Aktuelles Zeitungsartikel 2017

Zeitungsartikel 2017

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12.09.2017

70 Prozent der Deutschen für das Abkommen zum Verbot von Atomwaffen

Dieser Artikel von Florian Rötzer erschien in Telepolis

Ab dem 20. September können die Staaten dem Vertrag beitreten, die Bundesregierung boykottierte wie die anderen Nato-Staaten die Verhandlungen bei den Vereinten Nationen

Am 20. September wird der Vertrag zum Verbot von Atomwaffen, den 122 Staaten beschlossen haben, von UN-Generalsekretär António Guterres zur Unterschrift frei gegeben. Sobald ihn 50 Staaten unterschrieben und ratifiziert haben, tritt der Vertrag in Kraft, der die im Atomwaffensperrvertrag eingegangene Verpflichtung der Atomwaffenstaaten, ihre Atomwaffen abzurüsten, umsetzen will.

Dem 1970 in Kraft getretenen Atomwaffensperrvertrag sind 191 Staaten beigetreten, wenn ihn auch nicht alle ratifiziert haben. Nordkorea trat 2003 aus ihm wieder zurück, Indien, Israel, Pakistan und Südsudan sind ihm nicht beigetreten. In dem Vertrag hatten sich die 5 offiziellen Atommächte USA, Russland, China, Großbritannien und Frankreich verpflichtet, Verhandlungen " über einen Vertrag zur allgemeinen und vollständigen Abrüstung unter strenger und wirksamer internationaler Kontrolle" zu führen, während im Gegenzug die übrigen Mitgliedsstaaten auf Atomwaffen verzichten, aber das Recht auf friedliche Nutzung der Atomenergie erhalten.

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06.09.2017

Uranbank der IAEA in Kasachstan

Internationale Atomaufsichtsbehörde als kommerzielles Uran-Grossunternehmen, Kasachstan garantiert optimale Diskretion

Dieser Artikel von petrapez erschien in Radio Utopie

IAEA LEU Bank Project: Einweihung eines eigenen nuklearen Vorratslagers für 90 Tonnen schwach angereichertem Uran im Osten Kasachstans, einem diktatorisch regiertem Land. Aufkauf, Lagerung, Handel, Kontrolle in einer Hand - wer überwacht diese Organisation, die zukünftig als Makler radioaktiver Substanzen in Erscheinung tritt ... eine rein rhetorische Frage.

Die Internationale Atomenergie-Organisation (I.A.E.O.) mit Hauptquartier in Wien ist keine Einrichtung der Organisation der Vereinten Nationen, auch wenn die Farben ihrer Flagge diesen Eindruck vermittelt. Die I.A.E.O. wurde im Jahr 1953 gegründet und berät die Gremien der U.N.O. zu zivilen und militärischen Fragen der Nutzung und Sicherheit im nuklearen Bereich. Diese Atomenergiebehörde ist der grösste Lobbyist für die Errichtung von Atomkraftwerken und wurde im Jahr 2005 mit dem Friedensnobelpreis für ihre "hervorragende Arbeit" ausgezeichnet.

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05.09.2017

Washington im Kampf gegen das UN-Abkommen zum Verbot von Atomwaffen

Dieser Artikel von Florian Rötzer erschien in Telepolis

Als eines der wenigen europäischen Länder hat Schweden den Entwurf des Abkommens unterstützt. US-Verteidigungsminister Mattis droht dem Land vor einer möglichen Ratifizierung

Im Sommer 2016 haben nur 120 Staaten den einen Vertrag zum Verbot von Atomwaffen unterzeichnet. Die Staaten mit Atomwaffen haben sich nicht beteiligt, die fünf wegen ihrer Atomwaffen ständigen Mitglieder im Sicherheitsrat haben auch darauf verzichtet und damit deutlich gemacht, dass sie ihrer Verpflichtung, die sie mit dem Atomwaffensperrvertrag eingegangen sind, weiterhin nicht nachkommen wollen. Auch nicht rhetorisch, wie das immerhin Barack Obama machte. Dagegen hat längst schon wieder ein atomares Wettrüsten eingesetzt.

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31.08.2017

Demo am 09.09.2017 in Lingen

Stoff für Pannenmeiler

Dieser Artikel von Reimar Paul erschien in neues-deutschland.de

Atomkraftgegner aus mehreren Ländern wollen in Lingen gegen Brennelementefabrik und Atomwirtschaft demonstrieren

Zehntausende beteiligten sich Ende Juni an der Menschenkette von Aachen zum belgischen Pannen-Atomkraftwerk Tihange. Diesen Schwung will die Anti-AKW-Bewegung nutzen. Mehr als 60 Initiativen und Verbände aus den Niederlanden, Belgien und Deutschland rufen für den 9. September zu einer Demonstration in Lingen auf. Die emsländische Kleinstadt beherbergt eine Brennelementefabrik des französischen Atomkonzerns Areva. Nahe der Stadtgrenze produziert das AKW Emsland Strom und Atommüll, auch die Uran-Anreicherungsanlage im westfälischen Gronau ist nicht weit entfernt. Während das Atomkraftwerk noch bis 2022 am Netz bleiben soll, verfügen die beiden Fabriken über unbefristete Betriebsgenehmigungen.

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28.08.2017

Neues vom alten Thorium-Flüssigsalzreaktor

It’s all about Energy: Neue Experimente am Thorium-Reaktor

Dieser Artikel von Thomas Scherer erschien in elektormagazine.de

Forscher der NRG (Nukleare Forschungs- und Beratungsgruppe) in den Niederlanden arbeiten schon lange an den als sicher(er) geltenden Thorium-Flüssigsalzreaktoren. Nun wurden im Petten neuartige Experimente begonnen. Diese Experimente im niederländischen Petten markieren die ersten ihrer Art seit über 45 Jahren, denn frühe Versuche wurden aufgrund der nicht überwindbaren Anforderungen an die Materialien eingestellt.

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21.08.2017

Verunreinigungen haben größeren Einfluss als angenommen

Dieser Artikel von Marc Platthaus erschien in laborpraxis.vogel.de

Wie müssen atomare Endlager konzipiert werden? Die Ergebnisse eines internationalen Forscherteams können hierauf vielleicht einen wichtigen Einfluss haben. Die Wissenschaftler haben entdeckt, das Ultraspurenverunreinigungen durch radioaktive Stoffe das Verhalten von Elementen maßgeblich bestimmen können. Hiermit kann die Langzeitauswirkung radioaktiver Abfälle besser vorhergesagt werden.

Wien/Österreich – Das chemische Verhalten von Stoffen ist in der Welt der Chemie grundsätzlich sehr demokratisch geregelt: Die Mehrheit eines Stoffs definiert, wie sich die Substanz verhält, auch wenn „fremde“ Spurenelemente enthalten sind. So kristallisiert Kochsalz und schmeckt wie Kochsalz, auch wenn es Spuren anderer Stoffe enthält. Bisher galt es daher als ausgeschlossen, dass eine Spurenverunreinigung das komplette Kristallisationsverhalten oder den chemischen Aufbau eines Stoffs substanziell verändern kann.

