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Die Reaktorpleite - THTR 300

Der Thorium Hochtemperaturreaktor in Hamm-Uentrop, Schmehausen

Atomkraftwerk mit 300 MW Leistung

von Werner Neubauer

Der THTR in Hamm-Uentrop, Schmehausen wurde 1989 abgeschaltet, weil die Betreibergesellschaft, HKG - Hochtemperatur Kernkraftwerk GmbH, den Reaktor nicht in den Griff bekam und die wirklich großen Probleme, wie z.B. die Kontaminierung der Umwelt am 04. Mai 1986, versuchte 'unter den Teppich zu kehren' (siehe: 'Der Störfall' in Geschichte).

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Hier, gleich zu Beginn, möchte ich ein paar Videos und TV-Beiträge zum Thema empfehlen. Ganz hervorragend finde ich z.B. das:

YouTube-Video

Uran - ein Metall wird zur Bombe - Teil 1 -  (arte, 2016, 00:51:55) - https://www.youtube.com/watch?v=xy2okUKQBSQUran - ein Metall wird zur Bombe
- Teil 1
- (arte, 2016, 00:51:55)

Dieses Video, präsentiert von dem Physiker Dr. Derek Muller ist sehr informativ, anschaulich und professionell gemacht. Die Geschichte des Uran wird spannend und umfassend erzählt, vom Anfang bis in unsere heutige Zeit!

Der zweite Teil dieses Videos wird automatisch abgespielt, wenn man 'YouTube' am Ende des ersten Teils einfach machen lässt.

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Sicherheitsprobleme, wie sie am 04.05.1986 im THTR und nur wenige Tage zuvor am 26.04.1986 im Akw Tschernobyl, mit weit schwerer wiegenden Folgen, sichtbar wurden, kann der aufmerksame Beobachter heute, Jahrzehnte später, bei Atomanlagen weltweit sehen (siehe: 'Aktuelles').

Seit Mitte der 1940er Jahre wird massiv, von Menschen erzeugte, radioaktive Strahlung freigesetzt: INES - Die internationale Bewertungsskala - Liste der weltweiten Atom-Störfälle. Aus diesen und anderen Daten entstand:


- Die Karte der nuklearen Welt -

Die Karte der atomaren Welt - Google Maps! - Stand der Bearbeitung bei der Veröffentlichung am 23.08.2015Die Karte der atomaren Welt - Google Maps! -  Stand der Bearbeitung am 25.11.2016Vom Uranabbau und der Verarbeitung, über die Atomforschung, den Bau und Betrieb von Atomanlagen inklusive der Störfälle in Atomkraftwerken, bis hin zum Umgang mit Uranmunition, Kernwaffen und Atommüll.

- Weltweit, beinahe, alles auf einen Blick mit Google Maps -


Die systematische Vorgehensweise sogenannter 'Verantwortlicher' im Umgang mit Problemen und deren Vertuschung funktioniert dabei - weltweit - immer recht ähnlich.

Daher können die Erfahrungen, die wir Gegner des THTR im beschaulichen Hamm seit den 1970er Jahren gesammelt haben durchaus hilfreich sein, um auch 50 Jahre später noch tiefere Einblicke in aktuelle Ereignisse - weltweit - zu ermöglichen.

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Das betrifft natürlich nicht nur die Projekte der Atomindustrie

Scherz am Rande und völlig neben dem Thema; aber da fällt mir doch gerade der inzwischen gar nicht mehr so neue Berliner Flughafen BER ein, die Elbphilharmonie in Hamburg und Stuttgart 21 etc. ...

All diese Projekte haben eines gemeinsam, es wurden und werden fast ausschließlich, aber dafür reichlich, Steuergelder verbrannt. Verantwortlich ist immer der gleiche: Keiner!

Die Atomindustrie ist aber etwas Besonderes

Hier geht es nicht allein um Schusseligkeiten, Dusseligkeiten, Korruption, Gier, Pfusch am Bau und die Verschwendung von Steuergeldern - es geht um radioaktive Strahlung bzw. deren unberechenbaren, langfristigen Folgen für das Leben auf diesem Planeten schlechthin.

