Newsletter XXV 2026
21. bis 27. Juni
***
| Seitenanfang | Heute | Aktuelles+ | Hintergrund |
Radioaktivität kumuliert; das bedeutet, radioaktive Partikel reichern sich im lebenden Organismus immer weiter an und mit der Zeit können ähnliche Schäden auftreten, wie bei einer kurzzeitig einwirkenden, massiven Strahlenbelastung ...
Die PDF-Datei "Nuclear Power Accidents" enthält eine Reihe weiterer Vorfälle aus verschiedenen Bereichen der Atomindustrie. Einige der Ereignisse wurden nie über offizielle Kanäle veröffentlicht, so dass diese Informationen der Öffentlichkeit nur auf Umwegen zugänglich gemacht werden konnten. Die Liste der Zwischenfälle in der PDF-Datei ist daher nicht zu 100% identisch mit "INES und die Störungen in kerntechnischen Anlagen", sondern stellt eine Ergänzung dar.
4. Juni 2008 (INES-0 Klass.?) Akw Krsko, SVN
6. Juni 2008 (INES-1) Akw Philippsburg, DEU
6. Juni 1998 (INES-2) Akw Unterweser, DEU
8. Juni 1970 (INES-4 NAMS 3,6) Atomfabrik LLNL, USA
9. Juni 1985 (INES Klass.?) Akw Davis Besse, USA
10. Juni 2009 (INES-2) Atomfabrik Cadarache, FRA
10. Juni 1977 (INES Klass.?) Akw Millstone, USA
13. Juni 1984 (INES Klass.?) Akw Fort St. Vrain, USA
14. Juni 1985 (INES Klass.?) Forschungsreaktor Constituyentes, ARG
16. Juni 2005 (INES Klass.?) Akw Braidwood, USA
16. Juni 1958 (INES-4) Atomfabrik Oak Ridge, USA
17. Juni 1997 (INES Klass.?) Atomfabrik Arsamas-16, RUS
17. Juni 1967 (Chinas 6. Nukleartest) Lop Nor, Xinjiang, CHN
18. Juni 1999 (INES-2) Akw Shika, JPN
18. Juni 1988 (INES Klass.?) Akw Tihange, BEL
18. Juni 1982 (INES Klass.?) Akw Oconee, USA
18. Juni 1978 (INES Klass.?) Akw Brunsbüttel, DEU
19. Juni 1961 (INES-3 NAMS 4) Atomfabrik Windscale/Sellafield, GBR
21. Juni 2013 (INES Klass.?) Akw Kuosheng, TWN
23. Juni 2012 (INES-1 Klass.?) Akw Rajasthan, IND
23. Juni 1942 (INES-3) Uranmaschine Leipzig, DEU
26. Juni 2000 (INES-1 Klass.?) Akw Grafenrheinfeld, DEU
28. Juni 2007 (INES-0 Klass.?) Akw Brunsbüttel, DEU
28. Juni 2007 (INES-0 Klass.?) Akw Krümmel, DEU
28. Juni 1992 (INES-2) Akw Barsebäck, SWE
29. Juni 2005 (INES Klass.?) Akw Forsmark, SWE
30. Juni 1983 (INES Klass.?) Akw Embalse, ARG
Wir sind immer auf der Suche nach aktuellen Informationen. Wer helfen kann, sende bitte eine Nachricht an:
nukleare-welt@reaktorpleite.de
| Seitenanfang | Heute | Aktuelles+ | Hintergrund |
27. Juni
Der versteckte Preis der KI: Tech-Branche kauft massenhaft Gasturbinen
Der gewaltige Energiehunger neuer Rechenzentren stellt die Infrastruktur weltweit vor unlösbare Aufgaben. Um den Betrieb aufrechtzuerhalten, greift die Tech-Branche nun zu einer drastischen und teuren Maßnahme.
Die rasante Entwicklung im Bereich der Künstlichen Intelligenz führt zu einem massiven Ausbau von Rechenzentren, deren Energiebedarf die bestehenden Stromnetze überfordert. Um diese Engpässe zu umgehen, kaufen Betreiber:innen nun in großem Stil eigene Anlagen zur Energieerzeugung, wie der US-Nachrichtensender CNBC berichtet.
Im Fokus stehen dabei massive Industriegasturbinen, die von etablierten Industrieunternehmen als verlässliche Grundlastquelle gefertigt werden. „Wenn man Strom in großem Maßstab und zudem eine gesicherte Grundlast benötigt, ist die Industriegasturbine derzeit eine der führenden Lösungen dafür“, erklärt Pablo Koziner, ein leitender Manager des Unternehmens GE Vernova, das in seinem Werk in Greenville im US-Bundesstaat South Carolina derartige Anlagen produziert.
Milliardenschwere Investitionen in die Infrastruktur
Die schiere Größe dieser Maschinen verdeutlicht den Aufwand, denn eine einzelne Anlage ist knapp 9,5 Meter hoch, wiegt rund 280 Tonnen und kann rechnerisch bis zu 500.000 Haushalte mit Energie versorgen. Die Auftragsbücher des Herstellers sind demnach bereits bis in das Jahr 2029 vollständig gefüllt, wobei rund 20 Prozent der aktuellen Bestellungen direkt von Betreiber:innen von Rechenzentren stammen.
Diese Entwicklung treibt auch die Kosten massiv in die Höhe, sodass der Stückpreis für eine einzelne Gasturbine in den vergangenen drei Jahren um 300 Prozent auf schätzungsweise 250 Millionen US-Dollar gestiegen ist. Der enorme Bedarf der Technologiebranche führt zu einem regelrechten Boom in der klassischen Schwerindustrie, was sich in den Finanzdaten des Herstellers widerspiegelt, der laut Prognosen bis Ende 2026 vertragliche Vereinbarungen über eine Gesamtleistung von 110 Gigawatt erwartet.
[...] Hybride Systeme sollen Lücken schließen
Um die Zeit bis zum Hochfahren der Turbinen bei einem plötzlichen Stromausfall zu überbrücken, setzen die Ingenieur:innen in der Regel auf hybride Systeme. Dabei werden große Batteriespeicher zwischengeschaltet, um eine lückenlose Stromversorgung für die hochempfindlichen Serverlandschaften zu gewährleisten.
Diese kombinierten Anlagen ermöglichen es den Rechenzentren, in Notfällen als technologische Inseln zu operieren, die vom restlichen Energienetz völlig unabhängig sind. In der Praxis entstehen dadurch riesige Industrieanlagen direkt neben den Serverfarmen, was neben den enormen Investitionskosten auch hohe logistische Anforderungen an die Standorte stellt.
*
Böden als Klimaretter
Eine Lösung für die Erderhitzung liegt uns zu Füßen
In unseren Böden schlummert ein bislang ungenutztes Potenzial: Im Kampf gegen die Erderwärmung könnten sie zur natürlichen Klimaanlage werden.
Die Wiederherstellung von degradierten Böden könnte einen kühlenden Effekt auslösen, der bis zu dreimal stärker ist als die durch Treibhausgase verursachte Erwärmung. Das zeigt ein Report der globalen Bodenschutz-Initiative Save Soil.
„Wenn es um Klimaschutz geht, schaut die Welt eigentlich nur auf die Energie- und Industriebranche“, erklärt Rico Rau, Politik- und Forschungsberater bei Save Soil. Die Politik konzentriere sich darauf, CO₂-Emissionen zu vermindern. Dieser Ansatz sei leichter zu verstehen und zu verwirtschaften als natürliche Prozesse. Obwohl eine Reduktion von Emissionen im Kampf gegen die Klimakrise absolut notwendig sei, würden andere wirkungsvolle Ansätze vernachlässigt – etwa gesunde Böden und Wasserkreisläufe.
Dabei haben diese ein immenses Potenzial. Ein intakter Boden kann Wasser wie einen Schwamm aufsaugen und an die auf ihm wachsenden Pflanzen abgeben. Durch die natürliche Verdunstung von bewachsenen Bodenoberflächen, auch Evapotranspiration genannt, entsteht ein kühlender Effekt. „Eine natürliche Klimaanlage“, erklärt Rau.
„Dem Boden wird das Leben entzogen“
Der Haken: Allein in Europa zählen bis zu 70 Prozent der Landflächen als degradiert. Dasselbe gilt für 52 Prozent der weltweiten Landwirtschaftsflächen. Wasser kann dadurch schlechter gespeichert werden. Es kommt zu Hitzewellen, Trockenheit, einem Rückgang der Bodenfeuchtigkeit und dadurch zu einem Verlust des natürlichen Kühlungsmechanismus.
Menschliche Eingriffe sind neben dem Klimawandel der Haupttreiber: „Durch die intensive Nutzung des Landes wird dem Boden das Leben entzogen. Dadurch wird er langsam aber sicher zu Sand.“ Eine vermehrte Wüstenbildung ist die Folge.
[...] Um den Bodenschutz voranzutreiben, muss sich vor allem in der Landwirtschaft etwas bewegen: weg von konventionellen, hin zu nachhaltigen Praktiken. Letztere tragen ihrerseits zur Senkung von Emissionen bei. Mit diesem Wandel dürften Landwirt*innen allerdings nicht alleingelassen werden: „Es muss finanzielle und wirtschaftliche Anreize geben“, sagt Rau. Save Soil macht sich daher für einen Richtungswechsel in der Politik stark.
*
Trotz Bio-Label: Viele PFAS-Chemikalien in der Milch
Alarmierendes Test-Resultat: Selbst Bio-Milch enthält die langlebigen Industriechemikalien. Besonders Milch aus der Ostschweiz.
Wie die giftigen PFAS-Chemikalien in die Milch kommen, lässt sich derzeit nur vermuten. Der Schweizer Bauernverband geht davon aus, dass «frühere Klärschlamm-Düngungen» eine der Ursachen sind.
Bedenklich ist, dass das Konsumentenmagazin «K-Tipp» bei einem Test von 15 Vollmilch-Proben keine einzige gefunden hat, die frei ist von den schädlichen Stoffen. Selbst die sieben untersuchten Bio-Milch-Produkte enthielten Perfluoroktansulfonsäure (PFOS), Perfluoroktansäure (PFOA) oder Trifluoressigsäure (TFA) – eine sogar den höchsten im Test gemessenen PFOS-Wert.
Derzeit gibt es in der Schweiz und in der EU keine Grenzwerte zu PFAS-Chemikalien in der Milch. Deshalb stellt sich die Frage, wie die Resultate einzuordnen sind. Anhaltspunkte dazu gibt es:
Die EU hat einen Richtwert für PFOS von 20 Nanogramm pro Kilo Milch.
Keine Milch, die der «K-Tipp» testete, überstieg diesen Wert. Aber die am stärksten belastete Milch – eine Bio-Milch aus einer Ostschweizer Molkerei – enthielt immerhin 12 Nanogramm PFOS.
Für die genauso giftige PFOA liegt der Richtwert bei der Hälfte, nämlich bei 10 Nanogramm.
Von diesem Schadstoff fand das Labor 3 Nanogramm in einer Milch – auch diese eine Bio-Milch.
*
„Größtes Hindernis ist der Kanzler“ – Experte über AfD-Verbotsantrag und Merz‘ Rolle
Lange galt ein AfD-Verbot als zu riskant. Ein neues Gutachten sieht nun gute Erfolgschancen. Doch es bleiben Hürden – vor allem politische.
Berlin – Zu riskant – so lautete bislang eines der Kernargumente vieler Politikerinnen und Politiker gegen ein AfD-Verbotsverfahren. Denn: Wenn es juristisch scheitert, würde das die Rechtsaußen-Partei stärken. Ein von Juristinnen und Juristen und weiteren Experten verfasstes Gutachten sieht jetzt aber gute Erfolgschancen für einen AfD-Verbotsantrag vor dem Bundesverfassungsgericht.
Die acht Autorinnen und Autoren, die das 1500-seitige Gutachten für die Gesellschaft für Freiheitsrechte (GFF) erstellt haben, begründen ihre Einschätzung vor allem mit Verstößen gegen das Demokratieprinzip und die Menschenwürdegarantie. „Unser Ergebnis ist eindeutig: Die AfD ist von einem rassistischen Weltbild geprägt und arbeitet planmäßig auf eine Beeinträchtigung der freiheitlichen demokratischen Grundordnung hin“, heißt es. Das Gutachten, das nach GFF-Angaben mithilfe privater Spenden finanziert wurde, stelle fest, dass die AfD politische Gegner strafrechtlich verfolgen wolle und jetzt schon einschüchtere: „Das verletzt das Demokratieprinzip.“
AfD-Verbot: Gutachten facht Debatte erneut an – Zweifel bei CDU
Einen Antrag auf ein Parteiverbot können ausschließlich der Bundestag, der Bundesrat oder die Bundesregierung beim Bundesverfassungsgericht stellen. Dort liegt dann die endgültige Entscheidung über die Verfassungswidrigkeit einer Partei. Bislang gibt es aber Uneinigkeit darüber, ob ein Parteiverbotsverfahren angestrengt werden sollte. Kürzlich erst hatte Bundesjustizministerin Stefanie Hubig (SPD) klargemacht, dass sie an einem Verbotsverfahren festhalten wolle. Sie halte es für falsch, „ein Parteiverbotsverfahren aus politischen Gründen auszuschließen“, so Hubig. Eine wehrhafte Demokratie müsse sich im Ernstfall gegen Verfassungsfeinde wehren.