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16.08.2017

URENCO Atommüll

»Sicherste Lösung wäre die Stillegung der Anlage«

Dieser Artikel von Ben Mendelson erschien in jungewelt.de

In Gronau werden 20.000 Tonnen abgereichertes Uranhexafluorid gelagert. Gespräch mit Matthias Eickhoff vom Aktionsbündnis »Münsterland gegen Atomanlagen«

Das Aktionsbündnis »Münsterland gegen Atomanlagen« setzt sich für die Schließung der Urananreicherungsanlage Gronau ein. Auch eine Lagerhalle für Uranmüll wollen Sie dichtmachen. Was genau wird dort aufbewahrt?

Über 20.000 Tonnen abgereichertes Uranhexafluorid werden dort unter freiem Himmel in ­Containern gelagert. Das sind unvorstellbare Mengen. Dazu kommt Uran, das noch angereichert werden soll – denn die Anlage ist weiterhin in Betrieb und produziert jährlich rund 6.000 Tonnen Uranmüll. Neben dem Freilager steht eine leere Lagerhalle. Eigentlich sollte diese schon 2014 in den Betrieb gehen. Doch vom Betreiber Urenco hieß es vor zwei Wochen, das werde »nicht prioritär angegangen«.

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13.08.2017

Endlager-Suche

Für die Ewigkeit

Dieser Artikel von Reimar Paul erschien am 08.08.2017 im tagesspiegel.de

Tausende Tonnen radioaktiven Abfalls müssen sicher gelagert werden. Jetzt wird systematisch nach einem geeigneten Ort gesucht. Wie läuft das ab?

Nach jahrelangem politischen Vorgeplänkel soll die Suche nach einem Endlager für den hochradioaktiven Müll jetzt richtig starten.

Warum braucht es ein Endlager?

Beim Betrieb von Atomkraftwerken entsteht täglich hochgiftiger, radioaktiver Abfall. In Deutschland liegen hunderttausende Tonnen Atommüll in Zwischenlager-Hallen, in den Abklingbecken der Atomkraftwerke oder in ehemaligen Salzbergwerken. Ein kleinerer Teil landete – und landet immer noch – mit Abluft und Abwasser der Atomanlagen nicht rückholbar in der Umwelt. Für die schwach und mittelradioaktiven Abfälle ist mit der früheren Eisenerzgrube Schacht Konrad in Salzgitter ein Endlager im Bau. Es darf laut Genehmigungsbescheid aber keinen hochradioaktiven Müll aufnehmen. Für diesen wird nun nach einer unterirdischen Lagerstätte in allen infrage kommenden Gesteinsformationen (Salz, Ton, Granit) gesucht. Der Atommüll soll 500 Jahre lang zugänglich bleiben und gegebenenfalls zurückgeholt werden können.

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09.08.2017

Energiewende

Siemens drängt in den Atommüll-Fonds

Artikel von Steven Hanke aus bizzenergytoday.com

Mit der Einzahlung von 24 Milliarden Euro haben die vier Kernkraftwerksbetreiber ihre Verantwortung für die strahlenden Altlasten abgewälzt. Jetzt will auch der Elektroriese Siemens den Fonds nutzen.

Der Siemens-Konzern sitzt auf Atommüll aus Hanau. In der hessischen Kreisstadt verarbeitete der Münchner Konzern bis 1995 Plutonium und Uran zu Brennstäben für Kernkraftwerke. Danach folgten Stilllegung und Rückbau bis 2006. Der Elektroriese will seinen fertig verpackten Haufen schwach- und mittelradioaktiven Atommülls in das niedersächsische Endlager „Schacht Konrad“ überführen, sobald dieses Anfang der 2020er Jahre fertig ist. Dort würde der Müll etwa drei Prozent des Gesamtvolumens ausmachen.

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05.08.2017

„Die Gefahr eines Atomkriegs ist aktueller denn je“

Artikel von Friderieke Schulz aus www.lz.de

Bielefeld -
Die Bielefelderin Angelika Claußen vom Verein (IPPNW) „Internationale Ärzte zur Verhütung des Atomkriegs" über den Hiroshima-Angriff und das Vermächtnis der Opfer.

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Zur Person
Angelika Claußen (66) ist Ärztin für Psychiatrie und Psychotherapie in Bielefeld. Über die Friedensbewegung, die sich gegen Atomenergie engagiert, kam Claußen zum Verein „Internationale Ärzte zur Verhütung des Atomkriegs".

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Frau Claußen, viele Menschen glauben, dass das Thema Atomwaffen keine Rolle mehr spielt. Warum sind Sie noch immer aktiv?

Angelika Claußen: Die weltpolitische Lage wird chaotischer, Autoritäten werden zunehmend infrage gestellt. Wenn Staaten wie Russland oder die USA jederzeit 1.200 Atomwaffen auf der höchsten Alarmstufe stehen haben, sollte man Angst haben. Das 
Thema ist also aktueller denn je. Wir führen das Vermächtnis der Hiroshima-Überlebenden weiter. Sie wollen, dass es nie wieder zu dem Abwurf einer Atombombe kommt. Am 7. Juli haben 122 UN-Staaten beschlossen, es zur Wirklichkeit werden zu lassen.

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02.08.2017

Trumps propagierte Wiederbelebung der Atomenergie erfährt Dämpfer

Artikel von Florian Rötzer aus www.telepolis.de

Nach der Pleite von Westinghouse wird der Bau von zwei neuen Reaktoren eingestellt, zeitlich und finanziell waren sie aus dem Ruder gelaufen

Ende Juni rief US-Präsident Donald Trump die "amerikanische Energiedominanz" aus, die natürlich global sein soll. Ein Kern der neuen Energiepolitik ist nicht nur eine Abkehr vom Umwelt- und Klimaschutz und eine Rückkehr zu fossilen Brennstoffen, sondern auch eine Wiederbelebung der Atomenergie.

"Wir werden unseren Atomenergiesektor wiederbeleben und ausbauen, über den ich so glücklich bin und der saubere, erneuerbare und emissionsfreie Energie produziert", kündigte Trump an. Man werde die gesamte Atomenergiepolitik überprüfen, "um neue Wege zur Revitalisierung dieser entscheidenden Energieressource zu finden". Dabei geht es auch darum, Russland und China in der zivilen, aber auch militärischen Nutzung überlegen zu bleiben.

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24.07.2017

Brunnen und Geothermie sind tabu

Artikel von Joachim Wille aus www.klimaretter.info

Mögliche Standorte für ein deutsches Atom-Endlager werden geschützt: Das neue Bundesamt für kerntechnische Entsorgungssicherheit muss alle Bohrungen für Wasserversorgung oder Geothermie genehmigen.

Alles zurück auf Anfang – nach der Pleite mit Gorleben. Die Suche nach einem Endlager für den stark strahlenden Müll aus den Atomkraftwerken wird nun bundesweit neu gestartet, ausgehend von einer weißen "weißen Landkarte". Das heißt: Alle Bundesländer von Schleswig-Holstein bis Bayern und viele Regionen kommen theoretisch infrage. Das bedeutet aber auch: Projekte im tiefen Untergrund wie Erdwärmenutzung, Brunnenbau oder Bergbauprojekte zur Rohstoffgewinnung werden künftig erst dann genehmigt, wenn das Bundesamt für kerntechnische Entsorgungssicherheit (BfE) zustimmt. Darauf wies BfE-Präsident Wolfram König am Montag in Berlin hin.

