Die Reaktorpleite - THTR 300 Die THTR-Rundbriefe
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Die HTR-Forschung Der THTR-Störfall im 'Spiegel'

Die THTR-Rundbriefe aus 2008

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THTR Rundbrief Nr. 120, Maerz 2008


Der HTR in der Schweiz: Auferstanden aus Ruinen

Es mehren sich die Anzeichen, dass die Schweiz verstärkt auf Hochtemperatur-Reaktoren setzt und sich auf internationaler Ebene an der Entwicklung von Generation IV-Reaktoren stärker beteiligt. Sie knüpft damit an ihr  Engagement in den 70er und 80er Jahren für diesen Reaktortyp an.

Lothar Hahn und Britta Nockenberg schrieben 1990 dazu in einem längeren Gutachten Folgendes:
„In der Schweiz gibt es ein eigenes HTR-Forschungsprogramm, in dessen Rahmen man sich an der Entwicklung des deutschen Kugelhaufenreaktors beteiligt hat. Durch Zusammenarbeit der bundesdeutschen Kernindustrie (ABB Mannheim bzw. HRB) mit der IGNT, der schweizerischen ‚Interessengemeinschaft zur Wahrnehmung gemeinsamer Interessen an der Entwicklung nuklearer Technologien‘, sind so die Konzepte für den HTR-500 und den kleinen Heizreaktor GHR-10 entstanden. Die schweizer Industrie lieferte auch 20 % der Komponenten für den THTR-300, die im Rahmen des schweizerischen HTR-Forschungsprogramms entwickelt worden sind.
In der IGNT sind sowohl die schweizer Industrie (Sulzer, Elektrowatt, ABB Baden etc.) sowie das Eidgenössische Institut für Reaktorforschung(EIR), heute Paul-Scherrer-Institut (PSI) vertreten. Seit 1973 sind rund 100 Millionen Schweizer Franken in die HTR-Forschung geflossen, zuletzt 1986 noch einmal 27 Millionen für den HTR-500.“ (1)

Die Zeitschrift „Atomwirtschaft“ (atw) schrieb damals: „Ein für die weitere Zusammenarbeit der Schweiz mit der BR Deutschland bei der Hochtemperaturreaktor-Entwicklung (HTR) vorgesehener Bundesbeschluß zur Bewilligung eines auf die Jahre 1986-1988 beschränkten Verpflichtungskredits von 15 Mio. sfr für Beiträge an die Forschungs- und Entwicklungsarbeiten der schweizerischen Industriepartner in der Planungsphase des Projekts ‚HTR-500 MW‘ wurde am 19. 12. 85 vom Nationalrat mit 80 : 38 Stimmen verabschiedet und dem Ständerat zugeleitet.“ (2)

Doch schon wenige Wochen nach dem THTR-Störfall im Jahre 1986 sah die Welt in den Augen des Bundesamtes der schweizer Energiewirtschaft etwas anders aus. Sie jammerte in der Berner Zeitung: „Leidtragende wäre die schweizerische Industrie, die sich vom Bundesengagement und mit ihren eigenen finanziellen Beiträgen in der Aufbauphase bei einer Kommerzialisierung der HTR-Linie Marktchanchen ausrechnet.“ (3)

Aber selbst von dem THTR-Störfall hat die schweizer Atomindustrie dank der NRW-Landesregierung auch noch profitiert, wie die NRW-Grünen anmerkten: „Die Landesregierung habe mit dem Elektrowatt Ingenieurunternehmen (Schweiz) eine Firma mit der Sicherheitsüberprüfung beauftragt, die seit 1973 selbst an der Planung und Entwicklung der bundesdeutschen Hochtemperaturreaktorlinie beteiligt sei.“ (4) Die Atomindustrie „überprüfte“ sich also selbst!

Noch 1988 schrieb die Frankfurter Allgemeine Zeitung kurz vor der endgültigen THTR-Stilllegung verhalten optimistisch: „In der Schweiz entsteht derzeit in einer Kooperation zwischen BBC und Sulzer ein Vorprojekt für ein HTR-Heizkraftwerk.“ (5) Doch gravierende technische und finanzielle Probleme und der Widerstand gegen den THTR Hamm machten den Atomfreunden einen Strich durch die Rechnung, der auch auf die Schweiz Auswirkungen hatte:
„Das Projekt ‚HTR-500‘ soll nach Angaben des ‚Eidgenössischen Verkehrs- und Energiewirtschafts Departments EVED)‘ und des ihm unterstellten Bundesamtes für Energiewirtschaft Ende 1992 abgeschlossen werden. Die in Übereinstimmung mit der beteiligten Industrie beschlossene vorzeitige Beendigung des Projektes wurde durch den vorläufigen Verzicht der Fortsetzung der HTR-Entwicklung in der BRD sowie der Annahme der Moratoriumsinitiative in der Schweiz ausgelöst.

