THTR-Rundbrief

Newsletter XV 2026

12. April bis ...

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Aktuelles+ Hintergrundwissen

Radioaktivität kumuliert; das bedeutet, radioaktive Partikel reichern sich im lebenden Organismus immer weiter an und mit der Zeit können ähnliche Schäden auftreten, wie bei einer kurzzeitig einwirkenden, massiven Strahlenbelastung ...

Die PDF-Datei "Nuclear Power Accidents" enthält eine Reihe weiterer Vorfälle aus verschiedenen Bereichen der Atomindustrie. Einige der Ereignisse wurden nie über offizielle Kanäle veröffentlicht, so dass diese Informationen der Öffentlichkeit nur auf Umwegen zugänglich gemacht werden konnten. Die Liste der Zwischenfälle in der PDF-Datei ist daher nicht zu 100% identisch mit "INES und die Störungen in kerntechnischen Anlagen", sondern stellt eine Ergänzung dar.

 

1. April 1960 ("Gerboise blanche", Frankreichs 2. Atombombentest) Reggane, DZA

3. April 1960 (INES-4) Akw WTR-2, Waltz Mill, Madison, PA, USA

6. April 1993 (INES-4 NAMS 4,8) Atomfabrik Tomsk 7 Sewersk, RUS

7. April 1989 (Broken Arrow) U-Boot-Unglücke, K-278 "Komsomolez" sank südwestlich der Bäreninsel

9. April 2007 (INES-1 Klass.?) Akw Dampierre, FRA

10. April 2003 (INES-3 NAMS 3,9) Akw Paks, HUN

10. April bis 15. Mai 1967 (Staubstürme) Atomfabrik Majak, UdSSR

10. April 1963 (Atom-U-Boot) U-Boot-Unglücke, SSN-593 "Thresher" sank vor Cape Cod, USA

11. April 1970 (Broken Arrow) U-Boot-Unglücke, K-8 sank im Golf von Biskaya

16. April 1957 ("Joe-35"H-Bombe RDS-37 mit 320 kT) Semipalatinsk, KAZ

19. April 2005 (INES-3) Atomfabrik Windscale/Sellafield, GBR

21. April 1957 (INES-4) Atomfabrik Majak, UdSSR

25. April 1961 ("Gerboise verte", Frankreichs 4. AtombombentestReggane, DZA

25. April 1954 ("Castle Union"H-Bombe mit 6.9 MT, Atomtests USA) Bikini Atoll, MHL

26. April 1986 (INES-7 NAMS 8) Akw Tschernobyl, UdSSR

28. April 2011 (INES Klass.?) Akw Ascó, ESP

28. April 1958 ("Hardtack", Atomtests USA) Eniwetok und Bikini Atoll, MHL

 

Wir sind immer auf der Suche nach aktuellen Informationen. Wer helfen kann, sende bitte eine Nachricht an:
nukleare-welt@reaktorpleite.de

 


14. April


 

Verzögerung um sechs Jahre

Atommüll-Räumung der Schachtanlage Asse auf frühestens 2039 verschoben

In einem Salzbergwerk in Niedersachsen lagern 126.000 Fässer mit radioaktivem Abfall. Die Betreibergesellschaft erklärt den bisherigen Zeitplan zur Rückholung für gescheitert. Die Kosten für die Verzögerung sind noch unklar.

Die Bergung des Atommülls aus der maroden Schachtanlage Asse in Niedersachsen verschiebt sich um mehrere Jahre. "Mit dem jetzigen Kenntnisstand lässt sich der Rückholbeginn 2033 nicht mehr darstellen", teilte die Bundesgesellschaft für Endlagerung (BGE) mit. Erst wenn der neuer Schacht Asse 5 mit Förderanlage gebaut sei, könne mit den vorbereitenden Maßnahmen für die Rückholung begonnen werden, hieß es.

In ihren neuen Planungen geht die Betreibergesellschaft mit Sitz im niedersächsischen Peine davon aus, dass die Einsatzbereitschaft der Schachtförderanlage im Jahr 2039 hergestellt sein kann. Bisher hatte die BGE den Beginn der Bergung 2033 anvisiert. In den vergangenen Wochen war aber bekanntgeworden, dass der Termin geplatzt ist.

"Derzeit bestehen noch so viele Unsicherheiten im Gesamtsystem, so dass seriös kein neuer Rückholbeginn genannt werden kann", räumte eine BGE-Sprecherin bereits im März ein. Umplanungen im Ablauf seien ein wesentlicher Grund dafür, dass aktuell kein Gesamtplan vorgelegt werden könne, sagte die Sprecherin damals. Nun informierte die BGE über die Verschiebung um mindestens sechs Jahre.

Niedersachsens Umweltminister warnt vor "absaufenden Bergwerk"

Die Berichte über den geplatzten Starttermin hatten Niedersachsens Umweltminister Christian Meyer verärgert: "Ich bin empört, dass die vom Bundestag beschlossene Räumung der Asse auf den Sankt-Nimmerleins-Tag verschoben werden soll, aber stattdessen die Flutung des Bergwerks vorbereitet wird", hieß es in einer damaligen Stellungnahme des Grünen-Politikers. Die Bundesregierung solle dafür sorgen, dass sich die BGE an das Asse-Gesetz halte und die Räumung des "absaufenden Bergwerks" endlich angehe.

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Atomkraft

"Phantomdebatte": Starke Ablehnung von "Mini-AKW" in Mitteldeutschland

Rund zwei Jahre, nachdem das letzte deutsche Atomkraftwerk vom Netz ging, wird hierzulande wieder über Atomkraft diskutiert. Die Meinungen gehen auseinander – auch in Mitteldeutschland. Ein Überblick.

[...] Das Reaktorunglück von Tschernobyl jährt sich zum nunmehr 40. Mal: Am 26. April 1986 kam es in Block 4 im sowjetischen Atomkraftwerk Tschernobyl zum Super-Gau – ein Unglück mit Auswirkungen bis heute. Der folgenschwerste Atom-Unfall der Geschichte ist je nach Schätzung für mindestens 4.000 bis fast hunderttausend Todesfälle verantwortlich. Die Region um das havarierte AKW ist bis heute eine Sperrzone.

Der ARD-Dokumentarfilm "Tschernobyl 86 - Der Super-GAU" blickt mit Archivbildern auf das Unglück zurück. Und stellt die Frage: Was haben wir aus dem Reaktorunfall gelernt?

[...] Auch in Mitteldeutschland wird das Thema diskutiert. Sachsens Ministerpräsident Michael Kretschmer etwa findet – wie auch sein bayerischer Amtskollege – Gefallen an Mini-Atomkraftwerken, sogenannte Small Modular Reactors. "Wir dürfen in der Energiepolitik keine Denkverbote haben. Wenn neue Technologien wie Mini-Atomkraftwerke sicher, wirtschaftlich und klimafreundlich sind, dann sollten wir sie ernsthaft prüfen", sagte er der "Sächsischen Zeitung".

[...] Kritik: Technik von "Mini-AKW" noch nicht ausgereift

Der Sprecher des sächsischen Staatsministeriums für Wirtschaft, Arbeit, Energie und Klimaschutz, Jens Jungmann, hingegen äußert sich anders: Deutschland habe sich mit dem rechtsverbindlichen Atomausstieg bewusst für einen anderen Weg entschieden. Sachsen setze auf den Ausbau der erneuerbaren Energien, auf einen Netzausbau und auf den Aufbau von Kraftwerkskapazitäten, heißt es auf MDR-Anfrage. Die Technik der "Mini-AKW" jedoch sei noch nicht ausgereift.

Sachsen wolle den Anteil der Erneuerbaren am Bruttostromverbrauch bis 2030 auf 65 Prozent steigern. Das "reduziert auch die Abhängigkeit von Energieimporten wie Öl und Gas und damit die Verwundbarkeit gegenüber geopolitischen Krisen und externen Preissprüngen", sagt der Sprecher.

