Die internationale Bewertungsskala INES

(International Nuclear Event Scale)

und die Liste der meldepflichtigen Ereignisse, Störfälle und Unfälle in kerntechnischen Anlagen

INES - Internationale Bewertungsskala - Bild von der GRS

INES Stufe 0 - 7 / Kurzbezeichnung

Stufe 0 - 7
Aspekte
1. Aspekt:

Radiologische Auswirkungen außerhalb der Anlage

2. Aspekt:

Radiologische Auswirkungen innerhalb der Anlage

3. Aspekt:

Beeinträchtigung der Sicherheits-vorkehrungen

INES Kategorie 7
7 Katastrophaler Unfall
Schwerste Freisetzung:

Auswirkungen auf Gesundheit und Umwelt in einem weiten Umfeld

INES Kategorie 6
6 Schwerer Unfall
Erhebliche Freisetzung:

Voller Einsatz der Katastrophen-schutzmaßnahmen

INES Kategorie 5
5 Ernster Unfall
Begrenzte Freisetzung:

Einsatz einzelner Katastrophen- schutzmaßnahmen

Schwere Schäden am Reaktorkern / an den radiologischen Barrieren
INES Kategorie 4
4 Unfall
Geringe Freisetzung:

Strahlenexposition der Bevölkerung etwa in der Höhe der natürlichen Strahlenexposition

Begrenzte Schäden am Reaktorkern / an den radiologischen Barrieren

Strahlenexposition beim Personal mit Todesfolge

INES Kategorie 3
3 Ernster Störfall
Sehr geringe Freisetzung:

Strahlenexposition der Bevölkerung in Höhe eines Bruchteils der natürlichen Strahlenexposition

Schwere Kontaminationen

Akute Gesundheits-schäden beim Personal

Beinahe Unfall

Weitgehender Ausfall der gestaffelten Sicherheits-vorkehrungen

INES Kategorie 2
2 Störfall
  Erhebliche Kontamination

Unzulässig hohe Strahlenexposition beim Personal

Störfall

Begrenzter Ausfall der gestaffelten Sicherheits-vorkehrungen

INES Kategorie 1
1 Störung
    Abweichung von den zulässigen Bereichen für den sicheren Betrieb der Anlage
INES Kategorie 0
0 Meldepflichtiges Ereigniss
    Keine oder sehr geringe sicherheits-technische Bedeutung

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Störfälle in kerntechnischen Anlagen

Meldepflichtige Ereignisse, Störungen, Störfälle und Unfälle in Atomanlagen weltweit


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Welche radioaktiven Freisetzungen ereigneten sich in den Jahren:


2019-2010 - 2009-2000 - 1999-1990 - 1989-1980 - 1979-1970 - 1969-1960 - 1959-1950 - 1949-1940


12.03.2011 - Fukushima hat uns alle aufgerüttelt. Ich wollte aber nicht in stiller Andacht und Betroffenheit versinken, nicht Origami-Papierkraniche falten und Kerzen anzünden oder sonst irgendwelche sinnfreien Übersprungshandlungen vollführen. Fahne schwenkend auf der Straße rumlaufen, Parolen brüllen und mir das heuchlerische Geschwätz von Politikern anhören, das alles ist nicht so ganz mein Ding. Also habe ich angefangen diese Liste zu erstellen. Dank Wikipedia konnte ich Daten aus 5 - 6 verschiedenen Listen zu einer Liste zusammen bringen. So eine, hoffentlich einigermaßen vollständige, Übersicht hatte ich schon immer vermisst, war aber immer zu faul gewesen, es selbst anzugehen - bis zum Frühling 2011.

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Der Super-Gau von Tschernobyl am 26. April 1986 wurde sicherlich korrekt als INES Stufe 7 und der beinahe Super-Gau vom 28.03.1979 in Harrisburg als Stufe 5 eingestuft. Dagegen hat man trotz der Freisetzung unbenannter Mengen von kontaminiertem Helium in die Umwelt am 05. Mai 1986 ausgehend vom THTR 300 in Hamm/Uentrop diesen Vorfall nicht als einen Störfall der Stufe 3, sondern irritierender Weise nur als Stufe 0 eingeordnet! Ähnlich verhält es sich u.a. auch mit einem Störfall in Kanada am 17.03.2011 im Kernkraftwerk Pickering/Ontario, bei diesem Unfall wurden 73.000 Liter kontaminiertes Wasser in den Ontariosee geleitet und es gibt bis heute keine INES-Einstufung. Andere Vorfälle konnten nicht korrekt eingeordnet werden, weil die Gemengelage bis heute unklar geblieben ist (z.B. Gundremmingen 1975 und auch 1977). Die INES-Nuclear-Event-Scale beinhaltet leider nur die Ereignisse der letzten 6 Monate und ein vollständiges Archiv gibt es von Seiten der IAEA nicht, Mail-Anfragen dazu werden ignoriert.

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Während der Arbeit an dieser Liste 'stolperte' ich sowohl über die zwei Atombomben von Hiroshima und Nagasaki als auch über die 2054 Atombombentests die weltweit zwischen 1945 und 2016 durchgeführt wurden. Ziemlich 'Off Topic', denn Atombomben und deren Tests werden nicht in der INES-Liste erfasst, aber ganz weglassen wollte und konnte ich diese Fakten nicht. Erwähnung finden also sowohl der erste Atombombentest 'Trinity' 1945 in den USA, die 6 Wasserstoffbombentests der 'Operation Castle' 1954 auf dem Bikini-Atoll, die größte aller jemals gezündeten Nuklearbomben, die AN602 oder Zar-Bombe konstruiert von Andrej Sacharow, expoldierte 1961 über Nowaja Semlja sowie auch die letzten Nuklearwaffentests im Nordosten von Nordkorea. All diese Ereignisse trugen und tragen auch heute noch zu dem bei was man so nett 'radioaktive Niedrigstrahlung' nennt.


Das ist nicht die 'reine Lehre', ich weiß und entschuldige mich schon mal im Voraus dafür.

Sollte ich etwas Wichtiges vergessen, übersehen oder sonst einen Fehler eingebaut haben, teilen Sie bitte Ihr Wissen mit mir und weisen Sie mich darauf hin. Ich werde jedem seriösen Hinweis nachgehen und das dann auch gegebenenfalls berücksichtigen.

 

Werner Neubauer

 

PS. Während ich Stunden um Stunden daran arbeitete diese recht dröge Auflistung unserer strahlenden Vergehen seit 1942 zu erstellen, schwirrte mir u.a. ein Gedanke immer wieder durch den Kopf - Die Daten, auf denen diese schier unendliche Bleiwüste basiert, sollten eigentlich, zwecks leichterer Verdaulichkeit, besser in hübsche, bunte Bildchen eingebaut werden. - So fing ich dann auch bald nach Fertigstellung dieser Liste damit an, unter zuhilfenahme von Google Maps, die 'Karte der atomaren Welt' zu basteln.

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- Die Karte der atomaren Welt - Nationale nukleare Aktivitäten -

Die Karte der atomaren Welt - Nationale nukleare Aktivitäten - Vom Uranabbau und der Verarbeitung, über die Atomforschung, den Bau und Betrieb von Atomanlagen, bis hin zum Umgang mit Atommüll und Kernwaffen! - Weltweit, beinahe, alles auf einen Blick mit Google Maps -Vom Uranabbau und der Verarbeitung, über die Atomforschung, den Bau und Betrieb von Atomanlagen, bis hin zum Umgang mit Atommüll und Kernwaffen!

- Weltweit, beinahe, alles auf einen Blick mit Google Maps -

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2016

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04.01.2016 Nordkoreas vierter Nuklearbombentest

Am 06. Januar 2016 gegen 2:30 Uhr MEZ registrierten Erdbebenwarten in Südkorea, China, den USA und Europa ein künstlich verursachtes Erdbeben der Stärke 5,1 in Nordkorea. Etwa eine Stunde später gab Nordkorea dann den erfolgreichen Test einer Wasserstoffbombe bekannt. Das Hypozentrum lag, wie schon bei den drei vorhergehenden Tests, in der Region Kilchu im Nordosten des Landes, in der auch das Kernwaffentestgelände P'unggye-ri liegt.

Bis dato war das der letzte der nun insgesamt 2054 Nuklearwaffentests weltweit ...

Als Konsequenz dieses Kernwaffentests wird der UN-Sicherheitsrat beschliessen, die Sanktionen gegen Nordkorea weiter zu verschärfen ...


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2015

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War scheinbar ein glückliches Jahr für die Menschheit, es gab keine großen AKW Störfälle ...
Oder habe ich nur irgend etwas nicht mitgekriegt?

???

Die INES-Nuclear-Event-Scale beinhaltet leider nur die Ereignisse der letzten 6 Monate. Ein vollständiges Archiv gibt es von Seiten der IAEA nicht, Mail-Anfragen dazu werden ignoriert.

Warum dies wohl so gehandhabt wird? Zur Transparenz trägt das jedenfalls nicht bei!

Scheinbar wird die INES Liste seit 2012 nicht mehr weiterentwickelt.

Der Copyright-Eintrag im Footer lautete noch am 27.04.2016:

Version 5.2.5885, Copyright ©2010-2012 International Atomic Energy Agency (IAEA). All rights reserved.

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2014

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War scheinbar ein glückliches Jahr für die Menschheit, es gab keine großen AKW Störfälle ...
Oder habe ich nur irgend etwas nicht mitgekriegt?

???

Die INES-Nuclear-Event-Scale beinhaltet leider nur die Ereignisse der letzten 6 Monate. Ein vollständiges Archiv gibt es von Seiten der IAEA nicht, Mail-Anfragen dazu werden ignoriert.

Warum dies wohl so gehandhabt wird? Zur Transparenz trägt das jedenfalls nicht bei!

Scheinbar wird die INES Liste seit 2012 nicht mehr weiterentwickelt.

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2013

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12.02.2013 Nordkoreas dritter Atomwaffentest

Am 12. Februar 2013 gegen 12 Uhr Ortszeit (4 Uhr MEZ) registrierten die Erdbebenwarten mehrerer Länder einen künstlich verursachten Erdstoß der Stärke 4,9 bis 5,2 in Nordkorea. Das Hypozentrum lag etwa einen Kilometer unter der Erdoberfläche in der Region Kilchu im Nordosten des Landes, in der das Kernwaffentestgelände P'unggye-ri liegt. Zuvor hatte die staatliche Nachrichtenagentur KCNA eine „Aktion hoher Intensität“ angekündigt. Nach dem Erdbeben gab KCNA einen unterirdischen Test einer leichten, miniaturisierten Kernwaffe, jedoch von größerer Stärke als bisher, bekannt. Die Sprengkraft wurde von Südkorea auf 6 bis 7 Kilotonnen TNT-Äquivalent geschätzt, was etwa der halben Sprengkraft der Hiroshima-Atombombe entspricht. Deutsche Experten der Bundesanstalt für Geowissenschaften und Rohstoffe (BGR) taxierten die Sprengkraft auf 40 Kilotonnen. 

Als Konsequenz dieses Kernwaffentests beschloss der UN-Sicherheitsrat am 7. März 2013 einstimmig, die Sanktionen gegen Nordkorea zu verschärfen. Beschlossen wurden unter anderem Reiseverbote und Kontosperren. Vor der Sitzung des Sicherheitsrates hatte die nordkoreanische Führung den Vereinigten Staaten und Südkorea erstmals mit einem nuklearen Präventivschlag gedroht. Als Reaktion auf die neuen UN-Sanktionen kündigte Nordkorea Stunden später den Nichtangriffspakt mit Südkorea sowie alle weiteren diesbezüglichen Übereinkommen. Ebenso werde der als „Rotes Telefon“ bekannte ständige Verbindungskanal zum Süden geschlossen. Weiterhin kündigte Nordkorea einen Ausbau seines Nukleartechnikprogramms an ...


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2012

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18.01.2012 KKW Cattenom/Frankreich INES Kategorie 2

Am 18. Januar 2012 kam es zu einem Störfall der Stufe INES 2. Durch ein fehlendes Bauteil wurde der Rückfluss in den Kühlleitungen des Lagerbeckens der Brennelemente der Blöcke 2 und 3 nicht verhindert. So hätte das Lagerbecken unkontrolliert leer werden können. Bedingt durch eine Störung könnte die Kühlwasser-Einspeiseleitung des Abklingbeckens für abgebrannte Brennelemente – statt regulär Wasser einzuspeisen – Wasser aus dem Becken ansaugen, was dieses langsam leeren würde und zu größeren Radioaktivitäts-Freisetzungen führen würde. Zur Unterbrechung dieses Ansaug-Vorgangs existiert im Normalfall eine Vorrichtung. In Cattenom wurde im Januar festgestellt, dass diese bei Block 2 und 3 gar nie angebracht worden war. Wäre es dort zu einer Entleerung des Beckens gekommen, hätte man als letzte Gegenmaßnahme mit Tanklösch-Fahrzeugen und Schlauchverbindungen externes Wasser, etwa aus dem Fluss, einpumpen können. INES 2

Weitere Informationen: https://de.wikipedia.org/wiki/Kernkraftwerk_Cattenom


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2011

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17.03.2011 KKW Pickering in Ontario/Kanada

Nach Angaben des Betreibers flossen 73.000 Liter Wasser aus dem AKW Pickering wegen eines Dichtungsproblems an einer Pumpe in den See, der an der Grenze zwischen Kanada und den USA liegt. Das Wasser enthielt den Angaben zufolge Spuren von Tritium, einem radioaktiven Material. 

Weitere Informationen: https://de.wikipedia.org/wiki/Kernkraftwerk_Pickering

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13.03.2011 KKW Doel/Belgien INES Kategorie 2

Am 13. März 2011 wurde ein Schaden an der Wasserpumpe der Einheit 4 entdeckt und als INES Stufe 2 eingestuft.

Weitere Informationen: https://de.wikipedia.org/wiki/Kernkraftwerk_Doel

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12.03.2011 KKW Fukushima 2 Daini/Japan INES Kategorie 3

Durch das große Tōhoku-Erdbeben vom 11. März 2011 und den darauf folgenden Tsunami kam es im KKW Fukushima-Daini (Fukushima II) in allen 4 Reaktorblöcken zu einer automatischen Abschaltung.

Am 12.03.2011 stieg die Temperatur in den Kondensationskammern von Block 1, 2 und 4 auf über 100 °C und die Druckabbausysteme stellten ihre Funktion ein. Für Fukushima II wurde eine Evakuierungszone von 10 Kilometern Radius angeordnet. Der Evakuierungsbereich von Fukushima II lag somit fast vollständig innerhalb der 20 km Evakuierungszone für Fukushima I. Die Temperatur in den 3 Reaktoren sank erst wieder am 15. März auf unter 100°C.

Am 18.04.2011 bewertete die japanische Atomaufsichtsbehörde (NISA) die Vorgänge in Fukushima-Daini als INES Stufe 3.

Weitere Informationen: https://de.wikipedia.org/wiki/Chronologie_der_Katastrophe_in_Japan_von_2011

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12.03.2011 KKW Fukushima 1 Daiichi/Japan INES Kategorie 7

Aufgrund der Schäden an Stromversorgung und Kühlsystem, welche durch das große Tōhoku-Erdbeben vom 11. März 2011 und den darauf folgenden Tsunami verursacht wurden, sowie wegen fehlender Kabel für mobile Stromgeneratoren kam es im KKW Fukushima-Daiichi (Fukushima I) in drei von sechs Reaktorblöcken zu einer Überhitzung des Reaktorkerns.

Es kam zu mehreren Explosionen:
Im Block 1 am 12. März,
im Block 3 am 14. März und
im Block 2 am 15. März,

bei denen die äußeren Gebäudehüllen zerstört wurden und radioaktives Material freigesetzt wurde. Zudem brach am 15. März in Reaktorblock 4 ein Brand aus. Zur behelfsmäßigen Kühlung sowie zum Schutz vor radioaktiver Strahlung wurden die Reaktorkerne von Block 1 und 3 mit Meerwasser und Borsäure geflutet. Seitens der japanischen Regierung wurden in mehreren Schritten Evakuierungsmaßnahmen mit einem Radius von zuletzt 20 km angeordnet, von denen bislang etwa 80.000 Menschen betroffen sind.

