THTR-Rundbrief

Newsletter VI 2026

8. Februar bis ...

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Aktuelles+ Hintergrundwissen

Radioaktivität kumuliert; das bedeutet, radioaktive Partikel reichern sich im lebenden Organismus immer weiter an und mit der Zeit können ähnliche Schäden auftreten, wie bei einer kurzzeitig einwirkenden, massiven Strahlenbelastung ...

Die PDF-Datei "Nuclear Power Accidents" enthält eine Reihe weiterer Vorfälle aus verschiedenen Bereichen der Atomindustrie. Einige der Ereignisse wurden nie über offizielle Kanäle veröffentlicht, so dass diese Informationen der Öffentlichkeit nur auf Umwegen zugänglich gemacht werden konnten. Die Liste der Zwischenfälle in der PDF-Datei ist daher nicht zu 100% identisch mit "INES und die Störungen in kerntechnischen Anlagen", sondern stellt eine Ergänzung dar.

 

Februar 2008 (INES Klass.?) Atomfabrik La Hague, FRA

Februar 2008 (INES Klass.?) Akw Paluel, FRA

1. Februar 2010 (INES Klass.?) Akw Vermont Yankee, USA

4. Februar 2008 (INES-0) Akw Krümmel, DEU

5. Februar 1958 (Broken Arrow) Tybee Island, Georgia, USA

6. Februar 1974 (INES-5) Akw Sosnowy Bor, Leningrad, UdSSR

8. Februar 2004 (INES-0) Akw Biblis, DEU

12. Februar 2013 (Nordkoreas 3. Atomwaffentest) P'unggye-ri, PRK

13. Februar 1960 ("Gerboise bleue", Frankreichs 1. Atombombentest) Reggane, DZA

13. Februar 1950 (Broken Arrow) Princess Royal Island, BC, CAN

16. Februar 2011 (INES-2 Klass.?) Atomfabrik Tricastin, FRA

22. Februar 1977 (INES-4) Akw Jaslovské Bohunice, SVK

 

Wir sind immer auf der Suche nach aktuellen Informationen. Wer helfen kann, sende bitte eine Nachricht an:
nukleare-welt@reaktorpleite.de

 


9. Februar


 

Greenpeace warnt vor Amazons Expansionsplänen: „Digitale Souveränität als Mogelpackung“

Europa muss seine Datensouveränität vorantreiben

Amazon treibt seine Expansion in Europa massiv voran. Am Donnerstagabend veröffentlichte der US-Konzern seine aktuellen Quartalszahlen und kündigte zugleich eine Investitionsoffensive von rund 200 Milliarden Dollar für das Jahr 2026 an. Ein zentraler Baustein dieser Strategie ist der Ausbau der Cloud-Infrastruktur. Bereits im Januar stellte Amazon – mit Unterstützung deutscher Behörden – seine neue „Amazon European Sovereign Cloud“ mit Sitz in Potsdam vor.

Umweltorganisationen schlagen nun Alarm. Greenpeace warnt davor, dass Amazons Wachstum nicht nur Europas digitale Unabhängigkeit untergräbt, sondern auch Umwelt- und Klimastandards zunehmend unter Druck geraten.

„Souveränität nur dem Namen nach“

Laut Linda Klapdor, Greenpeace-Expertin für BigTech und Künstliche Intelligenz, handelt es sich bei Amazons Angebot nicht um echte digitale Souveränität. Trotz europäischer Rechenzentren bleibe die Infrastruktur rechtlich und politisch fest in US-amerikanischer Hand.

„Was Amazon als digitale Souveränität verkauft, ist eine Mogelpackung“, so Klapdor. Die European Sovereign Cloud unterliege weiterhin US-Gesetzen. Im Ernstfall könne Amazon verpflichtet sein, sensible Daten europäischer Unternehmen und öffentlicher Stellen an US-Behörden oder Geheimdienste weiterzugeben.

Lobbying gegen Umwelt- und Datenschutzregeln

Neben der Frage der Datensicherheit kritisiert Greenpeace auch Amazons Einfluss auf politische Entscheidungsprozesse in der EU. Der Konzern betreibe gezielte Lobbyarbeit, um Regeln zum Schutz kritischer digitaler Infrastruktur aufzuweichen. Betroffen seien nicht nur Datenschutzvorgaben, sondern auch Umweltauflagen, etwa zum enormen Energieverbrauch von Rechenzentren.