Ähnlich formuliert es die Opposition. „Die immer krassere Radikalisierung der AfD und ihre unverhohlene Ablehnung der freiheitlich-demokratischen Grundordnung sind nicht zu übersehen. Wir müssen jetzt die Wehrhaftigkeit unserer Demokratie unter Beweis stellen und ihrer Zersetzung mit der notwendigen rechtsstaatlichen Entschlossenheit entgegenwirken“, sagte Grünen-Fraktionsvsorsitzende Britta Haßelmann.
[...] Der innenpolitische Sprecher der CDU-Fraktion im Bundestag, Alexander Throm, machte indes vor einiger Zeit im Gespräch mit unserer Redaktion deutlich: „Ein Verbotsverfahren ist langwierig und der Erfolg keinesfalls sicher.“ Nicht zuletzt Bundeskanzler Friedrich Merz sieht Rufe nach einem AfD-Verbotsverfahren „sehr skeptisch“, wie er in einem Interview mit der Zeit sagte. Ein solches Verfahren „riecht mir zu sehr nach politischer Konkurrentenbeseitigung“, so Merz.
In Merz‘ ablehnender Haltung könnte jetzt eine der Haupthürden für weitere Schritte liegen, glaubt der Berliner Politikberater Johannes Hillje. „Für eine verfassungsgerichtliche Prüfung der AfD gibt es nun eine noch fundiertere juristische Grundlage, aber der politische Wille fehlt noch. Das größte Hindernis für einen AfD-Verbotsantrag ist der Kanzler.“
*
Don Trumpls allerletzte Nachrichten
IMHO: Don Trumpl lügt, betrügt und ist durch und durch korrupt.
Warum ist dieser Horrorclown noch nicht hinter Gittern?
26. Juni
Lobbyismus
Guttenberg: Der Mann aller Märkte
Er gilt als Hoffnungsträger in der Union, er kommentiert in Talkshows die Weltpolitik. Aber zu wem unterhält der CSUler geschäftliche Kontakte? Unsere Recherche zeigt eine lange Liste an Firmen, in denen Guttenberg investiert ist – und Verbindungen zu MAGA-Unterstützer Peter Thiel.
Karl-Theodor zu Guttenberg genießt zurzeit große Aufmerksamkeit. Der Spiegel lädt ihn zum Gespräch. In Talkshows ist er Dauergast. Stets tritt er als Kenner der Vereinigten Staaten auf – und erklärt den Deutschen die Politik von Donald Trump. So häufig, dass er im Jahr 2025 gleichauf mit seinem Parteifreund Markus Söder der meistgesendete CSU-Politiker war.
Inzwischen kursieren Spekulationen über sein politisches Comeback. Seit einiger Zeit fragt sich seine Partei, ob Söder der richtige Kandidat für die bayerischen Landtagswahlen 2028 ist. Seine politische Heimat, die CSU, hat also eine Leerstelle. Auch in Berlin wird er hoch gehandelt: Manche CDU-Politiker sehen ihn als Hoffnungsträger, im Springer-Verlag sind einige der Meinung, Guttenberg wäre sogar ein möglicher Kanzlerkandidat. Das Netzwerk dafür hätte er.
Aber ist Guttenberg tatsächlich der volksnahe Experte, der mit dem Linken Gregor Gysi ebenso plaudern kann wie mit Bundeskanzler Friedrich Merz? Sollte die CDU/CSU auf ihn setzen, ist es wichtig, den 54-Jährigen besser zu kennen. Diese CORRECTIV-Recherche beleuchtet eine bisher unbekannte Seite: Fünfzehn Jahre nach seinem Rücktritt als Verteidigungsminister macht Guttenberg Geschäfte mit einflussreichen Investoren aus dem Silicon Valley und umstrittenen Unternehmen. Seine Wege kreuzen auch mehrfach Unterstützer der US-amerikanischen MAGA-Bewegung oder Trump-Vertraute wie den Strippenzieher der neuen US-Rechten Peter Thiel.
Guttenbergs weit verzweigtes Firmennetz führt in die USA
CORRECTIV hat mithilfe der Unternehmensdatenbank Northdata, von Handelsregistern, Wirtschaftsmeldungen und Guttenbergs eigenen Angaben Firmen ausfindig gemacht, mit denen der CSU-Politiker unmittelbar verbunden ist. Demnach ist Guttenberg aktuell an dutzenden Unternehmen beteiligt oder bekleidet dort Positionen.
CORRECTIV hat Guttenberg mehrfach angeschrieben und um seine Sicht der Dinge gebeten, erhielt jedoch keine Antwort. Auch auf ein Gesprächsangebot ging er nicht ein.
Bezeichnend für den Adeligen: Er tritt als Mann mit vielen Namen auf. Seine Firmen- und Vereinsengagements firmieren mal unter seinem vollständigen Namen Karl-Theodor Maria Nikolaus Johann Jacob Philipp Franz Joseph Sylvester, mal nur als Karl-Theodor oder Theodor – früher auch mit dem Titel „Reichsfreiherr“.
*
Frankreich drosselt AKWs:
Hitzewelle kratzt an Atomkraft-Mythos
Ausgerechnet Atomkraft bekommt in Frankreich gerade ein Hitzeproblem. Neben hohen Kosten, Sicherheitsrisiken und langen Bauzeiten zeigt sich nun eine weitere Schwäche der angeblich so beständigen Technologie: Kühlwasserstress. Ein Kommentar.
Frankreich zeigt gerade sehr konkret: Auch Atomkraft ist nicht vollständig „wetterunabhängig“. Der französische Betreiber EDF musste mehrere Reaktoren zeitweise drosseln oder vom Netz nehmen, um Flüsse vor zusätzlicher Erwärmung zu schützen.
Der Grund ist simpel: Viele Atomkraftwerke brauchen große Mengen Kühlwasser. In Hitzeperioden sind Flüsse aber oft ohnehin warm und führen weniger Wasser. Wird dann zusätzlich erwärmtes Kühlwasser zurückgeleitet, kann das Ökosystem weiter belastet werden. Deshalb greifen Umweltauflagen – und Kraftwerke müssen ihre Leistung reduzieren.
Was die Hitze über Atomkraft verrät
In Deutschland wird Atomkraft immer wieder als „gesicherte“ und wetterunabhängige Leistung ins Spiel gebracht, vor allem als Antwort auf sogenannte Dunkelflauten, also Phasen mit wenig Wind und wenig Sonne. Diese ein beliebtes Argument von Energiewende-Kritikern gegen erneuerbare Energieen.
Der Blick nach Frankreich zeigt: Auch gesicherte Leistung ist nicht automatisch wetterfest. Kraftwerke, die Kühlwasser brauchen, haben in heißen Sommern eine eigene Form der Verwundbarkeit. Atomstrom hängt eben nicht nur an Brennstoff, Technik und Sicherheit, sondern auch an ausreichend kühlem Wasser.
*
Attributionsforschung
So eine Hitzewelle hätte es vor 50 Jahren nicht gegeben
Zwei neue Untersuchungen zeigen, wie stark die Erderwärmung die Wetterextreme verschärft – und dass vor allem ärmere Haushalte dafür bezahlen.
Europa erlebt eine Hitzewelle, die historische Maßstäbe sprengt. Im südwestfranzösischen Pissos wurden 44,3 Grad gemessen – nach Angaben des Wetterdienstes der höchste Wert in Frankreich seit Beginn der dortigen landesweiten Messreihe vor fast 80 Jahren.
Paris verzeichnete mit 40,9 Grad einen neuen Juni-Rekord, und Großbritannien meldete mit 36,1 Grad den heißesten Junitag seit Beginn seiner Aufzeichnungen. Schulen blieben geschlossen oder verkürzten den Unterricht, Bahnverbindungen wurden eingeschränkt, Krankenhäuser gerieten unter zusätzlichen Druck.
Dass solche Extreme längst nicht mehr allein mit natürlichen Wetterschwankungen zu erklären sind, zeigt eine neue Schnellanalyse der internationalen Forschungsgruppe World Weather Attribution (WWA). Danach wären sowohl die Tageshöchstwerte als auch die ungewöhnlich warmen Nächte dieser Hitzewelle in einem Klima, wie es 1976 herrschte, praktisch unmöglich gewesen.
[...] Aufgeheizte Atmosphäre durch Verbrennung von Kohle, Öl und Gas
Verantwortlich für die aktuelle Wetterlage ist ein blockierendes Hochdruckgebiet, das heiße Luft über Europa festhält und zusätzlich Warmluft aus der Sahara heranführt. Solche sogenannten Omega-Lagen, eine Art "Hitze-Dom", gab es auch früher.
Doch sie treffen heute auf eine Atmosphäre, die durch die Verbrennung von Kohle, Öl und Gas bereits deutlich aufgeheizt ist. Nach Einschätzung der WWA-Fachleute ist der menschengemachte Klimawandel deshalb der entscheidende Verstärker. Das natürliche Klimaphänomen El Niño spielte bei diesem Ereignis demnach keine erkennbare Rolle.
[...] Hitze und Dürre machen Ärmere überdurchschnittlich ärmer
Doch die Hitze trifft nicht nur die Gesundheit, sondern auch die Einkommen. Eine zweite neue Studie unter Federführung des Berliner Forschungsinstituts Climate Analytics zeigt, wie stark Hitzewellen und Dürren die wirtschaftliche Lage privater Haushalte verschlechtern. Die im Fachjournal Global Environmental Change veröffentlichte Arbeit verbindet Haushaltsbefragungen aus den Jahren 2004 bis 2022 mit hoch aufgelösten Temperatur- und Dürredaten.
Danach lag das durchschnittliche jährliche Haushaltseinkommen in Europa in Jahren mit Hitzewellen im Mittel um etwa 0,7 Prozent niedriger, bei Dürren um 1,8 Prozent. Treten Hitze und Dürre gemeinsam auf, steigt der geschätzte Verlust auf fast drei Prozent.
*
Europa will unabhängiger werden: Solarindustrie bereit für kräftigen Ausbau der Produktion
Hintergrund ist Reaktion der EU auf mögliche Risiken für kritische Energieinfrastruktur
Die europäische Solarbranche stellt sich auf einen politischen und sicherheitstechnischen Kurswechsel ein. Hintergrund sind neue Einschränkungen für Wechselrichter aus China, mit denen die EU auf mögliche Risiken für kritische Energieinfrastruktur reagiert. Im Zentrum der Debatte stehen zunehmend Cybersecurity, Datenhoheit und die Kontrolle über digitale Energiesysteme.
Wechselrichter gelten als Schlüsselkomponenten der Energiewende: Sie verbinden Photovoltaikanlagen mit dem Stromnetz und sind längst hochvernetzte digitale Systeme. Damit rückt auch die Frage in den Fokus, wer Zugriff auf Software, Steuerung und Updates hat. Europäische Hersteller betonen dabei ihre eigenen Standards bei Sicherheit und Kontrolle.
[...] Die europäische Industrie sieht sich grundsätzlich in der Lage, einen größeren Teil des Marktes zu übernehmen. Laut Fronius können die Produktionskapazitäten innerhalb von sechs bis zwölf Monaten deutlich ausgebaut werden, auf bis zu 17 Gigawatt pro Jahr beziehungsweise rund 115.000 Wechselrichter pro Monat.
„Wir sprechen nicht über zukünftige Möglichkeiten, sondern über bestehende industrielle Stärke“, so Scherleitner weiter. Europäische Anbieter könnten bereits heute einen wesentlichen Beitrag leisten, um Versorgungssicherheit und Stabilität im Ausbau erneuerbarer Energien zu gewährleisten.
*
Don Trumpls allerletzte Nachrichten
IMHO: Don Trumpl lügt, betrügt und ist durch und durch korrupt.
Warum ist dieser Horrorclown noch nicht hinter Gittern?
*
26. Juni 2000 (INES-1 Klass.?) Akw Grafenrheinfeld, DEU
Wikipedia
Kkw Grafenrheinfeld
Am 26. Juni 2000 kam es im Kernkraftwerk zu einem Zwischenfall der Stufe 1 der INES. Bei der jährlichen Revision wurden an fünf von acht Steuerventilen, die ein Jahr zuvor eingebaut worden waren, Mängel festgestellt. Bei der Herstellung der Buchsen war es zu Verunreinigungen und durch Einwirkung der Luftfeuchtigkeit bei einem längeren Anlagenstillstand zur Korrosion an den Buchsen gekommen, was die Leichtgängigkeit der Ventilspindeln beeinträchtigte. Dieser Mangel wurde in die INES-Stufe 1 eingeordnet, weil mehrere Komponenten in gleichartigen Einrichtungen mit gleichen Sicherheitsfunktionen davon betroffen waren ...
