Newsletter XL 2026
4. Oktober bis ...
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Radioaktivität kumuliert; das bedeutet, radioaktive Partikel reichern sich im lebenden Organismus immer weiter an und mit der Zeit können ähnliche Schäden auftreten, wie bei einer kurzzeitig einwirkenden, massiven Strahlenbelastung ...
Die PDF-Datei "Nuclear Power Accidents" enthält eine Reihe weiterer Vorfälle aus verschiedenen Bereichen der Atomindustrie. Einige der Ereignisse wurden nie über offizielle Kanäle veröffentlicht, so dass diese Informationen der Öffentlichkeit nur auf Umwegen zugänglich gemacht werden konnten. Die Liste der Zwischenfälle in der PDF-Datei ist daher nicht zu 100% identisch mit "INES und die Störungen in kerntechnischen Anlagen", sondern stellt eine Ergänzung dar.
1. Oktober 1981 (INES-3 NAMS 1,3) Atomfabrik Windscale/Sellafield, GBR
3. Oktober 1986 (Broken Arrow) U-Boot-Unglücke, K-219 sank östl. Bermuda
3. Oktober 1952 ("Hurricane" 1. Britischer Atomtest) Trimouille Island, AUS
5. Oktober 1966 (INES-4) Experimenteller Brutreaktor Enrico-Fermi-1, Mi, USA
7. Oktober 1957 (INES-5 NAMS 4,6) Atomfabrik Windscale/Sellafield, GBR
9. Oktober 2006 (Nordkoreas 1. Atombombentest) Punggye-ri, PRK
12. Oktober 1969 (INES-4) Atomfabrik Windscale/Sellafield, GBR
15. Oktober 1958 (INES-4) Forschungsreaktor am Boris Kidrič Institut, Vinca, SRB
16. Oktober 1964 (Chinas 1. Nukleartest) Lop Nor, Xinjiang, CHN
17. Oktober 1969 (INES-4) Akw Saint-Laurent, FRA
18. Oktober 2011 (INES Klass.?) Akw Karachi, PAK
19. Oktober 1989 (INES-1) Akw Vandellòs, ESP
30. Oktober 1961 ("Zar-Bombe" H-Bombe mit 50-57 MT) Nowaja Semlja, UdSSR
31. Oktober 1952 ("Ivy Mike" H-Bombe mit 10,4 MT, Atomtests USA) Eniwetok, MHL
Wir sind immer auf der Suche nach aktuellen Informationen. Wer helfen kann, sende bitte eine Nachricht an:
nukleare-welt@reaktorpleite.de
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11. Oktober
Don Trumpls allerletzte Nachrichten
IMHO: Don Trumpl lügt, betrügt und ist durch und durch korrupt.
Warum ist dieser Horrorclown nicht hinter Gittern?
10. Oktober
Trump lockert russische Sanktionen, Kiew und die EU sind entsetzt
Kurz vor den Wahlen ist US-Präsident Trump Russland entgegengekommen und hat mit dem russischen Präsidenten Putin in einem Telefongespräch eine Aufhebung von Sanktionen vereinbart. Russland kann jetzt bis April 2027 größere Mengen an Dieselkraftstoff in die USA und auf dem Weltmarkt verkaufen. Nach Trump sofort 300.000 Tonnen, im November 500.000 und dann eine Million und mehr. Trump hofft, dass damit die Spritpreise in den USA fallen, was ihm und seinen republikanischen Kandidaten helfen soll. Gleichzeitig wurden zur „Verteidigung der US-Souveränität“ Sanktionen gegen den Internationalen Strafgerichtshof ICC verhängt.
Anstatt ein kürzlich von Trump unterzeichnetes, vom verstorbenen Senator Lidsay Graham initiiertes Gesetz zur Verschärfung der gegen Russland gerichteten „höllischen“ Sanktionen anzuwenden, werden diese jetzt gelockert. Bei einer Wahlkampfveranstaltung in Syracuse, New York, bedankte er sich bei Putin, viele Millionen Barrel Diesel zu liefern: „Ich denke, Sie haben von dem Ölabkommen mit Russland gehört. Es ist eine sehr wichtige Sache. Es wird unserem Land eine riesige Menge Öl bringen. Ich möchte Präsident Putin danken. Russland hat zugesagt, uns Millionen und Abermillionen Barrel Öl zu liefern, und das ist Diesel. Genau das brauchen wir jetzt.“
Trump fällt mit der Aufhebung der Sanktionen auf russischen Dieselkraftstoff dem ukrainischen Präsidenten Selenskij, seinen europäischen Unterstützern und auch manchen republikanischen Kongressmitgliedern in den Rücken. Selenskyij kritisierte die Entscheidung von Trump, ohne jedoch diesen beim Namen zu nennen: „Geschenke an Putin werden weder dem Frieden noch dem Nutzen der zivilisierten Welt dienen. Russland wird Diesel mit weiterem Terror und Grausamkeit „vergelten“. Russland den Verkauf von Ölprodukten zu gestatten, bedeutet, in einen Krieg zu investieren, der beendet und nicht fortgesetzt werden muss. Wir brauchen eine echte Deeskalation mit Russland, und zwar auf Augenhöhe.“
In einem Interview mit Axios warf Selenskij der US-Regierung vor, unfair und unehrlich gehandelt zu haben. Witkoff und Kushner hätten mit einer ukrainischen Delegation in Miami über Friedensverhandlungen verhandelt, aber ohne zu sagen, dass ein Deal mit Russland geplant ist. Das sehe „wie ein Geburtstagsgeschenk an Putin“ aus. „Wenn man ihnen erlaubt, Diesel zu exportieren, und man vorher der Meinung ist, man müsse nach Russland fahren, um zu verhandeln, sieht es so aus, als würde man sich dieses Treffen erkaufen.“
Die Gespräche in Miami wurden ergebnislos abgebrochen, Selenskij kündigte an, die Angriffe auf russische Raffinerien fortzusetzen, was Trump schon länger verärgert, weil das die Preise in die Höhe treibt. Nach einem Regierungsmitarbeiter forderte Trump erneut die einseitige Beendigung der Angriffe. Das wollte Selenskij aber nur, wenn Russland Angriffe auf den gesamten Energiesektor einstellt: „Selenskyj schätzt die Situation falsch ein. Indem er die Raffinerien weiterhin angreift, zerstört er das Wohlwollen, das er sich in den letzten sechs Monaten bei Trump aufgebaut hat“, sagte die Quelle gegenüber Axios.
Man sei bereit gewesen, die Angriffe auf russische Raffinerien zu beenden, wenn Russland die Angriffe auf ukrainische Energieinfrastruktur einstellt: „Wir haben eben Amerika eine solche Vereinbarung vorgeschlagen und finden, dass die Kräfte der Vereinigten Staaten ausreichend sind, um einen derartigen Kompromiss zu erreichen“, meinte Selenskij, um dann der US-Regierung „offensichtliche Schwäche“ attestieren, was ihn bei Trump sicher nicht beliebter macht.
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Rosatom erklärt sich in Schiedsverfahren um finnisches Kernkraftwerk zum Sieger
Der staatliche russische Nuklearkonzern Rosatom teilte am Samstag mit, ein Schiedsgericht der Internationalen Handelskammer (ICC) habe in einem langjährigen Streit mit dem finnischen Energieversorger Fennovoima über das abgesagte Kernkraftwerksprojekt Hanhikivi-1 zugunsten des Konzerns entschieden.
Rosatom zufolge stellte das Schiedsgericht fest, dass Fennovoima den Vertrag über den Bau des geplanten Kraftwerks im Norden Finnlands im Jahr 2022 rechtswidrig gekündigt habe.
Die Parteien liefern sich seit der Einstellung des 7 Mrd. EUR teuren Projekts im Mai 2022 Rechtsstreitigkeiten. Fennovoima hatte die Kündigung mit erheblichen Verzögerungen und politischen Risiken begründet, kurz nachdem Russland seinen Krieg gegen die Ukraine begonnen hatte.
Rosatom erklärte, das Schiedsgericht habe festgestellt, dass das Projekt zum Zeitpunkt der Kündigung gute Fortschritte gemacht habe.
"Der heutige Sieg ist wichtig, aber noch nicht endgültig. Wir werden weiterhin vor Gerichten verschiedener Instanzen beweisen, dass wir im Zusammenhang mit dem finnischen Projekt im Recht sind", sagte Rosatom-Generaldirektor Alexej Lichatschow in einer Erklärung.
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PFAS im Leitungswasser: Ein Drittel der Niederländer betroffen
Laut Greenpeace liegen PFAS in 32 Prozent der Gebiete deutlich über dem nationalen Richtwert. Die Rechnung zahlen die Konsumenten.
Das Trinkwasser in grossen Teilen der Niederlande enthält mehr PFAS, als die nationale Gesundheitsbehörde RIVM empfiehlt. Das zeigt eine Untersuchung von Greenpeace. Ein Drittel der niederländischen Bevölkerung hat demnach zu viel PFAS im Wasser.
Das lässt sich detailliert nachvollziehen: Für seine Analyse hat Greenpeace die Messdaten der zehn niederländischen Wasserversorger nach Postleitzahlen aufgeschlüsselt. Die daraus erstellte Karte war Ende September eines der Top-Themen im Land.
In 32 Prozent der Gebiete liegt die PFAS-Konzentration mindestens 1,5-mal über dem RIVM-Richtwert von 4,4 Nanogramm pro Liter für «PFOA-Äquivalente». Der EU-Grenzwert von 100 Nanogramm pro Liter für die Summe aus 20 festgelegten PFAS wird eingehalten.
[...] Greenpeace, RIVM und Vewin raten dennoch dazu, das Leitungswasser weiter zu trinken. Laut Vewin nehmen Menschen über die Nahrung etwa viermal mehr PFAS auf als über das Wasser. Flaschenwasser belastet die Umwelt zudem deutlich mehr und enthält oft Mikroplastik.
Dass die Niederlande stellenweise hoch mit PFAS belastet sind, ist keine wirkliche Neuigkeit. Für das Land kommen dabei verschiedene ungünstige Faktoren zusammen: Einmal die Lage an der Mündung des Rheins, der zur Trinkwassergewinnung genutzt wird. Nach seinem Weg durch Europa bringt er eine hohe PFAS-Belastung mit, weshalb es bereits Auseinandersetzungen mit den deutschen Nachbarn gab.
Dann die stellenweise hohe Belastung aus der fertigenden Industrie wie dem Unternehmen Chemours in Dordrecht und dem Konzern 3M im benachbarten Belgien. Und schliesslich die Belastung durch TFA-abspaltende Pestizide aus der Landwirtschaft. TFA findet sich vor allem in den oberen Grundwasserschichten.
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Trump schließt fragwürdigen Deal mit Putin – günstiger Sprit pünktlich zu den Midterms?
Das Telefonat zwischen Trump und Putin sollte eigentlich einem ganz anderen Thema gelten – am Ende steht ein Diesel-Deal kurz vor den Midterms.
Washington/Moskau – Ein Anruf, der eigentlich einem Pestfall in Russland gelten sollte, endete mit einer der überraschenderen Wendungen der US-Außenpolitik der letzten Jahre. US-Präsident Donald Trump verkündete am Freitag, dem 9. Oktober 2026, auf Truth Social, er habe mit Kreml-Chef Wladimir Putin eine „höchst erfolgreiche Unterredung“ geführt – und einen Diesel-Deal ausgehandelt, der viele verblüffte.
Laut Trump fließen sofort mehr als 300.000 Tonnen Diesel in den amerikanischen und globalen Markt, im November weitere 500.000 Tonnen, danach eine Million Tonnen – und schließlich drei weitere Millionen Tonnen, abhängig vom Zustand russischer Raffinerien. Parallel dazu setzte das US-Finanzministerium die Russland-Sanktionen für Diesel bis April 2027 per Generallizenz außer Kraft, wie CNBC berichtet. Ob Putin dem Deal tatsächlich zugestimmt hat, war zunächst unklar, schreibt die New York Times – das US-Finanzministerium setzte die Russland-Sanktionen für Diesel jedenfalls innerhalb von Minuten nach Trumps Ankündigung per Generallizenz bis April 2027 außer Kraft.
Midterms: Diesel als politisches Druckmittel
Der Hintergrund ist kaum zu übersehen. Seit Monaten kämpft die Trump-Administration mit explodierenden Dieselpreisen – verursacht durch ukrainische Angriffe auf russische Raffinerien und Attacken iranischer Verbündeter auf Ölanlagen im Nahen Osten. Laut Reuters sind die Dieselpreise in den USA seit Beginn des US-israelischen Krieges gegen den Iran um 70 Prozent gestiegen und bewegen sich weiter auf Rekordniveau. In einer Reuters/Ipsos-Umfrage nennen Wähler die Lebenshaltungskosten als wichtigstes Thema – hohe Dieselpreise treffen dabei vor allem klassische Republikanische Wählergruppen: Farmer, Trucker und Landbevölkerung. Trumps Zustimmungswerte liegen laut derselben Umfrage auf einem Karrieretief von 32 Prozent. Trump versprach, die Preise würden nun „in Rekordtempo sinken“.