Gerade im Kontext von KI-Anwendungen steigt der Strombedarf rasant. Ohne strenge Vorgaben drohe eine weitere Belastung für Klima und Stromnetze – während die Gewinne bei einem einzelnen Tech-Konzern landen...

 


8. Februar


 

AfD-Verbot

Hört doch endlich zu!

Seit Jahren wird diskutiert, ob man die AfD verbieten kann oder sollte. Warum nicht einfach auf jene hören, die die NS-Zeit erlebt haben?

Schon seit über zehn Jahren wird in Deutschland darüber diskutiert, ob man die rechtsextreme AfD verbieten sollte. In NRW haben sich zivilgesellschaftliche Gruppen nun zusammengeschlossen, um die Landespolitik endlich zum Einlenken zu bewegen. Kri­ti­ke­r:in­nen der Partei war schon früh nach ihrer Gründung 2013 klar, dass nicht unwesentliche Teile der AfD aus Rechtsextremen bestehen.

Erst Jahre später, 2019, reagierte der Verfassungsschutz mit der Einstufung des sogenannten „Flügels“ um Björn Höcke als rechtsextremen Verdachtsfall. Seit Anfang 2025 gilt die Gesamtpartei als gesichert rechtsextrem, selbst wenn der Verfassungsschutz diese Bezeichnung bis zum Ende der AfD-Klage nur intern nutzt.

[...] Dass CDU, CSU und SPD eine große Mitschuld am Erstarken der Rechtsextremen haben, liegt auf der Hand. Und auch der Einwand, ein AfD-Verbot würde die Rechtsextremen in Deutschland nicht verschwinden lassen, ist korrekt.

Zeit für „letzte Mittel“ wie das Parteiverbot.

Wir befinden uns in einer Zeit, in der die liberale Demokratie einerseits immer häufiger enttäuscht, weil sie illiberaler wird und sie andererseits massiven Angriffen durch die AfD & Co. ausgesetzt ist. Ein Parteiverbot sollte das letzte Mittel sein. Doch wir befinden uns in der Zeit der letzten Mittel. Es kann jetzt nur noch darum gehen, Schlimmeres zu verhindern.

Hören wir doch auf jene, die den Nationalsozialismus erlebt haben. Erst vor wenigen Tagen warnte der Holocaustüberlebende Leon Weintraub vor der AfD: „Die Verbrechen der Nazis begannen nicht in Auschwitz. Sie begannen mit Ausgrenzung, Erniedrigung und mit Verächtlichmachung der Jüdinnen und Juden und weiterer Minderheiten.“ Das Gleiche tut heute die AfD.

Sich gegen die Feinde der Demokratie zu wehren, sei die entscheidende Lehre aus dem Holocaust, sagt Weintraub. Ja, es gibt Unterschiede zwischen den Nationalsozialisten und der AfD. Doch die Parallelen sind zu zahlreich. Das sagen neben His­to­ri­ke­r:in­nen auch Holocaustüberlebende wie Leon Weintraub, Albrecht Weinberg oder Sally Perel. Wenn Bun­des­po­li­ti­ke­r:in­nen „Nie wieder“ sagen, wie können sie dann jene ignorieren, die es selbst erlebt haben und sagen, es geht wieder los?

Daher, hören Sie ihnen zu, wenn sie sagen: „Leiten Sie ein Verbotsverfahren gegen die AfD ein. Die Geschichte wird es Ihnen danken.“

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Treten die USA auf die Gas-Bremse?

Trump hat Europa mit LNG-Lieferungen in der Hand

Don Trumpl sagt heute dies und morgen das Gegenteil, und er tut alles, um die Situation für alle anderen zu verschlimmern ...Vor dem Ukraine-Krieg hing Europa an Moskaus Energie-Tropf. Derselbe fatale Fehler wiederholt sich nun mit den USA: Durch US-Flüssiggas-Exporte hat Donald Trump ein massives Druckmittel in seinem Wirtschaftskrieg gegen Europa.

Es war ein Schockmoment: Wenige Monate nach dem Einmarsch in die Ukraine drehte Russlands Präsident Wladimir Putin Europa im Sommer 2022 den Gashahn zu. Erst schützte der Kreml angebliche technische Probleme vor, dann erklärte Gazprom den Lieferstopp auf unbestimmte Zeit. Und schließlich sprengten Saboteure die Nordstream-Pipelines in der Ostsee - mutmaßlich allesamt Ukrainer, die mit Unterstützung der Regierung in Kiew gehandelt haben sollen. Die Energiepreise explodierten, Europa musste seine Versorgung in Echtzeit umbauen. Seitdem hat Brüssel seine Abhängigkeit von Russland massiv reduziert. Und sich dabei in die Arme des nächsten Lieferanten geflüchtet, der die EU erpressen könnte.