AtomkraftwerkePlag
Grafenrheinfeld (Bayern)
Am 28. Oktober 2010 wurden wegen der Störanfälligkeit in zahlreichen Städten und Gemeinden im Umkreis des AKW Resolutionen beschlossen, in denen eine Laufzeitverlängerung des AKW Grafenrheinfeld abgelehnt wurde, ohne Erfolg.
Kurz nach der Fukushima-Katastrophe wurde der Reaktor abgeschaltet und ging in Revision. Bei einem Thermoschutzrohr im Kühlsystem war ein Riss entdeckt worden, woraufhin die Opposition im bayerischen Landtag der Regierung und E.ON monatelange Vertuschung vorwarf.
Angesichts der Pannenstatistik und sonstiger Vorfälle hätte der Reaktor nicht vorübergehend, sondern besser gleich endgültig vom Netz genommen werden sollen, wie auch der Stadtrat Schweinfurt in einer Resolution forderte. Im April 2012 wurden am Reaktor, wie im AKW Brokdorf, gebrochene Niederhaltefedern an Brennelementen festgestellt ...
25. Juni
Streit über Glyphosat:
Bayer erringt entscheidenden Sieg vor US-Supreme-Court
Mit dem Urteil des obersten US-Gerichts ist Tausenden weiteren Klagen die Grundlage entzogen worden. Die Aktie des Pharma- und Agrarkonzerns schoss in die Höhe.
Der Pharma- und Agrarkonzern Bayer hat im milliardenschweren US-Rechtsstreit um mutmaßliche Krebsrisiken seines Unkrautvernichters Glyphosat einen entscheidenden Sieg vor dem Obersten Gerichtshof der USA errungen. Der Supreme Court entschied am Donnerstag, dass die Zulassungsvorgaben der US-Bundesbehörden Vorrang vor dem Recht einzelner Bundesstaaten haben.
Damit entzogen die Richter Tausenden Klagen wegen angeblich unzureichender Krebs-Warnhinweise die Grundlage. Bayer hatte stets argumentiert, dass die US-Umweltschutzbehörde EPA den Wirkstoff als nicht krebserregend einstuft und entsprechende Warnhinweise daher nicht zulässig seien.
Vor dem Supreme Court ging es um den Fall eines Mannes, der seine Blutkrebserkrankung auf die Verwendung des glyphosathaltigen Unkrautvernichters Roundup des Monsanto-Konzerns zurückführte, den Bayer 2018 gekauft hatte. Ein Gericht im US-Bundesstaat Missouri sprach ihm eine hohe Entschädigung zu, weil ein Warnhinweis fehlte.
Die EPA hatte Glyphosat dagegen als unbedenklich eingestuft. Bayer machte deshalb geltend, dass es den Bundesstaaten untersagt sei, zusätzliche Gesundheitswarnungen vorzuschreiben.
*
Neue Argumente für Parteiverbot
"Bislang umfangreichstes Gutachten" hält AfD für eindeutig verfassungswidrig
Während die AfD in Sachsen-Anhalt den stramm gestreckten Arm ihres Landesvorsitzenden Reichardt erklären muss, stellt ein neues Gutachten die Zulässigkeit der gesamten Partei infrage. Beteiligte Juristen und Experten sind sich sicher: Ein Verbotsprüfungsverfahren wäre erfolgreich.
73 Tage vor der Landtagswahl in Sachsen-Anhalt steht die AfD laut Umfragen nicht nur vor einem deutlichen Wahlsieg, auch die absolute Mehrheit und damit die alleinige Regierungsbildung sind in Reichweite. Folgt man einem neuen, von der Gesellschaft für Freiheitsrechte veröffentlichten Gutachten, sollte die AfD aber weder bei dieser noch einer anderen Wahl antreten dürfen. "Die AfD ist verfassungswidrig nach dem Maßstab von Artikel 21 Absatz 2 Grundgesetz", schließen die Autoren des nach eigener Darstellung "bislang umfangreichsten und juristisch anspruchsvollsten Gutachtens" zur Verfassungsmäßigkeit der Partei.
Die Autoren führen sogar zwei Gründe an, die jeder für sich ein Verbot begründeten. Beide seien hinreichend gut belegt: Die AfD verstoße gegen das Demokratieprinzip und die Menschenwürde. "Die AfD möchte Politikerinnen anderer Parteien strafrechtlich verfolgen. Sie ruft nach Haftbefehlen, nach der Anklagebank, nach Gefängnisstrafen für Entscheidungen, die ihr politisch nicht passen", sagt der Jurist und Projektleiter hinter dem Gutachten, Bijan Moini. "Politisch motivierte Strafverfolgung aber verletzt ganz klar das Demokratieprinzip."
Zweite Säule der Einschätzung einer Verfassungswidrigkeit ist der laut Gutachten nachweisliche Angriff auf die im Grundgesetz verankerte Menschenwürdegarantie: "Ihr politisches Konzept ist auf die Ausgrenzung, Verächtlichmachung und weitgehende rechtliche Abwertung von bestimmten Deutschen mit Migrationsgeschichte, von Musliminnen, von Schutzsuchenden und weiteren gesellschaftlichen Gruppen wie Transpersonen gerichtet", fasst Moini die Befunde zusammen. Die AfD etabliere so "verschiedene Klassen an Menschen" - auch weil etwa eine forcierte Abschiebung in Länder, wo Betroffenen akut Folter droht, diesen Menschen das Grundrecht auf körperliche und seelische Unversehrtheit verweigere.
So rassistisch wie die NPD - mindestens
"Ein zentraler Aspekt im politischen Konzept der AfD ist ihr ethnisch-kulturelles Volksverständnis", so Moini. "Während das Grundgesetz nur ein Staatsvolk kennt, das Bürgerinnen gerade nicht nach ihrer Herkunft klassifiziert, können wir der AfD auf der Grundlage von mehreren Hundert Belegen nachweisen, dass sie ein davon abweichendes Volksverständnis vertritt. Deutsche in ihrem Sinne sind nicht alle, die einen deutschen Pass besitzen, sondern nur die mit entsprechenden Vorfahren."
Entscheidend sei, dass die AfD dieses Volksverständnis auch in politischen Entscheidungen realisieren will. Ein Beispiel hierfür sei auch, dass die AfD in Sachsen-Anhalt plant, "Flüchtlingskinder" dauerhaft in abgesonderten Klassen zu beschulen. "Für praktisch alle rassistisch geprägten Forderungen der NPD gibt es bei der AfD Entsprechungen. Teils geht die AfD auch über Forderungen der NPD hinaus", so Moini. Das ist deshalb wichtig, weil das Bundesverfassungsgericht die NPD und ihre Nachfolgepartei "Die Heimat" als verfassungsfeindlich eingestuft und nur wegen deren Verzwergung auf ein Verbot verzichtet hat.
*
Erdbeben in Venezuela:
Als würde die Erde ewig und immer stärker beben
Die Epizentren der Beben in Venezuela liegen nahe der Erdoberfläche. Zu der heftigen Katastrophe führten zwei tektonische Platten, die sich vor der Küste treffen.
Um kurz nach 18 Uhr Ortszeit beginnt die Erde im Norden Venezuelas zu beben. Das Beben trifft die Hauptstadt Caracas, auch mehrere andere Bundesstaaten melden starke Erschütterungen. Weniger als eine Minute später bebt es wieder – dieses Mal noch heftiger.
Hunderttausende Menschen leben in den Regionen Venezuelas, in denen das Erdbeben laut Modellmessungen stark spürbar gewesen sein muss. So stark also, dass auch Häuser und Infrastruktur, die nicht erdbebensicher bebaut sind, schwere Schäden nehmen können. Laut den bisher verfügbaren Informationen soll es in Teilen von Caracas schwere Schäden gegeben haben. Auch Städte wie Catia La Mar nahe dem vermuteten Erdbeben-Epizentrum und der internationale Flughafen Simón‑Bolívar sind betroffen. Mindestens 162 Menschen sollen tot sein. Aus vielen Regionen weiß man derzeit jedoch noch wenig.
Kurz nach dem Anpfiff der entfernt stattfindenden Fußballspiele Marokko gegen Haiti und Schottland gegen Brasilien hatte die Erde zu beben begonnen. Auf Videos sieht man in den Fernsehern die Sportler der Weltmeisterschaft kicken – drumherum wackeln Böden und Wände, zunächst als Erdbeben der Magnitude 7.3. Gut 30 Sekunden nach dem ersten Beben beginnt ein zweites, das eine Stärke von 7.5 erreicht. Für viele fühlt es sich an, als würde die Erde ewig und immer stärker beben. Ein Erdbeben der Stärke 7.5 ist schließlich nicht ein bisschen stärker als ein Beben der Stärke 7.3, sondern setzt etwa das Doppelte an Energie frei.
Es ist das stärkste Beben der bisherigen Messungen in Venezuela, also in etwa 100 Jahren. Bisher ist über das Ausmaß der Naturkatastrophe noch wenig bekannt. Der Geologische Dienst der USA (USGS) berechnet, dass wegen der Besiedlung der betroffenen Regionen und der Art des Bebens Tausende Tote und ein wirtschaftlicher Schaden in Milliardenhöhe zu erwarten sein könnten.
*
BUND: Atommüll-Zwischenlager sichern
Regelmäßige Statuskonferenz mit echter Beteiligung für Gesamtkonzept und Nachrüstung deutscher Zwischenlager zwingend erforderlich
- Statuskonferenz muss Start für echten Dialog und Beteiligung sein
- Tragfähiges Gesamtkonzept für den Atommüll unverzichtbar – Zwischenlager nachrüsten
- Endlagersuche und Zwischenlagerung nicht gegeneinander ausspielen
Berlin - Anlässlich der in Berlin stattfindenden Statuskonferenz Zwischenlagerung bekräftigt der Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland (BUND) seine zentralen Forderungen an das Bundesumweltministerium (BMUKN) und an das Bundesamt für die Sicherheit der nuklearen Entsorgung (BASE), bei der Sicherheit der deutschen Zwischenlager endlich deutlich nachzurüsten.
Olaf Bandt, BUND-Vorsitzender: „Wir brauchen ein sicherheitsgerichtetes Gesamtkonzept für die Zwischen- und Endlagerung von Atommüll. Ein Konzept, das die veränderten Bedrohungslagen ernst nimmt. Auf dem Weg dahin muss die Statuskonferenz mehr sein als ein einmaliges Informationsevent. Sie muss ein regelmäßiges Format sein, in dem Öffentlichkeit und zuständige Stellen Fragen und Probleme diskutieren und sie muss zu verbindlichen Konsequenzen führen. Die Situation an den deutschen Zwischenlagern ist ernst und es braucht einen Beteiligungsprozess, der diesen Namen verdient.“
Aktuell läuft das Verfahren zur Verlängerung des Zwischenlagers Gorleben in Niedersachsen. Als Erstes von einer ganzen Reihe von Verlängerungsverfahren, werden jetzt Standards festgelegt – auch für die folgenden Standortverfahren. Aus Sicht des BUND ist jetzt die Chance, Zwischenlagerung sicherer zu gestalten.
*
Don Trumpls allerletzte Nachrichten
IMHO: Don Trumpl lügt, betrügt und ist durch und durch korrupt.
Warum ist dieser Horrorclown noch nicht hinter Gittern?
24. Juni
Dreist! AfD-Fans teilen mit KI gefälschte Wetterkarten
Es gibt tatsächlich eine Gruppe von Menschen, die Wetterkarten manipulieren: Und es sind Rechtsextreme. Denn sie wollen die Wahrheit über den menschengemachten Klimawandel vertuschen. Diese Wetterkarte haben AfD-Fans dreist mit KI gefälscht und wollen dir einreden, die Öffentlich-Rechtlichen würden manipulieren. Dabei sind sie es selbst, die euch hereinlegen wollen, damit ihr nicht erfahrt, dass es jetzt gerade ohne den Klimawandel bis zu vier Grad kälter sein könnte.
Wir und viele andere Faktenchecker:innen schreiben uns seit Jahren die Finger wund, sobald die erste Hitzewelle in Sicht ist: Ja, der menschengemachte Klimawandel ist real. Die jährlichen Rekordtemperaturen sind real. Und die Wetterkarten im ÖR sind auch echt. Das das nicht so ist, das wolllen rechte Desinformationsverbreiter euch aber einreden, weil sie oft dafür mit der Fossillobby-nahen Gruppen zusammen arbeiten und weil sie progressive Politik diskreditieren wollen. Wenn ihr auf deren Lügen reinfallen würdet, bringt sie das näher an die Macht.
