THTR-Rundbrief

Newsletter VII 2026

15. Februar bis ...

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Aktuelles+ Hintergrundwissen

Radioaktivität kumuliert; das bedeutet, radioaktive Partikel reichern sich im lebenden Organismus immer weiter an und mit der Zeit können ähnliche Schäden auftreten, wie bei einer kurzzeitig einwirkenden, massiven Strahlenbelastung ...

Die PDF-Datei "Nuclear Power Accidents" enthält eine Reihe weiterer Vorfälle aus verschiedenen Bereichen der Atomindustrie. Einige der Ereignisse wurden nie über offizielle Kanäle veröffentlicht, so dass diese Informationen der Öffentlichkeit nur auf Umwegen zugänglich gemacht werden konnten. Die Liste der Zwischenfälle in der PDF-Datei ist daher nicht zu 100% identisch mit "INES und die Störungen in kerntechnischen Anlagen", sondern stellt eine Ergänzung dar.

 

Februar 2008 (INES Klass.?) Atomfabrik La Hague, FRA

Februar 2008 (INES Klass.?) Akw Paluel, FRA

1. Februar 2010 (INES Klass.?) Akw Vermont Yankee, USA

4. Februar 2008 (INES-0) Akw Krümmel, DEU

5. Februar 1958 (Broken Arrow) Tybee Island, Georgia, USA

6. Februar 1974 (INES-5) Akw Sosnowy Bor, Leningrad, UdSSR

8. Februar 2004 (INES-0) Akw Biblis, DEU

12. Februar 2013 (Nordkoreas 3. Atomwaffentest) P'unggye-ri, PRK

13. Februar 1960 ("Gerboise bleue", Frankreichs 1. Atombombentest) Reggane, DZA

13. Februar 1950 (Broken Arrow) Princess Royal Island, BC, CAN

16. Februar 2011 (INES-2 Klass.?) Atomfabrik Tricastin, FRA

22. Februar 1977 (INES-4) Akw Jaslovské Bohunice, SVK

28. Februar 1954 ("Bravo"Wasserstoffbombe mit 15 MT) Bikini Atoll, MHL

 

Wir sind immer auf der Suche nach aktuellen Informationen. Wer helfen kann, sende bitte eine Nachricht an:
nukleare-welt@reaktorpleite.de

 


18. Februar


 

Defekte Rohre, Strom aus Gas

Das US-Atom-Revival von Trump, Holtec und Oklo ist "Chaos"

Die Geburt von ChatGPT ist Startschuss des Atom-Revivals. US-Präsident Trump will die amerikanischen Atomkapazitäten bis 2050 vervierfachen. Doch gut drei Jahre später kämpft die Branche mit spröden Rohren, fehlenden Unterlagen und verzettelt sich mit immer neuen Entwürfen für Minireaktoren.

"Chaos." So beschreibt Atomexperte Tim Judson das, was derzeit in den USA passiert: Die großen Tech-Konzerne pumpen Hunderte Milliarden Dollar in neue Rechenzentren und lösen mit ihrem KI-Wettrennen einen Energie-Tsunami aus: Einzelne Rechenzentren benötigen für ihren Betrieb dauerhaft den Strom von einem ganzen Atomkraftwerk.

Eine Steilvorlage für Donald Trump. Der US-Präsident möchte die KI-Ära nutzen, um die amerikanischen Atomkapazitäten bis 2050 auf 400 Gigawatt zu vervierfachen. Doch trotz aller Bekenntnisse bauen die USA gut drei Jahre nach der Weltpremiere von ChatGPT kein einziges neues Atomkraftwerk.

Geht es nach Tim Judson, bleibt es dabei. Der Amerikaner ist Direktor der Anti-Atom-Organisation Nuclear Information and Resource Service (NIRS). Er möchte alle 94 US-Atomkraftwerke abschalten. Weil sie gefährlich sind. Aber auch, weil sie den teuersten Strom erzeugen. "Das sind hochkomplexe Maschinen", sagt er im Gespräch mit ntv.de. "Man benötigt enorme Mengen Stahl und Beton, um die Strahlung so gut wie möglich einzudämmen. Allein der Reaktorbehälter wiegt 400 Tonnen. Die kann man nicht wie Solarpanels millionenfach pro Jahr in einer Fabrik herstellen."

Tausende poröse Rohre

Sicherheit kostet Zeit und Geld, das spürt die Atombranche beim Pilotprojekt des amerikanischen Atom-Revivals. Im US-Bundesstaat Michigan steht das AKW Palisades. Das wurde 2022 abgeschaltet und soll als erstes von drei stillgelegten amerikanischen Atomkraftwerken wieder hochgefahren werden und Strom erzeugen.

Bei den Vorbereitungen hat der Besitzer Holtec International jedoch festgestellt, dass Tausende Rohre im Dampferzeugersystem des Kraftwerks spröde sind oder sogar Risse haben. NIRS-Direktor Judson überrascht das nicht: Die US-Atomreaktoren sind im Schnitt 45 Jahre alt. Die Bauteile und Komponenten wurden jahrzehntelang mit radioaktiver Strahlung beschossen. Dadurch ist das Metall porös geworden.

Judson ist überzeugt, dass das AKW Palisades kein Einzelfall ist. Er plädiert dafür, die amerikanischen Atomkraftwerke herunterzufahren und zu untersuchen. Die Erfolgsaussichten? Gering. Denn das Ergebnis wäre ihm zufolge absehbar: Die porösen Rohre müssten mit großem Aufwand ausgetauscht werden. Die USA wären in derselben Situation wie Frankreich vor einigen Jahren. Die Atomkraftwerke würden zwei oder drei Jahre lang keinen Strom liefern und Geld verdienen, sondern Kosten verursachen.

[...] Kahlschlag bei der Atomaufsicht

Das Chaos bei der Wiederinbetriebnahme von Palisades steht stellvertretend für die Sorglosigkeit, mit der die US-Regierung das Atom-Revival erzwingen möchte. Im vergangenen Jahr wies US-Präsident Trump die Atomaufsicht an, Personal abzubauen, um Geld zu sparen. Das fehlt der NRC inzwischen für Inspektionen. NIRS-Direktor Judson sagt, einige Sicherheitsuntersuchungen werden schlicht nicht mehr durchgeführt.

Das Weiße Haus hat die Atomaufsichtsbehörde auch angewiesen, Projekte einfach durchzuwinken, wenn sie bereits vom US-Energieministerium abgesegnet wurden...

 


17. Februar


 

Streit um Pestizid:

Bayer-Tochter Monsanto schließt Milliardenvergleich zu Glyphosatklagen

Monsanto will einen jahrelangen Rechtsstreit um das Pestizid Roundup gegen die Zahlung von sechs Milliarden Euro beenden. Eine gerichtliche Zustimmung steht noch aus.

Mit einem großangelegten Vergleich will die Bayer-Tochter Monsanto die jahrelangen juristischen Auseinandersetzungen um ihren Unkrautvernichter mit dem Wirkstoff Glyphosat beenden. Ein US-Gericht muss den Vergleich noch genehmigen.

Nach Angaben des Bayer-Konzerns sollen die Zahlungen für den Sammelvergleich bis zu 7,25 Milliarden US-Dollar (6,13 Milliarden Euro) betragen und über einen Zeitraum von bis zu 21 Jahren ausgezahlt werden. Damit sollten "sowohl anhängige als auch mögliche künftige Klagen beigelegt werden", teilte Bayer mit.