Denn ähnlich abhängig wie Europa einst von russischem Gas war, ist der Kontinent nun von Lieferungen aus den USA. Und es steht zu befürchten, dass US-Präsident Donald Trump diesen Trumpf im schwelenden Konflikt mit Europa demnächst ausspielen könnte. "Wir sind von einer massiven Abhängigkeit in die nächste geraten", zitiert die "New York Times" Henning Gloystein von der Beratungsfirma Eurasia Group. "Vor drei Jahren war das noch kein Problem. Aber jetzt schon."

Jahrzehntelang hing Europa am Tropf des Kremls. Vor Putins Überfall auf die Ukraine kamen 2021 rund 45 Prozent aller EU-Gasimporte aus Russland. Inzwischen sind es laut dem Brüsseler Thinktank Bruegel nur noch knapp 12 Prozent. Gerettet hat der Kontinent seine Energieversorgung vor allem mit Importen von Flüssiggas (LNG) aus den USA: Von gerade mal rund 6,5 Prozent im Jahr 2021 auf inzwischen mehr als ein Viertel der gesamten EU-Gasimporte haben sie sich mehr als vervierfacht. Mehr als 60 Prozent aller LNG-Lieferungen kommen inzwischen aus Übersee. Nach Pipeline-Gas aus Norwegen sind sie derzeit Europas wichtigste Energieversorgungslinie. Falls Trump sie kappen sollte, könnte die EU erneut Probleme bekommen wie im Sommer 2022, als Putin den Gashahn zudrehte.

Die Angst ist, dass genau das bald passieren könnte. Denn Donald Trumps Annexionsgelüste gegenüber Grönland sind keine vorübergehende Episode der US-Außenpolitik. Die MAGA-Bewegung sieht laut offizieller US-Sicherheitsstrategie in Europa ihren ideologischen Hauptfeind, weil der Kontinent die Werte vertritt, die Trump in den USA abschaffen will. Sein Angriff auf die Demokratie könnte sich daher mittelfristig auch auf die Heiztemperatur deutscher Wohnzimmer und die Betriebstemperatur deutscher Werkshallen auswirken. Denn in seinem Wirtschaftskrieg gegen die EU wäre es für Trump ein Leichtes, auf die Gas-Bremse zu treten.

[...] Europa ist aufgrund seiner geringen Vorkommen ein Kontinent mit natürlicher Energiearmut. Diese strategische Schwäche können alle Autokraten zur Erpressung ausnutzen - von Trump über Putin bis hin zu arabischen Ölscheichs. Gegen eine potenzielle Energiekrise hilft also nur bedingt, die Lieferanten zu diversifizieren. Sondern nur, die Abhängigkeit insgesamt zu verringern: durch den Ausbau erneuerbarer Energien und eine Senkung des Gasverbrauchs...

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EU überwacht PFAS im Wasser strenger – die Schweiz wartet ab

Seit dem 12. Januar müssen alle EU-Länder Trinkwasser auf 20 PFAS überwachen und Grenzwertüberschreitungen melden.

Die EU verschärft ihr Vorgehen gegen die gesundheitsgefährlichen und kaum abbaubaren PFAS-Chemikalien. In den EU-Ländern sind PFAS-Tests bei Trinkwasser seit dem 12. Januar 2026 Pflicht. Die aktualisierte EU-Trinkwasserrichtlinie schreibt strengere Grenzwerte vor und verpflichtet die Wasserversorger, Trinkwasser auf 20 wichtige PFAS zu testen.

Für diese «PFAS-20» gilt nun ein Summengrenzwert von 100 Nanogramm (0,1 Mikrogramm) pro Liter Trinkwasser. Überschreitet der PFAS-Gehalt des Wassers die Grenzwerte, müssen die EU-Staaten die Öffentlichkeit informieren und Massnahmen ergreifen.