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15.07.2017

AKW Fukushima: Betreiber will mit Tritium belastetes Wasser ins Meer ablassen

Artikel von Florian Rötzer aus www.telepolis.de

In Fukushima 1 haben sich hunderttausende Tonnen an weitgehend gereinigten, aber weiterhin kontaminierten Wasser in Tanks angesammelt

Vor mehr als 6 Jahren wurde das japanische AKW Fukushima 1 durch ein von einem Erdbeben ausgelösten Tsunami überflutet, der die Stromversorgung und die Generatoren zum Ausfall brachte. In drei der Reaktoren kam es zu einer Kernschmelze. Um die Reaktoren und die Brennstäbe in den Abklingbecken zu kühlen, wurden sie mit Wasser geflutet, was aber schnell zum Problem wurde, weil das hochkontaminierte Wasser teils ins Meer und ins Grundwasser floss und dann, so weit es ging, in Tanks gepumpt wurde, um es dann zu dekontaminieren.

In den drei Reaktoren sollen sich um die 1500 Gebinde mit jeweils 60 Brennelementen befunden haben, in Reaktor 3 auch MOX-Brennelemente, die mehr Plutonium als die normalen enthalten. Tepco kann nur schätzen, wie es im Inneren der Sicherheitsbehälter aussieht. Bislang sind Erkundungsversuche mit Robotern wegen der hohen Strahlenbelastung und Problemen mit Hindernissen gescheitert.

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10.07.2017

Frankreich könnte bis zu 17 Atomreaktoren schließen

Artikel aus www.tt.com

Bis 2025 will Frankreich den Atom-Anteil am Strommix auf 50 Prozent senken. Der neue Umweltminister macht nun klar, dass dafür auch Reaktoren stillgelegt werden sollen.

Paris – Frankreich könnte nach Angaben von Umweltminister Nicolas Hulot in den kommenden acht Jahren bis zu 17 Atomreaktoren abschalten. Er begründete dies am Montag mit dem Ziel des französischen Energiewende-Gesetzes, den Atomanteil an der Stromproduktion bis 2025 auf 50 Prozent zu senken. Bislang kommen in dem Land etwa drei Viertel des Stroms aus Atomkraft.

„Jeder kann verstehen, dass wir eine gewisse Anzahl Reaktoren schließen werden, um dieses Ziel einzuhalten“, sagte Hulot im französischen Radiosender RTL. „Lassen Sie mich die Dinge planen, es werden vielleicht bis zu 17 Reaktoren sein, man muss sich das anschauen.“ Nach seiner Darstellung soll parallel der Verbrauch sinken und die Stromproduktion diversifiziert werden. Details oder einen klaren Fahrplan nannte er nicht.

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04.07.2017

Frankreichs Regierung dringt auf Plan zur Kontrolle der Risiken von Hinkley Point

Artikel aus www.donaukurier.de

Die Mehrkosten in Höhe von 1,7 Milliarden Euro für das britische Atomkraftwerk Hinkley Point haben die französische Regierung alarmiert. Der vom Staat kontrollierte Stromkonzern EDF müsse Juli darlegen, wie er die Risiken des Projekts zu beherrschen gedenke.

Die Mehrkosten in Höhe von 1,7 Milliarden Euro für das britische Atomkraftwerk Hinkley Point haben die französische Regierung alarmiert. Der vom Staat kontrollierte französische Stromkonzern EDF, der das Akw mit Beteiligung eines chinesischen Konzerns bauen will, müsse bis Ende Juli darlegen, wie er die Risiken des Projekts zu beherrschen gedenke, erklärte Wirtschaftsminister Bruno Le Maire am Montagabend. EDF müsse dies bei der Sitzung des Verwaltungsrats darlegen.

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29.06.2017

AKW-Flamanville: Trotz großer Sicherheitsprobleme ans Netz?

Artikel von Ralf Streck aus www.telepolis.de

Obwohl der Stahl des Druckbehälters mangelhaft ist, will die französische Atomaufsicht den Betrieb des Atomkraftwerks zunächst zulassen

Würden Sicherheitsbehörden ein Flugzeug abnehmen und in den Himmel steigen lassen, bei dem zum Beispiel das Material der bedeutsamen Tragflächen nicht den Sicherheitsanforderungen entspricht? Würde man die Zulassung zeitweise genehmigen, um das Material nach einigen Jahren erneut zu untersuchen, wobei sogar unklar ist, wie das dann geschehen soll? Die Fragen können mit Nein beantwortet worden.

Doch offenbar ist die französische Atomaufsicht ASN genau zu diesem Vorgehen im Fall des neuen Atomreaktors in Flamanville bereit. Denn der Stahl des Druckbehälters des neuen European Pressurized Reactor (EPR) entspricht nicht den Sicherheitsanforderungen und bedroht damit das Leben von ungezählten Menschen, aber soll trotz allem wohl 2018 ans Netz gehen.

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26.06.2017

Hand in Hand gegen Atomkraft

Artikel von Madeleine Gullert und Elke Silberer aus www.rp-online.de

Aachen. Im Grenzgebiet von Belgien, Deutschland und den Niederlanden geben sich rund 50.000 Menschen die Hand. Ihre Forderung: das Atomkraftwerk Tihange abschalten. Die Organisatoren sehen die Aktion als starkes Signal.

Sonntag 14.45 Uhr: Wie auf Kommando geben sich die Ersten die Hand, andere reichen gelbe Bänder zum weiter entfernt postierten Nachbarn weiter. Plötzlich steht die Menschenkette am deutsch-niederländischen Grenzübergang Aachen/Vaals. So weit das Auge reicht und nach Angaben der Veranstalter noch viel weiter: bis ins belgische Huy zu den Kühltürmen des Kernkraftwerks Tihange und bis ins Aachener Stadtzentrum. 50.000 Menschen bilden nach Angaben des grenzüberschreitenden Bündnisses "Stop Tihange" eine 90 Kilometer lange Kette durch drei Länder - wenn auch mit kleinen Lücken.

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22.06.2017

Schilddrüsenkrebs bei Kindern: Japans verstrahlte Regierung

Artikel von Sonja Schmitzer aus news.doccheck.com

Wer mehr untersucht, findet mehr.
So erklärt sich die japanische Regierung den deutlichen Anstieg von Schilddrüsenkrebserkrankungen bei Kindern und Jugendlichen in Fukushima. Aus Sicht der Ärzte-Vereinigung IPPNW ist dies „purer Lobbyismus für die Atomkraftbetreiber“.

Ein schweres Erdbeben und ein anschließender Tsunami kosteten im März 2011 knapp 19.000 Menschen in Japan das Leben. Doch nicht nur das: Die Naturgewalten trafen auch das Kernkraftwerk Fukushima und lösten dort mehrere Kernschmelzen mit verheerenden Folgen aus: Fukushima gilt als die folgenschwerste Atomkatastrophe seit dem Reaktorunfall in Tschernobyl im Jahr 1986. Nach Angaben des Kraftwerkbetreibers Tepco wurden bei den Reaktorexplosionen im März 2011 (neben radioaktivem Caesium 134 und 137) auch 500.000 Tera­becquerel Jod-131 freigesetzt – etwa halb so viel wie in Tschernobyl.

