Newsletter XXXVIII 2022

24. bis 30. September

 

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Aktuelles+ Hintergrundwissen

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Nuclear Power Accidents

Diese PDF-Datei enthält eine fast vollständige Liste der bekannt gewordenen Unfälle und Freisetzungen von Radioaktivität. Sobald neue Informationen verfügbar sind, wird diese PDF-Datei erweitert und aktualisiert ...

Auszug aus der PDF-Datei für diesen Monat:

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01. September 1982 (INES 5) Tschernobyl Akw, UDSSR

03. September 2017 (6. Atombombentest) Punggye-ri, PRK

05. September 2008 (INES 1-3) Ascó Akw, ESP

09. September 2016 (5. Atombombentest) Punggye-ri, PRK

11. September 1979 (INES 4 | NAMS 3,4) Sellafield Atomfabrik, GBR

11. September 1957 (INES 5 | NAMS 2,3) Rocky Flats Atomfabrik, USA

13. September 1987 (INES 5) Goiânia Goiás, BRA

18. September 1980 (Raketentreibstoff-Explosion) Damascus, USA

22. September 1980 (INES 3 | NAMS 1,6) Sellafield Atomfabrik, GBR

23. September 1983 (INES 4) Constituyentes Nuklearzentrum, ARG

24. September 1977 (INES 3) Davis Besse Akw, OH, USA

26. September 2013 (INES 2) Petten Institut für Energie, NLD

26. September 1973 (INES 4 | NAMS 2) Sellafield Atomfabrik, GBR

29. September 1957 (INES 6 | NAMS 7,3) Majak Atomfabrik, UDSSR

30. September 1999 (INES 4) Tōkaimura Atomfabrik, JPN

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Wir suchen aktuelle Informationen. Wer helfen kann, sende bitte eine Nachricht an: nukleare-welt@reaktorpleite.de

 

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30. September

 

Liebe Freundinnen und Freunde,

die atomaren und klimapolitischen Schlagzeilen überschlagen sich fast täglich. Frankreichs Atomindustrie geht in die Knie, die Ukraine ist in atomarer Geiselhaft Putins - doch die Bundesregierung will zwei AKW ungeachtet aller technischer Probleme und einer klaren gesetzlichen Regelung über das Jahresende hinaus in Betrieb halten. Zugleich haben wir in den letzten Wochen zusammen mit unseren niederländischen FreundInnen von der Laka aufgedeckt, dass der Kreml-Konzern Rosatom bei der Brennelementeproduktion von Framatome in Lingen wieder groß ins Urangeschäft einsteigen darf. Und wo bleibt der Ausbau der Erneuerbaren? Wir haben ihn noch nicht entdeckt - stattdessen dreckige Kohle und gefracktes Flüssiggas plus unsichere Atomkraft.

Wir sagen: So nicht! Und rufen deshalb zur Demo auf:

Atomkraft: Raus!

Uranfabriken: Schließen!

Energiewende: Jetzt!

Samstag, 01. Oktober, in Lingen. Start ist um 13 Uhr am Bahnhof.

Der Demo-Aufruf und alle aktuellen Demo-Infos beim Bündnis AgiEL - AtomkraftgegnerInnen im Emsland:

https://atomstadt-lingen.de/2022/09/28/1-10-2022-demo-in-lingen/

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Solarindustrie | Globalisierung | China

De-Globalisierung: Wie die Zeichen für eine europäische Solarindustrie stehen

In unserer Serie zur De-Globalisierung beleuchten wir deutsche und europäische Abhängigkeiten von Rohstoffen und Lieferketten.

Sage und schreibe viermal so viel Sonnenstrom wie heute – das will die Bundesregierung bis 2030 erreichen. Doch woher sollen die ganzen Solarzellen kommen? Aus Deutschland wohl eher nicht. Dabei war die hiesige Industrie einmal weltweit führend. Anfang der 2010er-Jahre hat die damalige schwarz-gelbe Koalition sie durch extrem gekürzte Einspeisevergütungen ausgehungert. Heute gibt es hier nur noch ein Fünftel so viele Arbeitsplätze wie 2011. Der Markt ist mittlerweile fest in chinesischer Hand ...

