Newsletter XX 2026
17. Mai bis ...
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Radioaktivität kumuliert; das bedeutet, radioaktive Partikel reichern sich im lebenden Organismus immer weiter an und mit der Zeit können ähnliche Schäden auftreten, wie bei einer kurzzeitig einwirkenden, massiven Strahlenbelastung ...
Die PDF-Datei "Nuclear Power Accidents" enthält eine Reihe weiterer Vorfälle aus verschiedenen Bereichen der Atomindustrie. Einige der Ereignisse wurden nie über offizielle Kanäle veröffentlicht, so dass diese Informationen der Öffentlichkeit nur auf Umwegen zugänglich gemacht werden konnten. Die Liste der Zwischenfälle in der PDF-Datei ist daher nicht zu 100% identisch mit "INES und die Störungen in kerntechnischen Anlagen", sondern stellt eine Ergänzung dar.
1. Mai 1968 (INES-4 NAMS 4,6) Atomfabrik Windscale/Sellafield, GBR
1. Mai 1962 ("Beryl", Frankreichs 6. Atombombentest) In Ekker, DZA
2. Mai 1967 (INES-4) Akw Chapelcross, GBR
4. und 5. Mai 1986 (INES-0 Klass.?) Akw THTR 300, Hamm, NRW, DEU
4. Mai 1954 ("Castle Yankee", H-Bombe mit 13,5 MT, Atomtests USA) Bikini Atoll, MHL
7. Mai 2007 (INES-1) Akw Philippsburg, DEU
7. Mai 1966 (INES-4) Forschungsinstitut RIAR, Melekess, UdSSR
9. Mai 1966 (Chinas 3. Nuklearwaffentest) Lop Nor, Xinjiang, CHN
11. bis 13. Mai 1998 (5 indische Atombombentests) Pokhran, IND
11. Mai 1969 (INES-5 NAMS 2,3) Atomfabrik Rocky Flats, USA
12. Mai 1988 (INES-2) Akw Civaux, FRA
13. Mai 1978 (INES Klass.?) AVR Jülich, DEU
18. Mai 1974 ("Smiling Buddha", Indiens 1. Atomtest) Pokhran, IND
20. Mai 1956 ("Redwing" Testreihe mit 17 H-Bomben, Atomtests USA) Bikini Atoll, MHL
21. Mai 1946 (INES-4) Atomfabrik Los Alamos, USA
22. Mai 1981 (INES-3) Atomfabrik La Hague, FRA
22. Mai 1968 (Broken Arrow) U-Boot-Unglücke, USS Scorpion sank sw. der Azoren
24. Mai 1958 (INES Klass.?) Akw NRU Chalk River, CAN
25. Mai 2009 (2. nordkoreanischer Atombombentest) Punggye-ri, PRK
26. Mai 1971 (INES-4) Kurschatow-Institut Moskau, RUS
27. Mai 1956 ("Redwing" Testreihe mit 17 H-Bomben, Atomtests USA) Eniwetok, MHL
28. bis 30. Mai 1998 (6 pakistanische Atombombentests) Ras Koh, PAK
Wir sind immer auf der Suche nach aktuellen Informationen. Wer helfen kann, sende bitte eine Nachricht an:
nukleare-welt@reaktorpleite.de
18. Mai
Dienstag den 19. Mai 2026:
Neuer Castor-Protest auf der Transportstrecke in Jülich und Ahaus
Auch am Dienstag, 19. Mai, soll wieder ein Castor mit hochradioaktivem Atommüll über die 170 km Autobahn vom Forschungszentrum Jülich ins Zwischenlager Ahaus rollen – dagegen gibt es erneut dynamischen Protest:
Jülich, 18 Uhr Mahnwache vor dem Forschungszentrum.
Ahaus: 18.30 Uhr Raddemo ab Bhf, 19 Uhr Dauer-Mahnwache an der zentralen Castor-Kreuzung Schorlemer Str./Schumacher-Ring (Teppich Janning) bis zur Ankunft des Castors; neu: 19.30 Uhr Raddemo von der Mahnwache zum Zwischenlager und zur A31!!
