Geschichte / Historie Videos und TV Beiträge
Geschichte der BI in Hamm Zeitungsausschnitte 2016
Fort St Vrain - Der UR-HTR Der 'Spiegel' zum THTR-Störfall

Geschichte / Historie

***


Die Fakten Der Störfall Das Ende!?

***

Wie war das noch damals mit dem THTR ...?

von Werner Neubauer

Anfang der 1980er Jahre sprach mich ein Bekannter, der sich in der örtlichen Antiatomkraftszene engagierte, darauf an, ob ich nicht Lust und Zeit hätte auf eine Demo gegen den THTR mitzukommen.

Meine Lust hielt sich zwar in engen Grenzen und Zeit habe ich ohnehin nie genug, aber dieser Mensch ließ einfach nicht locker und irgendwann, es muss einer meiner schwächeren Tage gewesen sein, hat er es tatsächlich geschafft und ich bin mit getrottet. Es war ein sonniger Sonntag im Frühling und warum also nicht Spazierengehen und ein Kernkraftwerk aus der Nähe betrachten, es gibt Langweiligeres.

***

Die Gelegenheit für solch einen Sonntagsspaziergang bietet sich inzwischen fast überall auf dieser Welt ...


- Die Karte der nuklearen Welt -

Die Karte der atomaren Welt - Google Maps! - Stand der Bearbeitung bei der Veröffentlichung am 23.08.2015Die Karte der atomaren Welt - Google Maps! -  Stand der Bearbeitung am 25.11.2016Vom Uranabbau und der Verarbeitung, über die Atomforschung, den Bau und Betrieb von Atomanlagen inklusive der Störfälle in Atomkraftwerken, bis hin zum Umgang mit Uranmunition, Kernwaffen und Atommüll.

- Weltweit, beinahe, alles auf einen Blick mit Google Maps -


*

Dieser Spaziergang war dann auch recht angenehm, die Leute sahen zwar teilweise etwas verwegen aus, es waren aber auch ganz 'normale' Bürger dabei. Wir betrachteten einander also mit großen Augen und bestimmt dachte sich so mancher dieser Exoten "Na, was für Chaoten ... hoffentlich sieht mich hier keiner" ;-)

Wie dem auch sei, ich fand diese Mischung aus Christen, Atheisten, Politischen, Unpolitischen, Überzeugten und Zweiflern nicht uninteressant, amüsierte mich gut und hatte daher auch nichts gegen eine Wiederholung des Spaziergangs an einem der nächsten Sonntage.

Besonders an Regentagen war der Widerstand oftmals eine recht einsame Veranstaltung.
Sonntagsspaziergang im Regen - drei Widerständler und ca. 12 Polizisten in fünf Polizeiautos

Nur gut dass die Polizei immer zuverlässig und pünktlich zur Stelle war

*

Bald fing ich an mich für den eigentlichen Grund dieser Sonntagsspaziergänge zu interessieren und mir Informationen über die technischen Details dieses, schon durch seine schiere Größe Ehrfurcht einflößendes - mit der 3 Meter hohen Betonmauer an eine Trutzburg erinnernde, Atomkraftwerks zu besorgen. Die Informationstexte der HKG (Hochtemperatur-Kernkraftwerk GmbH) waren zwar eher dürftig, aber aus jedem Satz sprach die Gewissheit 'Wir haben alles im Griff, lasst uns mal ruhig machen'.

Dem Ingenör ist nix zu schwör ...

Sehr beunruhigend für mich, denn während meiner Ausbildung zum Werkstoffprüfer hatte ich es oft mit der gleichen Mentalität zu tun bekommen und wusste aus Erfahrung, je überheblicher die Herren, um so weniger Gewissen ist Ihnen zu Eigen.

Verantwortung an Andere delegieren lernen die scheinbar als Erstes. Dieses eher diffuse, ungute Gefühl und etliche Gespräche mit sogenannten 'Verantwortlichen' ließen mich immer misstrauischer werden und mir wurde Eines immer klarer - 'Ich muss mehr wissen' - denn ich wollte mich nicht für dumm verkaufen oder vorführen lassen, weil ich wohl möglich über nur unzureichendes Fachwissen verfügte.

Also kniete ich mich, so gut es ging, hinein in die Materie und sah auch bald wo die Schwachstellen in der Argumentation der Atom-Industrie, ihrer Lobby und Fürsprecher waren und auch heutzutage noch sind.