Für die Forschungsarbeiten im Rahmen des in der BRD mit Schweizer Beteiligung durchgeführten HTR-500 Projekts wurde den schweizerischen Industriepartnern ein Kredit von 15 Mio. sFr bewilligt. Bis Herbst 1990 wurden insgesamt 5,1 Mio. sFr genehmigt und von diesen rd. Die Hälfte beansprucht. Mit dem noch verbleibenden vertraglich zugesicherten Betrag von r. 2.5 Mio. sFr werden die Teilprojekte bis Ende 1992 so abgeschlossen, daß die Ergebnisse kerntechnisch genutzt werden können.“ (6)

Die Atomindustrie gab also noch nicht ganz auf und hoffte auf für sie bessere Zeiten. Wie stark auch in der Schweiz die Zuneigung der Industrie zum HTR war, konnte man daran ablesen, dass die schweizer Spezialfirma Colenco sich 1990 standhaft weigerte, den Auftrag für den Abbau des THTR in Hamm zu übernehmen, da dieser Reaktor angeblich so „umweltfreundlich“ und „sicherheitstechnisch unbedenklich“ (7) sei!

Der HTR in der aktuellen schweizer Diskussion
Diese Vorstellung hat sich offensichtlich nicht nur bei der schweizer Atomindustrie, sondern auch bei den politischen Entscheidungsträgern gehalten. Im Jahre 2002 trat die Schweiz dem „Generation IV International Forum“ (GIF) bei. Hierin hatten sich bereits neun Länder (USA, Frankreich, Südafrika, China, Japan ...) zusammengeschlossen, um auf internationaler Ebene die Forschung und Entwicklung neuer, innovativer Reaktoren langfristig zu planen und voranzutreiben. Dies ist sehr kostspielig und auf Jahrzehnte hinaus angelegt. Eine völlig neue Generation von AKWs hat einen Vorlauf von mindestens 20 bis 30 Jahren. Es müssen zunächst nicht nur kleine Forschungsreaktoren gebaut, erprobt und ausgewertet werden, sondern auch ein großer Prototyp erfolgreich laufen. Das alles kostet dutzende von Milliarden Euro. Die Weiterexistenz der Nuklearindustrie und  umfassender Nuklearforschungsprogramme wird auf diese Weise langfristig auf internationaler Ebene gesichert.

Ist ein solches milliardenschweres Atomprogramm erstmal gestartet worden, wird es sehr schwer, dies wieder zu stoppen. Wie langfristig die Atomindustrie strategisch denkt und plant, zeigt sich in ihren konkreten Überlegungen: „Die Generation IV Planung rechnet je nach System mit Prototypen zwischen 2020 und 2030 und mit Beginn der Kommerzialisierung zwischen 2030 und 2040. Wegen der langen Planungs- und Bauphasen beim Ersatz der bestehenden Kraftwerke, kommt die Generation IV für den Ersatz in Gösgen (2038) kaum in Frage. Für Leibstadt (2044) könnte ein solchen Werk in Betracht gezogen werden.“ (8) An anderer Stelle wird das nukleare Szenario noch etwas konkreter: „In Frage käme dafür beispielsweise ein Park von 6 – 8 VHTRs, mit einer Gesamtleistung von 2000 MW.“ (9)

Am 14. 4. 2005 teilte der Verband Schweizerischer Elektrizitätsunternehmen (VSE) auf ihrer Internetseite mit, wie die nächsten konkreten Schritte in Richtung Generation IV-Reaktoren aussehen werden:
„Das Paul Scherrer Institut (PSI), das eine hochstehende Infrastruktur für Forschung und Entwicklung zur Verfügung stellt, ist bereits in der kerntechnologischen Forschung tätig. Sein Forschungsinteresse gilt insbesondere zwei (von sechs) neuen Reaktortechnologien: der gasgekühlte, schnelle Reaktor (GFR) und der Höchsttemperturreaktor (VHTR). Mit dem Beitritt der Schweiz zum Rahmenübereinkommen kann das PSI aktiv an dieser weltweit durch das GIF koordinierten Forschung teilnehmen. Darüber hinaus können mit dieser Spitzenforschung auch künftige Ingenieure und Forscher für Evaluation, Bau und Betrieb dieser neuartigen Reaktoren ausgebildet werden.“

