Newsletter XXV 2022

Der THTR-Rundbrief

18. bis ... Juni

 

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Aktuelles+ Hintergrundwissen

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Nuclear Power Accidents

Diese PDF-Datei enthält eine fast vollständige Liste der Unfälle und Freisetzungen von Radioaktivität, die bekannt geworden sind ...

Auszug aus der PDF-Datei für diesen Monat:

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04. Juni 2008 - (INES 0) - Akw Krsko, Ljubljana, SVN

08. Juni 1970 - (INES 4 | NAMS 3,6) - LLNL, CA, USA

09 Juni 1985 - (INES 4) - Akw Davis Besse, Oak Harbor, OH, USA

10. Juni 2009 - (INES 2) - Cadarache, FRA

10. Juni 1977 - (INES - Klass.!) - Akw Millstone, Waterford, CT, USA

13. Juni 1984 - (INES - Klass.!) - Akw Fort St. Vrain, CO, USA

14. Juni 1985 - (INES - Klass.!) - Constituyentes, Buenos Aires, ARG

16. Juni 2005 - (INES - Klass.!) - Akw Braidwood, IL, USA

17. Juni 1997 - (INES - Klass.!) - Arsamas-16, Sarow, RUS

18. Juni 1999 - (INES 2) - Akw Shika, JPN

18. Juni 1988 - (INES - Klass.!) - Akw Tihange-1, BEL

18. Juni 1982 - (INES - Klass.!) - Akw Oconee, SC, USA

19. Juni 1961 - (INES 3 | NAMS 4) - Sellafield, GBR

21. Juni 2013 - (INES - Klass.!) - Akw Kuosheng, Wanli, TWN

23. Juni 2012 - (INES 1) - Akw Rajasthan, IND

28. Juni 1992 - (INES 2) - Akw Barsebäck-2, SWE

29. Juni 2005 - (INES - Klass.!) - Akw Forsmark, SWE

30. Juni 1983 - (INES - Klass.!) - Akw Embalse, ARG

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Wir suchen aktuelle Informationen. Wer helfen kann, sende bitte eine Nachricht an: nukleare-welt@reaktorpleite.de

 

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24. Juni

 

IMHO

Kini Jödler | Laufzeit Debatte

Kini und die „Laufzeit-Buam“

Teil 1

Was gestern Don Trumpls "Fake News"-Gezeter war, ist heute Kinis "fachlicher Blödsinn". Aber merke: Wer über andere Mist auskippt, muss aufpassen, dass dieser ihm nicht auf die eigenen Füße fällt.

Der Kini macht die Backen dick und bläst sich mächtig auf, der Held; als Mama Merkel noch da war, hat er sich nicht getraut, richtig fies zu werden, aber jetzt wittert er seine Chance und macht das, was ein echter Bayerntrumpl macht, den politischen Gegner ordentlich beschimpfen. Ja mei, Wind machen kann er schon. Aber außer Wind hat er nur wenig zu bieten, jedenfalls keine einzige neue Idee. Er will keine Windräder und er kann keine Atomkraftwerke, aber er kann Pressekonferenz!

Und alles andere macht er so nebenbei:
Für einen reibungslosen Weiterbetrieb der Atomenergie hätten die Brennelemente spätestens im Dezember 2021 bestellt werden müssen, weshalb diese überflüssige Laufzeitdebatte Mitte 2022 so etwa 12 - 18 Monate zu spät kommt, wenn sie denn überhaupt jemals zum Erfolg hätte führen sollen.

Wenn es in Bayern zu einem Blackout kommt, dann vor allem deshalb, weil der zuständige Ministerpräsident seinen Job nicht richtig macht, den Ausbau der erneuerbaren Energien behindert und sich stattdessen um irgendwelchen "fachlichen Blödsinn" kümmert.

Teil 2

Über Merzthutjanix gibt es nicht viel zu sagen, er tut nur so viel wie unbedingt nötig, und wenn dann nur für sein ganz persönliches Projekt "Zurück in die Zukunft" …

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Atomwaffenverbotsvertrag | Atomtest Opfer | IPPNW

IPPNW fordert Aufklärung über humanitäre Folgen von Atomwaffen im Bundestag

Ende der Staatenkonferenz zum Atomwaffenverbotsvertrag

Gestern Abend ist die erste Staatenkonferenz zum Atomwaffenverbotsvertrag (AVV) zu Ende gegangen. Der Vertreter der Bundesregierung, Botschafter Rüdiger Bohn, sprach von einem "Schulterschluss" der unterstützenden und der skeptischen Staaten. Die Friedensnobelpreisträger-Organisation Internationale Ärzt*innen für die Verhütung des Atomkrieges (IPPNW) begrüßte den konstruktiven Ansatz der Bundesregierung, forderte jedoch weitergehende Initiativen und eine enge künftige Zusammenarbeit mit den Vertragsstaaten und der Zivilgesellschaft.

„Als Vertreter*innen der Friedensbewegung auf der Staatenkonferenz sind wir sehr erfreut, dass die Bundesregierung offen zur Mitarbeit in der Opferhilfe und bei den Fonds zur Entschädigung der Atomtestopfer ist. In diesem Zusammenhang fordern wir den Bundestag dazu auf, möglichst schnell eine öffentliche Anhörung zu den humanitären Konsequenzen von Atomwaffen durchzuführen. Sowohl Wissenschaftler*innen als auch Betroffene müssen dazu eingeladen werden“, so Angelika Claußen, Vorsitzende der IPPNW Deutschland und Präsidentin der IPPNW Europa, die an der Konferenz teilgenommen hatte ...

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Emissionshandel | Atmosphäre | CO2

Studie der Universität Stuttgart

So teuer müssen Emissionszertifikate sein, um wirklich etwas zu bewirken

Der Emissionshandel soll Druck ausüben. Er ist ein klimapolitischer Hebel, damit der Ausstoß klimaschädlicher Gase sinkt. Aber kann das tatsächlich funktionieren? Wie viel müssen die Zertifikate kosten, damit es sich lohnt, den eigenen CO2-Ausstoß deutlich zu reduzieren? Forschende der Uni Stuttgart haben es herausgefunden.

Die Ziele der Europäischen Union sind klar: Bis zum Jahr 2030 sollen die Treibhausgasemissionen (THG) um 55% abnehmen, Vergleichsjahr ist 1990. Es gibt verschiedene nationale Maßnahmen, um dieser Zahl näher zu kommen. Ein länderübergreifender klimapolitischer Hebel ist der europäische Emissionshandel (European Emission Trading System = EU ETS). Das Prinzip ist Folgendes: Für jede Tonne des Klimagases Kohlendioxid, die in die Atmosphäre gelangt, muss in bestimmten wirtschaftlichen Sektoren ein Verschmutzungsrecht in Form eines Zertifikats gekauft werden.

[...]

Preis für Emissionszertifikate müsste deutlich steigen

Die Forschenden haben ermittelt, dass die Zertifikate zwischen 130 und 210 Euro pro Tonne Kohlendioxid im EU ETS und zwischen 175 und 350 Euro pro Tonne für die energiebezogenen ESR-Emissionen liegen müssten, um die Unternehmen stark genug in Richtung Klimaziele zu drücken. Die Modellrechnung geht allerdings von der Annahme aus, dass der Emissionshandel die einzige regulierende Maßnahme sei. Wo genau der Preis landen müsse, hänge vor allem von der Entwicklung diverser Technologien ab. Deswegen sei die Spanne so hoch.

Der aktuelle Preis für Emissionszertifikate im EU ETS liegt bei etwa 85 Euro pro Tonne CO2. Und welchen Effekt hätte es, den ETS2-Preis auf 50 Euro pro Tonne CO2 zu begrenzen, wie es das Europäische Parlament diskutiert? Die Klimaziele würden dann nach Ansicht der Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler in große Ferne rücken. Die Kosten für neue Technologien wären im Vergleich zum Preis für die Zertifikate zu hoch.