Die Wetterkarten im öffentlich-rechtlichen Rundfunk zeigen die Temperaturen natürlich richtig an und werden nicht farblich manipuliert, um die Folgen des Klimawandels mit mehr Rot und damit drastischer darzustellen, als sie sind. Das müssen sie auch gar nicht: Alle Erkenntnisse seriöser Klimaforschung zeigen, dass wir mitten in einem gefährlichen, menschengemachten Klimawandel stecken und dringend wirksamen Klimaschutz brauchen, um die Veränderungen erträglich zu halten. Die Hitzewelle in Europa, die auch dich vermutlich gerade zum Schwitzen bringt, ist laut einer aktuellen Analyse des Projekts Climameter durch den Klimawandel bis zu vier Grad heißer als sie es ohne ihn wäre.
[...] AfD-Fans verbreiten KI Lügen
So verbreiten die "AFD Freunde Dortmund" auf Facebook ein Video, in dem angeblich der "Wetterbericht Früher + Heute" zu sehen sein soll. Im ersten Teil ist eine gelbe Wetterkarte mit Temperaturen von 32 Grad zu sehen.
[...] Wenn Rechte recht hätten, warum müssen sie dann fälschen?
Das Video ist offensichtlich mit KI generiert. Dafür sprechen fehlende Senderlogos, eine generische Studioeinrichtung, die nicht zu bekannten Nachrichtensendungen passt, nicht synchrone Lippenbewegungen, unnatürlich wirkende Stimmen und Bewegungen.
*
Schweizer AKW muss Reaktoren drosseln und informiert mit Kühlwasser-Newsticker
Der grösste Schweizer Energiekonzern Axpo fährt die Leistung beider Reaktorblöcke des Atomkraftwerks Beznau herunter. Grund dafür ist die steigende Temperatur der Aare.
Bereits vor vier Tagen teilte Axpo mit, die Wassertemperaturen in der Aare genau beobachten zu wollen.
Auf der Firmen-Website wurde extra ein «Kühlwasser-Newsticker» lanciert. Dort will die AKW-Betreibergesellschaft über die Massnahmen wegen der hohen Wassertemperatur informieren. Und nun wurden wegen der anhaltenden Hitze Massnahmen nötig, wie am Dienstag mitgeteilt wurde.
Wo ist das Problem?
Das Kühlwasser des AKW wird der Aare entnommen und wird danach zurück in den Fluss geleitet. Ist die Aare nach der Durchmischung mit dem Kühlwasser wärmer als 25 Grad, muss Axpo die Leistung des Kraftwerks um bis zu 50 Prozent reduzieren. Oder wenn nötig ganz stoppen.
Beträgt die Wassertemperatur auch drei Tage nach der Reduktion der AKW-Leistung noch über 25 Grad, müssten die Reaktoren heruntergefahren werden.
Die Massnahmen sind Bestandteil einer Zwischenverfügung des Bundesamtes für Energie (BFE), die im Nachgang zum Hitzesommer 2018 erlassen wurde. Um die Versorgungssicherheit aufrechtzuerhalten, kann laut Axpo von einem Abschalten der Reaktoren abgesehen werden.
Die Drosselung der AKW-Reaktorleistung durch die Betreibergesellschaft ist eine ökologische Schutzmassnahme. Sie beruht auf behördlichen Vorgaben zum Gewässerschutz. Die Aare, ein wertvolles Ökosystem für Tiere und Pflanzen, soll sich nicht weiter erwärmen.
Der Umweltverband Greenpeace warnte in einer Mitteilung vom Dienstag davor, die Atomenergie verschärfe die Folgen der globalen Erwärmung für die Gewässer. «Insbesondere die Fische sind aufgrund der hohen Temperaturen bereits gestresst», lässt sich Florian Kasser, Experte für Nuklearfragen bei Greenpeace, zitieren.
*
Photovoltaik
Energiekrise und EEG-Angst befördern Solarstrom
Wer sich ab 2027 eine Heim-Solaranlage zulegt, muss mit deutlich weniger Förderung und Erlösen rechnen. Viele ziehen daraus den Schluss, sich jetzt noch schnell Photovoltaik aufs Dach zu setzen, bilanziert der Branchenverband BSW-Solar.
Für Solarstrom gab es aus der Politik zuletzt keine guten Nachrichten. Unverändert will Bundeswirtschaftsministerin Katherina Reiche (CDU) ab 2027 die Einspeisevergütung für kleinere Solaranlagen streichen. Hier laufen innerhalb der Koalition die Debatten derzeit auch nicht so, dass sich das verhindern lässt.
Zudem wurde die Branche jetzt durch eine Untersuchung erschreckt, wonach das überarbeitete Erneuerbare-Energien-Gesetz, das EEG 2027, neu installierte private Solarstromanlagen weiter drastisch ausbremsen könnte.
Ab Anfang kommenden Jahres soll für neue Photovoltaik bis 25 Kilowatt auch gelten: Strom, der nicht selbst verbraucht, sondern als Überschuss-Strom ins Netz abgegeben wird, ist entweder zu schwankenden Börsenstrompreisen zu vermarkten – oder darf nicht mehr in das Netz eingespeist werden.
Anzeige
Mit dieser sogenannten Nulleinspeisung würden 69 Prozent des Stromertrags einer typischen Photovoltaikanlage abgeregelt werden, also verloren gehen, ergab eine Analyse des Forschungsinstituts Aquu im Auftrag des Solarenergie-Fördervereins SFV.
Und am Horizont droht noch der Plan der Bundesnetzagentur, sogenannte Prosumer – also Haushalte, die eigenen Solarstrom nutzen – ab 2029 mit einer jährlichen Einspeisegebühr von bis zu 100 Euro zu belegen.
Vorzieheffekte bei kleineren Solaranlagen
Im Moment aber erlebt die Solarbranche eher eine kleine Sonderkonjunktur. "Die Auftragsbücher füllen sich", konstatierte Carsten Körnig am Dienstag in München, wo die Messe Intersolar und die Speichermesse EES Europe eröffnet wurden.
Für den Aufschwung sieht Körnig, Chef des Branchenverbandes BSW-Solar, im Wesentlichen zwei Gründe. Einer ist die erneute Energiekrise infolge des Iran-Konflikts, der andere die erwähnte Ankündigung der Bundeswirtschaftsministerin, die Förderung für Anlagen im Heimsegment zu streichen. Das führe zu Vorzieheffekten, so Körnig. Haushalte würden auf Nummer sicher gehen und ihre Solaranlage noch dieses Jahr bauen lassen.
*
Bertelsmann Stiftung:
Kehrtwende bei erneuerbarer Energie gefährdet Arbeitsplätze
Mehr als 430.000 Menschen arbeiten im Bereich erneuerbare Energien, ein neuer Höchstwert. Ein energiepolitischer Wechsel könnte laut einer Studie Tausende Jobs gefährden.
Die Zahl der Beschäftigten in der Branche der erneuerbaren Energien hat einer Studie zufolge einen neuen Höchstwert erreicht. 2025 waren hier rund 436.000 Personen tätig, wie die Bertelsmann Stiftung mitteilte. Das sind fast vier Prozent mehr als im bisher besten Jahr 2023. Der sich abzeichnende energiepolitische Kurswechsel der Bundesregierung könne jedoch »Tausende von Jobs« gefährden.
Der Bertelsmann Stiftung zufolge zeigt der Blick in die Vergangenheit, wie sehr sich veränderte politische Rahmenbedingungen auf die Beschäftigungszahlen in der Branche auswirken. Die Stiftung verwies etwa auf den »Wärmepumpenknick«. Im Jahr 2024 sei infolge der Diskussionen um das Heizungsgesetz die Zahl der neu installierten Wärmepumpen auf 200.000 gefallen, nach 350.000 im Vorjahr. 2025 seien dann wieder knapp 300.000 Wärmepumpen installiert worden. Die Beschäftigungszahlen entwickelten sich demnach parallel dazu.
Stiftung mahnt, Produktion in Deutschland zu sichern
In der Windbranche sank die Beschäftigung demnach zwischen 2016 und 2018 um etwa ein Fünftel – »nach der Einführung eines neuen Ausschreibungsverfahrens und einer Deckelung des Ausbaus«. Im Solarbereich sank demnach die Zahl der Beschäftigten zwischen 2011 und 2013 »nach drastischen Förderkürzungen und dem Einbruch der inländischen Herstellung« von 156.700 auf 70.200.
[...] Katherina Reiche will bei erneuerbaren Energien sparen
Die geplanten Reformen der Bundesregierung mit mehreren Gesetzesvorhaben im Energiebereich müssten »beschäftigungssicher« ausgestaltet werden, forderte die Stiftung. Es könne Arbeitsplätze kosten, wenn kleinere Solaranlagen keine Förderung mehr erhalten, wenn Investitionen angesichts von Unsicherheiten gebremst oder klare Regeln für klimafreundliches Heizen wegfallen würden. In Zeiten wirtschaftlicher Krise dürfe man den Ausbau der erneuerbaren Energien »kein weiteres Mal abwürgen«.
*
Geheimniskrämerei um Atommüll-Transporte:
Kritik an „konzeptloser Verschieberei“ wächst
Nach dem jüngsten Transport von Castor-Behältern mit hochradioaktivem Atommüll aus Großbritannien ins Zwischenlager Brokdorf verschärft sich die Kritik am Umgang mit radioaktiven Abfällen in Deutschland.
Brokdorf, Bonn, Düsseldorf - Der Bundesverband Bürgerinitiativen Umweltschutz (BBU) mit Sitz in Bonn spricht von einer „konzeptlosen Verschieberei“ und warnt vor anhaltenden Risiken durch Atomtransporte und Zwischenlagerung ohne Endlagerperspektive.
„Es ist nicht absehbar, wo der Atommüll letztlich dauerhaft gelagert werden soll. Fest steht aber, dass kein weiterer Atommüll mehr produziert werden darf – weder in Atomkraftwerken noch in sonstigen Atomanlagen“, erklärt BBU-Vorstandsmitglied Udo Buchholz. Der Verband fordert daher einen sofortigen Stopp der Atomproduktion sowie umfassendere Sicherheitskonzepte für bestehende Abfälle.
Kritik an Zwischenlagern und Uranfabriken
Aus Sicht des BBU zeigt der Castor-Transport nach Brokdorf einmal mehr die strukturellen Probleme im deutschen Atommüll-Management: Zwischenlager seien nur kurzfristige Lösungen, ein Endlager existiere weiterhin nicht. Gleichzeitig wachse die Menge an radioaktiven Abfällen kontinuierlich weiter.
Besonders im Fokus stehen dabei die Uranfabriken in Gronau (Nordrhein-Westfalen) und Lingen (Niedersachsen). Der BBU fordert deren sofortige Stilllegung. Beide Anlagen verfügen weiterhin über unbefristete Betriebsgenehmigungen – trotz des beschlossenen Atomausstiegs in Deutschland.
Internationale Atomtransporte im Fokus
Der Verband kritisiert zudem die Vielzahl internationaler Atomtransporte, die nur selten öffentlich wahrgenommen würden.
*
Don Trumpls allerletzte Nachrichten
IMHO: Don Trumpl lügt, betrügt und ist durch und durch korrupt.
Warum ist dieser Horrorclown noch nicht hinter Gittern?
23. Juni
China verlegt Rechenzentren unter Wasser
Mit dem ersten windbetriebenen Unterwasser-Rechenzentrum will China die Ressourcenprobleme lösen.
Zehn Kilometer vor der Küste Shanghais und in zehn Metern Tiefe werden in China zukünftig Daten verarbeitet. Das Shanghai Lingang Unterwasser-Rechenzentrum ist das erste, das mit Strom aus einer nahen Offshore-Wind-Anlage betrieben wird und laut den Entwicklern zu 95 Prozent mit erneuerbarer Energie arbeitet.
Offizieller Projektstart war bereits im Juni 2025. In einer ersten Phase bauten die Projektpartner Hi-Cloud Technology und das staatliche Unternehmen China Communications Construction ein Demo-Rechenzentrum mit einer Kapazität von 2,3 Megawatt auf. Auf Bildern sieht man eine gelbe Konstruktion mit vier Stützen. Die Server befinden sich nach bebilderten Berichten in versiegelten Kapseln unter Wasser.
Im Februar wurde die zweite Projektphase angekündigt, in der die Demo-Anlage für 226 Millionen US-Dollar auf 24 Megawatt erweitert wurde. Im Mai wurde Phase 2 abgeschlossen und das neuartige Rechenzentrum für den kommerziellen Betrieb geöffnet.
Unterwasserbetrieb soll das Kühlproblem angehen
Damit haben die Projektpartner nicht nur recht günstig gearbeitet. Nach Angabe der chinesischen Regierung braucht das Rechenzentrum in der Freihandelszone Lingang ein Fünftel (22,8 Prozent) weniger Energie als eine vergleichbare Einrichtung an Land. Das ist nachvollziehbar – zwischen 25 und 40 Prozent seiner Energie benötigt ein Rechenzentrum laut dem «Guardian» für die Wasserkühlung. Eine Unterwasseranlage benötigt dazu kein Süsswasser und belegt fast keinen Boden.
Die Energieeffizienz (Power Usage Effectiveness, PUE) der Anlage liegt nach Angaben der Entwickler bei einem Wert von etwa 1,15, was zu den Spitzenwerten zählt. Der Durchschnitt für Rechenzentren an Land liegt bei etwa 2,0.