Die Zahlungen würden jährlich abnehmen und wären gedeckelt. Durch diese langfristige Zahlungsvereinbarung hätte das Unternehmen "mehr finanzielle Sicherheit und Kontrolle über die Kosten für die Rechtsstreitigkeiten", teilte Bayer mit. Kanzleien der Klägerseite hätten dazu einen Antrag auf vorläufige Genehmigung des Sammelvergleichs beim zuständigen Gericht in St. Louis im US-Bundesstaat Missouri eingereicht.

[...] Verbraucher- und Umweltschützer protestieren seit Jahren gegen den Einsatz des Unkrautvernichters. Glyphosat ist der weltweit meistverwendete Inhaltsstoff in Pestiziden. Ein Gremium der Weltgesundheitsorganisation hatte den Wirkstoff als "wahrscheinlich krebserregend beim Menschen" eingestuft. Mehrere europäische Einrichtungen folgten dem nicht.

[...] Bayer will Vergleich nicht als Schuldeingeständnis verstanden wissen

Die mit dem Vergleich verbundenen Zahlungen sollen nach Bayer-Angaben an Kläger gehen, die Roundup ausgesetzt waren und bereits eine medizinische Diagnose erhalten haben, wonach sie an NHL, einem Oberbegriff für mehrere Krebserkrankungen des Lymphsystems, erkrankt seien, oder eine solche Diagnose "vor dem Ende der 16-jährigen Frist erhalten, die aber der finalen Genehmigung der Vergleichsvereinbarung läuft"...

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Frankreich fährt mit Karacho in die energiepolitische Sackgasse

Geheimes Dokument zeigt den Atomkraft-Wahnsinn in Frankreich – trotzdem soll Kernenergie ausgebaut werden.

Die französische Regierung verkündet sechs neue Atomreaktoren und bremst die Erneuerbaren. Rechte Medien feiern das als Triumph. Doch die Fakten erzählen eine ganz andere Geschichte: ein Land, das mit Karacho in eine wirtschaftspolitische und energiepolitische Sackgasse zurast – und den Rückwärtsgang nicht findet.

Frankreichs energiepolitische Sackgasse: Was Apollo News verschweigt

Die Schlagzeile klingt nach Aufbruch: „Frankreich setzt voll auf Atomkraft und drosselt den Ausbau der Erneuerbaren.“ So titelte Apollo News am 15. Februar 2026. Der Artikel liest sich wie eine Pressemitteilung der französischen Regierung. Sechs neue Reaktoren, längere Laufzeiten, weniger Wind und Solar. Alles super, oder?

Nein. Ganz und gar nicht. Was Apollo News seinen Lesern verschweigt, ist der komplette Kontext. Und dieser Kontext zeigt: Frankreich fährt gerade mit Vollgas in eine energiepolitische Sackgasse. Die Fakten sind so erdrückend, dass die französische Regierung sogar einen Bericht ihres eigenen Stromkonzerns EDF monatelang unter Verschluss gehalten hat.

[...] Verschleiß rauf, Laufzeit rauf – Frankreichs nukleare Doppelmoral

Der EDF-Bericht zeigt schwarz auf weiß: Die Modulation beschleunigt den Verschleiß der Reaktoren. Turbinen, Pumpen, Generatoren – alles wird stärker belastet. EDF selbst spricht von „mehreren Milliarden Euro zusätzlicher Wartungskosten“ in den kommenden Jahrzehnten. Die Turbineninspektionen müssen von alle zehn auf alle sechs Jahre verkürzt werden.

Und was macht die Regierung? Sie verlängert die Laufzeiten genau dieser Reaktoren. Die 57 aktiven AKWs in Frankreich haben ein Durchschnittsalter von 39,6 Jahren – die ältesten sind bereits über 45 Jahre alt. Die PPE3 sieht vor, sie auf 50 bis 60 Jahre laufen zu lassen. Manche Reaktoren sollen also noch 15 bis 20 weitere Jahre am Netz bleiben.

Zusammengefasst: Die Reaktoren werden durch die erzwungene Modulation stärker belastet als je zuvor. Gleichzeitig sollen sie länger laufen als je geplant. Das ist, als würde man ein Auto mit 300.000 Kilometern auf dem Tacho über unbefestigte Straßen jagen – und gleichzeitig die nächste Hauptuntersuchung nach hinten verschieben.

[...] Im Januar 2025 hat der Rechnungshof unter seinem Präsidenten Pierre Moscovici einen vernichtenden Bericht über das französische Atomprogramm vorgelegt. Seine Empfehlung:

Stoppt alle Neubaupläne. Sofort.

Warum? Schauen wir uns den einzigen neuen Reaktor an, den Frankreich in den letzten Jahrzehnten gebaut hat: Flamanville 3 an der Kanalküste.

Geplante Kosten: 3,3 Milliarden Euro. Tatsächliche Kosten: 23,7 Milliarden Euro. Das ist mehr als das Siebenfache. Die Bauzeit: 17 Jahre statt der geplanten fünf. Und jetzt kommt der Witz: Seit der Inbetriebnahme im Januar 2025 hat Flamanville 3 mehr Strom verbraucht als geliefert. Bis 19. Juni 2025 lieferte der Reaktor überhaupt keinen Strom mehr. Der Reaktordeckel musste beim ersten Brennelementewechsel ausgetauscht werden.

EDF hat sich laut Rechnungshof „bewusst und beharrlich geweigert“, Zahlen zur Rentabilität von Flamanville vorzulegen...

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Ministerin: "Eindeutiger" Fall

AfD Niedersachsen als extremistisch eingestuft

Vier AfD-Landesverbände im Osten Deutschlands gelten bereits als rechtsextrem. Die AfD Niedersachsen ist derzeit der einzige im Westen. Das liegt aber vor allem daran, dass die Verbände in Rheinland-Pfalz und im Saarland sich gerichtlich gegen eine solche Einordnung wehren.

Die AfD in Niedersachsen wird vom Landesverfassungsschutz als extremistische Bestrebung eingestuft. "Die Bewertung des Verfassungsschutzes ist eindeutig: Die größte Gefahr für unsere Gesellschaft geht vom Rechtsextremismus aus und die AfD Niedersachsen ist nach der Einstufung eindeutig diesem Phänomenbereich zuzuordnen", sagte Innenministerin Daniela Behrens von der SPD. Die Fortsetzung der Beobachtung durch den Verfassungsschutz sei vor diesem Hintergrund die logische Konsequenz.

Mittlerweile bilde eine rechtsextremistische Ideologie den Konsens innerhalb der Gesamtpartei und auch des Landesverbandes. "Die häufig in aggressiver und konfrontativer Sprache vorgetragenen verfassungsfeindlichen Äußerungen und Verhaltensweisen prägen den Charakter der Partei", heißt es vom Ministerium. Dieser Charakter werde von einer die freiheitliche demokratische Grundordnung ablehnenden Grundtendenz beherrscht. Dazu gehörten etwa ein ethnisch-kultureller Volksbegriff und die pauschale Abwertung von Menschengruppen aufgrund ihrer Herkunft.

[...] Bereits im vergangenen Sommer hatte der Verfassungsschutz mitgeteilt, dass die Zahl der Rechtsextremisten in der AfD Niedersachsen und ihrer damals noch existierenden Jugendorganisation Junge Alternative im Jahr 2024 von 600 auf 850 Mitglieder gestiegen sei. Zudem sei es den extremistischen Kräften in der AfD gelungen, Machtstellung und Einflussnahme auszubauen. Insgesamt zählte der Landesverband zum Jahreswechsel rund 8000 Mitglieder.