Die Ereignisse in den Blöcken 1 bis 3 wurden von der Japanischen Atomaufsichtsbehörde (NISA) am 18. März 2011 vorläufig der Stufe INES 5 zugeordnet. Von der französischen Atomsicherheitsbehörde Autorité de sûreté nucléaire (ASN) und dem US-amerikanischen Institute for Science and International Security (ISIS) wurden die Vorfälle am 15. März jedoch eher mit INES Stufe 6 bewertet.

Am 12.04.2011 setzte die japanische Atomaufsichtsbehörde (NISA) Fukushima-Daiichi auf eine Stufe mit der Katastrophe in Tschernobyl (INES Stufe 7).

Weitere Informationen: https://de.wikipedia.org/wiki/Chronologie_der_Katastrophe_in_Japan_von_2011

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16.02.2011 KKW Tricastin/Frankreich INES Kategorie 2

Am 16. Februar wurde festgestellt, dass in mehr als der Hälfte der Notstrom-Dieselgeneratoren der Blöcke 3 und 4 einige vor zwei Jahren zwecks Erneuerung eingesetzte Einzelteile bei etwas längerer Laufzeit des Diesels vorzeitig versagen können. Diese Qualitätsmängel erwiesen sich bei einem Test in einem anderen KKW als Totalausfalls-Ursache der Diesel, die aber dort nur zum kleineren Teil damit ausgestattet waren. Bei Ausfall des externen Stromnetzes und des Reservenetzes (Notstromfall) wäre damit bei Tricastin 3/4 die Stromversorgung zum Runterkühlen der Nachzerfalls-Wärme im Reaktorkern nicht gesichert gewesen, es hätte schlimmstenfalls sogar in beiden Blöcken zu einer Kernschmelze führen können. (INES Stufe 2)

Weitere Informationen: https://de.wikipedia.org/wiki/Kernkraftwerk_Tricastin


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2010

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War scheinbar ein glückliches Jahr für die Menschheit, es gab keine großen AKW Störfälle ...
Oder habe ich nur irgend etwas nicht mitgekriegt?

???

Die INES-Nuclear-Event-Scale beinhaltet leider nur die Ereignisse der letzten 6 Monate. Ein vollständiges Archiv gibt es von Seiten der IAEA nicht, Mail-Anfragen dazu werden ignoriert.

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Scheinbar wird die INES Liste seit 2012 nicht mehr weiterentwickelt.

Der Copyright-Eintrag im Footer lautete noch am 27.04.2016:

Version 5.2.5885, Copyright ©2010-2012 International Atomic Energy Agency (IAEA). All rights reserved.

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2009

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27.12.2009 KKW Fessenheim/Frankreich INES Kategorie 1

Am 27. Dezember ereignete sich im KKW Fessenheim eine ähnliche Störung wie zuvor in Cruas, bei der Pflanzenreste in den Kühlkreislauf gerieten, als der Reaktor hochgefahren wurde (INES Stufe 1).

Weitere Informationen: https://de.wikipedia.org/wiki/Kernkraftwerk_Fessenheim

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02.12.2009 KKW Cruas/Frankreich INES Kategorie 2

Am 2. Dezember sammelte sich im Block 4 des KKW s Cruas Laub und anderes Herbst-Schwemmgut im Fluss-Kühlwasserkreislauf und verstopfte ihn. Der Reaktor wurde abgeschaltet und mit der Fluss-unabhängigen Notspeisung über die Dampferzeuger in den Hot Standby gefahren. Der Reaktorkern muss jedoch auch nach diesem Vorgang mit dem Fluss-Kühlwasser - wegen des andauernden Nachzerfalls - im sog. Nachkühl-Betrieb weiter gekühlt werden, damit er nicht überhitzt und schmilzt. Es wurde der interne Notfallplan ausgelöst und als Notfall-Maßnahme der Abklingbecken-Kühlkreis der abgebrannten Brennelemente an den Reaktor-Kühlkreis angeschlossen. Nach 5,5 Stunden war die Verstopfung im Einlauf-Bauwerk beseitigt und der normale Nachkühl-Betrieb wieder hergestellt. Der Störfall wurde mit INES 2 eingestuft.

Weitere Informationen: https://de.wikipedia.org/wiki/Kernkraftwerk_Cruas

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15.10.2009 KKW Cadarache/Frankreich INES Kategorie 2

In der französischen kerntechnischen Anlage Cadarache wurden vermutlich schon im Juni bei Demontagearbeiten 39 Kilogramm Plutonium entdeckt. Die Atomsicherheitsbehörde stoppte die Arbeiten am 15. Oktober und ordnete den Störfall in die INES Kategorie 2 ein. Zudem warf sie dem Betreiber vor, das Ereignis nicht rechtzeitig gemeldet zu haben.

Weitere Informationen: https://de.wikipedia.org/wiki/Cadarache

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(Off-Topic) Kernwaffentests sind zwar ziemlich neben unserem Thema aber ich möchte sie trotzdem nicht unerwähnt lassen.

25. Mai 2009 Nordkoreas zweiter Atombombentest

Unterirdisch, 10-20 Kilotonnen (kT) - Am 25. Mai 2009 wurde der zweite Kernwaffentest in Nordkorea durchgeführt. Nach russischen Angaben besaß der Sprengsatz eine Sprengkraft von 20 Kilotonnen. Zusätzlich zu dem Kernwaffentest wurden mehrere Kurzstreckenraketen abgefeuert.

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2008

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September - November 2008 Ascó/Spanien INES Kategorie 1 - 3

In der Doppelblock-Anlage wurden zwischen 5. September und 6. November acht INES-Störfälle registriert, davon fünf in Block II. (Quelle: CSN)

Weitere Informationen: https://de.wikipedia.org/wiki/Kernkraftwerk_Ascó

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Oktober 2008 Gravelines 5/Frankreich INES Kategorie 1 - 3

Während der Revision im Juni wurde der Motor eines der zwei Notstromdiesel ersetzt. Nach über drei Monaten erst, im Oktober, wurde festgestellt, dass dieser Ersatzmotor nicht ordnungsgemäß eingebaut war: Der Diesel wäre drei Monate nicht verfügbar gewesen, was einen deutlich zu langen Redundanz-Ausfall darstellt (Quelle: ASN).

Weitere Informationen: https://de.wikipedia.org/wiki/Kernkraftwerk_Gravelines

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25.08.2008 IRE Fleurus/Belgien INES Kategorie 3

Im Bereich der Abfallbeseitigung des Instituts für Radionuklide (franz. Institut des Radioéléments - IRE) im belgischen Fleurus kam es beim Umfüllen von flüssigen Abfällen zur Freisetzung von geschätzten 45 GBq Jod-131 über den Kamin. Die belgische Atomaufsichtsbehörde Agence Fédérale de Contrôle Nucleaire (AFCN) legte das IRE, ein Produzent von Radioisotopen für den Medizinbereich, sofort nach der Unfallmeldung still. Die Anwohner wurden sechs Tage nach dem Störfall von der Polizei über Lautsprecher vor dem Verzehr von Obst, Gemüse, Milch und Wasser aus der Umgebung gewarnt, nachdem der Krisenstab der Regierung die anfängliche Entwarnung widerrufen und das europäische Informationssystem ECURIE aktiviert hatte. Das Ereignis wurde als „Ernster Störfall“ der Stufe 3 auf der INES-Skala eingeordnet.

Weitere Informationen: https://fr.wikipedia.org/wiki/Institut_national_des_radioéléments

http://www.greenpeace.de/themen/energiewende/atomkraft/belgien-strahlenunfall-schwerer-als-gedacht

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15.07.2008 KKW Garoña/Spanien INES Kategorie 1 - 3

Am 15. Juli und am 19. August wurden die beiden Batterie-Systeme des Werks getestet. Deren ermittelte Kapazität war gemäß Behörde CSN ungenügend. Diese Gleichstrom-Systeme erfüllen bei Störfällen diverse Sicherheits-Funktionen, so etwa als Starthilfe für die Notstrom-Diesel oder Anzeige des Reaktor-Zustandes. Problematisch an diesem Ereignis ist vor allem auch, dass nach Feststellung der Fehlfunktion des ersten Systems am 15. Juli das zweite System vom Betreiber nicht sofort, sondern erst am 19. August getestet wurde.

Weitere Informationen: https://de.wikipedia.org/wiki/Kernkraftwerk_Santa_María_de_Garoña

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Juli 2008 KKW Tricastin/Frankreich INES Kategorie 1 - 3

Am 23. Juli wurden bei Wartungsarbeiten im Kraftwerk etwa 100 Menschen radioaktiv kontaminiert, allerdings unterhalb der Dosis-Grenzwerte (Quelle: ASN)

Weitere Informationen: https://de.wikipedia.org/wiki/Kernkraftwerk_Tricastin

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Juli 2008 Eurodif/Frankreich INES Kategorie 1 - 3

Am 8. Juli liefen in der Uran-Anreicherungsanlage Eurodif 30 Kubikmeter radioaktive Flüssigkeit aus und gelangten teilweise in umliegende Flussläufe (Quellen: ASN/IRSN)

Weitere Informationen: https://de.wikipedia.org/wiki/Nuklearanlage_Tricastin

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06.06.2008 KKW Philippsburg/Deutschland INES Kategorie 1

Laut dem baden-württembergischen Umweltministerium wurde in der Nacht zum Freitag den 6. Juni 2008 im Sicherheitsbehälter des Block I ein Druckabfall festgestellt, der die zulässigen Werte übersteigt. Der Behälter, der wichtige Teile des Reaktors einschließt, hat im normalen Betrieb einen leichten Überdruck von 20 Millibar. Der ermittelte Druckabfall betrug laut Ministerium 1 Millibar pro Stunde und war auf eine undichte Stelle zurückzuführen. Das Leck sei beim Anfahren der Anlage nach der Revision und unmittelbar nach dem Fluten des Behälters mit Stickstoff aufgetreten. (INES Stufe 1)

Weitere Informationen: https://de.wikipedia.org/wiki/Kernkraftwerk_Philippsburg

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Juni 2008 KKW Riwne/Ukraine INES Kategorie 1 - 3

Knapp zwei Wochen nach Krško wiederholte sich dasselbe Szenario im ukrainischen KKW Riwne/Rowno. Diesmal berichteten die Medien nur sehr spärlich resp. gar nicht darüber. Das Kraftwerk wurde vorübergehend vom Netz genommen.

Weitere Informationen: https://de.wikipedia.org/wiki/Kernkraftwerk_Riwne

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Mai 2008 KKW Cruas 4/Frankreich INES Kategorie 1 - 3

Dieser Block befand sich im Revisions-Stillstand mit geöffnetem Reaktor. Plötzlich wurde bemerkt, dass zwei Ventile der Nachwärme-Abfuhr volle vier Tage nur teilweise offen standen, was die Nachzerfalls-Wärmeabfuhr deutlich behinderte. Von einem automatischen Alarm schreibt ASN nichts, es ist somit denkbar, dass das ganze nach diesen vier Tagen erst durch Dampf-Erscheinungen im Reaktor- Flutbecken bemerkt wurde (Anm.: KKW müssen den Brennstoff auch nach dem ersten Abkühlen und Öffnen des Reaktors kühlen, da die Spaltprodukte auch weiterhin, mit degressiver Intensität, zerfallen). Dass offenbar keine ungewöhnlichen Dosen registriert wurden, ist dadurch erklärbar, dass das Reaktorwasser vor dem Runterfahren technisch gereinigt wird.

Weitere Informationen: https://de.wikipedia.org/wiki/Kernkraftwerk_Cruas

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April 2008 KKW Flamanville/Frankreich INES Kategorie 1 - 3

Im Block 2 wurde gem. der Aufsicht ASN "starke Korrosion" in den Motor-Kühlleitungen beider Notstrom-Dieselaggregate festgestellt. Die Sicherheitsreserven für einen Notstromfall waren daher klein.

Weitere Informationen: https://de.wikipedia.org/wiki/Kernkraftwerk_Flamanville

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April 2008 Ascó/Spanien INES Kategorie 2

Entdeckung von Radioaktivität aus dem Brennelementegebäude auf dem Werksareal. Die Dosen lagen zwar unterhalb der Grenzwerte, dennoch stufte die Behörde CSN den Vorfall mit INES 2 ein: Der Betreiber hatte Monate lang deutliche Indizien (Auslösung von Aktivitäts-Alarmen) missgedeutet und zuletzt der CSN verharmlosende Daten geliefert.

Weitere Informationen: https://de.wikipedia.org/wiki/Kernkraftwerk_Ascó

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04.02.2008 KKW Krümmel/Deutschland

KKW Krümmel – Geesthacht – Im Kraftwerk ereignete sich am Vormittag des 4. Februar 2008 ein Schwelbrand in einer Lüftungsanlage, dieser konnte durch die Werkfeuerwehr binnen einer Stunde mit einem Feuerlöscher gelöscht werden, externe Hilfe war nicht notwendig. Daraufhin entsandte die Atomaufsichtsbehörde einen Sachverständigen. Radioaktivität war jedoch zu keiner Zeit ausgetreten, da der Unglücksort außerhalb des Reaktorgebäudes lag. Dieser Vorfall erregte erneut hohes Interesse der Medien und wurde von zahlreichen Umweltschutzorganisationen zum Anlass genommen, das KKW Krümmel und die Sicherheit der Kernenergie wiederholt anzuzweifeln. Das Kraftwerk stand zu dieser Zeit seit 2007 still.

Weitere Informationen: https://de.wikipedia.org/wiki/Kernkraftwerk_Krümmel

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Februar 2008 La Hague/Frankreich INES Kategorie 1 - 3

Die in dieser Wiederaufarbeitungsanlage behandelten hochaktiven Substanzen setzen laufend explosiven Wasserstoff frei, der bei Reaktion mit Sauerstoff die Gebäudedichtheit, die wesentlich verletzlicher ist als bei westlichen KKW en, bedroht. Zur Vermeidung einer Explosion wird die Gebäudeluft durch kontinuierliche Zirkulation von Wasserstoff befreit. Während 3,5 Stunden funktionierte diese Umwälzung nur noch im Normalbetrieb, beide Reserveluft-Stränge waren durch Defekt respektive Instandhaltungs-Arbeiten nicht einsatzfähig. (Quelle: ASN)

Weitere Informationen: https://de.wikipedia.org/wiki/Wiederaufarbeitungsanlage_La_Hague

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Februar 2008 KKW Paluel/Frankreich INES Kategorie 1 - 3

In einem der vier Blöcke wurden im Februar Fehldispositionen von Isolations-Armaturen vorgefunden, die während mehr als fünf Monaten bestanden. "Dies stellte" schreibt die Behörde ASN "während besagtem Zeitraum die Dichtheit des Containments in Frage, wäre ein Unfall passiert". Eine Kernschmelze hätte also möglicherweise Freisetzungen zur Folge gehabt.

Weitere Informationen: https://de.wikipedia.org/wiki/Kernkraftwerk_Paluel

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2007

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Dezember 2007 KKW Vandellòs 2/Spanien INES Kategorie 1 - 3

Nachdem die acht spanischen KKW-Blöcke in nur drei aufeinander folgenden Monaten 14 INES-Störfälle verzeichnet hatten, ereignete sich im Dezember in Vandellos noch ein Vorfall. Bei einem Test am laufenden Reaktor waren unvorgesehen einige Abschaltstäbe in den Kern eingefallen. Das habe, schreibt die Aufsichtsbehörde CSN, zu einem Druckabfall im Reaktor-Kreislauf geführt, und damit zur Auslösung der Notkühlung. Der danach erfolgende Druckaufbau führte auch zum Ansprechen von Reaktor-Sicherheitsventilen und Ausströmen von leicht kontaminiertem Kühlwasser in den Containment-Sumpf. Es wurde ein interner Notfall-Voralarm ausgelöst.

