Belgien - Norwegen - Atomforschung

19.09.2018 - Norwegische und belgische Forschungszentren intensivieren die Zusammenarbeit

Artikel aus www.world-nuclear-news.org

Zwischen dem norwegischen Institut für Energietechnologie (IFE) und dem belgischen Kernforschungszentrum (SCK-CEN) wurde ein Rahmenabkommen über die Zusammenarbeit unterzeichnet, durch das die beiden Organisationen ihre Zusammenarbeit in den Bereichen Kernforschung und Stilllegung ausbauen werden.

IFE ist Träger des Kernbrennstoff- und Materialprüfreaktors Halden. Das Projekt war ein Projekt von nationalen Organisationen aus 19 Ländern, die ein gemeinsam finanziertes Programm unter der Schirmherrschaft der OECD Nuclear Energy Agency (NEA) unterstützen. Das Programm wurde alle drei Jahre erneuert. Als Gastland übernahm Norwegen etwa 30% der Programmkosten. Am 27. Juni kündigte IFE an, dass es keinen Antrag auf Verlängerung der Betriebsgenehmigung des Reaktors stellen wird, die 2020 ausläuft, und dass der Reaktor, der aufgrund eines Fehlers des Sicherheitsventils offline war, nicht neu gestartet wird. Der weitere Betrieb des Reaktors - der 1959 in Betrieb genommen wurde - sei nicht möglich, sagte IFE.

IFE und SCK-CEN haben gestern am Rande der 62. Generalkonferenz der Internationalen Atomenergiebehörde in Wien ein Rahmenabkommen über die Zusammenarbeit unterzeichnet. Die Vereinbarung wurde von IFE CEO Nils Morten Huseby und SCK-CEN Generaldirektor Eric van Walle unterzeichnet.

"Das Wegfallen des Haldener Reaktors führt dazu, dass die internationale Nachfrage nach verschiedenen Sicherheitsexperimenten mit Kernbrennstoffen im BR2-Reaktor steigt", sagt van Walle. "Durch die Zusammenarbeit mit dem IFE sind wir in der Lage, unsere Erfahrungen zur Unterstützung dieser Experimente zu nutzen. Unsere Forschungszentren verfügen über mehrere sich ergänzende Fähigkeiten und Kompetenzen im Bereich der Bestrahlungsdienstleistungen. Zusammenarbeit bedeutet auch, eine gemeinsame Vision zu teilen, die Techniken des anderen kennenzulernen und zu optimieren, um unsere internationale Dienstleistungserbringung im Hinblick auf den sicheren Betrieb von Kernkraftwerken zu verbessern".

Hervorzuheben ist: "IFE engagiert sich weiterhin für die Kernforschung, obwohl der Haldener Reaktor dauerhaft abgeschaltet wurde. Die internationale Zusammenarbeit war schon immer ein wichtiger Bestandteil der IFE-Aktivitäten und wird in Zukunft von noch größerer Bedeutung sein, da die Zahl der Kernforschungsanlagen international abnimmt."

Er fügte hinzu: "IFE arbeitet seit vielen Jahren mit SCK-CEN im Rahmen des Halden-Projekts zusammen und unsere beiden Forschungszentren haben eine enge Zusammenarbeit aufgebaut. Durch dieses Abkommen können wir unsere Zusammenarbeit sowohl im Bereich der Wissenschaft als auch im Bereich der Stilllegung verstärken."

IFE sagte, dass es auch in der Lage sein wird, das "breite Wissen und die Techniken", die SCK-CEN während der Stilllegung seines BR3-Reaktors entwickelt hat, zur Unterstützung der Stilllegung des Halden-Reaktors einzusetzen.

"Die Erfahrungen von SCK-CEN bei der Stilllegung des BR3-Reaktors werden für IFE in den kommenden Jahren von großer Bedeutung sein, da die Arbeiten zur Stilllegung des Halden-Reaktors beginnen werden", sagte er.

Zusammenarbeit mit der IAEO

Unterdessen hat IFE eine Vereinbarung mit der Internationalen Atomenergiebehörde (IAEO) über die Zusammenarbeit bei digitalen Technologien in den Bereichen Stilllegung und nukleares Wissensmanagement unterzeichnet.

Im Rahmen der neuen praktischen Vereinbarungen haben IFE und die IAEO eine Reihe von Bereichen für eine mögliche Zusammenarbeit ermittelt. Dazu gehören der Austausch und die Verbreitung von Informationen, einschließlich Veröffentlichungen und der Austausch von Erfahrungen, bewährten Verfahren und Fallstudien. Ein weiterer Bereich ist die Ausbildung und der Kapazitätsaufbau, einschließlich der Zusammenarbeit bei der Entwicklung von Aus- und Fortbildungskursen und der Prüfung der Digitalisierung des Wissensmanagements für die nukleare Stilllegung.

Mikhail Chudakov, stellvertretender Generaldirektor der IAEO und Leiter der Abteilung für Kernenergie der Agentur, sagte: "Der Aufbau einer formellen Zusammenarbeit zwischen der IAEO und dem IFE wird es uns ermöglichen, auf eine bessere Verbreitung der Forschungsergebnisse hinzuarbeiten und uns dabei helfen, neue bewährte Verfahren für die Mitgliedstaaten zu ermitteln. Die Arbeit des IFE auf dem Gebiet der Digitalisierung und 3D-Modellierung ist für uns von besonderem Interesse, da wir sicherstellen wollen, dass die Kernindustrie, insbesondere bei der Stilllegung, die Vorteile der neuen Technologien optimal nutzt, um die Planung für eine Reihe von Risikoszenarien und eine bessere Ausbildung der Außendienstmitarbeiter zu verbessern."

"IFE beschäftigt sich seit Jahrzehnten mit der Erforschung und praktischen Anwendung fortschrittlicher, digital verbesserter Konzepte für die nukleare Stilllegung. Mit der bevorstehenden Stilllegung des Reaktors Halden haben IFE und Norwegen ein strategisches Interesse daran, die Kompetenz in diesem Bereich zu stärken", sagte Huseby. "IFE möchte eine führende Rolle bei der reibungslosen Einführung innovativer digitaler Unterstützungskonzepte durch die Industrie in Zusammenarbeit mit der IAEO übernehmen."

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09.03.2017 - Beinaheunfall in Norwegen

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