Was also ist radioaktive Niedrigstrahlung und was sind deren Folgen? Radioaktive Niedrigstrahlung sammelt sich völlig unbemerkt im lebenden Organismus und bewirkt auf die Dauer die gleichen Symptome der Strahlenkrankheit wie eine kurzzeitige, massive Verstrahlung!

Die einschlägigen Veröffentlichungen von Andrej Sacharow (1958) und Prof. Ernest J. Sternglass (1977) sowie etliche neuere Studien zu diesem Thema sind der breiten Öffentlichkeit nicht wirklich bekannt gemacht, bzw. aus dem öffentlichen Bewusstsein erfolgreich verdrängt worden.

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Die alltäglichen Probleme der Atomindustrie

Besondere Beachtung verdienen die folgenden Punkte:

1. Die Lebenslüge der Atomindustrie

1943 begann in den USA, im Rahmen des Manhattan-Projekt, der Bau des Nuklearkomplexes Hanford Site. Hier wurde das Plutonium für den ersten Nuklearwaffentest 'Trinity' und für 'Fat Man', die Nagasaki-Atombombe produziert und hier fand im Dezember 1949 das wahnsinnige Experiment 'Green Run' statt. Heute ist dieses riesige Gelände im Staate Washington die am schlimmsten verseuchte Gegend in den USA.

Die Kosten für solche und ähnliche Atomanlagen waren schon damals gigantisch und hätten das Militärbudget einer jeden Regierung explodieren lassen. Also mussten die Kosten zukünftig gesenkt werden, was aber aus guten Gründen (u.a. Sicherheit), nur sehr begrenzt möglich war. Dagegen ist es aber 'business as usual', Kosten auf verschiedene Haushaltsposten zu verteilen.

Also wurden fortan 'Nuklearforschung und -Entwicklung' aus verschiedensten Quellen gespeist. Die öffentlichen Haushalte, sowohl die nationalen als auch die regionalen, die Bereiche Bildung, Gesundheit, Wirtschaft, Energie und Verteidigung etc., alle trugen und tragen ihren Teil dazu bei (siehe dazu in: Geschichte - Es gibt keine friedliche Nutzung der Atomenergie!).

Über das Einwerben sogenannter 'Drittmitteln' wurden auch andere Interessenten eingebunden. Da kannte schon damals die Kreativität keine Grenzen und die Finanzierung der Atomforschung wurde immer undurchschaubarer.

Die Atomindustrie wurde schon Mitte des 20. Jahrhunderts 'too big to fail'.

Seither war und ist auch jede angeblich rein zivile Kernforschung in erster Linie eine militärische Angelegenheit. Die Atomforscher sind den Wünschen und Forderungen der Militärs unterworfen und Forscher, die Reaktorlinien erforschen wollten, die kein waffenfähiges Material (angereichertes Uran oder Plutonium) ausbrüten, bekamen keine Chance.

Denn Eines war den Strategen schon damals völlig klar:

Atomkraftwerke allein zur Stromproduktion machen ökonomisch einfach keinen Sinn: Zu gefährlich, zu teuer und damit nicht konkurrenzfähig. Nur wenn Material für die Bombe hergestellt wird, rechnet sich der imense Aufwand.

Das militärische Budget muss nur moderat erhöht werden und die Bürger zahlen klaglos einen großen Teil der Atombomben-Produktion über ihre Stromrechnung.

2. Die Anfälligkeit der Anlagen durch Fehleinschätzungen bei der Planung und Schlamperei am Bau

1988 waren es u.a. die Bolzen beim THTR - gut 20 Jahre später die Dübel in Brunsbüttel und 25 Jahre später fehlte es der Tsunami-Schutzmauer in Fukushima an ein paar Metern Höhe.

Naturkatastrophen, wie z.B. das Tōhoku-Erdbeben 2011 in Japan, sind nicht exakt vorhersehbar. Genauso wenig wie große Feuer in Los Alamos/New Mexico, Hochwasser in Nebraska, oder Erdbeben im Osten der USA. Aber derartige Naturereignisse können vorkommen und hätten bei der Planung solch gefährlicher Anlagen genauso berücksichtigt werden müssen, wie die ungeheuren Kräfte z.B. durch extreme Temperaturschwankungen und zersetzende Strahlung, der die verbauten Materialien besonders in Atomanlagen ausgesetzt sind.