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Erdgas | Abfackeln | Methan

Erdgas: Klimaeffekt des Abfackelns unterschätzt

"Flaring" setzt fünfmal mehr Methan frei als von der Industrie veranschlagt

Unterschätzte Emissionen: Erst vor wenigen Wochen machte das verstärkte Abfackeln von Erdgas in russischen Anlagen Schlagzeilen. Jetzt enthüllt eine Studie, dass dieses in der Öl- und Gasindustrie verbreitete „Flaring“ noch klimaschädlicher ist als gedacht. Denn solche Anlagen verbrennen im Schnitt nur 91 Prozent des Methans zu Kohlendioxid, einige dieser Anlagen setzen das potente Treibhausgas sogar ohne Verbrennung frei. Allein in den USA wird dadurch fünfmal mehr Methan über das Abfackeln freigesetzt als angenommen, wie die Forschenden in „Science “ berichten ...

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30. September 1999 (INES 4) Tōkaimura Atomfabrik, JPN

Arbeiter in der Uranaufbereitungsanlage Tokaimura versuchten Zeit zu sparen und füllten zuviel Uran in einen Vorbereitungstank (16,6 kg anstatt 2,3 kg). Zwei Menschen starben und 1.200 wurden verletzt.

Nuclear Power Accidents.pdf

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AtomkraftwerkePlag

Tokaimura, Japan

In der Brennelementefabrik Tokaimura in Japan ereignete sich am 30. September 1999 der bis zu diesem Zeitpunkt schwerste Atomunfall in Japan. Zwei Arbeiter, die vom Betreiber JCO nicht über die Gefahren hochangereicherten Urans aufgeklärt worden waren, hatten eine Uranlösung mit Stahleimern und von Hand in zu großer Menge in einen Tank gefüllt und zur Mischung "löffelähnliche Geräte" verwendet. Um Zeit bei der Produktion zu sparen, waren vom Betreiber eine Verfahrensvorschrift ohne Wissen der Atomaufsicht geändert und die Arbeitsgänge verkürzt worden ...

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Vergleichbare Atomfabriken gibt es überall auf der Welt:

Uran-Anreicherung und Wiederaufarbeitung - Anlagen und Standorte

Bei der Wiederaufarbeitung lässt sich das Inventar abgebrannter Brennelemente in einem aufwändigen chemischen Verfahren (PUREX) voneinander separieren. Abgetrenntes Uran und Plutonium können danach erneut verwendet werden ...

 

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29. September

 

Solar Parkplatz | Photovoltaik

Größter Parkplatz mit Solardach Deutschlands entsteht bei Leipzig

In Rackwitz im Norden Leipzigs ist heute der erste Bauabschnitt eines groß angelegten Energieprojektes fertiggestellt worden. Bis 2023 soll dort eine große solarüberdachte Parkfläche für einen Autohersteller entstehen. Das Logistikunternehmen Mosolf erzeugt mit der Solaranlage in Rackwitz künftig Strom für rund 5.000 Haushalte - und das über den Dächern der Autos ...

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Gorleben | Zwischenlager | Landessammelstelle

4.800 Atommüllfässer zur Zwischenlagerung nach Gorleben?

Der Bund und das Land Niedersachsen prüfen einem Bericht zufolge die Möglichkeit, rund 4.800 Atommüllfässer aus der Landessammelstelle in Leese nach Gorleben zu bringen und dort zwischenzulagern.

Das berichtet das niedersächsische Politikmagazin "Rundblick". Der Mietvertrag für die Landessammelstelle in Leese (Landkreis Nienburg/Weser) läuft zum Jahresende 2030 aus. Dort werden schwach- und mittelradioaktive Abfälle aus Forschung und Medizin gelagert. Dieser Atommüll soll eigentlich ins Endlager Schacht Konrad bei Salzgitter gebracht werden. Allerdings ist die schon mehrmals verschobene und jetzt für 2027 geplante Inbetriebnahme von Schacht Konrad nach wie vor höchst umstritten. Deshalb hätten der Bund vorsichtshalber Alternativen geprüft, heißt es. Dazu gehöre die Option einer möglichen Zwischenlagerung in Gorleben ...

