Zeitungsartikel 2019 Aktuell+.

***

Gibt es eigentlich neuere Studien zu Insekten, Fortpflanzung, Fruchtbarkeit, Fertilität und Radioaktivität?
Das Thema scheint kaum noch jemand zu interessieren ...

*

Windkraft und Insektensterben - Über dieses Thema berichtet die ARD in der Sendung Maischberger am 27. Mai 2019 um 22:45 Uhr

20.05.2019 - Riskante Höhe?

Artikel von Sandra Scheuring aus www.tagesschau.de

Die Insektenbestände gehen seit Jahrzehnten dramatisch zurück. Nun sorgt eine Studie für Debatten unter Experten. Gibt es einen Zusammenhang mit dem Ausbau der Windkraft?

Es ist eine Untersuchung, die seit Monaten von Fachleuten kontrovers diskutiert wird. Mindestens 1200 Tonnen Insekten kommen jährlich in den Rotoren der Windräder zu Tode, hat das Deutsche Zentrum für Luft- und Raumfahrt (DLR) in einer Modellanalyse errechnet. In der warmen Jahreszeit könnte es demnach fünf bis sechs Milliarden Insekten täglich erwischen.

Die Ergebnisse der DLR-Forscher klingen besorgniserregend und treffen auf Widerspruch. Die Windbranche ist entsetzt und will den Verdacht nicht auf sich sitzen lassen. "Total absurd" findet Alexander Koffka, Sprecher des Windparkbetreiber AWO Wind, die Studienergebnisse des DLR. Wieder einmal werde die Windkraft in Verruf gebracht, was sehr ärgerlich sei, denn Windräder seien ganz sicher nicht die Hauptschuldigen am dramatischen Insektensterben. "Da kleben auch nicht massenhaft tote Insekten an den Rotorenblättern."

Ausbau mit Folgen?

Tatsächlich dachte man jahrelang gar nicht daran, dass sich Windparks und Insekten überhaupt in die Quere kommen könnten. Liefert nun die Modellrechnung des DLR erstmals Hinweise auf einen möglichen Zusammenhang zwischen dem massiven Ausbau der Windenergie und dem Insektenschwund?

Franz Trieb vom DLR und sein Team kommen auf rund eine Billion getöteter Insekten jährlich, ausgehend von der durchschnittlichen Dichte von Insekten in Höhen bis 200 Metern, der addierten Rotorfläche alle rund 30.000 Windräder in Deutschland und eingerechneten Windgeschwindigkeiten. In seinen Berechnungen nahm Trieb an, dass nur fünf Prozent aller vorbeifliegenden Insekten durch die Rotoren erwischt werden.

Die Forscher sind vorsichtig

In der Bewertung ihrer Studie sind die Forscher vorsichtig. Weder ziehen sie den Schluss, dass die Windenergie Hauptverursacher des Insektenschwunds ist, noch, dass sie daran unbeteiligt ist. Aber, so Trieb: "Diese Größenordnung könnte relevant für die Stabilität der Fluginsektenpopulation sein und damit den Artenschutz und die Nahrungskette beeinflussen."

Und sie stießen auf einen weiteren merkwürdigen Zusammenhang. Ungefähr seit 15 Jahren gehen die Bestände der Insekten doppelt so schnell zurück wie zuvor. Ziemlich genau in diesem Zeitraum ist die Windkraft rapide ausgebaut worden - auch, indem die Branche verstärkt auf die effizienteren, bis zu 200 Meter hohen Anlagen setzte. Ein Hinweis, kein Beweis.

In diesen Höhen herrschen zuverlässige, stete Windströme, die sich Insekten und die Windindustrie gleichermaßen zunutze machen. Insekten lassen sich vor der Eiablage in großen Schwärmen in entfernte Brutgebiete davon tragen. Auf diesen Pfaden, so der Verdacht der Forscher, könnten sie dann mit den hohen Windrädern kollidieren.

