlich von der Freiheit derjenigen, die sie sich leisten und nehmen können. Freiheit für Taschenfüller, große Staatsmänner und Horrorclowns. Alle anderen haben die Freiheit, ins Gras zu beißen, nicht die Freiheit, in Frieden zu leben ...

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Europa | DürreKlimawandelWasser  | Waldbrand

Wieder ein Dürrejahr?

Die Trockenheitsperiode von 2018 bis 2020 war die heftigste in Europa seit mindestens 250 Jahren, zeigt eine neue Studie. Die Erderwärmung wird die Dürren künftig noch verlängern. Bei einem ungebremsten Klimawandel könnten sie dann sogar 16 Jahre dauern.

Droht schon wieder ein Dürrejahr? In Teilen Deutschlands, vom allem im Nordosten, sieht es kritisch aus. Das trockene Frühjahr erinnert dort an die Extremjahre 2018 bis 2020.

Landwirte in Schleswig-Holstein und Mecklenburg-Vorpommern befürchten Ernteeinbrüche. Im Harz gab es jetzt schon den dritten Waldbrand in wenigen Wochen, und vielerorts sinken die Grundwasserspiegel.

Kommt nun wieder ein Trockenjahr mit verdorrten Wiesen und Äckern, abgestorbenen Wäldern, ausgetrockneten Bächen und zurückgefahrenen Kraftwerken?

[...]

Wie einschneidend die Periode 2018 bis 2020 war, zeigt nun eine neue UFZ-Studie. Danach war dieses Dürreereignis das heftigste in Europa seit Mitte des 18. Jahrhunderts – mindestens. Seitdem habe sich keine Dürre so großflächig über Europa ausgebreitet, und kein Temperaturanstieg während einer Dürreperiode sei so groß ausgefallen, so die Wissenschaftler.

"Die Dürreperiode 2018 bis 2020 ist die neue Benchmark für Dürren in Europa" ...

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Frankreich | EDFBlackout | Strompreis

Die perfekte Ausgangslage für einen Atom-Blackout in Frankreich

Zu den sich ausweitenden Korrosionsproblemen kommt schon im Mai die erwartete Knappheit von Kühlwasser hinzu, was zeigt, dass sich Klimawandel und Atomkraft nicht vertragen

Die Lage im Atomstaat Frankreich spitzt sich dramatischer zu. Was als "Katastrophe in der Stromversorgung" erwartet wurde, nimmt nun immer deutlichere Konturen an. Ohnehin hatte niemand, der oder die sich einigermaßen ernsthaft mit der Lage im Atomstromland beschäftigt hatte, dem staatlichen Energiekonzern EDF die sehr positiven Prognosen für die Stromerzeugung – trotz des altersschwachen Atomparks – für das laufende Jahr abgenommen.

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Das kommt Frankreich angesichts extremer Energiepreise teuer zu stehen. Die EDF musste deshalb nun eine Gewinnwarnung herausgeben und die Preise für die französischen Stromkontrakte stiegen für das vierte Quartal um bis zu 8,6 Prozent, nachdem das Produktionsziel gesenkt werden musste. Bloomberg stellt zum angeblich so billigen und sicheren Atomstrom fest:

Die französischen Preise sind die teuersten in Europa, die Verträge für diesen Zeitraum sind fast doppelt so hoch wie in Deutschland.

Tatsächlich wird nun mehr Beobachtern klar, dass sich die Atomprobleme im Atomstaat immer stärker aufhäufen und die strahlenden Probleme für das hochverschuldete Land sehr teurer werden ...

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Brasilien | Uranabbau | Yellow Cake | Landwirtschaft

Uran-Abbau Brasiliens riskante Pläne

Im Zuge des Ukraine-Kriegs genehmigt Brasiliens Regierung den massiven Abbau von Uran. Was für Präsident Bolsonaro strategische Bedeutung hat, bedroht die Existenz familiärer Kleinbauern.

Wenn Joselene Sena und Antonio da Silva in Richtung der steilen grünen Berge schauen, die sich hinter ihrem Heimatort Lagoa do Mato erheben, wird ihnen klamm ums Herz. Denn bald schon soll dort eine gigantische Uran-Mine entstehen. Brasiliens Umweltbehörde hat dafür vor wenigen Wochen grünes Licht gegeben.