3. Störungen beim Betrieb der Anlagen ausgelöst durch Bedienungsfehler

In Tschernobyl am 26. April 1986 ebenso wie beim Störfall am 4. - 5. Mai 1986 im THTR in Hamm-Uentrop und an vielen anderen Orten weltweit. Siehe dazu auch 'INES und die Liste der Störfälle' sowie die hübsch anzuschauende: Karte der nuklearen Welt

4. Mobbing interner Mahner in öffentlichen Forschungseinrichtungen und in den Betrieben der Atomindustrie.

Die internen Kritiker werden erst gemobbt, dann kaltgestellt und es wird konsequent versucht sie mundtot zu machen. In den USA ist der wohl bekannteste Fall, der 'Vater der Atombombe' Robert Oppenheimer, in der UDSSR, der 'Vater der Zar-Bombe' und spätere Nobelpreisträger Andrej Sacharow. Bei uns in Deutschland sind es: Dr. Klaus Traube, Dr. Rainer Moormann, Dr.-Ing. Thilo Scholz. Alle diese Leute haben in der Atomforschung gearbeitet und kannten die Probleme aus eigener Erfahrung. Rund um das internationale Atomgeschäft ist eine Omertà-Kultur entstanden und hat sich mit der Zeit immer mehr verfestigt. Eine Kultur des Schweigens, die eine unvoreingenommene, ergebnisoffene Forschung unmöglich macht und den sicheren Betrieb der nuklearen Anlagen massiv in Frage stellt.

5. Die Informationspolitik der Betreiberfirmen

So beredt wie die THTR Betreibergesellschaft HKG im Mai 1986 schwieg, so freimütig, nichtssagend und ohne Unterlass, plapperten deren Unternehmenssprecher und Lobbyisten in den folgenden Monaten und Jahren. Sie versuchten die Probleme klein zu reden und der Öffentlichkeit die Sicht auf die Fakten mit riesigen Wortwolken zu vernebeln, so auch 2007 der Chef von Vattenfall zu den Ereignissen in Brunsbüttel und 2011 der japanische Regierungssprecher Edano zum Thema Fukushima. Die Liste der falschen Versprechungen, Lügen und Vertuschungsversuche liesse sich endlos fortführen. Damals wie heute gilt; gegenüber den Aufsichtsbehörden wird ungestraft gelogen und betrogen und die Öffentlichkeit wird ja sowieso 'hinters Licht geführt'.

Siehe: Mir läuft der kalte Schauer über den Rücken - aus dem Spiegel 17/1987

6. Die Lügen, die falschen Versprechungen und das reale Nichtstun der Politiker

In jedem einzelnen der THTR-Rundbriefe weist Horst Blume auf die Lügen und falschen Versprechungen der Politiker aller Couleur hin. Lippenbekenntnisse von 'Atomkraft ist sicher' bis 'Größtmögliche Transparenz und Offenheit bei der Aufklärung der Vorfälle ...' sollen vernebeln, daß genau das Gegenteil tatsächlich stimmt und praktiziert wird.

So ist z.B. die von uns geforderte Krebsstudie nicht als sinnlos, sondern als völlig überzogen bezeichnet worden. Unsere Nachfragen sind, von den Verantwortlichen aller Parteien, der seither wechselnden Koallitionen (Rot-Grün, Schwarz-Rot, Schwarz-Gelb) in Bund und Land, schlicht ignoriert worden.

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Wer die Wahrheit ausspricht, wird der Lüge bezichtigt und geächtet.

In Russland, Weissrussland und der Ukraine ist das Thema Tschernobyl von den Machthabern inzwischen erfolgreich mit einem Tabu belegt worden. Geschichten zu dem Ort und dem Geschehen werden nicht mehr erzählt und selbst die Namen der Betroffenen sprechen die Leute nur noch hinter vorgehaltener Hand aus.