Eine Umfrage von Infratest dimap im Auftrag des NDR Niedersachsen sah die AfD im Land im November mit deutlichen Gewinnen in der Wählergunst bei 20 Prozent. Bei der Landtagswahl 2022 hatte sie 11 Prozent erhalten.

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Düstere Prognose des DIW-Chefs

„Der Wachstumsmotor in Deutschland wird nie mehr anspringen“

Marcel Fratzscher ist Wissenschaftler, Politikberater und Präsident des Deutschen Instituts für Wirtschaftsforschung (DIW Berlin). Für ihn wäre Umverteilung von oben nach unten ein gangbarer Weg, um Geld in die Staatskasse zu spülen.

Berlin. Er ist einer der bekanntesten Ökonomen. Im Interview erklärt Marcel Fratzscher, warum auf Deutschland gerade keine rosigen Zeiten zukommen.

Herr Fratzscher, Union und SPD streiten über die geplanten Sozialreformen und sorgen mit immer neuen Vorschlägen für Empörung. Ist die Koalition so schlecht wie ihr Ruf?

Tja, in Schulnoten gerechnet ist nicht mehr als eine 3 plus drin. Wir sollten nicht alles schlechtreden, schließlich darf man das 500-Milliarden-Euro-Investitionspaket nicht vergessen, das diese Koalition an den Start gebracht hat. Auch die ersten Schritte zum Bürokratieabbau sind positiv zu bewerten. Doch bei den großen Reformthemen wie Steuern, Haushaltskonsolidierung, Rente und Europa ist die Koalition noch völlig orientierungslos.

Was wäre aus Ihrer Sicht nötig?

Finanzminister Lars Klingbeil muss in den Jahren 2027 bis 2029 ein Loch von über 130 Milliarden Euro stopfen. Die Hoffnung, das ließe sich durch eine Belebung der Konjunktur decken, ist vergebens. Der Wachstumsmotor in Deutschland wird schon allein wegen der Demografie nie mehr anspringen. Uns fehlen schlicht die Arbeitskräfte, um die Wachstumsraten der Vergangenheit zu erreichen. Wir kommen also an Steuererhöhungen und dem Abbau von Subventionen nicht vorbei.

Woran denken Sie?

Alle klimaschädlichen Steuersubventionen, also etwa das Diesel-Privileg, die Steuerbefreiung von Kerosin oder die Pendlerpauschale, müssen abgeschafft oder zumindest gekürzt werden. Das macht auch ökonomisch Sinn, weil sie den Wettbewerb verzerren und falsche Anreize setzen. Es ist doch völlig unsinnig, dass es sich lohnt, möglichst weit weg vom Arbeitsplatz zu wohnen. 60 Milliarden Euro im Jahr machen allein diese klimaschädlichen Subventionen aus. Auch das Ehegattensplitting, das den Staat rund 22 Milliarden Euro kostet, muss weg und durch ein Realsplitting ersetzt werden. Das würde im Übrigen dabei helfen, die Erwerbstätigkeit von Frauen zu erhöhen ….

[...] Wir müssen davon ausgehen, dass es sich die Koalition am Ende leicht machen wird: Sie erhöht die Mehrwertsteuer um zwei Punkte, was 30 Milliarden Euro mehr bringen würde. Eine Anhebung wäre sozial zwar fatal, denn das träfe Menschen mit geringen Einkommen überproportional stark. Doch es ist verglichen mit den zur Verfügung stehenden Alternativen ein politisch vergleichsweise bequemer Weg.

Eine Mehrwertsteuererhöhung? Wissen Sie etwas, was wir nicht wissen?

Das denke ich nicht. Das ist eine nüchterne Analyse der politischen Gegebenheiten, auch wenn ökonomisch und politisch andere Reformen dringend geboten wären.

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Atomenergie

Welche Gefahr geht von den grenznahen Reaktoren aus?

Schweizer AKW: Es braucht ein grenzüberschreitendes Neuaufleben der Antiatombewegung, meint Martina Matt

Ein Gutachten des Trinationalen Atomschutzverbands, TRAS, warnt vor nuklearen Gefahren durch vier schweizerische Reaktoren in Grenznähe zu Baden-Württemberg. Was droht der dortigen Bevölkerung?

Auf Basis zurückliegender Untersuchungen wurde ein Katastrophenszenario bei diesen Atomkraftwerken in der Schweiz für verschiedene Wetterlagen simuliert. Sollte nicht zufällig Nordwind sein, wäre vor allem Süddeutschland betroffen. Ein AKW kennt keine Landesgrenzen. Ich kann zwei Kühltürme von mir zu Hause aus sehen, ich wohne von den vier grenznahen aktiven Kernkraftwerken nicht weit entfernt: zehn Kilometer von Leibstadt, 13 von Beznau I und II, von Gösgen etwa 20. Passierte in einem der Reaktoren ein Unfall, könnten weite Teile Deutschlands radioaktiv verseucht werden, vermutlich stärker als im Schweizer Gebiet. Wir in der Hochrheinregion wären auf jeden Fall betroffen.

Warum ist die von den grenznahen Reaktoren ausgehende Gefahr laut Gutachten so groß?

Die Schweiz betreibt die ältesten Reaktoren der Welt, die internationalen Sicherheitsnormen nicht entsprechen. Der älteste ist 57 Jahre alt, der neueste 41 Jahre. Zwar wird ständig nachgerüstet, sie sind aber nicht auf dem Stand heutiger Technik und Wissenschaft. Mit ihren Mängeln würden sie heute nicht mehr genehmigt. Sie sind auf 40 Jahre Betriebsdauer angelegt. Selbst bei gründlicher Modernisierung kann man den Reaktorkern ja nicht austauschen.

Wie könnte ein »Worst-Case-Szenario« aussehen? Müssten wie nach der Nuklearkatastrophe in Tschernobyl Salat, Gemüse, Beeren oder Milch darauf überprüft werden, wieviel Becquerel radioaktive Substanz sie enthalten?

Schlimmstenfalls wären durch eine Verstrahlung wie bei den Katastrophen in Tschernobyl oder Fukushima ganze Landstriche für lange Zeit unbewohnbar. Es kommt darauf an, wieviel Radioaktivität freigesetzt, wohin und wieweit eine nukleare Wolke getrieben wird sowie wo sie sich entlädt. Bei starkem Wind könnten Städte wie Stuttgart oder Ulm betroffen sein und müssten vollständig evakuiert werden. Spielplätze müssten schließen. Landwirtschaft könnte nicht mehr betrieben werden.

Bundeskanzler Friedrich Merz, CDU, preist ständig die Atomenergie. Er wetterte, das Abschalten der bis dato letzten drei aktiven AKW in Deutschland sei »Irrsinn«. Was entgegnen Sie den Befürwortern eines Wiedereinstiegs in die Atomkraft?

Insbesondere angesichts der aktuellen Krisenlage ist Atomkraft eine unsichere, vor allem auch teure Energiequelle. Letzteres fällt kaum auf, weil sie mit Steuermitteln subventioniert wird. Die Entsorgung des Atommülls verursacht weitere Kosten und ist ungeklärt. Die Frage wird uns Jahrzehnte belasten...

 


16. Februar


 

Deepfakes auf Knopfdruck: Warum Seedance 2.0 ein Urheberrechtsproblem in Echtzeit ist

Deepfakes von Hollywood-Stars, provokante Dialoge und offene Urheberrechtsfragen: Seedance 2.0 zeigt, wie realistisch KI-Videos sind – und befeuert weiter die Konkurrenz zwischen den USA und China.