"Alle Menschen dieser Region werden darunter leiden, sollte es bei dieser Uranmine ein Leck oder einen Unfall geben", befürchtet Joselene. "Denn dann sind unsere Wasserquellen radioaktiv verseucht."

Vorkommen in den 1970ern entdeckt

Seit er denken kann, arbeitet Antonio als Kleinbauer. Joselene ist Leiterin der lokalen Kooperative von mehr als 200 bäuerlichen Familienbetrieben, die seit Generationen Fruchtsäfte produziert: Ananas, Bananen, Guaven und Caja.

Unter Joselenes Führung ist die Kooperative in den vergangenen Jahren gewachsen. Sie beliefert mittlerweile die lokale Stadtverwaltung und Schulen mit ihren Saftkonzentraten aus Früchten, die sie in der malerischen Region ökologisch anbauen. Der Jahresumsatz sei zuletzt auf 380.000 Euro gestiegen.

Ihr Erfolgsprojekt ist nun in Gefahr, glaubt Joselene. Denn in Sichtweite von Antonios Bio-Plantagen und dem Sitz von Joselenes Kooperative schlummern die größten Uranvorkommen Brasiliens. Entdeckt wurden sie schon in den 1970er Jahren. Seitdem hat das staatliche Unternehmen Indústrias Nucleares do Brasil, kurz INB, mehrere Anträge eingereicht, um das Uran des Minenprojekts namens Santa Quiteria in Form von "Yellow Cake" abzubauen ...

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21. Mai 1986 - (INES 1-3) - La Hague, FRA

AtomkraftwerkePlag

La Hague - Weltweit größte Wiederaufarbeitungsanlage - X Störfälle

Die Wiederaufarbeitungsanlage La Hague liegt in der Region Manche am Ärmelkanal im nordwestlichen Frankreich, 25 km westlich der Stadt Cherbourg. Nach Aussage des Eigentümers AREVA (seit 2018 Orano) ist sie die führende industrielle Anlage zur Wiederaufarbeitung benutzter Brennelemente weltweit ...

Mit dem Bau von La Hague war 1961 begonnen worden, nachdem die französische Atomkommission CEA sich zum Betrieb einer Wiederaufarbeitungsanlage mit dem Namen UP2 für UNGG-Reaktoren entschlossen hatte. 1966 wurde La Hague eröffnet, und 1967 nahm die UP2 den kommerziellen Betrieb auf ...

Seit Inbetriebnahme ist es immer wieder zu Zwischenfällen in La Hague gekommen.

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21. Mai 1945 und 21. Mai 1946 - (INES 4) - Los Alamos, USA

Wikipedia

LANL Los Alamos - Demon Core

(dt. „Dämonenkern“) ist der Spitzname eines 89 mm großen, 6,2 kg schweren Plutonium-Kerns, der bei zwei Unfällen im Los Alamos National Laboratory einen überkritischen Zustand erreichte. Bei beiden Unfällen verstarben die auslösenden Wissenschaftler an den Folgen ...

 

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20. Mai

 

Fakt | Selenskyj | Offshore

Faktencheck

Ja, Wolodymyr Selenskyj war in Geschäfte mit Offshore-Firmen verwickelt

Auf Facebook kursiert die Behauptung, der ukrainische Präsident Selenskyj sei in ein Netz von Offshore-Firmen verwickelt gewesen. Das ist richtig, allerdings enthält der Beitrag einige Ungenauigkeiten.

Bewertung

Größtenteils richtig. Durch journalistische Recherchen wurde bekannt, dass Wolodymyr Selenskyj und Mitarbeiter seiner Produktionsfirma ab 2012 ein Geflecht von Offshore-Firmen gegründet haben. Anteile an einer Offshore-Firma ließ er vor seiner Wahl auf einen Vertrauten umschreiben. Dafür, dass seine Produktionsfirma 41 Millionen Dollar bekam, gibt es Hinweise, aber keine Belege. Dass Selenskyj weiterhin Zahlungen erhält, geht aus dem Artikel nicht hervor ...