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Mehrheit | Akw | Kohle

ARD-DeutschlandTrend

Mehrheit für längere AKW-Laufzeiten

In Deutschland wird das Gas knapp, weshalb die Regierung händeringend nach Alternativen sucht. Laut ARD-DeutschlandTrend spricht sich eine Mehrheit dafür aus, Atomkraftwerke länger zu betreiben. Bei der Sonntagsfrage überholen die Grünen die SPD.

Angesichts rückläufiger russischer Gaslieferungen werden in Deutschland derzeit sowohl eine Reaktivierung von Kohlekraftwerken als auch längere AKW Laufzeiten diskutiert. Beides trifft bei den Bundesbürgern in der aktuellen Situation auf Zuspruch.

[...]

Grüne vor SPD

Wenn am Sonntag Bundestagswahl wäre, käme die Union aus CDU und CSU auf 26 Prozent der Wählerstimmen. Die Grünen wären mit 23 Prozent zweitstärkste Kraft und liegen damit vor der SPD. Für die Sozialdemokraten würden sich 20 Prozent entscheiden, für die AfD 12 Prozent. Die FDP käme auf 8 Prozent der Stimmen. Die Linke käme auf 4 Prozent. Insgesamt würde die Regierungskoalition aus SPD, Grünen und FDP auf 51 Prozent der Stimmen kommen.

Im Vergleich zum ARD-DeutschlandTrend vom 2. Juni 2022 verlieren CDU und CSU sowie die SPD einen Prozentpunkt. Die Grünen gewinnen zwei Prozentpunkte hinzu. Die AfD kann sich um einen Prozentpunkt verbessern. Die Werte für FDP und Linke bleiben unverändert.

 

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23. Juni

 

Neckarwestheim | Risse

Gemeinsame Pressemitteilung von .ausgestrahlt und Bund der Bürgerinitiativen Mittlerer Neckar e.V. (BBMN)

AKW Neckarwestheim: Korrosion völlig außer Kontrolle

2020: 7 neue Risse, 2021: 17 neue Risse, 2022: 36 neue Risse / Verschleiß des AKW Neckarwestheim beschleunigt sich weiter / Erneute deutliche Zunahme der gefährlichen Korrosion im AKW Neckarwestheim widerlegt alle Sicherheitsbehauptungen

Im von Korrosion betroffenen AKW Neckarwestheim sind bei der aktuellen Jahresrevision 36 neue Risse an sicherheitsrelevanten Rohren entdeckt worden. Hierzu erklären Armin Simon von .ausgestrahlt und Franz Wagner vom Bund der Bürgerinitiativen Mittlerer Neckar (BBMN):
„In der aktuellen Revision des Atomkraftwerks Neckarwestheim sind 36 neue Risse an den Außenseiten der Dampferzeuger-Heizrohre aufgefallen. Seit 2017 sind schon mehr als 300 solcher Risse, die es in der Theorie nie hätte geben dürfen, gefunden worden. Zum Glück ist es bisher nicht zum Auf- oder Abreißen eines Rohres gekommen, aber die Sicherheitsreserven dieser extrem belasteten Rohre des Primärkreislaufs existieren schlicht nicht mehr, wodurch der AKW-Betrieb mindestens seit 2018 gegen geltendes Recht verstößt ...

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Ausbau Windenergie | Windenergie Gesetz

Windenergie-Zubau in Deutschland bleibt weiter zu niedrig - Kritik am Wind-an-Land-Gesetz

Münster - Ziel der Bundesregierung ist es, den Ausbau der Windenergie zu beschleunigen. Bislang kommt davon vor Ort in der Realität noch nichts an. Der Windenergieausbau in Deutschland verharrt auch 2022 bislang auf niedrigem Niveau und auch die jüngste Ausschreibung der Bundesnetzagentur ist wieder stark unterzeichnet.

Für einen schnelleren Ausbau der Windenergie an Land hat die Bundesregierung den Entwurf für ein Wind-an-Land-Gesetz (WaLG) vorgelegt. Der Wirtschaftsverband Windkraftwerke (WVW) kritisiert den Entwurf angesichts des fehlenden Zeitdrucks für die Ausweisung von Flächen scharf. Er fordert ein Vorziehen der Zeitziele, damit das Gesetz bis 2030 zum Ausbau der Windenergie beitragen kann ...

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EU-Kommission | Taxonomie

Mehrheit der Deutschen will nicht, dass die EU Erdgas und Atomkraft als nachhaltig einstuft

Die Mehrheit der Deutschen unterstützt nicht den Plan der EU-Kommission, Erdgas und Atomkraft in der EU-Taxonomie als nachhaltig einzustufen. Eine Umfrage im Auftrag des WWF zeigt, dass nur 22 Prozent der Bürger:innen der Meinung sind, dass die EU Atomkraft als umweltverträglich einstufen sollte. Bei Erdgas sind nur 38 Prozent der Meinung, dass die EU diesem Energieträger ein grünes Label verleihen sollte. Dies steht in klarem Gegensatz zu Solarenergie (92 Prozent) und Windenergie (87 Prozent).

„Die Menschen haben kein Vertrauen in Erdgas und Atomkraft als sichere Energiequellen. Diese fügen Umwelt und Klima Schaden zu. Auch der Finanzmarkt wird eine EU-Taxonomie für nachhaltige Investitionen nicht nutzen können, in der Erdgas und Atomkraft als nachhaltig verklärt werden. Kunden ohne Vertrauen wird das Instrument nicht helfen. Banken und Investoren wollen einen wissenschaftsbasierten Standard für langfristige Investitionsentscheidungen, keinen politisch motivierten. Die ständige politische Geisterdebatte zur Atomkraft ist nur noch ein Bremsklotz für die notwendige Transformation“, sagt Matthias Kopp, Leiter Sustainable Finance beim WWF Deutschland ...

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IndienFreisetzung Radioaktivität

23. Juni 2012 - (INES 1) - Akw Rajasthan, IND

Nach Angaben der IAEO wurde Reaktor 1 im Jahr 2014 nach 10 Jahren Stillstandszeit endgültig außer Betrieb genommen. 5 Reaktoren sind noch in Betrieb und 2 Reaktoren befinden sich seit 2011 in der Bauphase ...

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Im Akw Rajasthan wurden 34 Arbeiter mit Tritium kontaminiert.

Am 2. Februar 1995 entwich radioaktives Helium und schweres Wasser floss in den Rana Pratap Sagar, die Reparaturen dauerten 2 Jahre.

Nuclear Power Accidents

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AtomkraftwerkePlag

Rajasthan

Große Anlage im Nordwesten Indiens mit Altreaktoren

Das Atomkraftwerk Rajasthan befindet sich im gleichnamigen Bundesstaat im Nordwesten Indiens bei Rawatbhata, südwestlich der Stadt Kota.

Am Standort befinden sich sechs Druckwasserreaktoren mit 100 MW, 200 MW und 4 x 220 MW Leistung (Rajasthan-1 bis -6), die von 1972 bis 2010 in Betrieb gegangen sind ...

Zahlreiche Lecks und IAEO-Inspektion

Insbesondere der Reaktor Rajasthan-1 hat eine lange Pannenserie vorzuweisen und müsste schnellstmöglich abgeschaltet werden. Der "Spiegel" schrieb 1988: "Drei Jahre lang blieb das KKW Rapp 1 im Bundesstaat Radschasthan wegen Reparaturarbeiten außer Betrieb, zwischen 1973 und 1981 mußte es über 250mal abgeschaltet werden."

Im Juli 1991 bemalte ein Arbeiter eine Wand versehentlich mit schwerem Wasser; er wusch dabei Pinsel, seine Hände und sein Gesicht mit deuterium- und tritiumhaltigem Wasser und war danach nicht mehr auffindbar.

Im Januar 1992 liefen vier Tonnen schweren radioaktiven Wassers aus ...

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Greenpeace - Suche: Indien

 

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22. Juni

 

Laufzeit | Brennstäbe

Streit zwischen Söder und Scholz:

Mangel an Brennstäben: "Blödsinn" oder nicht?