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19.06.2017

Korea: Ältester Atommeiler geht vom Netz

Artikel aus www.handelszeitung.ch

Der Atomreaktor in der südkoreanischen Stadt Busan hat ausgedient. Vier Jahrzehnte war er am Netz. Die Abschaltung ist der Auftakt zum Ausstieg aus der Atomenergie.

Südkorea hat seinen ältesten Atomreaktor vor der geplanten Stilllegung endgültig abgeschaltet. Der Reaktor Kori-1 in der südöstlichen Stadt Busan sei am Sonntag nach 40-jährigem Betrieb abgestellt worden, berichteten südkoreanische Sender. Am Samstag wurde der Meiler vom Netz genommen. Mit dem Abbau der Anlage will der Betreiber Korea Hydro and Nuclear Power (KHNP) 2022 beginnen.

Der Reaktor wurde 1978 kommerziell in Betrieb genommen. Vor zehn Jahren hatte die Regierung eine Verlängerung der vorgesehenen Laufzeit von 30 Jahren um weitere zehn Jahre genehmigt.

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16.06.2017

Setzt Saudi Arabien im Jemen Uran-Munition ein?

Artikel von Birgit Gärtner aus www.telepolis.de

Fälle von Missbildungen bei Neugeborenen häufen sich - vor allem in den Haupt-Kriegsgebieten

Die Fotos von Neugeborenen mit schrecklichen Deformationen, die auf der Facebook-Seite Stop War On Yemen zu sehen sind, erinnern an die Bilder aus dem Irak Anfang dieses Jahrtausends. Auch dort trat dieses Problem gehäuft auf und wurde auf den Einsatz von Uran-Munition (abgereichertes Uran/depleted uranium, DU-Munition) zurückgeführt.

Jemenitische Ärzte haben bislang keine Erklärung für dieses Phänomen, stellten jedoch bereits im Frühjahr 2017 fest, dass es offenbar einen Zusammenhang gibt zwischen den Kampfhandlungen (siehe: Warum Krieg gegen den Jemen jetzt?), die vor allem in den Regionen Sa’adah, Sana’a, Ta’izz und Hudaydah stattfinden, und der Häufung von Fehlgeburten und den Missbildungen. Das ließ Anti-Kriegs-Aktivisten hellhörig werden, die sich an die Vorfälle im Irak erinnerten.

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12.06.2017

Die Erkenntnisse zur 'Radioaktiven Niedrigstrahlung', 1977 beschrieben von Professor Ernest J. Sternglass, bestätigen sich nach 40 Jahren.

Weltraumreisen machen krank

Artikel von Florian Rötzer aus www.telepolis.de

Wissenschaftler weisen darauf hin, dass das Krebsrisiko durch eine längere Aussetzung an die kosmische Strahlung deutlich höher sein dürfte, als bislang angenommen

Für Menschen, die zum Mars reisen oder sich länger im Weltraum aufhalten wollen, geht die größte gesundheitliche Gefährdung von der Strahlung aus. Auf der Erde sind wir durch die Atmosphäre geschützt, aber auch durch das Magnetfeld, das die gefährlichen Partikel noch von den Astronauten in der Internationalen Raumstation ISS abhält. Das Leben auf der Erde ist geschützt.

Verlässt man aber auch den Außenbereich des Raumschiffs Erde wird es bei einem längerem Aufenthalt gefährlich, wie zunehmend deutlich wird. So ist bekannt, dass das Krebsrisiko vermutlich anstiegen würde, zudem scheint die stärkere Aussetzung an die Strahlung kognitive Leistungen zu mindern oder gar zu Alzheimer-Effekten zu führen. Man würde womöglich auf den Mars fliegen und nicht mehr wissen, woher man kommt und was man dort will. Dazu kommen Herz-Kreislaufprobleme und der Abbau der Muskelmasse, Schlafstörungen und andere psychische Probleme durch die Isolation im Gefängnis eines Raumschiffs oder einer Raumstation.

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07.06.2017

WDR 2 Klartext

Brennelementesteuer gekippt: unfassbare Stümperei!

Artikel von Jürgen Döschner aus www.wdr.de

Die Atomsteuer ist verfassungswidrig! Das Urteil des Bundesverfassungsgericht zur Brennelementesteuer ist eine Klatsche für die Politik - und eine Folge von unfassbarer Stümperei beim Gesetzgeber in Berlin. So die Meinung von Jürgen Döschner, WDR 2 Energie-Experte.

Atomkraft ist ein schlechtes Geschäft – zumindest für jene, die den Strom aus diesen Kraftwerken bezahlen müssen, und die Forschung für die Entwicklung dieser Risikotechnologie, und die Endlagerung des Atommülls, und die Risiken für große Atomunfälle - und, und, und….

Atomkraft ist aber auch ein gutes Geschäft – für jene, die diese Kraftwerke betreiben. Eine Millionen Euro pro Atomkraftwerk pro Tag. Das war die Marge, mit der EON, RWE, EnBW und Vattenfall lange rechnen konnten - weil sie über Jahrzehnte hinweg nicht nur die Ökologischen- und Sicherheitsrisiken, sondern auch die größten finanziellen Risiken der Atomkraft auf die Allgemeinheit abzuwälzen konnten. Und warum? Weil sie in diversen in Behörden und Ministerien willfährige Unterstützer hatten. Politiker, Beamte und Berater, die korrupt oder dumm genug waren, zum Beispiel ein Kernbrennstoffsteuergesetz auszuarbeiten, das vom Bundesverfassungsgericht bei erster Gelegenheit gnadenlos zerpflückt wird.

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02.06.2017

Klimadebatte nur ein weiterer Trick?!

Trump und das Klima: Wir sind dann mal weg

Artikel von Dirk Maxeiner aus www.achgut.com

Gestern sind die USA aus dem Pariser Klimaabkommen ausgestiegen. Die Rede des amerikanischen Präsidenten dazu finden Sie im vollen Wortlaut hier. Der jetzt aufkommende Sturm der Entrüstung ist 100 Prozent menschengemacht. Mal wieder wird die ganz große Katastrophensirene aufgedreht. "Die Vereinigten Staaten schaden sich selbst, uns Europäern und allen anderen Völkern der Welt", teilten mehrere SPD-geführte Bundesministerien in Berlin mit.

Dabei geht es bei der Auseinandersetzung nur vordergründig um das Klima. Dem ist das Pariser Abkommen nämlich vollkommen egal. Es hat sich immer gewandelt, es wandelt sich derzeit und es wird dies auch in Zukunft tun. Doch selbst wenn die Computer-Berechnungen über eine menschengemachte Klimaerwärmung zutreffen, würde es – wenn überhaupt – bis 2100 eine kaum messbare Temperaturdämpfung erreichen. Das Pariser Klimaabkommen ist nüchtern betrachtet eine gewaltige Vergeudung von Zeit und Geld.