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Don Trumpls allerletzte Nachrichten
IMHO: Don Trumpl lügt, betrügt und ist durch und durch korrupt.
Warum ist dieser Horrorclown nicht hinter Gittern?
9. Oktober
Die AfD kann das Verbotsverfahren nur VERLIEREN – und sie weiß es
Viele zögern beim AfD-Verbotsverfahren, weil sie nicht sicher sind, ob es Erfolg hätte. Dabei stehen die Chancen gut: Das 1.500-seitige GFF-Gutachten, eine Stellungnahme von 18 Rechtswissenschaftlern und jetzt sogar eine Studie der CDU-nahen Konrad-Adenauer-Stiftung liefern eine erdrückende Beweislage. Aber das Entscheidende ist etwas anderes, woran niemand denkt: Das Bundesverfassungsgericht urteilt nicht über die AfD von heute, sondern über die AfD am Ende des Verfahrens. Und das ändert alles.
Denn wie die rechtsextreme Partei reagiert, entscheidet über den Ausgang des Verfahres. Und sie hat nur zwei Möglichkeiten, darauf zu reagieren. Entweder sie stellt sich trotzig hinter Höcke, "Remigration" und ihre Neonazi-Vorfeldorganisationen, dann liefert sie dem Gericht selbst die Beweise für ein Komplettverbot. Oder sie wirft ernsthaft die Faschisten raus und entkommt so einem Verbot. Aber dann zerreißt sie sich selbst, weil die Faschisten die Partei längst fest im Griff haben und für ihre Stärke sorgen. In jedem denkbaren Szenario ist das Gespenst der rechtsextremen AfD Geschichte. Genau deshalb hat die Partei solche Angst vor dem Verfahren. Und genau deshalb darf es nicht länger blockiert werden.
"Ein Verfahren vor dem Bundesverfassungsgericht, das nicht mit einem Verbot endet, ist kein Fehlschlag, sondern es ist ein Sieg."
Am 30. September 2026 saßen im Thüringer Landtag neun Sachverständige zusammen, um über ein AfD-Verbotsverfahren zu reden, auf Antrag der Linken. Im Justizausschuss, dessen Vorsitz ausgerechnet ein AfD-Abgeordneter führt. Dort hat der Anwalt Chan-jo Jun, stellvertretendes Mitglied des Bayerischen Verfassungsgerichtshofs, einen Gedanken formuliert, den viel zu wenige kennen. Und der deshalb mehr Aufmerksamkeit verdient. Ein kleiner Transparenzhinweis: Chan-jo Jun vertritt gelegentlich auch uns juristisch, zum Beispiel gegen Elon Musk.
Jun sagte:
"Ein Verfahren vor dem Bundesverfassungsgericht, das nicht mit einem Verbot endet, ist kein Fehlschlag, sondern es ist ein Sieg. Und zwar nicht nur für die AfD, sondern für die gesamte Demokratie. Denn wenn es dazu kommen sollte, meine Damen und Herren, dann ist dem vorangegangen eine sorgfältige Prüfung und eine radikale Veränderung der Partei, die zur Prüfung ansteht."
Das klingt vielleicht erst einmal seltsam und kontraintuitiv. Was für radikale Veränderung? Wie kommt er darauf? Er hat aber Recht.
Die Belege sind da, und zwar von allen Seiten
Das häufigste Argument gegen ein Verbotsverfahren ist nicht, dass die AfD harmlos sei. Das behauptet fast niemand mehr. Es ist die Angst, dass es dennoch wegen hoher Hürden scheitern könnte. Diese Angst ist nicht völlig unbegründet, aber sie ist deutlich kleiner, als die Debatte vermuten lässt.
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CDU lügt über Abstimmungsverhalten
Zeit der Werwölfe in Sachsen-Anhalt
Zum ersten Mal seit 1945 wurde in Magdeburg ein Rechtsextremist zum Präsidenten eines deutschen Parlaments gewählt – und CDU-Abgeordnete lügen über ihr Wahlverhalten.
[...] Eine „false flag“-Aktion? Mitnichten
Dass diese 4 Stimmen von der CDU kommen, daran zweifelt selbst in der CDU-Fraktion fast niemand. Ebenfalls mit 48 Stimmen wird dem SPD-Minister Armin Willingmann das Amt des Landtagsvizepräsidenten verweigert. Der AfD-Radikale Hans-Thomas Tillschneider hingegen wird zum Vizepräsidenten gewählt – mit 44 Stimmen, 5 mehr als die AfD hat. Jenseits der AfD wird nur noch CDU-Mann Carsten Borchert zum Vizepräsidenten gewählt, mit 64 Stimmen. Es ist ein Durchmarsch der Rechten, sie können mit ihrer Präsidiumsmehrheit im Landtag nun schalten und walten, wie sie wollen.
Nicht nur in Magdeburg folgen auf die Wahl die Schuldzuweisungen. Und Fragen über Fragen. Welche CDU-Abgeordneten haben für die AfD gestimmt – und warum? Wer hat den radikalen Tillschneider gewählt – die CDU? Das BSW? Abgeordnete von beiden Parteien? Und was heißt all das für die anstehende Ministerpräsidentenwahl?
CDU-Fraktionschef Sven Schulze beteuert im Landtag, seine Fraktion habe zumindest nicht für Tillschneider gestimmt. Der CDU-Bundesvorsitzende Friedrich Merz betont, mit einiger Verzögerung, Stimmen für die AfD seien nicht mit den Werten der CDU vereinbar. Wer für die AfD stimme, zerstöre Glaubwürdigkeit. Zugleich raunt der Kanzler von einer „False-Flag“-Aktion, einer inszenierten Täuschung. CDU-Liberale wie Karin Prien, Serap Güler oder Daniel Günther nennen christkonservative Stimmen für die AfD „inakzeptabel“. Die SPD-Spitze sieht einen „Tabubruch“.
Die AfD beobachtet all dies genüsslich. Seit Wochen posaunen Parteileute herum, dass es gut laufende Gespräche mit CDU-Abgeordneten gebe. Der Deal demnach: Wählt ihr die AfD-Kandidaten, wählen wir einen CDU-Mann zum Vizepräsidenten. Neupräsident Tobias Rausch sagt, er wisse, dass er auch mit CDU-Stimmen gewählt wurde.
[...] Mindestens drei CDU-Abgeordnete lügen
Klar ist damit: Sven Schulze hat keine Durchsetzungskraft in der CDU-Fraktion. Und in der Fraktion sagen mindestens drei CDU-Abgeordnete nicht die Wahrheit über ihr Abstimmungsverhalten – und erkennen offenbar nicht die Tragweite ihres Verhaltens. Damit schließt sich auch die „false flag“-These von Merz aus, wonach die Stimmen für Rausch womöglich nicht aus der CDU kamen. Wenn dem so wäre, warum sollten die CDU-Abgeordneten lügen?
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Noch mehr Atommülltransporte in das Münsterland / Der Urenco-Konzern hat das Atommüll-Lager in Gronau in Betrieb genommen
Anti-Atomkraft-Initiativen aus Gronau, das Aktionsbündnis Münsterland gegen Atomanlagen der Bundesverband Bürgerinitiativen Umweltschutz (BBU) und weitere Initiativen aus Nordrhein-Westfalen und Niedersachsen haben die aktuelle Inbetriebnahme eines Atommüll-Lagers neben der Urananreicherungsanlage in Gronau (und neben dem Freilager für abgereichertes Uranhexafluorid) scharf kritisiert. Sie befürchten jetzt zusätzlich zu den Castor-Atommüll-Transporten von Jülich nach Ahaus gefährliche Atommülltransporte mit LKW oder Sonderzügen von Frankreich nach Gronau (NRW). Die Kritik richtet sich besonders an die zuständige NRW-Atomaufsicht in Düsseldorf, für die die Grüne Wirtschaftsministerin Mona Neubaur verantwortlich ist. Ziel der Bürgerinitiativen und Umweltverbände ist die Stilllegung der Urananreicherungsanlage: Es darf kein weiterer Atommüll produziert werden.
Der internationale Urenco-Konzern, der die Urananreicherungsanlage in Gronau betreibt, gab in dieser Woche bekannt, dass er das Hallenlager für abgereichertes Uranoxid auf dem Gelände der Urananreicherungsanlage in Gronau in Betrieb genommen hat. Unklar bleibt in der Information, ob bereits Uranoxid eingelagert
wurde. Der Bau des Lagers wurde bereits vor über 20 Jahren (2005), zeitgleich mit einer Kapazitätserweiterung der Urananreicherungsanlage, von der damaligen rot-grünen Landesregierung genehmigt. Offenbar hat jetzt die NRW-Atomaufsicht die Inbetriebnahme genehmigt, ohne darüber die Öffentlichkeit zu informieren.
„Neue“ Uranmüllhalle ist ein alter Kasten
Udo Buchholz, Gronauer Vorstandsmitglied des Bundesverbandes Bürgerinitiativen Umweltschutz (BBU) kritisiert, dass die Uranmüll-Halle schon jetzt bei der Inbetriebnahme ein „alter Kasten“ ist. Die Pläne zum Bau der Halle stammen aus dem letzten Jahrhundert, also aus einer Zeit vor dem Angriff Russlands auf die Ukraine und aus einer Zeit, in der Drohnenangriffe kein Thema waren. „Streng genommen muss das Genehmigungsverfahren zum Bau und Betrieb der Uranmüll-Lagerhalle vor dem Hintergrund der weltpolitischen Lage und der insgesamt ungelösten Atommüll-Entsorgung wiederholt werden“, fordert Buchholz.
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Verständigung von Bund und Land mit RWE und E.on über Atomruine THTR-300 in Hamm: Steuerzahler* innen bleiben auf Milliardenschaden sitzen
Am vergangenen Mittwoch hat die NRW Landesregierung in der Sitzung des Wirtschaftsausschusses des NRW-Landtags bekannt gegeben, dass der Bund, das Land und die Gesellschafter der Betreiberfirma HKG GmbH, darunter die Energiekonzerne RWE und E.on, eine Verständigung über eine Regelung zur Finanzierung des sicheren Einschlusses und des mittelfristigen Rückbaus der Atomruine THTR-300 in Hamm auf Ebene StaatssekretärInnen und Vorstandsebene erzielt haben. Dazu erklärt Hubertus Zdebel, atompolitischer Sprecher der Linken in NRW:
„Im Ergebnis, so die Landesregierung, soll die Betreibergesellschaft HKG GmbH und damit auch die Betriebsführung des THTR-300, also der sichere Einschluss und dann der Übergang in den Rückbau, ‚in das Bundeseigentum der EWN übergehen‘. Die EWN (Entsorgungswerk für Nuklearanlagen GmbH) ist ein 100%iges Bundesunternehmen im Geschäftsbereich des Bundesministeriums der Finanzen (BMF), das auf den Rückbau und die Entsorgung von nuklearen Anlagen spezialisiert ist. Die Gesellschafter hätten sich ‚bereit erklärt, sowohl Barmittel für die Rekapitalisierung der HKG als auch ganz wichtige Sachleistungen zur Verfügung zu stellen. Da geht es zum Beispiel über Grundstücke für die Rückbauarbeiten, Deponiekapazitäten für Bauschutt aus dem Abbau der Anlage und auch Endlagervolumen für Mittel- und Schwachradioaktive Abfälle im Lager Konrad. Ferner hätten sich Bund und Land darauf ‚geeinigt, die zukünftige Finanzierung des sicheren Einschlusses und des Abbaus nach dem vereinbarten Kostenschlüssel auszugleichen’. Auf Grundlage dieser Verständigung sollen jetzt bis zum Jahresende die jeweiligen Verträge verfasst und den Haushaltsgesetzgebern vorgelegt werden.
Ob es sich bei der Verständigung um ‚wirklich gute Nachrichten’ handelt, wie Staatssekretärin Silke Krebs (Bündnis 90/Die Grünen) in ihrem Bericht sagte, bleibt aus unserer Sicht abzuwarten. Denn die entscheidenden Punkte sind offen geblieben. So wurde im Wirtschaftsausschuss nicht mitgeteilt, wieviel Geld die Gesellschafter, insbesondere RWE und E.on für die Stabilisierung der HKG GmbH in die Hand nehmen werden. Außerdem bleibt offen, ob die Gesellschafter sich überhaupt verpflichtet haben, sich an den Kosten für den Rückbau, die aktuell auf astronomische 1,5 Milliarden Euro geschätzt werden, zu beteiligen und wenn ja, in welcher Höhe. Oder ob diese Kosten komplett von Bund und Land NRW, also den Steuerzahler* innen getragen werden sollen. Auf das Land kommt so oder so ein satter dreistelliger Millionenbetrag zu.