*
Stromerzeugung
Hitzewelle in Frankreich: Kernkraftwerk Golfech schaltet Reaktor ab
Die Hitzewelle in Frankreich sorgt auch für steigende Temperaturen in Flüssen, die zur Kühlung von Kernkraftwerken gebraucht werden. Ein Reaktor wurde nun abgeschaltet.
In Zusammenhang mit der anhaltenden Hitzewelle in Frankreich ist das Kernkraftwerk Golfech im Südwesten des Landes faktisch abgeschaltet worden. Grund ist die erwartete Erwärmung des Flusses Garonne, dessen Wasser zur Kühlung der Reaktoren auf den zulässigen Grenzwert genutzt wird.
Eine Sprecherin des Betreibers EDF erklärte, der zweite Reaktor des Kraftwerks sei am Montag um 23.45 Uhr aus „umweltbedingten Einschränkungen“ vorsorglich heruntergefahren worden, wie die Zeitungen Le Monde und Le Parisien unter Berufung auf AFP berichteten. Der erste Reaktor des Kraftwerks stehe bereits seit Mai wegen Wartungsarbeiten still. Beide Druckwasserreaktoren haben laut Le Parisien eine Leistung von je 1,3 Gigawatt.
Verordnung begrenzt Erwärmung der Flüsse
Eine französische Verordnung aus dem Jahr 2006 schreibt demnach vor, dass die Temperatur der Garonne nach den Einleitungen des Kraftwerks 28 Grad nicht überschreiten darf. Die Grenzwerte sollen Tier- und Pflanzenwelt in den Flüssen schützen. Frankreichs 57 Kernreaktoren liegen entweder am Meer oder an Flüssen, da sie dauerhaft gekühlt werden müssen.
Bereits am vergangenen Donnerstag hatte EDF nach einem Bericht der Nachrichtenagentur Reuters vor Produktionseinschränkungen an den Kraftwerken Golfech, Blayais und Bugey gewarnt. Auch das Kraftwerk Saint Alban an der Rhône werde wahrscheinlich betroffen sein.
Ein Analyst des Finanzanalyseunternehmens AlphaValue, Pierre-Alexandre Ramondenc, sagte dem Bericht zufolge, dass hitzebedingte Drosselungen die Strompreise an den betroffenen Tagen um bis zu fünf Euro pro Megawattstunde verteuern könnten. Ein struktureller saisonaler Anstieg werde jedoch nicht erwartet.
*
Verletzung von OECD-Standards
Glyphosat-Beschwerde gegen Bayer teilweise angenommen
Eine Gruppe von NGOs wirft dem Bayer-Konzern vor, seiner Verantwortung beim Einsatz von Gen-Soja und Glyphosat in Lateinamerika nicht nachgekommen zu sein. Eine Beschwerde wurde nun teilweise angenommen.
Anwohnerinnen und Anwohner von Agrarplantagen in Argentinien leiden unter Atemwegs- und Krebserkrankungen. In einer brasilianischen Kommune ist das Trinkwasser mit Glyphosat verschmutzt, in anderen Regionen werden indigene Gruppen vertrieben und Teile des Regenwalds abgeholzt. Betroffene werfen dem Agrarchemiekonzern Bayer seit Jahren vor, durch den Vertrieb von Gensoja und Glyphosat für diese Probleme mitverantwortlich zu sein.
Im April 2024 haben sie sich mithilfe von sechs Nichtregierungsorganisationen (NGO) aus Brasilien, Argentinien, Bolivien, Paraguay und Deutschland an das deutsche Wirtschaftsministerium gewandt. Das sollte prüfen, ob Bayer gegen die OECD-Leitsätze für multinationale Unternehmen verstoßen hat. Die Beschwerdeführer forderten unter anderem Entschädigungen und den Schutz vor weiteren Schäden.
[...] Bayer hatte in seiner Verteidigung auf die Entscheidungen europäischer und US-amerikanischer Behörden verwiesen, die Glyphosat mit Verweis auf wissenschaftliche Studien zugelassen hatten. Die NGOs wiederum hatten unter anderem bei Anwohnerinnen und Anwohnern von Sojaplantagen in Argentinien Fälle von Vergiftungen, Fehlgeburten und Atembeschwerden dokumentiert. Bei Urinuntersuchungen wurden hohe Konzentrationen von Glyphosat festgestellt. Vor Gericht vorgelegte Gutachten legten einen Zusammenhang zwischen den Erkrankungen und der Pestizidbelastung nahe.
Außerdem verwiesen die NGOs auf die umstrittene Studienlage zu Glyphosat: Im Dezember 2025 wurde eine der wichtigsten Studien, die Glyphosat als nicht krebserregend eingeschätzt hatte, von dem Verlag, der sie publiziert hatte, zurückgerufen.
[...] Die angebotene Mediation lehnen die NGOs ab, sagt Silvia Rojas Castro von der in Berlin ansässigen Menschenrechtsorganisation European Center for Constitutional and Human Rights (ECCHR), weil "eine Diskussion über abstrakte Richtlinien nichts nützt, solange Menschen weiterhin ihr Land verlieren und durch Wasser vergiftet werden, das mit den Pestiziden belastet ist". Sie wirft der Kontaktstelle vor, die Mediation würde es Bayer ermöglichen, die betroffenen Gemeinschaften für das "Konzern-Greenwashing" zu instrumentalisieren, statt echte Veränderungen zu bewirken.
*
Leipzig 1942
Feuer im Labor: Der weltweit erste Reaktorunfall
Es war der Moment, auf den Werner Heisenberg und Robert Döpel hingearbeitet hatten: Im Juni 1942 gelang den Physikern in einem Leipziger Kellerlabor der erste experimentelle Nachweis einer Neutronenvermehrung. Doch der wissenschaftliche Durchbruch schlug binnen Stunden in ein Desaster um. Was als Pionierarbeit der Kernforschung begann, endete im weltweit ersten Reaktorunfall der Geschichte.
Es ist der späte Nachmittag des 23. Juni 1942. In der Leipziger Linnéstraße 5, im Physikalischen Institut der Universität, arbeiten Werner Heisenberg und Robert Döpel an einem Projekt, das die Welt verändern soll: der "Uranmaschine". Was als wissenschaftlicher Durchbruch beginnt – der erste Nachweis einer Neutronenvermehrung weltweit – endet in einer Katastrophe, die heute als erster dokumentierter Atom-Störfall der Geschichte gilt.
Werner Heisenberg gilt damals als "Jahrhundertgenie" der Physik. 1927 kommt er an die Universität Leipzig und wird im Alter von 26 Jahren Professor für Theoretische Physik. Mit nur 32 Jahren erhält er den Nobelpreis. "Heisenberg war die überragende Figur als theoretischer Physiker in Deutschland", sagt Historiker Rainer Karlsch dem MDR 2012 in einer Doku über den Vorfall. "Er war weltweit anerkannt, genoss eine außerordentliche Reputation."
Der weltweit erste Kernreaktor
Um seine Theorie der nuklearen Kettenreaktion zu beweisen, beauftragt Heisenberg Robert Döpel. Der aus Thüringen stammende Experimentalphysiker soll einen Apparat zur Kernspaltung von Uran bauen – eine so genannte "Uranmaschine". Döpels Aufzeichnungen von damals werden heute im Leipziger Universitätsarchiv aufbewahrt.
Dass in Leipzig Anfang der 1940er-Jahre, mitten im Zweiten Weltkrieg, Atomforschung betrieben wird, ahnt zu der Zeit niemand. Noch weniger, dass es dabei um den weltweit ersten Kernreaktor geht. Im Rahmen des "Uranprojekts" forschen die deutschen Physiker an der Nutzung der Kernspaltung. In einem Nachkriegsinterview wird Werner Heisenberg sagen: "Wir sahen eigentlich vom September 1941 an eine freie Straße zur Atombombe vor uns."
Wir sahen (...) vom September 1941 an eine freie Straße zur Atombombe vor uns.
Werner Heisenberg, Physiker
[...] Ein Warnschuss für die Zukunft
Glücklicherweise blieb eine großflächige radioaktive Verseuchung aus. Da das Uran nicht angereichert war, war die Strahlung milliardenfach geringer als bei modernen Reaktorunfällen. Dennoch atmeten die Einsatzkräfte giftige Urandämpfe ein – die langfristigen gesundheitlichen Folgen und ob Einsatzkräfte während des Brands zu Schaden kamen, blieb aufgrund vernichteter Protokolle ungeklärt.
*
Don Trumpls allerletzte Nachrichten
IMHO: Don Trumpl lügt, betrügt und ist durch und durch korrupt.
Warum ist dieser Horrorclown noch nicht hinter Gittern?
*
23. Juni 2012 (INES-1 Klass.?) Akw Rajasthan, IND
Ein Störfall mit radioaktiver Strahlenbelastung des Personals wird mindestens als INES-2 eingestuft...
Im Akw Rajasthan wurden 38 Arbeiter mit Tritium kontaminiert.
(Kosten ?)
Nuclear Power Accidents
Wikipedia en
Übersetzung https://www.DeepL.com/Translator
Rajasthan Atomic Power Station#Incidents
Im Juni 2012 waren 38 Arbeiter Tritium ausgesetzt, als ein Schweißvorgang in der geschützten Umgebung des Reaktors schiefging.
NDTV
Strahlungsangst in Rajasthan, Arbeiter verstrahlt
Neu-Delhi: 38 Arbeiter wurden im Atomkraftwerk von Rajasthan in der Nähe von Kota einer Strahlung ausgesetzt. Zwei Arbeiter wurden Dosen ausgesetzt, die die jährlichen Grenzwerte überschreiten könnten ...
*
23. Juni 1942 (?) Uranmaschine Leipzig, DEU
Damals gab es die INES-Skala noch nicht, doch nach heutigen Maßstäben würde die Freisetzung von radioaktivem Material in die Umwelt mindestens als INES-3 eingestuft werden ...
Wikipedia
Der erste atomare Zwischenfall der Geschichte
ereignete sich am 23. Juni 1942 im Leipziger L-IV-Versuch in einem Labor am Physikalischen Institut der Universität Leipzig. Dabei kam es in der „Uranmaschine“, einer primitiven Form eines Forschungsreaktors, zu einer Dampfexplosion und einem Reaktorbrand.
L-IV war der vierte Versuch in einer Reihe, der von Werner Heisenberg (1901–1976) und Robert Döpel (1895–1982) im Rahmen des deutschen Uranprojektes durchgeführt wurde. Die dabei verwendete „Uranmaschine“ bestand aus einer Metallkugel mit einem Durchmesser von 80 Zentimetern. In zwei Kugelschalen um eine zentrale Neutronenquelle waren 750 Kilogramm Uranpulver verteilt. Dazwischen befand sich schweres Wasser.
Obwohl sich bei zwanzigtägigem Versuchsbetrieb die Anzeichen einer Kritikalität (Vermehrung von Neutronen) zeigten, musste die Anordnung auf einen möglichen Übergang von schwerem Wasser ins Uran untersucht werden. Dabei drang Luft ein und entzündete das Uranpulver im Inneren. Das brennende Uran brachte den Wassermantel zum Kochen und erzeugte genug Dampfdruck, um den Reaktor auseinanderzusprengen. Brennendes Uranpulver verteilte sich im gesamten Labor und löste einen größeren Brand in der Anlage aus. Die Feuerwehr musste eingreifen. Erst nach 45 Stunden kam das Feuer zum Stillstand.
Es gab keine Personenschäden, über gesundheitliche Folgeschäden ist nichts bekannt. Innerhalb der internationalen Bewertungsskala für nukleare Ereignisse ist der Vorfall zwischen den Kategorien 2 = Störfall und 3 = Ernster Störfall einzuordnen ...
23. Juni 1942 - Universität Leipzig
Im Labor des Experimental-Physikers Prof. Robert Döpel explodierte eine so genannte Uranmaschine unter Verbrennung des eingesetzten Uranpulvers.
[...] Obwohl die Ausmaße des Feuers relativ klein waren, dauerten die Löscharbeiten durch die Feuerschutzpolizei zwei Tage. Dabei trugen die Einsatzkräfte keine Atemschutzmasken, wodurch sie radioaktives Material inhalierten ...
22. Juni
Kapitalerhöhung am Aktienmarkt
RWE strebt Mehrheit an Übertragungsnetzbetreiber Amprion an
Netzbetreiber sind wesentlich für die Energiewende. RWE will nun rund 3,6 Milliarden Euro investieren, um die Mehrheit an Amprion zu übernehmen.
Der Essener Energiekonzern RWE will seine Beteiligung an Deutschlands zweitgrößtem Hochspannungsnetzbetreiber Amprion aufstocken und damit die Mehrheit übernehmen.
Der Kaufpreis für die Aufstockung der Amprion-Anteile auf 55 Prozent liege bei rund 3,6 Milliarden Euro, teilte RWE nach Börsenschluss in Essen mit.