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29.05.2017

Nach dem Ja zum Energiegesetz

Rudolf Rechsteiner:
«Die Atomlobby hat einen perfiden Plan»

Artikel von Gabriel Brönnimann aus www.tageswoche.ch

Das Ja zum Energiegesetz hat die Schweizer Atomkraft-Befürworter erst recht mobilisiert, warnt Grossrat Rudolf Rechsteiner im grossen TagesWoche-Interview.

Herr Rechsteiner, das Energiegesetz (EnG) wurde vom Volk deutlich angenommen. Sind Sie zufrieden?

Ja, ich bin einerseits sehr zufrieden. Die Angst, die die Gegner gezielt geschürt haben, hat diesmal nicht gesiegt. Das Resultat hat meine Erwartungen übertroffen: 58 Prozent – das ist kein Zufall, sondern ein klares Bekenntnis zu den neuen Technologien.

Einerseits? Gibt es denn Gründe, nicht zufrieden zu sein?

Die Vorlage hat wichtige Themen ausgespart. Der Elefant im Wohnzimmer, wenn Sie so wollen, das sind die defizitären Schweizer Atomkraftwerke. Die Atomlobby macht nun Jagd auf Subventionen.

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21.05.2017

Schweizer stimmen gegen neue Kernkraftwerke

Artikel von Peter Mühlbauer aus www.telepolis.de

Alte Meiler dürfen am Netz bleiben, solange sie die Sicherheitsanforderungen erfüllen

Heute hatten 5,3 Millionen Schweizer bis zwölf Uhr Mittag Zeit, ihre Stimme für oder gegen ein Energiewendegesetz abzugeben, das das Parlament der Eidgenossenschaft im September verabschiedet hat. Der aktuellen SRG-Hochrechnung nach wurde dieses Gesetz bei 43 Prozent Stimmbeteiligung mit 58,2 Prozent Ja-Stimmen angenommen. Umfragen waren zuvor von einer geringeren Zustimmung ausgegangen.

Anders als die im letzten Jahr vom Volk abgelehnte Initiative der Grünen verbietet das jetzt angenommene Gesetz zwar den Bau neuer Atommeiler, setzt aber keinen festen Termin für die Abschaffung der bereits gebauten, die die Ökopartei bis spätestens 2029 schließen lassen wollte (vgl. Nein zur Schweizer Atomausstiegs-Initiative). Diese fünf Atomkraftwerke sollen so lange am Netz bleiben dürfen, so lange sie die Sicherheitsanforderungen erfüllen. Derzeit liefern sie etwa ein Drittel des in der Eidgenossenschaft verbrauchten Stroms.

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Wann wird die AKW-Generation IV die an sie gestellten Ansprüche erfüllen und markttauglich sein?

17.05.2017

Die Atomzukunft ist noch weit weg

Artikel von Martin Läubli aus www.tagesanzeiger.ch

Eine Studie zeigt, dass in den nächsten Jahrzehnten kein Durchbruch bei neuen AKW-Reaktorkonzepten kommt. Ist der Leidensdruck zu gering?

Die Ansprüche an das Atomkraftwerk der Zukunft sind hoch: Nach einem Unfall darf es nicht zu einer gefährlichen Freisetzung radioaktiver Substanzen kommen, selbst wenn die Stromversorgung wochenlang ausfällt. Das Reaktorsystem muss so effizient konzipiert sein, dass ein Zugang zum Brennstoffvorrat langfristig garantiert ist. Die Menge der langlebigen radioaktiven Substanzen im Abfall soll sinken, damit dieser nach ­weniger als 1000 Jahren weniger radiotoxisch ist als das verwendete Uranerz. Und schliesslich soll das Kraftwerk ­günstiger sein als die heutigen Meiler. Die Experten sprechen von der AKW-­Generation IV.

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In Belarus haben Atomkraftgegner am Jahrestag der Katastrophe von Tschernobyl gegen den Bau des ersten Reaktors im Land demonstriert

11.05.2017

Aus den Fehlern nichts gelernt

Artikel von Thomas Müller aus www.jungle.world

Am traditionellen Tschernobyl-Marsch in der belarussischen Hauptstadt Minsk beteiligten sich neben Atomkraftgegnern viele Oppositionelle, denen sonst kaum Raum für politische Artikulation bleibt. An seinen Plänen zum Bau des ersten eigenen Atomkraftwerks hält das bela­russische Regime trotz zahlreicher Pannen fest.

Dass die traditionelle Kundgebung am Jahrestag des Reaktorunglücks von Tschernobyl ohne Repression verlaufen würde, dessen konnten sich die Atomkraftgegner und -gegnerinnen am 26. April in Minsk nicht sicher sein. Nur einen Monat zuvor war das belarussische Regime mit aller Härte gegen Sozialproteste vorgegangen, landesweit wurden mehr als 1 100 Demonstrierende festgenommen. Als Vorsichtsmaßnahme hatten einige Umweltschützer daher eine Wohnung in Minsk angemietet, um sich dort mit Tierkostümen verkleiden und per Taxi zur Demonstration fahren zu können. Es lag eher an der permanenten Drohkulisse und gezielten Störmanövern der Behörden als am ­Regen, dass sich schließlich nur etwa 500 Menschen zum Tschernobyl-Marsch versammelten. Da der marginalisierten und zersplitterten Opposition sonst kaum Raum für legale Demonstrationen bleibt, traf sich dort eine bunte Mischung an Menschen unterschiedlichster politischer Ausrichtungen, von Nationalkonservativen bis zu Grünen und Linken: Angehörige von 18 seit März Inhaftierten, denen das Schüren von Massenunruhen vorgeworfen wird, verlangten deren Freilassung; das Banner der belarussischen Volksfront propagierte ein unabhän­giges Belarus und die Grünen forderten den Stopp des Baus des ersten Atomkraftwerks (AKW), das in Ostrowets errichtet wird.

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Russland - Mit schwimmenden Atomkraftwerken möchte Russland Marktmacht werden. Und zugleich an die Bodenschätze der Arktis ran

08.05.2017

Strahlende Hoffnung am Ende der Welt

Artikel von Bermhard Clasen aus www.taz.de

Die nördlichste Stadt Russlands hofft auf Aufschwung und Arbeitsplätze durch zwei schwimmende Atomreaktoren. Umweltschützer sind alarmiert: Im Katastrophenfall wäre eine schnelle Hilfe unerreichbar

Noch prägen Möwenschreie den verschlafenen Hafen von Pewek, einer Stadt am Polarkreis im Fernen Osten Russlands. Doch schon bald könnten die lautstarken Vögel von den Arbeiten zur Befestigung der Uferanlagen übertönt werden. Denn dort soll ein riesiger Lastkahn vor Anker gehen.

Die „Akademik Lomonossow“, Russlands erstes schwimmendes Atomkraftwerk, wird in den nächsten Wochen oder Monaten – wann genau, ist geheim – den Hafen von St. Petersburg verlassen und auf eine etwa 10.000 km lange Reise in Richtung Pewek gehen. Zwei Schiffe werden das Kraftwerk, das als Lastkahn keinen eigenen Motor hat, begleiten: ein Eisbrecher, der den Weg über das Nordpolarmeer freiräumt, und ein weiteres Schiff, das die „Akademik Lomonossow“ ins Schlepptau nimmt. Zwei Atomreaktoren mit einer Leistung von jeweils 35 Megawatt wird der Kahn mit sich führen.