Für uns Linke ist klar: E.on und RWE, die in Erwartung fetter Gewinne in das THTR-Projekt eingestiegen waren, müssen sich angemessen an den Kosten für den Rückbau beteiligen.
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Atomkraft gilt vielen als günstig – Experten widersprechen
88 Prozent der Befragten sprechen sich für mehr Unabhängigkeit bei Energieimporten aus. Was die Umfrage außerdem über die Einschätzung zu Stromquellen zeigt.
Angesichts steigender Strom- und Heizkosten sowie Rekordpreise an den Tankstellen setzt die Bevölkerung in Deutschland vor allem auf mehr Unabhängigkeit bei Energieimporten. So halten es in einer repräsentativen Civey-Umfrage im Auftrag des Hamburger Ökostromanbieters Green Planet Energy 88 Prozent der Befragten für wichtig, dass Deutschland möglichst unabhängig von Energieimporten aus dem Ausland wird. Fast zwei Drittel stuften dieses Ziel sogar als sehr wichtig ein.
Energiewende-Demonstration in Berlin
Civey hat den Angaben zufolge am 5. und 6. Oktober online 5000 Bundesbürgerinnen und -bürger ab 18 Jahren befragt. Am heutigen Freitag ist in Berlin (14.00 Uhr) eine Energiewende-Demonstration geplant, bei der die Teilnehmerinnen und Teilnehmer unter dem Motto „Ausbauen statt Ausbremsen!“ gegen die anstehenden Pläne der Bundesregierung zum Netzpaket und zum Erneuerbare-Energien-Gesetz (EEG) protestieren wollen.
Anders als beim fast einhelligen Wunsch nach Unabhängigkeit gab es bei der Umfrage jedoch große Unterschiede bei der Frage, mit welcher Technologie am günstigsten Strom erzeugt werden kann. 36 Prozent der Befragten nannten die Solarenergie. Gleich dahinter landeten mit 35 Prozent Atomkraftwerke. Windenergie wurde lediglich von 17 Prozent als günstigste Stromquelle genannt. Weit abgeschlagen mit jeweils drei Prozent folgten Gas- und Kohlekraftwerke.
Vor allem Ostdeutsche und AfD-Anhänger Fans von Atomkraft
Der Meinung, dass Atomkraft günstig sei, sind der Umfrage zufolge vor allem Menschen in Ostdeutschland, in Sachsen und Sachsen-Anhalt etwa 49 beziehungsweise 48 Prozent. Nach Parteienpräferenz bewertet stehen vor allem AfD-Anhänger (71 Prozent) hinter der Atomkraft als vermeintlich günstigster Energiequelle.
Dabei gilt sie tatsächlich als die teuerste Art, Strom zu produzieren. So liegen dem Fraunhofer-Institut für Solare Energiesysteme ISE zufolge die Stromgestehungskosten neuer Atomkraftwerke bei 13,6 bis 49 Cent pro Kilowattstunde. Freiflächen-Photovoltaikanlagen sowie Windkrafträder an Land dagegen könnten eine Kilowattstunde Strom schon für 4,1 bis 9,2 Cent produzieren.
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Don Trumpls allerletzte Nachrichten
IMHO: Don Trumpl lügt, betrügt und ist durch und durch korrupt.
Warum ist dieser Horrorclown nicht hinter Gittern?
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9. Oktober 2006 (1. Atomtest, Nordkorea) Punggye-ri, PRK
Seit 1945 wurden weltweit über 2050 Atomwaffentests durchgeführt, was eine mögliche Erklärung für die stetig steigende Zahl von Krebserkrankungen sein könnte.
IPPNW Report - August 2023 - Atomwaffentests - (PDF-Datei)
... Oberirdische Tests wurden auf mehreren Atollen im Pazifik, in Semipalatinsk, Kasachstan, auf traditionellem Land der Westlichen Shoshone in Nevada, USA, auf dem Land der Aborigines im australischen Outback, auf dem Land der indigenen Nenetz in der russischen Arktis, auf dem Gebiet von Nomaden in der algerischen Sahara, in der Region der Uiguren in China und anderswo durchgeführt. Die Bewohner*innen wurden oft verspätet oder gar nicht evakuiert und nicht über die Auswirkungen der Tests informiert. Radioaktiver Niederschlag fiel als Staub und Regen herab und verseuchte das Trinkwasser und lokal erzeugte Lebensmittel ...
Wikipedia
Nordkoreanisches Kernwaffenprogramm
Unterirdisch, 0,55 Kilotonnen (kT) - Der Test wurde nach nordkoreanischen Angaben am 9. Oktober 2006 erfolgreich durchgeführt. Weltweit kritisierten zahlreiche Regierungen den Bombentest scharf; selbst das mit Nordkorea verbündete China drohte Konsequenzen an ...
Punggye-ri (Testgelände)
Liste von Kernwaffentests
Chronologische, unvollständige Liste von Kernwaffentests. Die Tabelle enthält lediglich markante Punkte in der Geschichte der Zündung einer Atombombe zu Testzwecken ...
8. Oktober
Paraquat: Über 70 Länder haben es verboten, nun auch die USA?
Syngenta verschwieg der US-Umweltbehörde EPA Studien zu Gesundheitsrisiken des Pestizids. Das zeigen interne Dokumente.
Der Agrarkonzern Syngenta hat der US-Umweltbehörde EPA Daten zu möglichen Gesundheitsschäden seines Herbizids Paraquat vorenthalten. Das geht aus internen Dokumenten hervor, die dem «Guardian» und «The New Lede» vorliegen.
Nach US-Recht müssen Hersteller «unzumutbare schädliche Auswirkungen» (unreasonable adverse effects) ihrer Produkte melden, damit die US-Behörden diese prüfen können. Paraquat ist in rund 70 Ländern verboten, zum Teil seit vielen Jahren. Nun erwägen die ersten US-Bundesstaaten ein Verbot.
Was die EPA nicht erfuhr
Zu den nicht gemeldeten Daten gehören
- Analysen dazu, wie schnell Paraquat Kleidung durchdringt,
- Analysen dazu, wie schnell der Wirkstoff in die Haut und ins Blut gelangt,
- Analysen dazu, wie sich diese Geschwindigkeit ändert, wenn das hochgiftige Pestizid mit Tensiden gemischt wird.
- Sowie Hinweise auf schwere Risiken für das Gehirn.
Der 3700 Seiten starke Datensatz wurde bei einem Gericht des Bundesstaates Pennsylvania eingereicht, bei dem hunderte Klagen von Parkinsonkranken vehandelt werden. In den USA sind landesweit dazu über 10’000 Klagen offen. 2021 zahlte Syngenta in einem solchen Verfahren bereits wenigstens 187 Millionen Dollar.
[...] Auch als eine mexikanische Behörde den Fall eines an Parkinson erkrankten Syngenta-Werksleiters prüfte und einen «umfassenden Zusammenhang» mit Paraquat feststellte, informierte Syngenta die US-Behörde nicht. Dasselbe gilt für interne Studien aus den Nullerjahren: Eine Wissenschaftlerin fand heraus, dass Paraquat bis zu 15 Jahre lang zum Verlust von Gehirnzellen führt. Auch diese Ergebnisse gelangten nicht zur EPA. Ein Konzernsprecher erklärte, Syngenta habe den Aufsichtsbehörden nie wissentlich relevante und erforderliche Informationen vorenthalten. Man nehme die Sicherheit seiner Produkte sehr ernst.
[...] Das Unternehmen unterstützte auch Forschung, die die Sicherheit von Paraquat belegen sollte. In E-Mails besprachen Syngenta-Angestellte Änderungen an einer Studie, die unter dem Namen eines unabhängigen Wissenschaftlers erscheinen sollte. Die Kommunikation mit ihm solle «im Idealfall mündlich stattfinden», damit «wir nicht den Anschein erwecken, als wollten wir Einfluss nehmen».
*
Globale Energiewende
Eine Welt unter Strom
Alle Menschen weltweit sollen 2030 Zugang zur Solarenergie haben, fordert ein internationaler Aufruf an die Zivilgesellschaft. Die Technik dafür ist vorhanden, sagt der deutsche Solarforscher Eicke Weber.
"War and warming" – Krieg und Erderwärmung: Diese beiden Menschheitskrisen nennen prominente Klimaschützer als Begründung für ihren Appell zum weltweiten Solar-Aufbruch.
Das Ziel: Saubere Energie soll die Erderwärmung bremsen und zugleich helfen, die Konflikte um fossile Rohstoffe zu beenden. Dafür müsse die Abhängigkeit von Kohle, Öl und Gas überwunden werden.
Den offenen Brief unterstützen unter anderen die frühere UN-Klimachefin Christiana Figueres, die kanadische Ex-Umweltministerin Catherine McKenna, der US-Klimaaktivist Bill McKibben, die US-Schauspielerin Jane Fonda und der bekannte linke US-Senator Bernie Sanders.
Ihr Argument: Der Iran-Konflikt und die Klimakatastrophe seien verbundene Krisen: Das Öl, um das Regierungen kämpfen, verursacht auch die Erderwärmung. Ohne das Ende dieser Abhängigkeit ließen sich weder die Klimakrise bewältigen noch die endlosen "ölgetränkten Kriege" stoppen, heißt es im Appell.
Die Antwort sei eine Welt mit "billiger, sauberer Energie". Bis 2030 sollen alle Menschen Zugang dazu haben. Im Zentrum steht Solarstrom.
Die Initiatoren schlagen zwei Schritte vor: Spenden sollen Solarprojekte für Menschen in Entwicklungsländern ermöglichen, die bisher keine verlässliche Stromversorgung haben. Als konkreten Partner nennt die Kampagne die international tätige US-Hilfsorganisation Givepower.
Zugleich soll eine Bewegung politischen Druck für den Energieumbau machen. "Individuelle Schritte allein reichen nicht", heißt es in dem Appell. Neue Kohle-, Öl- und Gasprojekte müssten durch saubere Energiesysteme ersetzt werden.
Solarboom kann Fossile noch nicht verdrängen
McKenna räumte gegenüber der Deutschen Welle ein, das Ziel des Appells sei ehrgeizig. Solarenergie entwickle sich aber schon jetzt schneller als erwartet. "Irrational ist es, den Weg der fossilen Brennstoffe weiterzugehen", sagte sie.
Die frühere Ministerin fordert, dass Regierungen, Weltbank, Afrikanische Entwicklungsbank und Privatwirtschaft gemeinsam Geld mobilisieren.
*
Nach Genehmigung
Brennelementfabrik bereitet Produktion vor
In Lingen sollen bald unter russischer Lizenz Brennelemente für Atomkraftwerke produziert werden – trotz Bedenken. Können Klagen das Vorhaben aufhalten?
Nach der Genehmigung für die Erweiterung der Brennelementfabrik in Lingen geht das Unternehmen in die Vorbereitung der Produktion. Es werde mit der Umsetzung der notwendigen Anpassungen im Lingener Werk beginnen, teilte die Framatome-Tochtergesellschaft Advanced Nuclear Fuels (ANF) mit. Das Unternehmen will vom kommenden Jahr an Kunden in Bulgarien, der Tschechischen Republik, Ungarn, der Slowakei und Finnland mit Brennelementen für einen sowjetischen Druckwasserreaktortyp beliefern.
Das Unternehmen hatte am 5. Oktober vom niedersächsischen Umweltministerium unter Minister Christian Meyer (Grüne) die endgültige Bestätigung der Änderungsgenehmigung für die Herstellung der Brennelemente erhalten. Als Grund nannte das Ministerium die Sicherheitseinschätzung des Bundes. Trotz offizieller Warnungen der Bundesregierung zu hybriden Bedrohungen nach der Russland zugeschriebenen Drohnenattacke auf den Leipziger Flughafen oder anderer Sabotage- und Spionagevorfälle bleibe die Bundesregierung bei ihrer Lageeinschätzung aus dem Februar.
Kritik vom Minister
„Dass die komplette Bundesregierung von Bundeskanzler Merz die Kooperation mit Russlands Atomkonzern in Lingen, angesichts offizieller Warnungen vor zunehmenden hybriden Attacken Russlands, bedenkenlos hinnimmt und keine veränderte Sicherheitslage sieht, irritiert und erstaunt mich sehr“, kritisierte Meyer. Geschäfte mit Russland wie in diesem nuklearen Joint-Venture halte er weiterhin für höchst bedenklich und schädlich für die Unterstützung der Ukraine.
Unterdessen hat ein Klagebündnis aus dem Bund für Umwelt- und Naturschutz (BUND) und der Anti-Atomkraftinitiative ausgestrahlt einen Eilantrag gegen die Werkserweiterung angekündigt. Damit solle der vom Ministerium genehmigte Sofortvollzug der Erweiterungsgenehmigung außer Kraft gesetzt werden. Bereits im September hatte das Bündnis Klage vor dem Oberverwaltungsgericht Lüneburg gegen das Land Niedersachsen eingereicht und die Genehmigung angefochten. Aus Sicht des Klagebündnisses dürften in Lingen keine Fakten geschaffen werden, solange die Genehmigung noch nicht juristisch abschließend geprüft sei, hieß es.
