Aktuelles Der THTR-Rundbrief

Aktuelles IV - Januar 2021

Zeitungsartikel vom 22. bis ...01.2021


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Vatikan bekräftigt Engagement für atomwaffenfreie Welt

22.01.2021 - Besitz von Kernwaffen ist "unmoralisch"

Der Vatikan drängt auf eine weltweite völkerrechtliche Ächtung von Atomwaffen. Angesichts "schwerwiegender Bedenken" müssten Einsatz und Besitz verboten werden, sagte der päpstliche Außenbeauftragte Erzbischof Paul Richard Gallagher.

Er äußerte sich kurz vor Inkrafttreten des Atomwaffenverbotsvertrags (TPNW) an diesem Freitag gegenüber dem Portal "Vatican News". Der Atomwaffenverbotsvertrag sei das erste internationale Rechtsinstrument, das nukleare Arsenale explizit verbiete.

Dadurch werde - mit Blick auf die verschiedenen Arten von Massenvernichtungswaffen - eine gefährliche Lücke geschlossen, so Gallagher. Atomwaffen müssten, ebenso wie chemische und biologische Kampfstoffe, "stigmatisiert und entlegitimiert" werden ...

 

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Atomwaffenverbotsvertrag

22.01.2021 - Auch Japan fehlt - ausgerechnet

Es gibt nur einen Staat, der genau weiß, was der Einsatz von Atomwaffen bedeutet. Doch ausgerechnet Japan ist dem Verbotsvertrag nicht beigetreten. Die Opfer von Hiroshima und Nagasaki macht das fassungslos.

Bis Ende Oktober haben 50 Staaten den Atomwaffenverbotsvertrag unterschrieben. Damit tritt er zwar in Kraft, doch die wichtigsten Atommächte fehlen - und auch Japan ...

 

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22.01.2021 - Kernenergie-Experte Lothar Hahn verstorben

28 Jahre hat der bekannte deutsche Physiker Lothar Hahn mit Ehefrau Marion zurückgezogen in Alzey gelebt. Der international gefragte Experte ist im Alter von 76 Jahren verstorben.

 

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22. Januar 2021 - Atomwaffen: Seit heute weltweit verboten

Artikel von Geseko von Lüpke aus www.br.de

Heute erlassen die Vereinten Nationen ein weltweites Verbot von Atomwaffen. Doch nicht alle machen mit. Friedensbewegungen appellieren insbesondere an die Atommächte, dem Vertrag beizutreten. Auch Deutschland hat bislang nicht unterschrieben.

Die Friedens- und Konfliktforscher waren vergangenes Jahr alarmiert: Amerikaner und Russen brüsteten sich mit neuen Nuklear-Doktrinen, Trump und der nordkoreanische Diktator drohten sich mit "Feuer und Zorn", die iranischen Ayatollahs bastelten an der Bombe und das nukleare Arsenal der Supermächte sollte weltweit für Billionen von Dollars modernisiert werden.

Verdrängung der kaum fassbaren Zerstörungskraft

Seit über 75 Jahren lebt die Menschheit kollektiv unter dem Damoklesschwert der nuklearen Vernichtung. Am 6. August 1945 explodierte die amerikanische Atombombe mit dem absurden Namen "Little Boy" über der japanischen Stadt Hiroshima und tötete auf den Schlag 67.000 Menschen.

Der Moment des Bombenabwurfs über Hiroshima war zugleich die Geburtsstunde einer weltweiten Friedensbewegung, die allerdings lange im Schatten des Kalten Krieges unsichtbar blieb. Seit den Ostermärschen der 60er-Jahre aber wuchs das öffentliche Bewusstsein, dass es die Aufgabe engagierter Bürger sein musste, die schreckliche Waffe nicht einfach in den Händen der Militärs zu belassen, sondern alles zu tun, um durch Menschenhand abzuschaffen, was Menschen erschaffen hatten: Die Atombombe.

Besitz und Einsatz von Atomwaffen rechtswidrig

2007 wurde in Melbourne schließlich eine Kampagne zum Verbot aller Atomwaffen, kurz "ICAN" aus der Taufe gehoben. Junge Aktivisten reisten um die Welt, um Unterstützer zu gewinnen. Binnen kurzer Zeit wuchs die Kampagne zu einem internationalen Netzwerk mit 450 Partnerorganisationen, die über zahlreiche Kontakte in die Politik verfügten.

Über die Jahrzehnte machten sich zudem Hunderte von Juristen daran, die Legitimität von Atomwaffen als Instrument staatlicher Macht anhand von geltenden Gesetzen und Verträgen in Frage zu stellen. Und fanden nicht weniger als 15 internationale Vereinbarungen, die den Besitz und Einsatz von Atomwaffen für rechtswidrig erklärten. Das Blatt begann sich zu wenden: Nicht die Friedensaktivisten konnten weiter kriminalisiert werden. Vielmehr ließen sich nun die Atommächte und ihre Militärs als Gesetzesbrecher anklagen.