Weitere Informationen: https://de.wikipedia.org/wiki/Kernkraftwerk_Vandellòs

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21.08.2007 KKW Beznau 1/Schweiz INES Kategorie 1 - 3

Am 21. August war Block 2 in Jahresrevision. Die blockgemeinsame Reservenetz-Einspeisung war für Wartungsarbeiten abgeschaltet. Zur Kompensation wurde der Notstands-Dieselgenerator des auf Volllast laufenden Blocks 1 im Leerlauf zugeschaltet. Nach Retablierung des Reservenetzes wurde bemerkt, dass dieser Diesel störungsbedingt seine Notstrom-Funktion nicht erfüllt hätte. Gemäß der Behörde HSK hätte theoretisch noch eine Querverbindung zum Notstands-Diesel des abgeschalteten Blocks 2 bestanden, dieser Diesel sei aber ebenfalls in Wartung gewesen. Hätte sich ein Hochwasser wie nur zwölf Tage zuvor eingestellt, hätte auch das Wasserkraftwerk nicht mit genügend Notstrom zur Verfügung gestanden. Bei zusätzlicher Unterbrechung des Hauptnetzes wären KKB 1 zur Verhinderung der Kernschmelze damit nur noch zwei Dieselgeneratoren übrig geblieben, jeder davon mit nur 50 % der erforderlichen Notstrom-Leistung. Auch diese oder die daran angeschlossenen Notkühl-Pumpen könnten eventuell relativ kurzfristig nach Zuschaltung störungsbedingt ausfallen.

Weitere Informationen: https://de.wikipedia.org/wiki/Kernkraftwerk_Beznau

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Juli 2007 KKW Unterweser/Deutschland INES Kategorie 1

Gemäß E.ON-Meldung vom Juli stand einer von vier Strängen des Not- und Nachkühlsystems während einer nicht umschriebenen Zeit „nur eingeschränkt zur Verfügung“. Zudem seien an einem zweiten Strang periodisch Reparaturarbeiten durchgeführt worden. Die verbliebenen zwei Stränge (2 x 50 %) hätten aber bei Anforderung auch dann noch eine genügende Kühlleistung für den limitierenden Störfall erbracht.

Das BMU ergänzte und kritisierte dann diesen Sachverhalt: Der Fehler im betreffenden Strang sei dem Betreiber über ein Jahr lang bekannt gewesen, aber nicht behoben worden. (INES Stufe 1)

Weitere Informationen: https://de.wikipedia.org/wiki/Kernkraftwerk_Unterweser

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28.06.2007 KKW Brunsbüttel/Deutschland INES Kategorie 0

Während Wartungsarbeiten im Umspannwerk außerhalb des Kraftwerksgeländes durch die Firma E.ON entstand beim Einschalten eines neu eingebauten Wandlers aus bis jetzt ungeklärter Ursache ein Kurzschluss. Daraufhin wurde das KKW am 28. Juni 2007 vom Netz getrennt und per automatischer Schnellabschaltung heruntergefahren. Die Abschaltung verlief laut TÜV Nord nicht problemlos. In einer Turbine entstand durch austretendes Öl ein kleiner Schwelbrand. Zudem hätten sich Risse an Abdeckblechen gebildet.

Beim Wiederanfahren des Reaktors führte eine Fehlbedienung durch das Personal am 1. Juli zweimal zu Absperrungen im Reaktorwasserreinigungssystem. Bei der Einleitung von Wasser aus dem Reaktor in die Kondensationskammer ist ein Grenzwert überschritten worden. Dieser Grenzwert soll einen Rohrbruch in dem System erkennen lassen und das System dann zur Absperrung leiten, es lag aber kein Rohrbruch vor.

Trotz ausdrücklicher Nachfrage der Reaktoraufsicht am 2. Juli beim stellvertretenden Werksleiter habe dieser dieses meldepflichtige Ereignis zunächst verneint, erst am 6. Juli mittags wurde es offiziell gemeldet. (INES Stufe 0)

Weitere Informationen: https://de.wikipedia.org/wiki/Kernkraftwerk_Brunsbüttel

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28.06.2007 KKW Krümmel/Deutschland INES Kategorie 0

Auf dem Gelände des KKW begann am 28. Juni 2007 ein Brand an einem Transformator, welcher innerhalb weniger Stunden gelöscht werden konnte. Durch einen Kurzschluss aus nicht geklärter Ursache soll sich Transformatorenöl entzündet haben. Nach Angaben der Behörden bestand keine Gefahr für den Nuklearbereich des KKW s. Verletzte hat es nicht gegeben. Der Kernreaktor wurde per Schnellabschaltung heruntergefahren.

Die Feuerwehr war mit ca. 80 Einsatzkräften vor Ort, um Maßnahmen gegen den Brand zu ergreifen. Nach Auffassung des für die Atomaufsicht zuständigen Kieler Sozialministeriums sind die Vorgänge sowohl in Krümmel als auch Brunsbüttel „auf jeden Fall meldepflichtig“. Ein Sprecher des Betreibers des KKW Krümmel, Vattenfall Europe, bestritt dies jedoch zunächst für sein Kraftwerk, da das Ereignis außerhalb des Reaktors stattgefunden habe. Später räumte das zuständige Ministerium ein, dass auch der Reaktor sekundär betroffen war. Ein zu schnelles Druckabsenken des Reaktors aufgrund menschlichen Fehlverhaltens – der Reaktorfahrer hatte eine Anweisung seines Vorgesetzten falsch verstanden und zwei Sicherheits- und Entlastungsventile von Hand geöffnet – und „unplanmäßiger Ausfall einer von mehreren Reaktorspeisewasserpumpen“ führte zu einem „schnellen Druck- und Füllstandsabfall im Reaktordruckbehälter“ von 65 auf 20 bar. „Es war trotzdem jederzeit genügend Wasser über den Brennstäben“, sagte ein Ministeriumssprecher. Durch die automatische Zuschaltung eines weiteren Sicherheitssystems konnte der Wasserstands- und Druckabfall ausgeglichen werden. Vattenfall bestätigte die Vorgänge, erklärte aber, man habe das Ministerium „unmittelbar nach dem Brand und der Schnellabschaltung“ über die Auffälligkeiten informiert. Bei der Schnellabschaltung kam es auch zu Problemen mit der Eigenstromversorgung des Kraftwerks und mit der Datensicherung. Des Weiteren gelangten Rauchgase des Brandes durch das Lüftungssystem in den Leitstand, sodass der Reaktorfahrer seinen Dienst nach Öffnung der Ventile vorsorglich nur mit einer Atemschutzmaske fortsetzen konnte.

Aufgrund dieser Pannenserie schaltete sich die Atomaufsicht des Bundesumweltministeriums ein. Am 13. Juli 2007 gab es Durchsuchungen durch die Polizei, da Vattenfall mehrfach eine Befragung des Reaktorfahrers verweigert hatte. Einen Durchsuchungsbefehl gab es nach einer Anzeige der taz, es hätte angeblich Verletzte im Leitstand gegeben.

Weitere Informationen: https://de.wikipedia.org/wiki/Kernkraftwerk_Krümmel

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Juni 2007 KKW Cattenom/Frankreich INES Kategorie 1 - 3

Das Werk an der Grenze zum Saarland entließ im Juni Zink in einer Konzentration in die Mosel, die über dem erlaubten Grenzwert lag. Die Jahreslimite sei aber nicht überschritten, schreibt EDF; wobei unklar bleibt, ob es sich um Normal-Zink (Schwermetall) oder um das radioaktive Isotop handelte.

Weitere Informationen: https://de.wikipedia.org/wiki/Kernkraftwerk_Cattenom

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07.05.2007 KKW Philippsburg/Deutschland INES Kategorie 1

Am 7. Mai 2007 wurde der Sicherheitsbehälter nach einer Revision "wegen eines nicht exakt geschalteten Endschalters" nicht richtig geschlossen. Auf beiden Seiten der Personenschleuse stand ein Ventil offen (INES Stufe 1).

Weitere Informationen: https://de.wikipedia.org/wiki/Kernkraftwerk_Philippsburg

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KKW Leibstadt/Schweiz INES Kategorie 1 - 3

Durch irrtümliche Auslösung des automatischen Druckabbau-Systems (DAS) während eines Tests im Normalbetrieb öffneten einige Ventile der Druckentlastung des Reaktorsystems. Das Wasser musste mit der Notkühlung nachgeführt werden (Quellen: IAEO, HSK)

Weitere Informationen: https://de.wikipedia.org/wiki/Kernkraftwerk_Leibstadt

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April 2007 KKW Penly 2/Frankreich INES Kategorie 1 - 3

Beim Wiederhochfahren des Blocks nach der Revision wurde im April nach zwei Tagen bei Tests bemerkt, dass alle Pumpen der Notkühlung während der zwei Tage im Anforderungsfall unverfügbar gewesen wären (Quelle: ASN)

Weitere Informationen: https://de.wikipedia.org/wiki/Kernkraftwerk_Penly

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KKW Dampierre/Frankreich INES Kategorie 1

Ausfall von externem Netz einschließlich Reservenetz sowie von einem Notstrom-Dieselaggregat mit 100 % Versorgungs-Kapazität. Das Werk liegt ca. 80 km vor Paris. Der Reaktor wurde mit dem einzigen verbliebenen Diesel (100 %) heruntergekühlt. Dennoch stufte die französische Aufsichtsbehörde ASN den Störfall nur mit INES 1 ein. Begründung: Es seien noch die Redundanz-Reserven eigendampf-getriebene Hilfsturbine (sofort einsatzfähig) sowie Gasturbine (deren Synchronisation könne aber Stunden dauern) vorhanden gewesen (Quellen: ASN, IRSN)

Weitere Informationen: https://de.wikipedia.org/wiki/Kernkraftwerk_Dampierre

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2006

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25. Juli 2006 Forsmark/Schweden INES Kategorie 1 - 3

Am 25. Juli 2006 wurde der Reaktor Forsmark-1 nach einem Kurzschluss in der Umspannstation, über die das AKW seinen Strom ans allgemeine Netz abführt, von der Stromversorgung automatisch getrennt. Dies führte zu einem Lastabwurf des Generators und die im Reaktor produzierte Wärme konnte nicht mehr in elektrische Leistung umgesetzt werden. Der Reaktor wurde über eine Schnellabschaltung heruntergefahren. Der Strom für die Steuerung des KKW es und die Speisepumpen, die die Nachzerfallswärme abführen müssen, fiel aus. Er musste ersatzweise durch Diesel-Notstromaggregate bereitgestellt werden. Jedoch konnten zwei der vier Generatoren nicht in das Notstromnetz einspeisen, da sie mit der 500 V Leitung elektrisch verbunden blieben, die jedoch ausgefallen war. Zusätzlich versagte die Stromversorgung für einen Teil der Messgeräte in der Leitwarte. Nach 23 Minuten konnten die beiden anderen Dieselaggregate manuell zugeschaltet werden. Durch diese Zuschaltung konnte der Wasserstand im Reaktor wieder auf Normalniveau angehoben werden. Nach Angaben der schwedischen Strahlenschutzbehörde SKI sei eine akute Kernschmelze zu keiner Zeit des Störfalls zu erwarten gewesen, dennoch hätte es sich um einen sehr ernsten Zwischenfall gehandelt.

Weitere Informationen: https://de.wikipedia.org/wiki/Kernkraftwerk_Forsmark

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11. März 2006 IRE Fleurus/Belgien INES Kategorie 4

In einer Bestrahlungsanlage zur Herstellung radiopharmazeutischer Produkte beim Institut national des radio-éléments (IRE) wurde aufgrund eines Hydraulik-Versagens eine Kobalt-Quelle aus einem strahlenabschirmenden Wasserbecken gehoben, obwohl kein Bestrahlungsvorgang stattfand und die Tür zum Raum offenstand. Aufgrund des ausgelösten Alarms betrat ein Angestellter den Raum. Während des Aufenthaltes von nur 20 Sekunden erhielt er eine Strahlendosis von rund 4,6 Sievert, die mittelfristig lebensbedrohlich sein kann (INES Stufe 4). (Unfälle in rein medizinischen Anlagen werden gewöhnlich nicht INES-klassifiziert, beim IRE handelt es sich aber um eine kerntechnische Anlage).

Weitere Informationen: https://fr.wikipedia.org/wiki/Institut_national_des_radioéléments

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01. März 2006 Kosloduj 5/Bulgarien INES Kategorie 2

Während des Herunterfahrens des 5. Blocks am 1. März nach dem Ausfall einer Hauptkühlmittelpumpe blieben ein Drittel aller Steuerelemente in der oberen Position hängen. Zur Abschaltung des Reaktors musste eine Notborierung durchgeführt werden. Der Betreiber hatte den Zwischenfall ursprünglich auf INES 0 eingeordnet, aber die Aufsichtsbehörde korrigierte auf INES Stufe 2.

Weitere Informationen: https://de.wikipedia.org/wiki/Kernkraftwerk_Kosloduj

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2005

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29. Juni 2005 Forsmark/Schweden INES Kategorie 1 - 3

Aus dem Zwischenlager für schwach und mittelstark strahlenden Abfall im schwedischen KKW Forsmark gelangte am 29. Juni 2005 radioaktives Wasser in die Ostsee. In den Gewässern in der Nähe des Kraftwerks wurde das Zehnfache des Normalwerts radioaktiven Cäsiums gemessen. Dies liegt laut schwedischem Strahlenschutzinstitut SSI jedoch noch innerhalb der zulässigen Grenzen. Schuld an dem Leck waren vermutlich korrodierte Blechbehälter mit radioaktivem Abfall.

Weitere Informationen: https://de.wikipedia.org/wiki/Kernkraftwerk_Forsmark

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19.04.2005 Windscale bzw. Sellafield/Großbritannien INES Kategorie 3

Nach dem schweren Unglück von 1957 und dem Unfall von 1973 gab es 2005 in Sellafield einen weiteren Zwischenfall (INES Stufe 3). Nach über 7 Monaten wurde ein Leck in der Wiederaufbereitungsanlage entdeckt, durch das ca. 83.000 Liter einer radioaktiven Flüssigkeit, bestehend aus Salpetersäure, Uran und Plutonium, austraten. Die betroffene Halle wurde massiv kontaminiert, so dass ferngesteuerte Maschinen die Entsorgung der Flüssigkeit vornehmen mussten.

Weitere Informationen: https://de.wikipedia.org/wiki/Sellafield

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28.03.2005 KKW Leibstadt/Schweiz INES Kategorie 1 - 3

Im KKW Leibstadt kam es am 28. März 2005 zum Stillstand für fünf Monate. Grund hierfür war ein Schaden am Generator; die Reparaturarbeiten am Generator oblagen nicht der Aufsichtspflicht der HSK (Nukleare Aufsichtsbehörde), da der nukleare Teil des AKW nicht betroffen war.

Weitere Informationen: https://de.wikipedia.org/wiki/Kernkraftwerk_Leibstadt

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2005 Sämtliche KKW/Frankreich INES Kategorie 2

Die Aufsichtsbehörde ASN teilte mit, dass - im Falle eines Lecks im Reaktorkreislauf - bei Verstopfung der Leitungs-Saugsiebe der Notkühlung im Containment-Sumpf (mit Abfällen wie Isoliermaterial oder Lappen) "die Kühlbarkeit des Kerns nicht gewährleistet" sei. INES-Einstufung: 2. Es wurden Verbesserungs-Maßnahmen angekündigt. Dabei ist die Sauberkeit das kleinere Problem; das genannte Isoliermaterial löst sich erst aufgrund eines entstandenen Lecks ab, durch Druckkräfte des austretenden Wasserstrahls.