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Radon | Uran | Strahlenschutz

Radon, die unsichtbare Gesundheitsgefahr

Es ist farb-, geruchs- und geschmacklos und damit für die menschlichen Sinne nicht wahrnehmbar. Dennoch ist es da: Radon. Das radioaktive Gas, das im Boden und in Gesteinen vorkommt, ist für den Menschen eine potenzielle Gesundheitsgefahr. Doch wo kommt Radon vor? Welche Auswirkungen kann es auf den menschlichen Körper haben und wie kann man sich davor schützen?

Darüber informierten unter dem Titel "Krebsrisiko Radon - Schutz vor Radon ist Gesundheitsschutz" nun Experten des Umweltministeriums Baden-Württemberg und der Landesanstalt für Umwelt Baden-Württemberg (LUBW) beim dritten Infoforum über nukleare Sicherheit und Strahlenschutz.

"Radon gelangt als Abbauprodukt von Uran durch die geologischen Erdschichten an die Oberfläche", erklärt Dr. Andre Baumann, Staatssekretär beim Umweltministerium Baden-Württemberg. Als natürliche Quelle trage Radon zu einem Viertel zur durchschnittlichen Strahlenbelastung bei. "Zu einem weiteren Viertel sind wir anderen natürlichen Strahlenquellen ausgesetzt, hinzu kommt zur Hälfte die zivilisatorische Strahlenbelastung durch Medizin und Technik", so Baumann ...

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Standort | Atommüll | Endlager | Sicherheit

Langzeitfolgen der Atomkraft

Potenzielle Standorte für Atommüll-Endlager sollen weiter eingegrenzt werden

Berlin Beim Forum Endlagersuche soll an diesem Freitag und Samstag diskutiert werden, wie sich potenzielle Gebiete für den Standort weiter eingrenzen lassen. Bis die Suche abgeschlossen ist, werden noch viele Jahre vergehen. Denn die Frage nach einer dauerhaften Deponie für hochradioaktiven Müll ist heftig umstritten.

Die Suche nach einem dauerhaften Endlager für hochradioaktiven Müll in Deutschland geht in die nächste Runde. Beim Forum Endlagersuche, das an diesem Freitag und Samstag in Mainz stattfindet, soll diskutiert werden, wie sich potenzielle Gebiete für den Endlager-Standort weiter eingrenzen lassen. Im bisherigen Verfahren wurden 90 Teilgebiete eingegrenzt, die nach geologischen Kriterien grundsätzlich für ein Atomendlager in Frage kommen – das entspricht mehr als der Hälfte des gesamten Bundesgebiets. Nun soll es darum gehen, wie aus diesen Gebieten wenige Regionen für eine übertägige Erkundung herausgefiltert werden können. Das Verfahren umfasst mehrere Phasen, in denen die Beteiligung der Öffentlichkeit und Transparenz groß geschrieben werden sollen.

Bis die Suche abgeschlossen ist, werden noch Jahre vergehen. Gemäß Standortauswahlgesetz soll bis 2031 ein Standort gefunden sein. Demnach soll der Standort die „bestmögliche Sicherheit“ für den dauerhaften Schutz von Mensch und Umwelt „für einen Zeitraum von einer Million Jahren“ gewährleisten ...

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Frankreich | EDFReaktorpanne | Strompreis

Ausfall französischer Kernkraftwerke jagt Strompreise hinauf

In Frankreich steht gut die Hälfte der 56 Reaktoren still, wohl für längere Zeit. Das sorgt für zusätzlichen Auftrieb beim Strompreis, auch in Österreich

Frankreich ist stolz auf den zweitgrößten AKW-Bestand nach den USA. Bloß funktioniert er nur noch halbwegs. 29 von 56 Reaktoren stehen derzeit still, wie der Stromkonzern Electricité de France (EDF) auf Anfrage bestätigt.

Für 61,4 Gigawatt konzipiert, liefern die Kernkraftwerke insgesamt weniger als 30 Gigawatt (GW). So wenig Strom haben französische Meiler noch nie produziert, seitdem sie Ende des 20. Jahrhunderts ihren heutigen Bestand erreicht hatten. Zum Vergleich: Österreich benötigt rund acht GW pro Jahr.