Die PFAS-Ewigkeitschemikalien kommen in vielen Alltagsgegenständen vor und geraten zunehmend in den Fokus von Gesundheits- und Umweltexperten. Die PFAS-Chemikaliengruppe umfasst mehr als 15’000 unterschiedlichen Verbindungen, über die man grösstenteils wenig weiss. Für einzelne PFAS wie PFOA (Perfluoroktansäure) und PFOS (Perfluorokatansulfonsäure) ist erwiesen, dass sie Krankheiten auslösen, das Krebsrisiko erhöhen, das Immunsystem und die Fortpflanzung beeinträchtigen. Bei anderen ist das Risiko für Mensch und Umwelt unbekannt. In der EU sind etwa 1000 PFAS zugelassen.

Wer die Grenzwerte überschreitet, muss nachrüsten

Daten zur PFAS-Belastung werden künftig EU-weit gesammelt, dafür wurde nach Angabe der EU-Kommission das Meldesystem vereinfacht. Etwa drei Prozent der Wasserproben überschritten die neuen Grenzwerte, berichtet das «ZDF» aus einem deutschen Analyselabor – für die Analytiker ein «überraschend geringer Anteil». Wer die Grenzwerte nicht einhält, muss gegensteuern, etwa mit Aktivkohlefiltern. Geht das nicht, müssen die Behörden und Versorger Brunnen abschalten und den Konsum von Trinkwasser einschränken.

[...] In zwei Jahren werden die EU-Grenzwerte weiter verschärft. Vier bekannt giftige PFAS namens PFHxS, PFOA, PFOS und PFNA (Perfluornonansäure) dürfen ab 2028 in Summe nur noch 20 Nanogramm pro Liter im Trinkwasser ausmachen.

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Strategische Notwendigkeit: Die drei Grundpfeiler Digitaler Souveränität Europas

Digitale Souveränität ist die Fähigkeit, als Organisation in Europa handlungsfähig zu bleiben – selbst wenn globale Lieferketten reißen oder politische Spannungen digitale Datenflüsse unterbrechen

Seit Jahren wird nun über Digitale Souveränität Europas diskutiert – bisher meist eher nur als ein theoretisches Ideal. Doch die aktuelle geopolitische Lage hat das Thema 2026 offenbar zur existenziellen Geschäftsbedingung gemacht: Heute umfasst Digitale Souveränität weit mehr als nur einen IT-Standard oder Datenschutz-„Compliance“. Es ist die Fähigkeit, als Organisation handlungsfähig zu bleiben, wenn globale Lieferketten reißen oder politische Spannungen den digitalen Datenfluss unterbrechen.

„Cyber Dominance“ ausländischer Akteure vs. Digitale Souveränität Europas

Für Unternehmen und Behörden nimmt das Thema heute zwingende Bedeutung an, da Software-Abhängigkeiten zunehmend als politische Hebel eingesetzt werden könnten. Wer nämlich Kritische Infrastrukturen (KRITIS) auf Systemen errichtet, deren technologischer Kern und rechtlicher Zugriff in Drittstaaten liegen, akzeptiert damit eine schleichende Abhängigkeit – die „Cyber Dominance“ ausländischer Akteure.

Diese Form der digitalen Gebundenheit hat sich mittlerweile zu einem massiven Geschäftsrisiko entwickelt, welches die Innovationskraft und die unternehmerische Entscheidungsfreiheit bedroht. Die aktuelle Initiative des Bundesdigitalministeriums (BMDS), die Souveränität über den „Ort der Wertschöpfung“ neu zu definieren, markiert offensichtlich das Ende einer technologischen Naivität.

Es reicht also nicht mehr aus, z.B. US-Software mit deutschen AGB zu versehen oder Daten in lokalen Rechenzentren zu parken – solange eben die administrative Kontrolle im Ausland verbleibt. Echte Digitale Souveränität bedeutet nun, digitale Prozesse so zu gestalten, dass sie rechtlich und technisch immun gegen außereuropäische Zugriffe sind. Vor dem Hintergrund von NIS-2 und DORA wird digitale Unabhängigkeit damit von der IT-Aufgabe zur zentralen Management-Disziplin. FTAPI-Experten sehen in diesem Zusammenhang drei zentrale Grundpfeiler, auf denen die Digitale Souveränität ruht.

1. Grundpfeiler Digitaler Souveränität Europas: Software „Made in Europe“

Echte Souveränität erfordere die Kontrolle auf zwei Ebenen: Die technologische Kompetenz und die architektonische Verantwortung für den Quellcode müssten im europäischen Rechtsraum liegen. „Nur wer den Kern der Software selbst beherrscht, kann administrative Hintertüren ausschließen und die Integrität des Systems garantieren.“

Darüber hinaus müsse der Betrieb der Software im Kontrollbereich des Nutzers liegen.