Und natürlich gibt es viele Brücken zwischen Jülich und Ahaus, die beim letzten Mal anscheinend ziemlich unbewacht waren – gleich auf zwei Brücken war es total easy, selbst bei Durchfahrt des Castors auf die Brücke zu gelangen. Noch nicht einmal ein Begleithubschrauber war in Sicht. So sieht anscheinend das „Sicherheitskonzept light“ des Innenministeriums für hochradioaktiven Atommüll aus, wenn sie denken, dass keiner mehr hinguckt …
Deshalb: Wir sind weiter am Ball – kommt am Dienstag nach Jülich oder Ahaus oder seit unterwegs an der Strecke aktiv!
Wir können die völlig sinnfreie Castor-Lawine von einem Zwischenlager in ein anderes noch immer stoppen!
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Angeblich 300 Militärdrohnen erworben: Plant Kuba Angriffe auf US-Ziele?
Kuba steht durch die US-Blockade unter Druck. Nun soll das Land Drohnen für mögliche Angriffe auf US-Ziele gekauft haben. Das berichtet die Nachrichtenseite „Axios“ und nennt amerikanische Geheimdienste als Quelle.
Die USA verfügen einem Medienbericht zufolge über Erkenntnisse, wonach Kuba mehr als 300 Militärdrohnen erworben hat und deren Einsatz gegen US-Ziele erwägt.
Als mögliche Ziele würden der US-Stützpunkt Guantánamo auf Kuba sowie US-Militärschiffe und möglicherweise das rund 145 Kilometer nördlich von Havanna gelegene Key West in Florida diskutiert, berichtete das Nachrichtenportal „Axios“ am Sonntag unter Berufung auf Geheimdienstinformationen.
Diese Erkenntnisse könnten als Vorwand für ein militärisches Eingreifen der USA dienen, zitierte „Axios“ einen hochrangigen US-Vertreter. Sie zeigten, wie sehr die Regierung von US-Präsident Donald Trump den Inselstaat als Bedrohung ansehe.
Kubas Außenminister Bruno Rodriguez hat den USA vorgeworfen, einen „betrügerischen Fall“ zu konstruieren, um Wirtschaftssanktionen und eine mögliche militärische Intervention zu rechtfertigen.
Kuba bedrohe niemanden und wolle keinen Krieg, erklärte Rodriguez am Sonntag in sozialen Medien. Das Land bereite sich jedoch darauf vor, einer Aggression von außen im Rahmen des durch die UN-Charta anerkannten Rechts auf Selbstverteidigung zu begegnen.
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Don Trumpls allerletzte Nachrichten
Don Trumpl lügt, betrügt und ist durch und durch korrupt.
Warum sitzt dieser Horrorclown noch immer nicht hinter Gittern?
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18. Mai 1974 ("Smiling Buddha", Indiens 1. Atomtest) Pokhran, IND
Seit 1945 wurden weltweit über 2050 Atomwaffentests durchgeführt, was eine mögliche Erklärung für die stetig steigende Zahl von Krebserkrankungen sein könnte.
IPPNW Report - August 2023 - Atomwaffentests - (PDF-Datei)
... Oberirdische Tests wurden auf mehreren Atollen im Pazifik, in Semipalatinsk, Kasachstan, auf traditionellem Land der Westlichen Shoshone in Nevada, USA, auf dem Land der Aborigines im australischen Outback, auf dem Land der indigenen Nenetz in der russischen Arktis, auf dem Gebiet von Nomaden in der algerischen Sahara, in der Region der Uiguren in China und anderswo durchgeführt. Die Bewohner*innen wurden oft verspätet oder gar nicht evakuiert und nicht über die Auswirkungen der Tests informiert. Radioaktiver Niederschlag fiel als Staub und Regen herab und verseuchte das Trinkwasser und lokal erzeugte Lebensmittel ...
Wikipedia de
Operation Smiling Buddha
Die Atombombe hatte eine Sprengkraft von etwa 8 Kilotonnen TNT-Äquivalent und wurde am 18. Mai 1974 in einer Tiefe von 107 m auf dem Armeegelände bei Pokhran (Rajasthan) in der Wüste Thar zu Testzwecken gezündet ...
