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Störfall Atomkraft
Aktuelle Argumente zum Ausstieg aus der Kernenergie
von Karl-W. Koch, Astrid Schneider und Ralph Thomas Kappler 2010 erschienen im VAS-Verlag
Ist Deutschland bereits eine heimliche Atommacht? Die zivile und die militärische Nutzung der Atomtechnologie sind faktisch nicht trennbar. Das Buch „STÖRFALL ATOMKRAFT“ vernetzt erstmalig die Debatten um Gesundheitsschutz, Ressourcen, Energiesicherheit, Terrorismus, Atomwaffen und Proliferation. Es liefert hochbrisante Argumente zur Debatte um die Laufzeitverlängerung und durchleuchtet faktenreich die sogenannte „Renaissance“ der Atomkraft. Viele Menschen lehnen Atomkraft gefühlsmäßig und aus grundlegender Überzeugung ab. Aktuelle Daten, Zahlen und Zusammenhänge zeigen klipp und klar, wie richtig sie damit liegen.
Der Hochtemperaturreaktor
Konflikte, Interessen, Endscheidungen
1991 von Ulrich Kirchner
Dieser Band zeigt anhand der Entwicklung des bundesdeuten Konzepts eines Hochtemperaturreaktors (HTR) exemplarisch auf, daß die Kernenergieentwicklung keineswegs das Ergebnis rationaler Planungen ist. Vielmehr erwies sich während der Entscheidungsprozesse, daß das HTR-Konzept in hohem Maße "chaotischen", strukturell divergierenden Planungsmomenten unterworfen war. Im Gegensatz zum "Schnellen Brüter" gab es keine "community", die diese Technologie geschlossen forcierte. Die HTR-Entwicklung wirft die Frage auf, inwiefern Großtechnologien heute gesellschaftlich noch durchsetzbar sind.
STÖRFALL HAMM
Die Atompolitik der VEW
1986 von Jochen Hering
Die "neuen" alten Argumente der Atomwirtschaft -- Der Wunderreaktor von Hamm-Uentrop -- Der Störfall vom 4. Mai 1986 -- Katastrophe und Katastrophenschutz - Ein 'Gedankenspiel' zum möglichen Gau in Hamm -- Die Vereinigten Elektrizitätswerke Westfalen - Ein kurzer Steckbrief -- Wie die Atomwirtschaft mit Kohle und Bergbau umspringt - Ein Einblick in den Atomfilz -- Energie aus Wasserkraft - Das unerwünschte Geschenk der Natur -- "Der VEW-Berieselung ist nichts entgegengesetzt worden" -- Widerstand der Bürgerinitiativen gegen das VEW-Informationszentrum Uentrop 1976 -- Arbeitskreis "Gegengift", Herford: "Immer wieder Mut machen zum Widerstand!" -- Bürgerinitiativen in der Region --
Friedlich in die Katastrophe
Eine Dokumentation über Atomkraftwerke
1981 von Holger Strohm
Zweitausendeins, Erscheinungsdatum: 1981. 1292 Seiten, umfassendstes Werk, etliches über den HTR!
Radioaktive ‚Niedrig‘-Strahlung
Strahlenschäden bei Kindern und Ungeborenen
1977 von Ernest J. Sternglass
Oberbaumverlag, Ausgabe 1979, erste Auflage 2-3 Jahre früher. 1987 nochmal aufgelegt.
Zuerst gab es nur wenig statistisches Material ... und diejenigen, die daran interessiert sind, die Gefahren durch Atombombenteste und Atomkraftwerke herunterzuspielen, konnten behaupten, geringe radioaktive Strahlung (Low-Level Radiation) ist ungefährlich - selbst dann, wenn sie langfristig auf Menschen einwirkt.
Aber dann gab es immer mehr statistisches Material ...
und die Daten wiesen immer klarer darauf hin: Der menschliche Organismus ist gegen radioaktive Strahlung hundert- oder sogar tausendmal empfindlicher als bisher angenommen. Besonders betroffen sind die Schwächsten: die Ungeborenen, die Kinder und die ganz Alten.