Der Konzern habe Vereinbarungen mit den Anteilseignern der M31 Beteiligungsgesellschaft erzielt, um deren indirekte Anteile an Amprion zu erwerben. Der mittelbare Anteil von RWE an Amprion solle dadurch auf 55 Prozent steigen. Das nötige Geld soll eine Kapitalerhöhung bringen.
Dazu will RWE bis zu knapp 74,4 Millionen Aktien ausschließlich bei institutionellen Anlegern platzieren. Dabei sollen neue Anteile im Umfang von bis 4,9 Prozent des Grundkapitals gegen Bareinlagen ausgegeben werden. Zudem will RWE eigene Aktien im Umfang von bis zu 5,1 Prozent des Grundkapitals veräußern. Dabei will der Konzern das Bezugsrecht der Aktionäre ausschließen.
*
Initiative zum Ärger um Zwischenlager
„Es werden wieder Tatsachen geschaffen“
Betriebsgenehmigungen für die Atommüllzwischenlager laufen bald aus. Die BI Lüchow-Dannenberg fordert, an den Entscheidungen zur Zukunft beteiligt zu werden.
taz: Das Bundesamt für die Sicherheit der nuklearen Entsorgung lädt an diesem Dienstag zu einer Statuskonferenz. Worum geht es?
Asta von Oppen: Um die 16 Zwischenlager für hochradioaktiven Atommüll in Deutschland: Dort stehen fast 2.000 Castorbehälter, die darauf warten, endlich in ein Endlager abtransportiert zu werden – und so ein sorgenfreies Leben vor Ort wieder zu ermöglichen. Allerdings wird sich die Suche nach einem solchen Endlager bis in die zweite Hälfte des Jahrhunderts hinziehen, für viele dieser Zwischenlager läuft die Betriebsgenehmigung aus. Das Bundesamt will auf der Veranstaltung informieren, wie es weiter geht.
taz: Sie kommen von der Bürgerinitiative Lüchow-Dannenberg, die angekündigt hat, gegen die Veranstaltung zu protestieren. Warum?
von Oppen: Wir wehren uns dagegen, wie die Verantwortlichen im Bundesamt und im Bundesumweltministerium vorgehen: Sie tragen vor, was geschehen soll, eine Auseinandersetzung mit der Zivilgesellschaft ist nicht geplant. Wir aber müssen vor Ort mit dem Zwischenlager und den Gefahren, die von ihm ausgehen, leben. Deshalb fordern wir, auf Augenhöhe in die Entscheidungen zur Zukunft einbezogen zu werden.
taz: Aber ist es nicht gut, wenn ein Ministerium oder eine Behörde erst mal informieren, welche Pläne sie sich vorgenommen haben?
von Oppen: Dafür hätte man eine Presseerklärung verschicken können. Die Informationspolitik, die im Moment betrieben wird, ist so wie in den 80er Jahren, als man den Leuten die Welt erklärte, sich aber nicht mit ihnen auseinandersetzte. Wir als Bürgerinitiative haben immer kritische Wissenschaftler eingeladen und Missstände am Salzstock Gorleben aufgedeckt, der von den Behörden lange als geeignet für ein Endlager eingeschätzt worden ist. Statt jetzt die Sorgen der Leute vor Ort anzuhören, werden wiederum nur Tatsachen vorgestellt.
*
Komplizen der Bereicherung
Wie extreme Vermögensungleichheit Demokratie und Wettbewerb gefährdet
Die Kluft zwischen Arm und Reich wächst seit Jahrzehnten und erreicht inzwischen demokratiegefährdende Ausmaße. Dabei droht die neoliberale Ökonomisierung der Politik in eine autoritäre Politisierung der Ökonomie zu kippen, die nicht nur die Demokratie, sondern auch den Wettbewerb untergräbt. Auch aus wirtschaftsliberaler und konservativer Sicht ist die Einführung von Vermögenssteuern daher dringend geboten.
Während die Vermögensungleichheit zwischen den Staaten in den vergangenen Jahrzehnten abgenommen hat, wird sie innerhalb der Länder immer extremer. Die Statistiken sind bekannt: Laut der Milliardärsliste des Magazins »Forbes« verfügten im Jahr 2022 die fünf reichsten Personen der Welt über ein Vermögen von 795 Mrd. US-Dollar. Die Liste wurde seinerzeit erstmals von Elon Musk angeführt, der nun aber allein schon auf rund 800 Mrd. US-Dollar kommt – sein Vermögen hat sich inzwischen in etwa vervierfacht. Obwohl sie massiv davon profitieren, beteiligen sich Vermögende wie Musk jedoch kaum an der Finanzierung des Gemeinwesens, da sie ihr Geld in Form niedrig besteuerter Vermögenserträge verdienen. Stattdessen können Milliardäre ihr Vermögen dazu nutzen, Soziale Netzwerke in Propaganda- und Polarisierungsmaschinen zu verwandeln oder hunderte Millionen Dollar an die Kampagne Donald Trumps oder anderer, diesem wohlgesonnene Kandidaten, zu spenden.
Dass die Vermögenskonzentration inzwischen demokratiegefährdende Ausmaße erreicht hat, muss beim Anblick der aufgereihten Tech-Milliardäre und CEOs bei Trumps Amtseinführung noch dem Letzten klar geworden sein. Wer dachte, extrem Vermögende und Unternehmenslenker würden die Demokratie eher stabilisieren, weil sie sich zuvor für Diversität und Inklusion starkgemacht hatten, wurde vom Ausmaß ihres vorauseilenden Gehorsams eines Besseren belehrt. Kniefälle in Mar-a-Lago und Goldgaben im Oval Office rufen eher die Ereignisse der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts in Erinnerung, als Industrielle mit faschistischen Führern paktierten. Finanzstarke Lobbyorganisationen, grenzenlose Kampagnenspenden und die Konzentration alter wie neuer Medien in den Händen weniger schwächen immer offenkundiger die Selbstkorrekturmechanismen der US-Demokratie.
Die Vermögenskonzentration hat damit einen Punkt erreicht, an dem sie von einer neoliberalen Ökonomisierung der Politik in eine autoritäre Politisierung der Ökonomie zu kippen droht, wie man sie aus den extrem ungleichen und wirtschaftlich ineffizienten Diktaturen dieser Welt kennt. Das wechselseitige Ermöglichungsverhältnis, das Milliardäre wie Musk und rechte Führer wie Trump miteinander eingehen, ist nicht mehr Ausdruck eines staatsfeindlichen Marktradikalismus, sondern einer marktverzerrenden wirtschaftlichen Ausbeutung des Staates einerseits und einer autoritären politischen Kapitalisierung der Wirtschaft andererseits. Dabei versuchen Kleptokraten1 den Staat durch Steuerschonung, eine lasche Kartell- und Korruptionsaufsicht oder auf die eigenen Interessen zugeschnittene Marktregulierung dazu zu nutzen, den fairen Wettbewerb auszusetzen und sich auf Kosten anderer zu bereichern. Autoritäre und Rechtsextreme verkaufen ihnen dazu bereitwillig die eigene Bevölkerung, um sich neben Kampagnenspenden und Komplizenschaft bei der Konsolidierung autokratischer Macht auch ein Stück erraubten Reichtums zu sichern.
*
Schluss mit „Regenwald-Rindfleisch“:
Kolumbien verabschiedet historisches Gesetz
Kolumbien hat als erstes tropisches Land ein Gesetz verabschiedet, das Abholzung aus der Rindfleisch-Lieferkette verbannen soll. Ein wichtiger Schritt für den Schutz des Regenwaldes.
Kolumbien hat am 4. Juni 2026 ein Gesetz zur entwaldungsfreien Rinderhaltung unterzeichnet. Laut der Environmental Investigation Agency (EIA) ist es das erste Gesetz seiner Art in einem Land mit Regenwald. Schlachthöfe, Verarbeitungsbetriebe, Viehhändler:innen und Exporteur:innen müssen künftig nachweisen, dass ihr Rindfleisch nicht aus gerodeten Gebieten stammt.
Laut EIA hat Kolumbien insgesamt bereits 3,3 Millionen Hektar Wald verloren – eine Fläche größer als Belgien. Im Amazonasgebiet gilt Rinderhaltung als einer der Haupttreiber der Entwaldung. Der Bericht „Tainted Beef“ aus dem Jahr 2021 zeigte, dass in kolumbianischen Supermärkten verkauftes Rindfleisch oftmals aus geschützten Waldgebieten stammt. Diese wurden für die Rinderhaltung illegal abgeholzt.
Was das Gesetz konkret vorschreibt
Schlachthöfe und Händler:innen haben nun 24 Monate Zeit, entsprechende Sorgfaltspflichten zu implementieren, um entwaldungsfreie Rindfleischproduktion sicherzustellen. Bis dahin steht die Regierung in der Pflicht, die dafür nötigen Voraussetzungen zu schaffen. Sie soll etwa innerhalb der nächsten sechs Monate die Bedingungen für ein Zertifikat für „entwaldungsfreie Produzenten“ einführen.
Darüber hinaus sollen bestehende staatliche Datenbanken zur Tieridentifikation mit dem nationalen Waldmonitoring-System verknüpft werden, damit erkennbar ist, ob Vieh aus gerodeten Gebieten stammt. Die vollständige Systemintegration soll nach spätestens 18 Monaten abgeschlossen sein.
[...] Entscheidend wird allerdings die konsequente Umsetzung des Gesetzes sein. Kolumbien hat jetzt die Chance, mit gutem Beispiel voranzugehen und die Produktion von „Regenwald-Rindfleisch“ zumindest im eigenen Land zu beenden.
*
Fesselung durch die Polizei:
Warum in Bauchlage der Erstickungstod droht
Ein Mann aus Mülheim ist tot. Einer aus Köln liegt im Koma. Beide wurden in Bauchlage von der Polizei gefesselt. Eine Methode, vor der in der Polizeiausbildung schon lange gewarnt wird.
Im Januar 2024 wird die Polizei in eine Einrichtung für Geflüchtete in Mülheim gerufen. Ein Mann soll in seinem Zimmer randaliert haben, der 31-jährige Ibrahima Barry. Er habe sich gewehrt und sei in den Innenhof der Einrichtung geflohen. Einem Mitarbeiter des Sicherheitsdienstes habe er zugerufen "Ich bringe dich um", Beamte habe er gebissen.
Schließlich fesselten die Polizistinnen und Polizisten die Hände von Ibrahima Barry auf dem Rücken. Dann verbanden sie auch seine Füße mit Kabelbindern an den Handschellen. Als Barry in einen Rettungswagen gebracht wurde, war kein Puls mehr feststellbar. Laut Staatsanwaltschaft Duisburg trat bei Ibrahima Barry eine Kombination aus einem Herzinfarkt und einem lagebedingten Erstickungstod ein.
Neun Beamte sind angeklagt
Kommenden Mittwoch beginnt am Landgericht Duisburg darum ein Prozess gegen neun Polizistinnen und Polizisten. Die Staatsanwaltschaft Duisburg wirft den neun Angeklagten gemeinschaftliche gefährliche Körperverletzung im Amt vor. Zum Tatzeitpunkt waren sie auf der Wache Mülheim an der Ruhr tätig.
Die Risiken für einen lagebedingten Erstickungstod bei Polizeieinsätzen sind seit 30 Jahren bekannt. Sie werden nach Angaben aller Bundesländer in Aus- und Fortbildung regelmäßig thematisiert. Eine lange Fesselung von Menschen in Bauchlage behindert die Atmung. Besonders gefährlich wird es, wenn sie sich vorher gegen die Fesselung gewehrt haben.
[...] Liegt eine Person aber gefesselt auf dem Bauch, ist das Abatmen von CO2 nicht in ausreichender Menge möglich. Das Eigengewicht verhindert, dass sich der Brustkorb heben und senken und das Zwerchfell richtig arbeiten kann. Dann sammelt sich viel CO2 in der Lunge. Durch die Bauchlage wird zusätzlich auch noch der Blutfluss behindert.
[...] "Das Thema ist nicht neu, sondern seit 30 Jahren bekannt", sagt Feltes. Umso unverständlicher sei es, dass trotzdem immer wieder Polizeieinsätze so ablaufen, dass Personen versterben, die längere Zeit in Bauchlage gefesselt sind.
*
Don Trumpls allerletzte Nachrichten
IMHO: Don Trumpl lügt, betrügt und ist durch und durch korrupt.
Warum ist dieser Horrorclown noch nicht hinter Gittern?
21. Juni
Israel und Donald Trump
Vom Bumerang getroffen
Israels Ministerpräsident Netanjahu ist der Verlierer im US-amerikanisch-iranischen Waffenstillstandsabkommen. Das enge Bündnis mit Trump rächt sich nun.
Es ist noch nicht lange her, da wurde Donald Trump in Israel gefeiert. Riesige Plakate mit seinem Konterfei schmückten Tel Aviv, und eine geplante jüdische Siedlung auf den Golanhöhen erhielt gar den Namen Ramat Trump. Regierungschef Benjamin Netanjahu wurde nicht müde, den US-Präsidenten für seine Politik zu loben.