Der Ausfall von AKWs und die Mitteilung von EDF, dass im Winter ebenfalls weniger AKWs als üblich am Netz sein werden, haben zu einem zusätzlichen Preisauftrieb geführt. Die Notierungen für die 2023 gehandelten Strommengen (Forward) sind in Richtung 500 Euro je Megawattstunde (MWh) marschiert – ein Allzeithoch. Auch die Forward-Preise für das Marktgebiet, zu dem unter anderem Österreich gehört, sind kräftig nach oben gegangen – plus 16 Prozent auf 232 Euro je MWh. Das ist hoch, aber halb so hoch wie in Frankreich ...

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Erdbeben | Slowenien | WWER | Krsko

AKW Krško: Ball jetzt bei der Bundesregierung

Unabhängige Erdbebenrisiko-Prüfung von GLOBAL 2000-Petition und Fachstellungnahme des Umweltbundesamts gefordert

Graz (OTS) - Das slowenische Atomkraftwerk Krško ist das einzige AKW in Europa in einer hochaktiven „roten“ Erdbebenzone. Derzeit läuft eine Umweltverträglichkeitsprüfung (UVP) für die geplante Verlängerung des 40 Jahre alten Reaktors um zwei weitere Jahrzehnte. Bei der gestrigen öffentlichen Anhörung mit dem Atomkonzern in Graz wurden trotz aktueller Forschungsergebnisse nur bis zu 18 Jahre alte Daten vorgelegt. Mit diesen alten Daten untermauert der Atomkonzern die Behauptung, dass das Erdbeben-Risiko des Reaktors beherrschbar sei, selbst im Falle eines Super-GAUs. Als wirklich neue Erkenntnis der Anhörung kam heraus, dass gerade eine neue Erdbebenwahrscheinlichkeits-Analyse erstellt wird, die jedoch erst Ende des Jahres fertig sein soll – die Ergebnisse stehen für Betreiber und Regierungsvertreter aber schon vorab fest: „Wir erwarten keine wesentlichen Unterschiede“.

„Dieses Vorgehen ist unseriös: Wir wünschen uns wissenschaftsbasierte, seriöse Ergebnisse, bevor über eine Laufzeitverlängerung des Uralt-Reaktors im Erdbebengebiet überhaupt entschieden werden kann. Der Ball liegt nun bei der österreichischen Bundesregierung: Bundeskanzler Nehammer und Energieministerin Gewessler müssen jetzt eine wirklich unabhängige Erdbebenrisiko-Prüfung durch internationale Experten und Expert:innen durchsetzen ...

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Europa | Russland | Ursula von der Leyen

In Europas Wirtschaftskrieg gegen Russland bröckelt die Einheit

Sanktionen So massiv wie Russland wurde noch kein anderes Land von der EU abgestraft. Die erhoffte Wirkung bleibt aus. Stattdessen gibt es nun erbitterten internen Streit über ein Öl-Embargo und den EU-Beitritt der Ukraine

Alle gegen Russland, alles für die Ukraine: So lautet seit Beginn des Krieges der inoffizielle Schlachtruf der Europäischen Union in Brüssel. Die EU-Kommission, der Ministerrat und das Europaparlament setzen alle verfügbaren Waffen ein, um der Ukraine zu helfen und Russland zu schwächen. Besonders kämpferisch gibt sich Kommissionspräsidentin Ursula von der Leyen (CDU). Die ehemalige deutsche Verteidigungsministerin fordert nicht nur den „Sieg“ der Ukraine und einen schnellen EU-Beitritt. Sie streitet auch dafür, dass Kremlchef Wladimir Putin einen hohen Preis für den Krieg bezahlt. Man werde Putin an seiner schwächsten Stelle treffen, der Wirtschaft, verkündete von der Leyen schon im Dezember 2021. Da hatte die russische Invasion zwar noch gar nicht begonnen. Doch schon damals bereitete die deutsche EU-Chefin, gemeinsam mit US-Präsident Joe Biden, einen massiven Wirtschaftskrieg gegen Russland vor ...

 

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Aktuelles+ 20. Mai

 

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Russland | Ukraine | NATO

Politik der gespaltenen Zunge: Sie reden vom Frieden, aber wollen den Krieg

Warum bewegen „die Guten“ die Ukraine nicht zur Aufgabe? Die Beantwortung dieser Frage führt in einen politischen und moralischen Abgrund.