Kernenergie in Indien
Der staatlich betriebene Aufbau und Ausbau der Kernenergie in Indien begann in den 1950er Jahren. Seit 1974 ist Indien offizielle Atommacht.
Atomwaffen A-Z
Atomwaffenstaat Indien
Die genaue Zahl der indischen Atomwaffen ist nicht bekannt. Es wird vom Bulletin of Atomic Scientists (Nuclear Notebook - 2017) und SIPRI geschätzt, dass Indien 130 bis140 Atomsprengköpfe besitzt und genug spaltbare Materialien, um bis zu 200 Atomwaffen produzieren zu können. Indien ist seit einigen Jahren im Begriff, sein Arsenal zu modernisieren. Mindestens vier neue Systeme sind aktuell in Entwicklung. Darüber hinaus baut Indien zwei neue Anlagen zur Plutoniumherstellung.
17. Mai
Smotrich und Ben-Gvir betroffen?
Bericht: Strafgerichtshof beantragt Haftbefehle gegen israelische Minister
Der durch die israelische Regierung vorangetriebene Siedlungsbau im Westjordanland macht die Zwei-Staaten-Lösung immer unwahrscheinlicher. Es sind vor allem zwei Minister, die als Gegner eines Palästinenserstaates auftreten. Damit geraten sie offenbar ins Visier des Weltstrafgerichtshofs.
Laut einem israelischen Medienbericht hat der Chefankläger am Internationalen Strafgerichtshof, Karim Khan, Haftbefehle gegen mehrere Minister der israelischen Regierung beantragt. Die Zeitung "Haaretz" berichtete, der unter Verschluss gehaltene Antrag richte sich gegen Finanzminister Bezalel Smotrich und den Minister für nationale Sicherheit, Itamar Ben-Gvir. Eine diplomatische Quelle habe der Zeitung berichtet, dass der Chefankläger außerdem drei weitere Haftbefehle gegen Ministerin Orit Strock und zwei Offiziere des israelischen Militärs ersuche.
Nach Angaben der "Times of Israel" hatte "Haaretz" zunächst berichtet, dass der Strafgerichtshof bereits Haftbefehle gegen die genannten Personen erlassen habe. Dies dementierte eine Sprecherin des Gerichts gegenüber der "Times of Israel". Sie soll aber nicht bestritten haben, dass neue Haftbefehle beantragt wurden, hieß es.
Der Chefankläger soll die Festnahme der Minister wegen ihrer Rolle beim Ausbau der illegalen Siedlungen im Westjordanland beantragt haben. Die rechtsextremen Minister Smotrich und Ben-Gvir der Regierung von Premier Benjamin Netanjahu sind entschiedene Gegner eines Palästinenserstaates und streben israelische Souveränität über das besetzte Westjordanland an, das sie Judäa und Samaria nach biblischer Bezeichnung nennen.
Siedlergewalt unmoralisch und "auch nicht jüdisch"
In Deutschland und anderen EU-Staaten gab es zuletzt immer wieder Forderungen nach einer Sanktionierung der beiden Minister. Beide Politiker würden mit ihrer Politik von Vertreibung und Gewalt Menschenrechte mit Füßen treten, sagte etwa Grünen-Chefin Franziska Brandtner Ende März.
Seit dem Hamas-Massaker vom 7. Oktober 2023 und dem dadurch ausgelösten Gaza-Krieg hat die Gewalt radikaler israelischer Siedler gegen Palästinenser und deren Eigentum im besetzten Westjordanland deutlich zugenommen. Die EU-Außenminister haben sich auf Sanktionen gegen radikale Siedler verständigt.
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Quaschning erklärt: Klimaschützer Trump
Donald Trump versucht, erneuerbare Energien zu verhindern. Doch in den USA wachsen Solar- und Windkraft weiter, weil fossile Energien teurer sind. Und der Irankrieg zeigt allen: Abhängigkeit von Öl und Gas macht verletzlich. Deshalb boomen weltweit Wärmepumpen, Solaranlagen und E‑Autos.
Donald Trump ist gut für den Klimaschutz. Glaubt ihr nicht? Stimmt aber.