Russland drosselt die Gaslieferungen. Politiker der Opposition - und nun auch der FDP - erwägen einen Weiterbetrieb deutscher Atomkraftwerke. Wären dafür neue Brennstäbe verfügbar?

Die Debatte um eine verlängerte Nutzung der Atomenergie dreht sich auch um die Frage, ob es genügend Brennstäbe dafür gäbe. Bundeskanzler Olaf Scholz (SPD) sagte, dass die vorhandenen Elemente bis Ende 2022 reichten. CSU-Chef Markus Söder wirft Scholz die Verbreitung falscher Argumente vor. Es sei "fachlicher Blödsinn" zu sagen, es seien keine Brennstäbe zu bekommen.

[...]

Bei entsprechender Priorisierung (ist) eine Neubelieferung innerhalb von 12 Monaten ab Bestellung möglich (…), aber nicht schneller.

Mitteilung Branchenverband Kerntechnik (KernD)

Ein unterbrechungsfreier Betrieb, wie er etwa bei entsprechender Entscheidung bis Mai noch möglich gewesen wäre, ist im kommenden Jahr also nicht mehr gegeben ...

 

IMHO

Um die Lebensdauer der Brennelemente über Dezember 2022 hinaus verlängern zu können, müsste die Leistung der alten Uran-Dampfmaschinen sofort gedrosselt werden, damit das Feuer nicht ausgeht, bevor die neuen Brennelemente einsatzbereit sind. Ein Nullsummenspiel, weniger Strom im Herbst und Winter, dafür ein paar Wochen länger, mit all den bekannten Risiken. Dabei ist unser eigentliches Problem nicht der Strom, was uns fehlt, ist Gas, also Wärmeenergie, und die kommt ohnehin nicht aus den Akws ...

Über was für einen "Blödsinn" möchten die Herrn Laufzeit-Debattierer, dass wir uns den Kopf zerbrechen? Gibt es wirklich nichts Wichtigeres zu besprechen?

Zum Beispiel: Wie bekommen wir möglichst schnell möglichst viel Solarthermie und Photovoltaik auf die Dächer und meinetwegen auch hübsche kleine stromproduzierende Windmühlen in die Gärten? Solarthermie braucht keine Hochtechnologie, keine immer seltener und teurer werdenden Solarstrommodule aus China und jeder Installateur kann solche Anlagen recht schnell errichten, wenn er denn die Zeit und die Mitarbeiter findet ...

Es gibt also genug "Sinnvolles" zu diskutieren und vor allen Dingen zu tun!

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LaufzeitAusstiegs Debatte

Laufzeitverlängerung von Atomkraftwerken:

Und täglich grüßt das AKW

Viele Po­li­ti­ke­r*in­nen versuchen gerade, sich mit der Forderung zu profilieren. Die Debatte über längere Atomlaufzeiten ist Zeitverschwendung.

In letzter Zeit fühle ich mich häufig wie Bill Murray im Film über den Murmeltiertag: Man wacht auf und erlebt immer wieder das Gleiche. Jeden Tag findet sich derzeit ein Politiker oder eine Wissenschaftlerin, die mal wieder den originellen Vorschlag macht, wegen des drohenden Erdgasmangels die verbliebenen drei deutschen Atomkraftwerke nicht wie geplant am Jahresende abzuschalten, sondern länger laufen zu lassen. Und jeden Tag finden sich Zeitungen und Nachrichtensendungen, die ausführlich darüber berichten.

Leider ist die Aufmerksamkeit, die dieses Thema bekommt, umgekehrt proportional zu seiner wirklichen Bedeutung. Denn faktisch vorstellbar ist allenfalls, die Leistung der AKWs in diesem Sommer etwas zu drosseln, um sie dann im kommenden Winter einige Monate länger laufen zu lassen – was aber kaum etwas nützt, weil die Gesamtmenge des Stroms dabei nicht mehr wird ...

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Solarthermie | Photovoltaik

Wann sich was anbietet

Strom oder Wärme? Photovoltaik- und Solarthermie-Anlagen buhlen um den Platz auf Ihrem Dach, bieten aber ganz eigene Vor- und Nachteile.

Sonnenenergie ist neben Windkraft der wichtigste Baustein der Energiewende. Einmal installiert, wandeln die entsprechenden Anlagen jahrzehntelang das Sonnenlicht um und verringern somit die Abhängigkeit von fossilen Energieträgern wie Gas, Kohle und Öl. Doch die meisten Menschen verbinden mit Sonnenenergie inzwischen lediglich die Stromproduktion und vernachlässigen damit einen anderen wichtigen Faktor der Energiewende: eine alternative Wärmeerzeugung abseits von Wärmepumpen.

Dabei können schon kleine Anlagen den Brenner im Keller oder Technikraum über einen längeren Zeitraum im Jahr überflüssig machen. Installationen im einstelligen Quadratmeter-Bereich reichen, um das Brauchwasser auf die benötigte Temperatur zu bringen. Die etwas größeren Anlagen sammeln zusätzlich genug Wärme, damit die Menschen im Frühjahr und Herbst einige Tage ohne Haus-Heizung auskommen – oder an kühlen Mai-Tagen nachts nicht frieren müssen ...

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Meyer Burger | Solarzellen | Solarmodule

Eine Schweizer Firma will das ostdeutsche «Solar Valley» wiederbeleben – eine riskante Wette

Meyer Burger zieht in Ostdeutschland gerade eine riesige Produktion für Solarzellen und Solarmodule hoch. Der Firmenchef und Physiker Gunter Erfurt setzt auf technologischen Vorsprung. Er klingt aber auch wie der Cheflobbyist für eine europäische Industriepolitik, die den Marktkräften «nachhelfen» soll.

Das «Solar Valley» war einst Hoffnungsträger für eine ganze ostdeutsche Region. In Bitterfeld-Wolfen hatten in der DDR noch riesige, umweltverschmutzende Chemiekombinate gestanden. Nach der Wende waren sie nicht mehr konkurrenzfähig, Tausende verloren ihre Arbeit. Immerhin siedelten sich seither neue Unternehmen an, so produziert Bayer jetzt dort sein Aspirin.

Für eine industrielle Renaissance sollte jedoch die Solarindustrie sorgen. In Deutschland wird seit gut zwanzig Jahren die Stromproduktion mit Solarzellen massiv subventioniert. An der Sonnenallee liessen sich nach der Jahrhundertwende denn auch mehrere Solarfirmen nieder, die 3500 Mitarbeitende zählten. Die Konkurrenz aus Asien jedoch schnappte den deutschen Herstellern immer mehr Marktanteile weg, weil sie deutlich günstiger riesige Mengen produzieren konnte. Vor zehn Jahren gingen diverse Firmen bankrott, vom «Solar Valley» blieb wenig übrig.

Nun kommt wieder Leben in die Brachen von Bitterfeld-Wolfen. Q-Cells, das nach der Insolvenz zur deutschen Tochter eines koreanischen Konzerns wurde, baut dort seine Forschung für Solarzellen aus. In unmittelbarer Nachbarschaft hat nun vor einem Jahr die in Zürich kotierte Firma Meyer Burger eine verwaiste Produktionshalle in Betrieb genommen, um dort wieder Solarzellen zu produzieren ...

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LaufzeitAusstieg | Blödsinn

Streit über Atomenergie: Politik führt Scheindebatte

Union und FDP fordern längere Laufzeiten für deutsche Atomkraftwerke und poltern gegen den "fachlichen Blödsinn" der Bundesregierung.

Im Windschatten der Gaskrise flammt in Deutschland eine Diskussion wieder auf, die eigentlich erledigt ist: der Ausstieg aus dem Atomausstieg. Politiker aus Union und FDP fordern eine Kurskorrektur in der Energiepolitik und entfesseln eine Scheindebatte – aber das mit Nachdruck.

[...]