„Souveränität endet dort, wo Wartungsschnittstellen (,Admin-Access’) aus Drittstaaten bedient werden.“ Denn über diesen administrativen Zugriff könnten ausländische Gesetze (wie etwa der „Cloud Act“) unmittelbar in europäische Infrastrukturen eingreifen – „völlig ungeachtet dessen, wo die Server physisch stehen!“...

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8. Februar 2004INES Kategorie 0 "Meldepflichtiges Ereigniss"  (INES-0) Akw Biblis, DEU

Wikipedia de

Kernkraftwerk Biblis#Ereignisse und Störungen

Während des Volllastbetriebes kam es aufgrund einer unsicheren Abdeckung sicherheitstechnisch relevanter Geräte zu einem witterungsbedingten Kurzschluss außerhalb des Kraftwerkes, der zur Trennung des Kraftwerkblocks vom 220-kV-Hochspannungsnetz um 12:48 Uhr führte. Infolge des Vorfalls trennte sich der Block durch fehlerhafte Steuerungsmechanismen auch vom 380-kV-Netz. Dieser plötzliche Lastabfall führte dazu, dass sich die Anlage nicht mehr im Eigenbedarf stabilisieren konnte. Infolge dieser Ereignisse wurde der Reaktor zur Vermeidung weiterer Sicherheitsrisiken automatisch heruntergefahren und alle vier Notstrom-Dieselgeneratoren gestartet, die zur Aufrechterhaltung der Reaktorsicherheit notwendig waren...

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Aktuelles+

8. Februar 2026

Milliardäre sitzen am Schalthebel der militärischen Macht

Ohne Palantirs Software – warnen Kritiker – wären Armee und Regierung handlungsunfähig. Die Demokratie verkomme zur Kulisse.

Der Software-Konzern Palantir gehört unter anderen den Milliardären Peter Thiel und Alex Karp.

Statt Kampfjets, Panzern oder Raketen liefert das Unternehmen digitale Betriebssysteme für das Militär sowie für Sicherheits- und Staatsapparate.

Thiels Risikokapitalfirma investiert auch in das Unternehmen Anduril, gegründet 2017. Anduril entwickelt autonome Waffen- und Überwachungssysteme samt Steuerungssoftware. Anduril ist privates und nicht börsenkotiertes Unternehmen.

Militärische Kernaufgaben in privaten Händen

Mit KI-Software und Datenplattformen versorgt Palantir Militär, Geheimdienste, Polizei und Grenzbehörden befreundeter Staaten. Die Software unterstützt Kriegsführung, Logistik, Personalverwaltung, Geheimdienstanalysen und das Auswerten innenpolitischer Daten.

Die staatliche Souveränität werde «privatisiert», kommentierte «Le Monde diplomatique». Militärische Kernaufgaben wanderten an Privatunternehmen ab. Peter Thiel erklärte offen, «Freiheit und Demokratie» seien «nicht mehr miteinander vereinbar».

Die Zeitung schreibt weiter: «Algorithmen entscheiden zunehmend über militärische Ziele, Truppenbewegungen und Geheimdienstanalysen. Nicht Generäle kontrollieren diese Algorithmen, sondern private Unternehmen, die den Interessen ihrer Aktionäre folgen.»

Besitzer und Investoren sahnen ab

Palantir wird an der Börse mit über 400 Milliarden Dollar bewertet und übertrifft damit viele traditionelle Waffenkonzerne. Der KI‑Boom und Trumps Wiederwahl liessen den Aktienkurs explodieren. Zeitweise erreichte der Marktwert fast 490 Milliarden Dollar, bei einem Kurs‑Gewinn‑Verhältnis von über 400 – ein historisch extremes Niveau, wie Ökonomen betonen.

Hedgefonds‑Manager Michael Burry wettet unterdessen gegen die Aktie. Palantir-CEO Alex Karp konterte und bezeichnet sein Unternehmen als unverzichtbare militärische Infrastruktur.

2025 schloss die US‑Armee Milliardenverträge mit Palantir ab, die den Zugang des Militärs zu dessen Software für die nächsten zehn Jahre sichern.