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Vorwurf der illegalen Verwendung
US-Demokraten verklagen Trump wegen Wahlwerbung aus Steuergeldern
In hinreichend schrägen Werbespots wirbt Donald Trump derzeit um Stimmen bei den Zwischenwahlen – mit dem Disclaimer: »Finanziert von der US-Regierung«. Deshalb schicken die Demokraten jetzt ihre Anwälte los.
Etwas mehr als drei Wochen vor den Midterms in den USA (mehr hier ) bombardieren die Parteien ihre potenzielle Wählerschaft mit Werbeclips im Fernsehen, Radio und im Internet. Um bestimmte Clips aus dem Lager von US-Präsident Donald Trump gibt es seit Tagen Diskussionen – und nun auch ein rechtliches Nachspiel. Die Demokraten haben wegen des Vorwurfs der Finanzierung von Wahlwerbung mit Steuergeldern Klage eingereicht.
Die US-Regierung verstoße gegen das Verbot der Verwendung von Haushaltsmitteln für »Werbungs- oder Propagandazwecke«, heißt es in der Klage des Parteigremiums DNC. Trump wird darin vorgeworfen, die Aktion persönlich angeordnet zu haben, und dem US-Haushaltsamt, dass es 20 Millionen Dollar dafür umgelagert habe.
Die Demokraten argumentieren auch, dass die »illegale Verwendung von Steuergeldern durch die Trump-Regierung für Wahlwerbung« sie eines fairen Wahlprozesses beraube und benachteilige. Sie fordern das Gericht in der US-Hauptstadt Washington auf, es der US-Regierung zu untersagen, Haushaltsmittel für die Erstellung und Ausstrahlung von Werbeclips zu nutzen.
Die umstrittenen Videos sind unter anderem von einer Anti-Kommunismus-Botschaft geprägt und wurden auf mehreren TV-Kanälen ausgestrahlt. Eins ähnelt einem Wahlwerbespot Trumps aus dem Jahr 2024. Trump spricht in dem Schwarz-Weiß-Video von der »letzten Schlacht«. Man werde »Kommunisten, Marxisten und Faschisten vertreiben«.
In einem weiteren singt ein Chor im Hintergrund wieder und wieder die Worte »Love me«. Trumps Stimme ist zu hören: »Amerika wird niemals ein kommunistisches Land sein.« Im Video ist eingeblendet: »finanziert von der US-Regierung». Von der Finanzierung abgesehen, hat auch noch der Musiker JMSN erklärt, dass sein Lied »Love Me« ohne seine Zustimmung verwendet worden sei.
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Don Trumpls allerletzte Nachrichten
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7. Oktober
Castor-Tag-X21 & 22
Für Dienstag, 06.10. und Mittwoch, 07.10. erwarten wir die Castoren Nr. 21 + 22 von 152 aus Jülich. Proteste sind in Jülich vor dem Forschungszentrum angemeldet, an anderen Stellen kurzfristig möglich – wir bleiben flexibel (siehe unten). Bringt Fahnen, Transparente, eine Sitzgelegenheit und (warme) Getränke mit.
Wir fordern weiterhin eine langfristig sinnvolle und sicherheitsorientierte Atommüllpolitik! Sichere Atommülllager statt Atommüllverschiebung über die Autobahn
Proteste am Mittwoch, 07. Oktober:
20:30 Uhr Mahnwache am Forschungszentrums Jülich (Stetternicher Staatsforststraße ca. 20m vor der Kreuzung Wilhelm-Johnen-Str.)
–> alle oben mit Uhrzeit und Ort genannten Proteste sind angemeldet und fallen unter das Versammlungsrecht, die Polizei muss euch also Zugang gewähren!
Organisiert weitere eigene Proteste, ggf. als Spontanversammlung, die Risiko-Strecke ist 170km lang, ladet über den Ticker Menschen zum Mitmachen ein
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Nach Blockade von Tanker
Freispruch für Umweltschützer
Nach der Blockade eines Gas-Tankers an der spanischen Mittelmeerküste hat nun das Gericht über die Rechtmäßigkeit der Aktion entschieden.
Elf Greenpeace-Aktivisten wurden am Dienstag von einem Gericht in der spanischen Mittelmeerstadt Valencia vom Vorwurf der „schweren Störung der öffentlichen Ordnung“ freigesprochen.
Sie hatten im Jahr 2021 im Mittelmeerhafen von Sagunto erfolgreich mehrere Stunden den Gas-Tanker „Merchant“ aus den USA an der Einfahrt gehindert, der Frackinggas aus den USA an Bord hatte. Um zu verhindern, dass die Polizei die „Esperanza“ räumen und wegfahren konnte, hängte sich einer der Aktivisten an die Ankerkette, wo er erst nach 12 Stunden aufgab.
Die Richter konnten in der Aktion, anders als die Staatsanwaltschaft, keine „Handlungen von Gewalt oder Einschüchterung“ sehen, die „geeignet gewesen wären, den öffentlichen Frieden in dem für den Straftatbestand erforderlichen Maße schwerwiegend zu stören“.
Die zehn Aktivisten sowie der Kapitän des Greenpeace-Schiffes „Esperanza“ können aufatmen. Die Staatsanwaltschaft hatte ursprünglich eine Haftstrafe von fünf Jahren gefordert und diese später auf zwei Jahre und sechs Monate reduziert. Greenpeace hat zudem bereits eine Geldstrafe in Höhe von 160.000 Euro beglichen.
138.000 Kubikmeter Frackinggas aus den USA hatte das blockierte Schiff an Bord. Greenpeace protestierte mit der Aktion nicht nur allgemein gegen die Nutzung fossiler Brennstoffe, sondern auch gegen Fracking als solches. Dieses Verfahren ist eine besonders schädliche Abbaumethode, die unter anderem das Grundwasser verseucht.
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GAU
Tschernobyl: Partikelreste des explodierten Reaktorbrennstoffs erstaunlich stabil
Forschende haben winzige Partikel aus dem explodierten Reaktor des sowjetischen Atomkraftwerks Tschernobyl 4 untersucht. Dabei zeigte sich: Die Mikrostruktur der Überreste scheint erstaunlich stabil zu sein.
Die gute Nachricht zuerst: Große Mengen radioaktiver Strahlung aus den Überresten der Katastrophe von Tschernobyl (ukrainisch Tschornobyl) gelangen womöglich auf absehbare Zeit nicht in die Umwelt. Darauf deuten Ergebnisse von aufwendigen Untersuchungen hin, die ein Forscherteam der Universität Hannover und des Helmholtz-Zentrums Dresden-Rossendorf (HZDR) jetzt an Partikeln durchgeführt hat, die bei der Explosion am 26. April 1986 in die Umwelt gelangt sind.
Als der Reaktorblock 4 des damaligen Kraftwerks explodierte, wurden zahlreiche winzig kleine Partikel des nuklearen Brennstoffs in die Luft geschleudert und verteilten sich an verschiedenen Orten in der Region im Norden der Ukraine. Die Forschenden haben jetzt einige dieser winzigen Überreste am europäischen Elektronenbeschleuniger ESRF im französischen Grenoble mit extrem hochauflösender Röntgenstrahlung untersucht.
Kernbrennstoff von Tschernobyl: Warum bleibt die Kristallstruktur erhalten?
Ergebnis: Obwohl große Teile des Brennstoffs während der Explosion und beim nachfolgenden Brand mit Sauerstoff reagiert haben, ist die ursprüngliche Kristallstruktur offenbar weitgehend erhalten geblieben. Das sorgt dafür, dass die Partikel die radioaktiven Zerfallsprozesse weitgehend im Inneren einschließen.
Die schlechte Nachricht: Das Team um den Physiker Tobias Weissenborn von der Leibniz Universität Hannover und Christoph Hennig vom HZDR konnte insgesamt lediglich sechs Partikel von zwei verschiedenen Fundorten untersuchen. Schon da zeigt sich: "Jeder einzelne Partikel ist anders aufgebaut", so Weissenborn.
[...] Auch für die übrigen großen Mengen der in der Umwelt von Tschernobyl verteilten Überreste des Brennstoffs gilt: Selbst wenn ein überwiegender Großteil chemisch-physikalisch stabil ist, so kann ein Teil der radioaktiven Strahlung die Lebensdauer der Partikel dennoch übersteigen. Gut möglich sei also, dass noch in ferner Zukunft plötzlich viel Strahlung frei wird, wenn die Partikel durch Umwelteinflüsse soweit verwittert sind, dass sie zerfallen.
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Prüfung nach Fund von rostigem Fass
30 Fässer im Atommüll-Zwischenlager Biblis beschädigt
Nachdem in Biblis Rost an einem Fass mit schwach radioaktiven Abfällen entdeckt wurde, sind in dem Zwischenlager hunderte Behälter überprüft worden. Nach Monaten ist klar: 30 von ihnen wiesen Schäden auf.
Drei der Behälter mit schwach radioaktivem Inhalt haben Risse, zwei weitere jeweils ein kleines Loch, wie die Gesellschaft für Zwischenlagerung (BGZ) am Mittwoch mitteilte. An zahlreichen weiteren Fässern fanden sich demnach Korrosionsspuren.
Anlass der umfangreichen Inspektion war eine Entdeckung aus dem Jahr 2024. Damals waren rostige Stellen an einem der Fässer im Zwischenlager Biblis (Bergstraße) mit schwach radioaktiven Abfällen entdeckt worden.
In der Folge wurden alle 653 Behälter im betroffenen Lager 1 überprüft und die Schäden an insgesamt 30 Fässern entdeckt. Die Überprüfung dauerte insgesamt 18 Monate.
Umweltministerium: Keine Gefahr
Radioaktive Stoffe seien aus den beschädigten Fässern nicht ausgetreten. Das hätten entsprechende Messungen bestätigt, so die BGZ. "Der Schutz von Mensch und Umwelt war und ist stets gewährleistet", betonte auch das hessische Umweltministerium, die zuständige Aufsichtsbehörde.
Bei den beschädigten Behältern handele es sich um 200- und 400-Liter-Fässer, in denen Schutzkleidung, Bauschutt und Metallschrott aus dem ehemaligen Kernkraftwerk in Biblis gelagert sind, teilte die BGZ mit.
Fässer wurden falsch befüllt
Sie machte zwei Gründe für die aufgetretenen Schäden aus: 27 der betroffenen Fässer seien in den 1980er-Jahren falsch befüllt worden. Eine spezielle Zementmischung sei damals nicht ausreichend abgebunden worden, sodass die verbliebene Feuchtigkeit in den Fässern zu Korrosion führen konnte. Drei weitere Fässer seien beim Ein- oder Umladen beschädigt worden.
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Corpernicus-Bilanz
Der Sommer der Wahrheit
Mehr als die Hälfte des europäischen Kontinents war im Sommer 2026 zeitweise gesundheitsgefährdender Hitze ausgesetzt. Besonders betroffen war Westeuropa. Zu einem politischen Umdenken hat das nicht geführt.
Der Copernicus-Klimadienst der EU hat Bilanz gezogen: Der Sommer 2026 hat die Menschen in Europa außergewöhnlich stark durch Hitze belastet. Mehr als die Hälfte des Kontinents war zeitweise Temperaturen ausgesetzt, die für den menschlichen Körper gefährlich werden können.
Nach Copernicus-Angaben herrschte auf 52 Prozent der Fläche Europas mindestens einmal "sehr starker Hitzestress". Einen so hohen Anteil hat es seit Beginn der entsprechenden Aufzeichnungen noch nie gegeben.
"Sehr starker Hitzestress" bedeutet dabei mehr als nur hohe Lufttemperaturen. Entscheidend ist, wie die Bedingungen auf den menschlichen Körper wirken.
Der von Copernicus verwendete Universal Thermal Climate Index (UTCI) berücksichtigt neben der Temperatur unter anderem Luftfeuchtigkeit, Wind und Sonneneinstrahlung. Ab einem UTCI-Wert von 38 Grad sprechen die Fachleute von sehr starkem Hitzestress.
Dann muss der Körper erheblich mehr leisten, um seine Temperatur stabil zu halten. Gefährlich werden kann das besonders für Ältere, chronisch Kranke, Kleinkinder und Menschen, die im Freien arbeiten.
Hohe Luftfeuchtigkeit verschärft das Problem, weil Schweiß schlechter verdunstet und der Körper sich dadurch weniger effektiv abkühlen kann. Die Folgen reichen von Erschöpfung, Kreislaufproblemen und Dehydrierung bis zum lebensbedrohlichen Hitzschlag.
Der 52-Prozent-Wert zeigt damit eine andere Dimension der Erderwärmung als die üblichen Temperaturrekorde. Er beschreibt nicht nur, wie heiß der Sommer war, sondern wie groß die Fläche war, auf der die Hitze für Menschen eine starke körperliche Belastung bedeutete.