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2004

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Vandellòs 2/Spanien INES Kategorie 2

Die Aufsichtsbehörde CSN stellte fest, dass ihr der Betreiber dieses Werks während Jahren eine Leitungskorrosion verschwiegen hatte, welche die Funktionsfähigkeit der Komponenten-Kühlung hätte in Frage stellen können. Hätten die beiden Leitungen ca. gleichzeitig versagt (und nicht nur eine, wie geschehen), wäre der Reaktor kaum noch herunterkühlbar gewesen (INES Stufe 2)

Weitere Informationen: https://de.wikipedia.org/wiki/Kernkraftwerk_Vandellòs

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04.11.2004 Balakowo/Russland INES Kategorie 1 - 3

In Balakowo kam es am 4. November zu einem Zwischenfall. Der Reaktor wurde heruntergefahren. Nach Angaben des Betreibers Rosenergoatom trat keine Radioaktivität aus.

Weitere Informationen: https://de.wikipedia.org/wiki/Kernkraftwerk_Balakowo

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27.07.2004 Neckarwestheim/Deutschland INES Kategorie 1

Im KKW Neckarwestheim ereignete sich ein Zwischenfall durch menschliches Versagen, bei dem mit zwei Megabecquerel kontaminiertes Wasser aus Block II trotz sofort eingeleiteter Gegenmaßnahmen in den Neckar gelangte. Der Vorfall führte erstmals in der Bundesrepublik dazu, dass die Betreibergesellschaft eines KKWs (EnBW) ein Ordnungsgeld (25.000 €) zahlen musste. Ein Betriebsleiter wurde entlassen, weil er sich kritisch geäußert hatte. (INES Stufe 1)

Weitere Informationen: https://de.wikipedia.org/wiki/Kernkraftwerk_Neckarwestheim

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08.02.2004 Biblis/Deutschland INES Kategorie 0

Im KKW Biblis ereignete sich eine Störung, bei der nacheinander mindestens fünf der Stromversorgungssysteme ausfielen. Während eines Sturms gerieten zwei Hochspannungsleitungen in der Nähe des KKW aneinander und verursachten einen Kurzschluss. Daraufhin fiel im Kraftwerk ein Hauptnetzanschluss aus, kurz darauf der zweite. Der Reserveanschluss funktionierte ebenfalls nicht. Die Notstandsstromversorgung von Block A und die Eigenbedarfsversorgung von Block B versagten dann ebenfalls. Somit bestand die Gefahr, dass die Sicherheitssysteme nicht mehr mit Energie versorgt werden konnten. In Folge dieser Ereignisse wurde der Reaktor aus Sicherheitsgründen automatisch heruntergefahren. Die ordnungsgemäß arbeitenden Notstrom-Dieselgeneratoren verhinderten Schlimmeres. In der Vergangenheit standen einzelne dieser vier Notstromaggregate bei regelmäßig wiederkehrenden Prüfungen mehrmals nicht zur Verfügung, jedoch reicht eines aus, um die Aufrechterhaltung der Reaktorsicherheit zu gewährleisten. (INES Stufe 0)

Weitere Informationen: https://de.wikipedia.org/wiki/Kernkraftwerk_Biblis

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2003

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10.04.2003 Paks/Ungarn INES Kategorie 3

Beim Reinigen von Brennstäben im Block 2 des KKWs Paks wurde deren Umhüllung beschädigt. Dabei trat radioaktives Gas aus, das einen „Ernsten Störfall“ (INES Stufe 3) verursachte. Es wurde niemand bei diesem Unglück verletzt. Die Messsonden in der Umgebung registrierten jedoch Edelgasbelastungen über den Grenzwerten.

Weitere Informationen: https://de.wikipedia.org/wiki/Kernkraftwerk_Paks

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01.03.2003 Kosloduj 3/Bulgarien INES Kategorie 1 - 3

Im Volllast-Betrieb entstand plötzlich ein Primärkreis-Leck an einer Schweißnaht. Die Notkühlung trat in Funktion. Die mittlerweile stillgelegten Blöcke 1 bis 4 konnten hier – im Gegensatz zu den leistungsstärkeren Blöcken 5 und 6 sowie allen westlichen Druckwasser-Reaktoren – einzelne Segmente des Primär-Kreislaufs mit Ventilen absperren. Eine Absperrung wurde vorgenommen, womit der Wasserverlust nach relativ kurzer Zeit gestoppt werden konnte.

Weitere Informationen: https://de.wikipedia.org/wiki/Kernkraftwerk_Kosloduj

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2002

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22.11.2002 KKW Tihange/Belgien INES Kategorie 2

Obwohl der Reaktor zu dieser Zeit heruntergefahren und nicht mehr kritisch war, produzierte der Reaktor aufgrund der Nachzerfallswärme immer noch Wärme, die wie im Leistungsbetrieb durch das Zirkulieren des Kühlmittels im Primärkreislauf abgeführt wird. Durch einen Test wurde fälschlicherweise ein Sicherheitsventil des Druckhalters geöffnet, wodurch der Druck im Primärkreislauf in kürzester Zeit von 155 bar auf 85 bar fiel. Der hohe Druck im Primärkreislauf während des Betriebs bewirkt, dass das Wasser auch bei hoher Temperatur nicht siedet, sondern im flüssigen Aggregatzustand verbleibt. Sinkt der Druck jedoch, verringert sich die Siedetemperatur des Wassers und es geht in den gasförmigen Zustand über. Dann kann die Nachzerfallswärme der Brennelemente nicht mehr abtransportiert werden und es besteht die Gefahr einer Kernschmelze. In diesem Fall jedoch wurden aufgrund des rapiden Druckabfalls mehrere Sicherheitssysteme aktiviert, die Wasser in den Reaktor einspeisten und so die Brennelemente weiter kühlten. Das fälschlicherweise geöffnete Überdruckventil wurde wegen Kommunikationsproblemen erst nach drei Minuten wieder geschlossen. Störfall (INES Stufe 2).

Weitere Informationen: https://de.wikipedia.org/wiki/Kernkraftwerk_Tihange

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2001

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August 2001 KKW Philippsburg/Deutschland INES Kategorie 2

Im KKW Philippsburg übersah die Bedienmannschaft beim Anfahren von Block 2, dass das Notkühlsystem nicht die Anforderungen des Betriebshandbuches erfüllte. Das Notkühlsystem reichte aus um den kalten und unkritischen Reaktor zu kühlen. Nach Wiederanfahren des Reaktors wurde das Notkühlsystem soweit wie es die Grenzwerte fordern ertüchtigt. Allerdings kam es dabei zum unten genannten Störfall. Die Kühlflüssigkeit, die in den Flutbehältern (Notkühlsystem) des KKW s gepuffert wird, unterschritt die zulässige Borkonzentration. Betroffen waren drei der vier vorhanden Behälter. Aufgrund dieser Vorkommnisse verloren der Kraftwerksleiter und zwei Vorstandsmitglieder des Betreibers EnBW ihre Posten. (INES Stufe 2)

Weitere Informationen: https://de.wikipedia.org/wiki/Kernkraftwerk_Philippsburg

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14.12.2001 KKW Brunsbüttel/Deutschland

Schwerer Zwischenfall im KKW Brunsbüttel. Wie erst einige Monate später bekannt wurde, hatte sich eine Wasserstoffexplosion in direkter Nähe zum Reaktordruckbehälter ereignet. Die Zuleitung der Kühlung des Reaktordeckels mit 100 mm Durchmesser zerriss dabei auf einer Länge von 2 bis 3 Metern. Es bestand das Risiko, dass Splitter am Splitterschutz vorbei das Containment beschädigten. Der Betreiber HEW versuchte den Vorfall weitestgehend zu verschleiern. Zum Beispiel wurde er lediglich mit der Bezeichnung „spontane Dichtungsleckage“ an das zuständige Ministerium gemeldet. Erst nach zwei Monaten gelang es den Aufsichtsbehörden unter heftigem Streit mit dem Betreiber, das „Leck“ bei abgeschaltetem Reaktor zu besichtigen, wobei das Ausmaß des Störfalles entdeckt wurde. Wäre der Reaktor gleich nach der Explosion vorschriftsmäßig abgeschaltet worden, hätte der Betreiber zu Beginn des Winters für mehrere Millionen Euro Ersatzstrom zukaufen müssen.

Weitere Informationen: https://de.wikipedia.org/wiki/Kernkraftwerk_Brunsbüttel

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2000

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05.07.2000 KKW Grafenrheinfeld/Deutschland INES Kategorie 0

Im KKW Grafenrheinfeld kam es zu einem Brand des Motors der Hauptkühlmittelpumpe, die in unmittelbarer Nähe des Reaktordruckgefäßes sitzt. (INES Stufe 0)

Weitere Informationen: https://de.wikipedia.org/wiki/Kernkraftwerk_Grafenrheinfeld

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26.06.2000 KKW Grafenrheinfeld/Deutschland INES Kategorie 1

Am 26. Juni 2000 kam es im KKW Grafenrheinfeld zu einem Zwischenfall der INES Stufe 1. An fünf von acht Steuerventilen, die ein Jahr zuvor eingebaut worden waren, wurden technische Mängel festgestellt.

Weitere Informationen: https://de.wikipedia.org/wiki/Kernkraftwerk_Grafenrheinfeld

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2019-2010 - 2009-2000 - 1999-1990 - 1989-1980 - 1979-1970 - 1969-1960 - 1959-1950 - 1949-1940


1999

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27.12.1999 Blayais/Frankreich INES Kategorie 2

Im vier Blöcke umfassenden KKW Blayais unweit von Bordeaux am Atlantik führte der Sturm Lothar zu einer Überflutung des Areals und zu einem teilweisen Ausfall der externen Stromversorgung. Zwei Blöcke mussten mit Hilfe der Notstrom-Dieselaggregate heruntergekühlt werden. Zudem wurde ein Teil der Notkühl- und Komponentenkühl-Pumpen überflutet und wäre bei Anforderung nicht einsatzfähig gewesen (Quellen: EDF, ASN) INES Stufe 2

Weitere Informationen: https://de.wikipedia.org/wiki/Kernkraftwerk_Blayais

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30.09.1999 Brennelemente-Fabrik Tōkai-mura/Japan INES Kategorie 4

In einer Brennelemente-Fabrik in Tōkai-mura, Japan befüllten Arbeiter einen Vorbereitungstank mit 16,6 kg Urangemisch (statt den vorgeschriebenen 2,3 kg). Daraufhin setzte eine unkontrollierte Kettenreaktion ein und Strahlung trat aus. Die Zahl der Menschen die erhöhte Strahlendosen erhielten, wird mit 35 bis 63 angegeben. Drei Arbeiter wurden einer besonders hohen Radioaktivität von bis zu 17 Sievert ausgesetzt. Ca. 300.000 Anwohner wurden aufgefordert, ihre Häuser nicht zu verlassen. Dieser Unfall wird von offizieller Seite mit INES 4, von einigen Wissenschaftlern aber mit INES Stufe 5 bewertet. Der Arbeiter mit der 17-Sievert-Dosis verstarb einige Monate nach dem Unfall, obwohl er eine Knochenmark-Transplantation erhalten hatte.

Weitere Informationen: http://de.atomkraftwerkeplag.wikia.com/wiki/Tokaimura,_Japan_1999

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1998

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1998 Doel oder Tihange/Belgien INES Kategorie 1 - 3

Doel oder Tihange/Belgien: Belgien ist eines der wenigen westeuropäischen Länder, das wie die USA seine Störfälle mit Hilfe von sog. Vorläufer-Analysen auf die Risikorelevanz hin untersucht. Dabei verwendet die Aufsichtsbehörde AVN auch die Wahrscheinlichkeitsrechnung. Gravierendstes Vorkommnis seit 1997 war in einem nicht näher umschriebenen Block der KKW-Standorte Doel oder Tihange ein kompletter kürzerzeitiger Ausfall der Komponenten-Kühlung. Viele der Betriebs- und Sicherheitssysteme sind für ihr Funktionieren auf Kühlung durch andere Systeme (die ausgefallenen) angewiesen, was die Tragweite dieses Störfalls veranschaulicht.

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1997

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War scheinbar ein glückliches Jahr für die Menschheit, es gab keine großen AKW Störfälle ...
Oder habe ich nur irgend etwas nicht mitgekriegt?

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1996

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1996 Oskarshamn 1/Schweden INES Kategorie 1 - 3

Bei dieser Anlage musste der Kernmantel wegen eines Risses in dessen Rundnaht von nahezu Umfanglänge ausgewechselt werden. Der Kernmantel ist Bestandteil der Einbauten des Reaktorbehälters. Sein Bruch könnte die Schnellabschaltung des Reaktors unmöglich machen. (Quellen: IAEO, SKI)

Weitere Informationen: https://de.wikipedia.org/wiki/Kernkraftwerk_Oskarshamn

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1995

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1995 KKW Trillo/Spanien INES Kategorie 1 - 3

Bei Inspektionen wurde festgestellt, dass die Hälfte der Stränge der Sumpf-Rezirkulation der Notkühlung mit Fremdkörpern blockiert waren. Gemäß der Behörde CSN handelte es sich um Fehldispositionen bei der acht Jahre zurückliegenden Bauphase, womit auch die Lieferfirma Siemens-KWU in der Verantwortung stand (Quelle: NRC- NUREG 0933)

Weitere Informationen: https://de.wikipedia.org/wiki/Kernkraftwerk_Trillo

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1994

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März 1994 KKW Biblis A/Deutschland

Im März 1994 brannte in Biblis A innerhalb des Containments der Motor einer Hauptkühlmittelpumpe, weil es aufgrund eines bei Wartungsarbeiten in dem Motor vergessenen Meißels zu einem Kurzschluss gekommen war.

Weitere Informationen: https://de.wikipedia.org/wiki/Kernkraftwerk_Biblis

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1994 Dukovany/Tschechien INES Kategorie 1 - 3

: Der Fehler eines Elektrikers beim Netz-Unterhalt führte zur Abkopplung aller vier Reaktorblöcke vom Netz. Zwei der Blöcke erreichten nach Lastabwurf Eigenbedarfs-Produktion, die anderen zwei verfehlten diese Prozedur und mussten nach Schnellabschaltung von ihren Notstrom-Dieselgeneratoren versorgt werden. Dabei startete einer der Diesel nicht automatisch und musste vor Ort manuell in Gang gesetzt werden. Daneben gab es noch eine große Zahl kleinerer Fehlfunktionen (Quelle: SKI-Report IRS)

Weitere Informationen: https://de.wikipedia.org/wiki/Kernkraftwerk_Dukovany

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1993

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06.04.1993 Sewersk/Russland INES Kategorie 4

In der Kerntechnischen Anlage Tomsk sind in der Wiederaufarbeitungs-Anlage (vor allem genutzt für die Produktion von waffenfähigem Plutonium) durch einen Unfall große Mengen kurzlebiger radioaktiver Stoffe freigesetzt worden. In Folge wurden einhundert Quadratkilometer im Gebiet Sewersk (auch als Tomsk-7 bekannt) verseucht. (INES Stufe 2–4)

Weitere Informationen: https://de.wikipedia.org/wiki/Kerntechnische_Anlage_Tomsk

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1992

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1992 Dessel/Belgien INES Kategorie 1 - 3

In der größten europäischen Fabrik zur Herstellung von MOX-Brennelementen (Uran-Plutonium-Mischoxid) ereignete sich ein Unfall: Ein Brennstab brach und MOX-Staub wurde freigesetzt. Dies führte bei mindestens einem Beschäftigten zu Plutonium-Einatmung. Plutonium ist radiotoxisch (Quelle: Öko-Institut).

Weitere Informationen: (... ???)

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1991

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War scheinbar ein glückliches Jahr für die Menschheit ...

Oder habe ich nur irgend etwas nicht mitgekriegt?