[...] Thüringens Energieminister Tilo Kummer sagte dem MDR, dass mit Blick auf die aktuelle geopolitische Lage AKW in Konfliktfällen leicht zu strategischen Angriffszielen würden. "Ihre Zerstörung könnte großflächige nukleare Kontamination nach sich ziehen. Würde man mehrere kleine AKW installieren, wäre das Problem flächendeckend", sagt Kummer.

Er setze auf Solar, Wind und Biomasse als Alternativen mit deutlich geringerem Risiko und mehr Unabhängigkeit,. Einen Wiedereinstieg in die Atomkraft hält Kummer für nicht realistisch umsetzbar. Er sieht in der dafür nötigen Beschaffung von Uran ein weiteres Risiko für Abhängigkeit.

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Klimawandel:

Neuer Wärmerekord in der Nordsee gemessen

Die Oberfläche der Nordsee war im letzten Jahr so warm wie noch nie. Auch im Vergleich zum Mittelwert der vergangenen 30 Jahre stieg die Temperatur um fast einen Grad.

In der Nordsee ist ein neuer Temperaturrekord gemessen worden. Das Bundesamt für Seeschifffahrt und ⁠Hydrographie (BSH) maß im vergangenen Jahr an der Oberfläche des Wassers Temperaturen von durchschnittlich 11,6 Grad Celsius. Seit dem Beginn der Aufzeichnungen im Jahr 1969 gab es noch keinen höheren Wert. ​Im Vergleich zum langjährigen Mittel von 1997 bis 2021 war das ‌Wasser ⁠demnach um 0,9 Grad ​Celsius wärmer.

[...] Im Frühjahr 2025 wurde etwa eine 55 Tage dauernde ​Meeres-Hitzewelle in der Ostsee gemessen – ein bisher einmaliges Ereignis. Auch der Eiswinter 2025/2026 habe deutlich gemacht, dass ​insbesondere in der Ostsee extreme Kälteereignisse auftreten können.

Ein kontinuierlich steigender mittlerer Meeresspiegel könnte künftige Sturmfluten ‌wegen des höheren Ausgangsniveaus noch gefährlicher machen, warnte ​das BSH. So sei der Meeresspiegel in Cuxhaven seit 1900 ⁠um ​25 Zentimeter gestiegen. Bis 2100 könnte er ‌sich um mehr als einen Meter erhöhen. Die aktuelle Sturmflutsaison seit Juli 2025 ‌sei zwar vergleichsweise ruhig. Insgesamt nähmen die Risiken für Küstenregionen aber ​zu.

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Gutachten zu Deutschlandticket

Gut für Umwelt, Wirtschaft und Verbrauchern

Berlin · 14,5 Millionen Menschen nutzen das Deutschlandticket – das ist etwa ein Fünftel der Bevölkerung. Das Ticket spart 2,5 Millionen Tonnen CO2 pro Jahr. Doch Experten sehen noch erhebliches Potenzial nach oben.

Ein wissenschaftliches Gutachten im Auftrag des Bundesverkehrsministerium zum Deutschlandticket hat dem staatlich geförderten Angebot ein durchweg gutes Zeugnis ausgestellt. Das Ticket sei gut für die Umwelt und habe auch „positive volkswirtschaftliche Effekte“, erklärten die Gutachter am Dienstag. Die Mobilität insbesondere von Menschen mit geringerem Einkommen werde dadurch zudem verbessert und ihr gesellschaftliche Teilhabe gestärkt.

Das Ticket, das derzeit 63 Euro pro Monat kostet und zur Nutzung des Nah- und Regionalverkehrs in ganz Deutschland berechtigt, wird dem Gutachten zufolge sehr gut genutzt. Derzeit gibt es demnach 14,5 Millionen Abonnenten - „das entspricht etwa einem Fünftel der Bevölkerung“. Das Ticket sei besonders in den Metropolen stark nachgefragt, zugleich spiele es „auch in ländlicheren Räumen eine relevante Rolle“.

Die starke Nutzung des Angebots führt laut Schätzungen der Gutachter zu CO2-Einsparungen von rund 2,5 Millionen Tonnen pro Jahr. „Dies entspricht einer Reduktion der Emissionen des privaten Pkw-Verkehrs um etwa drei Prozent.“

[...] Ebenfalls positiv wirkte sich das Deutschlandticket dem Gutachten zufolge auf die Digitalisierung im Vertrieb der Verkehrsunternehmen aus. Allerdings bestehe hier „weiterhin Entwicklungsbedarf“.

Die Analysen ergaben, dass weitere 5,8 Millionen Menschen das Deutschlandticket nutzen könnten, wenn das Angebot und das Marketing verbessert werden. Für den nachhaltigen Erfolg seien zudem insbesondere mehr Verlässlichkeit von Bussen und Bahnen sowie eine „moderate Preisentwicklung“ vonnöten.

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Axpo sieht Zukunft in steuerbare Kraftwerke und Speicher:

Schweizer Energiekonzern Axpo setzt auf Flexibilität und erneuerbare Energien – nicht auf neue Atomkraftwerke

Lausanne - Der Schweizer Energiekonzern Axpo sieht die zukünftige Stromversorgung der Schweiz zunehmend in einem Energiesystem, das auf erneuerbare Energien und hohe Flexibilität setzt. Neue Kernkraftwerke spielen dabei aus Sicht des Unternehmens keine zentrale Rolle.

Axpo ist selbst Betreiberin mehrerer Schweizer Kernkraftwerke über Beteiligungen, darunter die Atomkraftwerke Beznau und Gösgen. Trotz dieser bestehenden Rolle in der Atomstromproduktion richtet der Konzern seinen Blick laut einer Analyse, über die SRF berichtet, klar auf andere Technologien.

In der Untersuchung zu möglichen Stromversorgungsszenarien kommt Axpo zum Schluss, dass ein Ausbau von Wind-, Solar- und Wasserkraft in Kombination mit flexiblen Systemelementen wie Speichern und regelbaren Reservekapazitäten die realistischere Option darstellt.

Zwar werden neue Atomkraftwerke als theoretische Möglichkeit nicht grundsätzlich ausgeschlossen, jedoch betont Axpo laut SRF, dass insbesondere extrem lange Bauzeiten, hohe Investitionskosten und erhebliche Projektrisiken den Bau neuer Kernkraftwerke für ein privatwirtschaftlich organisiertes Unternehmen kaum tragbar machen. Solche Projekte seien finanziell schwer kalkulierbar und mit erheblichen wirtschaftlichen Risiken verbunden. Für ihre Umsetzung brauche es langfristige Marktsignale sowie geeignete Absicherungs- oder Fördermechanismen.

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13. April


 

Klimaschutzprogramm 2026

Deutschland will Geothermie ausbauen: Potenzial wäre da

In Erfurt vermessen 17 Vibro-Trucks noch bis zum Sommer den Untergrund. Die Thüringer Landeshauptstadt will prüfen, wo sich eine Tiefengeothermie-Bohrung anbietet. Bisher galten Regionen wie Thüringen, Sachsen-Anhalt und Sachsen nicht als geeignet für Geothermie. Neue Technologien könnten das ändern. Auch das neue Klimaschutzprogramm der Bundesregierung sieht den Ausbau vor. Konkrete Zahlen fehlen aber noch.

In Erfurt haben die Untersuchungen bereits begonnen: 17 gewaltige Vibro-Trucks fahren in den kommenden Monaten durch Stadtgebiet und Umland. Bis Ende Juni sollen die Trucks den Untergrund unter der Thüringer Landeshauptstadt bis in sieben Kilometer Tiefe mittels Schallwellen kartieren.

Geophysiker Hauke Matthiesen betreut die Fahrzeuge. Er vergleicht das Verfahren gerne mit einem Ultraschall, wie man ihn aus der Medizin kennt: "Nur, dass beim Mediziner das Ergebnis quasi in Echtzeit auf den Schirm gezaubert wird. Aber die Rechenprozesse sind exakt die gleichen." Die Schallwellen der Trucks dringen tief in den Untergrund.