Und hatte er im Sinne der Rechtskonservativen nicht recht? Jerusalem als Hauptstadt anerkannt, im Abraham-Abkommen Frieden mit den Golfstaaten vermittelt, die Palästinenser marginalisiert: Trump war ein Bundesgenosse, wie ihn sich die Regierung in Jerusalem erträumt hatte. Entsprechend eng band sich Netanjahu an den US-Präsidenten.
Heute fällt Netanjahu dieses Bündnis vor die Füße. Es stellt sich heraus, dass die Interessen in Washington und Jerusalem nicht so identisch sind wie gedacht. Die Tatsache, dass beide Protagonisten vor wichtigen Wahlen stehen – Trump vor den Midterms, Netanjahu vor der Parlamentswahl – hat zu einer gegensätzlichen Politik geführt. Netanjahu droht im Wahlkampf als lahme Ente dazustehen. Wie konnte es dazu kommen?
Vor einigen Monaten glaubten beide Seiten noch, sie könnten mit einem Krieg das iranische Mullah-Regime, das sich die Vernichtung Israels auf seine Fahnen geschrieben hat und die eigene Bevölkerung unterdrückt, entscheidend schwächen. Im Ergebnis ist das Gegenteil dessen eingetreten, was man sich gewünscht hat.
Hauptsache, das Benzin wird billiger
Noch dazu ist der Krieg in den USA höchst unpopulär. Deshalb hat sich Trump auf einen für den Iran höchst vorteilhaften Waffenstillstand eingelassen, der sich auch auf den Libanon und die dort aktive pro-iranische Hisbollah-Miliz erstreckt. Hauptsache, die Waffen schweigen und Benzin wird wieder billiger.
In Israel hatte Ministerpräsident Netanjahu mit Kriegsbeginn von einer Beseitigung der iranischen Nuklear- und Raketenbedrohung gesprochen, dazu einen Sturz des Regimes erträumt. Nichts davon ist eingetreten. Bleiben die Militärschläge gegen die Hisbollah und die Besetzung von Teilen des Libanon durch die israelische Armee.
*
45 Grad in Frankreich: Atomkraftwerke müssen drosseln
Frankreich glüht, die Flüsse kochen, und ausgerechnet jetzt geraten die mächtigen Atomkraftwerke ins Wanken. Wenn das Kühlwasser zu heiß wird, droht dem ganzen Land der große Strom-Blackout. Eine Wetter-Kolumne von Dominik Jung.
Frankfurt – Frankreich erlebt gerade eine Hitzewelle, wie man sie für Mitte Juni kaum für möglich gehalten hätte. In weiten Teilen des Landes klettern die Temperaturen Richtung 40 Grad, und in den heißesten Ecken im Süden und im Rhonetal sind in den nächsten Tagen sogar 42 bis 45 Grad nicht mehr ausgeschlossen.
Für etliche Départements wurde bereits die höchste Warnstufe ausgerufen, Krankenhäuser stellen sich auf einen Ansturm ein, in den Städten suchen die Menschen jeden Schattenplatz. Das Verrückte daran: Es ist erst Juni, der Hochsommer kommt erst noch.
Hitze-Wetter in Europa: Frankreichs Flüsse zu warm zum Kühlen für Atomkraftwerke
Doch die Hitze trifft nicht nur Mensch und Natur, sie bringt auch die Stromversorgung ins Schwitzen. Frankreichs Atomkraftwerke holen ihr Kühlwasser direkt aus den großen Flüssen, aus Rhône und Garonne. Doch je heißer es wird, desto wärmer wird auch das Wasser. Und wenn ein bestimmter Grenzwert überschritten ist, darf das aufgeheizte Wasser nicht mehr zurück in den Fluss geleitet werden, weil sonst die Fische und das ganze Ökosystem leiden. Genau deshalb müssen mehrere Reaktoren ihre Leistung jetzt zurückfahren oder ganz vom Netz gehen. Standorte wie Golfech, Blayais oder Bugey stehen längst auf der Warnliste.
IMHO
Ende Juli 2024 musste Block 2 des Akw Golfech vorübergehend heruntergefahren werden, weil die Temperaturgrenze von 28 °C für die Garonne überschritten worden war. Seitdem wurden Sondergenehmigungen erteilt …
*
Konsum
Reiche richten Umweltschäden in Billionenhöhe an
Der Konsum der reichsten zehn Prozent weltweit ist für Umweltkosten in Billionenhöhe verantwortlich. Die regionalen Unterschiede sind dabei enorm.
Die reichsten zehn Prozent der Weltbevölkerung verursachen Klimaschäden in Billionenhöhe. Der Schaden durch ihren Konsum beläuft sich jährlich auf 1,7 bis 5,7 Billionen US-Dollar – das entspricht 1,5 bis 4,9 Billionen Euro. Das berichten Forschende der Universität Leiden und der Universität Oxford in einer Studie, die im Fachjournal „Communications Sustainability“ erschien. Zu den reichsten zehn Prozent gehört bereits, wer über ein Nettovermögen von etwa 100.000 US-Dollar verfügt.
Die Kosten der Umweltschäden unterscheiden sich zwischen den Ländern deutlich. In den USA kommen die reichsten zehn Prozent auf 19.000 bis 63.000 US-Dollar verursachter Schäden pro Kopf im Jahr mit einem Mittelwert von 38.000 Dollar. In Indien sind es hingegen nur 410 bis 1.400 Dollar. In Deutschland beläuft sich die Schadenssumme der reichsten zehn Prozent auf einen Mittelwert von 10.000 Dollar pro Person.
„Das übersteigt die internationalen Finanzierungslücken in den Bereichen Klima und Biodiversität“, so die Autor*innen in ihrer Studie. Sie nennen ein Beispiel: Auf der UN-Klimakonferenz im vergangenen Jahr wurde eine Klimafinanzierung von 1,3 Billionen US-Dollar jährlich bis 2035 vereinbart.
Die berechneten Schäden beziehen sich lediglich auf den Konsum, nicht zum Beispiel auf Anteile an fossilen Unternehmen. „Das Verhalten jener zehn Prozent, zum Beispiel durch regelmäßiges Fliegen und große Autos, verursacht den Schaden“, sagt Hauptautorin Inge Schrijver aus Leiden dazu. Auch Fleischkonsum und Heizen mit Öl und Gas seien Ursachen.
Geldwerte, um Verantwortlichkeit zu zeigen
Die Umweltschäden wurden anhand vier planetarer Grenzen betrachtet: Klimawandel, Artensterben, Emission von Stickstoff und Phosphor und Süßwassernutzung. Den größten Anteil der Schäden machen der Studie zufolge Klimawandel und Artensterben aus.
Die Daten stammen aus dem Jahr 2017. Mithilfe eines internationalen Referenzbuchs, des „Environmental Prices Handbook“, konnten die Wissenschaftler*innen den Umweltschäden einen Geldwert zuweisen: CO2-Emissionen wurden etwa danach bewertet, wie teuer es ist, den Ausstoß einer Tonne CO2 zu verhindern. Die Spannen ergeben sich aus der Unsicherheit in der Bepreisung, die vor allem im Bereich des Artensterbens relevant ist.
*
Doch keine Renaissance? Die wahre Rolle von Atomenergie in der Zukunft
Eine neue Untersuchung des Öko-Instituts kommt zu dem Schluss, dass der Anteil von Atomkraft bis 2050 nur im einstelligen Prozentbereich liegen könnte.
Frankfurt – Die politische Debatte über eine Renaissance der Atomkraft hält weltweit an. Frankreich setzt auf den Bau neuer Reaktoren, EU-Kommissionspräsidentin Ursula von der Leyen (CDU) bezeichnet Kernenergie regelmäßig als Teil eines klimaneutralen Energiesystems, und in Deutschland werben Politiker wie Bayerns Ministerpräsident Markus Söder (CSU) für neue Mini-AKW. Doch zugleich zeigen sich die Grenzen des neuen Atom-Optimismus. In der Schweiz erlitt Energieminister Albert Rösti jetzt einen Rückschlag, als der Nationalrat einen Vorstoß zur Aufweichung des seit 2017 geltenden Neubauverbots für Atomkraftwerke zurückwies. Die Debatte über die Zukunft der Kernenergie ist also weiter offen.
Eine neue Untersuchung des Öko-Instituts im Auftrag des deutschen Umweltbundesamtes gibt den Befürwortern einer nuklearen Renaissance wenig Rückenwind. Die Fachleute kommen nach Auswertung internationaler Energieszenarien, nationaler Ausbaupläne und zahlreicher Studien zu dem Schluss, dass Kernenergie bei der Erreichung der Klimaziele allenfalls eine begrenzte Rolle spielen dürfte. Die zentrale Säule eines klimaneutralen Energiesystems seien erneuerbare Energien.
Für ihre Analyse wertete das Forschungsteam mehrere globale Szenarien aus, die eine Begrenzung der Erderwärmung und Netto-Null-Emissionen bis zur Mitte des Jahrhunderts beschreiben. In allen untersuchten Zukunftspfaden wächst die Bedeutung von Wind- und Solarenergie massiv. Bis 2050 erreichen erneuerbare Energien darin Anteile von 70 bis nahezu 100 Prozent an der weltweiten Stromversorgung. Der Beitrag der Atomkraft bleibt dagegen vergleichsweise klein. Selbst in Szenarien mit einer besonders atomfreundlichen Ausrichtung liegt ihr Anteil nur im einstelligen Prozentbereich.
Das widerspricht der Vorstellung eines weltweiten nuklearen Aufschwungs. Zwar haben sich 2023 auf dem Weltklimagipfel COP 28 in Dubai in mehr als 20 Staaten dafür ausgesprochen, die globale Kernkraftkapazität bis 2050 zu verdreifachen. Nach Einschätzung der Autor:innen erscheint dieses Ziel jedoch kaum erreichbar. Um es zu verwirklichen, müssten über Jahrzehnte hinweg Jahr für Jahr neue Reaktoren in einer Größenordnung ans Netz gehen, die zuletzt während des historischen Ausbaubooms der 1980er Jahre erreicht wurde. Tatsächlich liegen die jährlichen Neubauraten seit Langem deutlich darunter.
Besonders kritisch bewertet die Studie die wirtschaftliche Seite der Kernenergie. Neue Atomkraftwerke verursachen laut den ausgewerteten Daten erheblich höhere Stromerzeugungskosten als Windkraft- oder Solaranlagen. Für Europa lagen die Kosten neuer Reaktoren bereits 2020 deutlich über denen der wichtigsten erneuerbaren Technologien.
*
Don Trumpls allerletzte Nachrichten
IMHO: Don Trumpl lügt, betrügt und ist durch und durch korrupt.
Warum ist dieser Horrorclown noch nicht hinter Gittern?
*
21. Juni 2013 (INES Klass.?) Akw Kuosheng, TWN
Ein Teil einer Luftklappe fiel in die Stromschiene und löste eine Reaktorabschaltung aus.
(Kosten ca. 4 Millionen US$)
Nuclear Power Accidents
Wikipedia en
Übersetzung https://www.DeepL.com/Translator
Kuosheng Nuclear Power Plant
Am Freitag, den 21. Juni 2013, schaltete sich der Kernreaktor Nummer eins des Kraftwerks automatisch ab. Die automatische Abschaltung erfolgte, weil die Schutzvorrichtung aktiviert wurde, als das Erdungssignal des Generators eine anormale Aktivität aufwies. Dies war die Folge eines losen Flügels in der Luftklappe, der auf den Sammelschienenisolator zwischen Generator und Haupttransformator fiel. Der Reaktor wurde durch den Vorfall nicht beschädigt, und es kam zu keiner Freisetzung von Radioaktivität ...
| Seitenanfang | Heute | Aktuelles+ | Hintergrund |
Aktuelles+
Strahlendes Afrika: Uran für die Welt
Afrikanische Länder wollen Atomkraft künftig verstärkt nutzen. Und auch als Uran-Lieferanten spielen einige eine bedeutende Rolle. Doch es gibt Schwierigkeiten.
Etwa 14 Prozent der weltweiten Uranproduktion stammen aus afrikanischen Ländern, vor allem aus Namibia, Niger und Südafrika. Diese Länder sind weltweit bedeutende Uranlieferanten. Sie spielen eine bedeutende Rolle in der globalen Lieferkette und streben – wie Namibia und Südafrika – eigene Anlagen zur Herstellung von U3O8 (Yellow Cake) an.
Südafrika hat seine Urananreichungsanlagen zusammen mit seinem Atomwaffenprogramm in den 1990er Jahren aufgegeben, strebt nun aber eine Renaissance bei der friedlichen Nutzung der Atomenergie an.
Doch die interessantesten Entwicklungen bezüglich des Uranbergbaus in Afrika entfalten sich derzeit in Niger.
Niger verstaatlicht Uranabbau
Denn die Militärregierung in Niger hat den Uranabbau verstaatlicht und so den Bruch mit der ehemaligen Kolonialmacht Frankreich vertieft. Die Junta verkündete die Übernahme des Unternehmens Somaïr, einer Tochtergesellschaft des französischen Konzerns Orano, wie der französische Sender RFI berichtet.