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1990

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1990 Leibstadt/Schweiz INES Kategorie 2

Beim Anfahren dieses Reaktors - an der deutschen Grenze gelegen - wurde nach drei Stunden bei einer Leistung von 20 % bemerkt, dass die Schnellabschaltung bei Anforderung nicht funktionieren würde. Der Reaktor wurde mit den Steuerstab-Motoren langsam heruntergefahren. Die Behörde HSK klassierte den Vorfall mit INES Stufe 2.

Weitere Informationen: https://de.wikipedia.org/wiki/Kernkraftwerk_Leibstadt

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2019-2010 - 2009-2000 - 1999-1990 - 1989-1980 - 1979-1970 - 1969-1960 - 1959-1950 - 1949-1940


1989

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1989 KKW Vandellòs/Spanien INES Kategorie 3

Durch ein Feuer im KKW Vandellòs wurden die Sicherheitssysteme stark in Mitleidenschaft gezogen. Es kam aber zu keinem schwereren Unglück. Vandellòs 1 wurde in der Folge durch politischen Entscheid der spanischen Regierung definitiv stillgelegt. (INES Stufe 3)

Weitere Informationen: https://de.wikipedia.org/wiki/Kernkraftwerk_Vandellos

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1989 Krško/Slowenien (Jugosl.) INES Kategorie 1 - 3

Als korrekte Reaktion auf eine betriebliche Störung öffnete ein Ventil zur Druckentlastung des Reaktor-Kreislaufs druckbedingt. Nach Abbau der Druck-Transiente blieb es (wie vor dem Kernschmelz-Unfall 1979 in Three Mile Island) unvorgesehen in offener Stellung stecken. Aufgrund des damit verbundenen Kühlwasser-Verlustes schaltete sich die Notkühlung automatisch zu (sie wurde - hier im Gegensatz zu T.M.I. - vom Personal nicht irrtümlich wieder abgeschaltet). Nach ca. 15 Min. schloss sich das Ventil doch noch und die Notkühlung hatte den Reaktor-Kreislauf einigermaßen nachgefüllt. Leicht radioaktives Wasser war nach dem Störfall aus dem Containment-Sumpf zu entfernen, durch Abgabe in den benachbarten Fluss (Quelle: SKI-Report IRS)

Weitere Informationen: https://de.wikipedia.org/wiki/Kernkraftwerk_Krško

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1988

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War scheinbar ein glückliches Jahr für die Menschheit ...

Oder habe ich nur irgend etwas nicht mitgekriegt?

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1987

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16.12.1987 KKW Biblis A/Deutschland INES Kategorie 1

Beim Anfahren des Reaktors klemmte ein Ventil, das eine Anschlussleitung an dem unter 150fachem Atmosphärendruck stehenden Reaktorkreislauf absperren muss, und blieb offen. Erst nach 15 Stunden nahm das Betriebspersonal die aufleuchtende Warnlampe ernst, man hielt die Ansteuerlogik der Lampe für defekt. Das Personal fuhr den Reaktor nicht sofort herunter, sondern öffnete ein zweites, redundantes Sicherheitsventil, um das verklemmte Ventil durchzuspülen und so zu schließen. Das Ventil schloss nicht und 107 Liter radioaktiven Kühlwassers liefen in den Ringraum. Das Sicherheitsventil schloss Sekunden später. Der Störfall kam erst nach einem Jahr durch einen Artikel in einer amerikanischen Fachzeitschrift (Nucleonic Weeks) an die Öffentlichkeit, wurde jedoch vom Betreiber fristgerecht an die Behörde gemeldet, die wiederum selbst keine Pressemitteilung veröffentlichte. Der Störfall wurde später gemäß der Skala INES als Stufe 1 (Störung) eingestuft. Nach dem Störfall haben die Hersteller Abhilfe geschaffen: Mit der Nachrüstung einer Druckentlastungsarmatur zwischen Erst- und Zweitabsperrung (also den besagten Ventilen) dieser Anschlussleitungen wird nach Versagen der Erstabsperrung mittels Druckentlastung ins Containment ein Versagen der Zweitabsperrung und damit ein Bypass verhindert.

Weitere Informationen: https://de.wikipedia.org/wiki/Kernkraftwerk_Biblis

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1986

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1986 Mühleberg/Schweiz INES Kategorie 1 - 3

Im Tschernobyl-Jahr nahm ein unabhängiger Physiklehrer Dosis-Messungen in der Umgebung des AKW Mühleberg vor. Zu seinem Erstaunen waren die Messwerte eines Tages ungewöhnlich hoch. Der Betreiber musste einen Filterschaden einräumen, der zu Freisetzungen bis knapp unterhalb des Grenzwertes führte. Angeblich haben weder Betreiber noch Aufsichtsbehörde HSK diese Freisetzung registriert. Die Werte sind noch heute etwas erhöht.

Weitere Informationen: https://de.wikipedia.org/wiki/Kernkraftwerk_Mühleberg

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21.05.1986 La Hague/Frankreich INES Kategorie 3

In der französischen Wiederaufarbeitungsanlage La Hague wurden 5 Arbeiter bei einem Unfall einer Strahlendosis ausgesetzt. (INES Stufe 2–3)

Weitere Informationen: https://de.wikipedia.org/wiki/Wiederaufarbeitungsanlage_La_Hague

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05.05.1986 KKW THTR 300/Deutschland INES Kategorie 0

Aus dem Kkw THTR-300 in Hamm-Uentrop traten radioaktive Aerosole aus. Zerbrochene Kugelbrennelemente verstopften die Rohre der Beschickungsanlage und man versuchte diese Rohre mit hohem Gasdruck wieder freizublasen. Die vorhandenen Messgeräte waren zum Zeitpunkt des Vorfalls abgeschaltet, so ist über die genauen Mengen nichts bekannt. Weitere Versuche hatten zur Folge, dass sämtliche verklemmten Kugeln zerbrachen und Teile der Anlage verbogen wurden. Der Reaktor wurde vorübergehend abgeschaltet. Am 1. September 1989 wurde die Stilllegung des THTR-300 aufgrund von Unstimmigkeiten über die weitere Finanzierung beschlossen. (INES Stufe 0)

Weitere Informationen: https://de.wikipedia.org/wiki/Kernkraftwerk_THTR-300#Probleme_und_St.C3.B6rf.C3.A4lle -

Siehe dazu: In der 'Historie' - Der Störfall -

Sowie den Beitrag 'Funkelnde Augen' im SPIEGEL

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26.04.1986 KKW Tschernobyl/Sowjetunion INES Kategorie 7

Bei einem Super-GAU (INES Stufe 7) im Block 4 des KKW es Tschernobyl in der Ukraine kam es zu einer Kernschmelze und in deren Folge zu Explosionen. Große Mengen Radioaktivität wurden durch Freilegung und Brand des Reaktorkernes freigesetzt, die unmittelbare Umgebung wurde stark kontaminiert; darüber hinaus gab es zahlreiche direkte Strahlenopfer unter den Hilfskräften. Der Super-GAU konnte durch Radioaktivitätsmessungen und Fallout in Schweden und anderen europäischen Ländern nachgewiesen werden. Es wurde ein großräumiges Sperrgebiet eingerichtet und das Gebiet evakuiert. Die Anzahl der geschädigten Personen schwankt je nach Studie erheblich. Dass der Unfall bisher (gemäß IAEO) unerwartet wenig Opfer forderte, ist teils darauf zurückzuführen, dass der heftige Graphitbrand große Teile der Radioaktivität direkt und hoch in die Atmosphäre hinauf beförderte sowie der Wind vor der Evakuierung größerer Städte wie Prypjat weitgehend in Richtung bevölkerungsschwächerer Regionen blies.

Weitere Informationen: https://de.wikipedia.org/wiki/Nuklearkatastrophe_von_Tschernobyl

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06.01.1986 Wiederaufarbeitungsanlage Oklahoma/Vereinigte Staaten INES Kategorie 4

In der Wiederaufarbeitungsanlage Kerr-McGee in Gore, Oklahoma zerbrach ein Zylinder mit nuklearem Material nach unzulässiger Erhitzung. Ein Arbeiter starb, 100 mussten ins Krankenhaus eingeliefert werden. (INES Stufe 2–4)

Weitere Informationen: https://en.wikipedia.org/wiki/Kerr-McGee

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1985

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August 1985 Wladiwostok, Sowjetunion INES Kategorie 5

In der Chazhma-Bucht nahe Wladiwostok ereignete sich ein ernster Unfall beim Brennelementwechsel des atomgetriebenen U-Bootes K-314. Beim Wiederaufsetzen des Reaktordeckels kam es durch unsachgemäße Handhabung zu einer spontanen Kettenreaktion. Das Kühlwasser verdampfte schlagartig und der Reaktorkern wurde von der Explosion auf die Pier geschleudert. 29 Menschen erhielten hohe Strahlendosen, weitere 10 Menschen starben an einer tödlichen Neutronendosis. Die radioaktive Wolke erreichte das 55 Kilometer entfernte Wladiwostok nicht, an näher gelegenen Orten sind aber weitere Opfer dieses Unfalles (längerfristige Krebserkrankungen) nicht auszuschließen. (INES Stufe 5)

Weitere Informationen: https://de.wikipedia.org/wiki/Echo-Klasse#K-31

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09. Juni 1985 Kkw Davis Besse Oak Harbor, Ohio/Vereinigte Staaten INES Kategorie 4

Am 9. Juni 1985 kam es bei der Inbetriebnahme des Kühlsystems des 'Kkw Davis Besse 1' zu einer Störung an einer Pumpe, die aufgrund der Fehlbedienung eines Operators eine zu hohe Drehzahl aufwies. Um dem entgegenzuwirken, wurde die Förderleistung gedrosselt. Kurz darauf gab es an einer weiteren Pumpe einen Überdruck. Die Operatoren schalteten die Pumpe ab. Allerdings wurde die Zirkulation des Kühlmittelflusses dadurch gestoppt. Um dem entgegenzuwirken, aktivierte ein Operator die Notspeisewasserpumpen. Erst wurde das Ereignis als „außergewöhnlich“ eingestuft; später untersuchte man den Vorfall genauer und fand heraus, dass es beinahe zur Kernschmelze (Schmelzen des Reaktorkernes) gekommen wäre. Nach Schätzungen der IAEO war der Störfall auf der INES mindestens mit Stufe 4, also „Unfall“ zu werten.

Weitere Informationen: https://de.wikipedia.org/wiki/Kernkraftwerk_Davis_Besse

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1984

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War scheinbar ein glückliches Jahr für die Menschheit ...

Oder habe ich nur irgend etwas nicht mitgekriegt?

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1983

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1983 Doel 1 und 2/Belgien INES Kategorie 1 - 3

Nach Ausfall des 380-kV-Netzes und starken Spannungs-Schwankungen im Reservenetz trat in den beiden ältesten Doel-Blöcken der Notstrom-Fall ein. Vier Dieselgeneratoren starteten, konnten aber wegen Fehlern die zum Kaltfahren nötige Versorgung nicht gewährleisten. Als letzte Reserve trat in beiden Reaktorblöcken ein strom-unabhängiges, vom Dampf der Nachzerfalls-Wärme angetriebenes Kühlsystem in Aktion, bis nach ca. einer Stunde die Stromversorgung retabliert war (Quelle: SKI-Report IRS)

Weitere Informationen: https://de.wikipedia.org/wiki/Kernkraftwerk_Doel

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1983 Buenos Aires/Argentinien INES Kategorie 4

Durch das Vernachlässigen von Sicherheitsregelungen starb ein Operator während einer Modifikation des Reaktorkerns. Er befand sich nur wenige Meter entfernt und erhielt mit ca. 20 Gy eine tödliche Strahlendosis (INES Stufe 4).

Weitere Informationen: (... die Suche nach Informationen läuft schlecht!) Siehe den Beitrag: Mir läuft der kalte Schauer über den Rücken - aus dem Spiegel 17/1987

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1983 Embalse/Argentinien ???

Im Kernkraftwerk ereignete sich am 30. Juni 1983 ein schwerer Störfall (Überhitzung des Kühlkreislaufs), der jedoch von Mitarbeitern unter Kontrolle gebracht werden konnte. 1986 kam es zu einem weiteren Störfall, als Schweres Wasser aus dem Kraftwerk trat. Beide Vorfälle wurden von den Verantwortlichen lange Zeit geheim gehalten, nur die Internationale Atomenergie-Organisation (IAEO) wurde informiert. Nur durch Nachforschungen gelang es den Medien, den Störfall an die Öffentlichkeit zu bringen. Bis 2007 ereigneten sich insgesamt zehn Störfälle.

Weitere Informationen: https://de.wikipedia.org/wiki/Kernkraftwerk_Embalse - -

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1982

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September 1982 Tschernobyl, Sowjetunion INES Kategorie 5

Im Block 1 des KKW Tschernobyl wurde durch Fehler des Personals ein Brennstoffkanal in der Mitte des Reaktors zerstört. Eine große Menge radioaktiver Substanzen wurden über den industriellen Bereich der Kernkraftanlage und die Stadt Prypjat verteilt. Das Personal, das mit der Liquidation der Konsequenzen dieses Unfalls beschäftigt war, erhielt hohe Strahlendosen. (INES Stufe 5)

Weitere Informationen: https://de.wikipedia.org/wiki/Kernkraftwerk_Tschernobyl

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1981

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1981 La Hague/Frankreich INES Kategorie 3

In der nordfranzösischen Wiederaufarbeitungs-Anlage für Kern-Brennstoff fielen die beiden Transformatoren für die Stromversorgung aus, und damit alle Elektro-Pumpen, welche die Nachzerfalls-Wärme aus den diversen Brennstoff-Lagerbecken abführen. Da weitere Redundanzen fehlten, musste vorübergehend von Hand eine Notversorgung aufgebaut werden. Weil die Nachzerfalls-Wärme des Brennstoffs in diesem Stadium bereits teilweise abgeklungen ist (degressiver Verlauf), bestand dazu einigermaßen genügend Zeit. Das Vorkommnis wurde mit INES 3 (ernster Störfall) eingestuft.

Weitere Informationen: https://de.wikipedia.org/wiki/Wiederaufarbeitungsanlage_La_Hague

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1980

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1980 Saint-Laurent/Frankreich INES Kategorie 4

Das Teil-Schmelzen einiger weniger Brennelemente führte zu einer Kontamination des Reaktorgebäudes (INES Stufe 4). Die beiden ersten in St. Laurent gebauten Reaktoren waren graphitmoderiert und gasgekühlt. Die Notkühlung erfolgte deshalb nicht mit Wasser, sondern mit aus der Werksumgebung angesaugter Luft. Der Reaktor wurde nach Reparaturen noch eine Zeitlang weiterbetrieben. Heute laufen in St. Laurent nur noch zwei Druckwasser-Reaktoren.

Weitere Informationen: https://de.wikipedia.org/wiki/Kernkraftwerk_Saint-Laurent

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2019-2010 - 2009-2000 - 1999-1990 - 1989-1980 - 1979-1970 - 1969-1960 - 1959-1950 - 1949-1940


1979

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1979 Doel 2/Belgien INES Kategorie 1 - 3

Der Bruch eines Dampferzeuger-Heizrohrs führte zu einer leichten Abgabe von Radioaktivität in die Umgebung. Die Beherrschung dieses Störfalls erfordert vom Personal die korrekte Handhabung komplizierter Prozeduren. Die vier AKW-Blöcke von Doel liegen nur 8 km vor Antwerpen (Quelle: NEA-OECD)

Weitere Informationen: https://de.wikipedia.org/wiki/Kernkraftwerk_Doel

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28.03.1979 Three Mile Island, Vereinigte Staaten INES Kategorie 5

In einem KKW bei Harrisburg führten Versagen von Maschinenteilen und Messsignalen sowie Bedienungsfehler der Mannschaft zum Ausfall der Reaktorkühlung, wodurch es zur partiellen Kernschmelze (50 % des Kerns) und Freisetzung von 90 TBq an radioaktiven Gasen kam. Dieser Unfall ist bis heute der schwerste in einem kommerziellen Reaktor in den USA und wurde von der IAEO mit INES 5 eingestuft.