"Auf Atomkraft als Energieträger in der akuten Situation zu verzichten, lässt sich den Bürgern kaum vermitteln", sagte zum Beispiel Lars Feld, der frühere Chef der Wirtschaftsweisen und heutige Wirtschaftsberater von Bundesfinanzminister Christian Lindner (FDP). Schließlich würde sich ein Verzicht auf Atomkraft in höheren Preisen für andere Energieträger niederschlagen.

Lindner nahm seinen Rat offenbar an und stellte am Dienstag klar, dass es bei der Forderung nicht um eine vorübergehende Lösung gehe. Beim Tag der Industrie in Berlin sagte er, es gehe nicht um einen Winter, der überbrückt werden müsse, sondern um die nächsten drei bis fünf Jahre. Deshalb fordere er eine "offene Debatte".

Söder poltert und bekommt Retourkutsche

Beim Tag der Industrie hat sich auch CDU-Chef Friedrich Merz für längere Laufzeiten der drei noch verbliebenen Atomkraftwerke in Deutschland ausgesprochen. Dies sei technisch möglich und juristisch vertretbar, meinte er. Konkreter wurde er allerdings nicht.

Bayers Ministerpräsident Markus Söder (CSU) polterte in bekannter Weise gegen die Bundesregierung. SPD und Grüne wollten aus "reiner Sturheit" am Atomausstieg festhalten, behauptete er. Am Montag sagte er bei einer Pressekonferenz, es sei "fachlicher Blödsinn", wenn Bundeskanzler Olaf Scholz (SPD) behaupte, nicht genug Brennstäbe für den weiteren Betrieb der Atommeiler zu bekommen.

Von den Grünen kam sogleich die Retourkutsche. Ihr Parteivorsitzender, Omid Nouripour, sagte am Montag, er würde es Söder "empfehlen, einmal mit den Zuständigen auch in den Betrieben zu sprechen, bevor er wirklich jenseits aller Fakten Vorschläge macht". Was Söder mache, sei "eindeutig ideologisch und, ehrlich gesagt, hanebüchen" ...

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Russland | Separatisten | Sowjet | Lobbyisten

Wie Russland versucht, ein Separatistengebiet als Staat zu etablieren

Eine Komponistin, ein Anwalt und die russische Botschaft haben in Deutschland ein Lobbynetzwerk gebaut für einen Staat, der keiner ist. Eine Recherche von VICE und t-online.

"Würden Sie gern an einer Wahlbeobachtung teilnehmen?", mit dieser Nachricht beginnt es oft. So schildern es mehrere Abgeordnete. Deutsche Politiker wurden in den vergangenen Jahren in Staaten gelotst, die eigentlich keine echten Staaten sind. Vor allem Abgeordnete der AfD und der Linken waren gefragt – aber auch einige Unionsabgeordnete fallen auf. Sie sollten in Separatistengebiete reisen – das heißt in Regionen, die international nicht als eigenständige Staaten anerkannt sind. Oft behandelt nur Russland diese Gebiete als Staaten. Der Kreml will so in postsowjetischen Nationen seinen Einfluss zurückgewinnen. Die deutschen Politiker dienen als seine Werkzeuge. Sie sollen als vermeintlich unabhängige Beobachter die Wahlen in den oft russlandfreundlichen Separatistengebieten legitimieren. 

Die Reisen führten Parlamentarier aus Bundestag und Landtagen auf die Krim, in die Ostukraine, nach Transnistrien, einen abgespaltenen Teil der Republik Moldau. Und nach Abchasien, einen Teil von Georgien. Abchasien liegt im Kaukasus. Gerade einmal 250.000 Menschen wohnen dort, so viele wie in Aachen. 2008 erklärte das Gebiet seine Unabhängigkeit von Georgien und behauptet diese mit Geld, Waffen und Truppen aus Russland. Abchasien wäre gern ein richtiger Staat. Russland hätte das auch gern. Und einige Menschen in Deutschland arbeiten hart daran, dass dieser Wunsch zur Realität wird ...

 

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21. Juni

 

Strom | Kohle | Klima | CO2

Kohle-"Brücke" reißt das Klima-Budget ein

Gerät Deutschland in eine Gaskrise und ersetzt die bisherige Stromerzeugung aus Erdgas weitgehend durch Kohle, drohen zusätzliche Tonnen an CO2-Emissionen in zweistelliger Millionenhöhe. Das ohnehin knappe deutsche Klimabudget würde voraussichtlich endgültig gesprengt.

Kein Jahr ist es her, da stritt die Politik darüber, ob Erdgas eine "Brücke" in die grüne Energiewelt sein könne. Vor knapp zwei Wochen beschloss das Ampel-Kabinett nun ein Gesetz, das die Kohle de facto zu einer "Brücke" erklärt, die die zurückgehenden russischen Gaslieferungen abfedern und Deutschlands Gasversorgung über den nächsten Winter bringen soll.

Tritt das sogenannte Ersatzkraftwerke-Bereithaltungsgesetz wie geplant nächsten Monat in Kraft, wird es den Gasverbrauch zur Stromerzeugung sofort und erheblich reduzieren, bescheinigen Experten der Regierung.

[...]

Zehn Prozent Gaseinsparung halten Fachleute für keinen Pappenstiel. Der Rückfall zur Kohle ist klimapolitisch allerdings ein Desaster. Allein im Jahr 2023 könnten sich nach den Enervis-Angaben die CO2-Emissionen in der Stromerzeugung um rund 20 Prozent oder 40 Millionen Tonnen erhöhen ...

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LaufzeitUran | Kohle

Die neue Kernkraft-Debatte

Ist eine Laufzeitverlängerung eine Option?

Durch die Gaspipeline Nord Stream 1 kommt weniger Gas nach Deutschland, und die Speicher sind noch bei weitem nicht ausreichend gefüllt. Um Gas für den anstehenden Winter zu sparen und die Speicher schneller zu füllen, werden Forderungen nach einer Verlängerung der Laufzeiten für Atomkraftwerke laut. Theoretisch wäre das zwar möglich - aber so einfach ist es nicht.

Das Uran-Problem

Für den Betrieb von Atomkraftwerken braucht es Brennstäbe aus Uran. Nach einiger Zeit ist so ein Brennstab aber "abgebrannt", also verbraucht, dann liefert er nicht mehr genügend Energie. Die Betreiber der Atomkraftwerke haben mit einem Abschalten Ende dieses Jahres geplant und deshalb keine Brennstäbe auf Lager. Der Chef des deutschen Energiekonzerns RWE, Markus Krebber, sagte ntv: "Wir haben keine Brennstäbe mehr. Die Brennstäbe sind Ende des Jahres aufgebraucht."

Krebber sieht die aktuelle Debatte skeptisch: "Die technischen Hürden, die Brennstoffversorgung, aber auch die rechtlichen und Sicherheitsarchitektur-Fragen, die geklärt werden müssen: Dann kann ich nur davon abraten." Der RWE-Chef machte deutlich, dass zumindest der Stromsektor mit der erhöhten Kohlekraft "für den nächsten Winter sicher aufgestellt" sei ...

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Photovoltaik

Solar-Boom auf deutschen Dächern

In das Stromnetz ist zum Jahresbeginn ein Drittel mehr Solarstrom eingespeist worden. Schon mehr als zwei Millionen Photovoltaikanlagen sind auf Häusern und Grundstücken installiert.

Immer mehr Unternehmen und private Haushalte in Deutschland nutzen Sonnenenergie zur Stromerzeugung. Im März waren auf Dächern und Grundstücken 2,2 Millionen Photovoltaikanlagen mit einer Nennleistung von insgesamt 58.400 Megawatt installiert, wie das Statistische Bundesamt mitteilte. Damit nahm die Zahl der Anlagen im Vergleich zum März des Vorjahres um 10,1 Prozent zu. Die installierte Leistung kletterte um 9,7 Prozent.

Mit diesen Photovoltaikanlagen konnten im ersten Quartal dieses Jahres rund 8,8 Milliarden Kilowattstunden Strom aus Sonnenenergie ins Netz eingespeist werden - gut ein Drittel mehr als im Vorjahreszeitraum ...