Sehr ähnlich wird es auch seit 2011 in Japan durchexerziert. Die Zugrichtung der radioaktiven Wolken, nach den Explosionen der Reaktorblöcke I, II, und III im Atomkraftwerk Fukushima 1 Daiichi vom 12.03. - 16.03.2011, wurde verschwiegen und etliche der stark betroffenen Gebiete wurden gar nicht evakuiert. Einzelnen Menschen wurde die Messung der Strahlenbelastung ihrer Körper im Krankenhaus verweigert. Schon 3 Jahre nach der Katastrophe, im Jahre 2014, bekommen Journalisten in Japan große Probleme wenn sie 'Fukushima' auch nur thematisieren wollen. Zu Pressekonferenzen werden kritische Journalisten nicht mehr eingeladen, fertige Beiträge werden abgesetzt und in einzelnen Fällen wurden den Berichterstattern die Arbeitsverträge gekündigt.

Trotz alledem:
Unser bestes Werkzeug ist Aufmerksamkeit -
Schaut Ihnen auf die Finger!

Da diese und ähnliche Beobachtungen nicht nur bei Planung, Bau, Betrieb und Stilllegung von Atomkraftwerken gemacht wurden, sondern auch bei Arbeiten an anderen Anlagen der Atomindustrie, sind wir auch in Deutschland ganz bestimmt noch nicht am Ende unserer Ausstiegsbemühungen angelangt, sondern stehen gerade erst am Anfang eines noch viele Jahre dauernden Prozesses.

Denn solange immer mehr strahlender Atommüll in Castorbehältern, per LKW, Schiff oder Bahn, durch die Gegend kutschiert und zu frischem Brennmaterial für AKWs in aller Welt wiederaufbereitet wird, haben wir unser Ziel noch nicht erreicht.

Stellt den zur Wahl stehenden Politikern deutliche Fragen und verlangt ebenso deutliche, klare Antworten. Zwingt sie zu eindeutigen Stellungnahmen und schaut Ihnen, bei der Umsetzung ihrer Versprechungen in die Tat, ganz genau auf die Finger. Sonst wird aus dem propagierten Ausstieg doch noch ein Wiedereinstieg durch die Hintertür z.B. unter dem Namen 'Transmutation'.

Endlager kann nur Zwischenlager bedeuten.

Radioaktiver Giftmüll darf nicht am 'Ende der Welt' in die Taiga oder in irgendeine Lagerstätte tief unten im Berg gekippt werden, wo er 'aus den Augen, aus dem Sinn', tausende von Jahren, unbeobachtet vor sich hin reagieren kann.

Dieses Material muss gut zugänglich in kleinen Einheiten und unter der ständigen Beobachtung von Wissenschaft, Forschung und Öffentlichkeit hinter dicken Mauern, möglichst sicher gelagert werden. Das wird teuer, ist aber unumgänglich und machbar.

 ***

Die Forscher und Wissenschaftler, die uns allen so lieb und teuer sind, sollten den Fokus ihrer Bemühungen, weg von der Entwicklung immer neuerer, immer größerer, immer gefährlicherer 'Menschheitsbeglückungs-Dampfmaschinen', auf die Heilung der bis dato angerichteten Schäden lenken. Das bringt bestimmt nicht so viel Geld, Ruhm und Ehre, aber eventuell die Menschheit sicherer in die Zukunft.



Das Wirken der Grauen Herren.

Was haben die Herren von der Betreibergesellschaft (HKG) nach wochenlangem Luftholen damals bei der Anhörung vor dem Hammer Stadtrat für wunderbare und elend lange Geschichten erzählt: 'Inhärente Sicherheit - Wir lügen doch nicht - Vertrauen Sie uns - Wir sind doch Ihre Nachbarn und leben auch mit unseren Kindern hier' etc.

Wer nach diesen Rechtfertigungstiraden noch wach war, empfand Mitleid. Ja, sie konnten einem fast leid tun, die Armen.