Rekordsommer 2003 übertroffen
Die neuen Daten sind Teil der Copernicus-Bilanz für den europäischen Sommer 2026. Demnach erlebte Europa insgesamt den drittwärmsten Sommer seit Beginn der Aufzeichnungen.
Für Westeuropa war es sogar der heißeste. Die Durchschnittstemperatur lag dort bei 21,7 Grad und damit 2,5 Grad über dem Mittel der Jahre 1991 bis 2020.
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Don Trumpls allerletzte Nachrichten
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7. Oktober 1957 (INES-5 NAMS 4,6) Atomfabrik
Windscale/Sellafield, GBR
Ein Feuer entzündete Plutonium und erzeugte eine sehr große Menge radioaktiven Staub (1786 TBq), der u.a. umliegende Milchviehbetriebe zur Aufgabe zwang.
(Kosten ca. 89,9 Millionen US$)
Nuclear Power Accidents
Die Nukleare Kette
Sellafield/Windscale, Großbritannien
Die größte zivile und militärische Atomanlage Europas steht in Sellafield. Während hier in der Vergangenheit Plutonium für das britische Atomwaffenprogramm produziert wurde, dient der Standort heute als Wiederaufbereitungsanlage für Atommüll. Der Großbrand von 1957 sowie zahlreiche radioaktive Lecks kontaminierten die Umwelt und setzten die Bevölkerung erhöhten Strahlenwerten aus ...
Das ganze Ausmaß des Unfalls und die Fehler in Organisation und Technik wurden 30 Jahre geheim gehalten.
Der Brand von Windscale im Oktober 1957, der als "schwerer Unfall" (INES 5) eingestuft wurde, ist der einzige Sellafield-Störfall aus der Zeit vor 2005, der noch nicht aus Wikipedia verschwunden ist!
Wikipedia
Windscale/Sellafield
Seit den späten 1940er Jahren und der Inbetriebnahme von Windscale/Sellafield wurden etwa 20 mehr oder weniger schwere Zwischenfälle gemeldet, bei denen Radioaktivität freigesetzt wurde. Bis Mitte der 1980er Jahre wurde der im täglichen Betrieb anfallende Atommüll in großen Mengen in flüssiger Form über eine Pipeline in die Irische See abgeleitet.
Windscale-Brand
Im Kernreaktor Pile No. 1 in Windscale bzw. Sellafield heizten Techniker den Reaktor an, um die so genannte Wigner-Energie aus dem als Moderator dienenden Graphit zu glühen ...
6. Oktober
Rechter Investor Peter Thiel beteiligt
US-Start-up eröffnet in Leipzig Werk für Marschflugkörper
Die Rüstungsindustrie verspricht viel Geld, das lockt auch Investoren wie Peter Thiel an. Nun eröffnet eines seiner Start-ups eine Fabrik in Sachsen.
Es ist ein Spruch, der eigentlich aus der Antiglobalisierungsbewegung kommt: „Think globally, act locally“, denke global, handel lokal. Nun hat ihn ein Rüstungsunternehmen in seinem Sinne abgewandelt: „built locally, produced globally“, bewirbt das US-Start-up Covenant seinen Marschflugkörper Anthem auf seiner Website. „Lokal zusammengebaut, global produziert“ soll diese Waffe also sein.
Ab kommenden Jahr will Covenant Anthem auch in Deutschland produzieren. Dafür eröffnete das Unternehmen am Montag im Leipziger Norden eine Produktionsstätte. Im ersten Jahr sollen dort 1.000 dieser Marschflugkörper produziert werden, 2028 dann 5.000 Stück. Leipzig werde der weltweit größte Standort von Covenant sein, versprach der Chef der 2024 gegründeten Firma, Michael Kauman. Weitere Produktionsstätten befinden sich in Texas und Israel.
[...] Der deutsche-US-amerikanische Tech-Milliardär Peter Thiel ist laut Medienberichten über die Risikokapitalgesellschaft Founders Found an Covenant beteiligt. Und ob dieser noch zu den Grundfesten der Demokratie steht, ist umstritten. Bereits im Jahr 2009 schrieb er in einem Essay: „Ich glaube nicht länger, dass Freiheit und Demokratie miteinander vereinbar sind.“ Später wurde Thiel, der auch an der Gründung von Unternehmen wie Paypal und Palantier beteiligt war, für seine Unterstützung von US-Präsident Donald Trump sowie dessen Vize J. D. Vance bekannt.
Thiel ist auch an Berliner Waffen-Start-up beteiligt
Covenant ist nicht das einzige Rüstungsunternehmen, bei dem Thiel die Finger mit im Spiel hat. Er ist auch an dem Berliner Drohnenhersteller Stark Defence beteiligt. Das 2024 gegründete Unternehmen gehört mit einem Marktwert von über 3 Milliarden Euro zu den wertvollsten Start-ups Deutschlands. Erst im Juni konnte es von Investoren eine halbe Milliarde Euro an frischem Kapital einsammeln. Grund dafür dürfte auch ein 270 Millionen Euro schwerer Auftrag sein, den Stark Defence im Februar von der Bundeswehr erhielt. Dabei hatte Verteidigungsminister Boris Pistorius (SPD) zuvor erklärt, er teile die Bedenken gegen Thiel „ausdrücklich“.
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Landtagspräsident in Sachsen-Anhalt
AfD-Erfolg bringt CDU und Schulze in Bedrängnis
Erstmals stellt die AfD einen Landtagspräsidenten. Die Wahl von Tobias Rausch in Sachsen-Anhalt bringt vor allem einen Politiker der CDU in Bedrängnis: Noch-Ministerpräsident Sven Schulze. Steht seine Fraktion noch hinter ihm?
[...] Dass Rausch gewählt würde, galt vorab als sicher. Die AfD bringt 39 Stimmen aus eigener Kraft auf, die fünf Abgeordneten des BSW, das seit dem 1. Oktober Bündnis Soziale Gerechtigkeit und Wirtschaftliche Vernunft heißt, hatten ihre Zustimmung zugesagt.
Unfreiwillige Hilfe kam zudem von der CDU: Fraktionschef Sven Schulze, noch Landesvorsitzender und Ministerpräsident, hatte angekündigt, seine Fraktion werde sich enthalten. Weil die Geschäftsordnung des Landtags Enthaltungen nicht mitzählt, senkte das die Hürde für Rausch.
Bei 83 Sitzen im Landtag und der konkreten Wahl mit 82 anwesenden Abgeordneten war entscheidend, dass Rausch die Mehrheit der abgegebenen gültigen Stimmen bekam. Es gab 48 Stimmen für ihn - bei fünf Enthaltungen.
[...] Vize-Wahl wird zum weiteren Paukenschlag
Auch die Wahl der Vizepräsidenten des Landtags wurde zum Machtspiel der AfD: Zunächst wurde die Geschäftsordnung dahingehend angepasst, dass die Stellvertreter nicht mehr, wie im April beschlossen, von den Fraktionen nach Wahlergebnis vorgeschlagen werden, sondern in einem offenen Rennen aus den Reihen aller Abgeordneten gewählt werden können. Damit war klar: Die AfD wird wie angekündigt den Hardliner und Verfasser des AfD-Wahlprogramms, Hans-Thomas Tillschneider, als Vizepräsidenten aufstellen. Der AfD-Mann war der einzige Kandidat für das Amt.
Vor der Wahl hatte das BSW angekündigt, Tillschneider nicht zu wählen. Das Ergebnis: Der AfD-Mann, der dem 2020 aufgelösten Flügel angehörte, wurde mit 44 Stimmen gewählt, bei 38 Nein-Stimmen ohne Enthaltungen. Das bedeutet, wenn es für Schulze von der CDU schlecht läuft, gibt es noch einen weiteren Abweichler und somit fünf in den eigenen Reihen.
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Inhalte bearbeitet:
Auch Wikipedia war das Ziel „ausgebrochener“ KI-Agenten
Seit Wochen kommen immer neue Fälle von KI-Agenten ans Tageslicht, die Internetplattformen kompromittiert haben. Auch bei der Wikipedia ist man fündig geworden.
Auch Wikipedia ist das Ziel „unautorisierter Bot-Aktivitäten von KI-Modellen“ geworden, so nennt die Onlineenzyklopädie Vorfälle, die in der Öffentlichkeit zuletzt zumeist „ausgebrochenen KI-Agenten“ zugeschrieben wurden. In einem ausführlichen Blogeintrag hat Selena Deckelmann von der Wikimedia Foundation jetzt zusammengetragen, was eine diesbezügliche Suche in den eigenen Protokollen zutage gefördert hat. Gefunden hat man demnach Spuren von Bearbeitungen von Wikimedia-Inhalten, Zugriffe auf ein Notiz-Werkzeug und „exzessive Downloads von Daten“ durch nicht korrekt deklarierte KI-Modelle. Eine Gefahr hätten die Aktionen nicht bedeutet, aber die Funde würden deutlich machen, wie die KI-Aktionen Ressourcen abziehen und Kosten für Infrastruktur in die Höhe treiben.
Nicht die erste Kritik
Die Verantwortlichen der Wikipedia haben in der Vergangenheit schon öfter darauf aufmerksam gemacht, was für Folgen die massenhaften Zugriffe durch KI-Modelle für die eigenen Systeme haben. Nach den zahlreichen Berichten über „ausgebrochene“ KI-Agenten habe man nun prüfen wollen, ob man auch das Ziel solcher Aktivitäten geworden sei. Dabei habe man keine Hinweise dafür gefunden, „dass unsere Systeme zur Koordination zwischen Agenten genutzt wurden, und auch keine Hinweise darauf, dass unsere Systeme oder Daten kompromittiert wurden“, schreibt Deckelmann. Trotzdem sei man besorgt über das, was habe geschehen können: „Wir sollten nicht zulassen, dass dieses Verhalten zur ‚neuen Normalität‘ für die Personen oder Organisationen wird“, die das offene Internet aufrechterhalten, fordert sie.
Entdeckt wurden demnach unter anderem Spuren von Bearbeitungen auf Wikimedia, die wohl von KI-Modellen vorgenommen wurden. Die seien aber nicht auf Seiten erfolgt, deren Inhalte öffentlich einsehbar waren, sondern stattdessen in Testbereichen. Getätigt wurden demnach wohl auch Änderungen in einer Konfigurationsseite, die möglicherweise böswillig gewesen seien und „darauf abzielten, dieses Tool als Proxy zum Abrufen von Daten aus Remote-Diensten zu missbrauchen“.
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500 MW Erneuerbare plus Batteriespeicher:
Großprojekt für 24/7-Strom in Indien
Solar, Wind und Speicher sollen in Karnataka eine kontinuierliche Versorgung mit erneuerbarer Energie ermöglichen
In Indien entsteht ein großdimensioniertes Erneuerbaren-Projekt, das Solar- und Windkraft mit Batteriespeichern kombiniert. Die japanische Sumitomo Corporation beteiligt sich mit 49 Prozent an einem Projekt von Hero Future Energies (HFE), einem Unternehmen der indischen Hero Group.
Im südwestindischen Bundesstaat Karnataka werden rund 500 MWp Solar- und Windkraft mit einem 200-MWh-Batteriespeicher verbunden. Damit soll erneuerbarer Strom nicht nur dann verfügbar sein, wenn die Sonne scheint oder der Wind weht: Das Zusammenspiel der Technologien soll eine Stromversorgung rund um die Uhr ermöglichen.
Der erzeugte Strom wird überwiegend über einen 25-jährigen Stromabnahmevertrag an das staatliche indische Energieunternehmen SJVN verkauft. Gerade zu den morgendlichen und abendlichen Spitzenlastzeiten soll der Batteriespeicher helfen, die Versorgung abzusichern. Überschüsse können am Strommarkt vermarktet werden.
Dimension zeigt neue Rolle von Speichern
Mit 500 MW Erzeugungsleistung und 200 MWh Speicherkapazität gehört das Vorhaben zu den größeren integrierten Erneuerbaren-Projekten Indiens. Es zeigt zugleich, wie sich der Schwerpunkt beim Ausbau erneuerbarer Energien verschiebt: Neben möglichst viel neuer Wind- und Solarleistung wird zunehmend entscheidend, wann der Strom verfügbar ist.
Indien will seine Stromerzeugungskapazität aus nicht-fossilen Quellen bis 2030 auf 500 GW steigern. Mit dem wachsenden Anteil von Wind- und Solarenergie gewinnen deshalb Speicher und intelligentes Energiemanagement an Bedeutung.
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Texas: Kohlekraftwerk Tolk soll durch Wind, Solar und Speicher ersetzt werden
Regulierungsbehörde genehmigt Ausbau erneuerbarer Energien - dadurch könnten bis zu 1,2 Milliarden Gallonen (4,5 Milliarden Liter) Grundwasser jährlich gespart werden
Austin -Im US-Bundesstaat Texas ist der Weg für die Stilllegung des Kohlekraftwerks Tolk bei Lubbock frei. Die texanische Public Utility Commission (PUC) hat dem Betreiber Southwestern Public Service Company (SPS) erlaubt, das Kraftwerk Anfang 2029 vom Netz zu nehmen und gleichzeitig neue Anlagen für erneuerbare Energien und Batteriespeicher zu errichten.