Wie groß allerdings der Anteil der so getöteten Insekten am Gesamtbestand ist, weiß man nicht. Ein Schwachpunkt. Es gibt einfach keine Zahlen darüber, wie viele Insekten es in Deutschland gibt und auch nicht darüber, welchen Anteil Pestizide, Klimawandel oder zerstörte Lebensräume am Insektensterben haben. Das macht die Bewertung schwierig.

NABU verweist auf Pestizide

Für den Naturschutzbund (NABU) ist als erstes die intensive Landwirtschaft mit ihrem Pestizideinsatz verantwortlich für den Insektenschwund. Das Bundesamt für Naturschutz verweist darauf, dass das Artensterben schon vor dem massiven Ausbau der Winenergie eingesetzt habe, auch in Gegenden, in denen es gar keine Windkraft gebe.

Der NABUrechnet außerdem vor, dass allein 400.000 Tonnen Insekten jährlich von Vögeln gefressen werden. Die Gefahr durch Windräder sei daher zu vernachlässigen.

Ein Trugschluss, warnt dagegen Fritz Vahrenholt, Vorstand der Deutschen Wildtierstiftung. Unter den 1200 Tonnen seien überwiegend Weibchen, jedes hätte bis zu 1000 Eier legen können. "Die Windräder können so durchaus die nächste Generation erheblich dezimieren."

Der Streit ist entbrannt

Das Thema ist heikel. Die Forscher beklagen sich über massiven politischen Druck. Die Windkraftbranche sieht sich klar als Problemlöser, nicht als Problemursache. Der DLR-Studie wirft sie methodische Schwächen vor. Es seien lediglich Hochrechnungen vorgenommen worden, das tatsächliche Artenaufkommen bliebe unberücksichtigt.

Viele unbekannte Einflussfaktoren erkennt auch die altehrwürdige Frankfurter Senckenberg Gesellschaft an, aber das DLR habe absolut wissenschaftlich sauber gearbeitet: "Die Kollegen vom DLR sind Profis und ihre Ergebnisse wirklich aufregend. Wir wissen durch diese Studie nun, dass wir wirklich mehr Forschung brauchen um die Zusammenhänge zwischen dem Verlust von biologischer Vielfalt und Windparks nachweisen zu können", so Generaldirektor Prof. Volker Mosbrugger.

Das zeichnet sich nicht ab. Im Gegenteil. Umweltministerin Svenja Schulze sieht keine Notwendigkeit für weitere Forschungen - das Angebot der Wildtierstiftung, die Kosten  zur Hälfte zu übernehmen, hat sie abgelehnt.

*

ARD - Mediathek

*

Karte der nuklearen Welt:

Wer tötet mehr Insekten? Windräder, Pflanzenschutzmittel oder ...

*

Durchsuchen aller Inhalte der 'reaktorpleite' mit dem Suchbegriff:

Insekten

*

Weiter zu: Zeitungsartikel 2019

***


SeitenanfangPfeil nach oben - Hoch zum Seitenanfang

***

Aktuell+. Mehr Lesenswertes ...

*

23.05.2019 - TVO beginnt mit der Arbeit zur Lösung des Vibrationsproblems von Olkiluoto 3

Der finnische Energieversorger Teollisuuden Voima Oyj (TVO) wird Flüssigkeitsdämpfer mit Bitumen einsetzen, um Vibrationen in der Druckhalteleitung der ersten EPR bei Olkiluoto zu beseitigen. Die Unterdrückung der Vibrationen ist eines der Probleme, die TVO lösen muss, bevor der Regler die Kraftstoffzufuhr ermöglicht.

DeepL Übersetzer

*

23.05.2019 - Fessenheim - Bleibt Uralt-Reaktor doch am Netz?

Eigentlich sollte es um die Schließung gehen. Doch dann kam alles anders: In der jüngsten Sitzung des grenzüberschreitenden Fessenheim Begleitausschusses CLIS am Dienstag in Colmar, hat AKW-Direktor Marc Simon-Jean die Abschaltung der Atomanlage am Rhein erneut in Frage gestellt.