*

Murphys Law (sinngemäß):

Wenn etwas schief gehen kann, dann wird es auch irgendwann schief gehen.

***

Argumente gegen die Atomwirtschaft:

1.) Die völlig unklare Entsorgung

Wer kann seine Hand ins Feuer legen für die Entwicklung der Verhältnisse in den nächsten 50 oder gar 100.000 Jahren?

*

2.) Der Mensch

Dieser unberechenbare, aber alles entscheidende Faktor 'Mensch' ist scheinbar in keine ihrer Überlegungen mit eingeflossen. Theoretisch mag ja alles klar sein, aber in der Praxis haben Menschen ihre Finger im Spiel und wie man weiß, wenn ein Fehler, ein Missgeschick oder eine Eselei passiert sagt Mensch:

'Oh sorry, tut mir echt leid, aber ich habe mein Möglichstes getan und fühle mich daher auch nicht verantwortlich.'

*

3.) Keine ausreichende Versicherung

Erstaunlicher Weise oder auch nicht, gibt es keine Versicherungsgesellschaft die bereit wäre den Betrieb von Kernkraftwerken in ausreichendem Maße zu versichern.

Die 'Versicherungforen Leipzig GmbH' hat, im Auftrag des 'Bundesverband Erneuerbare Energie', eine Studie zum Versicherungsbedarf für Atomkraftwerke vorgelegt.

Die errechnete Schadenssumme bei einem Super-Gau liegt, je nach Szenario, zwischen 100 Milliarden (100.000.000.000) und 6 Billionen (6.000.000.000.000) Euro.

Akws in Europa sind meistens mit weniger als 1 Milliarde Euro versichert, nur in den Niederlanden und in Belgien liegt die versicherte Schadenssumme bei 1,2 Milliarden Euro pro Atomkraftwerk.

*

4.) Extrem hohes Gefährdungspotential, auch für die Demokratie

Jedes Atomkraftwerk und jeder einzelne Castortransport müssen, wegen des hohen Gefährdungspotentials, ständig von Sicherheitskräften bewacht bzw. eskortiert werden. Jede Atomanlage ist ein Schritt auf dem Weg zum Polizeistaat

Wenn erst zu jedem Atomkraftwerk auch ein Flugabwehrgeschütz gehört, wird es nicht mehr nötig sein darüber zu diskutieren ob der Einsatz des Militärs im eigenen Lande wünschenswert ist oder nicht.

*

5.) Es gibt keine friedliche Nutzung der Atomenergie!

Energie produzierende zivile Kernreaktoren liefern das Material, welches das Militär für den Bau von Atombomben braucht.

Jede zivile Forschung im Bereich der Atomenergie ist ebenso nutzbar für die Militärs (Dual use), im Grunde also eine kaum verdeckte Aufstockung des Militärhaushaltes.

Und das war auch von Anfang an Sinn und Zweck der ganzen Veranstaltung:
Die immensen Kosten der Atomforschung, Uranproduktion und -anreicherung, sowie das gesamte nukleare Müllproblem - auch die Kosten die aus der militärischen Nutzung erwachsen - von der Zivilbevölkerung tragen zu lassen.

Der Bevölkerung erzählte man derweil das Märchen von der unbegrenzten und billigen Energie.

Und so gibt es auch im Jahre 2016 für den Bau von Atommeilern nur einen wirklich entscheidenden Grund: Die Produktion von hoch angereichertem Material (HEU - highly enriched uranium) für die militärische Nutzung.

MiK - Der Militärisch-industrielle Komplex

Vor dem Einfluss der Militärindustrie auf die Zivilgesellschaft warnte schon der Ex-General und US-Präsident Eisenhower am 17.01.1961:

„Wir in den Institutionen der Regierung müssen uns vor unbefugtem Einfluss – beabsichtigt oder unbeabsichtigt – durch den militärisch-industriellen Komplex schützen. Das Potenzial für die katastrophale Zunahme fehlgeleiteter Kräfte ist vorhanden und wird weiterhin bestehen. Wir dürfen es nie zulassen, dass die Macht dieser Kombination unsere Freiheiten oder unsere demokratischen Prozesse gefährdet. Wir sollten nichts als gegeben hinnehmen. Nur wachsame und informierte Bürger können das angemessene Vernetzen der gigantischen industriellen und militärischen Verteidigungsmaschinerie mit unseren friedlichen Methoden und Zielen erzwingen, so dass Sicherheit und Freiheit zusammen wachsen und gedeihen können."