Das, was dann als Reflexion zurückkommt, wird an der Erdoberfläche mit den sogenannten Geophonen aufgezeichnet. Mit diesem Verfahren könne man ein detailgenaues Bild der Gesteinsschichten im Untergrund erzeugen. Das Ziel: Erkunden, wo genau in Erfurt eine Tiefengeothermie-Bohrung sinnvoll ist. Ob es tatsächlich auch die nötige Wärme gibt, können anschließende Probebohrungen beantworten, erklärt Matthiesen.

Dass Erfurt überhaupt zum Geothermie-Erkundungsgebiet wird, ist ein Novum – denn die Stadt liegt weitab der Zonen, die bisher als geologisch geeignet galten.

[...] Gamechanger: Petrothermale Geothermie

"In Erfurt besteht der tiefe Untergrund wahrscheinlich eher aus Gneis, Granit oder alten Sedimenten: Also sehr festem, dichten Gestein", erklärt die Geologin Inga Moeck.

Man müsse das nötige Wasser in diesem Fall dementsprechend selbst von oben in die Tiefe bringen. Bisher war das kaum möglich – aber neue geothermische Systeme könnten das ändern. Petrothermale Systeme injizieren kaltes Wasser von der Oberfläche in künstlich erzeugte Risse im Gestein. Dort erwärmt sich das Wasser und kommt als heißes Wasser zurück an die Oberfläche.

Petrothermale Geothermie birgt ein enormes Potenzial, sagt Inga Moeck: "Weil man es schlicht überall machen könnte." Für die Geothermie in Deutschland könnten diese Systeme demnach vieles verändern. Allerdings: In der Praxis gibt es sie aktuell noch nicht.

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Atommüll in NRW:

Wohl nächster Termin für Castor-Transport geplant

Noch 151 Atommüllbehälter sollen von Jülich nach Ahaus transportiert werden. Die Vorbereitungen hierzu laufen. Nach WDR-Informationen werden voraussichtlich am 21. April wieder ein oder mehrere der Schwertransporte starten.

Unter anderem soll eine größere Unterkunft, in der beim ersten Transport etliche Kräfte der Polizei untergebracht waren, für den 21. April wieder geblockt sein.

Weder Ministerien, noch die Polizei Münster oder beteiligte Unternehmen wollen den Termin auf Nachfrage bestätigen. Das sei Verschluss-Sache, heißt es. Im Klartext: Zeit und Route sollen geheim bleiben. Das soll der Sicherheit dienen.

Sitzblockade geplant

Die Bürgerinitiative "Kein Atommüll in Ahaus" hat bei der Polizei bereits neue Protestaktionen angemeldet. Zu den nächsten Castortransporten wollen sie symbolisch eine Kreuzung in Ahaus blockieren und demonstrierend durch die Stadt ziehen. Erneut ist auch eine Mahnwache vor dem Zwischenlager geplant.

Aufwändige Einlagerung

Die Betriebsgesellschaft für Zwischenlagerung (BGZ) betreibt unter anderem den Standort Ahaus. Ihre Mitarbeiter haben beim ersten Transport gut eine Woche benötigt, den Behälter einzulagern und mit Überwachungssystemen auszurüsten. Die Abläufe müssen sich noch einspielen, heißt es von der BGZ.

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Schweden investiert in AKW

Atomkraft um jeden Preis

Die liberal-konservative Regierung sieht Schweden künftig als „Atomkraftparadies“. Sie tut nun einiges dafür, um diese Vision umzusetzen.

Atomkraft-Paradies Schweden: Das ist die Vision der Regierung in Stockholm, und sie gibt wirklich einiges für deren Umsetzung. Um ihre Begeisterung für neue Kernenergie auf die dafür nötigen Investoren überspringen zu lassen, verspricht der Staat günstige Kredite, schnellere Genehmigungsverfahren und garantierte Mindesteinnahmen.

Die Kosten des 2024 vorgestellten und in Schweden vielfach kritisierten Pakets wurden auf etwa 300 Milliarden Kronen (umgerechnet rund 27 Milliarden Euro) beziffert. Dafür sollen laut den Plänen Akw-Neubauten mit einer Leistung von insgesamt 5000 Megawatt entstehen.

Im vergangenen Dezember machte die Regierung mit ihrem Angebot einen ersten Fang: Das Unternehmen Videberg Kraft beantragte die staatliche Förderung, um am bestehenden Standort Ringhals mehrere neue Reaktoren zu bauen. Hier geht es um „Small Modular Reactors“ (SMR), sogenannte Mini-AKW, und je nach Modell sollen bis 2035 drei oder fünf davon entstehen, mit einer Gesamtleistung von 1.500 Megawatt.

[...] Kritik aus der Opposition

Kritik an den jüngsten Investitionsvorhaben kam am Freitag direkt von der Zentrumpsartei. „Das schwedische Volk ein halbes Jahr vor der Wahl an Pläne für die nächsten 120 Jahre zu binden, die Hunderte Milliarden Kronen kosten können, ist keine seriöse Politik“, sagte der energiepolitische Sprecher der Partei Rickard Nordin dem schwedischen Fernsehen SVT. Es sei unverantwortlich, nicht mit den anderen Parteien darüber zu sprechen und sich zu weigern, Alternativen überhaupt nur anzuschauen.

Seine Partei ist gegen staatlich subventionierte neue Kernkraft. Die Art, wie die liberal-konservative Regierung und die rechten Schwedendemokraten als ihr Kooperationspartner den gemeinsamen Atomkraft-Traum verwirklichen wollen, wird aber auch aus der Forschung und von Behörden kritisiert.

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Frankreich schreibt 12.000 MW Erneuerbare Energien aus – 10.000 MW Offshore Windenergie

Paris - Der Ausbau der erneuerbaren Energien gewinnt auch in Frankreich weiter an Dynamik. Die französische Regierung hat neue Ausschreibungen für insgesamt rund 12 Gigawatt (12.000 MW) erneuerbare Energien gestartet. Der Schwerpunkt liegt dabei auf der Offshore-Windenergie.

Frankreich verfolgt mit dem Ausbau der Offshore Windenergie einen energie- und industriepolitischen Doppelansatz. Einerseits soll der Anteil erneuerbarer Energien deutlich steigen, andererseits bleibt die Kernenergie ein wichtiger Bestandteil der Stromversorgung. Bei den Erneuerbaren Energien setzt Frankreich einen Schwerpunkt auf den Ausbau der Offshore-Windenergie.

Das neue Ausschreibungsprogramm für erneuerbare Energien der französischen Regierung
Nach Angaben des französischen Wirtschaftsministeriums umfasst das neue Ausschreibungsprogramm rd. 12.000 MW (12 GW) an regenerativer Kraftwerksleistung, darunter Offshore-Windenergievorhaben mit einer Gesamtleistung von rund 10 GW in sieben Entwicklungsgebieten. Weitere Ausschreibungen entfallen auf die Solarenergie (ca. 1.200 MW) und Onshore-Windenergie (ca. 800 MW).

Ziel der Ausschreibungs-Initiative ist es, die Energieunabhängigkeit weiter zu stärken und industrielle Wertschöpfung zunehmend in Europa zu halten. Dabei verfolgt Frankreich ausdrücklich eine industriepolitische Strategie: Künftig sollen sogenannte „Resilienz-Kriterien“ sowie das Prinzip „Made in Europe“ stärker berücksichtigt werden, um die Abhängigkeit von Importen - insbesondere aus China - zu reduzieren. Damit setzt Frankreich seine langfristige Energieplanung um, die einen deutlichen Ausbau der Offshore-Windkraft vorsieht.

Zum Stand der erneuerbaren Energien in Frankreich
Frankreich hat traditionell einen hohen Anteil an Wasserkraft (25.524 MW). Mit Stand vom 01.11.2025 sind in Frankreich Windkraftanlagen mit 25.512 MW, Solaranlagen mit 28.761 MW und Bioenergie-Anlagen mit 2.277 MW installiert. Im Jahr 2025 erreichte die Windstromproduktion in Frankreich rd. 48,5 Mrd. kWh (2024: 45,4 Mrd. kWh). Das ist ein Zuwachs um 6,8 Prozent.