Nur leider hatten all diese Geschichten kleine Fehler, waren nicht ganz wahr oder lenkten einfach nur plump vom Thema ab (z.B. Die Kinder des Vortragenden gingen, 8-9 Monate im Jahr, auf ein Internat in der Schweiz ...).

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'Damals wie Heute und Hier wie Dort'
Intransparenz, Täuschung und Desinformation, wie bei 'Don Nukleone' zuhause ...

- Der "Don" und seine rasend aktiven Nachfolger -

Don Nukleone und der Misthaufen

 

Apropos 'Don Nukleone', die älteren unserer Leser werden die frapierende Ähnlichkeit mit einem prominenten deutschen Politiker und großem Atombomben-Fan des letzten Jahrhunderts sofort erkennen, doch 'Wer zum Teufel' war dieser Hahn? Na? -

Die Lösung dieses Rätsels finden Sie im THTR-Rundbrief Nr. 127

***

Zitat aus der KIKK-Studie von 2007:

"Mit zunehmender Nähe des Wohnortes zu einem Atomkraftwerk steigt das Krebsrisiko für Kinder."

Die KIKK-Studie, veröffentlicht Ende 2007, sowie eine Studie aus den USA vom Sommer 2007, legen diesen Zusammenhang nahe. Ob wohl auch irgendwann mal rechtliche Konsequenzen aus diesen Erkenntnissen gezogen werden?

Eine wirklich umfassende Krebsstudie wird von der Politik blockiert ... (Worum es geht: Krebsstudien)

Während wir also weiter auf längst überfällige Konsequenzen warten, habe ich die realistische Konsequenz schon mal visualisiert:

Vorlage für Aufkleber

leukaemie2.1 Vier Aufkleber auf einem DinA4-Bogen als pdf-Datei.

PDF Herunterladen, per USB-Stick oder per E-Mail in einen Copyshop bringen oder schicken und auf (z.B. gelbe) Aufkleber-Folie ausdrucken lassen. Zuschneiden und fertig.

Ausführlicher wird das Thema 'Gesundheit' auf der Seite 'Radioaktive Niedrigstrahlung' behandelt ...

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Pünktlich zum Sommerloch 2010 erschien dann ein, für die Betreiber von Atomanlagen sehr beruhigendes Gegengutachten, die KuK-Studie von 2010 von der Universität Mainz. Was man davon halten darf, bringt z.B. der IPPNW in seiner Kritik, 'Schützenhilfe für die Atomindustrie' vom 21.07.2010, recht gut auf den Punkt.

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Laurenz Meyer - Der RWE KandidatDie Betreiber von Atomanlagen machen also nach wie vor, sehr geschickt, was sie am besten können.
Sie betreiben ihre Atomkraftwerke so billig es geht, bezahlen ihre Politiker ebenso gut und sind wahre Meister der Desinformation.

Die RWE zahlte 2001 allein dem ehemaligen CDU-General Laurenz Meyer 130.000 Euro. (Siehe dazu 'Laurenz Nimmersatt' im Spiegel)

'Die Politiker' tun also, meist weit weniger geschickt, als würden sie etwas tun. Nun gut, auch 'Die Politiker' tun was, sie fördern zuerst und vor allem sich selbst. Sie kopieren fleissig für Ihre Doktorarbeiten und/oder sie feilen sonstwie an ihrer Karriere, um die Zeit bis zur nächsten Wahl sinnvoll zu nutzen ...

Auch wenn es den Anschein erwecken sollte als wolle ich 'Alle über einen Kamm scheren', kann ich ihnen versichern, dass ich sehr wohl in der Lage bin zu differenzieren. Ich weiss, es gibt auch 'Politiker' die sich nicht mit 'MiK' einlassen und ganz ehrlich nur ihrem Gewissen folgen (mir fällt nur gerade kein Name ein).

Die 'Politiker' meine ich aber eh' nicht, wenn ich auf so verallgemeinernde Weise über 'Die Politiker' spreche.

Wenn ich 'Die Politiker' sage, sind die Leute gemeint, die bereit sind Alles und Jeden zu opfern um an die Macht zu kommen und/oder auch nur noch ein kleines Bisschen davon zu naschen ...