Stellen wir uns Folgendes vor: Am 24. Februar dieses Jahres marschiert Russland in die Ukraine. Der ukrainische Präsident erteilt den Befehl, dass von seiner Armee nicht ein Schuss abgefeuert wird. Er teilt in einer Fernsehansprache den Ukrainern mit, dass er trotz des schweren Völkerrechtsbruchs Russlands eine friedliche Lösung für sein Land möchte und im Sinne des Friedens bereit ist, mit Putin zu verhandeln.

Was wäre dann passiert? Wie würde die Ukraine heute aussehen? Hätten die russischen Soldaten das Feuer aus ihren Gewehren und Panzern gegen die Ukrainer eröffnet? Hätten russischen Soldaten vor den Augen der Weltöffentlichkeit auf ein friedliches Volk geschossen, dass sich nicht einmal verteidigt, wenn eine Invasion im eigenen Land stattfindet? Die Realität sähe vermutlich wie folgt aus: Den Ukrainern wären die Sympathien der gesamten Welt sicher gewesen. Die russische Armee wäre zunächst perplex gewesen. Sie ist gekommen, um zu kämpfen, aber kein Ukrainer ist bereit, sich auf diesen Kampf einzulassen. Teile der ukrainischen Machtelite, die eine Kooperation mit Russland verweigert hätten, wäre es an den Kragen gegangen. Vermutlich hätte es trotz der Friedfertigkeit der Ukrainer, alleine schon aufgrund der Eigendynamik eines solchen Einmarsches, auch Übergriffe und Verbrechen gegeben. Von den massiven Auswirkungen eines Krieges, wie sie nun heute jeden Tag in den Nachtrichten zu hören sind, wäre die Ukraine verschont geblieben.

Die Auswirkungen für die Ukraine würden sich hauptsächlich auf der politischen Ebene bewegen. Die Ukraine würde zu einer Art Satellitenstaat Russlands.

Eine große Anzahl von Politikern, Medienvertretern und anderen Akteuren wird diese Ausführungen als „ungeheuerlich“ betrachten. Sie werden einwenden, dass es das Recht der Ukraine sei, sich zu verteidigen. Wenn hier einer Recht gebrochen habe und die Waffen niederlegen solle, dann sei das Russland.

An dieser Stelle gilt es innezuhalten.

So wie sich wohl die meisten Kreaturen auf diesem Planeten bei einem Angriff verteidigen, so wie jeder Mensch das Recht hat, sich zu verteidigen, wenn er angegriffen wird, so hat auch die Ukraine das Recht auf ihrer Seite. Aber: Es gibt einen Unterschied zwischen Recht haben und auf seinem Recht bestehen. Wer in seinem eigenen Haus überfallen wird, hat alles Recht der Welt sich zu verteidigen. Zielen dabei 10 bewaffnete Männer auf den Hausbesitzer und seine Familie und stellen ihn vor die Wahl: Haus verlassen oder Tod!, dann wäre eine Verteidigung, ein Bestehen auf sein Recht, auch im Hinblick auf die eigene Familie, nicht heldenhaft und bewundernswert, sondern dumm.

In einem Krieg muss berücksichtigt werden: Wer will Frieden? Und wer will Frieden nur zu bestimmten Bedingungen? Wer Frieden an Bedingungen knüpft, wird lange im Krieg sein.

Das Recht der Ukrainer sich zu verteidigen, sei ihnen unbenommen. Ein Anrecht, sie in ihrem Kampf und damit auch an der Verlängerung des Krieges, an Mord und an einem unsäglichen Leid auf beiden Seiten zu unterstützen, haben sie nicht. Wenn „die“ Ukrainer diesen Kampf führen wollen, dann ist es ihr Kampf – 5 Millionen Geflüchtete und ein Ausreiseverbot für Männer im „wehrfähigen“ Alter zwischen 18 und 60 lassen Zweifel aufkommen. Es kann und darf nicht der Kampf „des Westens“ und schon gar nicht der Kampf Deutschlands sein.