Konstantin Foskolos, stellvertretender Leiter des Bereichs Nukleare Energie und Sicherheit am Paul-Scherrer-Institut, gehörte zu dem Auswahlgremium, das innerhalb des GIF Kriterien für neue Reaktoren festlegte, Konstruktionsvorschläge bewertete und konkrete Empfehlungen für die nächsten Jahrzehnte abgab (10).  Welch Geistes Kind dieser Mensch ist, konnte man in der Zeitschrift „Horizonte“ lesen, wo er auf die Frage, wie lange der radioaktive Abfall gefährlich sei, allen Ernstes antwortete:  „Nur noch einige hundert Jahre. Aber damit treten wir in eine vom Menschen gestaltbare historische Dimension ein. Selbst viele mittelalterliche Kathedralen sind älter.“ (11) – Hilft jetzt nur noch beten?? - Dieser Mann stellt also innerhalb eines exklusiven Gremiums die weltweit wichtigsten energiepolitischen Weichenstellungen der nächsten Jahrzehnte!

Am 28. Juli 2007 hielt Horst-Michael Prasser, Professor für Kernenergiesysteme, an der Zürcher Hochschule Winterthur den Vortrag „Die Zukunft der Kernenergie“, indem er die Generation IV und Hochtemperaturreaktoren ausführlich darstellte und propagierte. Ganz praktisch in unmittelbarer Nachbarschaft der alten Firma Sulzer, die schon in den 70er Jahren Teile für den THTR gebaut hat. Einlader zu dieser öffentlichen Veranstaltung - ausgerechnet unter der Rubrik „Umwelt- und Gesundheitsschutz“ - war ebenfalls noch das „Stadtwerk Winterthur“.  Inniger können sich die Beziehungen zwischen Politik, Wissenschaft und Atomindustrie wohl kaum darstellen.

Sulzer heute
Nach umfangreichen Umstrukturierungen ist Sulzer heute im Maschinen- und Anlagenbau sowie in der Oberflächentechnik tätig. Zehntausend Mitarbeiter an über 120 Standorten auf der ganzen Welt erwirtschafteten im Jahre 2006 2,8 Milliarden Schweizer Franken. Doch was bedeutet das für uns konkret? Sulzer ist in verschiedene Untergesellschaften aufgesplittet, die immer noch zum Teil am Bau von Atomanlagen beteiligt sind: Sulzer Pumps, Metco, Chemtech, Turbo Services, Innotec.

In dem Geschäftsbericht von Sulzer Pumbs des Jahres 2006 wird die Beteiligung an dem Bau des französischen EPR 1600 hervorgehoben. Ebenso die nuklearen Aktivitäten in China, Südafrika, USA, Indien, Russland und Deutschland. Insbesondere die beiden erstgenannten Länder machen uns natürlich hellhörig, weil dort aktuell Hochtemperaturreaktoren gebaut werden. In der BRD war Sulzer an dem Bau des Atomkrafwerkes in Grafenrheinfeld beteiligt.

Die Sulzer Unterabteilungen Metco in der Schweiz und den USA sind an der Entwicklung spezieller Wasserstoff- und Brennstoffzellen-Systeme beteiligt (12). Diese Hochtemperatur-Brennstoffzellen SOFC (Solid Oxide Fuel Cell), das haben wir im THTR-Rundbrief Nr. 107 herausgestellt, dienen der Koppelung der Wasserstoff-Energieproduktion mit der HTR-Nuklear-energie und wird von der EU in speziellen Programmen zur Entwicklung der Generation IV-Generationen gefördert. Wir müssen also wachsam sein und genau anlysieren, wie sich die Aktivitäten von Sulzer entwickeln.