Richtig, Donald Trump hält den Klimawandel für den größten Betrug aller Zeiten. In den USA bekommen Firmen inzwischen sogar Geld dafür, dass sie keine Windparks bauen.
Aber trotzdem geht der Ausbau der Solar- und Windkraft in den USA munter weiter. Sie ist halt billiger als die fossile Konkurrenz. Und darum kann König Trump den Ausbau erneuerbarer Energien nur verzögern, aber nicht aufhalten.
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Den größten Push für den Klimaschutz hat Trump aber mit seinem Krieg im Iran ausgelöst.
Krieg ist immer eine Katastrophe für die Menschen vor Ort. Außerdem leiden viele Menschen weltweit unter den explodierenden Preisen, und die Zahl der Hungernden steigt.
Die hohen Öl- und Gaspreise sorgen aber auch dafür, dass sich immer mehr Länder und Menschen von den fossilen Energieträgern unabhängig machen wollen. Die Nachfrage nach Elektroautos steigt genauso wie nach Wärmepumpen und Solaranlagen.
Nachdem die Menschen nach der letzten Energiekrise vor vier Jahren wieder in ihre alten Verbrauchsmuster zurückgefallen sind, haben viele jetzt verstanden, dass fossile Energiekrisen keine einmaligen Ereignisse sind. Trump hat es geschafft.
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UN-Atombehörde warnt
Drohnenangriff löst Feuer an Kernkraftwerk in Emiraten aus
Bei einem Drohnenangriff auf ein emiratisches Atomkraftwerk ist ein Stromgenerator in Brand geraten. Erhöhte Strahlenwerte wurden nicht gemessen, doch die internationale Atombehörde reagierte besorgt.
Ein Drohnenangriff hat an einem Atomkraftwerk in den Vereinigten Arabischen Emiraten am Sonntag einen Brand ausgelöst. Verletzte oder erhöhte Strahlenwerte wurden nach Angaben der örtlichen Behörden nicht gemeldet. Sie machten keine Angaben zur Herkunft der Drohne. Zuletzt hatten die Emirate Iran für Angriffe auf Energieanlagen in dem Land verantwortlich gemacht.
Durch den Angriff geriet ein Stromgenerator außerhalb des Sicherheitsbereichs des Atomkraftwerks Barakah in der Region Dhafra in Brand, wie die Behörden des Emirats Abu Dhabi mitteilten. Der Brand habe nach Angaben der Atomenergiebehörde FANR aber nicht die Sicherheit der Anlage gefährdet, alle vier Blöcke seien normal in Betrieb.
Atomkraftwerk deckt etwa ein Viertel des Strombedarfs der Emirate
Die Internationale Atomenergiebehörde (IAEA) reagierte besorgt, Behördenchef Rafael Grossi verurteilte den Angriff. »Militärische Aktivitäten, die die nukleare Sicherheit gefährden, sind inakzeptabel«, erklärte die Organisation im Onlinedienst X. »Die IAEA verfolgt die Situation aufmerksam und steht in ständigem Kontakt mit den Behörden der VAE, bereit, bei Bedarf Hilfe zu leisten«, erklärte die UN-Atomaufsichtsbehörde.
[...] Seit Beginn des Irankriegs, den die USA und Israel Ende Februar mit Luftangriffen auf Iran ausgelöst hatten, griff Teheran wiederholt Ziele in den Emiraten an, vorwiegend Energieinfrastruktur. Trotz einer im April in Kraft getretenen Feuerpause im Irankrieg meldeten die Emirate weiterhin mehrere Raketen- und Drohnenangriffe. Die ölreichen Emirate sind ein wichtiger Verbündeter der USA in der Region.
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Förderkontingent soll weg
Katherina Reiche plant EEG-Änderung: Droht das Aus für Moor-Photovoltaik?
Bei der EEG-Reform droht laut Greifswalder Moor Centrum ein Stopp für Moor-Photovoltaik. Brisant: Der Technologiebonus fällt wohl weg, obwohl die Förderung Moorwiedervernässung fördern sollte.
