Russland

28.05.2015 - Sowjetische Atom-U-Boote verrotten in Ozeanen

Artikel aus www.mdr.de

2013 veröffentlichte die russische Regierung einen Bericht, in dem aufgelistet war, wieviel Atommüll in den russischen Regionen des Arktischen und Pazifischen Ozeans abgeladen worden sind: Zwei große Atom-U-Boote samt Reaktoren und Brennstäben, weitere 19 Schiffe mit radioaktiver Fracht sowie etwa 20.000 Container mit Atommüll. Die letzte Verklappung soll 1993 stattgefunden haben.

Im August 2003 sank ein Atom-U-Boot der Baureihe K-159 bei schlechtem Wetter in der Barentsee. Das U-Boot K-159, das zur ersten Generation atomar betriebener U-Boote in der UdSSR zählte und ab 1963 produziert wurde, war mit zwei Reaktoren ausgestattet und sollte zum Abwracken geschleppt werden. Bei der Katastrophe kamen zehn Soldaten ums Leben. Das Atom-U-Boot konnte nicht geborgen werden und ruht bis heute auf dem Grund des Ozeans. Russische Behörden versichern, dass von dem U-Boot keinerlei Gefahr ausgehe. Fachleute bestreiten das. Sie sprechen von einer tickenden Zeitbombe.

Im April 1989, noch zu Zeiten der UdSSR, sank in der Barentsee im Arktischen Ozean das atomar betriebene U-Boot "Komsomolez", das größte Jagd-U-Boot aller Zeiten. An Bord: Zwei Reaktoren, Uran und Plutonium. Das U-Boot ruht noch immer auf dem Grund der Barentsee. Wie es im Innern des Bootes aussieht, weiß niemand.

(SL)

(Über dieses Thema berichtete der MDR im TV auch in "Aktuell", 28.05.2015, 17:45 Uhr)

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Karte der nuklearen Welt:

Der Arktische Ozean

Atommüll in rauen Mengen!

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Weiter zu: Zeitungsartikel 2015

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