Der chinesische Tech-Konzern Bytedance, zu dem unter anderem auch Tiktok gehört, hat mit Seedance 2.0 eine neue App veröffentlicht, mit der hyperrealistische KI-Videos erstellt werden können. Wie Business Insider berichtet, ist das Tool in China schon ein viraler Hit und weckt jetzt auch zunehmend das Interesse von KI-Nutzer:innen weltweit. Dabei erregt nicht nur die hohe Qualität der Videos Aufmerksamkeit, sondern auch die Art der Inhalte, die sich mit der App generieren lassen.

KI-Videos: Zwischen Ablehnung und Euphorie

Als OpenAI am 30. September 2025 Sora 2 veröffentlichte, überschwemmten KI-generierte Videos binnen kurzer Zeit das Internet. Die App ist beliebt, da Nutzer:innen per Texteingabe unkompliziert hochwertige Videoinhalte erstellen können. Möglich sind sowohl Deepfakes der eigenen Person als auch Videos mit bekannten Persönlichkeiten. So kursierten etwa Clips, die Adolf Hitler in einer Shampoo-Werbung zeigen. Ebenso verbreiteten sich zahlreiche Varianten von Jesus in modernen Alltagssituationen sowie Bodycam-Aufnahmen, in denen Polizist:innen Figuren wie Spongebob und Scooby-Doo kontrollieren.

[...] Seedance 2.0 verfügt über multimodale Funktionen und verarbeitet Text-, Bild-, Audio- und Videoeingaben. Entwickler:innen können Parameter wie Beleuchtung, Schatten oder Kamerabewegungen gezielt steuern. Besonders viel Aufmerksamkeit erhielt ein Video, das die beiden Hollywood-Schauspieler Brad Pitt und Tom Cruise in einem actionreichen Kampf auf einem Dach zeigt. Der Dialog, der auf den Skandal um die Jeffrey-Epstein-Akten Bezug nimmt, sorgt für zusätzliche Kontroversen...

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Strahlenfolgen in den Genen

Mutierte DNA in Kindern von Tschernobyl-Arbeitern entdeckt

Kann radioaktive Strahlung genetische Spuren hinterlassen, die an Kinder weitergegeben werden? Forschende haben nun Hinweise gefunden, dass genau das nach der Katastrophe von Tschernobyl geschehen sein könnte. Müssen sich Betroffene Sorgen machen?

Der Super-GAU von Tschernobyl liegt fast 40 Jahre zurück. Hunderttausende Menschen wurden 1986 gefährlicher Strahlung ausgesetzt. Seitdem wird unter Wissenschaftlern intensiv darüber diskutiert, ob die durch radioaktive Strahlung verursachten DNA-Schäden vererbbar sind. Frühere Untersuchungen kamen zu widersprüchlichen Ergebnissen. Ein Bonner Forschungsteam wählte einen neuen Ansatz: Statt nach einzelnen neuen Mutationen suchten die Forschenden gezielt nach sogenannten clustered de novo mutations (cDNMs) - also mehreren eng beieinanderliegenden DNA-Veränderungen, die bei den Kindern von Menschen mit Strahlenkontakt auftreten.

Solche Mutationscluster sind typische Zeichen für Strahlenschäden. Sie entstehen, wenn radioaktive Strahlung DNA-Stränge bricht und diese anschließend fehlerhaft repariert werden. Das Ergebnis: "Wir fanden einen signifikanten Anstieg dieser Mutationscluster bei den Nachkommen bestrahlter Väter", schreiben die Forschenden im Fachjournal "Scientific Reports". Zudem gebe es einen Zusammenhang zwischen der geschätzten Strahlendosis der Väter und der Zahl der cDNMs bei den Kindern.

Mehr Strahlung, mehr Mutationen

Die Ergebnisse basieren auf umfassenden Genomanalysen von mehr als 1500 Menschen. Untersucht wurden 130 Nachkommen von Tschernobyl-Aufräumarbeitern, 110 Nachkommen von deutschen Militärradar-Operatoren der 1980er Jahre, die wahrscheinlich Streustrahlung durch Radaranlagen ausgesetzt waren, sowie 1275 Nachkommen von Eltern, die keiner Strahlung ausgesetzt waren und als Kontrollgruppe dienten.

Im Durchschnitt fanden sich bei den Nachkommen der Tschernobyl-Helfer 2,65 Mutationscluster pro Kind. In der Radar-Gruppe lag der Wert bei 1,48, in der Kontrollgruppe bei 0,88. Zwar gehen die Forschenden davon aus, dass diese Zahlen durch Messrauschen leicht überschätzt sein könnten - doch auch nach statistischer Korrektur bleibe der Unterschied signifikant. Auffällig dabei: Je höher die angenommene Strahlendosis des Vaters, desto mehr Mutationscluster traten beim Kind auf.

Alltägliche Risikofaktoren oft größer

Sorgen müssten sich die Nachkommen laut dem Forschungsteam dennoch nicht machen. Es liege kein erhöhtes Krankheitsrisiko vor, heißt es in der Studie. Viele der beobachteten Mutationen liegen demnach in sogenannten nicht-codierten Bereichen des Genoms - also dort, wo keine Baupläne für Proteine, die zentrale Funktionen in Zellen steuern, gespeichert sind. "Angesichts des insgesamt geringen Anstiegs solcher Mutationen ist die Wahrscheinlichkeit minimal, dass daraus eine Erkrankung entsteht", heißt es in der Studie...

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Münchener Sicherheitskonferenz

Freund­liche Ein­la­dung zur Abschaf­fung des Völ­ker­rechts

Während US-Außenminister Marco Rubio mit dem Zeitalter des internationalen Rechts abrechnete, bemühten sich andere, zu retten, was zu retten ist. Gelingt ein "push back gegen den push back"? Eindrücke vom Wochenende in München.

Man kann sich nicht des Eindrucks erwehren, den der Ort dieser Konferenz verströmt. Wenn sich über das Wochenende über tausend Teilnehmende, Staatschefs, Ministerinnen, Mitarbeiter, NATO, OSZE, Delegationen, Bodyguards und Journalisten über die plüschigen roten Teppichbodengänge, vorbei an den Säulen, Wandvertäfelungen und Vorhängen, über die Marmortreppen im Hotel Bayerischer Hof schieben. Es wirkt alles opulent, aber auch "outdated".

Und so bot der Konferenzort eigentlich die perfekte Kulisse für die Botschaft, die US-Außenminister Marco Rubio seinen "europäischen Freunden" überbringen wollte. Hier ist die alte Welt, Europa hängt einer vergangenen Realität an, für Antworten auf die Sicherheitsherausforderungen unserer Zeit müssten die Europäer sich mit den USA auf einen neuen Weg begeben.

Und so kam am Ende dann noch die Abrechnung. Dieses Mal nicht mit Europa, aber mit der regelbasierten Ordnung. Nach der Rede von Rubio am Samstagmorgen auf der Münchener Sicherheitskonferenz zeigten sich nicht wenige gleichwohl erleichtert. Eine Verbalattacke wie im Jahr zuvor beim Auftritt von Donald Trumps Vizepräsident JD Vance ist den europäischen Staatschefs erspart geblieben.