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GreenpeaceVerbrenner

Greenpeace: Früherer Verbrenner-Ausstieg spart Deutschland bis zu 177 Mrd. an Energiekosten

Den von EU-Kommission und -Parlament vorgeschlagenen Umstieg auf abgasfreie Autos vorzuziehen, kann die Energiekosten allein in Deutschland um zusätzliche 177 Milliarden Euro senken. Das ist das Ergebnis von Berechnungen von Greenpeace.

Demnächst treffen sich die Umweltminister der EU, um über den Vorschlag von EU-Kommission und -Parlament zu beraten, ab 2035 keine Autos mit Verbrennungsmotor mehr zuzulassen. Greenpeace hat berechnet, wie stark CO2-Ausstoß, Treibstoffverbrauch und Energiekosten zusätzlich sinken können, wenn schon ab 2030 beziehungsweise ab 2028 nur noch Autos ohne Verbrennungsmotor zugelassen werden.

„Ein ambitionierter Ausstiegsplan weg vom Verbrenner entlastet die Menschen bei den Energiekosten, reduziert unsere Abhängigkeit vom Öl und spart CO2“, sagt Greenpeace-Verkehrsexperte Benjamin Stephan. „Gerade der deutsche Verkehrsminister sollte ein frühes Verbrenner-Aus unterstützen. Es würde Volker Wissing enorm helfen, die Klimaziele im Verkehr zu erreichen.“ Wissing (FDP) hat sich klar gegen den EU-Vorschlag für einen Verbrennerausstieg 2035 ausgesprochen ...

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WasserstoffSpeicher

Forscher entwickeln Wasserstoff-Batterie

Chemisches Kreislaufsystem bindet Wasserstoff reversibel und mit hoher Ausbeute

Eine Kombination aus zwei einfachen Chemikalien könnte künftig helfen, Wasserstoff reversibel zu speichern und gleichzeitig Kohlendioxid aufzunehmen. Ein solcher chemischer Wasserstoffspeicher ermöglicht den sicheren Transport und die Lagerung des Energiegases – eine für die Energiewende entscheidende Voraussetzung. Möglich wird die neue Wasserstoff-„Batterie“ durch einen chemischen Kreislauf, bei dem ein Mangankatalysator, Ameisensäure und die Aminosäure Lysin eine Schlüsselrolle spielen.

... Das System kann Wasserstoff mit 93-prozentiger Effizienz als Formiat binden und gibt es zu 99 Prozent wieder ab. Über zehn Zyklen gerechnet liegt die Effizienz für Wasserstoffspeicherung und -freisetzung bei insgesamt mehr als 80 Prozent, wie das Team berichtet. Das beim Entladen dieser Wasserstoff-Batterie wiedergewonnen Wasserstoffgas sei zudem von hoher Reinheit ...

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Atomausstieg Taiwan

21. Juni 2013 - (INES - Klass.!) - Akw Kuosheng, Wanli, TWN

Ein Luftdämpfer im Akw Kuosheng fiel in die Sammelschiene, löste eine Reaktorabschaltung aus.

Nuclear Power Accidents

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AtomkraftwerkePlag

Kuosheng

... Kuosheng-1 hatte eine Betriebsgenehmigung bis Ende 2021, wurde aber Anfang Juli 2021 vorzeitig für immer abgeschaltet, da das Lagerbecken für Brennelemente voll war.

Erdbebengefahr und Störfälle

Das AKW Kuosheng ist nur wenige Kilometer von einem tektonischen Bruch entfernt und deswegen hochgradig von Erdbeben gefährdet. Bei einem Erdbeben der Stärke 7,6 am 21. September 1999 wurden mehrere Reaktoren in Chinshan und Kousheng automatisch abgeschaltet.

Laut einer Seite des "Österreichischen Ökologie-Instituts" wurden 1993 drei Arbeiter erhöhter Strahlung ausgesetzt, als Brennstäbe ins Wasser fielen. Das Ereignis wurde als Vorfall der INES-Stufe 3 eingeordnet.

Am 15. Mai 2001 stellte der Betreiber fest, dass 54 der 157 Kontrollstäbe im Reaktor Kuosheng-2, die die Kernreaktionen kontrollieren und Brennelemente vor Überhitzung schützen sollen, Risse aufwiesen. Der Betreiber prüfte alle Kontrollstäbe derselben Bauart in den anderen AKW ...

 

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20. Juni

 

AssangeKriegsverbrecher

Julian Assange drohen Auslieferung und staatlicher Mord – die Kriegsverbrecher bleiben unbehelligt

Am Freitag gab die britische Innenministerin Priti Patel bekannt, dass sie die Auslieferung des WikiLeaks-Gründers Julian Assange an die Vereinigten Staaten genehmigt habe. Sofort erklärte Assanges Frau Stella Moris, dass seine Familie und WikiLeaks jede Möglichkeit nutzen werden, die Entscheidung juristisch anzufechten.

Sollte Assange ausgeliefert werden, drohen ihm in den USA 18 verschiedene Anklagen aufgrund des Espionage Act und 175 Jahre Haft, weil er Informationen veröffentlicht hat, die die US-Außenpolitik belasten. Dabei haben die amerikanische Regierung und die britischen Gerichte eingeräumt, dass diese Informationen den Tatsachen entsprechen.

[...]

Die Kriegsverbrecher jedoch bleiben unbehelligt und laufen weiter frei herum.

George W. Bush hat über Massenvernichtungswaffen im Irak gelogen; er hat das Blut von einer Million Irakern an den Händen. Aber Demokraten und bürgerliche Medien haben ihn rehabilitiert und behandeln ihn heute als elder statesman der US-Politik.

Tony Blair, der frühere Labour-Premier, der die britische Beteiligung an der Invasion des Irak anordnete und in der Bevölkerung zutiefst verhasst ist – Blair wurde vor kurzem zum Ritter geschlagen.

Die strafrechtliche Verfolgung von Julian Assange ist ein Rachefeldzug gegen einen Journalisten, der imperialistische Lügen aufgedeckt hat. Sie ist auch Teil der Vorbereitung auf neue und noch größere Verbrechen ...

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LaufzeitErdgas | Strom

Laufzeitverlängerung für Atomkraftwerke: Die Politik führt eine Scheindebatte

Eine Verlängerung der Akw-Laufzeiten ist laut Meinung der Experten technisch gar nicht zu machen. Trotzdem führt die Politik eine endlose Diskussion.

Immer wieder bringen einzelne Politiker eine Rückkehr der Atomkraft in Deutschland ins Spiel. Und immer wieder erteilen alle Entscheidungsträger ihnen eine Absage: das Bundesumweltministerium aus Sicherheitsgründen, das Wirtschaftsministerium aus Genehmigungsgründen und die Betreiber aus praktischen Gründen.

Was die Atomkraftbefürworter verstehen sollten, ist Folgendes: Es gibt derzeit noch drei Anlagen hierzulande, die aktuell elf Prozent der deutschen Stromversorgung stellen. Sicher, damit könnte man die rund 16 Prozent Erdgasanteil am Strom zu einem großen Teil ersetzen. Ganz so einfach ist das aber nicht.

Die Brennelemente könnten wohl noch ein paar Monate Strom über das Ende des Jahres hinaus liefern, im Frühjahr aber wäre der Brennstoff spätestens aus. Die Unternehmen haben angesichts des Ausstiegsplans keinen Vorrat. Neue Brennelemente müssten also erst beschafft werden. Einer der Hauptlieferanten auch hier: Russland ...

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GasKohle | Strom

Kohle soll Gasverbrauch reduzieren: So reagiert die Industrie auf Habecks Plan

Die Gasspeicher werden aufgefüllt – doch das genügt nicht, um reduzierte Russland-Lieferungen auszugleichen. Wirtschaftsminister Habeck setzt auf die Industrie.