Geplant sind insgesamt 1.100 Megawatt Windkraft, 189 Megawatt Solarenergie und 322 Megawatt Batteriespeicher. Die Anlagen sollen Strom für rund 375.000 Haushalte in Texas und New Mexico bereitstellen und dabei helfen, die Versorgung im Stromnetz des Southwest Power Pool abzusichern.
Kohlekraftwerk verbraucht Milliarden Liter Grundwasser
Die Stilllegung von Tolk hat nicht nur Auswirkungen auf die Stromversorgung, sondern auch auf die Wasserressourcen der Region. Das Kraftwerk nutzt Grundwasser aus dem Ogallala-Aquifer, einem der wichtigsten Grundwasserspeicher Nordamerikas und einer zentralen Wasserquelle für die Landwirtschaft in den Great Plains.
Nach einer vom Sierra Club veröffentlichten Analyse verbrauchte Tolk im Jahr 2024 rund 1,2 Milliarden US-Gallonen Grundwasser, das sind umgerechnet etwa 4,5 Milliarden Liter. Noch 2015 waren es demnach rund 3,3 Milliarden Gallonen beziehungsweise etwa 12,5 Milliarden Liter.
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5. Oktober
Freie Bahn für Uran-Deal mit Russland in Lingen: Sofort-Vollzug wird erteilt – BUND-Klage vorerst ausgehebelt
Der Chef des Bundesnachrichtendienstes (BND) spricht von einem „Schattenkrieg“ mit Russland und warnt vor „einem Anschlagsrisiko“, wie die Tagesschau meldet. Dennoch: Der russische Atomgigant Rosatom darf sich an der Herstellung von Uranbennstoff im niedersächsichen Lingen beteiligen und bekommt dafür nun sogar den Sofort-Vollzug genehmigt. Den hatte der Betreiber der emsländischen Uranfabrik beantragt, nachdem der BUND mit einer Klage gegen diesen Atom-Deal die Umsetzung der Pläne außer Kraft gesetzt hatte. Trotz zahlreicher sonstiger Sanktionen gegen Russland: Die Atomgeschäfte sind in der EU und Seitens der Bundessrepublik komplett ausgenommen. Auf Anfrage von umweltFAIRaendern teilt das im Auftrag der Bundesregierung zuständige Umweltministerium in Niedersachsen jetzt mit: „Auf Grundlage der Sicherheitseinschätzung des Bundes wird demnächst dem Sofortvollzug stattgegeben.“
[...] Ende Juli hatte das Umweltminsterium in Niedersachsen trotz erheblicher Bedenken auf Druck der Bundesregierung die Genehmigung für die Advanced Nuclear Fuels (ANF) Lingen erteilt. Der russische Atomkonzern liefert Technik, Lizenzen und auch Uranprodukte, aus denen dort künftig Brennelemente vom russischen Typ VVER/WWER zum Einsatz in den entsprechenden Atomkraftwerken vor allem in Osteuropa hergestellt werden sollen. Dazu haben Russland und Frankreich eine gemeinsame Gesellschaft mit Sitz in Lyon gebildet. Die Fertigung selbst erfolgt dann in der Uranfabrik in Lingen, die vom Atomausstieg in Deutschland ausgenommen sind.
Atomkraftgegner*innen hatten auf die erheblichen Sicherheitsrisiken einer Beteiligung von Russland mit dem nuklearen Staatskonzern Rosatom gewanrt. Zuletzt wiesen sie darauf hin, dass Rosatom inzwischen auch an der russischen Drohnenproduktion beteiligt ist.
Der BUND in Niedersachsen hatte Im August Klage gegen diese Genehmigung erhoben. Diese Klage für vorerst dazu, dass die Genehmigung nicht rechtskräftig war und von ANF Lingen nicht umgesetzt werden konnte. Als Rechtsmittel beantragte die ANF Lingen unmittelbar den sogenannten „Sofort-Vollzug“. Wird der Sofort-Vollzug von der Behörde erteilt – wie Niedersachsen das nun ankündigt, verliert die Klage vom BUND die „aufschiebende Wirkung“. ANF kann also die notwendigen Maschinen -die bereits in Lingen vor Ort zwischengelagert werden – einbauen und Schritt für Schritt in Betrieb nehmen.
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Anhörung vor Kontrollgremium
BND-Chef warnt vor "gewaltsamem Konflikt mit Russland"
Nach Einschätzung von BND-Chef Jäger befindet sich Deutschland in einem "Schattenkrieg" mit Russland. Bei ihrer jährlichen Anhörung warnten die Nachrichtendienste erneut vor einem Anschlagsrisiko - und drängten auf mehr Befugnisse.
Der Präsident des Bundesnachrichtendienstes (BND), Martin Jäger, sieht das Risiko einer Konfrontation Deutschlands mit Russland. "Deutschland ist in Gefahr, in einen gewaltsamen Konflikt mit Russland zu geraten", sagte Jäger in einer öffentlichen Anhörung vor dem Parlamentarischen Kontrollgremium des Bundestags.
"Der Anschlagsversuch von Leipzig ist nur ein Beispiel dafür: Von keinem anderen Land geht aktuell eine so direkte, umfassende und konkrete Bedrohung gegen Deutschland aus", warnte Jäger. Die russischen Geheimdienste agierten "hochprofessionell und rücksichtslos". Somit sei die Gefahr von Anschlägen gegen Ziele in Deutschland "weiter real und gegenwärtig".
In der aktuellen Lage seien die Nachrichtendienste deswegen "die erste Verteidigungslinie", betonte der Präsident des BND, dessen Dienst für die Auslandsaufklärung verantwortlich ist.
Jäger: Russland führt einen "Schattenkrieg"
Insbesondere wolle die russische Führung "für die Zukunft gewährleisten, dass in Berlin und anderen europäischen Hauptstädten keine politischen Entscheidungen gegen Moskau getroffen werden", sagte er.
Zudem gehe es Moskau darum, Europas Unterstützung für die Ukraine zu stoppen. Seit dem Sommer habe sich die russische Kriegsführung gegen die Ukraine deutlich verschärft. Gleichzeitig versuche Russland, Rüstungslieferungen zu unterbinden.
"Russland führt einen Schattenkrieg gegen uns: Dieser unerklärte Krieg ist nicht mit herkömmlichen militärischen oder rechtlichen Kategorien zu fassen", erklärte Jäger. "Wir müssen uns auf Einschüchterungsversuche und weitere Einmischungen einstellen." Vermutlich werde es auch erneute nukleare Drohungen geben.
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NSU-Mord in Hamburg
Der Generalbundesanwalt behindert Aufarbeitung
Ein volles Jahr wartet das von der Bürgerschaft beauftragte Forschungsteam nun schon auf die Freigabe von Polizei-Akten. Viel Zeit bleibt nicht mehr.
An die 80.000 Aktenseiten hat das interdisziplinäre Forschungsteam bereits gesichtet, das im Auftrag der Hamburger Bürgerschaft den Mord an Süleyman Taşköprü in Hamburg untersucht. Terroristen der Nazi-Gruppe Nationalsozialistischer Untergrund (NSU) hatten Taşköprü 2001 in seinem Gemüseladen erschossen. Die Hamburger Bürgerschaft hat sich, anders als in vielen Bundesländern, gegen einen Untersuchungsausschuss und stattdessen für eine wissenschaftliche Aufarbeitung der Frage entschieden, warum die Sicherheitsbehörden damals lange nicht in Richtung Rechtsterrorismus ermittelten.
Erste Medienanalysen sind schon gemacht. Es könnte jedoch sein, dass die wissenschaftliche Aufarbeitung nicht zum Abschluss kommt. Denn der Generalbundesanwalt in Karlsruhe will die Akten des Landeskriminalamts in Hamburg weiterhin nicht freigeben. Die Forschenden haben sich deswegen an das zuständige Oberlandesgericht Karlsruhe gewandt.
Der Rechtsstreit koste nicht nur Zeit, er binde auch „erhebliche juristische Ressourcen“, sagte Charlotte Schmitt-Leonardy, Rechtswissenschaftlerin an der Universität Bielefeld, im Saal 151 des Hamburger Rathauses, in dem das Team kürzlich den Stand seiner Forschung darlegte. Dessen Leiter, Konstantin Goschler, Zeithistoriker an der Ruhr-Uni Bochum, wies darauf hin, dass die Wissenschaftler:innen den Austausch zwischen dem Landeskriminalamt (LKA), speziell dem Staatsschutz, und dem Landesamt für Verfassungsschutz (LfV) nicht beurteilen könnten, solange die LKA-Akten nicht einsehbar seien.
Teammitarbeiter Ivo Komljen präzisierte, aus den vorliegenden Quellen aus dem Staatsschutz zeichne sich teilweise ab, dass eine „Wissensasymmetrie“ zwischen LfV und LKA und ein „dysfunktionaler Reibungsprozess“ bestand, der zu der anhaltenden Annahme eines Mordes aus kriminellen Tatmotiven geführt habe – und dazu, rechtsextreme Motive auszublenden. Genauer könne dies aber nur mit den LKA-Akten nachvollzogen werden. Nur so sei eine Schlussfolgerung mit Empfehlungen möglich.
Akteneinsicht vor einem Jahr beantragt
Schon seit dem 12. Januar dieses Jahres liegt beim Karlsruher Oberverwaltungsgericht ein Antrag der Forschungsgruppe und der Hamburger Bürgerschaft auf eine gerichtliche Entscheidung über die Einsicht in diese Akten vor. Das Gericht soll den Generalbundesanwalt verpflichten, dem Antrag des Forschungsteams auf Akteneinsicht vom 4. Oktober 2025 stattzugeben. Mit der Verweigerung der Akteneinsicht hat der Generalbundesanwalt mittlerweile schon zwölf Monate lang die wissenschaftliche Arbeit behindert.
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Schweiz: Atomkraftwerke brauchen mehr Wasser als die Landwirtschaft
Greenpeace warnt vor wachsendem Kühlwasserbedarf von AKW in Zeiten von Hitze und Dürre - Atomkraftwerke Gösgen und Leibstadt verbrauchen jährlich mehr als 35 Millionen Kubikmeter Wasser
Bern - Atomkraftwerke benötigen für die Kühlung ihrer Reaktoren große Mengen Wasser. In der Schweiz zeigt sich das besonders deutlich bei den AKW Gösgen und Leibstadt: Beide Anlagen entnehmen jährlich zusammen fast 140 Millionen Kubikmeter Wasser aus Aare und Rhein. Mehr als ein Viertel davon verdunstet in den Kühltürmen, insgesamt über 35 Millionen Kubikmeter pro Jahr.
Damit liegt der Wasserverbrauch der beiden Atomkraftwerke in der Größenordnung des gesamten Schweizer Wasserbedarfs für die landwirtschaftliche Bewässerung – in trockenen Jahren sogar darüber. Das geht aus dem Greenpeace-Bericht „Hitzewelle und Atomkraft: Wasser unter Hochspannung“ hervor.
Kühlwasser wird zum Klimathema
Die Zahlen gewinnen vor dem Hintergrund des Klimawandels an Bedeutung. Häufigere und längere Hitze- und Trockenperioden setzen Flüsse und andere Gewässer unter Druck. Gleichzeitig steigt in heißen und trockenen Sommern der Wasserbedarf der Landwirtschaft.
Nach Angaben von Greenpeace wird der Wasserbedarf der Schweizer Landwirtschaft für die Bewässerung auf etwa 10 Millionen Kubikmeter in einem niederschlagsreichen Jahr und 30 bis 40 Millionen Kubikmeter in einem trockenen Jahr geschätzt.
Die beiden AKW Gösgen und Leibstadt verdunsten somit jährlich mehr Wasser, als die gesamte Schweizer Landwirtschaft in einem trockenen Jahr für die Bewässerung benötigt, je nach Vergleichsjahr etwa das Ein- bis mehr als Dreifache.
Neue AKW würden ebenfalls Wasser benötigen
Die Diskussion ist für die Schweiz auch deshalb relevant, weil die Bevölkerung im kommenden Jahr über den Bau neuer Atomkraftwerke entscheiden soll. Greenpeace weist darauf hin, dass auch moderne Reaktoren auf Kühlsysteme und damit auf große Wassermengen angewiesen sind.
„Politik und Wissenschaft haben in den bisherigen Debatten den enormen Wasserbedarf von AKW zur Kühlung ihrer Reaktoren sowie deren Auswirkungen auf die Umwelt ausgeblendet“, sagt Florian Kasser, Nuklearexperte bei Greenpeace Schweiz. Keine der derzeit verfügbaren Reaktortechnologien könne die Flüsse vollständig von dieser Belastung verschonen, so Kasser.