Den Ton, den Rubio im Hotel Bayerischer Hof anschlug, beschwor transatlantische Gemeinsamkeiten ("we will always be a child of Europe"), war gespickt mit mindestens zweifelhaften Andeutungen (Verbündete "gefesselt in Schuld"), doch in der Sache zum Ende hin unmissverständlich: Die Ära einer regelbasierten Weltordnung, von internationalem Recht und seiner Organisationen ist over. An erster Stelle sollen die Staaten selbst, jeder für sich, ihr Schicksal in die Hand nehmen.

[...] Für die USA hatten das, wie Rubio anmerkte, die US Special Forces erledigt, einen flüchtigen Diktator vor Gericht zu bringen. Klare Verstöße gegen das Völkerrecht.

Anfang 2026 hatte Trump angekündigt, dass sich die USA aus weiteren rund 60 internationalen Organisationen und Arbeitsgruppen zurückziehen werden, darunter auch solche, die sich ausdrücklich mit Völkerrecht und Völkerstrafrecht, Klimaschutz oder zivilgesellschaftlichem Einsatz beschäftigen.

Der Internationale Strafgerichtshof, der die von den Amerikanern mit dem Nürnberger Kriegsverbrechertribunal selbst angestoßene Idee des Völkerstrafrechts verkörpert, wird von Trump mit Sanktionen überzogen, die sich gegen einzelne Richter und ihre Arbeit richten. Gegen andere Staaten wie Kanada oder Mexiko werden Pauschalzölle verhängt, ebenso gegen die EU und China. Welthandelsrecht und Freihandelsabkommen werden ignoriert. Ein amerikanischer Albtraum fürs Völkerrecht.

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Liebe Freundinnen und Freunde,

heute ist bekanntlich der Tag der Narren - aber wer sich gerade die Energiepolitik anschaut, sieht viel mehr gefährliches Narrentum: Wirtschaftsministerin Reiche will den Ausbau von Wind und Sonne ausbremsen, die EU auch Atomprojekte fördern. Das sind zwei schwere Schläge gegen die Energiewende. Und die Bundesregierung hält 15 Jahre nach Fukushima unbeirrt an der Urananreicherung in Gronau und der Brennelementefabrik in Lingen fest - und will sinnlos Atommüll über die Autobahnen nach Ahaus karren.

Deshalb bitten wir euch heute erstens, die Online-Petition von .ausgestrahlt gegen die atomaren EU-Pläne zu unterstützen, die bis heute Mittag schon von mehr als 130.000 Menschen unterzeichnet wurde:

https://weact.campact.de/petitions/keine-eu-subventionen-fur-atomkraft

Zweitens ruft das Aktionsbündnis „Stop Westcastor" Jülich für jetzt Samstag, 21.2., in Jülich-Neubourheim an der B56 zwischen Forschungszentrum und A44 von 14-16 Uhr zu einer Mahnwache gegen die drohenden Castor-Transporte nach Ahaus auf:

https://www.westcastor.org/

Und drittens: Kommt am Samstag, 7. März, um 11.30 Uhr zur großen Anti-Atom- und Energiewende-Demo ab Rathaus Ahaus!

Den Demo-Aufruf unterstützen schon 36 Gruppen, Verbände und Parteien - seid dabei:

https://www.bi-ahaus.de/images/stories/2026/Demo-Aufruf-Ahaus-070326.pdf

Alle aktuellen Castor-News auf www.bi-ahaus.de, www.sofa-ms.de, www.westcastor.org und www.castor-stoppen.de und Social Media.

Lingen / Framatome / Rosatom:

Unterdessen rückt die geplante Brennelemente-Kooperation von Framatome und Rosatom in Lingen im Bundestag durch eine Kl. Anfrage der Linken wieder in den Fokus:

https://dserver.bundestag.de/btd/21/041/2104118.pdf

Wie intensiv Framatome und Rosatom international zusammenarbeiten, zeigt sich in Ungarn: Dort hat Rosatom jetzt Siemens Energy aus dem AKW-Projekt Paks 2 rausgeworfen, doch Framatome füllt willig die Lücke:

https://ungarnheute.hu/news/framatome-liefert-leittechnik-fuer-paks-ii-nach-siemens-aus-72505/

Lasst uns am 7. März in Ahaus für die Energiewende und gegen den Castor- und Atom-Wahnsinn auf die Straße gehen!

Atomfreie Klimagrüße

Aktionsbündnis Münsterland gegen Atomanlagen, SOFA (Sofortiger Atomausstieg) Münster
www.sofa-ms.de

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Palästinensergebiete:

Israelische Regierung billigt privaten Landkauf im Westjordanland

Erstmals seit 1967 sollen israelische Siedler weitflächig Gebiete im Westjordanland erwerben können. Israels rechtsextremer Finanzminister spricht von einer "Revolution".

Die israelische Regierung hat einen umstrittenen Vorschlag gebilligt, der israelischen Siedlern den Landkauf im Westjordanland erleichtern soll. Das melden unter anderem Times of Israel und die Nachrichtenagentur Reuters. Der Beschluss komme einer "De-facto-Annexion" gleich, sagen Palästinenser. Schon im Vorfeld hatten zahlreiche Länder, darunter auch Deutschland, Israel heftig kritisiert.

"Revolution der Siedlungspolitik"

Israels rechtsextremer Finanzminister Bezalel Smotrich sprach laut dem israelischen TV-Sender N12 von einer "Revolution der Siedlungspolitik". Verteidigungsminister Israel Katz sagte laut dem Sender, der Beschluss sei ein "wesentlicher sicherheits- und verwaltungspolitischer Schritt", um "die volle Kontrolle, Durchsetzungskraft und Handlungsfreiheit des Staates Israel im Gebiet zu gewährleisten".

Der Plan sieht vor, dass erstmals seit 1967 weite Gebiete im Westjordanland als israelisches "Staatseigentum" deklariert und für den Siedlungsbau freigegeben werden können. In einem Erklärtext zum Beschluss hieß es jedoch nach Angaben der Times of Israel, dass der Genehmigungsprozess für jedes Stück Land mehrere Jahre dauern könnte.

Die israelische Organisation Peace Now sprach nach der neuesten Entscheidung von einem "massiven Raub von Land im Westjordanland". Weiter kritisierte die Organisation: "Dies ist eine radikale und verantwortungslose Regierung, die das Völkerrecht, das solche Regelungen verbietet, ignoriert, auf die Kritik befreundeter Staaten pfeift und uns in eine Katastrophe zerrt."

[...] Die Entscheidung widerspreche "Israels völkerrechtlichen Verpflichtungen", hatte ein Sprecher des Auswärtigen Amtes kritisiert. Auch die Vereinten Nationen, die Europäische Union sowie zahlreiche Länder, darunter Kanada und Australien, prangerten den Beschluss bereits vergangene Woche an...

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INES Kategorie 2 "Störfall"16. Februar 2011 (INES-2) Akw Tricastin, Pierrelatte, FRA

Der Ausfall des Notstromdieselaggregats wurde bei einem der regelmäßigen Tests entdeckt.
(Kosten ?)

Nuclear Power Accidents
 

Wikipedia de

Kernkraftwerk Tricastin#Störungen

Am 16. Februar 2011 wurde festgestellt, dass in mehr als der Hälfte der Notstrom-Dieselgeneratoren der Blöcke 3 und 4 einige Einzelteile, die zwei Jahre zuvor erneuert wurden, bei etwas längerer Laufzeit des Diesels vorzeitig versagen können. Diese Qualitätsmängel erwiesen sich bei einem Test in einem anderen KKW als Totalausfall-Ursache der Diesel. Bei Ausfall des externen Stromnetzes und des Reservenetzes (Notstromfall) wäre damit bei Tricastin 3/4 die Stromversorgung zur Abfuhr der Nachzerfallswärme im Reaktorkern nicht gesichert gewesen, es hätte schlimmstenfalls in beiden Blöcken zu einer Kernschmelze führen können...
 