Vor einem drohenden „Aus“ von Solaranlagen auf wiedervernässten Mooren warnt das Greifswalder Moor Centrum. Anlass ist die von Bundeswirtschaftsministerin Katherina Reiche geplante Reform des Erneuerbare-Energien-Gesetzes (EEG).
Privilegierung erst 2023 eingeführt
In einer Stellungnahme zum Referentenentwurf des Bundeswirtschaftsministeriums (BMEW) kritisiert die Forschungseinrichtung insbesondere die geplante Streichung des speziellen Förderkontingents für sogenannte besondere Solaranlagen. Zu dieser Kategorie zählen neben Agri-PV auch Moor-Photovoltaikanlagen. Zudem soll der sogenannte „Technologiebonus“ entfallen.
Die Privilegierung besonderer Solaranlagen war 2023 von der Vorgängerregierung eingeführt worden. Begründet wurde dies unter anderem mit den höheren Errichtungs- und Betriebskosten von Moor-PV-Anlagen. Zudem sollte mit der Förderung ein Anreiz für die Moorwiedervernässung gesetzt werden, die laut Stellungnahme „unverzichtbar“ ist, um die deutschen, europäischen und internationalen Klimaziele zu erreichen.
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Studie Vertrauen & Künstliche Intelligenz:
Expert:innen oft zu skeptisch, Laien oft zu vertrauensselig
Fachkräfte nehmen KI-Empfehlungen oft nicht ernst genug. Privat trauen Menschen der KI jedoch oft zu viel zu – v. a. in Moralfragen. Dies zeigen Studien der Uni Hohenheim
KI-Systeme übertreffen häufig Expert:innen in der Bilderkennung. So können sie beispielsweise Tumore inzwischen oft schneller erkennen als ausgebildetes Fachpersonal. Trotzdem sind Expert:innen in Medizin und anderen Entscheidungskontexten im Gebrauch von KI zögerlich, so die Ergebnisse der Forschung von Wirtschaftsethiker Prof. Dr. Matthias Uhl und seinem Team von der Universität Hohenheim in Stuttgart. Anders gestalte sich die Situation im privaten Kontext: Wenn Nutzer:innen Chatbots als persönliche Berater für Lebensfragen verwenden, entwickeln sie häufig ein übermäßiges Vertrauen in die KI. In beiden Fällen arbeitet Prof. Dr. Uhl an Lösungen, die Abhilfe schaffen.
Trotz Warnung von KI-Expert:innen griffen Nutzer:innen ganz selbstverständlich auf KI zurück, wenn es um moralische oder persönliche Orientierung geht, so eines der Forschungsergebnisse von Prof. Dr. Uhl. „Dabei unterschätzen sie häufig, wie stark die Antworten die eigene Meinungsbildung beeinflussen können. Das überhöhte Vertrauen zeigt sich nicht zuletzt darin, dass Nutzer:innen im Nachhinein glauben, sie wären auch ohne Unterstützung zum gleichen Ergebnis gekommen.“
Die Sorge der Expert:innen bestehe daher weniger vor dem Einfluss selbst, sondern mehr darin, dass die Beeinflussung durch die KI unbemerkt geschieht. Prof. Dr. Uhl betont: „Genau diese fehlende Wahrnehmung ist problematisch. Die zentrale Herausforderung besteht darin, Strategien zu finden, mit denen Menschen KI bewusst und reflektiert einsetzen und dabei die Verantwortung für ihre eigene Entscheidung behalten.“
Denn: Chatbots hätten selbst kein Wertesystem, nachdem sie ihre Entscheidungen ausrichten. „Je nach Prompt können sich die Moralvorstellungen der KI verschieben.“
Wo Laien blind vertrauen neigen Expert:innen zu überhöhter Skepsis
Den gegenteiligen Effekt von blindem Übervertrauen beobachte Prof. Dr. Uhl bei Fachpersonal und deren Umgang mit KI-Tools: „Fachleute wie beispielsweise medizinisches Personal, sind von ihren eigenen Fähigkeiten oft sehr überzeugt und begegnen dem Einsatz von KI im Berufsalltag eher mit Selbstüberschätzung und KI-Skepsis – was ebenfalls nachteilige Folgen haben kann.“
Denn diese Skepsis kann riskant sein. „Wenn es etwa darum geht, Röntgenbilder, MRTs oder andere medizinische Bilder zu beurteilen, ist die KI inzwischen meist besser als jeder Mensch. So kann sie Medizinerinnen und Mediziner bei Diagnosen unterstützen.“
Richtig eingesetzt verbessere die KI deshalb die Qualität medizinischer Entscheidungen.