*

22.05.2019 - UN-Generalsekretär warnt: "Radioaktiver Sarg" mit Resten von US-Atombombentests nicht mehr sicher

Der "radioaktive Sarg", in dem die Abfälle von Atombombentests der USA lagern, wurde in den 70er Jahren auf der Insel Runit im Pazifik erbaut. Da dessen Schutzhülle brüchig ist, warnte der UN-Generalsekretär vor drohenden Schäden. Ein tropischer Zyklon könnte eine Katastrophe zur Folge haben.

*

21.05.2019 - Kernkraftwerk brockt der Zeag Gewinneinbruch ein

Zur Hauptversammlung des Heilbronner Energieversorgers legt der Vorstand wenig berauschende Zahlen vor. Schuld waren Sondereffekte. Doch auch der Ausbau der Windkraft stockt.

*

21.05.2019 - Radioaktive Kontamination in Deutschland wäre hoch

Neue Studie zu Risiko eines Schweizer Tschernobyls. Mehr als Hunderttausend Strahlenopfer sind in Europa zu erwarten, sollte sich in einem Schweizer Atomkraftwerk ein großer Unfall ereignen. Dies geht aus einer wissenschaftlichen Studie aus Genf hervor, die moderne meteorologische Berechnungen und neue medizinische Erkenntnisse berücksichtigt.

*

21.05.2019 - Insekten, Windenergie, Windräder & die Lügen der Agrochemie-, Kohle- & Atomlobby

Die AfD springt nun auf den Ökozug auf und stellt fest: 1.200 Milliarden Insekten und bis zu 12.000 Mäusebussarde werden in Norddeutschland getötet. Ursache: Windenergieanlagen.

*

21.05.2019 - USA: Soll Trump über den Einsatz von Atomwaffen entscheiden können?

Eine Mehrheit der Amerikaner ist nach einer Umfrage dafür, dass darüber der Kongress entscheiden sollte, aber die Welt dürfte weiter in Abhängigkeit des US-Präsidenten bleiben, einen Atomkrieg zu beginnen

*

20.05.2019 - Neue US-Uranproduktions- und Ressourcendaten veröffentlicht

Die USA produzierten 2018 33% weniger Uran als 2017, so der Domestic Uran Production Report der US Energy Information Administration (EIA) 2018. Unterdessen hat Uranium One technische Berichte nach NI 43-101 veröffentlicht, einschließlich Ressourcenzahlen für fünf Uranexplorations- und Entwicklungsgrundstücke in Wyoming.

DeepL Übersetzer

*

20.05.2019 - Erneuerbare Energien - Der Ausbau erneuerbarer Energien ist ins Stocken geraten

Um das Energiesystem CO2-emissionsfrei zu machen, gibt es zu den erneuerbaren Energiequellen derzeit keine Alternative. Windenergie- und Photovoltaikanlagen bieten ein hohes technisches Nutzungspotenzial und liefern unmittelbar, effizient und günstig elektrischen Strom. „Der Ausbau der erneuerbaren Energien schreitet voran, aber zu langsam.

***


SeitenanfangPfeil nach oben - Hoch zum Seitenanfang

***

Spendenaufruf

- Der THTR-Rundbrief wird von der 'BI Umweltschutz Hamm' herausgegeben und finanziert sich aus Spenden.

- Der THTR-Rundbrief ist inzwischen zu einem vielbeachteten Informationsmedium geworden. Durch den Ausbau des Internetauftrittes und durch den Druck zusätzlicher Infoblätter entstehen jedoch laufend Kosten.

- Der THTR-Rundbrief recherchiert und berichtet ausführlich. Damit wir das tun können, sind wir auf Spenden angewiesen. Wir freuen uns über jede Spende!

Spendenkonto:

BI Umweltschutz Hamm
Verwendungszweck: THTR Rundbrief
IBAN: DE31 4105 0095 0000 0394 79
BIC: WELADED1HAM

***


SeitenanfangPfeil nach oben - Hoch zum Seitenanfang

***

 

GTranslate

Afrikaans Arabic Belarusian Bulgarian Chinese (Simplified) English Finnish French Georgian Hebrew Hindi Indonesian Japanese Lithuanian Malay Polish Portuguese Russian Spanish Swedish Thai Turkish
nr12.jpg