*

YouTube-Video:
Us-Präsident Dwight D. Esenhower bei seiner Abschiedsrede am 17.01.1961.Die vergessenen Warnungen von Eisenhower und Kennedy

(CBS News, 1961, 00:09:04)

Die Abschiedsrede des scheidenden US-Präsident Eisenhower am 17.01.1961 und ab

- 03:10 -

Die Rede des neuen US-Präsidenten John F. Kennedy vor Zeitungsverlegern am 27.04.1961.

*

Auch US-Präsident John F. Kennedy sprach also deutliche Worte zu dem Thema. Alle Präsidenten nach JFK waren dann schon so gut eingenordet, bzw. eingeschüchtert, dass sie Bemühungen, die Demokratie vor den Einflüssen des 'MiK' zu schützen, scheinbar eher für Kontraproduktiv erachteten.

Auch in den beiden anderen Atom-Ländern des westlichen Bündnisses (Großbritannien und Frankreich) war der 'Militärisch-industrielle Komplex' so stark, dass es den Vertretern der zivilen Gesellschaft nicht gelang die Macht des 'MiK' einzudämmen.

In Deutschland gab es Franz Josef Strauß u.a. - es gab jede Menge Geld zu verteilen und einzusacken - Freunde des 'MiK' ...

Ausser Lippenbekenntnissen ist seither nicht mehr viel passiert.

- Im Westen, wie im Osten, nichts Neues -

In Russland musste 2012 der Verteidigungsminister Serdjukow zurücktreten, weil er versucht hatte, die Allmacht des russischen 'MiK' einzuschränken.

Siehe dazu bei Wikipedia:
'MiK - Militärisch-industrieller Komplex'.

***



Infostand auf dem VEW Parkplatz

Irgendwann waren dann vor den Infoständen schon mehr Menschen als dahinter.

***


Die Fakten Der Störfall Das Ende!?

SeitenanfangHoch zum Seitenanfang - reaktorpleite.de

***

THTR Fakten

Die Idee, anstelle von stahlummantelten Uran-Brennstäben, Graphitkugeln zu verwenden entwickelte Dr. Rudolf Schulten schon Ende der 1950er Jahre. Im Jahre 1967 wurde dann der erste Prototyp 'Kugelhaufenreaktor', mit einer Nennleistung von 15 Megawatt, im Kernforschungszentrum Jülich in Betrieb genommen und der funktionierte angeblich auch einwandfrei, bis bei einem Störfall im Jahre 1978 fünfundzwanzig Tonnen Wasser in den Reaktor einsickerten ...

Die Arbeiten an dem Thorium-Hochtemperaturreaktor mit 300 Megawatt in Hamm/Uentrop begannen 1970 und sollten eigentlich 5 Jahre später abgeschlossen sein, es wurden dann aber doch runde 15 Jahre Bauzeit.

Bis 1985, als die vorläufige Betriebsgenehmigung erteilt wurde, hatte der Bau des THTR anstatt der geplanten 0,69 Milliarden DM Baukosten runde 4 Milliarden DM verschlungen und ein Ende dieser Verschwendung von Steuergeldern ist bis heute nicht in Sicht.

*
Die Kosten für den Erhaltungsbetrieb und den sicheren Einschluß des THTR belaufen sich auf 5,1 Millionen Euro jährlich, die zu je 50% von Bund und Land getragen werden. Weitere 0,5 Millionen EUR Endlagervorausleistungen jährlich teilen sich zu je einem Drittel Bund, Land NRW und die HKG. Die Finanzierung der Phase seit Stilllegungsbeschluss im September 1989 bis Ende 2004 umfasst in Summe 391,8 Mio EUR, die sich auf den Bund mit 112,1 Mio EUR, das Land NRW mit 131,0 Mio EUR und die Gesellschafter der HKG mit 148,7 Mio EUR aufteilen.

Diese Zahlen sind aus einem Brief vom Finanzministerium NRW vom 02.04.2005. Siehe Rundbrief Nr.: 99 aus dem Jahre 2005, den Artikel: THTR-Atommüll wird immer teurer!