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Aktuelles+
17. Mai 2026
Artenschutz in Deutschland:
Klare Luft, Lachse im Rhein
Der Natur geht es mancherorts wieder besser – auch weil der Rechtsstaat funktioniert.
Der Seeadler fliegt wieder, Fischotter und Luchs kommen zurück, und die Fledermausart mit dem schönen Namen »Großes Mausohr« findet in alten Gemäuern Quartiere. Diese Tiere, die seit vielen Jahrhunderten in Deutschland heimisch sind, standen kurz vor der Ausrottung. Die Populationen erholen sich jedoch langsam – dank erfolgreicher Artenschutzprogramme. Denn obwohl weiter viel Natur zerstört wird, stimmt auch: Es gibt noch – oder wieder – Räume für Tiere und Pflanzen in Deutschland, in 16 Nationalparks, 18 Biosphärenreservaten und 104 Naturparks.
Viele dieser Gebiete sind der Wiedervereinigung zu verdanken, und dem Moorschützer Michael Succow. Der hat als letzter stellvertretender Umweltminister der DDR in den letzten Stunden vor deren Ende das »Nationalparkprogramm der DDR« durchgesetzt. Als Zusatzvereinbarung des Einigungsvertrags garantiert es seither, dass in Ostdeutschland seit dem 3. Oktober 1990 rund 4,5 Prozent der Fläche unter besonderem Schutz stehen. Bis heute wuchs die Fläche auf über 10 Prozent. »Tafelsilber« der Wiedervereinigung nannte der frühere Umweltminister Klaus Töpfer diese Gegenden. Einzigartige Landschaften wie das Biosphärenreservat Schorfheide, Teile Rügens und des Harzes ziehen heute auch viele Millionen Touristen an.
Artenschützer kämpfen nun dafür, die Zersiedelung zu bremsen und Verbindungen zwischen den Oasen zu schaffen, nach dem Modell des »Grünen Bandes«. Auch dieses ist eine Errungenschaft der Wiedervereinigung. Der einstige Todesstreifen entlang der Grenze zwischen DDR und BRD ist Deutschlands längster Biotopverbund geworden. Er dient über 1.200 bedrohten Tier- und Pflanzenarten als Lebensraum und ermöglicht Wandern und Vermehrung über weite Distanzen hinweg. Und damit Evolution.
Bei konkreten Entscheidungen im politischen Alltag wird der Umweltschutz allerdings oft ignoriert. Immer wieder hilft dann eine unterschätzte Errungenschaft Deutschlands: der funktionierende Rechtsstaat. Durch das sogenannte Verbandsklagerecht können Umweltschutzverbände klagen, wenn gegen Regeln oder Gesetze verstoßen wird. Oft ist das aber gar nicht nötig, es reichen Stellungnahmen der Umweltschützer, um einen Ausgleich zwischen ökonomischen und ökologischen Interessen zu finden. So haben Naturschutzverbände dabei mitgeholfen, Brut- und Rastplätze für Kraniche zu sichern – was entscheidend für das Überleben der Vögel ist.
Auch die Luft ist sauberer geworden. Noch vor wenigen Jahren wurden Grenzwerte für Schadstoffe in der Luft in vielen Städten deutlich überschritten, was Menschen krank machte. 2025 aber wurden in Deutschland alle Grenzwerte der europäischen Luftqualitätsrichtlinien eingehalten. Möglich wurde das erst durch zahlreiche Prozesse. Vor einem Jahrzehnt erstritt die Deutsche Umwelthilfe vor dem Europäischen Gerichtshof das Recht auf saubere Luft. Dann verklagte sie die zuständigen Behörden – diese sollten geltende Regeln auch durchsetzen müssen. Städte verhängten Fahrverbote für Diesel, was die Hersteller zwang, ihre Fahrzeugflotten nachzurüsten und die Abgase besser zu filtern.