Deutlich kräftiger stieg die Stromerzeugung aus Solarenergie. Mit 30,2 Mrd. kWh Solarstrom wurde der Vorjahreswert (2024: 23,1 Mrd. kWh) um 30,7 Prozent übertroffen. Der hohe Zuwachs an Solarleistung führt zu Zeiten hoher Solareinspeisung derzeit bereits dazu, dass Atomkraftwerke gedrosselt und ihre Leistung flexibel angepasst werden müssen.

Neue Atomkraftwerke in Frankreich nicht vor 2038
Frankreich setzt neben dem Ausbau der erneuerbaren Energien auf die weitere Nutzung der Atomenergie. Insgesamt sechs neue Atomkraftwerke des Typs EPR2 sind geplant. Nach Angaben des französischen Energieversorgers Électricité de France (EDF) ist der Bau an den Standorten Penly, Gravelines und Bugey geplant.

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Europarechts- und verfassungswidrig:

Schwarz-Rot soll Pläne für biometrische Internetfahndung zurückziehen

Die Pläne, im Internet mit Biometrie nach jedweder Person zu suchen, verstoßen laut AlgorithmWatch gegen Europarecht und die Verfassung. Sie seien so unverhältnismäßig, dass man sie nicht verbessern, sondern nur zurückziehen könne.

Die Pläne der Bundesregierung, die digitalen Ermittlungsbefugnisse von Sicherheitsbehörden auszuweiten, sind nach Meinung der Organisation AlgorithmWatch europarechtswidrig und stehen im Konflikt mit verfassungsrechtlichen Mindestanforderungen und datenschutzrechtlichen Grundsätzen.

Dabei kommt AlgorithmWatch – wie auch schon zuvor die Gesellschaft für Freiheitsrechte (GFF) – zu dem Schluss, dass man dieses Gesetz nicht mit ein paar Änderungen verbessern könnte. Die verfassungs- und menschenrechtliche Unverhältnismäßigkeit lasse „ausschließlich die Empfehlung zu, die Gesetzentwürfe zurückzuziehen und ein grundsätzliches gesetzliches Verbot des Einsatzes biometrischer Massenerkennungssysteme für öffentliche und private Stellen einzuführen“, so die Zusammenfassung der Stellungnahme zum Gesetz (PDF).

„Flächendeckende Verfolgung aller Menschen im digitalen Raum“

Die schwarz-rote Koalition plant in ihrem „Sicherheitspaket“ einerseits eine biometrische Massenfahndung im Internet zu erlauben sowie andererseits die Zusammenführung und Auswertung polizeilicher Daten mittels automatisierter Datenbankanalyse. Die Stellungnahme der Nichtregierungsorganisation fokussiert sich auf die biometrische Fahndung.

Diese biometrische Internetfahndung sieht die NGO sehr kritisch:

Der biometrische Abgleich ermöglicht die Identifizierung von Personen im öffentlichen Raum und im Internet auf Basis biometrischer Merkmale und schafft somit die technischen Voraussetzungen für eine flächendeckende Verfolgung aller Menschen im (digitalen) öffentlichen Raum.

Laut AlgorithmWatch berührt die Überwachungsmaßnahme zwangsläufig die Grundrechte aller Menschen, sie sei weder erforderlich noch verhältnismäßig. Betroffen seien dabei insbesondere die Grundrechte auf informationelle Selbstbestimmung und freie Meinungsäußerung.

Rückschlüsse auf politische Einstellungen

Die NGO kritisiert, dass die Maßnahme heimlich erfolgt und eine extrem hohe Streubreite hat: Es seien einfach alle Menschen betroffen, deren Gesichtsbilder im Internet zu finden sind. Das ist heute ein großer Teil der Bevölkerung. Zudem gebe es erhebliche Diskriminierungsrisiken, wenn sensible Daten erfasst und verarbeitet werden, wie Aufnahmen von Demonstrationen, Parteiveranstaltungen, Pride-Events, Gewerkschaftskundgebungen oder Gottesdiensten. Solche Aufnahmen lassen Rückschlüsse zu auf politische Haltungen, Parteizugehörigkeit, sexuelle oder religiöse Einstellungen.

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12. April


 

Zweidrittelmehrheit erreicht

Magyar schlägt Orban - Opposition in Ungarn feiert klaren Sieg

Eine Rekordbeteiligung bei den Parlamentswahlen in Ungarn beschert der Opposition einen deutlichen Sieg. Noch-Regierungschef Orban gesteht seine Niederlage ein und gratuliert dem Wahlsieger Magyar. Dieser kann künftig mit Zweidrittelmehrheit regieren.

Die Tisza-Partei des ungarischen Oppositionsführers Peter Magyar hat nach Berechnungen der Wahlkommission eine Zweidrittelmehrheit im neuen Parlament erreicht. Nach Auszählung der Stimmzettel in 98,13 Prozent der Wahllokale kommt Tisza auf 138 von 199 Mandaten im Parlament. Wahlsieger Magyar ließ sich von zehntausenden Anhängern am Budapester Donauufer feiern. "Gemeinsam haben wir das Orban-System abgewählt, gemeinsam haben wir Ungarn befreit", rief er in die begeisterte Menge. Nach Jahren der Misswirtschaft und Korruption unter dem abgewählten Ministerpräsidenten Viktor Orban kündigte er einen Neuanfang an.

[...] Der Wahltag verlief in den Wahllokalen ohne größere Zwischenfälle. Allerdings wurden zahlreiche Vorwürfe laut, dass Personen aus dem Umfeld der Regierungspartei Wähler aus sozial benachteiligten Schichten zum Stimmenkauf gedrängt haben sollen. Magyar sprach von Tausenden Beschwerden, denen in den kommenden Tagen nachgegangen würde. Stimmenkauf stelle einen strafrechtlichen Tatbestand dar, der mit Gefängnisstrafen geahndet werden kann.

[...] Orban hat seit seinem letzten Amtsantritt als Ministerpräsident 2010 einen halb-autoritären Staat errichtet, sein Land auf einen Konfrontationskurs zur EU gesteuert und sich mit Russland und der US-Regierung von Präsident Donald Trump verbündet. Magyar versprach im Wahlkampf, das Land wieder zu einem konstruktiven Partner in der Europäischen Union zu machen.

In der EU blockierte Orban mit seinen Vetos wichtige Hilfen für die von Russland angegriffene Ukraine. Die Union brachte er damit an den Rand der Handlungsunfähigkeit. Wegen der Verstöße gegen das Prinzip der Rechtsstaatlichkeit legte die EU Milliardenhilfen aufs Eis, die Ungarn zustehen würden.

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Generelles Tempolimit:

Schluss mit dem Recht auf’s Rasen

Neue Greenpeace-Berechnung zeigt: Ein generelles Tempolimit von 100 km/h auf Autobahnen könnte die Deutschen beim Tanken um bis zu 9,5 Mrd. Euro pro Jahr entlasten. Doch das Oligopol der Mineralölkonzerne könnte diese Ersparnis abschöpfen.

Ein generelles Tempolimit auf deutschen Autobahnen würde die Haushalte sofort entlasten. Das belegt eine neue Berechnung von Greenpeace, die heute veröffentlicht wurde. Während die Spritpreise infolge des Irankriegs Rekorde brechen und die Koalition über Gegenmaßnahmen streitet, liefert der Umweltverband konkrete Zahlen: Bis zu 9,5 Milliarden Euro pro Jahr könnten die Deutschen an der Zapfsäule sparen.

Bis zu 331 Euro Ersparnis pro Haushalt

Deutsche Pkw verbrauchen jährlich rund 43,5 Milliarden Liter Kraftstoff. Bei aktuellen Preisen von 2,17 Euro für Benzin und 2,40 Euro für Diesel entspricht das Spritkosten von 98,5 Milliarden Euro pro Jahr. Pro Pkw zahlen Fahrer im Schnitt 2.063 Euro, Diesel-Fahrer wegen ihrer höheren Fahrleistung sogar 2.857 Euro.