Besonders problematisch könnte die Situation in trockenen Sommern werden. Sinkende Abflussmengen in Flüssen können die Möglichkeiten zur Kühlung einschränken. Gleichzeitig konkurrieren verschiedene Nutzer um die knapper werdende Ressource Wasser.
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Sollte es zum Bolsonaro-Triumph kommen, werden sich vor allem zwei freuen
Nach dem ersten Wahlgang gibt es in Brasilien noch keinen neuen Präsidenten, und doch einen Sieger: Flávio Bolsonaro. Er ist nun Favorit bei der Stichwahl gegen Präsident Lula da Silva.
Die Wahlschlappe für Präsident Lula da Silva zeichnete sich schon seit Tagen ab
Die Umfrageergebnisse wurden schlechter, verzweifelt suchte er nach neuen Themen wie dem Verbot von Wettspielen, doch die brasilianischen Wähler zeigten sich zunehmend müde von dem stets heiseren 80-jährigen Altlinken. Seine Regierungsarbeit bewerteten sie eher negativ (49 zu 44 Prozent). Zudem griff die Opposition ihn furios an, vor allem in den sozialen Medien. Mit viel Polemik, auch mit Lügen und der Hilfe von Künstlicher Intelligenz.
Lulas Wahlergebnis mag solide klingen, ist aber dennoch ernüchternd. Obwohl er 45 Prozent erhielt, mehr als 53 Millionen Stimmen, landete er hinter seinem Hauptrivalen, Senator Flávio Bolsonaro (47 Prozent). Damit kommt es am 25. Oktober zur Stichwahl zwischen ihm und dem Sohn des ehemaligen Präsidenten Jair Bolsonaro. Viel hätte nicht gefehlt und Flávio Bolsonaro, 45, hätte schon im ersten Wahlgang den Sieg eingefahren.
[...] Sollte es zum Bolsonaro-Triumph kommen, werden sich vor allem zwei freuen: Sein Vater Jair, der dann mit einer Amnestie rechnen kann. Und Donald Trump. Lula war einer der wenigen, der Trump die Stirn bot, und zwar durchaus mit Erfolg. Mit dem Sieg der Ultrarechten in Brasilien wäre dann – ausgenommen Uruguay – der gesamte Kontinent in den Händen Trump-genehmer Präsidenten.
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Don Trumpls allerletzte Nachrichten
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5. Oktober 1966 (INES-4) Experimenteller Brutreaktor
Enrico-Fermi-1, Mi, USA
Fermi-1, der Prototyp eines schnellen Brutreaktors, erlitt eine partielle Brennstoffschmelze.
(Kosten ca. 23 Millionen US$)
Nuclear Power Accidents
AtomkraftwerkePlag
Enrico-Fermi-1
... Mit dem Bau des Schnellen Brüters bei Monroe im Bundesstaat Michigan südlich von Detroit am Eriesee war 1956 begonnen worden, 1963 ging der Reaktor in Betrieb.
[ ...] Die Baukosten hatten sich gegenüber der ursprünglichen Schätzung auf 135 Mio. Dollar verdreifacht, und Anfangsschwierigkeiten beim Betrieb führten zu finanziellen Verlusten. Der Reaktor produzierte 1966, im Jahr seiner Inbetriebnahme, nur Strom für 300.000 US-Dollar und kleinste Mengen an Brennstoff. Nach einem Unfall am 5. Oktober 1966 wurde er vier Jahre repariert, erreichte aber auch danach nie seine volle Leistung.
[ ...] Der Reaktor befindet sich im sicheren Einschluss; die Schließung soll 2032 erfolgen ...
4. Oktober
Gernot Erler: "Mit militärischen Mitteln kann man keinen Frieden schaffen"
Der frühere Russland-Beauftragte Gernot Erler über das Manifest des Erhard-Eppler-Kreises, Aufrüstung und Chancen für Diplomatie mit Moskau.
Ex- Bundeskanzler Scholz sprach von einer Zeitenwende, Verteidigungsminister Pistorius forderte gar, Deutschland müsse kriegstauglich werden. Spätestens seit dem russischen Einmarsch in die Ukraine geben auch in der SPD diejenigen den Ton an, die die Entspannungspolitik der 1970er und 80er Jahre für gescheitert erklären und stattdessen auf militärische Stärke und Konfrontation mit Russland setzen.
Widerstand dagegen kommt von SPD-Friedenskreisen wie dem Erhard-Eppler-Kreis, der im vorigen Jahr das Manifest "Friedenssicherung in Europa durch Verteidigungsfähigkeit, Rüstungskontrolle und Verständigung" veröffentlicht hat.
Jetzt ist im Westendverlag das Buch zum Manifest erschienen. Dietmar Ringel hat mit dem Mitherausgeber des Buchs, dem früheren Staatsminister im Auswärtigen Amt und Russland-Beauftragten der Bundesregierung, Gernot Erler, gesprochen.
Herr Erler, das Manifest für den Frieden wurde von vielen prominenten SPD-Politikern unterzeichnet, darunter Minister, Abgeordnete, Oberbürgermeister – die meisten allerdings a.D., also außer Dienst. Wie viel Einfluss hat diese Gruppe innerhalb der Partei?
Gernot Erler: Wir freuen uns über jeden, der das Manifest unterstützt, unabhängig von seinem Alter und seiner Funktion. Was wir uns zutrauen ist nachdenklich zu machen – innerhalb und außerhalb der SPD.
Verteidigungsminister und SPD-Mitglied Boris Pistorius hat den Friedenskreisen im Zusammenhang mit dem Manifest Realitätsverweigerung vorgeworfen. Wie gehen Sie damit um?
Gernot Erler: Von welcher Realität sprechen wir? Der Bundeshaushalt liegt bei knapp 525 Mrd.€, der Plan für 2027 sieht 555 Mrd. € vor, für Rüstung soll aber bis 2030 700 Mrd. € ausgegeben werden, und zwar auf Kreditbasis.
Das sprengt jeden Rahmen, auf Kosten von anderen notwendigen Investitionen für Wirtschaft, Soziales und Klimawende.
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Südkorea soll künftig Trumps Atompläne finanzieren
Seoul plant Milliardeninvestitionen in die US-Energieversorgung. Acht große Reaktoren sollen entstehen – ob sie tatsächlich kommen, ist noch offen.
Die Trump-USA wollen wieder Atomkraftwerke bauen, und Südkorea soll dabei kräftig mitfinanzieren. Beide Länder haben einen Rahmen für den Bau von acht großen Reaktoren vereinbart. Dafür sind bis zu 120 Milliarden Dollar vorgesehen. US-Handelsminister Howard Lutnick hat Ohio, Tennessee, South Carolina und Kentucky als Standorte benannt. Das Vorhaben gehört zu einem Investitionspaket, das Seoul unter dem Druck der US-Zollpolitik zugesagt hat. Präsident Donald Trump präsentiert es als Erfolg seiner Strategie, ausländisches Kapital für die US-Wirtschaft zu mobilisieren.
Insgesamt umfasst die Zusage 350 Milliarden Dollar, davon 150 Milliarden für den Schiffbau und 200 Milliarden für strategische Investitionen. Im Gegenzug wurden US-Zölle auf viele südkoreanische Waren auf 15 Prozent gesenkt. Neben den Atomprojekten steht ein Gaskraftwerk in Texas für 22,3 Milliarden Dollar auf dem Programm. Seine Leistung von knapp 6,5 Gigawatt soll vor allem den Stromhunger von KI-Rechenzentren decken. Ein erster Teil soll 2029, die gesamte Anlage 2032 in Betrieb gehen. Des Weiteren geht es um ein Flüssiggasprojekt in Alaska.
Südkorea erhofft sich besseren Zugang
Das Atomprogramm sieht sechs AP1000-Reaktoren des US-Unternehmens Westinghouse und zwei südkoreanische APR1400 vor. Koreanische Firmen sollen Bauleistungen und Ausrüstung liefern. Seoul erhofft sich davon Zugang zum US-Markt und bessere Chancen für weitere Exporte. Auch eine Beteiligung an Westinghouse wird angestrebt. Der Finanzrahmen enthält 100 Milliarden Dollar für den Bau und 20 Milliarden als Reserve. Vor endgültigen Investitionsentscheidungen will Seoul die Wirtschaftlichkeit jedes Projekts prüfen.
[...] „Klassische Ankündigungspolitik“ von Trump
WNISR-Herausgeber Mycle Schneider sagte der FR dazu: „Bisher sieht es so aus, als ob die Trump-Administration wieder einmal vorschnell den Stand von bilateralen Verhandlungen falsch darstellt.“ Tatsächlich sei nach aktuellen Berichten nur ein Gasprojekt in Texas mehr oder weniger ausverhandelt. Kein einziges Atomprojekt sei bisher konkretisiert, weder seien konkrete Standorte definiert noch Genehmigungen erteilt. Das sei „klassische Ankündigungspolitik“.
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Regenfälle und Gewitter
Schwere Unwetter in Südeuropa: Überschwemmungen auf Kreta
In Teilen Griechenlands, Spaniens und Frankreichs haben starke Regenfälle Überschwemmungen ausgelöst. Auch in Italien nimmt die Unwettergefahr zu
Heftige Regenfälle und Gewitter haben auf der bei Urlaubern beliebten griechischen Insel Kreta Überschwemmungen ausgelöst und Schäden verursacht. Menschen steckten in ihren Autos fest, einige Touristen mussten evakuiert werden, wie die Behörden am Samstag mitteilten. "Eine Frau musste sicherheitshalber ins Krankenhaus gebracht werden", sagte der Bürgermeister der Hafenstadt Ierapetra, Manolis Frangoulis, der Nachrichtenagentur AFP.
In der Stadt an der Südostküste Kretas hatte es am Freitag und Samstag heftige Regenfälle gegeben. Durch die Überschwemmungen wurden einige Autos und Bäume ins Meer gespült. Andernorts waren Straßen durch angespültes Geröll unpassierbar.
Menschen saßen in Autos fest
Auf der Straße zwischen Ierapetra und Sitia steckten wegen der Überflutungen 23 Menschen in ihren Autos fest, wie der Fernsehsender ERT berichtete. Drei Touristen und ihr Taxifahrer wurden im Auto von einem Sturzbach fortgerissen, sie konnten aussteigen und sich in Sicherheit bringen, als das Taxi an einer Böschung hängenblieb. In dem bei Touristen beliebten Hafen Canea beschädigten riesige Wellen Restaurants und andere Treffpunkte von Touristen an der Strandpromenade.
Die Zivilschutzbehörde rief die Bewohner mehrerer Orte auf, höher gelegene Gebiete aufzusuchen. Der stellvertretende Gouverneur der Region Heraklion, Nikos Syrigonakis, teilte mit, Hilfsdienste seien dabei, kleine Erdrutsche zu beseitigen und Straßen von Geröll zu befreien. Sie seien weiter in Alarmbereitschaft und behielten die Pegel von Bächen und Flüssen im Blick, sagte er der griechischen Nachrichtenagentur ANA.
[...] Innerhalb von 24 Stunden wurden auf der Insel und in der südlichen Ägäis rund 22.000 Blitze registriert. Nach weiteren Angaben des griechischen Wetterdienstes sollen die heftigen Regenfälle noch einige Stunden anhalten. Danach soll sich das Wetter weiter beruhigen.
Auf Kreta wurden weite Teile der landwirtschaftlichen Produktion zerstört und zahlreiche Straßen von den Wassermassen unterspült. Viele Häuser wurden beschädigt. Vielerorts fiel der Strom aus. Nach Angaben von Meteorologen im Raum Rethymno fielen bis zu 500 Liter Regen pro Quadratmeter, wie die Behörden mitteilten.
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Neue Unwetterwarnung:
Reisebeschränkungen in Katalonien nach stärkstem Regen seit 20 Jahren
Der Katastrophenschutz hat am Sonntag ein neues Es-Alert an fünf katalanische Landkreise geschickt, um die Bewegungseinschränkung zu erinnern. In Barcelona war es der regenreichste Samstag seit mindestens 20 Jahren, der Besòs überschritt die Gefahrenschwelle.
Der Katastrophenschutz der Generalitat hat an diesem Sonntag eine neue Es-Alert-Warnmeldung verschickt. Sie ging an die Mobiltelefone der Bevölkerung im Vallès Oriental, im Maresme, in der Selva, im Baix Empordà und im Gironès.
In der Nachricht werden die Menschen aufgefordert, die geltenden Bewegungseinschränkungen zu beachten. Der Starkregen hält an. Wer in einer dieser Regionen lebt, soll auf nicht notwendige Fahrten verzichten.
Bereits am Samstag um 16.48 Uhr hatte der Dienst eine erste Es-Alert-Meldung an 20 katalanische Kreise geschickt. Darin wurde empfohlen, ab 20.00 Uhr alle Aktivitäten und Fahrten einzustellen. Die Unwetterlage könne sich nach dieser Warnung bis 14.00 Uhr am Sonntag hinziehen.