Bleibt das Wasser. Kommunale Kläranlagen filtern heute deutlich mehr Nährstoffe und organische Belastungen aus dem Abwasser heraus als noch vor einigen Jahrzehnten. Da durch das Düngen in der Landwirtschaft allerdings immer noch zu viel Nitrat ins Grundwasser gelangt, ist der Kampf um sauberes Wasser noch nicht gewonnen. Er ist aber dank der Regeln der EU auch nicht verloren. Bereits 2018 war Deutschland vom Europäischen Gerichtshof verurteilt worden, weil es zu wenig gegen die Nitratbelastung im Grundwasser unternommen hatte. 2025 wurden Niedersachsen und Nordrhein-Westfalen vom Bundesverwaltungsgericht dazu verurteilt, den Schutz des Grundwassers im Ems-Einzugsgebiet drastisch nachzubessern.
In anderen Gegenden sieht es schon besser aus. Im Rhein, der in den 1970er-Jahren ökologisch fast tot war, schwimmen stellenweise sogar wieder Lachse. Die empfindlichen Tiere gelten als Indikatoren für wenig belastete Gewässer. Jetzt darf es ihnen nur nicht zu heiß werden. Aber das ist eine andere Geschichte.
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Hintergrundwissen
Die Karte der nuklearen Welt
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Die Suchmaschine Ecosia pflanzt Bäume!
https://www.ecosia.org/search?q=Verbandsklagerecht und Rechtsstaat
https://www.ecosia.org/search?q=Schadstoffe in Luft und Wasser
https://www.ecosia.org/search?q=Artenschutz
NABU (Naturschutzbund Deutschland)
CDU will Naturschutzrecht canceln
Angriff auf Demokratie und Rechtsstaat
Die CDU-Fraktionen in Sachsen und Sachsen-Anhalt fordern die Abschaffung des Verbandsklagerechts für Umweltverbände. NABU Sachsen und NABU Sachsen-Anhalt kritisieren dies als Angriff auf Rechtsstaat und Demokratie.
Magdeburg/Leipzig, 16. Januar 2026 – Die CDU-Landtagsfraktionen in Sachsen und Sachsen-Anhalt fordern in ihrem gemeinsamen Beschlusspapier zur Winterklausur 2026 die Abschaffung des Verbandsklagerechts für Natur- und Umweltschutzverbände. NABU Sachsen und NABU Sachsen-Anhalt weisen diese Forderung entschieden zurück: Das Verbandsklagerecht ist ein elementarer Bestandteil rechtsstaatlicher Kontrolle, sorgt für die Einhaltung von Umweltgesetzen und schützt damit Menschen, Natur und öffentliche Gelder. Eine Abschaffung würde Konflikte nicht lösen, sondern verschärfen – und das Vertrauen in demokratische Verfahren weiter beschädigen.
„Wer das Verbandsklagerecht abschaffen will, sägt an einer tragenden Säule des Rechtsstaats“, sagt Katja Alsleben, Landesvorsitzende des NABU Sachsen-Anhalt. „Umweltgesetze werden von Parlamenten beschlossen – sie müssen dann auch durchsetzbar sein. Wenn niemand mehr wirksam prüfen lassen kann, ob diese Regeln eingehalten werden, bleibt am Ende das Recht auf der Strecke. Das ist nicht Bürokratieabbau, das ist Kontrollabbau.“
Dr. Maria Vlaic, Landesvorsitzende des NABU Sachsen, ergänzt: „Das Verbandsklagerecht ist kein ‚Sonderrecht‘ für Verbände, sondern ein Korrektiv, weil Natur und Umwelt keine eigene Stimme vor Gericht haben. Anerkannte Verbände können nur in klar begrenzten Fällen klagen – und tun das verantwortungsvoll. Gerade bei großen Infrastrukturvorhaben geht es um hohe Summen und irreversible Eingriffe. Rechtssicherheit entsteht durch saubere Verfahren, nicht durch das Abschneiden von Rechtswegen.“
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Wikipedia
Verbandsklage
ist eine Form der Popularklage, bei der Vereine oder Verbände die Klagebefugnis zugesprochen erhalten, nicht die Verletzung eigener Rechte geltend zu machen, sondern die von Rechten der Allgemeinheit.