AtomkraftwerkePlag

Tricastin (Frankreich)

Altreaktoren an der Rhône von 1980/81

Der Standort Tricastin ist wegen einer langen Liste von Pannen und Störfällen, insbesondere im Jahr 2008, immer wieder in die Schlagzeilen geraten.

Die Anlage befindet sich im südfranzösischen Département Drôme am Canal de Donzère-Mondragon neben der Rhône, südlich von Montélimar und nördlich von Orange und Avignon. In Tricastin erzeugen vier Druckwasserreaktoren mit einer Leistung von je 955 MW Strom, die 1980 und 1981 in Betrieb gegangen sind. Eigentümer und Betreiber der Anlage ist die französische Gesellschaft Électricité de France (EDF). Hersteller war Framatome (heute AREVA).

2011 kritisierte das französische Institut für Nuklearsicherheit (IRSN), die Betreiber hätten nicht genügend Rücksicht darauf genommen, dass sich in der Nähe der französischen AKW Gravelines, Saint-Alban und Tricastin gefährliche Fabriken befinden, in denen beispielsweise Chemikalien produziert werden.

Am 11. Februar 2015 genehmigte die französische Atomaufsicht ASN eine Verlängerung der Betriebszeit für den Reaktor Tricastin-2 um weitere zehn Jahre, ebenso am 9. Juni 2015 für Tricastin-3...

 


15. Februar


 

"Bewusst gewählte Parallele"

Parteitagspläne der AfD wecken Erinnerung an Hitlers NSDAP

Anfang Juli möchte die AfD ihren Bundesparteitag in Thüringen abhalten. Die Pläne wecken Assoziationen zu dem dunkelsten Kapitel der deutschen Geschichte. Kritiker werfen der Partei eine gezielte Provokation vor.

Die Pläne der AfD für ihren Bundesparteitag am 4. und 5. Juli in Thüringens Landeshauptstadt Erfurt stoßen in CDU und SPD sowie bei Historikern auf massive Kritik. Verwiesen wird dabei auf den Reichsparteitag der NSDAP genau 100 Jahre früher in der damaligen thüringischen Landeshauptstadt Weimar. "Die bewusst gewählte Parallele zeigt wieder einmal, wes Geistes Kind die AfD ist", sagte Außenamts-Staatministerin Serap Güler von der CDU dem "Kölner Stadt-Anzeiger".

"Die AfD weiß genau, was sie tut. Es widert mich an, wie wenig Anstand und Respekt diese Partei vor unserer Geschichte hat.", sagte Güler dazu weiter. Erneut nutze die AfD "gezielte Provokationen, um Aufmerksamkeit zu erregen", kritisierte auch der frühere SPD-Fraktionschef Rolf Mützenich. Wer ein solches Datum wähle, "müsse sich der historischen Tragweite bewusst sein und wissen, welche Assoziationen es weckt", sagte der Bundestagsabgeordnete der Zeitung.

Der Historiker und Totalitarismusforscher Jörg Ganzenmüller, Direktor des Hannah-Arendt-Instituts für Totalitarismusforschung an der TU Dresden, sprach dort von "einem bewussten symbolischen Akt, der auf mehreren Ebenen wirkt". Zum einen sende die AfD ein Signal der Verbundenheit an die rechtsextreme Szene, der die Geschichte der NSDAP und derartige Daten geläufig seien. "Zum anderen wahrt sie in der Öffentlichkeit die Fassade der Bürgerlichkeit, indem sie sich ahnungslos gibt und die historische Bedeutung herunterspielt." Damit wolle die AfD für weitere Wählergruppen anschlussfähig bleiben.

[...] Die NSDAP traf sich am 3. und 4. Juli 1926 in Weimar zum ersten Parteitag nach ihrer Neugründung. Das Datum war ein wichtiger Meilenstein für den Aufstieg der Nationalsozialisten. Bewusst war damals der Gründungsort der Weimarer Republik für die Veranstaltung ausgewählt worden. Adolf Hitler und seine Anhänger zogen damals demonstrativ in das Nationaltheater in Weimar ein, wo sieben Jahre zuvor die von der NSDAP bekämpfte Verfassung der Weimarer Republik beschlossen worden war. Auf dem Parteitag wurde unter anderem die Hitlerjugend gegründet.

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Angriffe auf UN-Sonderberichterstatterin

Mit einem manipulierten Video diskreditiert

Amnesty International kritisiert den Ruf nach Absetzung von Albanese. Die europäischen Staaten sollten vielmehr das Völkerrecht schützen.

Amnesty International verurteilt die Rücktrittsforderungen europäischer Minister von UN-Sonderberichterstatterin Francesca Albanese. Die Angriffe gegen sie basieren auf gezielter Desinformation und einem manipulierten Video ihrer Rede in Doha. Die Minister haben Albanese fälschlicherweise unterstellt, Israel als „gemeinsamen Feind“ bezeichnet zu haben. Tatsächlich bezog sie sich auf das System aus Finanzkapital, Algorithmen und Waffen, das den Konflikt befeuert.

Amnesty fordert die Regierungen auf, sich öffentlich zu entschuldigen, die Rücktrittsforderungen zurückzunehmen und zu untersuchen, wie diese Desinformation verbreitet werden konnte. Während die entsprechenden Staaten eine UN-Expertin attackieren, bleiben sie angesichts der Vorwürfe von Völkermord, Apartheid und rechtswidriger Besatzung durch Israel untätig. Das ist nicht anders als Feigheit zu nennen. Die Kampagne gegen Albanese ist ein Versuch, von Israels Vorgehen in Gaza abzulenken.

Trotz der im Oktober vereinbarten Waffenruhe hat sich die Lage der Palästinenser und Palästinenserinnen im Gazastreifen nicht verbessert; die Zahl der Todesopfer seit Oktober 2023 wird auf über 72.000 geschätzt. Ungeachtet der Anordnungen des Internationalen Gerichtshofs (IGH) und Haftbefehlen des Internationalen Strafgerichtshofs (IStGH) gegen israelische Führungspersönlichkeiten halten Drittstaaten weiterhin daran fest, die Täter zu bewaffnen, anstatt ihre rechtlichen Verpflichtungen zu erfüllen...

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Mikroplastik: Das neue Asbest, das niemand verbieten will

Forscher finden die Partikel in Blut und Organen. Die Gesundheitsrisiken sind enorm – doch Politik und Wirtschaft schauen weg.

Mikroplastik im Blut, in der Leber, in der Lunge – Forschungsergebnisse zeigen: Kunststoffpartikel reichern sich im menschlichen Körper an. Welche gesundheitlichen Langzeitfolgen dies hat, ist noch nicht geklärt. Eine Politik, die dieses Risiko verringern könnte, wird jedoch mit Verweis auf den Industriestandort Deutschland ausgebremst.

Kunststoffe gelten heute als allgegenwärtig und sind aus unserem Leben kaum mehr wegzudenken. Verschiedene Studien belegen inzwischen, dass kleinste Partikel auch im menschlichen Körper nachweisbar sind. Dabei wäre ohne Kunststoffverpackungen die industrielle Nahrungsmittelproduktion und der Selbstbedienungs-Lebensmittelhandel heute kaum noch möglich – der tägliche Einkauf deutlich aufwendiger.