Als Begründung nannte die Regierung ein "unverantwortliches, illegales und unfaires" Verhalten Oranos. Ein Großteil des nigrischen Urans wurde traditionell für den Betrieb französischer Atomkraftwerke eingesetzt. Orano ist seit über 50 Jahren Hauptakteur im Uranabbau in Niger.
Milliarden für Frankreich, Armut für Niger
Die Uranförderung in Niger begann 1971 in Arlit am südlichen Rand der Sahara und wurde drei Jahre später in Akokan erweitert. Bis 2024 hatten 158.472 Tonnen Uran das Land verlassen, was nach heutigen Preisen einem Weltmarktpreis von fast 24,5 Milliarden US-Dollar entspricht.
Doch der Uranreichtum hat den Menschen in Niger nichts gebracht. Noch heute gehört das Land zu den ärmsten der Welt. Die französische Ausbeutung wurde auch nach der Unabhängigkeit 1960 durch den französischen Staat und den Konzern Areva, der heute Orano heißt, fortgeführt. Das Unternehmen Somaïr hat in seiner gesamten Geschichte 81.861 Tonnen Uran gefördert, davon gingen laut "ActuNiger" rund 86 Prozent an Orano.
Schiedsverfahren und Exportstopp
Nun hat der französische Konzern Orano, der weiterhin mehr als 60 Prozent der Anteile an Somaïr hält, die operative Kontrolle über das Unternehmen verloren. Daraufhin leitete Orano mehrere internationale Schiedsverfahren gegen Niger ein.
Die Verstaatlichung ist Teil einer umfassenden politischen Neuausrichtung. Seit dem Putsch im Juli 2023 vollzieht das Militär im Niger eine Ablösung von der ehemaligen Kolonialmacht Frankreich. Dazu gehört auch eine stärkere Kontrolle über die Rohstoffvorkommen des Landes.
Die Folgen des Konflikts wiegen jedoch schwer: Berichten zufolge kann Niger derzeit 1.800 Tonnen Uran im Schätzwert von rund 380 Millionen Dollar nicht exportieren. Denn potenzielle Käufer wie die russische Rosatom müssen damit rechnen, in einen internationalen Rechtsstreit hineingezogen zu werden.
Nach dem Putsch hat die Regierung außerdem den russischen Staatskonzern Rosatom eingeladen, im Uranbergbau in Niger aktiv zu werden und auch, Uran direkt zu kaufen. Doch die Umsetzung dieses Geschäfts ist kompliziert, da Niger keinen Zugang zur See hat.
Radioaktive Hinterlassenschaft gefährdet Gesundheit
Niger hat zudem eine strahlende Hinterlassenschaft: 20 Millionen Tonnen radioaktiver Abraum liegen offen und ungeschützt um die Minen. Die Hintergrundstrahlung ist 200-fach erhöht.
Eine lokale Nichtregierungsorganisation beauftragte ein französisches Labor, das Gelände beim Arlit untersuchen. Die Messergebnisse waren verheeren. So war das Trinkwasser zehn- bis hundertmal stärker mit Radioaktivität belastet als von der WHO empfohlen.
Weitere Untersuchungen bestätigten, dass ein Teil des Wassers, mit dem die Stadt Agadez versorgt wird, noch immer einen zu hohen Urangehalt aufweist. Auch wurden die Rückstände aus der Aufbereitung, und Abraumhalden nicht saniert.
Umbau der westlichen Lieferketten: USA …
Diese Entwicklung trägt zur weltweiten Umschichtung der Uran-Lieferketten bei – weg von russischen Quellen und Ländern, die mit Russland in Verbindung gebracht werden. Vor allem die USA haben ihre Importe umgestellt. Washington bezog 2024 noch vier Prozent der Atommaterials aus Russland gegenüber zwölf Prozent ein Jahr zuvor.
Weitere Lieferländer sind Kasachstan, Usbekistan, Kanada, Australien. Letzteres verfügt übrigens über die weltweit größten gesicherten Vorkommen von fast 13 Millionen Tonnen – fast so viel wie die nächsten drei Kanada, Kasachstan und Niger zusammengenommen.
Auch fördern die USA jetzt mit ganz erheblichen Mittel den heimischen Uranbergbau.
… und Frankreich
Frankreich bezieht weiterhin wesentliche Teile seiner Uranimporte von Russland. Das Blatt bezieht sich dabei auf eine Veröffentlichung von Greenpeace Frankreich. Bei dem etwas traurigen Versuch, ihre umweltpolitische Agenda mittels Russlandschelte voranzubringen, unterlassen es Aktivisten allerdings, Zahlen zu nennen.
Ein Blick auf die Zahlen von 2023 zeigt, dass Frankreich seinerzeit etwa ein Viertel seiner Uranimporte aus Niger bezog. Es kursieren Berichte, dass Frankreich sein Uran aus Arlit ursprünglich für nur 0,8 Euro das Kilo bezogen hat. Andere Quellen belegen, dass Niamey allerdings mindestens seit 2013 versucht hat, von Frankreich Weltmarktpreise für das strahlende Metall zu bekommen.
Wie Frankreich seine Uran-Importstruktur umbaut, ist derzeit offensichtlich noch ein gut gehütetes Geheimnis. Aber schon 2023 waren Kasachstan, Usbekistan, Kanada und Australien bedeutende Lieferländer. Nun führt Paris zusätzlich Verhandlungen mit Botswana, um dort vielleicht wieder extragünstig einkaufen zu können.
Uran ist teuer geworden
Uran wird nicht in Kilogramm, sondern in der amerikanischen Einheit Pfund als sogenanntes "Yellowcake" (Uranoxid, U3O8) gehandelt.
Der aktuelle Kurs liegt bei rund 86 US-Dollar pro Pfund (lb) was etwa 0,4536 kg entspricht. Das ergibt einen Materialpreis von etwa 190 US-Dollar pro Kilogramm.
Vor sechs Jahren kostete Uran nur etwa ein Viertel des heutigen Preises (20 US-Dollar/lb).
Die Rally, die seitdem stattgefunden hat, braucht den Vergleich mit Gold Keineswegs zu scheuen.
| Seitenanfang | Heute | Aktuelles+ | Hintergrund |
Hintergrund
Die Karte der nuklearen Welt
**
Die Suchmaschine Ecosia pflanzt Bäume!
https://www.ecosia.org/search?q=Uranbergbau
https://www.ecosia.org/search?q=Uranpreis
**
Die Nukleare Kette
Uranbergbau in Arlit & Akokan, Niger
Niger, ein Land mit einem der niedrigsten Entwicklungsstände der Welt, ist gleichzeitig der drittgrößte Produzent des Waffen- und Energierohstoffs Uran. Die Kehrseite des lukrativen Geschäfts: In Minen-Städten wie Arlit und Akokan messen Wissenschaftler heute gefährliche Dosen von Radioaktivität, die zu erhöhten Krebsraten führen.
Hintergrund
Die hochwertigsten Uranerze Afrikas werden in zwei Minenstädten in Niger am Rande der Sahara gefördert: In Arlit begannen Arbeiter im Jahr 1971 mit dem Uranabbau, drei Jahre später wurden die Bergarbeiten auch auf die nahe gelegene Stadt Akokan ausgedehnt. Heute ist die unterirdische Uranmine von Akokan die größte der Welt und Niger der Lieferant von etwa 7,5 % des weltweiten Uranerzes. Bis zum Jahr 2006 betrug die gesamte Fördermenge des Landes 100.000 Tonnen. Davon stammten 56 % aus unterirdischen Minen und 44 % aus dem Tagebau. Die Minen werden hauptsächlich von der französischen Firma AREVA betrieben, die in den vergangenen 40 Jahren das Uran aus Niger nahezu exklusiv für französische Atomkraftwerke und Atomwaffen fördern konnte. Das französische Staatsunternehmen bezieht schätzungsweise die Hälfte seines Urans aus dem Niger.
Über die Jahre haben sich in den beiden Minenstandorten riesige Berge von nahezu 35 Millionen Tonnen radioaktivem Abraum angesammelt – ungeschützt und den Winden der Wüste ausgesetzt. In der Nähe der Halden wird Gemüse angebaut, Kinder spielen im strahlenden Schutt. Durch Spaltprodukte wie Radium und Thorium mit Halbwertszeiten von vielen Tausend Jahren enthält der Abfall noch 85 % der ursprünglichen Radioaktivität.
Folgen für Umwelt und Gesundheit
Bis in die 1980er Jahre wurde den Minenarbeitern keine Schutzausrüstung zur Verfügung gestellt. Ohne Masken, Handschuhe oder Dosimeter gruben sie in T-Shirts und kurzen Hosen nach Uranerz. Lokale Hilfsorganisationen geben an, dass die Werksärzte ein vermehrtes Auftreten von Krebsfällen in der Belegschaft und der Lokalbevölkerung zwar registrierten, jedoch nicht darauf reagierten. Obwohl zahllose Bergleute an Lungenkrebs erkrankten, wurde bis heute kein einziger Fall als Berufskrankheit anerkannt.
**
Wikipedia
Uranbergbau
Uranbergbau ist die Gewinnung von Uran aus Uranlagerstätten. Die größten Uranbergbauländer sind Kasachstan, Kanada, Australien, Russland, Niger, Namibia, Usbekistan und die USA. Uran kann auch aus der Asche von Kohlekraftwerken, einigen Phosphatmineralien sowie Meerwasser gewonnen werden.
Testbohrungen und Uranbergbau bilden den Beginn der Uranwirtschaft. Über mehrere Verarbeitungsstufen (Aufbereitung zu Yellowcake, dann gegebenenfalls chemische Umwandlung zu Uranhexafluorid und Uran-Anreicherung) entstehen Brennelemente für Kernkraftwerke. Natururanreaktoren können mit unangereichertem Uran (zumeist in der Form von Urandioxid-Keramik) betrieben werden, sodass Umwandlung in UF6 und Anreicherung nicht erforderlich sind. Für nicht-kerntechnische Verwendungen von Uran, wie sie vor Entdeckung der Kernspaltung der Hauptabnehmer von Uran waren, werden heutzutage andere Materialien eingesetzt oder abgereichertes Uran als Koppelprodukt der Urananreicherung verwendet, da dieses deutlich billiger verfügbar ist als Natururan aus Bergwerken.
Uran/Tabellen und Grafiken - Uranförderung nach Ländern
Zuletzt stellen auch in der Militärtechnologie unbemannte Drohnen, oder Roboter zur Kriegsführung keine Science Fiction mehr dar, sondern Realität. Die DARPA, militärische Forschungseinrichtung des Verteidigungsministeriums der Vereinigten Staaten, hat erstmals im Juni 2004 im Grand Challenge ein Preisgeld von einer Million US-Dollar ausgeschrieben. Die unbemannten Fahrzeuge der Teilnehmer sollten selbstständig in 10 Stunden quer durch die Mojave-Wüste ein Ziel in rund 280 Kilometern Entfernung erreichen. Obwohl das erfolgreichste Fahrzeug nur etwa 18 Kilometer weit kam und danach umkippte und in Flammen aufging, wurde das Preisgeld auf zwei Millionen US-Dollar für den nächsten Wettbewerb erhöht. Bei der Wiederholung des Wettbewerbs 2005 erreichten bereits vier Fahrzeuge das Ziel. Das Siegerfahrzeug erreichte eine Durchschnittsgeschwindigkeit von knapp 30 km/h.
**
YouTube
https://www.youtube.com/results?search_query=Uranabbau+in+Afrika
https://www.youtube.com/results?search_query=Uranbergbau
Playlist - Radioaktivität weltweit ...
In dieser Playlist finden sich über 150 Videos zum Thema Atom*
Zurück zu:
Newsletter XXIV 2026 - 14. bis 21. Juni
Für die Arbeit an 'THTR Rundbrief', 'reaktorpleite.de' und 'Karte der nuklearen Welt' braucht es aktuelle Informationen, tatkräftige, frische Mitstreiter und Spenden. Wer helfen kann, sende bitte eine Nachricht an: info@reaktorpleite.de
Spendenaufruf
- Der THTR-Rundbrief wird von der 'BI Umweltschutz Hamm' herausgegeben und finanziert sich aus Spenden.
- Der THTR-Rundbrief ist inzwischen zu einem vielbeachteten Informationsmedium geworden. Durch den Ausbau des Internetauftrittes und durch den Druck zusätzlicher Infoblätter entstehen jedoch laufend Kosten.
- Der THTR-Rundbrief recherchiert und berichtet ausführlich. Damit wir das tun können, sind wir auf Spenden angewiesen. Wir freuen uns über jede Spende!
Spendenkonto: BI Umweltschutz Hamm
Verwendungszweck: THTR Rundbrief
IBAN: DE31 4105 0095 0000 0394 79
BIC: WELADED1HAM
| Seitenanfang | Heute | Aktuelles+ | Hintergrund |
***