Patriotische Rhetorik des KI‑militärisch‑industriellen Komplexes

Palantir inszeniert sich als patriotischer, «anti‑woker» Akteur, der die militärische Überlegenheit der USA, Grossbritanniens, Israels, der Ukraine und anderer Verbündeter sichern will. Kommentatoren sehen darin die Spitze eines neuen «KI‑militärisch‑industriellen Komplexes». Dieser übertrage Eisenhowers Warnung vor dem militärisch‑industriellen Komplex ins Software‑Zeitalter: Die Macht wandert von gewählten Institutionen zu privat kontrollierten Daten‑ und KI‑Plattformen.

Drehtüren, Fondsnetzwerke und Machtarchitektur

Ehemalige Manager von Palantir, Anduril, Meta oder OpenAI besetzen Schlüsselpositionen in Washington und im Pentagon, manchmal mit fortbestehenden Beteiligungen an den Firmen, deren Produkte sie nun beschaffen oder regulieren.

Risikokapitalfonds wie Founders Fund, 1789 Capital und Andreessen Horowitz bündeln Investitionen in Palantir, Anduril, SpaceX, xAI und Nuklear‑Start-ups. Sie kontrollieren zentrale Infrastrukturen, auf denen staatliche Souveränität bisher traditionell ruhte – Daten, Geld, Waffen, Satelliten, Energie.

Europas stille Abhängigkeit in den US-Stack

Mit «Stack» ist die gesamte Infrastruktur gemeint: von Hardware, Cloud und Betriebssystemen über Datenbanken, KI‑Modelle und Plattformen bis hin zu Bezahlsystemen oder speziellen Fachanwendungen.

Während Brüssel über «digitale Souveränität» debattiert, binden sich europäische Regierungen tief in den US‑dominierten Stack ein. In Deutschland protestieren Bürgerrechtsgruppen gegen Palantir‑Analysetools in Polizeibehörden und gleichzeitig setzt die Bundeswehr auf Andurils autonome Systeme. Italien erwägt, verschlüsselte Militärkommunikation auf Musks Starlink zu verlagern. In Grossbritannien verarbeitet der NHS Millionen Patientendaten über Palantirs Federated Data Platform – parallel zu milliardenschweren Verteidigungsverträgen.

Diese Abhängigkeiten werden politisch kaum diskutiert, sind aber technisch schwer rückgängig zu machen.

Demokratie als Fassade, Infrastruktur als Machtzentrum

Die Souveränität verschiebt sich weg von demokratisch kontrollierten Institutionen, hin zu privat beherrschter Technologie, deren Ziel der Shareholder‑Value ist. «Le Monde diplomatique» schreibt: «In den USA wird der Staat grundlegend umgebaut. Tech-Unternehmen wie Palantir und Anduril übernehmen zentrale hoheitliche Aufgaben. Diese ‹Privatisierung der Souveränität› greift zunehmend auch in Europa.»

Wahlen und Parlamente bleiben als demokratische Fassade bestehen. Doch die reale Entscheidungsmacht liegt bei den Tech-Konzernen, die Betriebssysteme für Militär, Verwaltung, Finanzen und Kommunikation bereitstellen. Firmen wie Palantir – an den Börsen gefeiert – gewinnen an politischer Bedeutung. Ins öffentliche Bewusstsein dringt dies erst langsam vor.

 


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Hintergrundwissen

Die Karte der nuklearen Welt


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Milliadäre und Autokraten?
Shipping Pooh, Narrencap Mudi, Don Trumpl, Wlad Putin, Recep Egowahn, Kim Young Unsinn, Vik Uranwahn und die all die anderen Horrorclowns!

Die Suchmaschine Ecosia pflanzt Bäume!

https://www.ecosia.org/search?q=Europas+Abhängigkeit+Energie+Militär+Software

https://www.ecosia.org/search?q=Europas+digitale+Souveränität

https://www.ecosia.org/search?q=Künstliche+Intelligenz
 

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Bitkom e. V.

