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Slowakei - Mochovce ...

18.10.2018 - AKW Mochovce: Geleakter WANO-Bericht enthüllt grobe Sicherheitsmängel

Artikel aus www.global2000.at

GLOBAL 2000 fordert Bundesregierung auf, an Seite der Umweltschutzorganisationen gegen Inbetriebnahme zu kämpfen.

Ein Bericht der World Association of Nuclear Operators (WANO MO34/PRZ-10/2017) zeugt von der systematischen Vernachlässigung der Sicherheit bei der Errichtung der Blöcke 3 und 4 des AKW Mochovce, die zu unkalkulierbaren Unfällen führen kann. Die Vereinigung der Betreiber von Nuklearanlagen stellt sich in der Regel gegenseitig öffentlich wirksame Zeugnisse höchster Betriebssicherheit aus; der geleakte kritische Bericht, den GLOBAL 2000 heute veröffentlicht, ist die absolute Ausnahme. „Uns wurde ein hochbrisanter Bericht der atomfreundlichen Betreibervereinigung WANO zugespielt, der dutzende schwere Probleme auf der Reaktor-Baustelle aufzeigt und in scharfen Worten vor katastrophalen Auswirkungen warnt“, sagt Reinhard Uhrig, Atom-Sprecher der österreichischen Umweltschutzorganisation GLOBAL 2000. „Die österreichische Bundesregierung ist jetzt gefordert, gemeinsam mit uns gegen die direkt bevorstehende Inbetriebnahme zu kämpfen.“

Baubeginn der Reaktoren 3 und 4 im slowakischen Atomkraftwerk Mochovce war bereits vor 33 Jahren (1985), die technisch völlig veralteten Blöcke sollen nach jahrelangem Stillstand und problematischen Weiterbau-Arbeiten nächstes Jahr in Betrieb gehen: Die Kalttests von Reaktor 3 wurden diesen Sommer durchgeführt, das Projekt geht jetzt in die „heiße Phase“ der Inbetriebnahme. Zuletzt traten mehrere „Whistleblower“ an die Öffentlichkeit, unter anderem ein Maschinenbau-Ingenieur, der vor chaotischen Arbeitsabläufen und Druck des inkompetenten italienischen Bauleit-Managements warnten. GLOBAL 2000 hat nach der umfassenden Zensur und Schwärzung von technischen Dokumentationen im Dezember 2017 Klage gegen die slowakische Atomaufsicht UJD eingelegt, unterstützt von Windkraft Simonsfeld und der slowakischen Rechtsanwalts-NGO Via Juris.

WANO-Bericht enthüllt dutzende Probleme auf Baustelle

Allein die hohe Anzahl von 47 Empfehlungen im geleakten WANO-Bericht ist außerordentlich, sowie auch deren Inhalt. Generell werden Schritte empfohlen, die seit Baubeginn völlig selbstverständlich seine sollten: So werden regelmäßige Kontrollen (Emfehlung 5.4) empfohlen und problematische Zustände aufgedeckt, die zu Beschädigungen und zum Verdrecken des Equipments (Empfehlung 7) geführt haben. „Besonders brisant wird in Empfehlung 1 festgestellt, dass es durch nicht klar definierte Verantwortlichkeiten unter anderem zu unerwarteten Fehlern von Komponenten und deren verkürzter Lebensdauer kommen kann“, sagt Uhrig. „Das bedeutet im Klartext Komponentenversagen mit einer Kette von nachfolgenden Konsequenzen bis hin zum Ausfall von kritischer Infrastruktur und zu schweren Unfällen, bei einem Reaktortyp ohne modernes Containment, auf technischem Stand der 1970er-Jahre.“

Für den Bereich Betrieb sieht der Bericht die Einhaltung von hohen Standards im Kontrollraum als nicht gesichert, bis zur Empfehlung 5, die genauere Kontrollen bei Aktivitäten einzuführen nahelegt, selbst sicherheitstechnisch sehr bedeutende Reaktorschnellabschaltung und Reaktivitätskontrolle betreffend. Von sehr problematischen Zuständen und Fehlen fast jeglicher Sicherheitskultur zeugt Empfehlung 7. Die Betriebsmannschaft soll darauf achten, dass Räume mit empfindlichen Komponenten sauber und geschützt vor Beschädigung bleiben, das gilt auch für die Elektrik (Empfehlung 8) - es ist zu beachten, dass insbesondere verschmutzte Elektrik im Betrieb zu unerwarteten Fehlern und Ausfällen führen kann.

„Der geleakte WANO-Bericht zeigt klar, dass die Sicherheit des Bauprojektes AKW Mochovce 3, 4 nicht einmal behauptet werden kann“, betont Uhrig. „Unter diesen Umständen ist die für das erste Halbjahr 2019 geplante Inbetriebnahme der Reaktoren grob fahrlässig, eine unabhängige technische Kontrolle des tatsächlichen Zustands der AKW-Projekts unter Beteiligung von österreichischen und internationalen ExpertInnen ist dringend nötig.“

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