In der Stadt Winterthur hat der alles dominierende Konzern noch aus ganz anderen Gründen für Schlagzeilen gesorgt. Die großen Fabrikhallen der inzwischen untergegangenen Sulzer-Schwerindustrie standen bis zu 15 Jahre leer und sollten zu einem exklusiven, teuren Wohnraum für Reiche umgebaut werden. Hiergegen regte sich ein agiler Widerstand. Das Sulzer-Hochhaus, seinerzeit das höchste der Schweiz überhaupt und Wahrzeichen der Stadt, wurde im Zuge dieser Auseinandersetzungen im Februar 2004 tagelang von mehreren hundert Menschen besetzt und sorgte in der ganzen Schweiz für Aufsehen. Dem massiven Polizeiaufgebot konnten die Besetzer letztendlich ausweichen, indem sie sich bei ihrem Rückzug in einen vorbeiziehenden, teilweise ebenfalls maskierten Faschingsumzug einreihten – wirklich köstlich diese Geschichte!


Hier in Winterthur bei der Libertären Aktion Winterthur (LAW) im Rahmen der 4. Anarchietage einen Vortrag über die HTR-Linie und Sulzer zu halten (13), war ebenfalls ein schönes Erlebnis. Etliche neue Kontakte konnten geknüpft werden. Und vielleicht werden in Zukunft irgendwelche Professoren, die meinen, hier könnten sie unwidersprochen in Vorträgen Werbung für die HTR-Linie machen, auch etwas erleben?? - So ergeben sich immer wieder neue, ganz überraschende  Anknüpfungspunkte für unsere Arbeit. - Und uns wird dabei nie langweilig!

 

Anmerkungen:
1. Beurteilung der in- und ausländischen Konzepte für kleine Hochtemperaturreaktoren. März 1990. Seite 2-22. Von Lothar Hahn und Britta Nockenberg
2. Atomwirtschaft (atw) 1986, Nr. 3
3. Berner Zeitung vom 12. 6. 1986
4. Frankfurter Rundschau 3. 10. 1987
5. FAZ vom 23. 1. 1988
6. atw 1991, Nr. 9
7. Bonner Energiereport, 18. 6. 1990
8. „Stand der Kernenergie und Ausblick“, Swissnuclear.ch (2005), Seite 346
9. Siehe unter 8, Seite 320
10. Neue Züricher Zeitung vom 7. 3. 2007
11. Schweizerischer Nationalfonds, Horizonte, Juni 2007, Seite 5
12. Aus: Sulzer Technical Review 2/2005, Seite 8
13. Siehe: WOZ vom 24. 1. 2008, Tages-Anzeiger vom 28. 1. 2008 und Der Landbote vom 29. 1. 2008

Krebsrisiko am THTR:

Bürgerinitiative fordert seriöse Untersuchungen statt Nebelkerzen!

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Die NRW-Landesregierung schreibt in ihrem Bericht für die Sitzung des Umweltausschusses im Januar 2008: „Der Landesregierung sind keine Erkenntnisse über Krebserkrankungen von Kindern im Umfeld des Thorium-Hochtemperaturreaktors THTR-300 bekannt.“ Sie verweist in diesem Zusammenhang auf das kontinuierlich arbeitende Fernüberwachungssystem an den kerntechnischen Anlagen, bei dem Grenzwert-Überschreitungen der Radioaktivität „noch nie zu verzeichnen“ waren. Die Bürgerinitiative Umweltschutz Hamm stellt dazu fest: Das Fernüberwachungssystem wurde am THTR erst ab Januar 1987 in Betrieb genommen. Also ganze vier Jahre nach der ersten nuklearen Kettenreaktion im THTR und genau acht Monate nach dem entscheidenden Störfall, bei dem radioaktive Stoffe aus dem Reaktor freigesetzt worden sind.

Zu ihnen gehören möglicherweise auch radioaktive Kleinstkügelchen (PAC-Kügelchen bestehend aus Plutonium, Americium und Curium), die nach der Zerstörung von ca. 8.000 großen Kugelbrennelementen den Reaktor verlassen haben könnten. Da unbeschädigte Kleinstkügelchen noch von einer Schutzschicht umgeben sind, können sie zunächst mit herkömmlichen Strahlenmessgeräten nicht erfasst werden. Erst bei einer zerstörten Schutzschicht wäre dies möglich. Die gefährliche Wirkung auf dem Luftwege verteilter radioaktiver Partikel könnte also erst viel später eintreten. Jetzt pauschal eine Entwarnung zu geben, wäre grob fahrlässig. Weiterhin verweist die NRW-Landesregierung auf das Krebsregister in NRW. Dieses hat jedoch erst am 1. Juli 2005 – also 19 Jahre nach dem THTR-Störfall und nach Tschernobyl – seine Arbeit aufgenommen und kann diese lange und entscheidende Zeit nicht berücksichtigen!