Weitere Informationen: https://de.wikipedia.org/wiki/Kernkraftwerk_Three_Mile_Island

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1978

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31.12.1978 Belojarsk/Sowjetunion INES Kategorie 4

Im Turbinenhaus des Block 2 vom Belojarsker KKW stürzte eine Deckenplatte auf einen Turbinenöltank und verursachte einen Großbrand. 8 Personen erlitten hohe Strahlendosen beim Organisieren der Reaktornotkühlung. (INES Stufe 3–4)

Weitere Informationen: https://de.wikipedia.org/wiki/Kernkraftwerk_Belojarsk

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18.06.1978 KKW Brunsbüttel/Deutschland

Nur zwei Jahre nach Inbetriebnahme traten durch einen Abriss eines Blindstutzens zwei Tonnen radioaktiver Dampf in das Maschinengebäude und in weiterer Folge durch Dachklappen ins Freie aus. Trotzdem lief der Reaktor noch über zwei Stunden weiter. Die Betriebsmannschaft hatte das automatische Sicherheitssystem manipuliert, um die Anlage am Netz zu halten. Das KKW Brunsbüttel stand daraufhin mehr als zwei Jahre still.

Weitere Informationen: https://de.wikipedia.org/wiki/Kernkraftwerk_Brunsbüttel

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13.05.1978 KKW AVR Jülich/Deutschland

Ein Wassereinbruchstörfall im Jülicher Versuchsreaktor, der nur der damals niedrigsten Kategorie C zugeordnet wurde, führte zu einer hohen Kontamination des Kühlkreislaufs und des Erdreiches und Grundwassers unter dem Reaktor mit Strontium-90 und Tritium. Von Kritikern des Kugelhaufenreaktorkonzeptes wird vermutet, dass die aus heutiger Sicht viel zu günstige Einordnung dieses Ereignisses als sicherheitstechnisch unbedeutend dazu diente, die Entwicklungschancen von Kugelhaufenreaktoren zu erhalten.

Weitere Informationen: https://de.wikipedia.org/wiki/AVR_(Jülich)

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1977

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24. September 1977 Kkw Davis Besse Ohio/USA INES Kategorie 3

Am 24. September 1977 öffnete sich ein Druckentlastungsventil im Primärkreislauf, weshalb Dampf ausströmte. Das Personal der Schaltwarte konnte längere Zeit die Situation nicht unter Kontrolle bringen. Es bestand die Gefahr, dass durch den starken Kühlmittelverlust der Kern des Reaktors hätte freigelegt und überhitzt werden können. Bevor es dazu kam, konnte das Ventil wieder geschlossen werden. Einige Jahre später wurde der Störfall der Kategorie 3 auf der Internationalen Bewertungsskala für nukleare Ereignisse zugewiesen.

Weitere Informationen: https://de.wikipedia.org/wiki/Kernkraftwerk_Davis_Besse

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1977 Belojarsk/Sowjetunion INES Kategorie 5

Bei einem Unfall schmolzen 50 % der Brennstoffkanäle des Blocks 2 vom Belojarsker KKW, einem Druckröhrenreaktor ähnlich dem RBMK. Die Reparatur dauerte etwa ein Jahr. Das Personal wurde hohen Strahlenbelastungen ausgesetzt. (INES Stufe 5)

Weitere Informationen: https://de.wikipedia.org/wiki/Kernkraftwerk_Belojarsk

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Februar 1977 Jaslovské Bohunice/Tschechoslowakei INES Kategorie 4

In dem mit einem Druckröhrenreaktor ausgestatteten ersten slowakischen KKW Bohunice A-1 kam es zu einem Unfall: Beim Beladen mit frischen Brennelementen überhitzten einige davon, die Reaktor-Halle wurde kontaminiert (INES Stufe 4). Der Reaktor wurde nach dem Unfall stillgelegt.

Weitere Informationen: https://de.wikipedia.org/wiki/Kernkraftwerk_Bohunice

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13.01.1977 KKW Gundremmingen/Deutschland

Aufgrund der unklaren Lage wurde diesem Vorfall keine INES Stufe zugewiesen!

Bei kaltem und feuchtem Wetter traten an zwei stromabführenden Hochspannungsleitungen Kurzschlüsse auf. Die dadurch eingeleitete Schnellabschaltung führte zu Fehlsteuerungen. Nach etwa zehn Minuten stand im Reaktorgebäude des Block A das radioaktiv belastete Wasser etwa drei Meter hoch und die Temperatur war auf rund 80 °C angestiegen. Anfangs hieß es, der Reaktor werde in einigen Wochen wieder in Betrieb gehen können. Nach dem Störfall gingen die Betreiber von einer zügigen Wiederinbetriebnahme von Block A aus. Wegen der von Politik und Aufsichtsbehörden geforderten Modernisierung der Leit- und Sicherheitstechnik verzichteten die Betreiber allerdings später aus ökonomischen und politischen Gründen auf eine Wiederinbetriebnahme von Block A. (Kategorie A bzw. E)

Weitere Informationen: https://de.wikipedia.org/wiki/Kernkraftwerk_Gundremmingen

'Gar Nix' liefert weitere Infos

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1976

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War scheinbar ein glückliches Jahr für die Menschheit ...

Oder habe ich nur irgend etwas nicht mitgekriegt?

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1975

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07.12.1975 KKW Greifswald/DDR INES Kategorie 3

Als ein Elektriker im KKW Greifswald einem Lehrling zeigen wollte, wie man elektrische Schaltkreise überbrückt, löste er auf der Primärseite des Block-Trafos des Blocks 1 einen Kurzschluss aus. Durch den entstehenden Lichtbogen brach ein Kabelbrand aus. Das Feuer im Hauptkabelkanal zerstörte die Stromversorgung und die Steuerleitungen von 5 Hauptkühlmittelpumpen (6 sind für einen Block in Betrieb). Eine Kernschmelze hätte drohen können, da Reaktor 1 nicht mehr richtig gekühlt werden konnte. Das Feuer konnte jedoch durch die Betriebsfeuerwehr schnell unter Kontrolle gebracht und die Stromversorgung der Pumpen provisorisch wieder hergestellt werden. Der Fall wurde erst nach der Wende 1989 im Fernsehen publik gemacht. Sowjetische Stellen informierten bereits wenige Stunden nach dem Zwischenfall die IAEO, die diesen später in INES 3 (Vorläufer zu einem Unfall, hier einem „Station-Blackout“-Schmelzszenario) einstufte.

Weitere Informationen: https://de.wikipedia.org/wiki/Kernkraftwerk_Greifswald

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19.11.1975 KKW Gundremmingen/Deutschland

Aufgrund der unklaren Lage wurde diesem Vorfall keine INES Stufe zugewiesen!

Im AKW Gundremmingen kommt es zu einem Unfall bei dem zwei Menschen sterben (Spiegel). Bei Arbeiten an einen Nebensystem des Primärkreislaufs lösen 2 Schlosser die Halterung einer Stopfbuchse und es tritt explosionsartig ein radioaktives Dampf-Wasser-Gemisch mit einer Temperatur von 280°C aus. Der jüngere der beiden, ein Meister im Alter von 34 Jahren wurde von dem Strahl direkt getroffen und ist sofort gestorben. Er konnte erst 15 Minuten nach dem Unfall von anderen Kraftwerksmitarbeitern in schweren Strahlenschutzanzügen geborgen werden. Der andere war 46 Jahre alt und konnte sich zunächst trotz schwerer Verbrennungen aus dem engen Raum retten. Er wurde zur Notversorgung in das nahe Krankenhaus Lauingen gebraucht. Danach kam er mit einem Hubschrauber in eine Klinik für Brandverletzungen wo er in den frühen Morgenstunden des nächsten Tages verstarb.

Weitere Informationen: https://de.wikipedia.org/wiki/Kernkraftwerk_Gundremmingen

'Gar Nix' liefert weitere Infos

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1974

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Oktober 1974 Leningrad/Sowjetunion INES Kategorie 5

Im Oktober 1974 ereignete sich eine teilweise Zerstörung des Reaktorkerns in Block 1 des Leningrader KKW. Der Reaktor wurde abgeschaltet. Am nächsten Tag wurde der Kern gereinigt, indem eine Notreserve Stickstoff hindurchgepumpt und durch den Abluftschornstein abgeblasen wurde. Dabei wurden ca. 1,5 Megacurie (55 PBq) an radioaktiven Substanzen an die Umwelt abgegeben. (INES Stufe 4–5)

Weitere Informationen: https://de.wikipedia.org/wiki/Kernkraftwerk_Leningrad

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06.02.1974 Leningrad/Sowjetunion INES Kategorie 5

Aufgrund siedenden Wassers ereignete sich ein Bruch des Wärmetauschers im Block 1 des Leningrader KKW. Drei Menschen starben. Hochradioaktives Wasser aus dem Primärkreislauf zusammen mit radioaktivem Filterschlamm wurde in die Umwelt freigesetzt. (INES Stufe 4–5)

Weitere Informationen: https://de.wikipedia.org/wiki/Kernkraftwerk_Leningrad

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1973

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1973 Windscale bzw. Sellafield/Großbritannien INES Kategorie 4

In der Wiederaufarbeitungsanlage kam es in einem für Reparaturen entleerten Becken beim Wiederauffüllen mit Wasser aufgrund heißer Radionuklide am Beckenboden zu einer exothermen Reaktion. Hierdurch wurden ein Teil der Anlage sowie 35 Arbeiter radioaktiv kontaminiert. Aufgrund der internen Kontamination und offenbar auch einer gewissen Freisetzung wurde dieser Unfall mit INES 4 eingestuft.

Weitere Informationen: https://de.wikipedia.org/wiki/Sellafield

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1972

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1972 Santa María de Garoña/Spanien INES Kategorie 1 - 3

In den Anfangsjahren seines Betriebes verzeichnete dieser Siedewasserreaktor regelmäßig bedeutende Überschreitungen der - seinerzeit noch weniger restriktiv festgelegten - Abgabe-Grenzwerte (Quelle: IAEO)

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1971

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1970

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2019-2010 - 2009-2000 - 1999-1990 - 1989-1980 - 1979-1970 - 1969-1960 - 1959-1950 - 1949-1940


1969

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11.05.1969 Rocky Flats, Vereinigte Staaten INES Kategorie 5

In einem Container mit 600 t feuergefährlichem Material kam es zu einer spontanen Entzündung von Plutonium. Das Feuer verbrannte 2 t des Materials und setze Plutoniumoxid frei. Durch die Entnahme von Bodenproben im Umfeld der Anlage stellte man fest, dass die Gegend mit Plutonium kontaminiert wurde. Da sich die Betreiber der Anlage weigerten, Untersuchungen einzuleiten, wurden die Proben im Rahmen einer nicht offiziellen Untersuchung entnommen. (INES Stufe 4–5)

Weitere Informationen: Derzeit keine weiteren Infos gefunden!

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21.01.1969 Lucens/Schweiz INES Kategorie 5

Beim Versagen des Kühlsystems eines experimentellen Reaktors im Versuchsatomkraftwerk Lucens (VAKL) im Kanton Waadt gab es im Reaktor (der ähnlich wie der NRX-Reaktor aufgebaut war) eine partielle Kernschmelze. Anfang des Jahres 1968 gab es eine Prüfung des mit einer Leistung von 8 MW Energie produzierenden Reaktors. Im April/Mai wurde er in Betrieb genommen, allerdings anschließend bis Januar des nächsten Jahres wieder abgeschaltet. Während dieses Stillstandes lief externes Wasser über eine defekte Gebläse-Dichtung in den Kühlkreis des Reaktors. Die aus Magnesium bestehenden Brennstab-Umhüllungsrohre korrodierten. Als der Reaktor im Januar 1969 wieder in Betrieb genommen wurde, behinderten die Korrosionsprodukte die Kühlung. Der Brennstoff überhitzte und mehrere Brennstäbe schmolzen. Ein ganzes Bündel Brennstäbe geriet in Brand und brachte den Moderatortank zum Bersten. Kohlendioxid (Kühlmittel) und Schweres Wasser (Moderator) traten in die Reaktorkaverne aus. Da die erhöhte Radioaktivität bereits etwas früher gemessen wurde, konnte das Kraftwerk evakuiert und die Kaverne isoliert werden. Es wurde eine größere Menge Strahlung in die Fels-Reaktorkaverne freigesetzt. Die radioaktiven Trümmer konnten erst Jahre später aus dem Stollensystem geräumt werden. Die Kaverne enthielt nach wie vor eine Menge radioaktiven Materials, wurde aber so verschlossen, dass vorerst keine Strahlung in die Umwelt gelangen konnte. Die Aufräumarbeiten dauerten bis Mai 1973. Die Trümmer wurden in versiegelten Behältern auf dem Gelände gelagert, bis sie 2003 ins zentrale Zwischenlager in Würenlingen (ZWILAG) abtransportiert wurden. (INES Stufe 4–5)

Weitere Informationen: https://de.wikipedia.org/wiki/Reaktor_Lucens

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1968

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1967

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1967 Würenlingen/Schweiz INES Kategorie 1 - 3

Der kleine Forschungsreaktor "Diorit" produzierte ein angeschmolzenes Brennelement, die Reaktorhalle wurde kontaminiert. Später erfolgte davon eine Abwasser-Charge, die dem 40fachen des Normalwertes entsprach. (Quelle: ASK, das heutige Eidgenössische Nuklearsicherheitsinspektorat (ENSI))

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1966

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05.10.1966 Enrico Fermi Monroe, Vereinigte Staaten INES Kategorie 4

Eine Fehlfunktion des Natrium-Kühlsystems im Enrico Fermi demonstration nuclear breeder reactor (schneller Brüter) am Ufer des Eriesees führte zu einer partiellen Kernschmelze, bei der keine Strahlung aus dem Containment austrat. Der Reaktorkern enthielt 105 aus Zirconium-verkleideten Stiften bestehende Brennelemente. Der Unfall wird einem Stück Zirkonium zugeschrieben, das einen Flussregler im Natrium-Kühlsystem blockierte. Das Reaktorgebäude wurde durch Sensoren automatisch isoliert, kein Personal war zu diesem Zeitpunkt im Gebäude. Mitarbeitern gelang es, den Reaktor manuell abzuschalten. Zwei der 105 Brennelemente schmolzen, aber außerhalb des Containments wurde keine Strahlung gemessen. Es wurde aber noch Wochen später eine Rekritikalität befürchtet. Der 60-MWe-Reaktor lief im Oktober 1970 wieder mit voller Leistung. Dieser Vorfall lieferte die Grundlage für die umstrittene Polemik We Almost Lost Detroit von John G. Fuller. (INES Stufe 4)

Weitere Informationen: https://de.wikipedia.org/wiki/Kernkraftwerk_Enrico_Fermi_%28USA%29

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07.05.1966 Melekess, nahe Nischnii Nowgorod (GorkiS)/Sowjetunion INES Kategorie 4

Im Atomic Reactor Research Institute Melekess ereignete sich in einem experimentellen Siedewasserreaktor (VK-Reaktor) eine Leistungsexkursion durch schnelle Neutronen. Der Operator und der Schichtleiter erhielten hohe Strahlendosen. (INES Stufe 3-4)

Weitere Informationen: https://de.wikipedia.org/wiki/RIAR

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1965

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War scheinbar ein glückliches Jahr für die Menschheit, es gab keine großen AKW Störfälle ...
Oder habe ich nur irgend etwas nicht mitgekriegt?

Am 2. März 1965 bombadieren die USA erstmals Nordvietnam, ab dem 8. März landen reguläre US-Kampftruppen in Vietnam.