Ob wir wohl irgendwann mal die tatsächlichen Kosten erfahren dürfen? Durch die X verschiedenen Haushaltsposten bei X verschiedenen Ministerien in Bund und Land ist die tatsächliche Höhe der Summe für mich nach wie vor nicht überschaubar!


kugelförmiges Brennelement

Unvorhergesehene nicht meldepflichtige Vorfälle gab es etliche, meldepflichtig waren 21 Vorfälle.

Der Kugelbruch der Grafitkugeln sollte sich eigentlich in Grenzen halten, man rechnete mit 1 bis 2 kaputten Kugeln pro Jahr. Zwischen 1985 und 1987 sind aber 17000 Kugeln zu Bruch gegangen.

Der dabei entstandene Kugelbruch, radioaktiver Grafitstaub, musste jedes Mal abgesaugt und zwischengelagert werden, bzw. befindet sich, in unbekannter Menge, immer noch im Reaktor und macht den Rückbau des AKW noch schwieriger und unvorhersehbar teurer ...

 

Zu diesem Thema:

'Die Liste der Vorfälle - THTR Pannenserie'

und

Was 'Der Spiegel' 1986 zum Thema schrieb

 

Zwei Gutachten zur HTR Technik von Lothar Hahn
aus den Jahren:

1986 - Studie zum Thema HTR Sicherheit

und

1988 - Studie zum Thema HTR und Proliferation

sowie

die 'Moormann-Studie' aus 2008

Ein Wissenschaftler aus Jülich zieht Bilanz.

***


Die Fakten Der Störfall Das Ende!?

SeitenanfangHoch zum Seitenanfang - reaktorpleite.de

***

"meldepflichtiger Vorfall - INES Stufe 0"

Einfache Menschen wie Ich würden es einen "Störfall" nennen.

Der Störfall, mit dem sich die Betreiber des THTR um die Gunst der in NRW herrschenden SPD brachten, geschah in der Nacht vom 4. zum 5. Mai 1986. Die radioaktive Wolke ausgehend von der strahlenden Reaktorruine in Tschernobyl (Supergau am 26.04.1986) lag über Europa.

Plakatwand gestaltet von Fritz Brümmer - Tschernobyl -

Diese Plakatwand wurde 1986 von dem Zeichner Fritz Brümmer gestaltet.

Eigentlich sollte die Beschickung des THTR in Hamm/Uentrop automatisch von statten gehen - jeweils genau 60 neue Grafit-Brennstoffkugeln sollten von der Automatik oben hinzugefügt und 60 'alte' Kugeln unten entnommen werden.

*

Am Abend des 4. Mai 1986 hatte sich eine der Brennelement-Kugeln in dem Rohrsystem der Beschickungsanlage verklemmt und bewegte sich weder vor noch zurück. Der Techniker versuchte die geborstene Kugel per Gasdruck aus dem Rohr in den Reaktor hinein zu befördern.

Das Spülgas, mit dem zuerst geblasen wurde, war also sauberes - nicht radioaktiv belastetes - Helium, frisch aus dem Vorratsbehälter und es blies in Richtung Reaktor.

Der Gasdruck des Spülgases allein war aber scheinbar nicht kräftig genug und so schickte der Mensch am Steuerpult - versehentlich - nach und nach all die anderen 40 Kugeln hinterher. Der Ertrag dieser Aktion waren 41 kaputte Kugeln und eine offen stehende Gasschleuse.

Diese Gasschleuse sollte eigentlich das Entweichen des Heliums, aus den Rohren der Beschickungsanlage, verhindern und hatte sich, wohl durch die Reste der kaputten Kugeln, verklemmt.

*

Nun öffnete der Techniker - versehentlich - ein Ventil des primären Kühlkreislaufs. Mit dem Druck des - radioaktiv belasteten - Heliums aus dem Kühlkreislauf des Reaktors, gelang es - 'Ingenieur Zufall' - doch noch die Anlage freizubekommen und die Reste der Kugelbruchs - inklusive einer bisher unbekannten Menge strahlenden Grafitstaubs aus der Reaktor-Brennkammer - durch die offen stehende Gasschleuse, aus dem Reaktor heraus zu blasen.

*

Fakt ist: Eine unbekannte Menge des kontaminierten Grafitstaubs gelangte zusammen mit dem Helium in die Umgebungsluft. Just zu der Zeit war - versehentlich - auch noch das einzig vorhandene Messinstrument abgeschaltet, so dass nachher niemand mehr sagen konnte wie viel strahlendes Material (radioaktiver Grafitstaub) durch das Helium wirklich heraus geblasen worden war.