Die Kohlekraftwerke in Deutschland sollen eine Schlüsselrolle spielen, um drohende Gasknappheit im Winter auszugleichen. Die Industrie unterstützt Pläne von Wirtschaftsminister Robert Habeck (Grüne), angesichts der Drosselung russischer Gaslieferungen den Gasverbrauch zu senken. "Wir müssen den Verbrauch von Gas so stark wie möglich reduzieren, jede Kilowattstunde zählt", sagte Industriepräsident Siegfried Russwurm gegenüber dpa: "Priorität muss sein, die Gasspeicher zu füllen für den kommenden Winter." Die Energiewirtschaft erklärte, dass Kohlekraftwerke bereitstünden.

Der Chef der Bundesnetzagentur, Klaus Müller, sagte dem Tagesspiegel zum Plan, bei der Stromerzeugung übergangsweise verstärkt auf Kohlekraftwerke zu setzen, dies sei klimapolitisch keine leichte Entscheidung: "Um den Gasverbrauch bei der Stromerzeugung zu reduzieren, ist das aber notwendig." ...

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Geothermie | Heizen

Immer verfügbar, klimaneutral – aber kaum genutzt

Mit Geothermie könnte Deutschland unabhängiger heizen, kühlen, Strom erzeugen. Die Energiewende braucht die Wärme aus dem Boden. Über Vorteile und Risiken der Technologie

Ein Großteil der Energie wird in Deutschland fürs Heizen gebraucht und zu fast 70 Prozent mit fossilen Brennstoffen erzeugt – allem voran mit russischem Erdgas. Seit dem Krieg gegen die Ukraine will Deutschland nun so schnell wie möglich ohne das Gas auskommen. Könnte Geothermie Teil der Lösung sein? Ihr Potenzial auszuschöpfen, das forderten kürzlich mehrere Verbände in einem gemeinsamen Positionspapier. Die Erdwärme ließe sich fast überall nutzen ...

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Bürgerstrom | erneuerbarEnergy Sharing | Strompreis

Bürgerkraftwerk und Energy Sharing

Die Stromrebellen aus dem Schwarzwald

Die Energiewende macht‘s möglich: Menschen können sich in großen Gruppen zusammenschließen, um eigenen Strom zu produzieren, zu verbrauchen, zu handeln und zu speichern. Studien bescheinigen dem Energy Sharing großes Potenzial, aber es hakt noch im politischen Bereich. Im badischen Schönau arbeiten 25 Bürger und eine Energiegenossenschaft in einem Pilotprojekt zusammen. Es nennt sich Rebellenkraftwerk.

... Die Energiewerke Schönau (EWS) im Schwarzwald, eine 1991 aus einer Bürgerinitiative gegen Atomenergie gegründete Genossenschaft, zählen zu den Vorreitern solcher Lösungen in Deutschland. 2017 startete hier im äußersten Südwesten der Bundesrepublik das Modellprojekt „Virtuelles Bürgerkraftwerk“. Im moderneren EWS-Slang heißt es „Rebellenkraftwerk“ ...

... Die 25 Teilnehmer, zu denen Walter Falger zählt, sind Geigenbauer, Demeter-Landwirte, Sozialarbeiter, IT-Experten, Hausfrauen, Sänger, ganz Junge und Ältere. Der 31-jährige Frederik Penski betreut für die EWS die Gruppe, die sich regelmäßig zu Workshops trifft, als Projektingenieur. Worum geht es ihm? „Unser Anspruch ist, dass jeder über seinen eigenen Stromverbrauch hinaus an den Verbund denkt und darüber gemeinsamer Nutzen entsteht.“ ...

... Im Schönauer Rebellenkraftwerk bringen die Mitglieder Photovoltaikanlagen, Blockheizkraftwerke, unterschiedliche Batteriesysteme, Elektroautos und Wärmepumpen ein. „Je diverser das System ist, desto besser funktioniert die Eigenversorgung“, sagt Frederik Penski ...

 

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19. Juni

 

DesinformationPressefreiheit

„Starkes Signal der Einigkeit“

G7-Medienminister kündigen Zusammenarbeit bei Pressefreiheit an

Nach dem Treffen der G7-Medienminister haben sich die Mitgliedsstaaten am Sonntagabend für eine Zusammenarbeit im Erhalt der Presse- und Meinungsfreiheit ausgesprochen. So wolle man gemeinsam im Kampf gegen Desinformation arbeiten und den Erhalt einer freien Presse absichern.

Bonn. Die G7-Staaten wollen gemeinsam mehr Anstrengungen für den Erhalt der Presse- und Meinungsfreiheit und gegen Desinformation unternehmen. Medienminister der westlichen Industrienationen verabschiedeten am Sonntag bei einem Treffen in Bonn ein entsprechendes Communiqué. Dazu zählen perspektivisch ein gemeinsamer Weg, wie man mit Falschinformationen wirksam umgeht. Auch wolle man gegen staatlich betriebene Zensur und Einschränkungen von freier Presse vorgehen. Marktregeln mit Blick auf große, dominante Plattformen sollen ebenso gemeinsam erörtert werden.

Zu den G7 gehören neben den USA und Deutschland auch Japan, Großbritannien, Frankreich, Italien und Kanada. Das Treffen der G7-Medienminister fand rund eine Woche vor dem großen G7-Gipfel im bayerischen Elmau statt. Es ist nach eigenen Angaben das erste Mal gewesen, dass Medienpolitik als selbstständiges Themenfeld bei einem solchen Treffen behandelt wurde.

Der kanadische G7-Vertreter Pablo Rodriguez verwies auf die Gefahr von Hass im Internet. „Online-Hass ist echter Hass“, sagte er. Die deutsche Medienstaatsministerin Claudia Roth (Grüne) sagte, das Communiqué sei auch ein Signal für die Verteidigung der freien Medienordnung. Desinformation sei zu einer Waffe geworden, hieß es auch unter dem Eindruck des russischen Angriffskriegs auf die Ukraine. Man wolle sich stärker für den Schutz von gefährdeten Journalistinnen und Journalisten einsetzen ...

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Kasachstan | Atomwaffenverbot

Wegen Ukraine-Krieg

Kasachstan fordert Vernichtung aller Atomwaffen

Gerade erst ist Kasachstans Präsident Tokajew sanft auf Distanz zu Russlands Angriffskrieg in der Ukraine gegangen, da legt sein Außenminister nach. Dieser fordert einen Plan zur Abrüstung aller Atomwaffen auf dem Planeten - und begründet dies auch mit dem "militärischen Konflikt" in der Ukraine.

Die Führung der Ex-Sowjetrepublik Kasachstan in Zentralasien hat vor dem Hintergrund des Ukraine-Kriegs dazu aufgerufen, bis 2045 weltweit alle Atomwaffen zu vernichten. "Der derzeitige militärische Konflikt auf dem Gebiet der Ukraine, die Gespräche über die atomare Wiederbewaffnung und gegenseitige Drohungen über die Anwendung der Atomwaffen, zwingen uns mehr als je zuvor dazu, darüber nachzudenken, wie verwundbar die Menschheit und wie dringend nötig ein Verbot und die Vernichtung dieser tödlichen Waffe ist", schrieb der kasachische Außenminister Muchtar Tleuberdi in einem Artikel, der auf der Webseite der Tageszeitung "Liter" erschien ...

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19. Juni 1961 - (INES 3 | NAMS 4) - Sellafield, GBR

Durch ein Leck in einem Verdampfer wurde plutoniumhaltige Flüssigkeit in das Kühlwasser freigesetzt.

Nuclear Power Accidents

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Wikipedia

Sellafield

Seit den späten 1940er Jahren und der Inbetriebnahme von Windscale/Sellafield wurden etwa 20 mehr oder weniger schwere Zwischenfälle gemeldet, bei denen Radioaktivität freigesetzt wurde. Die im täglichen Betrieb anfallenden nuklearen Abfälle werden in großen Mengen in flüssiger Form über eine Pipeline in die Irische See eingeleitet ...