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Den Herren von der Atomindustrie und ihren Lobbyisten in der Politik kann man ja so einiges vorwerfen, aber in Sachen 'Kommunikation als Kunst' kann ich nur den Hut ziehen, da fahren sie eine sehr klare und konsequente Linie:

Drei Affen aus Wikipedia, Fotograf Marcus Tièschky in Nikkö Japan

Nichts hören - Nichts sagen - Nichts sehen

Wenn das dann alles nicht mehr funktioniert heißt die Devise 'In den Schlaf plappern' oder 'Mundtot quatschen'. So haben bis heute Aufsichtsbehörden und Politik keine Mittel und Wege gefunden (oder gesucht?) diesen Herren auf die Finger zu schauen.

Mein Vorschlag an die Politik: Anstatt nur die Videoüberwachung öffentlicher Plätze voranzutreiben, solltet Ihr endlich auch eine unabhängige, lückenlose Videoüberwachung der Atomkraftwerks-Leitstände anordnen.

Nachtrag - Die Videoüberwachung öffentlicher Plätz in ganz Deutschland ist so gut wie vollbracht, kein U-Bahnhof, kein Springbrunnen ohne Videoüberwachung. Die Leitstände der Atomanlagen werden noch immer nicht unabhängig überwacht. Wenn etwas passiert, so wie z.B. 1986 beim THTR in Hamm Uentrop, können immer noch ganz einfach die Messgeräte abgeschaltet werden.

10 Lügen der Atomlobby - Anschauen, ausdrucken und unter's Volk bringen!


Wie diese Homepage ins Internet kam:

Als ich im Jahre 2003 im WWW nach den Begriffen - Atomkraftwerk, AKW, Atomanlagen, Kraftwerk, THTR, HTR, PBMR, Kugelhaufen-, THTR 300 Thorium Hochtemperaturreaktor Hamm-Uentrop - etc. gesucht habe fiel mir auf, dass es im Internet von Lobpreisungen und verharmlosenden Nacherzählungen aus den Prospekten der Industrie nur so wimmelte, es aber kaum eine kritische Anmerkungen gab, z.B. zu den skandalösen Geschehnissen rund um das 'meldepflichtige Ereigniss' - den 'Störfall' am THTR im Mai 1986. Also ging ich an die Arbeit ...

Damals, als 1989 der THTR dann endlich abgeschaltet wurde, heulten die verantwortlichen Strahlemänner leise vor sich hin, die Politiker wären eingeknickt, hätten sie hängen lassen und wären sowieso keine richtigen Männer, denn richtige Männer machen nicht einfach den Laden dicht wenn es mal eng wird.

Bis zum heutigen Tag erzählen diese Stromer immer noch die gleiche Geschichte. Die Atomkraftwerksbetreiber und deren, gut finanzierten, Lobbyisten und Unterstützer in der Politik reden von der Abschaltung des THTRs aus wirtschaftlichen Gründen und erzählen damit einfach nicht die ganze Geschichte.

Fakt ist:

1.) Die Bauzeit des Reaktors war auf 5 Jahre veranschlagt, gedauert hat es dann aber drei mal so lange nämlich stolze 15 Jahre. Die Kosten verdreifachten sich in der Zeit nicht etwa, nein, sie multiplizierten sich mal 6, von geplanten 650 Millionen DM auf min. 4 Milliarden DM. Die notwendigen Reparaturen an dem Reaktor hätten noch weitere Milliarden DM an Steuergeldern gekostet. Jede andere Entscheidung der Politik, ausser der Abschaltung des THTR, wäre wirtschaftlicher Unsinn gewesen.

2.) Der Störfall im Mai 1986. Danach wurde zuerst der ganze Vorfall von der Betreibergesellschaft HKG bestritten - "An welchem Tag sagten Sie? Nein, da liegt nichts vor, an dem Tag ist nichts Außergewöhnliches passiert!" Als der Störfall dann nicht mehr zu leugnen war, wurde die Freisetzung von Radioaktivität in die Umwelt erst abgestritten, dann 'ganz Vorsichtig'  eingeräumt und schließlich stritten sie um die Menge der entwichenen Strahlung, denn das Messgerät war ja abgeschaltet worden und so gab es nun mal keine genauen Daten. Nur Stück für Stück kam die Wahrheit ans Licht, immer nur gerade so viel wie nicht mehr geleugnet werden konnte.