Wenn einige Ukrainer, vom Kampfgeist „beseelt“, für „Ehre“, „Volk“, „Freiheit“ und was auch immer bis zum letzten Blutstropfen kämpfen wollen, dann müssen sie den Preis für dieses Entscheidung zahlen. Sie können nicht erwarten, dass andere diesen Preis mitzahlen. Doch genau das ist bei einer weiteren Konfrontation zwischen der NATO und Russland in zunehmenden Maß der Fall. Hinzu kommt: Was ist eigentlich von Opfern zu halten, die die Welt mit in einen großen Krieg ziehen? Wobei, um präzise zu formulieren: Das ist gewiss nicht die Absicht „der“ Ukrainer. Es ist die politische Führungselite des Landes, die unverantwortlich handelt. Über 50.000 Treffer spuckt eine Google-News-Suche bei dem Begriff „dritter Weltkrieg“ derzeit aus. Das sollte zum Nachdenken anregen.

Wer im Hinblick auf eine militärische Hilfe der Ukraine mit einer „moralischen Verpflichtung“ argumentiert, handelt im besten Falle naiv und unwissend. Im schlimmsten Falle steckt eine perfide Absicht dahinter. Naiv und unwissend ist es, wenn nicht erkannt wird, was eine militärische Unterstützung, was Waffenlieferungen zur Verteidigung eigentlich konkret bedeuten. Nämlich: Mit den „guten“ Gewehren von „uns“ werden junge ukrainische Soldaten in die Lage versetzt, auf den Kopf von jungen russischen Soldaten zu schießen. Unsere Waffen zur Verteidigung, führen dazu, dass russische Soldaten, die auch Menschen sind, zerfetzt und bei lebendigem Leibe in ihren Panzern verbrennen. Ob diese Soldaten gekommen sind, um zu morden, oder ob sie sich vor Angst in die Hosen machen, weil sie auf diesen Krieg so wenig Lust haben, wie so manche ukrainische Soldaten, wissen weder diejenigen, die die Waffen liefern, noch diejenigen, die sie gebrauchen. Das ist nur ein Beispiel.

Viele, die für Waffenlieferungen an die Ukraine sind, können oder wollen sich nicht vorstellen, was der moralisch so schön klingende, aber eben auch sehr abstrakte Begriff „Verteidigung“ in dieser Kriegssituation bedeutet. In der heimeligen Atmosphäre des Home Office lässt sich das Grauen, das von „Verteidigungswaffen“ ausgeht, gut übersehen. Die ultimative Waffenstärke mag am Ende über das entscheiden, was manche dann in völliger Verkennung und Beschönigung der Realität wagen, als „Sieg“ zu bezeichnen.

Aber bis es soweit ist, werden diese Waffen ein Blutbad anrichten. Wer diesen Weg wirklich beschreiten will, der möge selbst an die Front gehen; er möge die Waffe in die Hand nehmen, auf die jungen Männer in Uniform, die er als Feinde betrachten, anlegen, zielen, abdrücken. Und dann möge er echten Mut beweisen. Dann möge er nach Hause zu den Eltern und Familien der Ermordeten gehen, ihnen ins Gesicht blicken und sagen: „Ich habe Ihrem Sohn das Leben genommen, weil er meiner Ansicht nach nicht mehr verdient hat zu leben.“

Vorsicht vor einem falschen Gerechtigkeitssinn! Es geht hier nicht um ein Mütterchen, das auf der Straße angegriffen wird und dem es gilt, zur Hilfe zu eilen. Es geht um einen Krieg. Dieser Krieg hat komplexe politische Ursachen. Wer „helfen“ will, muss sowohl die Dynamik und die Auswirkungen eines Krieges als auch seine Ursachen verstehen. Ziel echter Hilfe, die die die Menschen in der Ukraine dringend benötigen, kann nur sein, dass das Morden, das gegenseitige sich Abknallen, Angriff und Verteidigung, Verteidigung und Angriff, so schnell es überhaupt nur geht, aufhören. Ziel kann nicht sein, einer Partei dabei zu helfen, möglichst viele Gegner zu töten. Echte Hilfe geht nur über Diplomatie, Vernunft und Einsicht.

Die Ketzerfrage, die diesen Krieg umgibt, lautet: Warum bewegen wir, „die Guten“, die Ukraine nicht zur Aufgabe? Wenn es uns wirklich um „Frieden“ geht, wenn wir wollen, dass das Grauen des Krieges sofort aufhört und all die unsäglichen Bilder von Leid, Zerstörung und noch mehr Leid und noch mehr Zerstörung, aufhören, warum handeln wir dann auf eine Weise, die diesen Krieg und dieses Grauen verlängert?