Friedensnobelpreis für Anti-Atomwaffen-Aktivisten

Neun Jahre nach der Gründung von ICAN, im Dezember 2016, entschied die UN-Vollversammlung einen Atomwaffen-Verbots-Vertrag auszuarbeiten, der im Juli 2017 dann angenommen wurde. 2018 folgte der Durchbruch, als in der Londoner Zentrale der Friedensaktivisten das Telefon klingelte und ein freundlicher Herr mit skandinavischem Akzent den erstaunten Aktivisten mitteilte, dass ICAN den Friedens-Nobelpreis 2018 bekommen würde. Das Thema war endlich auf der Bühne der Welt angekommen.

Atommächte ignorieren das Verbot

Bis zum 20. Oktober 2020 hatten 84 Länder den Vertrag unterzeichnet und 50 Parlamente ihn ratifiziert. Heute, 90 Tage nach der 50. Ratifizierung, wird der Vertrag nun in Kraft treten. Ein globaler Erfolg engagierter Aktivisten, aber bislang nur ein symbolischer Akt. Denn die Atommächte und mit ihnen die Mitgliedstaaten der NATO haben das Verbot ihrer schrecklichsten Waffe bisher konsequent ignoriert, auch die Regierung in Berlin, die im Rahmen der 'nuklearen Teilhabe' amerikanische Atomwaffen auf dem Bundesgebiet lagert. Sascha Hach von ICAN fragt, wie lange sich das durchhalten lässt, wenn alle Welt etwas anderes will.

"ICAN fordert von der Bundesregierung, dass sie die nukleare Teilhabe beendet, die Atomwaffen aus Deutschland abziehen lässt und dem Verbot von Atomwaffen beitritt, den Vertrag unterzeichnet und ratifiziert. Das sind die Forderung von ICAN, dass sich Deutschland der Abrüstungs-Bewegung anschließt, der Bewegung der Deeskalation und nicht weiter der Gruppe derjeniger, die die Welt in den nuklearen Abgrund treiben." Sascha Hach, ICAN Deutschland

Besitz von Atomwaffen "ist unethisch"

Auch die internationale katholische Friedensbewegung Pax Christi sowie die Organisation Justitia et Pax begrüßen den Schritt in einer gemeinsamen Erklärung: "Die sogenannte nukleare Abschreckung, die seit über 60 Jahren eine vermeintliche Sicherheit suggeriert, baut auf dem unvorstellbaren Vernichtungspotential von Nuklearwaffen auf." Kein Konfliktgeschehen der Welt könne jemals den Einsatz von Kernwaffen legitimieren. Deshalb unterstreiche man ausdrücklich "die Botschaft von Papst Franziskus, dass nicht nur der Einsatz, sondern bereits der Besitz solcher Waffensysteme unethisch ist."

Pax Christi und Justitia et Pax fordern von allen Staaten, die noch nicht unterzeichnet oder ratifiziert haben, dem Vertrag beizutreten. Insbesondere die Atommächte sehen sie in der Pflicht.

 

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reaktorpleite.de

 

Karte der nuklearen Welt:

Seit dem 22.01.2021 ist weltweit der Besitz von Atomwaffen verboten ...

 

The English version of this world map:

https://www.google.com/maps/d/viewer?mid=1fCmKdqlqSCNPo3We1TWZexPjgNDQOaLD

 

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Die Suche in der reaktorpleite.de mit dem Suchwort 

     
  Atomwaffen  
     

 

brachte u.a. folgende Ergebnisse:

 

06.04.2019 - ICAN-Städteappell

Artikel aus www.radio-utopie.de

Los Angeles, Manchester, Sydney und Mainz haben sich bereits dem ICAN-Städteappell angeschlossen. Ist Ihre Stadt die nächste?

International ruft ICAN Städte dazu auf, den Vertrag zum Verbot von Atomwaffen zu unterstützen. Große Städte in Nordamerika, Europa und Australien haben den Appell schon unterzeichnet, der wie folgt lautet:

“Unsere Stadt/unsere Gemeinde ist zutiefst besorgt über die immense Bedrohung, die Atomwaffen für Städte und Gemeinden auf der ganzen Welt darstellt. Wir sind fest überzeugt, dass unsere Einwohner und Einwohnerinnen das Recht auf ein Leben frei von dieser Bedrohung haben. Jeder Einsatz von Atomwaffen, ob vorsätzlich oder versehentlich, würde katastrophale, weitreichende und lang anhaltende Folgen für Mensch und Umwelt nach sich ziehen. Daher begrüßen wir den von den Vereinten Nationen verabschiedeten Vertrag zum Verbot von Atomwaffen 2017 und fordern die Bundesregierung zu deren Beitritt auf.“ ...