 

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18. Juni

 

mobil | Solar | Wasserstoff

Mobiles Wasserstoff-Solar-Kraftwerk: Anhänger liefert grünen Strom rund um die Uhr

Die US-Firma Sesame Solar stellt ein mobiles Mini-Kraftwerk vor, das mit Hilfe von Sonnenenergie "grünen" Wasserstoff ohne Treibgasausstoß produziert. Das gab es laut Hersteller in dieser Form noch nie.

Der je nach Ausstattung unterschiedlich lange und etwas 120.000 US-Dollar teure Anhänger ist schnell überall auf der Welt einsetzbar, kann mit einem Gabelstapler oder sogar Hubschrauber bewegt oder verladen werden. Im Stand entfalten sich die auf dem Dach angebrachten Solarzellen elektrisch. Das Setup soll von Einzelpersonen binnen 15 Minuten einsatzfähig gemacht werden können ...

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Mieterstrom | Solar | Strompreis

Wie Start-ups Solarstrom in Mehrfamilienhäuser bringen wollen

Das Potenzial für sogenannte Mieterstromanlagen ist riesig – doch hohe technische und rechtliche Anforderungen bremsen den Markt. Spezialisierte Tech-Unternehmen greifen Immobilienbesitzern nun unter die Arme. Die Nachfrage wächst.

Die Dacharbeiten sollen die Energiebilanz der Gebäude verbessern – und für niedrigere Stromkosten sorgen: Im Februar hat das Düsseldorfer Immobilienunternehmen Rheinwohnungsbau angekündigt, 150 seiner Gebäude im Stadtgebiet mit Fotovoltaikanlagen auszurüsten. Die insgesamt 1300 Mietparteien können ihren Strom dann wahlweise vom eigenen Dach beziehen. Das soll nicht nur nachhaltiger, sondern auch um mindestens zehn Prozent günstiger als im Tarif des Grundversorgers sein.

Hinter dem Angebot steht Einhundert Energie. Das Start-up hat sich darauf spezialisiert, Fotovoltaik-Anlagen auf Mietshäuser zu bringen. Deutschlandweit haben die Kölner eigenen Angaben zufolge bisher Anlagen für mehr als 360 Mehrfamilienhäuser umgesetzt. Das Düsseldorfer Projekt ist besonders umfangreich: Einhundert Energie pachtet die Dachfläche, finanziert und installiert die Solarmodule und kümmert sich um die Abrechnung mit den Mietern. „Wir halten den Aufwand für Immobilienunternehmen so gering wie möglich“, sagt Gründer Ernesto Garnier ...

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18. Juni 1999 - (INES 2) - Akw Shika, JPN

AtomkraftwerkePlag

Shika

... Im Juni 1999 verrutschten an der Einheit Shika-1 drei von 89 Kontrollstäben von ihren normalen Positionen, wobei eine unkontrollierte Kettenreaktion bei der Kernspaltung ausgelöst wurde. Dieses Ereignis, das der Betreiber bis 2007 verheimlichte, wurde schließlich als Störfall der INES-Stufe 2 klassifiziert. Der Reaktor war deshalb von März 2007 bis Mitte Mai 2009 abgeschaltet. Der Vorfall wurde auf einen Fehler in einem Handbuch zurückgeführt ...

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18. Juni 1988 - (INES - Klass.!) - Akw Tihange-1, BEL

Am 18. Juni 1988 kam es während des Betriebs des Druckwasserreaktors zu einem plötzlichen Leck in einem kurzen, nicht isolierbaren Abschnitt der ECCS-Rohrleitung (Emergency Core Cooling System). Die Leckrate lag in der Größenordnung von 1.300 Litern pro Stunde ...

Nuclear Power Accidents

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AtomkraftwerkePlag

Tihange

Am 18. Juni 1988 wurde ein Leck im Notkühlsystem des Reaktorkerns entdeckt.

Der gefährlichste Störfall, klassifiziert mit der INES-Stufe 2, ereignete sich 2002: Aufgrund eines versehentlich geöffneten Ventils kam es im AKW Tihange zu einem Druckabfall im Primärkreislauf und zum Verdampfen von Kühlwasser. Wenn die Sicherheitssysteme nicht reagiert hätten, hätte daraus eine Kernschmelze resultieren können.

2010 liefen 600 Liter Säure aus und verseuchten die Maas. Jahre lang liefen aus einem Brennelementelager zwei Liter radioaktives Wasser täglich aus; die Ursache dafür wurdebis 2013 nicht gefunden. Das AKW liegt zudem in erdbebengefährdetem Gebiet ...

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18. Juni 1982 - (INES - Klass.!) - Akw Oconee, SC, USA

AtomkraftwerkePlag

Oconee

... Am 18. Juni 1982 wurde das Kühlsystem von Oconee-2 beschädigt.

Im August 1997 belegte die NRC den Betreiber mit einem Bußgeld in Höhe von 330.000 US-Dollar, nachdem Risse in Leitungen des Emergency-Makeup-Systems entdeckt wurden.

Erst 2011 wurde entdeckt, dass ein 1983 installiertes Notkühlsystem für einen Oconee-Reaktor nie funktionsfähig gewesen war ...

 

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Aktuelles+ 18. Juni

 

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AssangeAktivistPressefreiheit

Fall Assange: "Schwarzer Tag für die Pressefreiheit"

Britische Innenministerin erlaubt Auslieferung an USA. Wikileaks und Familie kündigen Intensivierung der Kampagne zur Befreiung des Journalisten an

Großbritanniens Innenministerin Priti Patel hat am Freitagnachmittag die Auslieferung des Wikileaks-Mitbegründers Julian Assange in die USA genehmigt. Die Enthüllungsplattform, Familie und Anwälte des Journalisten kündigten umgehend an, gegen die Entscheidung vor dem Obersten Gericht Berufung einzulegen.

Der Fall war im vergangenen Monat dem Innenministerium in London zugeleitet worden, nachdem der Oberste Gerichtshof entschieden hatte, dass Zusicherungen der US-Behörden zu Assanges wahrscheinlicher Behandlung in US-Haft keiner weiteren Prüfung bedürfen.

Kurz nachdem Patel nun grünes Licht zur Auslieferung an die USA gab, veröffentlichte Wikileaks eine Erklärung, in der eine Berufung angekündigt wird. Darin heißt es im Wortlaut:

Dies ist ein schwarzer Tag für die Pressefreiheit und für die britische Demokratie. Jeder in diesem Land, dem das Recht auf freie Meinungsäußerung wichtig ist, sollte sich zutiefst schämen, dass die Innenministerin die Auslieferung von Julian Assange an die Vereinigten Staaten genehmigt hat, an das Land also, das seine Ermordung geplant hat.

Julian hat nichts falsch gemacht. Er hat kein Verbrechen begangen und ist kein Krimineller. Er ist Journalist und Verleger, und er wird dafür bestraft, dass er seine Arbeit gemacht hat.

Es lag in der Macht von Priti Patel, das Richtige zu tun. Stattdessen wird sie für immer als Komplizin der Vereinigten Staaten in Erinnerung bleiben, die den investigativen Journalismus also kriminelles Unternehmen verfolgen wollen.

Ausländische Gesetze bestimmen nun die Grenzen der Pressefreiheit in diesem Land, und der Journalismus, der die renommiertesten Preise der Branche gewonnen hat, wurde als auslieferungsfähiges Vergehen eingestuft, das eine lebenslange Haftstrafe verdient.

Der Weg zu Julians Freiheit ist lang und beschwerlich. Der heutige Tag ist nicht das Ende des Kampfes. Es ist nur der Beginn eines neuen juristischen Kampfes. Wir werden vor Gericht in Berufung gehen, die nächste Berufung wird vor dem Obersten Gerichtshof stattfinden.
Wir werden lauter und lauter protestieren, wir werden uns organisieren und wir werden Julians Geschichte überall bekannt machen.