Entwicklung
Die Verbandsklage entstand aus richterlicher Rechtsfortbildung in den USA, als 1978 der Supreme Court auf Klage eines Naturschutzverbandes den Bau eines Staudamms stoppte, weil dieser zum Aussterben einer Fischart geführt hätte. Zuvor hatte der Rechtswissenschaftler Christopher D. Stone 1973 in einem Buch gefragt: „Should Trees have Standing?“ (Sollten Bäume klagebefugt sein?), woraufhin mehrere Naturschutzverbände Klagen einreichten und die Gerichte zunächst unterschiedlich entschieden.[1] Die sozial-liberale Koalition in Bonn plante daraufhin auch in der Bundesrepublik Deutschland ein Verbandsklagerecht für Naturschutzverbände, das Projekt endete aber mit der Wende von 1982.
1988 reichte eine Koalition aller großen deutschen Naturschutzverbände eine Klage gegen den Bundesverkehrsminister Jürgen Warnke ein, weil das ihm unterstellte Deutsche Hydrographische Institut Chemie- und Entsorgungsunternehmen erlaubt hatte, Titandioxid, Dünnsäure und PCB-haltige Abfälle auf hoher See in der Deutschen Bucht zu entsorgen. Dadurch war die Population der Seehunde in den deutschen und niederländischen Gewässern zusammengebrochen und um etwa 80 % reduziert worden. Die Anwälte der Verbände wiesen darauf hin, dass nach bisherigem deutschem Recht weder die Naturschutzverbände noch die Seehunde klagebefugt seien und es im Entsorgungsgebiet auf hoher See keine klagebefugten Anwohner gebe. Sie forderten das Gericht auf, ihnen die Klagebefugnis trotzdem zuzubilligen, um eine gerichtliche Entscheidung möglich zu machen. Die Klage wurde erwartungsgemäß als unzulässig abgewiesen.
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Artenschutz
umfasst den Schutz und die Pflege bestimmter wild lebender Arten durch den Menschen, entweder aufgrund ethischer oder ästhetischer Prinzipien oder aufgrund ökologisch begründeter Erkenntnisse. Hierdurch unterscheidet sich der Artenschutz vom Tierschutz, bei dem Menschen das individuelle Tier um seiner selbst willen schützen wollen. Gegenstand des Artenschutzes sind demgegenüber wildlebende Populationen der von ihm zu schützenden Zielarten. Ist diese Population lebensfähig, sind Tod und Verlust von Individuen hinnehmbar. Artenschutz bezieht sich im Prinzip ausschließlich auf wild lebende Tier- oder Pflanzenarten. Vergleichbare Bemühungen bestehen in der Landwirtschaft auch für selten werdende Nutztierrassen oder alte Obst-, Gemüse- und Getreidesorten. Übergreifendes Ziel ist der Schutz der biologischen Vielfalt (Biodiversität).
Seit 1966 werden Rote Listen gefährdeter Arten erstellt, durch die versucht werden soll, den Grad der Gefährdung von Arten zu beziffern. Artenschutzprogramme zielen auf den Schutz meist einer einzelnen gefährdeten bzw. vom Aussterben bedrohten Art ab.
Artenschutz ist Teil des Naturschutzes. Dieser befasst sich neben dem Schutz von Populationen einzelner Arten auch besonders mit dem Schutz ganzer Lebensräume (Biotope, Ökotope). Man spricht auch vom Biotopschutz (Lebensraumschutz). (Direkter) Artenschutz und Biotopschutz gleichermaßen sollen das Artensterben verhindern oder verlangsamen.
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YouTube
https://www.youtube.com/results?search_query=Verbandsklagerecht und Rechtsstaat
https://www.youtube.com/results?search_query=Schadstoffe in Luft und Wasser
https://www.youtube.com/results?search_query=Artenschutz
Playlist - Radioaktivität weltweit ...
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Newsletter XIX 2026 - 10. bis 16. Mai
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