Das Buch 'radioaktive Niedrig-Strahlung' von E. J. Sternglass dokumentiert den Kampf, dieses Beweismaterial an die Öffentlichkeit zu bringen, und zeigt alarmierende Schlussfolgerungen auf, die unserer unmittelbaren Lebensinteressen angehen.
„Radioaktive Niedrig-Strahlung" belegt, dass es keine untere Grenze der Gefährlichkeit von Radioaktivität gibt. Selbst die im Normalbetrieb aus Atomanlagen abgegebenen geringen Strahlungsmengen sind viel gefährlicher als jemals vermutet wurde. Über Luft und Wasser gelangen sie in die Nahrungskette und werden im menschlichen Organismus angereichert.
Diese „Geringere“ Strahlenbelastung ist verantwortlich für die Zunahme von Totgeburten, Missbildungen bei Kindern und Todesfällen durch Leukämie und Krebs. Dennoch sind bis jetzt in Deutschland 14 Atomkraftwerke in Betrieb - über 50 sollen es einmal werden, davon allein 40 in der Bundesrepublik.
Ernest J. Sternglass, Professor Für Strahlenkunde an der Universität Pittsburgh (USA), trat auch als Gutachter der badisch-elsässischen Bürgerinitiativen im Prozess um das Atomkraftwerk in Wyhl auf.
Sein geschriebenes Buch ist nicht nur eine wissenschaftliche Darstellung der tödlichen Auswirkungen geringer Strahlendosen, sondern zugleich ein lebendiger Bericht über die Versuche des Staatsapparats und der amerikanischem Energiekommission (AEC), seine Arbeit zu behindern und in der Öffentlichkeit wirksam werden zu lassen.
Ergänzt wird das Buch durch einen Beitrag von Professor Klaus Bätjer und Diplom-Physiker Pere Carbonell von der Universität Bremen: „Die Arbeiten von E.J. Sternglass zu Problemen der Strahlenbelastung beim Menschen."
Der Atom-Staat
Vom Fortschritt in die Unmenschlichkeit
1977 von Robert Jungk
"Mit der technischen Nutzbarmachung der Kernspaltung wurde der Sprung in eine ganz neue Dimension der Gewalt gewagt ...", so beginnt Robert Jungk dieses Buch, das er in "Angst und Zorn" geschrieben hat, "in Angst um den drohenden Verlust von Freiheit und Menschlichkeit".
Der sensationelle Erfolg dieses Buches erklärt sich genau aus dieser Haltung. Jungk Thema ist die Deformierung des Menschen durch Einschränkung der persönlichen Freiheit, durch Repressionen, Ängste und gegenseitige Bespitzelung. Jungk zeigt auf, was bereits möglich war und ist und fordert eindringlich jeden einzelnen auf, seine furchtsame "Ich kann sowieso nichts ändern" -Haltung aufzugeben.
Zum richtigen Verständnis der Kernindustrie. 66 Erwiderungen
Autorengruppe des Projektes SAIU an der Universität Bremen, 66 Erwiderungen zu einer Broschüre der Atomindustrie: "66 Fragen: 66 Antworten - Zum besseren Verständnis der Kernenergie"
Oberbaumverlag, 1975
Der Klassiker, all diese 66 Erwiderungen sind, auch 35 Jahre später, hoch Aktuell.
Hochkonjunktur für Kernkraftwerke - (1975) in den kommenden 10 Jahren sollen allein in der BRD vierzig AKW gebaut werden. Dieser Boom ist gut vorbereitet: Seit 20 Jahren wird die Öffentlichkeit mit Werbung für den "billigen, sicheren, sauberen Atomstrom" überschüttet. Trotzdem wächst der Widerstand der betroffenen Bevölkerung, die sich bedroht, irregeführt und im Stich gelassen sieht - im Stich gelassen auch von der Wissenschaft, die zu diesen Auseinandersetzungen wie zur Kernenergiepropaganda weithin schweigt.
Hier soll dieses Buch helfen. Es wurde geschrieben von einer Gruppe von Wissenschaftlern, Studenten und Mitarbeitern der Universität Bremen. Drei Jahre lang haben sie die öffentliche Auseinandersetzung um die Kernenergieverwertung verfolgt und wurden dabei vielfältig als von den betroffenen Bürgern benannte Sachverständige tätig. In diesem Buch greifen sie die 200.000 fach verbreitete Reklameschrift "66 Fragen: 66 Antworten - Zum besseren Verständnis der Kernenergie" auf. Zu jeder einzelnen Frage und Antwort geben sie eine ausführliche und mit viel Material belegte Erwiderung aus der Sicht der Kernenergiekritiker. Mit einem zusammenfassenden Nachwort und einer Erklärung von Abkürzungen und Sachwörtern.