 

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05.09.2017 - Washington im Kampf gegen das UN-Abkommen zum Verbot von Atomwaffen

Dieser Artikel von Florian Rötzer erschien in Telepolis

Als eines der wenigen europäischen Länder hat Schweden den Entwurf des Abkommens unterstützt. US-Verteidigungsminister Mattis droht dem Land vor einer möglichen Ratifizierung

Im Sommer 2016 haben nur 120 Staaten den einen Vertrag zum Verbot von Atomwaffen unterzeichnet. Die Staaten mit Atomwaffen haben sich nicht beteiligt, die fünf wegen ihrer Atomwaffen ständigen Mitglieder im Sicherheitsrat haben auch darauf verzichtet und damit deutlich gemacht, dass sie ihrer Verpflichtung, die sie mit dem Atomwaffensperrvertrag eingegangen sind, weiterhin nicht nachkommen wollen. Auch nicht rhetorisch, wie das immerhin Barack Obama machte. Dagegen hat längst schon wieder ein atomares Wettrüsten eingesetzt.

Neben den Atommächten Frankreich und Großbritannien haben auch die meisten europäischen Staaten und alle Nato-Staaten den Verbotsvertrag nicht unterstützt, darunter auch Deutschland, das mit den USA einen Vertrag über "nukleare Teilhabe" hält. In Deutschland werden danach US-Atomwaffen in Büchel gelagert und Tornado-Jagdbomber der Bundeswehr für den Kriegsfall bereitgehalten, um sie unter amerikanischer Kontrolle einzusetzen ...

 

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YouTube Kanal:

'Reaktorpleite' - 'Playlists' - 'Radioaktivität weltweit ...'

 

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ICAN = Internationalen Kampagne zur Abschaffung von Atomwaffen

 

ICAN nuclear ban - Die Kampagne, die Atomwaffen ächtet

Die Internationale Kampagne für die Abschaffung der Atomwaffen (ICAN) ist ein globales, zivilgesellschaftliches Bündnis in über 100 Ländern. Sie hat sich seit über 10 Jahren für einen UN-Vertrag zur Ächtung von Atomwaffen eingesetzt. Das Inkrafttreten des 2017 verabschiedeten Vertrags zum Verbot von Atomwaffen am 22. Januar 2021 ist ein wichtiger Meilenstein. ICAN setzt sich nun für die Anerkennung des Vertrags und weitere Ratifikationen ein ...

 

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Der Vertrag zum Verbot von Atomwaffen tritt in Kraft - Auswirkungen und Hintergrund

 

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AtomkraftwerkePlag

 

Atomwaffen weltweit

Bestand an Atomsprengköpfen

Derzeit verfügen laut Angaben der Federation of American Scientists (FAS) neun Staaten über Atomwaffen.

Der Bestand an Atomsprengköpfen weltweit, der 1986 mit 70.300 seinen Höhepunkt erreicht hatte, wird derzeit auf insgesamt 13.410 geschätzt. Davon befinden sich rund 9.320 in militärischen Beständen, der Rest soll abgebaut werden (Stand: September 2020).

Atomwaffenverbotsvertrag

Am 7. Juli 2017 verabschiedeten Vertreter von 122 Staaten einen Entwurf zum Atomwaffenverbotsvertrag (Treaty on the Prohibition of Nuclear Weapons), der am 20. September 2017 bereits von zahlreichen Ländern unterzeichnet wurde und ab diesem Datum ratifiziert werden sollte. Der Vertrag tritt am 22. Januar 2021 in Kraft. Die Atommächte planen jedoch nicht, den Vertrag zu unterzeichnen, ebenso nicht die meisten NATO-Staaten, darunter Deutschland. Sie halten den Atomwaffensperrvertrag für ausreichend ...

 

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Wikipedia

 

Atomwaffenverbotsvertrag

Der Atomwaffenverbotsvertrag (abgekürzt AVV, englisch: Treaty on the Prohibition of Nuclear Weapons, abgekürzt TPNW) ist eine internationale Vereinbarung, die Entwicklung, Produktion, Test, Erwerb, Lagerung, Transport, Stationierung und Einsatz von Kernwaffen verbietet, außerdem die Drohung damit. Im Dezember 2016 nahm die UN-Generalversammlung eine Resolution mit einem Verhandlungsmandat für einen solchen Vertrag an. Die erste Verhandlungsrunde fand in New York im März 2017 statt, die zweite im Juli 2017. An der ersten Konferenz beteiligten sich 132, an der zweiten 124 der 193 Mitgliedstaaten, unter anderem Österreich als Mitinitiator, die Schweiz, außerdem der Iran und Saudi-Arabien. Die offiziellen und de-facto-Atommächte und die NATO-Staaten mit Ausnahme der Niederlande nahmen nicht an den Verhandlungen teil.

Der ausgearbeitete Vertrag wurde am 7. Juli 2017 mit 122 Stimmen angenommen; die Niederlande stimmten dagegen, Singapur enthielt sich. Auf der UN-Generalversammlung unterzeichneten im September 2017 zunächst 53 Staaten. Bis zum 24. Oktober 2020 hatten 84 Staaten unterzeichnet, 50 Staaten den Vertrag ratifiziert. Am 22. Januar 2021, 90 Tage nach der 50. Ratifizierung, trat der Vertrag in Kraft ...

 

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