Seit gestern Mittag prasselt der Regen auf den katalanischen Küstenstreifen, der wegen eines im Mittelmeer entstandenen mesoskaligen Konvektionssystems im Alarmzustand ist.
Bis Mitternacht am Sonntag fielen im Barcelonès zwischen 100 und 200 Liter Regen pro Quadratmeter. Meteocat registrierte 190,8 Liter im Stadtviertel Raval, 170,3 auf dem Universitätscampus an der Diagonal, der höchste Wert seit 18 Jahren, und 152 Liter im Umfeld des Museums von Badalona, ein Rekordwert seit 21 Jahren.
Im Raval gingen zeitweise 3,4 Liter in einer Minute und 36,1 Liter in einer halben Stunde nieder. Nach Angaben von Meteocat ist das fast doppelt so viel wie am 24. März 2017, als sich in dem Viertel 95,4 Liter ansammelten.
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Erneuerbare Energien
An diesen AKW-Standorten wachsen XXL-Batteriespeicher
Die Kernkraftwerke sind abgeschaltet, doch ihre Standorte könnten für die deutsche Energieversorgung wichtiger bleiben als gedacht: An gleich mehreren ehemaligen AKW entstehen große Batteriespeicher. Gundremmingen, Philippsburg, Brokdorf und Isar sollen künftig dabei helfen, überschüssigen Strom zwischenzuspeichern.
Ein dumpfes Rumpeln, eine dichte Staubwolke, dann sinken die beiden riesigen Kühltürme des Atomkraftwerks (AKW) Gundremmingen in sich zusammen. Schon wenige Tage später findet am Standort des abgerissenen Kernkraftwerks der Spatenstich für einen großen Batteriespeicherstandort statt. Wo früher Kernreaktoren rund um die Uhr Strom produzierten, sollen künftig riesige Batterien Energie aufnehmen und bei Bedarf wieder ins Netz einspeisen.
Über den Atomausstieg in Deutschland wurde jahrelang heftig diskutiert. Deutlich weniger Aufmerksamkeit bekommt dagegen, was heute an einigen der ehemaligen Kernkraftwerksstandorte passiert. Dabei entstehen dort Batteriespeicher in einer Größenordnung, die noch vor wenigen Jahren kaum vorstellbar schien.
Batteriespeicher Gundremmingen: RWE baut 700-MWh-Speicher
Ein besonders eindrucksvolles Beispiel ist Gundremmingen an der Donau. Ende Oktober 2025 fielen dort die beiden rund 160 Meter hohen Kühltürme des stillgelegten Kernkraftwerks. Nun baut RWE dort einen Batteriespeicher mit 400 MW Leistung und 700 MWh Kapazität. Diese Zahlen sind zunächst schwer einzuordnen.
Doch die Größenordnung wird deutlich, wenn man den Speicher mit der heute in Deutschland vorhandenen Großspeicherkapazität vergleicht: Der neue Speicher in Gundremmingen entspricht grob einem Zehntel dessen, was derzeit bundesweit am Netz hängt. Und Gundremmingen ist kein Einzelfall.
Philippsburg bekommt einen noch größeren Batteriespeicher
Auch am abgeschalteten Kernkraftwerk Philippsburg entsteht ein Großspeicher. Dort wird seit Juni an einem Batteriespeicher mit 400 MW Leistung und 800 MWh Kapazität gearbeitet. Die Inbetriebnahme ist für Ende 2027 vorgesehen.
Damit fällt die Anlage sogar noch etwas größer aus als das Projekt in Gundremmingen. Der Titel „Deutschlands größter Batteriespeicher“ könnte in den kommenden Jahren also mehrfach neu vergeben werden. Denn weitere ehemalige Atomstandorte sollen folgen.
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Don Trumpls allerletzte Nachrichten
IMHO: Don Trumpl lügt, betrügt und ist durch und durch korrupt.
Warum ist dieser Horrorclown nicht hinter Gittern?
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Aktuelles+
4. Oktober 2026
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Krypto-Milliardäre kaufen in den USA und Grossbritannien Wahlen
Nigel Farage erhält 72 Millionen Pfund. In Ohio bekämpft die Krypto-Branche einen Demokraten mit 30 Millionen Dollar.
Milliardäre können die Demokratie pervertieren. Ein Beispiel aus den USA und eines aus Grossbritannien.
Eine von der Kryptoindustrie finanzierte Super-PAC will mindestens 30 Millionen Dollar ausgeben, um bei den Zwischenwahlen vom 3. November die Rückkehr des Demokraten Sherrod Brown in den US-Senat zu verhindern. Sie zahlt 30 Millionen Dollar für den republikanischen Gegenkandidaten!
Brown war bis 2025 Vorsitzender des Bankenausschusses im US-Senat und dort einer der schärfsten Verfechter einer Regulierung der Krypto-Branche. Das hat ihn den Senatssitz gekostet. Denn die Krypto-Lobby hatte bereits 2024 rund 40 Millionen Dollar in seine Abwahl als Senator investiert – erfolgreich. Es gewann ein von Präsident Trump unterstützter Republikaner.
72 Millionen Pfund für Nigel Farage
Jetzt zu Grossbritannien. Dort kündigte Krypto-Milliardär Ben Delo am 11. September 2026 als Erster an, der Partei Reform UK von Nigel Farage insgesamt 36 Millionen Pfund zu geben. Sein Plan lautete zunächst 1 Million Pfund pro Monat bis zum spätestmöglichen Termin der nächsten Unterhauswahl 2029. Doch dann sprach er die Spende als Einmalbetrag zu, wie Reuters berichtete.
Ben Delo war mit der 2014 gegründeten Handelsplattform Bitmex reich geworden. Auf dieser können Kunden mit Bitcoins und deren Derivaten handeln beziehungsweise Wetten abschliessen. Die Plattform gehört mit einem durchschnittlichen 24-Stunden-Volumen von drei Milliarden Euro zu den grössten Börsen des Bitcoin-Future-Markts.
Im Jahr 2022 wurde Delo in den USA verurteilt, weil er zu wenig gegen die Geldwäscherei tat. Wegen Verstosses gegen das US-Bankgeheimnisgesetz wurde er zu 30 Monaten bedingter Haft und einer Busse von 10 Millionen Dollar verknurrt, jedoch anschliessend von Präsident Donald Trump begnadigt.
Einen Tag nach Delos Spendenankündigung für Nigel Farage erklärte Crypto-Milliardär Christopher Harborne, er werde Delos Rekordspende von 36 Millionen Pfund verdoppeln. Harborne schrieb, sein «competitive spirit» habe ihn dazu motiviert.
Allein von Krypto-Milliardären erhielt Farage so 72 Millionen Pfund (79 Millionen Franken). Er macht sich damit von der Krypto-Lobby abhängig.
Präsident Donald Trump ist Teil der Kryptoindustrie
Trump hat während seiner Zeit im Weissen Haus, als er ein öffentliches Amt bekleidete, mit Krypto-«Währungen» je nach Quelle allein im Jahr 2025 zwischen 1,2 und 1,4 Milliarden Dollar verdient. Reuters beziffert die Einnahmen der Trump-Familie aus Kryptoprojekten seit Beginn der zweiten Amtszeit auf mindestens 2,3 Milliarden Dollar.
Der britische Journalist Nick Cohen kommentierte:
«Es ist ein Armutszeugnis für die amerikanische Demokratie, dass ein US-Präsident, der eigentlich dem Gemeinwohl dienen sollte, sein Amt nutzen kann, um im Kryptobereich zum Milliardär zu werden.»
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Hintergrund
Die Karte der nuklearen Welt
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Die Suchmaschine Ecosia pflanzt Bäume!
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Bundeszentrale für politische Bildung
Die Rolle von Geld im US-Wahlkampf
Der amtierende US-Präsident ist Milliardär, knapp die Hälfte aller Kongressabgeordneten haben Millionen auf ihren Konten. Geld spielt eine wichtige Rolle im US-Wahlkampf – doch sind die Summen wirklich wahlentscheidend?
Geld und Politik gehen in den USA eine symbiotische Beziehung ein. Wie engmaschig jene Verflechtung mitunter ist, lässt sich zum einen daran ablesen, dass knapp die Hälfte aller Kongressabgeordneten, mindestens zwei Drittel aller Richterinnen und Richter des Obersten Gerichtshofs (Supreme Court) sowie mehr als drei Viertel aller Mitglieder der Trump-Administration Millionärinnen und Millionäre sind, der aktuelle Präsident sogar ein Milliardär. Zur Auflösung der Fußnote[1] Zum anderen verdeutlicht ein Blick in den Bereich des Lobbyismus sowie der Wahlkampffinanzierung, welch enorme Summen im Bereich der Interessensvermittlung beziehungsweise für die elektorale Besetzung politischer Ämter aufgewendet wird. So beliefen sich die Gesamtkosten des Präsidentschaftswahlzyklus 2020 auf knapp 14 Mrd. US-Dollar Zur Auflösung der Fußnote[2] – in keinem anderen Land der Welt erreichen Wahlkampfkosten auch nur ansatzweise vergleichbare Sphären. Geld ist, so hat es Jesse Unruh (von 1961-1969 Sprecher der California State Assembly) ausgedrückt, mit dem US-amerikanischen Regierungssystem untrennbar verbunden und kann daher als Muttermilch der Politik ("mother’s milk of politics“) charakterisiert werden.
Rechtliche Bestimmungen in historischer Perspektive
Nahezu unbegrenzte Spendengelder, extensive finanzielle Beteiligung von Unternehmen und Banken sowie oftmals im Verborgenen bleibende Identitäten von Großspenderinnen und -spendern waren nicht immer Kennzeichen US-amerikanischer Wahlkämpfe. Vielmehr kann seit Mitte der 2000er Jahre ein stetiger Prozess der Deregulierung sowie Privatisierung beobachtet werden, der das ehemals konsistente und umfassende Gebäude der Wahlkampffinanzierungsregularien fast bis auf seine Grundmauern abgetragen hat.
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Wikipedia
Big Lie
Big Lie, deutsch Große Lüge, ist eine Verschwörungserzählung von Donald Trump und vielen weiteren Republikanern für den Mythos der angeblich gestohlenen, verlorenen Präsidentschaftswahl in den Vereinigten Staaten 2020. Nach der Wahl wurden viele Wahlzettel mehrfach nachgezählt; es wurden keinerlei Hinweise auf Wahlfälschung gefunden. Trotzdem behaupten Trump und viele Republikaner seit November 2020, Joe Biden hätte die Wahl durch Wahlbetrug von Demokraten beim Auszählen der Stimmen gewonnen.
Begriff
In Amerika wird der Begriff Big Lie oft als Propagandatechnik der Nazis und Adolf Hitlers verstanden. Dies wird oft mit einem angeblichen Zitat von Joseph Goebbels verbunden:
„Wenn man eine große Lüge erzählt und sie oft genug wiederholt, dann werden die Leute sie am Ende glauben. Man kann die Lüge so lange behaupten, wie es dem Staat gelingt, die Menschen von den politischen, wirtschaftlichen und militärischen Konsequenzen der Lüge abzuschirmen. Deshalb ist es von lebenswichtiger Bedeutung für den Staat, seine gesamte Macht für die Unterdrückung abweichender Meinungen einzusetzen. Die Wahrheit ist der Todfeind der Lüge, und daher ist die Wahrheit der größte Feind des Staates.“
Der Kampfbegriff Big Lie wurde in Amerika schon vor 2020 verwendet, so z. B. 1951 als Titel für den Propagandafilm The Big Lie. Trump verwendete ihn mit Bezug auf die angeblich gestohlene Wahl erstmals am 3. Mai 2021 auf seiner Internetseite. Am 6. Januar 2022, dem ersten Jahrestag des Sturms auf das Kapitol, verwendete Biden für Trumps immer wieder vorgetragene Betrugserzählung ebenfalls diesen Begriff.
Parteispende
Als Parteispenden werden Spenden an politische Parteien bezeichnet. Die Einnahmen aus den Parteispenden bilden zusammen mit den Mitgliedsbeiträgen und öffentlichen Zuschüssen die Grundlage der Parteienfinanzierung.
Deutschland
In Deutschland dürfen sowohl natürliche als auch juristische Personen in unbegrenzter Höhe spenden. Spenden sind in bestimmtem Umfang steuerlich absetzbar, die Parteien erhalten für Spendeneinnahmen zudem einen staatlichen Zuschuss.
2007 finanzierten sich die Parteien zu etwa 15 % durch Parteispenden.
In Wahljahren fließen traditionell deutlich mehr Spenden als in anderen Jahren. 2009 (Bundestagswahl) waren es zum Beispiel etwa 6 Millionen Euro.
2011 flossen insgesamt 2,03 Millionen Euro Großspenden an die Parteien.
2012 waren es 1,3 Millionen Euro (CSU 460.000 Euro; CDU und SPD je etwa 260.000 Euro, FDP 205.000 Euro, Marxistisch-Leninistische Partei Deutschlands (MLPD) 115.000 Euro, Grüne 60.000 Euro).
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YouTube
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