Die schädlichen Folgen dieser Erleichterungen sollen im Interesse des gewünschten wirtschaftlichen Aufschwungs jedoch ausgeblendet werden. Das von Kleinkindern bekannte Verhalten – die Hand vor die Augen halten und hoffen, nicht gesehen zu werden – scheint nun auch die politische Strategie zu bestimmen.

Mit massiven Presseveröffentlichungen soll die Unsichtbarkeit der Umweltbelastung in den Köpfen der Bevölkerung verankert werden, indem wissenschaftliche Erkenntnisse bewusst heruntergespielt werden.

Forscher bezweifeln Gefahr

Wenn man Forschungsergebnisse nicht widerlegen kann, kann es zumindest im öffentlichen Raum erfolgreich sein, zu argumentieren, dass man diese Verunreinigungen ja mit dem bloßen Auge gar nicht sehen könne und diese Feststellung so oft wiederholen, dass nicht nur KI-Modelle sie als belegt betrachten.

So wundert es nicht wirklich, wenn jetzt mehrere Studien zu Mikroplastik im menschlichen Körper in der Kritik stehen, weil Fachleute sie für unzuverlässig und methodisch fragwürdig halten. Die dort angegebenen Mengen seien teilweise heillos übertrieben.

Offensichtlich will man die Menschen jetzt nicht beunruhigen und kommt mit der Forderung um die Ecke, dass die Wissenschaft da besser nicht so genau hinsehen soll, weil eine Gefährdung durch Mikro- und Nanoplastik ebenso wie die Einlagerung von Pfas in den menschlichen Körper jetzt als unvermeidlich bezeichnet werden kann, weil ein Pfas-Verbot den deutschen Wohlstand gefährden könnte...

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Hamm und Lippetal: Blackout beim Blackstone-Projekt?

Großrechner ist eine Gefahr für die Demokratie und Frieden

In Lippetal, etwa 1,5 Kilometer vom THTR in Hamm entfernt, soll nach dem Willen von Hammer und Lippetaler Kommunalpolitikern von dem US-Konzern Blackstone für mindestens vier Milliarden Euro ein riesiges Rechenzentrum auf 27 Hektar Fläche in der Lippeaue gebaut werden. Jenseits wichtiger ökologischen Themen wie Flächenversiegelung und die anvisierte Energieversorgung mit angeblich grünem Wasserstoff aus weiter Ferne, wirft dieses geplante Projekt noch weitreichendere Fragen auf.

Die Blackstone Group ist eine US-amerikanische Investmentgesellschaft, die zum ersten mal 2005 in der BRD im Rahmen der „Heuschreckendebatte“ stärker beachtet wurde. Es handelt sich hierbei um ein Risikokapitalunternehmen, das weltweit agiert und auch in der BRD kräftig mitmischt. Zum Beispiel im Immobiliengeschäft mit einem Vermögen von 17 Milliarden Euro. Es beschäftigt hier über 7000 MitarbeiterInnen in seinen Portfoliounternehmungen.

Blackstone-CEO ist Berater und Sponsor von Trump

Die in Hamm/Lippetal tätig gewordene Firma Quality Technology Services (QTS) ist seit 2021 Bestandteil von Blackstone. QTS betreibt 75 Rechenzentren in den USA und Europa, ist auf Expansionskurs und unterhält enge Verbindungen zur US-Regierung, die sich während der zweiten Amtszeit von Präsident Trump weiter intensiviert haben. Blackstones CEO Stephen Schwarzman ist mit einem Privatvermögen von 35 Milliarden Dollar ausgestattet und ein enger Berater und Finanzier von Trump.

[...] QTS und Palantir – zwei Seiten einer ICE-Medaille

Zum technologischen Netzwerk, das von der neuen Trump-Regierung stark durch Exekutivanordnungen gefördert wird, gehört neben QTS auch der Überwachungskonzern Palantir. Die gemeinsame Zusammenarbeit als Dienstleister für die US-Regierung wurde intensiviert. QTS stellt die Rechenzentren bereit, Palantir arbeitet damit.

Auf diese Weise wird in den USA eine Software eingesetzt, um Migranten zu identifizieren, zu verfolgen und abzuschieben. Sie wird von der berüchtigten Terrortruppe ICE genutzt. Diese neue Datenverarbeitung ist eine Abkehr von langsam arbeitenden isolierten Datensilos hin zu einer modernen Cloud-Infrastruktur, die KI-gestützte Analysen und Echtzeit-Datenaustausch ermöglicht: „ICE steht kurz vor der Einführung einer neuen Technologie, mit der sich die Zeit für die Eingabe der Daten jedes einzelnen Häftlings von durchschnittlich 45 Minuten auf knapp 30 Sekunden reduzieren lässt, so Goetz. „Das sind 45 Minuten, in denen man sitzt und die Daten aus einer Anwendung in die nächste Anwendung eingibt, und mit jeder Minute, in der sie nicht wieder auf der Straße sind, geht Zeit verloren, die man für die Festnahme der nächsten Person nutzen könnte ...“

Die österreichische Tageszeitung „Der Standard“ machte in einem Bericht darauf aufmerksam, dass sich Mitglieder der ICE-Truppe bei den Olmpischen Spielen in Italien und unabhängig davon in Wien aufhalten... 

 


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Aktuelles+

15. Februar 2026

Rechte Gewalt:

Zahl rechter Gewalttaten im vergangenen Jahr erneut gestiegen

Mehr als 1.500 Fälle von rechter Gewalt hat die Polizei im vergangenen Jahr registriert. Die Dunkelziffer dürfte noch weitaus höher liegen.

Die Polizei hat in Deutschland 2025 erneut mehr rechtsmotivierte Gewalttaten festgestellt als im Jahr zuvor. Wie aus einer Antwort der Bundesregierung auf eine Anfrage der Linksfraktion hervorgeht, wurden nach vorläufigen Zahlen im Gesamtjahr bundesweit mindestens 1.521 Fälle von politisch motivierter Gewalt aus dem rechten Spektrum aktenkundig.

Die Linksfraktion hat für die letzten drei Monate des vergangenen Jahres zudem Details zu den verübten Gewalttaten erfragt. Aus der Antwort der Bundesregierung geht hervor, dass der Polizei im Oktober und im Dezember jeweils ein rechtsmotiviertes versuchtes Tötungsdelikt bekannt wurde.

Dunkelziffer vermutlich höher

Die Bundesregierung weist in ihrer Antwort, die der Nachrichtenagentur dpa vorliegt, darauf hin, dass sich die Zahl der Taten aufgrund von Nachmeldungen noch verändern kann. Das liegt nicht nur daran, dass die Meldungen erst aus den Ländern an das BKA übermittelt werden müssen, sondern hat auch damit zu tun, dass sich die politische Motivation teilweise erst nachträglich herausstellt.

In der entsprechenden Statistik des Bundeskriminalamts (BKA) für 2024 sind 1.488 rechtsmotivierte Gewalttaten aufgeführt. Im Vorjahr waren der Polizei 1.270 Gewalttaten mit rechtem Hintergrund bekannt geworden.
"Und die Bundesregierung schaut weg"

Ferat Kocak, Innenpolitiker der Linksfraktion, warf der Bundesregierung vor, sie verharmlose den Rechtsextremismus. "Rechte Gewalt eskaliert weiter und die Bundesregierung schaut weg", sagte der Bundestagsabgeordnete. Um der zunehmenden Gewalt entgegenzuwirken, seien unter anderem eine dauerhafte Finanzierung von Opferberatungsstellen und anderen Projekten gegen Rechtsextremismus notwendig.