*

Das alles war ja schon schlimm genug, die Krönung dieser Geschichte aber war der Versuch der HKG diesen Vorfall erstmal komplett zu verschweigen.

Dann, als diese Sauerei nicht mehr zu leugnen war, wurde sie erst als routinemäßige Reinigungsarbeit und später dann als unvorhersehbares Missgeschick und Bedienfehler dargestellt.

Erst einige Wochen später kam die HKG langsam damit herüber, dass es sich wohl doch um einen meldepflichtigen Vorfall, inklusive der Freisetzung von nicht unerheblichen Strahlungsmengen, gehandelt habe, der - versehentlich - nicht gemeldet worden war.

Nachtrag 2016

30 Jahre später, die Strafverfolgung war aufgrund von Verjährung unmöglich geworden, behauptete einer der Ingenieure in einem Wikipedia-Diskussionsbeitrag, das Ausblasen sei in voller Absicht geschehen, um den störenden Graphitstaub aus dem Reaktor, in die Tschernobyl-Wolke, loszuwerden.

Siehe dazu:

Die Studie zum Thema: Grundsätzliche Sicherheitsprobleme beim Hochtemperaturreaktor und besondere Defizite beim THTR-300 von Lothar Hahn - Juni 1986 -

Das 'meldepflichtige Ereigniss' in 'INES und die Liste der Störfälle' -

Sowie den Beitrag 'Funkelnde Augen' im SPIEGEL vom 09.06.1986 -

*

Wir kennen die Wahrheit nicht ..., würden aber gern mit Leuten reden, die die Wahrheit kennen. Wissen Sie was am 04. und 05.05.1986 im THTR geschehen ist? Bitte melden Sie sich: Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein!

*

Keiner glaubte, den Herren in den grauen Anzügen, auch nur noch ein Wort.

Eltern aus Werries fordern:

 

Eltern aus Hamm/Werries fordern: Nehmt unseren Kindern nicht die Zukunft!

Nehmt unseren Kindern nicht die Zukunft.

Sommer 1987 vor der Paulus-Kirche in Hamm

***


Die Fakten Der Störfall Das Ende!?

SeitenanfangHoch zum Seitenanfang - reaktorpleite.de

***

Das Ende!?

Der oben beschriebene Störfall am 4.-5. Mai 1986 war wie gesagt der Anfang vom Ende des THTR in Hamm/Uentrop. Die nordrhein-westfälische Landesregierung bekam es mit der Angst zu tun, der Supergau in einem der vier Kernkraftwerksblöcke in Tschernobyl am 26.04.1986 hatte selbst die entschiedensten Befürworter der 'friedlichen Nutzung der Kernenergie' bis ins Mark erschüttert.

Von diesen vier Schornsteinen war übrigens der kleinste, ganz links auf dem Reaktordach, der wirklich Gefährliche.

der kleine Schornstein ganz links ist der Gefährliche

Es war ca. 6 mal soviel Geld in den THTR geflossen und die Bauphase hatte 3 mal so lange gedauert wie bei der Planung vorgesehen, die Betreibergesellschaft hatte sich als nur bedingt ehrlich herausgestellt, die Bevölkerung rieb sich die Augen und drohte aufzuwachen.

VEW Gelände von Menschenkette umzingelt

Die VEW wurde umzingelt und mürbe gemacht.

Wochenlang hatte die HKG den Störfall und die ausgetretene Strahlung geleugnet und vertuscht, erst eindeutige Messergebnisse von externen Instituten und verschiedene andere Faktoren (ein geheimes, internes Schreiben gelangte an die Öffentlichkeit) zwangen die Betreibergesellschaft zur Aufgabe ihrer 'hat es nie gegeben' Strategie. Dieses eher strategische Verhältnis zur Wahrheit in der Vorstandsetage der HKG hat dann wohl, bei den politisch Verantwortlichen, den Schwenk - in die richtige Richtung - befördert, den vier Milliarden DM die eh schon unwiederbringlich verloren waren, nicht noch weitere X Milliarden DM an Steuergeldern hinterher zu werfen.

Ab Sommer 1986, nach Tschernobyl, kamen immer mehr Menschen ...