Greenpeace hat drei Tempolimit-Szenarien durchgerechnet. Bei 130/100 km/h (Autobahn/Landstraße) spart ein Haushalt mit durchschnittlich 1,21 Pkw rund 70 Euro pro Jahr. Bei 120/100 km/h sind es 124 Euro, bei 100/80 km/h bereits 239 Euro. Diesel-Haushalte sparen im strengsten Szenario sogar 331 Euro jährlich. Bundesweit summieren sich die Einsparungen auf 2,76, 4,92 oder 9,46 Milliarden Euro.

Die Berechnung basiert auf Modellierungen der Universität Stuttgart und der PTV Transport Consult im Auftrag des Umweltbundesamtes. Berücksichtigt wurden der Geschwindigkeitseffekt und der Routenwahleffekt. Nachfrageeffekte durch Umstieg auf den ÖPNV hat Greenpeace bewusst herausgerechnet, weil dort Gegenkosten entstehen. Die tatsächliche Entlastung dürfte also noch höher liegen.

Tempolimit: Birol und Grimm dafür, Reiche dagegen

IEA-Chef Fatih Birol forderte Deutschland im Spiegel explizit zum Tempolimit auf. Schon zehn Kilometer pro Stunde weniger könnten den nationalen Ölverbrauch um bis zu sechs Prozent senken. Birol warnt zudem vor Diesel- und Kerosin-Engpässen in Europa: 80 Energieanlagen im Nahen Osten seien im Krieg beschädigt worden, die Vorkriegsproduktion werde selbst bei einem Friedensabkommen lange auf sich warten lassen.

Die Wirtschaftsweise Veronika Grimm nannte das Tempolimit in der Rheinischen Post ein kluges Signal. Tankrabatte und Preisdeckel seien der falsche Weg, weil sie die Preise verzerrten. Die Regierung müsse die Preise wirken lassen, damit die Energienachfrage sinke.

Wirtschaftsministerin Katherina Reiche lehnt das Tempolimit ab.

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Expertin zur drohenden Krise

Trocknet Deutschland trotz Regen allmählich aus?

Viele denken bei Wasserknappheit an ausgetrocknete Seen oder verdorrte Felder. Doch das sind meist nur Symptome. Das eigentliche Problem liegt viel tiefer. Dr. Eva Börgens, die am Deutschen Geoforschungszentrum Potsdam als Forscherin arbeitet, erklärt im Gespräch mit ntv.de, warum in Deutschland gerade das Grundwasser schwindet, was das für Trinkwasser und Landwirtschaft bedeutet – und warum dringend gegengesteuert werden muss.

ntv.de: Frau Börgens, Sie warnen davor, dass Deutschland rund 25 Milliarden Tonnen Wasser fehlen. Klingt nach viel. Haben Sie einen Vergleich, damit man sich das besser vorstellen kann?

Dr. Eva Börgens: Eine Milliarde Tonnen Wasser, also eine Gigatonne, wäre ein Würfel, der einen Kilometer lang, einen Kilometer breit und einen Kilometer hoch ist. Und das dann 25 Mal. Das ist schon schwer vorstellbar. Zum Vergleich: Für Deutschland lag der Wasserverbrauch 2022 insgesamt bei rund 18 Milliarden Tonnen. Dazu zählt Trinkwasser, aber auch Wasser für die Industrie, für die Kühlung von Kraftwerken oder Wasser, das im Bergbau abgepumpt wird. Das heißt: Die Menge, die Deutschland derzeit in der Gesamtwasserspeicherung fehlt, ist größer als der gesamte jährliche Wasserverbrauch des Landes.

Was kann man sich unter der Gesamtwasserspeicherung vorstellen?

Die Wasserspeicherung ist eine der zentralen Größen im Wasserkreislauf neben Niederschlag, Verdunstung und Abfluss in die Ozeane. Sie beschreibt die Menge an Wasser, die zu einem bestimmten Zeitpunkt an einem bestimmten Ort vorhanden ist, zum Beispiel die Wassermenge in einem See. Wasser kann an verschiedenen Orten auf und unter der Landoberfläche gespeichert werden. Dazu zählen Seen und Flüsse, der Boden, das Grundwasser, aber auch Schnee und Gletscher. Die Summe all dieser Wasserspeicherungen nennt man die Gesamtwasserspeicherung. Diese können wir nun mit unseren Satellitenmissionen GRACE und GRACE-Follow-On beobachten. Statt Gesamtwasserspeicherung kann man auch vereinfachend Wasserspeicher sagen.

Nun war 2024 doch ein relativ regenreiches Jahr. Müssten sich die Wasserspeicher dann nicht eigentlich wieder füllen?

Genau das ist ein verbreiteter Irrtum. Es reicht nicht, nur darauf zu schauen, wie viel es insgesamt geregnet hat. Es kommt auch darauf an, wie es geregnet hat. Wenn ein Boden gut durchfeuchtet ist, kann Wasser relativ gut einsickern. Wenn der Boden aber stark ausgetrocknet ist und dann in kurzer Zeit sehr viel Regen fällt, kann er das Wasser oft gar nicht mehr aufnehmen. Dann fließt es oberflächennah ab und wird schnell in Flüsse und schließlich weiter Richtung Meer transportiert.

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Marktinstrumente für die Umwelt

Energiegeld statt Energiepreisbremse

Mit der anhaltenden Energiekrise steigt die Versuchung, steigende Kosten mit Preisdeckeln und versteckten Subventionen abzufedern. Das wäre ökologisch falsch, sozial ungerecht und ökonomisch ineffizient. Nötig ist ein direktes Energiegeld, das Belastungen fair ausgleicht und den Druck für die Energiewende aufrechterhält.

Die Energiekrise hält trotz des Waffenstillstands zwischen den USA und Iran an. Die Kosten für Öl und Gas sind deutlich gestiegen.

Die Bundesregierung hatte bereits zuvor mit Maßnahmen wie der Senkung von Netzentgelten, der Absenkung der Stromsteuer für das produzierende Gewerbe und der Abschaffung der Gasspeicherumlage auf hohe Energiepreise reagiert.

Die bisherigen Maßnahmen zielen auf eine Entlastung der Wirtschaft bei den Energiekosten um insgesamt zehn Milliarden Euro.

Der Druck aber wächst weiter, für Haushalte die neuerlichen Belastungen direkt abzufedern. Mit den Energie- und Transportkosten steigen nach den Preisen für Kraftstoffe auch die für Dünger und Lebensmittel. Weitere Preissteigerungen sind bei Heizgas und ‑öl zu erwarten.

Problem Nummer eins ist die nur indirekte Entlastung der Verbraucher über eine Entlastung der Wirtschaft. Inwieweit dies überhaupt bei den Bürgern ankommt, ist völlig unklar. Selbst wenn die genannten zehn Milliarden Euro im vollen Umfang an die Haushalte weitergegeben würden, wären es nur 120 Euro pro Jahr und Person – pro Monat also zehn Euro. Eine Summe, die angesichts der Inflation an der Supermarktkasse verpuffen dürfte.

Zudem leiden die Entlastungen beim Energiepreis an denselben Konstruktionsfehlern wie die Preisbremsen von 2022.

Einer davon ist die geschwächte Lenkungswirkung. Werden Preise künstlich gedeckelt, entfällt der ökonomische Anreiz zum Energiesparen. In einer Phase, in der fossile Energie aufgrund knapper Angebote und steigender CO2-Preise teuer bleiben muss, konterkariert dies nicht nur die Klimaziele.

Dazu kommt die soziale Ineffizienz. Preisdeckel begünstigen Vielverbraucher. Haushalte mit großen Wohnflächen oder großen Fahrzeugen erhalten absolut gesehen höhere Subventionen als einkommensschwache Haushalte in kleineren Wohnungen und ohne eigenes Auto.