Täuschen sie sich nicht: Dies war immer ein politischer Fall. Julian hat Beweise dafür veröffentlicht, dass das Land, das seiner habhaft werden will, Kriegsverbrechen begangen und diese vertuscht hat, dass es gefoltert und verschleppt hat, dass es ausländische Beamte bestochen hat und dass es gerichtliche Ermittlungen zu US-Unrecht manipuliert hat.

Der Rachefeldzug mündet nun in dem Versuch, ihn für den Rest seines Lebens in den dunkelsten Winkeln ihres Gefängnissystems verschwinden zu lassen, um andere davon abzuhalten, Regierungen zur Rechenschaft zu ziehen.

Das werden wir nicht zulassen. Julians Freiheit bedeutet unser aller Freiheit. Wir werden dafür kämpfen, dass Julian zu seiner Familie zurückkehren kann und dass wir alle unser Recht auf freie Meinungsäußerung wiedererlangen.

Die britische Tageszeitung Guardian geht davon aus, dass Assanges Anwälte sich im Berufungsverfahren auf das Recht auf freie Meinungsäußerung stützen werden. Wahrscheinlich werde zudem der politische Charakter des Auslieferungsantrags fokussiert.

Patel hatte prüfen lassen, ob das Auslieferungsersuchen der USA die rechtlichen Voraussetzungen erfüllt. Dies beinhaltete die Zusicherung, dass von der in den USA praktizierten Todesstrafe abgesehen wird. Menschenrechtler ziehen diese Zusicherungen jedoch in Zweifel.

Assange, der sich seit Jahren gegen seine Auslieferung an die USA wehrt, sitzt derzeit im Hochsicherheitsgefängnis Belmarsh in London ein. Auf einer Pressekonferenz in der britischen Hauptstadt sagte seine Frau, Stella Assange, am gestrigen Freitag:

Wir sind noch nicht am Ende des Weges. Wir werden weiterkämpfen. Wir werden jeden möglichen Weg beschreiten. Ich werde jede wache Stunde nutzen, um für Julian zu kämpfen, bis er frei ist und bis der Gerechtigkeit Genüge getan ist.

Assanges Rechtsstreit hatte im Jahr 2010 begonnen, als Wikileaks zahlreiche US-amerikanische Regierungsdokumente veröffentlichte. Publiziert wurden auch mehr als 250.000 diplomatische Drahtberichte.

Zahlreiche der Dokumente und Informationen erscheinen in führenden internationalen Medien wie der britischen Tageszeitung Guardian, der US-Tageszeitung New York Times und dem deutschen Nachrichtenmagazin Spiegel. Die US-Justiz leitete daraufhin strafrechtliche Ermittlungen gegen die Verantwortlichen der Leaks ein.

Ebenfalls im Jahr 2010 wurde gegen Assange ein Haftbefehl aufgrund angeblicher sexueller Übergriffe in Schweden erlassen. Die britische Justiz erlaubte eine Auslieferung an Schweden.

Assange, der erfolglos eine Zusicherung verlangt hatte, von Schweden nicht an die USA ausgeliefert zu werden, flüchtete sich daraufhin im August 2012 in die ecuadorianische Botschaft in London. Die damalige Regierung des südamerikanischen Landes gewährte ihm in den geschützten Räumen der Botschaft politisches Asyl.

Mittlerweile hat die schwedische Justiz die Anklagen fallengelassen. Beobachter wie der ehemalige UN-Sonderberichterstatter zum Thema Folter, Nils Melzer, bezeichnen sie ohnehin als haltlos.

Nach einem Regierungswechsel in Ecuador wurde Assange 2019 in den Räumen der Botschaft von der britischen Polizei festgenommen. Das Vorgehen wurde mit dem Umstand begründet, dass er seine Kaution nicht bezahlt hatte. Kurz nach seiner Inhaftierung wurde das Auslieferungsverfahren an die USA eingeleitet.

Assanges Bruder Gabriel kündigte am Freitag an, die Berufung werde neue Informationen enthalten, die bisher nicht vor Gericht gebracht wurden. Dazu gehörten Informationen über Pläne, Julian Assange zu ermorden. In diese Pläne sei der US-Auslandsgeheimdienst CIA verstrickt gewesen. (Christian Kliver)

 

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Hintergrundwissen

 

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reaktorpleite.de

 

Karte der nuklearen Welt:

Immer mehr Staaten auf der ganzen Welt unterdrücken die Pressefreiheit ...

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Die interne Suche:

Pressefreiheit

brachte u.a. folgende Ergebnisse:

 

11. März 2022 - Es ist Krieg – Was dürfen Medien zeigen?

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Aktuelles+ 31. März 2021 - Deutschland gewährt Politisches Asyl für Julian Assange und Edward Snowden!

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Nukleare Welt - Lobbyisten der Atomindustrie

 

 

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YouTube-Kanal - Reaktorpleite

 

ARD - Monitor - StudioM - 57:59

Der Fall Julian Assange

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arte Doku - 00:01:54 - Ausschnitt aus "Wy We Fight - Amerikas Kriege"

US-Präsident Dwight D. Eisenhower: Warnung vor dem militärisch-industriellen Komplex

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arte Doku - 01:38:43

Doku: Why We Fight - Amerikas Kriege - Der militärisch-industrielle Komplex

 

Wird in einem neuen Fenster geöffnet! - YouTube-Kanal "Reaktorpleite" Playlist - Radioaktivität weltweit ... - https://www.youtube.com/playlist?list=PLJI6AtdHGth3FZbWsyyMMoIw-mT1Psuc5Playlist - Radioaktivität weltweit ...

In dieser Playlist finden sich über 150 Videos zum Thema

 

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Ecosia

Diese Suchmaschine pflanzt Bäume!

 

Stichwortsuche: Pressefreiheit

https://www.ecosia.org/search?q=Pressefreiheit

 

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Reporter ohne Grenzen

 

Pressefreiheit - warum?

Informationen sind der erste Schritt zu Veränderungen – deshalb fürchten nicht nur autoritäre Regierungen eine freie und unabhängige Berichterstattung.

Wo Medien nicht über Unrecht, Machtmissbrauch oder Korruption berichten können, findet auch keine öffentliche Kontrolle statt, keine freie Meinungsbildung und kein friedlicher Ausgleich von Interessen.

Pressefreiheit ist die Basis einer demokratischen Gesellschaft.

„Jeder Mensch hat das Recht auf freie Meinungsäußerung; dieses Recht umfasst die Freiheit, Meinungen unangefochten zu vertreten sowie Informationen und Ideen mit allen Kommunikationsmitteln ohne Rücksicht auf Grenzen zu suchen, zu empfangen und zu verbreiten.“ Artikel 19 der "Allgemeinen Erklärung der Menschenrechte" der Vereinten Nationen (Dezember 1948).

 

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Wikipedia

 

Pressefreiheit

Pressefreiheit, genauer die äußere Pressefreiheit, ist das Recht von Einrichtungen des Rundfunks, der Presse und anderer Medien auf ungehinderte Ausübung ihrer Tätigkeit, vor allem auf die staatlich unzensierte Veröffentlichung von Nachrichten und Meinungen.

Die Presse- oder Medienfreiheit soll die Informationsfreiheit, die freie Meinungsbildung und -äußerung, die pluralistische Meinungsvielfalt und damit die demokratische Willensbildung sowie die Transparenz und Kontrolle der Politik durch die Öffentliche Meinung gewährleisten.

Die Idee der Freiheit speziell der Nachrichten- und Meinungspresse wurde insbesondere in der Zeit der Aufklärung entwickelt.

In Deutschland gewährleistet Artikel 5 des Grundgesetzes für die Bundesrepublik Deutschland die Pressefreiheit gemeinsam mit der Meinungsfreiheit, der Rundfunkfreiheit und der Informationsfreiheit. Details zu Rechtsfragen regelt heute das Medienrecht, speziell das Presserecht ...

 

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Newsletter XXIV 2022 - 10. bis 17. Juni | Zeitungsartikel 2022

 

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