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Der vierte Castoren-Transport auf dem Neckar

16.11.2017

Castor-Transport erreicht Neckarwestheim

Der Artikel von Heike Kinkopf und Adrian Hoffmann erschien in www.stimme.de

Nach rund elf Stunden Fahrt auf dem Neckar ist der vierte Atommüll-Transport am Zwischenlager Neckarwestheim angekommen. Auf der Strecke gab es Proteste von Aktivisten.

Nach der Ankunft in Neckarwestheim wurde erwartet, dass die Container mit ausgedienten Brennelementen von Bord in das Zwischenlager gebracht werden. Das Spezialschiff mit drei Castor-Behältern hatte in der Nacht auf Donnerstag gegen 2 Uhr am stillgelegten Atomkraftwerk Obrigheim abgelegt. Gegen 4.45 Uhr passierten die Schiffe die Schleuse bei Haßmersheim, gegen 7.40 Uhr die Schleuse bei Bad Friedrichshall-Kochendorf.

Es ist der vierte von fünf Transporten dieser Art. Insgesamt sollen 15 Behälter mit dem radioaktiven Restmüll in Neckarwestheim zwischengelagert werden. Neun Castoren sind bereits dort angekommen. Die nächsten drei sind auf dem Weg.

Aktionen in Heilbronn

Gegner der Atommüll-Transporte versammelten sich in Heilbronn zu einer Mahnwache. An der Otto-Konz-Brücke zählte die Polizei kurz nach acht Uhr drei Teilnehmer. Die Stimmung blieb friedlich.

Eine weitere Aktion gab es bei Sontheim. Mit Menschen, Enten und Fässern im Neckar versuchten Demonstranten, das Schiff aufzuhalten. Rund 10 Atommüll-Gegner schwammen im Fluss. Das Spezialschiff fuhr langsam an den Demonstranten vorbei. „Wir haben die Schwimmer und die Gegenstände aus dem Wasser gebracht“, sagte ein Polizeisprecher danach.

An der Aktion beteiligten sich Mitglieder der Organisationen Robin Wood sowie dem Bündnis Neckar castorfrei und der Anti-Atom-Initiative Karlsruhe, wie die AKW-Gegner mitteilten. Polizei umkreiste die Aktivisten mit Schlauchbooten.

Aufbruch in der Nacht

"Das ist unsere Einsatztaktik“, begründete Roland Fleischer, Sprecher der Einsatzleitung in Göppingen, den Start des Transports mitten in der Nacht. Die Genehmigung für den Transport umfasse 24 Stunden. Auch die aktuelle Fahrt habe man „sehr akribisch“ vorbereitet und „sorgfältig geprüft“. Die Polizeigewerkschaft hatte im Vorfeld die Transporte in der durch die Jahreszeit bedingten Dunkelheit kritisiert.

Die oberste Prämisse ist der Polizei zufolge Sicherheit. „Sie geht vor Geschwindigkeit“, sagt Roland Fleischer. Ob der Transport eine Stunde früher oder später in Neckarwestheim ankommt, „spielt für uns keine Rolle“.

Der erste Castortransport ist Ende Juni erfolgt. Der zweite und dritte Transport sind im September und im Oktober über die Bühne gegangen.
Der Energiekonzern EnBW will auch den fünften und damit letzten Transport noch in diesem Jahr abschließen.

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Karte der nuklearen Welt:

Das Akw Obrigheim liegt nördlich von Heilbronn und südlich befindet sich das Zwischenlager auf dem Gelände des Akw Neckarwestheim

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https://neckarwestheim.antiatom.net/

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