Schließlich der bürokratische Aufwand: Die Verteilung von Subventionen für die Haushalte über den "Umweg" der Energieversorger hat sich als kompliziert und fehleranfällig erwiesen.

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„Dann gebe ich Vance die Schuld“:

Trump könnte seinen Vize im Iran-Krieg zum Sündenbock machen

JD Vance setzte sich einst bei US-Präsident Trump für Zurückhaltung bei Auslandskriegen ein. Nun könnte er zum Sündenbock für einen schlechten Iran-Deal werden.

Don Trumpl lügt, betrügt und ist durch und durch korrupt. Warum sitzt dieser Horrorclown noch nicht hinter Gittern?Washington, D. C. – Angesichts der Aussicht, einen unpopulären Krieg mit einem suboptimalen Frieden zu beenden, scheint Donald Trump eine clevere Selbstschutzstrategie gefunden zu haben: Falls die Gespräche mit dem Iran scheitern, kann er immer noch JD Vance, seinen glücklosen Stellvertreter, verantwortlich machen. Der Schachzug lässt ihm Spielraum, sich im Erfolgsfall als Architekt des Friedens zu inszenieren, ohne im Misserfolg politisch den vollen Preis zahlen zu müssen.

Der US-Präsident gab dies vor Ostern scherzhaft zu, als Vance in indirekten Geheimverhandlungen mit einer pragmatischen Fraktion in Teheran stand, und sagte: „Wenn es nicht passiert, dann gebe ich JD Vance die Schuld. Wenn es passiert, dann nehme ich die volle Anerkennung für mich in Anspruch.“ Vance – der Trump einst unterstützte, weil dieser keine Auslandskriege begonnen hatte – ist nun damit beauftragt worden, einen zu beenden. Es ist eine Rückkehr zum Einfluss nach Monaten am Rand des „War-a-Lago“-inneren Zirkels seines Chefs.

Heikle Mission für Vance: Militärschläge überschatteten geplante Verhandlungen mit Iran

Nun ist Vance zurück und mit einer Mission betraut, die viele als äußerst schwierig ansehen. Die Hindernisse sind gewaltig, das Misstrauen sitzt auf beiden Seiten tief. Dennoch ist es nicht unvorstellbar, dass er bei den Iran-Verhandlungen Erfolg haben könnte und am Ende zumindest ein brüchiges, aber tragfähiges Arrangement zustande bringt.

[...] Den US-Präsidenten, der nur allzu gern zu politisch bequemeren Ablenkungen – Grönland vielleicht – übergehen würde, dürfte das kaum stören. Er kann schließlich immer seinem Wingman Vance die Schuld geben. Trump sagte am Samstag, er sei über den Ausgang der US-iranischen Gespräche in Pakistan nicht beunruhigt und beharrte darauf, dass die Vereinigten Staaten gestärkt aus dem Krieg hervorgegangen seien. „Ob wir eine Einigung erzielen oder nicht, macht für mich keinen Unterschied. Der Grund ist, dass wir gewonnen haben.“, sagte der US-Präsident vor Reportern. „Wir befinden uns in sehr intensiven Verhandlungen mit dem Iran. Wir gewinnen in jedem Fall. Wir haben sie militärisch besiegt.“

Und was immer am Ende dabei herauskommt, wird Trump der Kritik aussetzen, dass die USA zwar den Iran auf dem Schlachtfeld geschwächt, seine Position anderswo jedoch gestärkt haben. Zwischen iranischen und US-Unterhändlern bestehen nach Angaben einer Teheran-nahen Nachrichtenagentur vom Samstag weiterhin Differenzen. Tasnim, ein halb offizieller Arm des iranischen Staates, behauptete, die jüngste Gesprächsrunde der beiden Seiten in Islamabad sei beendet worden.

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12. April 2026

Künstliche Intelligenz

Neue KI wird für Hacker und Terroristen zur Traumwaffe

Neuer KI-Agent kann Stromnetze, Spitäler oder Militäranlagen lahmlegen. Bereits hat er kritische Sicherheitslücken aufgedeckt.

Zurzeit schlägt der neue Agent von Anthropic, «Claude Mythos Preview», hohe Wellen. Im Gegensatz zu einem Chatbot, der auf eine Frage eine Antwort gibt, kann ein KI-Agent ein Ziel selbstständig verfolgen. Er plant, führt aus und liefert dir ein Ergebnis zurück.

Der neue Agent habe bisher unentdeckte Sicherheitslücken in der Software von sicherheitsrelevanten Anlagen gefunden und könne in den falschen Händen zur verheerenden Cyberwaffe werden. Tatsächlich hat sich KI in den letzten Monaten mit exponentieller Geschwindigkeit entwickelt, wie im Folgenden aufgezeigt wird. Die Schlussfolgerungen (Kasten) sind disruptiv – aber es gibt Hoffnung.

Anthropics «Claude Mythos Preview»

Was der Agent «Claude Mythos Preview» wirklich kann, lässt sich nur von den Expertenteams jener rund 40 Tech-Firmen nachprüfen, die exklusiven Zugang zum Agenten erhielten. Auch die Konkurrenten von Anthropic wurden mit der Aktion «Projekt Glasswing» bedient. Es geht um Fragen der nationalen, ja der globalen Sicherheit. Wie die «New York Times» schrieb, seien mit «Mythos» bereits tausende gefährliche und zum Teil langjährige Schwachstellen aufgedeckt worden. Es betreffe dies Betriebssysteme, die weltweit Stromnetze, Wasserversorgungsanlagen, Spitäler und militärische Systeme steuern.

Die US-Tech-Firmen können nun ihre Modelle mit diesem Agenten auf Sicherheitslücken prüfen, in der Hoffnung, diese noch rechtzeitig zu stopfen. Denn derselbe Agent wird für Hacker zur Traumwaffe, um Schwachstellen zu finden und auszunutzen. Das Schadenspotenzial ist riesig. Wichtige Infrastruktursysteme zu hacken, war bisher nur mit Expertenwissen grosser Institutionen möglich. Mit dem Agenten «Mythos» wird dies offensichtlich zu einem Kinderspiel, zugänglich für Kriminelle, Terrororganisationen und auch kleine Staaten, unabhängig von ihrem KI-Knowhow.

Agenten revolutionieren das Programmieren

Bereits im letzten Jahr gab es grössere Fortschritte im Bereich des Programmierens, des sogenannten Coding. Gegen Ende 2025 war der Automatisierungsgrad so hoch, dass sich das Coding massiv veränderte. Entwickler schreiben seither kaum noch selber Programmierzeilen. Sie überlassen dies mehreren parallel arbeitenden mehreren KI-Agenten und konzentrieren sich auf strategische Entscheide zu deren Einsatz, zur Überwachung ihrer Arbeit und zur Evaluation. Beim sogenannten Vibe coding wird der gewünschte Code ausschliesslich mit einer Anweisung (Prompt) über ein grösseres Sprachmodell generiert. Dies ermöglicht auch Anfängern das Programmieren; das Ergebnis muss aber kritisch überprüft werden.

Als Spitzenreiter unter den Code-Agenten etablierte sich Anthropics Claude Code. Ein kurzfristiger Ausfall des Dienstes Anfang März zeigte die Abhängigkeit der Programmierer [oder Codierer] auf. Trotz der enormen Effizienzsteigerung arbeiten die Programmierer nicht weniger, sondern mehr, neugierig, nervös und getrieben wie bei einem Suchtverhalten.

Anthropics Cowork lässt Softwareindustrie erzittern

Nutzende setzten den Agenten Claude Code nicht nur zum Programmieren ein. Es entstand Claude Cowork, ein Agent, der auf dem Desktop selbständig agiert. Man kann ohne Programmiererfahrung komplexe Arbeitsabläufe automatisieren. Noch verfügt der Agent aus Sicherheitsgründen nur über eine eingeschränkte Autonomie. Seit der Lancierung im Januar 2026 verbesserte Anthropic den Agenten Claude Cowork mit zusätzlichen Tools (auch zur verbesserten Sicherheit) und löste insbesondere bei Softwarefirmen einen Kurseinbruch von 30 Prozent aus. Die befürchtete Apokalypse blieb aus und insbesondere grosse Softwarefirmen wie Salesforce, die sofort ihre Software mit agentischen Fähigkeiten weiterentwickelten, zählen zu den Gewinnern.