Presseinformation zur Pressekonferenz

Europas Weg in die digitale Souveränität

  • 9 von 10 Unternehmen sind derzeit digital abhängig
  • 57 Prozent könnten ohne Digitalimporte maximal ein Jahr überleben
  • USA und China sind wichtigste Herkunftsländer – aber das Vertrauen schwindet
  • Gipfel zur europäischen digitalen Souveränität am 18. November

Berlin, 13. November 2025 – Hardware aus China, Cloud- und KI-Lösungen aus den USA, Chips aus Taiwan oder Industrieroboter aus Südkorea: Die Unternehmen der deutschen Wirtschaft sind weiterhin stark abhängig von digitalen Technologien und Leistungen aus dem Ausland. Gleichzeitig schwindet das Vertrauen, vor allem in die USA. 9 von 10 Unternehmen (89 Prozent), die digitale Güter oder Leistungen importieren, sehen sich davon abhängig – 51 Prozent sogar „stark abhängig“, 38 Prozent „eher abhängig“. Nur eine Minderheit (4 Prozent) wäre dauerhaft überlebensfähig, würden diese Importe wegfallen. Damit Europa unabhängiger von Digitalimporten aus dem Ausland wird, haben Deutschland und Frankreich den Gipfel für europäische digitale Souveränität initiiert, der am 18. November in Berlin stattfindet. Der Digitalverband Bitkom hat im Vorfeld mehr als 600 Unternehmen ab 20 Mitarbeitenden repräsentativ nach ihrer Abhängigkeit von ausländischen Technologien und Services befragt – und welche Risiken daraus entstehen.

So ist die Abhängigkeit von den USA und China im Laufe dieses Jahres nochmals gestiegen: 51 Prozent der deutschen Unternehmen sehen sich „stark abhängig“ von den Vereinigten Staaten – im Januar 2025 sagten dies noch 41 Prozent. Und ebenfalls 51 Prozent sehen sich „stark abhängig“ von China – ein Zuwachs um sieben Prozentpunkte gegenüber dem Jahresbeginn. Die deutschen Unternehmen könnten nach eigenen Angaben derzeit lediglich 12 Monate überleben, sollten sie die Technologien oder Services nicht mehr aus den USA beziehen können – mit Blick auf China wären es sogar nur 11 Monate. „Deutschland und Europa müssen sich aus einseitigen Abhängigkeiten befreien und ihre digitale Zukunft selbst in die Hand nehmen“, sagt Bitkom-Präsident Dr. Ralf Wintergerst. „Europa muss seine digitale Souveränität mit mehr Entschlossenheit entwickeln. Wir müssen Europa zu einem Ort machen, an dem digitale Technologien nicht nur genutzt, sondern auch entwickelt und in wettbewerbsfähige Produkte und Dienstleistungen übersetzt werden. Der Gipfel für europäische digitale Souveränität sollte dafür den Startschuss geben.“...
 

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Wikipedia

Anwendungen künstlicher Intelligenz

Die Anwendung der künstlichen Intelligenz erstreckt sich über verschiedene Gebiete der Wissenschaft, der Wirtschaft und des Militärs.

[...] KI bei autonomen Waffensystemen

Im Zuge des russischen Angriffskrieges auf die Ukraine seit dem Februar 2022 ist die mediale Aufmerksamkeit für den Einsatz von KI für militärische Zwecke gestiegen. In Deutschland beschäftigen sich sowohl die Bundeswehr als auch die private Rüstungswirtschaft intensiv mit der Entwicklung und Implementierung von KI-unterstützten Waffensystemen

Im Mai 2023 erregte der Vortrag eines Colonels der U.S. Air Force Aufsehen, der bei einer Militärkonferenz in London geschildert hatte, wie KI ihre Einsatzparameter verletzt und den eigenen Kontrollturm angegriffen habe, weil sie den menschlichen Operator als Hindernis bei der Erfüllung ihrer Mission betrachtet hätte. Kurz darauf ließ das U.S.-Militär klarstellen, es habe sich um keine echte Übung, sondern lediglich um ein Gedankenexperiment gehandelt.

Im Rahmen eines Experiments zur Simulation eines Luftkampfs setzte die US-Forschungsbehörde DARPA im Zeitraum von Dezember 2022 bis September 2023 einen modifizierten F-16-Kampfjet ein. Das Flugzeug mit der Bezeichnung X-62A VISTA (Variable In-flight Simulator Test Aircraft) war ein zum Testen und Trainieren von KI-Software umgerüsteter F-16-Kampfjet, der rund 21 Testflüge absolvierte. Während eines Tests auf der Edwards Air Force Base im September 2023 trat der KI-trainierte Jet in einem Luftkampf gegen einen menschlichen Piloten in einer anderen F-16 an. Ziel des "Air Combat Evolution Program" (ACE) der DARPA war, einen ersten Demonstrator für KI-gestützte, kollaborative Luftkämpfe zwischen Mensch und Maschine zu erhalten.
 