3.) Die Gefahr der Proliferation (Weiterverbreitung von waffenfähigem Material). Igitt, wie unanständig - Darüber redet man doch nicht, weder damals noch heute, im Internet genau so wenig wie in den Hochglanz-Broschüren der Industrie. Obwohl diese Herren sehr genau wissen, dass gerade beim Kugelhaufen-Reaktor die Entnahme von Brennmaterial sehr leicht möglich ist, da dies ein wichtiger Teil des Systems eines Kugelhaufen-Reaktors ist. Oben kommen die frisch angereicherten, ca. 6 cm großen Uran-Kugeln rein und unten fallen sie als fertig ausgebrütete, handliche Plutonium-Portionen wieder heraus. Ein ideales Ausgangsmaterial für den feierabendlichen Bombenbau zu Hause.

4.) Die Entsorgung. Lohnt es sich wirklich darüber zu reden? Diese beruhigend klingende Wortschöpfung ist doch eh nur ein linguistischer Scherz. Genau wie  das Ende in 'Endlagerung', es gibt keine 'Entsorgung' und auch keine 'Endlagerung', es gibt höchstens ein Verschieben des Problems auf Morgen per Zwischenlagerung - Manjana, Manjana in ein paar hundert Jahren sind unsere Nachfahren dann sowieso viel schlauer als wir. Falls sie das überleben sollten!

***

Selbst im Jahre 2016 liest sich 'Wikipedia' streckenweise noch immer wie von der Industrie geschrieben. - Die Atomindustrie beschäftigt ja dankenswerter Weise viele Praktikanten und von denen passen scheinbar etliche auf 'Wikipedia' auf. - Konkrete Informationen, ein ausgewogenes 'Für und Wider'? Fehlanzeige auf ganzer Linie! (siehe auch THTR Rundbrief Nr. 117 aus 2007)

Die Atom-Lobbyisten erzählen uns statt dessen Atomkraft könne z.B. das Klima schützen, kein CO2 und so ... Hurra, Hurra und wie gut das doch zum Geist der Zeit passt! Es ist zwar nicht wahr, hört sich aber irre gut an!

Atomstrom ist keine Lösung - Die Energieklippe - von Jan Willem Storm van Leeuwen

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Worum es geht: Krebsstudien

Wann werden die gesundheitlichen Risiken der Atomkraftwerke endlich umfassend und ernsthaft untersucht?

Wir brauchen Krebsstudien! Ohne Einschränkungen. Nicht nur eine Kinderkrebs-Studie mit fragwürdigen Einschränkungen - 'Aber bitte nur in der Nähe von den derzeit 17 noch Strom produzierenden Atomkraftwerken'. - Nein, umfassende Krebsstudien die alle Menschen und alle Atomanlagen, auch längst geschlossene Anlagen oder Versuchsgelände, beinhalten. Forschungs- und Versuchsanlagen wie die in Jülich und Hamm ebenso wie die ehemaligen Stätten der Uranförderung, produzierende Anlagen ebenso wie z.B. das Zwischenlager in Ahaus, Urenco in Gronau und die Standorte der GKSS ... uvm.

Wie kann man einerseits den Kampf gegen den Terror propagieren und andererseits für die weltweite Verbreitung von atomwaffenfähigem Material sorgen?

Die zivile Atomindustrie und die Waffenindustrie arbeiten hoch lukrativ, effektiv und Hand in Hand. Die Einen streuen das Material für den Bau von schmutzigen Bomben, weltweit. Die Anderen bewaffnen die Polizei und das Militär, damit die gegen die Terroristen kämpfen und das verstreute radioaktive Material zurück holen, weltweit.

Wo ging all die Kohle (erst DM und später Euro) hin? Wo wird die gebunkert? In der Schweiz, in Lichtenstein oder in der Karibik?!