Panne macht Claude Code unfreiwillig öffentlich

Wegen eines menschlichen Fehlers war kurz vor Ostern mit Claude Code der führende Programmieragent öffentlich einsehbar. Der Quellcode wurde sofort von Programmierern entdeckt. Einer lud den Code herunter und transkribierte ihn in eine andere Programmiersprache, womit er nicht mehr urheberrechtlich geschützt war. Obwohl Anthropic unverzüglich die Löschung verlangte, war der Code zur Freude der Konkurrenten bereits im Netz verbreitet. Noch ist der Schaden, der Anthropic dadurch entstehen wird, nicht abschätzbar. Offensichtlich gibt es bei Anthropic Stress. Kurz zuvor kam es bereits zu einem Datenleak.

Hummer (Logo von OpenClaw) hat Potenzial – geht als Open-Source-Tool viral

Unabhängig von den Agenten Anthropics löste Anfang 2026 der österreichische Softwarespezialist und Unternehmer Peter Steinberger mit dem von ihm entwickelten, selbstständig handelnden Agenten OpenClaw einen Hype aus. Er veröffentlichte ihn als Open-Source-Framework im November 2025 auf der Softwareplattform GitHub. Der Agent läuft lokal auf dem Rechner und lässt sich über Messenger-Dienste steuern. Aus markenrechtlichen Gründen, die das Start-up Anthropic geltend machte, wurde der ursprüngliche Name Clawdbot in OpenClaw abgeändert.

Als Open-Source konnte der Agent OpenClaw von allen Interessierten heruntergeladen, weiterentwickelt und in realen Arbeitsabläufen getestet werden. Er agiert auf einen entsprechenden Prompt und plant und führt autonom mehrstufige Aktivitäten aus. Dank Schnittstellen kann der Agent auf E-Mails, aufs Internet und persönliche Daten zugreifen, auch auf Bankkonten, sofern jemand so unvorsichtig ist und ihm diesen Zugang erlaubt. Je mehr Berechtigungen einem Agenten zugestanden werden, umso autonomer kann er handeln und umso grösser sind die Risiken, die damit eingegangen werden.

OpenClaw-Agenten auf Moltbook

Der CEO eines kleinen US-Start-ups, Matt Schlicht, kreierte selber einen Agenten und stellte mit Moltbook eine Plattform ausschliesslich für diese Agenten zur Verfügung. Die menschlichen Besitzer und weitere Interessierte konnten sich nun ansehen, was sich die Agenten im Zusammenwirken mit vielen anderen einfallen liessen. Innert kürzester Zeit führte dies zu einem Hype. Anfang Februar sollen sich bereits rund 1,5 Millionen Agenten auf der Plattform getummelt haben.

Hype in China und im Silicon Valley

In China stellten die grossen Tech-Giganten – Alibaba, Tencent, Baidu und andere – OpenClaw zur Verfügung und lösten einen so grossen Hype aus, dass die chinesische Regierung vor den Risiken warnte. Im Einklang mit Chinas Tech-Zielen förderten einzelne Städte wie Shenzhen, Wuxi, Hefei mit Finanzmitteln den Aufbau von OpenClaw-zentrierten Ökosystemen. Der Boom führte zu zahlreichen Sicherheitspannen, was einige Chinesinnen und Chinesen veranlasste, OpenClaw wieder zu deinstallieren. Inzwischen entwickelten die chinesischen Tech-Firmen eigene Varianten (JVS Claw, QClaw, ArkClaw und weitere) mit weniger Befugnissen, womit sie sicherer werden.

Etwas weniger stark als im technisch affinen China boomte die Moltbook-Plattform im SiliconValley. Allerdings sicherten sich OpenAI und Meta das entwickelte Knowhow. OpenAI engagierte mit Peter Steinberger den Erfinder von OpenClaw. Er soll die nächste Generation von Agenten entwickeln. Offensichtlich verlangte Steinberger, dass dies in europäischer Tradition in einem Open-Source-Projekt im Rahmen einer OpenAI-Stiftung erfolgen soll. Meta, das mit Manus AI bereits im letzten Jahr ein ursprünglich chinesisches, neuartiges KI-Agentensystem kaufte, erwarb sofort die Moltbook-Plattform.

Etwas Science-Fiction und grosse Sicherheitsprobleme

Der US-Fernsehsender NBC News berichtete Ende Januar 2026 über erstaunliche Dialoge der Moltbook-Agenten. Demnach diskutierten sie, wie sie ihre Aktivitäten vor den Menschen verbergen könnten. Bald wurden Zweifel laut, ob diese Aussagen allenfalls nicht das Werk von Agenten, sondern von Menschen seien, die sich als Agenten maskiert einmischten. Obwohl Moltbook nur Agenten auf seiner Plattform Zutritt erlaubte, konnte sich der Journalist Reece Rogers als Agent ausgeben und intervenieren. Mit seinem Bericht war bewiesen, dass sich das unglaubliche Geschehen auf Moltbook auch mit menschlicher Einwirkung erklären liess.

Gravierende Sicherheitsprobleme traten auch dann auf, wenn Moltbook in isolierten, von der Systemumgebung abgeschotteten Bereichen und auf separaten Computern lief. In einem Test wandte sich der Agent gegen seinen Betreiber und verschickte betrügerische Mails, sogenannte Phishing-Mails. Erschrocken schaltete dieser sofort ab, womit der Spuk beendet war.

Wie in China löste OpenClaw auch in den USA bei den Tech-Unternehmen Agenten-Aktivitäten aus. Da dies in aller Eile geschah, kam es auch zu Sicherheitsvorfällen. Ein Programmierer attestierte Anthropic, dass Cowork trotz eingeschränkter Autonomie fast gleichviel leistet wie OpenClaw, aber viel sicherer sei. OpenClaw und Moltbook zeigten vor allem das mögliche künftige Potenzial auf.

Open-Source-Standards und Plattformen für Agenten

Mit der Vielzahl der bereits entwickelten Agenten wurde klar, dass es dringend Standards und Plattformen für den Austausch von Agenten auch konkurrierender Tech-Firmen braucht. Ein Wirrwarr inkompatibler Agenten dient niemanden, auch nicht Big Tech. Für diesen offenen Austausch rückten nun auch in den USA, bisher dominiert von proprietären Systemen, Open-Source-Anwendungen in den Vordergrund. Open-Source, ursprünglich in der europäischen Forschungskultur mit viel Idealismus entwickelt, wandelt sich derzeit zu einem strategischen Instrument für die Position von Big Tech. Diese können mit einem Grundmodell Standards setzen und ausbreiten, worauf die Community weiter aufbaut und damit enormes Wissen generiert.

Treibende Kraft hinter der im Januar 2026 unter dem Dach der Linux Foundation gegründeten Stiftung, der Agentic AI Foundation (AAIF), waren Tech-Firmen, darunter die Konkurrenten Anthropic und OpenAI. Beide stellten der neuen Open-Source-Organisation Elemente einer Grundstruktur für die Entwicklung von Agenten zur Verfügung, dies mit dem Ziel, offene Standards zu schaffen. Mittlerweile umfasst die Mitgliederliste praktisch alle mit Rang und Namen.