Künstliche Intelligenz

Künstliche Intelligenz (KI), englisch artificial intelligence, daher auch artifizielle Intelligenz (AI), bezeichnet im weitesten Sinne computerbasierte Systeme, die ihre (virtuelle oder reale) Umgebung analysieren können, um daraus relevante Informationen zu abstrahieren, welche sie nutzen, um Entscheidungen zu treffen, die ihre Chance erhöhen, definierte Ziele zu erreichen. Damit unterscheiden sich KI-gestützte Systeme von regelbasierten Systemen ohne Fähigkeit zur eigenständigen Anpassung ihres Verhaltens, die ausschließlich fest vorgegebene Anweisungen ausführen.

KI ist außerdem die Bezeichnung für das Teilgebiet der Informatik, das sich mit der Entwicklung und Erforschung von Software und Methoden befasst, die besagte Systeme hervorbringen. Die KI als Forschungsfeld befasst sich in diesem Zusammenhang beispielsweise mit der Automatisierung intelligenten Verhaltens und dem maschinellen Lernen sowie der Formalisierung von Bewusstsein und Kreativität.

[...] Kritik an der KI-Forschung

Stephen Hawking warnte 2014 vor der KI und sah darin eine Bedrohung für die Menschheit. Durch die KI könnte das Ende der Menschheit eingeleitet werden. Ob die Maschinen irgendwann die Kontrolle übernehmen werden, werde die Zukunft zeigen. Aber es sei klar, dass die Maschinen die Menschen zunehmend vom Arbeitsmarkt verdrängen.

Im August 2017 forderten 116 Unternehmer und Experten aus der Technologiebranche (u. a. Mustafa Suleyman, Elon Musk, Yoshua Bengio, Stuart Russell, Jürgen Schmidhuber) in einem offenen Brief an die UN, dass autonome Waffen verboten werden sollten bzw. auf die seit 1983 bestehende CCW-Liste gesetzt werden sollen. Die Certain Conventional Weapons sind von der UN verboten und beinhalten unter anderem Chemiewaffen. Nach Schwarzpulver und der Atombombe drohe die dritte Revolution der Kriegsführung. Zitat aus dem Schreiben: „Wenn diese Büchse der Pandora einmal geöffnet ist, wird es schwierig, sie wieder zu schließen“ und „Einmal erfunden, könnten sie bewaffnete Konflikte erlauben in einem nie dagewesenen Ausmaß, und schneller, als Menschen sie begreifen können“. Terroristen und Despoten könnten die autonomen Waffen nutzen und sogar hacken.

[...] Regulierung und Gesetzgebung

Europäische Union

Die Verordnung über künstliche Intelligenz (informell meist KI-Verordnung, englisch AI Act) ist eine EU-Verordnung für die Regulierung von künstlicher Intelligenz. Es ist die weltweit erste umfassende Regulierung dieser Art. Das Gesetz regelt den Einsatz von KI unter anderem für die kritische Infrastruktur, Sicherheitsbehörden und Personalverwaltung. Die Europäische Kommission hat das Gesetz am 21. April 2021 vorgeschlagen und einen ersten Entwurf veröffentlicht. Am 28. September 2022 hat die Europäische Kommission in dem Zusammenhang auch den Entwurf einer Richtlinie über Produkthaftung und einer Richtlinie über KI-Haftung veröffentlicht. Haftungsfragen waren zuvor aus der Verordnung herausgenommen worden. In dem Kontext steht auch die Überarbeitung der Maschinenrichtlinie zur EU-Maschinenverordnung, die am 14. Juni 2023 in Kraft getreten ist. Am 9. Dezember 2023 einigten sich die EU-Gesetzgebungsinstitutionen auf die Grundzüge des Gesetzes...
 

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YouTube

https://www.youtube.com/results?search_query=Europas+Abhängigkeit+Energie+Militär+Software

https://www.youtube.com/results?search_query=Europas+digitale+Souveränität

https://www.youtube.com/results?search_query=Künstliche+Intelligenz
 

Wird in einem neuen Fenster geöffnet! - YouTube-Kanal "Reaktorpleite" Playlist - Radioaktivität weltweit ... - https://www.youtube.com/playlist?list=PLJI6AtdHGth3FZbWsyyMMoIw-mT1Psuc5Playlist - Radioaktivität weltweit ...

In dieser Playlist finden sich über 150 Videos zum Thema Atom*

 


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Newsletter V 2026 - 1. bis 7. Februar

Zeitungsartikel 2026

 


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