Im Sommer 1986 kamen immer mehr Menschen zu en Demos am THTR

Der "SPD Reaktor" THTR musste also weg. Allein das vermeintliche 'per peto mobile' Kalkar, mit 7 Milliarden DM Baukosten das teuerste Technikmuseum hierzulande, war schon mehr Problem als genug für die Genossen in Nordrhein-Westfalen und dann auch noch dieser unsägliche Skandal im beschaulichen Hamm.

Beerdigungsfeier mit Grabschmuck an der Mauer des THTR als die Stilllegung endlich klar war

... 1989 wurde der THTR dann stillgelegt. Der Rückbau wird noch etliche Millionen EURO kosten.

1991 wurde der modernste Kühlturm Europas, direkt an der Autobahn A2 Dortmund - Hannover gelegen, gesprengt.

 

1. War er schlicht überflüssig geworden

 

2. War er wohl ein zu offensichtlicher und weithin sichtbarer Hinweis auf die Hybris der Mächtigen und die Verschwendung von Steuergeldern

Sein Anblick, monumentales Beispiel für eine gescheiterte Großtechnik, hätte wohl möglich einige Autofahrer beim 'fahr'n, fahr'n, fahr'n auf der Autobahn' auf unerwünscht kritische Gedanken gebracht! Nun ist dieser hübsche Kühlturm also aus den Augen aus dem Sinn. Schade eigentlich, der Kühlturm war doch das einzig Sichere an dem ganzen Atomkraftwerk, denn der Kühlturm strahlte wirklich nur wenn ihm die Sonne auf den Aluminiumpelz schien! Das Spiel mit den strahlenden Kugeln ist aber dennoch nicht vorbei, lesen Sie über die neusten Entwicklungen in Aktuelles.

Damals wie heute gilt das Motto:
Nur nicht unterkriegen lassen.

 

In Uentrop und Schmehausen da wollen sie wieder bau´n
und um den Platz vom Kernkraftwerk steht schon ein hoher Zaun.

Doch wenn die VEW glaubt, daß wir das mit anseh´n
ganz ohne uns zu wehren, nein, so wird das nicht geh´n.

Bei dem Erörterungstermin da war´n sie freundlich nett,
aber mit der Wahrheit, da spielten sie Versteck.

Sie wollten uns wohl fangen für ihr Atomkraftwerk,
doch wir, wir sagen´s allen, wir haben es gemerkt.

Stellt euch auf uns´re Seite hier wird ein Platz besetzt.
Hier schützen wir uns vor dem Dreck nicht morgen, sondern jetzt!

Und kommt der Staatsanwalt und kommt die Polizei
und kommen sie im Morgengraun – uns ist das einerlei.

Wir sind uns nämlich einig und werden immer mehr
und wenn wir uns mal einig sind, dann stört uns das nicht mehr!

Drum hört den Apotheker, der laut und deutlich spricht:
Es gibt für vieles Medizin, für Strahlenschäden nicht.

Stellt euch auf uns´re Seite hier wird ein Platz besetzt.
Hier schützen wir uns vor dem Dreck nicht morgen, sondern jetzt!

***


Die Fakten Der Störfall Das Ende!?

SeitenanfangHoch zum Seitenanfang - reaktorpleite.de

***

Spendenaufruf

- Der THTR-Rundbrief wird von der 'BI Umweltschutz Hamm e. V.' - Postfach 1242 - 59002 Hamm herausgegeben und finanziert sich aus Spenden.

- Der THTR-Rundbrief ist inzwischen zu einem vielbeachteten Informationsmedium geworden. Durch den Ausbau des Internetauftrittes und durch den Druck zusätzlicher Infoblätter entstehen jedoch laufend Kosten.

- Der THTR-Rundbrief recherchiert und berichtet ausführlich. Damit wir das tun können, sind wir auf Spenden angewiesen. Wir freuen uns über jede Spende!

Spendenkonto:

BI Umweltschutz Hamm
Verwendungszweck: THTR Rundbrief
IBAN: DE31 4105 0095 0000 0394 79
BIC: WELADED1HAM

***


SeitenanfangPfeil nach oben - Hoch zum Seitenanfang

***

Wer da?

Aktuell sind 192 Gäste online

GTranslate

Afrikaans Arabic Belarusian Bulgarian Chinese (Simplified) English Finnish French Georgian Hebrew Hindi Indonesian Japanese Lithuanian Malay Polish Portuguese Russian Spanish Swedish Thai Turkish

Bilder

kugelaufbau.jpg