Erst etliche Milliarden DM und später mindestens ebenso viele Milliarden Euro Steuergelder sind durch die Taschen der Atomindustrie gewandert, war da alles koscher? (siehe: Korruption und Drehtür)

 ***

Fragen über Fragen, wir suchen Antworten.
Helft mit!

Ich, Baujahr 1957, habe die Ereignisse rund um den THTR in den Jahren 1986 - 1989 noch ganz gut in Erinnerung und betrachte es daher als meine Aufgabe, die Geschichte aus meiner Sicht zu dokumentieren bevor auch bei mir der große Vergesserich zuschlägt.

(Ähnlichkeiten mit anderen lebenden Personen sind nicht ausgeschlossen ... ;-)

Ich erhebe dabei keinen Anspruch auf Vollständigkeit meiner Recherchen u./o. technischen Totaldurchblick, soll heißen: Ihr seid herzlichst eingeladen an der Homepage bzw. in einer der 'BürgerInitiativen' in eurer Nähe mit zu arbeiten. Infos und frische Ideen kann man nie genug bekommen.

Ich weiß, viele Menschen fragen sich:

Was kann ich tun?

Regelmäßig 'http://www.reaktorpleite.de/aktuelles.html' lesen ist schon mal ein guter Anfang.

Es gibt da noch so einiges was Mensch tun kann:

Den Stromanbieter wechseln, die örtliche Bürgerinitiative unterstützen und unabhängige Kontrollorgane sponsern, zum Beispiel den 'THTR-Rundbrief', etc. ...


Logo der Bauern und Verbraucher gegen Atomenergie - Eine Heugabel und eine Gabel gekreuzt vor dem THTR 300 Hochtemperatur Reaktor Hamm-UentropGewidmet ist diese Seite den Mitgliedern der verschiedenen Bürgerinitiativen aus der näheren und weiteren Umgebung des Reaktors, ganz unterschiedlichen Menschen ohne bestimmte politische Präferenzen, die sich am THTR 300 Thorium Hochtemperaturreaktor in Hamm - Uentrop trafen um Einigkeit gegen eine 'Menschen verachtende Technik' zu demonstrieren.

Ohne das gewaltfreie Engagement all dieser Menschen wäre es nicht gelungen die damalige 'Atom Hurra Politik' in Hamm und NRW zu ändern. Besondere Erwähnung verdient hierbei der kontinuierliche und unermüdliche Einsatz der Bauern sowie deren Bereitschaft alles Erforderliche zu tun.


Aber - Halt Stop -

Wie Ihr auf den folgenden Seiten sehen werdet ist die Sache noch lange nicht ausgestanden. Die 'Freunde einer strahlenden Zukunft' haben sich nicht von ihrem Weg abbringen lassen. Die, hier in Deutschland - trotz aller verbalen Ausstiegsbeteuerungen, mit Steuergeldern kontinuierlich weiter entwickelte HTR Technik sollte z.B. unter dem Namen PBMR (Pebble Bed Modular Reactor) weltweit ans Netz gehen, daß hat sich scheinbar, bis auf einen kleinen Versuchsreaktor in Shandong/China, erledigt. Der neuste Hit der Atomindustrie heißt nun 'Generation 4'. Dabei werden natürlich weiterhin die Entwicklungskosten vom Steuerzahler getragen, die Risiken der örtlichen Bevölkerung überlassen und die entstehenden Gewinne privatisiert. Also alles wie gehabt, auch bei den 6 Linien der vierten Generation von Atomreaktoren!

Wenn Ihr zufällig noch über Fotos, Anschauungsmaterial u./o. andere Informationen verfügt, lasst mir diese doch bitte zukommen.

Viel Spaß beim Lesen zu wünschen wäre bei dem Thema wohl wenig angebracht, statt dessen wünsche ich euch viel Durchhaltevermögen bei der Lektüre und noch viel mehr Geduld und Leidenschaft bei der Umsetzung der gewonnenen Erkenntnisse.

Namen von Informanten und Unterstützern werden nur auf deren ausdrücklichen Wunsch genannt.

 


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