Video (ca. 1 min.) zur Verfügung gestellt vom WDR - Landesstudio Dortmund

 


Ausschnitt aus einem Video-Beitrag der Sendung 'Lokalzeit'
gesendet auf WDR3 am 20.12.2007

 

In der Bedienleiste, am unteren Rand des Videos, lässt sich rechts der Ton ein- und ausschalten, links das Video stoppen bzw. starten und mit dem kleinen Pfeil unter dem Ladebalken kann man innerhalb des Videos zu jeder gewünschten Stelle "spulen".


Die Landesregierung verweist darauf, dass der THTR seit 1989 stillgelegt worden sei. Allerdings fanden auch nach seiner Stilllegung Störfälle statt; beispielsweise die Leckage mit Tritiumwasser im Jahre 1992.

Radioaktive Stoffe verschwinden nicht einfach über Nacht: Die vom Wind fortgetragenen PAC-Kügelchen könnten als tickende Zeitbomben immer noch für Krebs und Leukämie verantwortlich sein. So, wie es in der Elbmarsch der Fall ist. Dort ist in der Umgebung der GKSS (Gesellschaft zur Kernenergieverwertung in Schiffbau und Schifffahrt), wo es ebenfalls zu einer Freisetzung von PAC-Kügelchen gekommen ist, die weltweit höchste Rate an Kinderleukämie festgestellt worden: 17 Kinderleukämiefälle in einem sehr dünn besiedeltem Gebiet! Sie beschäftigen zahlreiche Landtagsausschüsse und Expertengremien.

Von der Landesregierung erwartet die Bürgerinitiative Umweltschutz Hamm, dass sie die Sorgen und Ängste der Bevölkerung wirklich ernst nimmt und Untersuchungen in Auftrag gibt, die mit Hilfe eines orientierenden Meßprogramms möglicherweise freigesetzte PAC-Kügelchen auffindbar macht und weitere vertiefende Untersuchungen einleitet.
Desweiteren fordern wir eine auf neuester methodischer Basis erhobene wissenschaftliche Erhebung und Bewertung des Krebsrisikos in der Umgebung des THTRs.

In den letzten Wochen sind viele besorgte Menschen an die Bürgerinitiative Umweltschutz Hamm mit konkreten Hinweisen auch auf Krebs- und Leukämiefälle herangetreten. Wir werden diese in den nächsten Wochen in geeigneter Form der NRW-Landesregierung, dem neuen NRW-Krebsregister, dem Bundesamt für Strahlenschutz und dem Bundesumweltminister zur Verfügung stellen.

Besorgte Bürger können sich mit ihren Hinweisen gerne bei der Bürgerinitiative Umweltschutz auf unserer Homepage melden. Wir leiten die Anregungen gegebenenfalls in geeigneter Form – auf Wunsch auch anonymisiert - an die verantwortlichen Stellen weiter.
Damit die NRW-Landesregierung nicht ganz so ahnungslos bleibt, wie sie sich in der neuesten Stellungnahme für den Umweltausschuss darstellt.

Unterdessen beschäftigt sich seit 2006 immer noch eine spezielle Arbeitsgruppe im Forschungszentrum Jülich, an dem das Land NRW beteiligt ist, mit dem Thema Atomkraft und THTR. Allerdings nicht mit den radioaktiven Altlasten und dem Krebsrisiko in NRW, sondern mit neuen Initiativen, am Ausstiegsbeschluss vorbei wieder verstärkt an der HTR-Linie zu forschen! Vollendete Tatsachen wurden auch schon geschaffen, indem mehrere neue Professoren- und Wissenschaftsstellen für THTR-Forschung eingerichtet worden sind.

In so einer Situation kommt der NRW-Landesregierung eine Diskussion um mögliche Krebsfälle in der Nähe  ihrer  ehemaligen  Vorzeigeobjekte nicht sehr gelegen. Deswegen müssen die Bürger dafür sorgen, dass dieses Thema nicht unter den Tisch gekehrt wird!