Typische politisch motivierte Straftaten sind Verunglimpfung des Staates und seiner Symbole, Volksverhetzung oder Beleidigung. Zu den Gewaltdelikten zählen etwa Tötungsdelikte, Körperverletzung, Landfriedensbruch, gefährliche Eingriffe in den Straßenverkehr, Freiheitsberaubung und Widerstandsdelikte. 

 


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Hintergrundwissen

Die Karte der nuklearen Welt


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Milliadäre, Autokraten und ihre rechten Schlägertruppen 
Shipping Pooh, Narrencap Mudi, Don Trumpl, Wlad Putin, Recep Egowahn, Kim Young Unsinn, Vik Uranwahn und all die anderen Horrorclowns!

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Die Suchmaschine Ecosia pflanzt Bäume!

https://www.ecosia.org/search?q=Rechtsextremismus+Gewalt

https://www.ecosia.org/search?q=Wer+finanziert+Rechtsextremisten
 

Bundeszentrale für politische Bildung

Rechtsextremismus

Rechtsextremer Terror, gewaltbereite Gruppen im Internet und auf der Straße, mordende Einzeltäter: In Deutschland haben sich Strukturen entwickelt, die Menschenleben bedrohen und unsere freiheitlich-demokratische Grundordnung in Frage stellen. Aber nicht nur im Untergrund oder am Rand der Gesellschaft gab und gibt es rechtsextreme Einstellungen wie Rassismus, Antisemitismus oder den Glauben an einen starken Führer – und Radikalisierungsbiografien, die in Gewalt münden.
 

Wie organisieren sich Rechtsextreme?

Organisiert als Parteien, Gruppen oder Bewegungen finden sich Anhänger rechtsextremer Positionen zusammen, tauschen sich aus und mobilisieren gegen ihre Gegner. Ihre politischen und wirtschaftlichen Netzwerke reichen dabei über nationale Grenzen hinaus.
 

Rechtsextreme Gewalt

Nach der Aufdeckung des Nationalsozialistischen Untergrunds (NSU) erlangte das Thema Rechtsterrorismus erneut eine große Aktualität, die seitdem nicht abgenommen hatte. So liefert diese Seite Hintergrundinformationen zu rechtsterroristischer Gewalt und dem gesellschaftlichen Umgang mit ihr. Außerdem sollen Täter- und Opferperspektiven dargestellt werden. Wo erhalten Opfer Hilfe und wie ist ihre Wahrnehmung der Dinge? Wie schaffen Rechtsextreme den Ausstieg aus der Szene?
 

Campact

Müller, Backwerk, Red Bull: Diese Unternehmer unterstützen Rechtsextreme

Nicht nur Parolen und Provokationen – auch Geld, Einfluss, Medien und prominente Unterstützer*innen machen rechtsextreme Politik und die AfD stark. Jetzt sorgt ein bekannter Unternehmer für Schlagzeilen. Und er ist nicht allein.

„Der Joghurt mit der Ecke, der Ecke, mit was drin“ – dazu die Melodie von „Mein Hut, der hat drei Ecken“. Diesen Ohrwurm wird man nicht so schnell wieder los. Ebenso bekannt wie der Joghurt mit der Ecke ist die Müllermilch: Im Laufe der 1970er-Jahre machte Theo Müller den Konzern groß. Mittlerweile gehören zu dem Molkerei-Imperium auch Marken wie Landliebe, Weihenstephan, Sachsenmilch oder Homann. Und selbst der Nordsee-Fisch im Supermarkt stammt aus seinen Fabriken.

Rund 9,5 Milliarden Euro Umsatz machte die Unternehmensgruppe im Jahr 2024 laut Unternehmenswebsite und gehört damit zu den größten Molkereikonzernen weltweit. So weit so normal in einem Land, das EU-weit die meiste Kuhmilch produziert. Millionen Menschen greifen täglich zu Joghurts und Milchprodukten mit dem bekannten roten Logo – und finanzieren so nichtsahnend einen Sympathisanten der AfD...
 

tagesschau

Rechte Netzwerke

Ex-CDU-Politiker finanzierte "Identitäre Bewegung"

Berlins früherer Finanzsenator Kurth hat rechtsextreme Netzwerke umfangreicher unterstützt als bisher bekannt. Nach Monitor-Recherchen überwies er als CDU-Mitglied mindestens 120.000 Euro an eine Firma der rechtsextremen "Identitären Bewegung".

"Schanze Eins UG & Co. KG" steht im Verwendungszweck. Dahinter die Summe: 120.000 Euro. Diesen Betrag hat der ehemalige Berliner CDU-Finanzsenator Peter Kurth nach Recherchen des ARD-Magazins Monitor im Jahr 2019 auf das Konto einer Firma überwiesen, die der Verfassungsschutz der rechtsextremen "Identitären Bewegung" (IB) zurechnet.

Die Firma Schanze Eins, für die das Geld von Kurth laut Verwendungszweck gedacht war, sammelt Geld ein, um Immobilien zu erwerben, die als Anlaufstellen und Treffpunkte für Rechtsextreme dienen. Auch diese Firma wird der "Identitären Bewegung" zugerechnet.

Kurths Überweisung war für den Erwerb einer Immobilie im österreichischen Linz bestimmt. Nur einen Tag nach der Überweisung des damaligen CDU-Mitglieds Kurth transferierte die Empfängerfirma rund 200.000 Euro an Steve H., einen Aktivisten der "IB". Verwendungszweck: "Darlehen Linz". Die Geldzahlungen gehen aus Kontoauszügen hervor, die Monitor über die Rechercheplattform Exif zugänglich gemacht wurden. Weder Kurth, Steve H. noch die mit Geld bedachten Firmen äußerten sich auf Anfrage zu den Zahlungen...
 

DIE ZEIT

Rechtsextreme Finanzen:

Wohin führen die Spuren des Neonazi-Geldes?

Geschickt verschleiern Rechtsextremisten ihre Geldflüsse. Eine neue Untersuchung zeigt: Große Summen werden strategisch investiert, die Finanzämter sind gefragt.

Wenn die rechtsextreme Szene in den vergangenen Jahren zu Konzerten lud, bediente sie sich gerne eines Tricks. Statt Tickets zu verkaufen, kassierten die Veranstalter selbst bei Großevents von ihren Tausenden Gästen am Einlass nur eine vermeintliche Spende. Die Besucherinnen und Besucher zahlten zwar einen festen Betrag – aber in bar, direkt in eine Spendendose. Wie viel Geld schließlich darin zusammenkam, an wen die Einnahmen flossen und welcher Gewinn erwirtschaftet wurde, das blieb das Geheimnis derer, die diese Szenekonzerte organisiert hatten.

Der simple Trick trug über Jahre mit zu dem Eindruck bei, innerhalb der rechtsextremen Szene würden keine relevanten Gewinne erzielt. Doch diese Annahme ist längst nicht mehr zu halten. Rechtsextreme haben sich auch jenseits der Musikbranche zahlreiche Geschäftsfelder erschlossen: Kampfsport und Gastronomie, Immobilien, Mode und Handwerk. In einer neuen Studie zu den Finanzierungsmustern gewaltorientierter Rechtsextremer in Deutschland warnt die internationale, gemeinnützige Forschungs- und Beratungsorganisation Counter Extremism Project (CEP) davor, die Finanzkraft dieses Milieus und seine Bedeutung für rechtsterroristische Netzwerke als "amateurhaft" zu unterschätzen...
 

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YouTube

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