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28.04.2017

Abfuhr für Zuma

Artikel von Christian Selz aus www.jungewelt.de

Südafrika: Gericht erklärt Abkommen zum Bau von Atomkraftwerken für ungültig. Verdienen wollten daran auch Freunde des Präsidenten

Schallende Ohrfeige: Der Oberste Gerichtshof in Kapstadt hat am Mittwoch die Pläne der südafrikanischen Regierung gestoppt, in Südafrika acht Atomkraftwerke bauen zu lassen. Sämtliche Vereinbarungen, die das Energieministerium dazu bereits mit den USA, Südkorea und Russland getroffen hat, sind damit hinfällig. Richter Lee Bozalek bezeichnete den gesamten Vorgang als »ungesetzlich und verfassungswidrig«. Selbst die Kosten des Verfahrens muss das Energieministerium tragen. Geklagt hatten die Nichtregierungsorganisationen Earthlife Africa und Southern African Faith Communities’ Environment Institute (SAFCEI), der Rechtsstreit lief seit Oktober 2015.

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27.04.2017

Kaum Haftung bei Atomunfall

Artikel von Gero Rueter aus www.dw.com

Gegen einen großen Atomunfall sind Europas Kraftwerksbetreiber kaum versichert. Kommt es zu einer Katastrophe wie in Fukushima oder Tschernobyl, so reicht die Haftung laut einer neuen Studie bei weitem nicht aus.

Die Atomkatastrophe von Tschernobyl in der Ukraine hat ganze Landstriche verseucht, Städte mussten aufgegeben werden, Menschen wurden umgesiedelt, viele Arbeiter und Bewohner starben an Krebs. Die wirtschaftlichen Schäden dieses ersten großen Atomunfalls werden auf über 200 Milliarden Euro geschätzt.

Der zweite große Atomunfall ereignete sich 25 Jahre später 2011 in Fukushima. Nach Angaben der japanischen Regierung liegen die Kosten, die vor allem die Steuerzahler tragen, bei umgerechnet 177 Milliarden Euro.

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25.04.2017

Unfall in grenznahem AKW

Niemand haftet für den Super-GAU

Artikel von Jürgen Döschner aus www.tagesschau.de

Tihange, Fessenheim, Temelin - Deutschland ist umgeben von alten Atomkraftwerken. Die Angst vor einem schweren Unfall steigt. Neue Studien zeigen nun: Die Opfer eines Super-GAU würden weitgehend auf den Schäden sitzen bleiben.

Atomkatastrophen verursachen gigantische Schäden - auch finanziell. Allein Tepco, der Betreiber des AKW Fukushima, hat bislang rund 60 Milliarden Euro Schadenersatz gezahlt. Im dichtbesiedelten Europa wären die Schäden bei einem Super-GAU noch größer und würden weit über die Grenzen hinweg spürbar sein. Um die Haftung in solchen Fällen zu regeln, gibt es gleich fünf internationale Abkommen.

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23.04.2017

Toshiba hat fertig?!

Toshiba-Westinghouse: Atomkonzerne in Schwierigkeiten

Artikel von Wolfgang Pomrehn aus www.telepolis.de

Westinghouse meldet Konkurs an. Mutter-Konzern Toshiba könnte im laufenden Geschäftsjahr bis zu 9 Milliarden US-Dollar Verlust machen

Westinghouse, einer der weltweit größten Hersteller von Atomkraftwerken, hat Mitte des Monats Konkurs angemeldet, berichtet das Climate News Network. Großbritanniens AKW-Fans müssen sich nun einen neuen Hersteller für drei Reaktoren suchen, die in Nordwestengland entstehen sollen. Eine Option wäre, dass der südkoreanische Reaktorbauer KEPCO das Projekt übernimmt.

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16.04.2017

Orbáns großes Höllenfeuer!

Ungarn: Neue Bande

Artikel von I. Österle aus www.owc.de

Bei seinem Beitritt zur NATO vor 18 Jahren hatte Ungarn seine Bündnistreue zum Westen noch besonders betont. Praktisch macht das Land jetzt aber mit seinem Atom-Deal mit Moskau genau das Gegenteil.

Der 12. März war ein historisches Datum für Ungarn. Denn an diesem Tag feierte das ostmitteleuropäische Land 18 Jahre Mitgliedschaft in der NATO. „Damit haben wir uns an der Küste des Westens verankert“, hatte damals Ministerpräsident Viktor Orban feierlich in seiner Rede vor seinen neuen Bündnispartnern erklärt – nicht ohne einen kleinen Schuss Pathos.

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09.04.2017

Orbáns kleines Höllenfeuer!

Mit dem Segen Russlands und der EU: Ungarn und Iran bauen Atomkraftwerke

Artikel aus www.pesterlloyd.net

Ungarn gehörte zu den Ländern, die, obwohl in der EU, dem Iran schon lange vor Abschluss des jüngsten Atomdeals und damit der Aussicht auf Aufhebung bzw. Lockerung des Sanktionen Avancen machte.

Am Donnerstag nun teilte Orbáns Kabinettschef Lázár eine neue Qualität der Kooperation mit. Man werde mit dem Iran bei "der Errichtung eines kleinen atomaren Reaktors für wissenschaftliche Zwecke" kooperieren. Das stimmt nicht ganz: Geplant ist zunächst ein 25-MW-Reaktor sowie sodann ein 100-MW-Reaktor (also ca. 10% der Leistung herkömmlicher Reaktoren). Beide Reaktoren sollen anschließend in Pilotprojekten in afrikanischen und asiatischen Ländern installiert werden ...

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01.04.2017

Leider kein Scherz zum 1. April 2017!

Indien: Modi und die ungeliebten Aktivisten

Artikel von Gilbert Kolonko aus www.telepolis.de

In Indien verspricht Ministerpräsident Modi, dass Wirtschaftswachstum um jeden Preis die Lösung aller Probleme sei - hinduistischer Nationalismus ist für den pragmatischen Großunternehmer dabei nur "modernes" Mittel zum Zweck

In den drei Räumen von INSAF in New Delhi, einer Dachorganisation von etwa 700 NGOs, herrscht ein ständiges Kommen und Gehen: Hier erzählt beispielsweise eine Lehrerin aus dem Bundesstaat Bihar, dass sie von Lokalpolitikern erpresst wird, Geld für ihre Schule zu bezahlen, in der sie kostenlos Bildung für die Ärmsten zur Verfügung stellt - ansonsten werde die Schule geschlossen. Und ein Gewerkschaftler aus Bengalen, kämpft dafür, dass der neue Tarifvertrag für die Teepflücker einen Tageslohn von über zwei Dollar am Tag garantiert. Da Ministerpräsident Modi ständig davon redet, jeden Inder aus der Armut zu holen, müsste dies theoretisch in seinem Sinne sein.

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29.03.2017

Westinghouse pleite?!