Die ehrliche Beantwortung dieser Frage lautet: Viele derjenigen, die in der Öffentlichkeit als „Helfer“ der Ukraine auftreten, handeln aus Motiven, die zu verachten sind. Sie wollen, sei es aus persönlichem Hass gegenüber Russland und Putin, oder aber aus politischen Gründen, Russland schwächen. Sie wollen Russland die Ukraine nicht überlassen, weil Russland bei einer Einverleibung der Ukraine geostrategisch gestärkt würde. Auf den Punkt gebracht: Sie reden vom Frieden, aber wollen doch den Krieg.

Die Tage hat das Magazin Fokus berichtet, britische und amerikanische Spezialeinheiten operierten in der Ukraine. Außerdem bildet laut Medienberichten die USA ukrainische Soldaten in Deutschland aus. Warum „helfen“ diese Länder der Ukraine auf diese Weise? Aus purer Barmherzigkeit? Die Antwort lautet: aus eigenen politischen Interessen.

Die Politik des Westens in diesem Krieg ist eine Politik der gespaltenen Zunge.

Viele Befürworter einer „robusten“ Unterstützung der Ukraine umkleiden mit edel klingenden Begriffen wie Demokratie, Freiheit, Menschenrechte ihre ganz und gar unedlen Motiven. „Unsere“ Freiheit wird in der Ukraine so wenig verteidigt wie am Hindukusch. Die „Hilfe“ der Militaristen gleicht einer Kindergärtnerin, die bei einer Rauferei dem unterlegenen Kind ein Messer in die Hand drückt, damit es sich „wehren“ kann. Ihre „Hilfe“ bringt Tod und Zerstörung! Wer das anzweifelt, dem sei ein einfacher Realitätsabgleich empfohlen. Nachrichten einschalten und sehen, wie ein durch Krieg zerstörtes Land aussieht. Russische Soldaten schießen mit ihren Panzern und Gewehren auf Häuser, ukrainische Soldaten feuern aus den Häusern auf die Russen. Ein Schuss bedingt den nächsten Schuss. Viele Schüssen führen zur totalen Zerstörung. Wer für Waffenlieferungen ist, muss diese Wahrheit aushalten.

Die mit Gegengewalt Frieden schaffen wollen, inszenieren sich, wie immer, in der Öffentlichkeit als „die Guten“. Vergessen wir nicht, was so manche Verfechter für Demokratie, Freiheit und Menschenrechte in der Vergangenheit getan haben. Sie haben Atombomben auf Hiroshima und Nagasaki abgeworfen und dabei etwa 200.000 Menschen fast auf einen Schlag getötet; sie haben in Vietnam das Entlaubungsmittel Agent Orange eingesetzt und dabei den Menschen, die dem Gift ausgesetzt waren, einen unfassbaren Schaden zugefügt – von den etwa 400.000 Tonnen der Brandbomben Napalm ganz zu schweigen; die Invasion Panamas, aus fadenscheinigen Gründen, bei der über Nacht mehrere hundert Bomben auch auf Wohngebiete eines souveränen Landes abgeworfen wurden, geht auf ihr Konto; die „gute“ Koalition der Willigen hat unter Lügen den Irak, ein souveränes Land, angegriffen und, je nach Quelle, etwa 500.000 Iraker getötet – dass dabei, laut Spiegel, 88.500 Tonnen Bomben abgeworfen wurden, übersehen sie elegant. Ein Verweis auf die etwa 50.000 Opfer der Geheimdienstoperation „Operation Condor“ sollte in dieser Auflistung, die nur beispielhaft sein kann, nicht fehlen. Sollten alle Völkerrechtsbrüche, Verbrechen und Ungeheuerlichkeiten, die sich die in der Tradition der „Guten“ stehenden in den vergangenen Dekaden geleistet haben, angeführt werden, würde der hier vorgegebene Platz nicht ausreichen.