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1964

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1964 - 1979 Belojarsk/Sowjetunion INES Kategorie 4

Von 1964 bis 1979 ereignete sich eine Serie von Zerstörungen an Brennstoffkanälen in Reaktor 1 des Belojarsker KKW. Bei jedem dieser Unfälle wurde das Personal einer erheblichen Strahlenbelastung ausgesetzt. (INES Stufe 4)

Weitere Informationen: https://de.wikipedia.org/wiki/Kernkraftwerk_Belojarsk

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24. Juli 1964 Charlestown, Rhode Island/Vereinigte Staaten INES Kategorie 4

In einer Fabrik für nukleare Brennelemente in Charlestown starb ein Mann an einer tödlichen Strahlendosis, als eine flüssige Uranlösung, mit der er hantierte, kritisch wurde. (INES Stufe 4)

Weitere Informationen: Derzeit keine weiteren Infos!

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1963

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War scheinbar ein glückliches Jahr für die Menschheit ...

Oder habe ich nur irgend etwas nicht mitgekriegt?

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1962

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War scheinbar ein glückliches Jahr für die Menschheit ...

Oder habe ich nur irgend etwas nicht mitgekriegt?

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1961

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30.10.1961 Nowaja Semlja, Wasserstoffbombentest, Sowjetunion

Die AN602 oder auch Zar-Bombe genannt, wurde am 30. Oktober 1961 um 11:32 Uhr Moskauer Zeit über dem Testgelände in der Mitjuschikabucht auf der Nordmeerinsel Nowaja Semlja gezündet. Die Bombe wurde von einem modifizierten Tupolew-Tu-95W-Bomber in über 10.000 Metern Höhe abgeworfen und durch einen Fallschirm abgebremst, um dem Flugzeug ausreichend Zeit zum Verlassen des Testgebietes zu geben.
Die Explosion fand in einer Höhe von etwa 4.000 m statt. Die Sprengkraft der Zar-Bombe betrug 57 Megatonnen TNT-Äquivalent, womit sie rund 4000-mal so stark war wie die Hiroshima-Bombe Little Boy und etwa drei- bis viermal so stark wie Castle Bravo, der stärkste Kernwaffentest der USA. Konstrukteur der Zar-Bombe war Andrej Sacharow ...


Die Menge des chemischen Sprengstoffs TNT, die eine Energie vergleichbar der Zar-Bombe (57 MT) freisetzen würde, hätte als Kugel einen Durchmesser von 400 Metern.


AN602 war die größte von Menschen gebaute Nuklearwaffe und die verheerende Wirkung hat allen, einigermaßen verantwortlich denkenden und handelnden, Politikern klar vor Augen geführt, daß ein Weiterso mit immer größeren Bomben diesen Planeten zwangsläufig unbewohnbar machen würde.

Weitere Informationen: https://de.wikipedia.org/wiki/AN602

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03.01.1961 National Reactor Testing Station, Idaho Falls, Vereinigte Staaten INES Kategorie 4

In der National Reactor Testing Station Idaho erlitt der experimentelle SL-1-Reaktor einen kritischen Vorfall mit einer Dampfexplosion und schwerer Freisetzung radioaktiven Materials, bei dem die drei Mitglieder der Bedienungsmannschaft getötet wurden. Mit Ausnahme von Jod-131 blieb die Verbreitung der Strahlung auf eine Fläche von 12.000 m² begrenzt. Im Umkreis von 30 km um den Reaktor war die Kontamination der Vegetation durch Jod-131 etwa 100-mal so hoch wie die natürliche Strahlungsintensität. Selbst 80 km entfernt war die Belastung der Vegetation noch doppelt so hoch, unter anderem auch in einem Landschaftsstreifen entlang des Snake River nahe Burley und American Falls. Der Reaktor hatte manuell betätigbare Steuerstäbe. Das Bewegen eines einzigen Stabes könnte den Kritikalitätsvorfall ausgelöst haben. Es war bekannt, dass sich die Stäbe im leichten Aluminiumgehäuse verklemmen konnten. Einige Ermittler glaubten, dass eine solche Stange feststeckte und sich plötzlich löste, was den Unfall ausgelöst haben soll. Die Ermittler haben nie herausgefunden, warum der Stab entfernt wurde. Ein Bediener wurde von einem Steuerstab an der Decke aufgespießt gefunden. Der Stab wurde anscheinend vom Dampfdruck herausgeschleudert. Der Reaktorkern bestand aus hoch angereichertem Uran (ca. 50 %). Das schnelle Herausziehen des Steuerstabs führte damit zu einer superschnellen Kettenreaktion (Leistungs-Exkursion), welche die Dampfexplosion auslöste. Der Unfall wurde von Arbeitern entdeckt, die sich außerhalb des Reaktorgebäudes befanden, als Strahlungs- und Übertemperaturalarm die Rettungskräfte alarmierte. Diese fanden Dosisleistungswerte, die noch hundert Meter vom Reaktorgebäude entfernt 2 mSv/h überschritten. Die Rettungsmannschaft konnte zuerst weder ein Feuer noch die Opfer finden, aber sie fand Strahlungswerte von etwa 10 mSv/h innerhalb des Reaktorgebäudes. Als geeignete Schutzausrüstung eingetroffen war, drang ein Team in das Reaktorgebäude ein und fand einen Toten und ein weiteres Mitglied der dreiköpfigen Bedienmannschaft noch lebend. Er wurde sofort geborgen, starb aber wenige Stunden später an akuter Strahlenkrankheit. Der Tote wurde am folgenden Tag, das zunächst vermisste Mitglied der Reaktorbesatzung erst Tage später geborgen. Von den Rettungskräften erhielten laut einem Bericht der Atomenergiekommission der USA 22 eine Äquivalentdosis in der Größenordnung von 30 bis 270 mSv. Der Reaktor wurde demontiert und der 12 t schwere Reaktorkern und das Druckgefäß einige Monate später entfernt vergraben ... (INES Stufe 4)

Weitere Informationen: http://de.wikipedia.org/wiki/Idaho_National_Laboratory

 

Was ist nur los mit Wikipedia? In dem von hier aus verknüpftem Wikipedia Beitrag wird dieser tödliche INES 4 Störfall kaum erwähnt. Der ebenfalls mit INES 4 bewertete Störfall vom 29.11.1955 findet gar keinerlei Beachtung. Zwei INES 4 Störfälle sollten doch eigentlich ausreichen eine eigene Rubrik für Störfälle einzubauen.

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1960

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War scheinbar ein glückliches Jahr für die Menschheit, es gab keine großen AKW Störfälle ...
Oder habe ich nur irgend etwas nicht mitgekriegt?

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2019-2010 - 2009-2000 - 1999-1990 - 1989-1980 - 1979-1970 - 1969-1960 - 1959-1950 - 1949-1940


1959

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20.11.1959 Oak Ridge Laboratory, Knoxville, Tennessee/Vereinigte Staaten INES Kategorie 4

In der radiologisch-chemischen Fabrik Oak Ridge National Laboratory in Tennessee gab es während der Dekontamination der Arbeitsanlagen eine chemische Explosion. Es wurden insgesamt 15 Gramm Plutonium-239 freigesetzt. Dieses verursachte bei der Explosion eine erhebliche Kontaminierung des Gebäudes, der angrenzenden Straßen und der Fassaden von angrenzenden Gebäuden. Man glaubt, dass die Explosion durch den Kontakt von Salpetersäure mit phenolhaltigen Dekontaminierungsflüssigkeiten ausgelöst wurde. Ein Techniker hatte vergessen, einen Verdampfer mit Wasser zu reinigen und so frei von Dekontaminierungsflüssigkeiten zu machen. Flächen, die nicht dekontaminiert werden konnten, wurden mit einer auffälligen Warnfarbe gekennzeichnet oder einbetoniert. Die Behörden von Oak Ridge begannen, im Umgang mit radioaktiv-chemischen Materialien ein Containment zu benutzen. (INES Stufe 3–4) 

Weitere Informationen: https://de.wikipedia.org/wiki/Oak_Ridge_National_Laboratory

 

Was ist nur los mit Wikipedia? In dem von hier aus verknüpftem Wikipedia Beitrag wird dieser INES 4 Störfall garnicht erwähnt.

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26.07.1959 Susana Field Laboratory, Simi Valley, Kalifornien/Vereinigte Staaten INES Kategorie 6

Im Santa Susana Field Laboratory in Kalifornien, das einen natriumgekühlten Schnellen Brüter mit 7,5 MWe betrieb, ereignete sich in diesem Reaktor aufgrund eines verstopften Kühlkanals eine 30-prozentige Kernschmelze. Der Großteil der Spaltprodukte konnte abgefiltert werden. Die radioaktiven Gase wurden jedoch weitestgehend an die Umwelt freigesetzt, was in einer der größten Jod-131-Freisetzungen in der Nukleargeschichte mündete. Der Unfall wurde lange Zeit geheim gehalten. (INES Stufe 5–6)

Weitere Informationen: https://de.wikipedia.org/wiki/Santa_Susana_Field_Laboratory

 

Es geht also auch in Wikipedia! In dem von hier aus verknüpftem Wikipedia Beitrag wird dieser INES 6 Störfall beispielhaft dokumentiert.

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1958

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30.12.1958 Los Alamos, Vereinigte Staaten INES Kategorie 4

Ein Kritikalitätsunfall ereignete sich bei der Extraktionsarbeit mit einer plutoniumhaltigen Lösung im Los Alamos Scientific Laboratory in New Mexico. Der Operator starb an akuter Strahlenkrankheit. Nach diesem Unfall wurde bei der Arbeit mit kritischen Massen in den USA endgültig zur Verwendung von Manipulatoren übergegangen. Bis dahin war trotz der Kritikalitätsunfälle in den 1940er Jahren Handarbeit im Umgang mit Plutonium verbreitet. (INES Stufe 4)

Weitere Informationen: https://de.wikipedia.org/wiki/Los_Alamos_National_Laboratory

 

Was ist nur los mit Wikipedia? In dem von hier aus verknüpftem Wikipedia Beitrag wird dieser INES 4 Störfall, ebenso wie alle anderen Störfälle in Los Alamos, in nur einem Satz erwähnt ...

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1957

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07. - 12.10.1957 Windscale bzw. Sellafield/Großbritannien INES Kategorie 5

Im Kernreaktor Pile No. 1 in Windscale bzw. Sellafield heizten Techniker den Reaktor an, um die so genannte Wigner-Energie aus dem als Moderator dienenden Graphit zu glühen. Bei dem Reaktor handelte es sich um einen von zwei luftgekühlten und graphitmoderierten Reaktoren. Sie wurden mit Natururan betrieben und dienten dazu, Plutonium für Atomwaffen herzustellen. Sie wurden durch einen von riesigen Lüftern erzeugten Luftstrom gekühlt. Am Morgen des 7. Oktober 1957 wurde der Reaktor kontrolliert heruntergefahren und die Luftkühlung abgestellt. Der Reaktor wurde danach im unteren Leistungsbereich wieder angefahren. Die Techniker stellten einen Temperaturabfall anstelle eines Temperaturanstiegs fest. Um die Wigner-Energie schneller abführen zu können, wurde der Reaktor am nächsten Tag in einen nicht erlaubten Leistungsbereich gefahren. Die Techniker saßen allerdings einem Trugschluss auf: Im normalen Betrieb traten die Temperaturspitzen an ganz anderen Orten auf als während des Ausglühens. An diesen Orten befanden sich jedoch keine Messfühler, und so begann der Graphit dort, zunächst unbemerkt, zu brennen. Die Luftfilter hielten dem Feuer nur kurze Zeit stand, danach konnte die Radioaktivität ungehindert durch die Abluftkamine nach außen gelangen. Blaue Flammen schlugen aus dem hinteren Bereich des Reaktors. 750 TBq gelangten in die Atmosphäre. Das Feuer brannte vier Tage und verbrauchte einen Großteil des Graphitmoderators. Den Technikern gelang es nur, einen Teil der Kernbrennstäbe aus dem brennenden Bereich des Reaktors zu stoßen. So schlugen sie eine Feuerschneise, indem sie benachbarte Stäbe herausstießen. Als letzte Konsequenz wurde der Reaktor mit Wasser geflutet. Diese Flutung war sehr gefährlich, denn das Wasser hätte durch die hohe Temperatur zu Knallgas aufgespalten werden können. Dies hätte zu einer Explosion geführt. Glücklicherweise erstickte das Wasser jedoch das Feuer. Große Mengen radioaktiver Gase entwichen in die Atmosphäre. Diese waren vor allem Iod, Krypton und Xenon. Die Milcherzeugung in einem Gebiet von 520 km² wurde verboten. Bald nach der Zerstörung des Reaktors 1 durch den Unfall wurde Reaktor 2 ebenfalls stillgelegt, als man erkannte, dass eine sichere Abführung der Wigner-Energie konstruktionsbedingt unmöglich ist. Die Demontage der abgeschalteten Reaktoren wurde 1993 begonnen und soll 2012 abgeschlossen werden. Der Unfall wird später für Dutzende von Krebstoten verantwortlich gemacht. (INES Stufe 5)

Weitere Informationen: https://de.wikipedia.org/wiki/Windscale-Brand

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29.09.1957 Kyschtym/Sowjetunion INES Kategorie 6

Auch bekannt als Unfall von Majak. Die dortige Wiederaufarbeitungsanlage lagerte ihre Abfallprodukte in großen Tanks. Durch den radioaktiven Zerfall der Stoffe entsteht Wärme, weswegen diese Tanks ständig gekühlt werden müssen. Nachdem im Laufe des Jahres 1956 die Kühlleitungen eines dieser 250 m³ fassenden Tanks undicht geworden waren, und deshalb die Kühlung abgestellt wurde, begannen die Inhalte dieses Tanks zu trocknen. Ausgelöst durch einen Funken eines internen Messgerätes explodierten die enthaltenen Nitratsalze und setzten große Mengen an radioaktiven Stoffen frei (INES 6). Da die kontaminierte Wolke bodennah blieb, entsprach die Belastung der Gegend um das russische Kyschtym nahezu der doppelten Menge des Tschernobyl-Unfalls. Da die Kontamination sich auf den Ural beschränkte, schlugen Messgeräte in Europa nicht Alarm (vgl. Tschernobyl-Unfall), wodurch der Unfall 30 Jahre vor der Weltöffentlichkeit geheim gehalten werden konnte. (INES Stufe 6)

Weitere Informationen: https://de.wikipedia.org/wiki/Kyschtym-Unfall

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1956

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War scheinbar ein glückliches Jahr für die Menschheit ...

Oder habe ich nur irgend etwas nicht mitgekriegt?

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1955

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29.11.1955 Idaho Falls, Vereinigte Staaten INES Kategorie 4

In der National Reactor Testing Station Idaho erlitt der Forschungsreaktor EBR-I eine partielle Kernschmelze. Der Kern aus angereichertem Uran in Verbindung mit 2 % Zirconium schmolz bei Versuchen, die eine schnelle Steigerung der Leistung vorsahen, weil sich Brennstoffröhren verzogen. Durch Verdunstung des Kühlmittels NaK wurde der schmelzende Brennstoff in die Röhren des Kühlsystems transportiert und die Kritikalität unterschritten, wodurch sich der Reaktor selbst abschaltete. Der Reaktorkern war austauschbar angelegt und konnte ersetzt werden ... (INES Stufe 4)

Weitere Informationen: https://de.wikipedia.org/wiki/Idaho_National_Laboratory

 

In dem von hier aus verknüpftem Wikipedia Beitrag wird dieser INES 4 Störfall vom 29.11.1955 garnicht erwähnt. Der ebenfalls mit INES 4 bewertete tödliche Störfall vom 03.01.1961 wird nur kurz gestreift. Zwei INES 4 Störfälle sollten doch eigentlich ausreichen eine eigene Rubrik für Störfälle einzubauen.

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1954

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28.02.1954 Bikini-Atoll, Testreihe mit 6 Wasserstoffbomben

Am 28.02.1954 gab es den ersten von sechs Wasserstoffbomben-Tests innerhalb von 6 Wochen nahe dem Bikini-Atoll, die gesamte Reihe wurde bekannt unter dem Namen 'Operation Castle'. Infolge dessen litten 236 Menschen auf der Insel Rongelap unter einer hohen Strahlenbelastung. 140 km vom Explosionsort entfernt wurden die 23 Besatzungsmitglieder des japanischen Fischkutters 'Glücklicher Drache V' stark verstrahlt.