Toshiba schickt US-Atomtochter in die Insolvenz

Analyse aus www.handelsblatt.com

Toshiba zieht einen Schlussstrich unter die Verluste bei seiner US-Atomtochter Westinghouse. Der Insolvenzantrag ist politisch brisant, die US-Regierung hat Kreditgarantien abgegeben. Reagiert Donald Trump?

Tokio Der angeschlagene japanische Industriekonzern Toshiba schickt seine Krisentochter Westinghouse in die Insolvenz. Der US-Atomkraftwerksbauer beantragte am Mittwoch Gläubigerschutz, wie aus einer Mitteilung an die Aufsichtsbehörden hervorging.

Toshiba steckt tief in der Krise. Hintergrund sind ein Skandal um jahrelange Bilanzmanipulationen und die aus dem Ruder gelaufenen Kosten im US-Atomgeschäft. Der Antrag auf Insolvenz ermöglicht es Westinghouse, Bauaufträge neu zu verhandeln oder abzusagen. Die Fertigstellung von im Bau befindlichen Atomkraftwerken im Süden der USA steht nun in den Sternen. Ein Teil der Kosten ist bereits auf US-Steuerzahler abgewälzt worden. Allerdings ist mit Schadenersatzforderungen der AKW-Betreiber zu rechnen.

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26.03.2017

60 Jahre alt und nix dazugelernt?!

Euratom, die nukleare Ruine der EU

Analyse von Christoph Behrens aus www.sueddeutsche.de

Energie für alle, ohne Risiko - so euphorisch wurde die Atomkraft in Europa einst begrüßt. Seit 60 Jahren gibt es eine Institution, die ihr eine herausragende Stellung beschert. Sie scheint immun gegen Veränderung.

Wenn die EU am Wochenende den 60. Jahrestag der Römischen Verträge feiert, wird ein Jubilar fehlen: Euratom, die mächtige Europäische Atomgemeinschaft. Mit keinem Wort erinnern die Internetseiten der EU daran, dass mit der europäischen Integration auch das nukleare Zeitalter zu boomen begonnen hat.

Die Organisation bleibt dem Rampenlicht fern - denn zu feiern gibt es wenig: Seit 1957 hat sich der Euratom-Vertrag praktisch nicht verändert. Damals war die Zeit der großen atomaren Euphorie, mit der Kernkraft schien eine goldene Zukunft bevorzustehen: günstige, grenzenlose Energie für alle, ohne Risiko. Damals erschien die Technik so verheißungsvoll, dass man ernsthaft erwog, sie in Küchen einzusetzen.

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23.03.2017

Gesetz zur Endlagersuche verabschiedet

Gravierende Mängel im neuen Standortauswahlgesetz gefährden die Atommülllager-Suche

Artikel aus www.scharf-links.de

„Gegenüber dem bisherigen ist das neue Standortauswahlgesetz zwar deutlich verbessert worden, hat aber nach wie vor gravierende Mängel. Ein lückenhaftes Exportverbot, das Festhalten am ungeeigneten Standort Gorleben und nicht ausreichende Rechtsschutzmöglichkeiten belasten das Verfahren. Deshalb ist völlig unklar, ob der nötige Vertrauensaufbau für das beginnende Standortauswahlverfahren gelingen kann“, so bewertet Hubert Weiger, Vorsitzender des Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland (BUND), das neue Standortauswahlgesetz zur Atommüll-Lagerung, das heute im Bundestag beschlossen werden soll.

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17.03.2017

Urteil zu Fukushima

Japanische Regierung und AKW-Betreiber Tepco können für Atom-Katastrophe haftbar gemacht werden

Artikel aus www.nzz.ch

(afp) Die japanische Regierung und der Betreiber des Atomkraftwerks in Fukushima können nach einem Gerichtsurteil für die Nuklearkatastrophe vor sechs Jahren haftbar gemacht werden. Ein Bezirksgericht nördlich von Tokio urteilte am Freitag, dass die Regierung und der Betreiber Tepco für den Unfall infolge der Tsunami-Katastrophe zur Verantwortung gezogen werden können.

Die Justiz sprach mehreren Klägern Entschädigungszahlungen in Höhe von insgesamt 38,6 Millionen Yen (knapp 340'000 Franken) zu.

Im März 2011 hatten ein schweres Erdbeben und ein anschliessender Tsunami Japans Nordostküste erschüttert. Die Naturkatastrophe führte zur Kernschmelze in der Atomanlage in Fukushima, dem folgenschwersten Atomunfall seit dem Unglück von Tschernobyl 1986.

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09.03.2017

Fukushima, Japan

Fukushima sechs Jahre nach dem AKW-Gau: "Die Regierung verrät die Opfer"

Artikel von Lars Nicolaysen aus www.heise.de

Vor 6 Jahren verursachten Erdbeben und Tsunami einen Gau im Atomkraftwerk Fukushima. Noch immer weiß niemand, wo genau sich der geschmolzene Brennstoff befindet. Trotzdem drängt der Staat immer mehr Anwohner zur Rückkehr. Kritiker warnen vor Risiken.

Die Kirschbäume haben sie stehen lassen. Als Japaner hänge man an ihnen, erzählt ein Mitarbeiter des japanischen Atomkonzerns Tepco lächelnd. Etwas bizarr ist dieser Hinweis auf die Bäume, während im Hintergrund die havarierten Reaktoren der Atomruine Fukushima Daiichi in den Himmel ragen.

Sechs Jahre sind vergangen, seit an jenem 11. März 2011 ein schweres Erdbeben und ein gewaltiger Tsunami den Nordosten des Inselreiches heimsuchten. 18.500 Menschen starben damals in den Fluten. Zum Sinnbild der Katastrophe aber wurde der Gau im Atomkraftwerk Fukushima, auch wenn dadurch niemand direkt ums Leben kam. Noch heute lassen grotesk verbogene Stahlstreben und geborstene Betonplatten das Chaos erahnen, das hier damals herrschte.

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09.03.2017

Wolke? War da was?

Beinaheunfall in Norwegen

Artikel von Detlef zum Winkel aus www.telepolis.de

Die Ursache einer im Januar bekannt gewordenen radioaktiven Wolke über Europa scheint auf kein Interesse zu stoßen

Ende Januar wurde die Öffentlichkeit mit spärlichen Meldungen über eine radioaktive Wolke informiert. Sie enthalte Jod 131 in geringer Konzentration und verteile sich über ganz Europa, wie Strahlenmessungen in Finnland, dann in Frankreich, Spanien und schließlich auch in Deutschland gezeigt hätten.

Anmerkung Nr. 1: In Deutschland zuletzt.

Die Wolke sei ungefährlich, hieß es, und "mysteriös", weil ihre Ursache unbekannt blieb. Immerhin schickte das US-Militär ein mit Messinstrumenten ausgestattetes Spezialflugzeug, um der Sache auf den Grund zu gehen. Verrieten die J131-Spuren vielleicht ein nukleares Experiment der Russen, möglicherweise sogar einen Atomtest?

Anmerkung Nr. 2: Die EU-Staaten unternahmen keine erkennbaren eigenen Anstrengungen, um die Ursache des Phänomens zu erkunden.

Am 3. März veröffentlichte die norwegische NGO Bellona einen Bericht über einen Störfall im Forschungsreaktor Halden nahe der Grenze zu Schweden. Er ereignete sich bereits am 24. Oktober 2016, wurde von einer Handvoll englischsprachiger Medien gemeldet und alsbald wieder vergessen.