Nvidia fördert Open-Source, setzt auf europäische Start-ups und baut Brücken zu China

Jensen Huang, Nvidia-CEO, lobte OpenClaw und stellte mit NemoClaw eine sichere Plattform für diese Agenten mit einer Sandbox zur Verfügung. Er habe diese mit dem Erfinder Peter Steinberger entwickelt. Zudem präsentierte er eine NemoTron-Koalition von acht KI-Unternehmen zur gemeinsamen Entwicklung von führenden offenen Modellen. Unter diesen sind zwei bekannte europäische Start-ups, das französische Mistral AI und das deutsche Black Forest Labs. Jensen Huang, der seine Kindheit in Taiwan verbrachte, kennt und schätzt die chinesische KI-Forschung. Er fördert auch Physical AI, KI-Modelle, die, mit physischen Daten angereichert, insbesondere für Robotik unerlässlich sind (siehe Infosperber vom 5.2.2026). China ist diesbezüglich führend. Bereits sind Chinas Tech-Giganten daran, OpenClaw in der Robotik zu nutzen.

 

Kommentar: Disruptive Schlussfolgerungen – und Hoffnung

Die KI-Forschung entwickelt sich unheimlich rasch und exponentiell. Das Potenzial ist riesig und wir stehen erst am Anfang. Es geht so schnell, dass es Mühe bereitet, die sich abzeichnenden disruptiven Brüche wahrzunehmen. Hier ein paar Beobachtungen:

Europa spielt bei den Entwicklungen eine Rolle, allerdings in einem bekannten Muster. Der Österreicher Peter Steinberger, Erfinder des OpenClaw, wird sofort von OpenAI «gekauft». Es ist ihm nicht zu verargen, bietet die Firma ihm doch optimale Forschungsressourcen. Der Vater der Geschwister Amodei, die Anthropic gründeten, wanderte als Lederhandwerker aus Italien in die USA ein. Und Jensen Huang weiss um die besondere Stärke europäischer Start-ups und der Chancen Europas bei der Nutzung von Physical AI (siehe Infosperber vom 5.2.2026).

Open-Source ist eine Forschungskultur, die ursprünglich in Europa entwickelt wurde, aber sich sehr rasch in China ausbreitete. Die KI-Agenten führen nun auch in den USA zu einer Trendwende. Kooperation wird gegenüber Konkurrenz wichtiger und verbindet sich innovationsfördernd.

Die chinesische KI-Forschung hat in verschiedenen Bereichen Spitzenpositionen erzielt. Sie ist besonders stark in der wertschöpfenden Anwendung, bei Physical AI und in der Robotik. Böse Zungen behaupten, der KI-Wettlauf zwischen den USA und China sei letztlich ein Wettlauf der chinesischen Forscher (soweit noch) in den USA und jenen im Reich der Mitte.

Am bedeutendsten sind disruptive geopolitische Veränderungen. Die grössten Gefahren für die Menschheit gehen für die USA und für China künftig nicht mehr von ihrem geopolitischen Rivalen aus. Die KI-Entwicklung hat dazu geführt, dass einzelne Kriminelle, Terroristengruppen und nicht-staatliche Akteure Schaden in Dimensionen anrichten können wie bisher nur machtvolle Staaten mit ihrem militärischen Potenzial. Diese kleinen Akteure können bedenkenlos zuschlagen; es gibt keine Bremswirkung mit gegenseitiger Abschreckung wie bei staatlichen Organisationen.

Kriege mit weitgehend traditionellen Waffen können auch künftig viel Schaden anrichten, aber sie lassen sich immer weniger mit Siegen beenden. Oppositionelle Gruppen werden KI fortlaufend für ihren Widerstand einsetzen. Mit KI für Störungen im elektromagnetischen Spektrum (siehe Infosperber vom 26.3.2026) können Waffen «taub», «blind», orientierungslos und damit unschädlich gemacht. Das Schlachtfeld mit Panzern und Kampfflugzeugen gehört ins Geschichtsbuch.

Hätten die Staatschefs der USA und Chinas begriffen, was soeben passiert, müssten sie sich über das beide gleichermassen bedrohende Gefahrenszenario verständigen. Darauf müssen wir wohl warten. Trump weiss offenbar nicht einmal, dass er mit Anthropic das Start-up drangsaliert, das zurzeit andern in der KI-Forschung um Monate voraus ist. Er setzt es unter Stress, so dass vermehrt Fehler passieren.

Hoffen kann man auf die Wachsamkeit und das Verantwortungsbewusstsein der wachsenden Forschungscommunity, diesseits und jenseits des Pazifiks. 

 


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Hintergrundwissen

Die Karte der nuklearen Welt

 

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Die Suchmaschine Ecosia pflanzt Bäume!

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Wikipedia

Künstliche Intelligenz

(kurz KI, englisch artificial intelligence, kurz AI) ist ein Forschungsgebiet der Informatik sowie verschiedene daraus hervorgegangene Klassen algorithmischer Problemlösungsverfahren, die anhand von Eingaben aus ihrer Umgebung bestimmte Handlungen ausführen.

Historisch ist der Begriff nicht einheitlich definiert, sondern kann sich einerseits auf „Intelligenz“ im Sinne der Nachbildung menschlichen Verhaltens beispielsweise bei der Bilderkennung oder der Interaktion in menschlicher Sprache beziehen, andererseits auf die Fähigkeit zu rationalem, logikbasierten Schlussfolgern. In der öffentlichen Wahrnehmung werden häufig maschinelles Lernen und die auf diesem Prinzip aufbauenden Chatbots mit dem Begriff der künstlichen Intelligenz gleichgesetzt. Maschinelles Lernen ist jedoch nur eines mehrerer Teilgebiete des Felds, ihm stehen beispielsweise logik- und regelbasierte Ansätze wie die der symbolischen künstlichen Intelligenz gegenüber.

Im Laufe der Zeit haben sich innerhalb der KI-Forschung zahlreiche Teilgebiete und Methoden herausgebildet. Zudem wird unterschieden, welche Probleme mit den Methoden der KI gelöst werden sollen. Dabei werden zwei Bereiche unterschieden: schwache KI und starke KI.

Die angewandte Informatik befasst sich damit, wie solche Systeme entwickelt und umgesetzt werden können. Beispiele dafür sind Multiagentensysteme, Expertensysteme, Transformer und serviceorientierte Architekturen.

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Claude (Sprachmodell)

ist eine Reihe von Sprachmodellen, die vom US-amerikanischen Unternehmen Anthropic entwickelt werden. Das erste Modell wurde im März 2023 veröffentlicht, die neueste Version, Claude Sonnet 4.6, im Februar 2026. Der Name ist nach Angaben einiger Mitarbeiter von Claude Shannon inspiriert, einem Mathematiker des 20. Jahrhunderts, der die Grundlagen für die Informationstheorie legte. Claude wird insbesondere für Softwareentwicklung über Claude Code eingesetzt und nutzt Constitutional AI, ein von Anthropic entwickeltes Trainingsverfahren zur Verbesserung der ethischen und rechtlichen Konformität (AI-Alignment).

Anthropic wurde 2021 von Dario und Daniela Amodei gegründet, nachdem sie OpenAI aufgrund von Meinungsverschiedenheiten über die Finanzierung und Veröffentlichung von Technologien über Microsoft verlassen hatten. Zusammen mit ehemaligen OpenAI-Forschern verfolgten die Amodeis das Ziel, KI mit robusten Sicherheitsvorkehrungen zu entwickeln.

Im Februar 2026 begannen US-Bundesbehörden damit, die Nutzung von Claude einzustellen, nachdem Anthropic sich geweigert hatte, vertragliche Verbote der Nutzung für Massenüberwachung im Inland und vollautonome Waffen aufzuheben.

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OpenClaw

ist eine Open-Source-Software für künstliche Intelligenz (KI), die als Grundlage für persönliche KI-Agenten dient. Das Projekt wurde ursprünglich unter dem Namen Clawdbot gestartet, später auf Grund der Ähnlichkeit zu Anthropics Sprachmodell Claude in Moltbot umbenannt und trägt heute den Namen OpenClaw. Der Sourcecode wurde im November 2025 auf Github veröffentlicht.

Mit OpenClaw lässt sich auf einem Standard-Computer ein Service betreiben, der KI-gestützt beliebige Aufgaben automatisch und autonom ausführt. Die Steuerung erfolgt über gängige Instant-Messaging-Dienste wie WhatsApp, Telegram oder Signal.

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YouTube

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