Heller als tausend Sonnen
Das Schicksal der Atomforscher
1956 von Robert Jungk
Das Buch gibt es auch bei rororo seit 1964, und bei Heyne seit 2000, erstmals erschienen ist es schon 1956. Es ist der Vorläufer von „Der Atomstaat“ und beschäftigt sich mit der Rolle der internationalen Atomforscher und der „Atomnazis".
Dieser faszinierende Sachreport wendet sich an alle, die Auge in Auge mit der größten Gefahr unseres Jahrhunderts leben. Er beschreibt die Geschichte der Atombombe als «eine Geschichte wirklicher Menschen» (C. F. Frhr. von Weizsäcker), die im Sommer 1939 noch in der Lage gewesen wären, den Bau von Atombomben zu verhindern und die Chance ungenutzt vorbeigehen ließen: sie zeigten sich der bedrohlichen neuen Erfindung moralisch und politisch nicht gewachsen. Jungk breitet ein überwältigendes Tatsachenmaterial aus, erschließt bislang unzugängliche Quellen und macht auf erregende Weise das Dilemma berühmter Wissenschaftler deutlich, die zwischen Forscherdrang und Gewissensqual schwanken. Was in den zwanziger Jahren als kollegiales Teamwork junger Wissenschaftler begonnen hatte, entwickelt sich zur Tragödie. Forscher, die sich ursprünglich allein dem wissenschaftlichen Fortschritt verpflichtet fühlten, sahen sich sehr bald in das Spannungsfeld machtpolitischer Auseinandersetzungen gerissen und viele von ihnen begannen zu erkennen, daß sie, wie der amerikanische Atomphysiker Oppenheimer sich ausdrückt, «die Arbeit des Teufels» getan hatten. Trotz scharfer Angriffe fällt Jungk kein moralisches Verdammungsurteil. Er will sein Buch als Beitrag zu dem großen Gespräch verstanden wissen, «das vielleicht eine Zukunft ohne Furcht vorbereiten kann».
Robert Jungk wurde am 11. Mai 1913 als Sohn des Schauspielers, Regisseurs und Filmautors Max Jungk in Berlin geboren. Nach dem Besuch des Mommsen-Gymnasiums studierte er bis 1933 Philosophie und Psychologie an der Universität seiner Vaterstadt. Als der Nationalsozialismus zur Macht kam, emigrierte Jungk nach Paris, wo er seine Studien an der Sorbonne fortsetzte. Er arbeitete in Frankreich und im republikanischen Spanien an Dokumentarfilmen und schrieb von 1940 bis 1945 unter Pseudonym für die «Weltwoche» in Zürich, wo er auch, sein Universitätsstudium mit einer historischen Doktorarbeit abschloß. Als Korrespondent des «Observer» kam er 1945 nach Deutschland zurück und gab als erster ausländischer Journalist eine ausführliche Darstellung über die Hintergründe des 20. Juli 1944. «Die Zukunft hat schon begonnen» (1952; rororo NT. 6653) war das Ergebnis eines mehrjährigen Aufenthalts in den USA. Das Thema, das hier angeschlagen worden war, wurde später in «Heller als tausend Sonnen» (1956) und «Strahlen aus der Asche» (1959) vertieft, international berühmten Büchern, die eindringlich vor den Gefahren der entfesselten Atomkraft warnen. Robert Jungk hat seit 1968 einen Lehrauftrag für Zukunftsforschung an der TU Berlin und ist seit 1974 Vorsitzender der Gruppe «Mankind 2000» in London. Sein 1973 veröffentlichtes Buch «Der Jahrtausendmensch. Aus den Werkstätten der neuen Gesellschaft» führte 1975 zur Gründung einer «Fondation pour l'invention sociale», die Ansätze zu einer humaneren Technologie und Gesellschaft koordinieren und fördern soll.