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1953

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War scheinbar ein glückliches Jahr für die Menschheit, es gab keine großen AKW Störfälle ...
Oder habe ich nur irgend etwas nicht mitgekriegt?

Seit dem 27. Juli 1953 gilt in Korea ein Waffenstillstandsabkommen!

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1952

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12.12.1952 Chalk River/KanadaINES Kategorie 5

Der erste ernste Reaktorunfall ereignete sich im sogenannten NRX-Reaktor in den Chalk River Laboratories in der Nähe von Ottawa, Kanada. Während eines Tests des Forschungsreaktors wurde durch Fehlbedienungen, Missverständnisse zwischen Operator und Bedienpersonal, falsche Statusanzeigen im Kontrollraum, Fehleinschätzungen des Operators und zögerliches Handeln der Reaktorkern bei einer partiellen Kernschmelze zerstört. Dabei warf eine Knallgas-Explosion im Reaktorkern die Kuppel eines vier Tonnen schweren Helium-Gasbehälters 1,2 m hoch, wodurch sie im Aufbau stecken blieb. Durch die Explosion wurden mindestens 100 TBq an Spaltprodukten in die Atmosphäre freigesetzt. Bis zu vier Millionen Liter mit etwa 400 TBq langlebigen Spaltprodukten radioaktiv kontaminiertes Wasser wurden aus dem Keller des Reaktorcontainment in eine sandige Sickergrube gepumpt, um eine Kontaminierung des nicht weit entfernten Flusses Ottawa zu verhindern. Der beschädigte Reaktorkern wurde vergraben. Der spätere US-Präsident Jimmy Carter, damals Nukleartechniker in der Navy, half bei den mehrere Monate dauernden Aufräumarbeiten. Der Reaktor ging zwei Jahre später wieder in Betrieb. (INES Stufe 5)

Weitere Informationen: https://de.wikipedia.org/wiki/Chalk_River_Laboratories

In dem von hier aus verknüpften Wikipedia Beitrag wird dieser INES 5 Störfall kaum erwähnt. Erst über den folgenden Link gibt es dann die gesuchten Informationen.

https://de.wikipedia.org/wiki/NRX-Reaktor#Reaktorunfall

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1951

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War scheinbar ein glückliches Jahr für die Menschheit, es gab keine großen AKW Störfälle ...
Oder habe ich nur irgend etwas nicht mitgekriegt?

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1950

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War scheinbar ein glückliches Jahr für die Menschheit, es gab keine großen AKW Störfälle ...
Oder habe ich nur irgend etwas nicht mitgekriegt? Oh Ja, der Korea Krieg began am 25. Juni 1950!

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2019-2010 - 2009-2000 - 1999-1990 - 1989-1980 - 1979-1970 - 1969-1960 - 1959-1950 - 1949-1940


1949

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War scheinbar ein glückliches Jahr für die Menschheit, es gab keine großen AKW Störfälle ...
Oder habe ich nur irgend etwas nicht mitgekriegt?

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1948

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Erfahren hat damals kaum Jemand etwas davon was 1948 in Hanford Washington passierte. Das Experiment Green Run sah die Freisetzung einer radioaktiven Wolke aus dem militärischen Nuklearkomplex Hanford Site vor. Schätzungen liegen im Bereich mehrerer 100 TBq Jod 131 und noch mehr Cäsium 133. Allein der Anteil Jod 131 betrug 5500 Curie; das entspricht ungefähr der 250-fachen Menge, die gemäß offiziellen Angaben 1979 beim Unfall im Kernkraftwerk Three Mile Island bei Harrisburg in die Umgebung gelangte. Die Gefährlichkeit von Jod 131 für die Schilddrüse war in den 1940er Jahren noch nicht erkannt, Jod 131 konnte auch im bestimmungsgemäßen Betrieb ungefiltert aus den Anlagen der Hanford Site entweichen. Im Normalbetrieb wurden täglich mehrere 10 TBq mittel- und langlebiger Nuklide in den Columbia River entlassen. Hanford gilt als der radioaktiv am schwersten verstrahlte Ort in der westlichen Hemisphäre.

Mitgekriegt haben wir alle was davon ...

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1947

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War scheinbar ein glückliches Jahr für die Menschheit, es gab keine großen AKW Störfälle ...
Oder habe ich nur irgend etwas nicht mitgekriegt?

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1946

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(Off-Topic) Kernwaffentests sind zwar etwas neben unserem Thema aber ich möchte sie trotzdem nicht unerwähnt lassen.

01. und 25.07.1946 Bikini Atoll, Pazifischer Ozean

Die Operation Crossroads war die zweite Kernwaffentestoperation der Streitkräfte der Vereinigten Staaten. Sie umfasste zwei Nukleartests, 'Able' und 'Baker', auf dem Bikini-Atoll im amerikanischen Treuhandgebiet Pazifische Inseln im Sommer 1946, jeder mit einem TNT-Äquivalent von 23 kT: Test Able war eine am 1. Juli 1946 von einer Boeing B-29 abgeworfene und in 158 Metern Höhe über der Lagune gezündete Mk.3-Implosionsbombe, Test Baker war eine Unterwasserzündung einer baugleichen Bombe in 27 Metern Tiefe und erfolgte am 25. Juli 1946. Ein dritter geplanter Test, 'Charlie', sollte am 1. März 1947 in noch größerer Tiefe stattfinden, wurde jedoch abgesagt.

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21.05.1946 Los Alamos, Vereinigte Staaten INES Kategorie 4

In der Atomwaffenfabrik in Los Alamos führte der kanadische Physiker Louis Slotin im Beisein von mehreren Wissenschaftlern Tests zur Kritikalität von Plutonium durch. Die Versuchsanordnung bestand aus einem unterkritischen, etwa 6 kg schweren Plutonium-Kern (demselben, der in den Unfall von 1945 verwickelt war und der in der Folge als „Demon Core“ bezeichnet wurde) und zwei Halbkugelschalen aus Beryllium, die als Neutronenreflektoren dienten und den Kern umschließen konnten. Je näher die Halbkugelschalen zusammengeführt wurden, desto weniger Neutronen konnten entfliehen und desto geringer wurde die zur Kritikalität notwendige Masse. Normalerweise fungierten zwei 3,2 mm dicke Distanzstücke als Sicherheitsvorrichtung, Slotin hatte diese jedoch vor Beginn des Versuchs entfernt. Stattdessen platzierte er einen Schraubendreher im Zwischenraum, durch dessen Drehung er die Halbkugelschalen langsam einander annähern konnte, während er mit der anderen Hand die obere Schale festhielt. Der Schraubendreher rutschte jedoch heraus und die Anordnung wurde prompt überkritisch. Die Beteiligten spürten eine kurze Hitzewelle und der Versuchsraum war in ein bläuliches Schimmern (Tscherenkow-Licht) gehüllt. Slotin konnte die obere Halbkugelschale abheben und damit die Reaktivität wieder reduzieren. Er wurde jedoch durch den Unfall einer tödlichen Energiedosis von etwa 10 Gray ausgesetzt, die sieben Beobachter erhielten bis zu 1,7 Gray. Slotin starb am 30. Mai an der Strahlenkrankheit. Dieser Unfall wird auch in dem Film „Fat Man and Little Boy“ (1989) thematisiert. (INES Stufe 4)

Weitere Informationen: https://de.wikipedia.org/wiki/Louis_Slotin

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1945

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21.08.1945 Los Alamos, Vereinigte Staaten INES Kategorie 4

Harry K. Daghlian Jr. arbeitete auf dem Omega-Gelände der Atomwaffenfabrik in Los Alamos und erzeugte eine überkritische Masse, als er versehentlich einen Wolframcarbid-Klotz auf einen Plutonium-Kern fallen ließ. Obwohl er das Stück wegstieß, erhielt er bei dem Vorfall eine tödliche Strahlendosis und starb am 15. September 1945. (INES Stufe 4)

Weitere Informationen: https://de.wikipedia.org/wiki/Harry_Daghlian

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(Off-Topic) Atombomben sind zwar eigentlich nicht unser Thema aber ich möchte sie trotzdem nicht unerwähnt lassen.

06. und 09.08.1945
Abwurf der Atombomben auf Japan

9. August 1945 - Abwurf der 2. Atombombe auf Nagasaki! (Sprengkraft von 22.000 Tonnen TNT)

6. August 1945 - Abwurf der 1. Atombombe auf Hiroschima! (Sprengkraft 12.500 Tonnen TNT)

Die beiden Atombombenexplosionen töteten insgesamt etwa 92.000 Menschen sofort.
Weitere 130.000 Menschen starben bis Jahresende 1945 an den Folgen des Angriffs, ungezählte weitere an Folgeschäden in den Jahren danach.

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(Off-Topic) Kernwaffentests sind zwar etwas neben unserem Thema aber ich möchte sie trotzdem nicht unerwähnt lassen.

16.07.1945 - 'Trinity'

Die USA führen den ersten Atombombentest 'Trinity' in der Alamogordo Test Range durch, als Spaltstoff wird, in der Hanford Site produziertes Plutonium-239 eingesetzt, die Sprengkraft liegt bei 20-22 Kilotonnen (kT).

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1944

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Der 2. Weltkrieg tobt ...

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1943

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Der 2. Weltkrieg tobt ...

Die Arbeiten an den Hanford Engineer Works (HEW) begannen im März 1943. Noch vor dem Ende des Krieges im August 1945 wurden in Hanford 554 Gebäude errichtet:
 - drei Reaktoren (100-B, 100-D, und 100-F)
- drei 250 Meter lange Plutoniumverarbeitungsanlagen (200-T, 200-B, und 200-U)
 - 64 unterirdische Tanks für hochradioaktive Abfälle
 - Urananreicherungsanlagen
 - 621 km Straße
 - 254 km Eisenbahntrasse
 - 4 elektrische Verteilerstationen
 - dazu noch hunderte Kilometer Zäune.
Dafür wurden 600.000 m³ Beton und 40.000 Tonnen Stahl zu einem Preis von insgesamt 230 Millionen US-Dollar verwendet.
In der Stadt Richland entstanden zudem Unterkünfte für Arbeiter. Hanford gilt als der radioaktiv am schwersten verstrahlte Ort in der westlichen Hemisphäre.

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1942

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Der 2. Weltkrieg tobt ...

Im Juli 1942 startete das Uranium Committee des staatlichen Office of Scientific Research and Development (OSRD) ein intensives Forschungsprogramm über Plutonium am University of Chicago Metallurgical Laboratory (MetLab). Zu dieser Zeit war Plutonium noch ein seltenes Element, das erst neun Monate zuvor in einem Labor der University of California erstmals isoliert worden war.

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1941

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Der 2. Weltkrieg tobt ...

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1940

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Der 2. Weltkrieg tobt ...

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2019-2010 - 2009-2000 - 1999-1990 - 1989-1980 - 1979-1970 - 1969-1960 - 1959-1950 - 1949-1940


Quellenangaben

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INES NEWS Events - Die aktuellen Störfall-Meldungen

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Wikipedia:

Liste der Atomkraftwerke - weltweit

Liste der kerntechnischen Anlagen - weltweit

 

Liste der Unfälle in kerntechnischen Anlagen - weltweit
Unfall --- INES 4 bis 7

Liste der Störungen in europäischen AKWs
Störfall --- INES 1 bis 3

Liste der meldepflichtigen Ereignisse in deutschen kerntechnischen Anlagen
meldepflichtiges Ereigniss --- INES 0

 

11.03.2011 Super-Gau in Fukushima

26.04.1986 Super-Gau in Tschernobyl

28.03.1979 'Three Mile Island' in Harrisburg

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Atomfabrik Hanford Site Plutonium-Herstellung

Oak Ridge National Laboratory Atombombenfabrik

Los Alamos National Laboratory Kernforschung - Manhatten Projekt

 

Liste der Kernwaffentests - Von 1945 bis 2013 gab es 2.053!

Die Atombomben auf Hiroshima und Nagasaki im August 1945.

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'Überhaupt Gar Nix' Infos zu Gundremmingen.

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Der Spiegel:

Der Atomstaat - Japan im Mai 2011

Mir läuft der kalte Schauer über den Rücken - Spiegel 17/1987

Der THTR-Störfall im "Spiegel" - Deutschland im Juni 1986

Infos zu Gundremmingen - Deutschland im Nov. 1975

Los Alamos - Verbotene Stadt - USA im Dez. 1962

Glücklicher Drache V - ein japanisches Fischerboot nahe des Bikini-Atolls im März 1954

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Karte der atomaren Welt - Kkws in Betrieb und in der Planung -
Atomare Aktivitäten - Weltweit alles auf einen Blick mit Google MapsStörfälle in Atomanlagen und Uranabbau -
Weltweit alles auf einen Blick mit Google Maps -

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Atomaufsicht in Deutschland

In Deutschland werden mit dem Begriff die atomrechtlichen Aufsichts- und Genehmigungsbehörden bezeichnet, welche ähnlich wie die Finanzverwaltungen bei den Bundesländern angesiedelt sind, während die Gesetzgebungskompetenz im Atomrecht dem Bund obliegt. Die deutschen Atomaufsichtsbehörden sind in aller Regel dem betreffenden Umweltministerium zugeordnet und beaufsichtigen die Sicherheit aller dafür bedeutsamen Bereiche der Atomanlagen des jeweiligen Bundeslandes und genehmigen alle wesentlichen sicherheitstechnischen Änderungen. Die Ansiedlung der Atomaufsichtsbehörden bei den Bundesländern war eine der Grundlagen für den Streit um die Zustimmungspflicht des Bundesrates bei der Laufzeitverlängerung deutscher Kernkraftwerke im Jahr 2010 durch die Bundesregierung. In anderen Ländern wie Großbritannien oder der Schweiz ist die Atomaufsicht im Unterschied zu Deutschland eine Bundesbehörde.

 

Bundesministerium für Umwelt, Naturschutz, Bau und Reaktorsicherheit

 

Bundesamt für Strahlenschutz

 

Landesministerien für Umwelt

Ministerium für Umwelt, Klima und Energiewirtschaft Baden-Württemberg;


Bayerisches Staatsministerium für Umwelt und Verbraucherschutz;


Hessisches Ministerium für Umwelt, Klimaschutz, Landwirtschaft und Verbraucherschutz;


Ministerium für Landwirtschaft, Umwelt und Verbraucherschutz des Landes Mecklenburg-Vorpommern;


Ministerium für Umwelt, Naturschutz, Landwirtschaft und Verbraucherschutz des Landes Nordrhein-Westfalen;


Ministerium für Umwelt, Landwirtschaft, Ernährung, Weinbau und Forsten RLP;


Sächsisches Staatsministerium für Umwelt und Landwirtschaft;

 

Atomaufsicht

Internationale Atomenergie-Organisation
Belgien: FANK Föderalagentur für Nuklearkontrolle
China: China National Nuclear Corporation
Finnland: STUK Säteilyturvakeskus
Frankreich: ASN Autorité de sûreté nucléaire
Großbritannien: Office for Nuclear Regulation
Indien: AERB Atomic Energy Regulatory Board
Iran: Iranische Atomenergieorganisation
Israel: Israelische Atomenergiekommission
Japan: Japanische Atomaufsichtsbehörde
Niederlande: KFD Kernfysische Dienst
Russland: Rostechnadzor
Schweden: SSM Strålsäkerhetsmyndigheten
Schweiz: ENSI Eidgenössisches Nuklearsicherheitsinspektorat
Spanien: CSN Consejo de Seguridad Nuclear
Südkorea: Nuclear Safety and Security Commission
Tschechien: SUJB State Office for Nuclear Safety
USA: NRC Nuclear Regulatory Commission


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