Die Ereignisse im Januar
Nach den aufregenden Ereignissen im Dezember setzten die Medien die kritische Berichterstattung fort. Mit dem langen Artikel vom 2. Januar 2008 im Wochenblatt erhielten auch diejenigen Menschen, die keine Tageszeitung für teures Geld abonniert haben, sehr umfassende und detaillierte Hintergrundinformationen. Dies führte zu erneuten Nachfragen an die BI und Grüne. Am 22. Januar druckte der WA eine Kritik der BI an der blamablen Haltung der NRW-Landesregierung ab, die sich auf der NRW-Umweltausschussitzung völlig ahnungslos gab.

 

Auch in der Hauptwindrichtung tat sich wieder Einiges: Die Lokalausgabe Lippetal der Westfalenpost schickte eine Redakteurin nach Hamm und diese berichtete am 25. Januar sehr ausführlich. Sie schrieb in ihrem Kommentar: „Dass fast 20 Jahre nach der Stilllegung des THTR bei den Bürgern noch immer so viel Klärungsbedarf besteht, stimmt nachdenklich. (...) Betreiber und Regierung sind es den Menschen schuldig, wissenschaftlich fundierte Antworten zu liefern.“

Am 29. Januar hat endlich auch der Rat der Stadt Hamm die Kurve gekriegt und einem Antrag der grünen Fraktion zugestimmt. Jetzt werden auch hochoffiziell die übergeordneten Institutionen im Namen der Stadt Hamm aufgefordert, eine Krebsstudie für die Umgebung des THTR zu erstellen. Aber das Bundesumweltministerium schweigt immer noch. Also muss unser Druck erhöht werden. Als nächstes findet deswegen eine Kundgebung am 26. April vor dem THTR statt.

Tschernobyl-Jahrestag:

Kundgebung vor dem THTR in Hamm-Uentrop!

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Zeit: Samstag, den 26. April 2008, ab 15 Uhr
Die Nichtberücksichtigung des Pannen- und Pleitereaktors in Hamm bei der Leukämiestudie des Bundesamtes für Strahlenschutz hat in der Region für viel Aufsehen und Unruhe gesorgt. Obwohl der Rat von Lippetal und der Stadt Hamm die Einbeziehung der Region rund um den THTR in eine Krebsstudie fordern, reagiert das zuständige Bundesumweltministerium nicht. Die Forderung der BI Umweltschutz Hamm, den Störfall von 1986, bei dem es zu einer grösseren Freisetzung von Radioaktivität kam, endlich aufzuklären, wird weiterhin ignoriert. – Es hilft alles nichts: Wir müssen mehr Druck aufbauen, damit unsere Forderungen ernst genommen werden. Briefe und Resolutionen reichen da nicht.

Na, dann machen wir das mal ...

Deswegen findet am 26. April direkt vor dem THTR eine Kundgebung und Mahnwache statt. Wir lassen Luftballons mit angehängten Postkarten steigen und beratschlagen, wie unsere nächsten Schritte aussehen werden.

Frühjahrskonferenz der Anti-Atomkraftbewegung

In Ahaus findet vom 1. bis 4. Mai 2008 die Frühjahrskonferenz der Anti-AKW-Bewegung mit Aktionswochenende und Camp statt. Insgesamt acht Arbeitsgruppen und zahlreiche Vorträge und Diskussionen und ein Musikkonzert sind geplant. “Die Anti-Atom-Bewegung soll als eine offene Bewegung erlebbar sein, bei der es einfach Spaß macht mitzumachen“ schreiben die einladenden Initiativen aus dem Münsterland.
Weitere Infos: www.sofa-ms.de

Olympia vor THTR-Baustelle in China

Obwohl der THTR auf der Halbinsel Shandong in China schon seit 2007 im Bau sein soll, hört man zur Zeit recht wenig aus dem ehemaligen deutschen Kolonialgebiet (siehe THTR-Rundbrief Nr. 105). Lediglich das hier gebraute Tsingtau-Bier ist den Zeitungen eine Meldung wert, wenn Hunderttausende hierhin zum deutsch-chinesichen Bierfest strömen. Und jetzt auch noch dies: „Qindao ist heute auch ein Bade- und Erholungsort, der unlängst mit der Ankündigung von sich reden machte, Austragungsort für die Segelwettbewerbe der Olympischen Sommerspiele 2008 zu werden.“ (ND vom 8. 12. 2007)

Liebe Leserinnen und Leser!
Der Spendenaufruf kurz vor Weihnachten hatte eine gute Resonanz gefunden. Herzlichen Dank!

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