Man kann es förmlich hören, wie „die Guten“ an dieser Stelle „whataboutism!“ rufen, das heißt den Bezug zu den Verbrechen des Westens als eine Ablenkung und eine Relativierung des Völkerrechtsbruchs Russland betrachten. Sie sind sehr geschickt darin, strategisch falsch zu verstehen. Die Verbrechen des Westens legitimieren nicht die Verbrechen Russlands. Wenn allerdings diejenigen im Westen, die in der Tradition der Kriegstreiber stehen, an deren Händen das Blut der Vergangenheit klebt, von einer „Unterstützung“ der Ukraine reden, dann ist Vorsicht geboten. Als moralische Instanz sind sie ohnehin disqualifiziert. Wer sich nach dem „moralischen Kompass“ dieser „Guten“ ausrichtet, muss aufpassen, dass er nicht irgendwann dem Teufel persönlich die Hand schüttelt.

 

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Hintergrundwissen

 

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reaktorpleite.de

 

Karte der nuklearen Welt:

Die Welt braucht Frieden, Krieg lenkt nur von den wahren Problemen ab ...

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Die interne Suche:

Frieden Krieg

brachte u.a. folgende Ergebnisse:

 

05. März 2022 - Die wirtschaftlichen Folgen des Ukraine-Krieges

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12. März 2022 - Vergiftete Tapferkeit

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14. Dezember 2021 - 50 Nobelpreisträger fordern deutliche Abrüstung

 

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YouTube-Kanal - Reaktorpleite

 

Terra X - 09:21

Eine kurze Geschichte des Friedens

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arte Doku - 00:01:54 - Ausschnitt aus "Wy We Fight - Amerikas Kriege"

US-Präsident Dwight D. Eisenhower: Warnung vor dem militärisch-industriellen Komplex

*

arte Doku - 01:38:43

Doku: Why We Fight - Amerikas Kriege - Der militärisch-industrielle Komplex

 

Wird in einem neuen Fenster geöffnet! - YouTube-Kanal "Reaktorpleite" Playlist - Radioaktivität weltweit ... - https://www.youtube.com/playlist?list=PLJI6AtdHGth3FZbWsyyMMoIw-mT1Psuc5Playlist - Radioaktivität weltweit ...

In dieser Playlist finden sich über 150 Videos zum Thema

 

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Ecosia

Diese Suchmaschine pflanzt Bäume!

 

Stichwortsuche: Frieden+Krieg

https://www.ecosia.org/search?q=Frieden+Krieg

 

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Wikipedia

 

Zum ewigen Frieden

Ein philosophischer Entwurf (erste Auflage 1795) gehört zu den bekanntesten Werken des deutschen Philosophen Immanuel Kant. Moderne Bedeutungen des Begriffs Frieden gehen entscheidend auf die hier vorgestellte Theorie zurück.

In Form eines Friedensvertrages wendet Kant seine Moralphilosophie (vgl. Grundlegung zur Metaphysik der Sitten, Kategorischer Imperativ) auf die Politik an, um die Frage zu beantworten, ob und wie dauerhafter Frieden zwischen den Staaten möglich wäre. Dazu müssen von der Vernunft geleitete Maximen eingehalten werden, die aus den zugrundeliegenden Begriffen entwickelt werden. Für Kant ist Frieden kein natürlicher Zustand zwischen Menschen, er muss deshalb gestiftet und abgesichert werden. Die Gewährung des Friedens erklärt Kant zur Sache der Politik, die andere Interessen dabei der kosmopolitischen Idee eines allgemeingültigen Rechtssystems unterzuordnen habe; denn so heißt es im Anhang: „Das Recht der Menschen muß heilig gehalten werden, der herrschenden Gewalt mag es auch noch so große Aufopferung kosten.“ Immanuel Kant: AA VIII, 380

Bekannt geworden sind die Ideen des Völkerrechts, das die Verbindlichkeit der zwischenstaatlichen Abkommen fordert, und die Ausrichtung des Friedens als völkerrechtlichen Vertrag. In den Internationalen Beziehungen wird „Zum ewigen Frieden“ den liberalen Theorien zugeordnet. Die Charta der Vereinten Nationen wurde wesentlich von dieser Schrift beeinflusst ...

 

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Newsletter XX 2022 - 13. bis 19. Mai | Zeitungsartikel 2022

 

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