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01.03.2017

Geplantes Endlager Bure

Rückschlag für französische Atom-Endlagerpläne

Artikel von Ralf Streck aus www.telepolis.de

Erneut hat ein französisches Gericht dem Projekt in Lothringen die Grundlage entzogen

Das "Tribunal de Grande Instance" in der lothringischen Gemeinde Bar-le-Duc hatte schon im vergangenen Sommer die Arbeiten der französischen Atommüllbehörde Andra in der der Nähe des kleinen Dorfes Bure gestoppt, wo die Andra den gesamten hochradioaktiven Atommüll aus Jahrzehnten der Stromproduktion vergraben will. Das Gericht hatte dem Eilantrag von Bürgern auf Mandres-en-Barrois stattgeben und der Andra 6 Monate eingeräumt, um nachträglich eine Genehmigung für die Rodung des Waldes zu erhalten.

Und nun hat das Verwaltungsgericht in Nancy nachgelegt. Es hat am Dienstag die zweifelhafte Gemeinderatssitzung wegen zahlreichen Formfehlern für ungültig erklärt, mit der unter höchst merkwürdigen Bedingungen der "Bois Lejuc" (Lejuc-Wald) der Gemeinde Mandres-en-Barrois der Andra zugeschlagen wurde. Damit wurde das Zentrum geologisches Tiefenlager (Cigeo) auf Eis gelegt.

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14.02.2017

Wankender Riese

Toshiba in ernsten Schwierigkeiten

Artikel aus www.dw.com

Der japanische Industriegigant Toshiba muss die Bekanntgabe seiner Geschäftszahlen verschieben, die Börse reagiert entsetzt. Die Zukunft des Konzerns ist in Gefahr. Der Toshiba-Chef kündigte seinen Rücktritt an.

Es dauerte ein paar Stunden, dann kam der Paukenschlag: Der Vorstandsvorsitzende von Toshiba, Shigenori Shiga, will gehen. Die Toshiba-Aktien hatten zuvor am Dienstag in der Spitze 9,4 Prozent verloren, als bekannt wurde, dass die Bilanzen erst Mitte März vorgelegt werden können. Nach vorläufigen Zahlen rechnet der Konzern mit einem Verlust von umgerechnet fast 3,2 Milliarden Euro.

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01.02.2017

Kühlversagen in Leibstadt

Ursache für Schäden unbekannt – AKW soll trotzdem ans Netz

Artikel von Res Gehriger aus www.srf.ch

  • Das Wichtigste in Kürze
  • Das Kernkraftwerk Leibstadt (KKL) steht seit August 2016 still. Bei der Jahresrevision hatte man im Reaktor Brennelemente entdeckt, die stark oxidiert waren.
  • Im KKL traten kritische Siedezustände auf. Die Kühlung der Brennstäbe im Reaktor hat zeitweise versagt. Die Ursache ist noch nicht geklärt.
  • Das Atomkraftwerk soll in den nächsten Tagen wieder ans Netz, allerdings bei verminderter Leistung.

Der Direktor des KKL, Andreas Pfeiffer, bestätigt gegenüber der «Rundschau», dass kritische Siedezustände im Reaktor, sogenannte Dryouts, der Grund für die Befunde waren. «Lokal und zeitlich begrenzt hat die Kühlung nicht der Auslegung des Reaktors entsprochen», räumt Pfeiffer ein. Das KKL habe die Problematik zusammen mit dem Brennelemente-Hersteller Westinghouse bereits 2015 erkannt und umgehend die Behörden verständigt, so Pfeifer. Die Öffentlichkeit habe man bislang nicht informiert, weil die Untersuchungen noch nicht abgeschlossen seien, sagt der KKL-Werksleiter.

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21.01.2017

Risiko Atomenergie

Areva: Riskante Teile für AKWs weltweit verbaut

Artikel von Ralf Streck aus www.telepolis.de

Allein in den USA sollen in 17 Atomkraftwerken zweifelhafte Bauteile aus der französischen Areva-Schmiede mit gefälschten Sicherheitszertifikaten verbaut sein.

Der Skandal um die gefälschten Sicherheitszertifikate des französischen Atomkraftkraftwerkbauers Areva weitet sich nun weltweit aus. Gegen den Staatskonzern, der inzwischen längst pleite ist und zerschlagen wird, ermittelt nun auch in den USA die Atomaufsicht. Die Nuclear Regulatory Commission (NRC) geht davon aus, dass auch zweifelhafte Komponenten wie Reaktordruckbehälterdeckel aus der Areva Schmiede "Creusot Forge" in 17 Atommeilern in den USA verbaut wurden. In Creusot sollen schon seit 1965 Zertifikate gefälscht worden sein. Betroffen sind insgesamt bisher deutlich mehr als 100 Atomkraftwerke weltweit.

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13.01.2017

Atomenergie - Taiwan steigt aus!

Taiwan beschließt Atomausstieg

Artikel aus www.klimaretter.info

Taiwan hat den Atomausstieg beschlossen. Bis 2025 will der Inselstaat seine drei AKWs schließen.

Das taiwanesische Parlament verabschiedete in dieser Woche ein entsprechendes Gesetz. Derzeit deckt die Atomkraft noch 16 Prozent des Strombedarfs in dem 24-Millionen-Einwohner-Land.

Die Erneuerbaren sollen gleichzeitig kräftig ausgebaut werden. Bislang haben sie nur einen Anteil von vier Prozent an der Stromproduktion. Dieser soll nun, so sieht es der Beschluss vor, auf 20 Prozent anwachsen.

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02.01.2017

Atomenergie - Die Tepco-Pleite

Japans Pro-Atom-Regierung rettet mit immer mehr Steuergeld Tepco vor dem Ruin

Artikel von Florian Rötzer aus www.telepolis.de

Die mit dem Fukushima-Unglück verbundenen Kosten wachsen rapide, die Regierung erhöht die zinslosen Kredite auf über 110 Milliarden Euro und denkt über weitere Hilfen nach

Der bereits 2012 verstaatlichte Energiekonzern Tepco, der wegen des Fukushima-Unfalls in die Pleite rutschte und mit Steuergeldern von einer Billion Yen (etwa 10 Milliarden Euro) unterstützt wurde. Vor kurzem wurde berichtet, dass der Konzern weiter mit zinslosen Krediten des Staates "gerettet" werden soll.

Die Abe-Regierung, die darauf drängt, die seit dem Unglück weiter ausgeschalteten AKW wieder anzufahren, ist offenbar bereit, die Atomenergie koste es, was es wolle, als Energiequelle zu erhalten. Die Kredite sollen auf insgesamt 14 Billionen Yen, über 110 Milliarden Euro, angehoben werden, damit der Konzern zahlungsfähig bleibt und die stark ansteigenden Kosten für Entschädigungen und vor allem für die Entsorgung stemmen kann. Die Kosten des Unglücks werden nun auf mehr als 20 Billionen Yen veranschlagt, 2013 war man noch von "nur" 11 Billionen ausgegangen (Die Kosten explodieren).

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