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Frankreich | fossil

Frankreich schränkt fossile Exportgarantien ein

Um seine Klimaverpflichtungen zu erfüllen, schränkt Frankreich die Exportfinanzierung fossiler Projekte ein – und übt damit Druck auf Deutschland, USA und Kanada aus. Alle Länder hatten sich auf der UN-Klimakonferenz in Glasgow dazu verpflichtet.

Die französische Regierung hat eine neue Richtlinie veröffentlicht, die die Finanzierung fossiler Projekte der französischen Exportkreditagentur BPIFrance einschränkt, berichtet die internationale Klimaschutzorganisation Oil Change International. Damit setzt Frankreich seine Verpflichtung um, internationale fossile Exportgarantien bis Ende 2022 zu beenden; die hatte der Staat letztes Jahr auf der UN-Klimakonferenz in Glasgow zusammen mit 38 anderen Ländern und Finanzinstitutionen unterzeichnet.

Ziel ist es, fast alle von der französischen Regierung unterstützten Finanzierungen für internationale Projekte mit fossilen Brennstoffen zu beenden, die zwischen 2009 und 2019 für 9,3 Milliarden Euro an öffentlichen Finanzen für Öl und Gas verantwortlich waren, erläutert die NGO. Die französische Entwicklungsagentur Agence Française de Développement (AFD), die ebenfalls der Verpflichtung von Glasgow unterliegt, hatte bereits 2019 einen nahezu vollständigen Ausschluss fossiler Brennstoffe beschlossen ...

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Global Witness | Naturschützer | Umweltschützer | Indigene

200 Umweltschützer im Kampf für die Natur getötet

Laut der Organisation Global Witness werden Indigene und Naturschützer immer wieder Opfer von Gewalt. Die meisten Tötungsdelikte bleiben unaufgeklärt.

Weltweit wurden im vergangenen Jahr nach Angaben der Nichtregierungsorganisation Global Witness 200 Umweltschützer getötet. Das gefährlichste Land für Naturschützer war Mexiko, gefolgt von Kolumbien und Brasilien, wie die Gruppe am Donnerstag bei der Vorstellung ihres Jahresberichts mitteilte. Vor allem Aktivisten, die sich gegen Bergbau- und Energieprojekte, Landwirtschaft und Rodungen einsetzen, leben demnach gefährlich. Die meisten Tötungen würden nie aufgeklärt, berichtete die Organisation.

„Überall auf der Welt riskieren Indigene, Umweltaktivisten und Naturschützer ihr Leben im Kampf gegen den Klimawandel und den Verlust der biologischen Vielfalt“, sagte eine Sprecherin von Global Witness, Shruti Suresh. „Sie spielen eine entscheidende Rolle als erste Verteidigungslinie gegen den ökologischen Kollaps, werden aber selbst angegriffen und sind Gewalt, Kriminalisierung und Schikanen ausgesetzt von repressiven Regierungen und Unternehmen, denen Profit wichtiger als Menschen und Umwelt ist.“ ...

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29. September 1957 (INES 6 | NAMS 7,3) Majak Atomfabrik, UDSSR

Es wurden etwa 1 Million TBq Radioaktivität freigesetzt.

Im Lager für abgebrannte Brennstäbe der Majak Scientific-Production Association versagten Wärmetauscher im Nitratlagertank und verursachten eine schwere chemische Explosion.

Nuclear Power Accidents.pdf

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AtomkraftwerkePlag

Die Plutoniumfabrik Majak 

1957 ereignete sich bereits ein erster großer Unfall bei der Nutzung der Atomenergie, der in seinen Ausmaßen mit den Katastrophen von Fukushima und Tschernobyl vergleichbar ist, aber erst 1989 in der Weltöffentlichkeit bekannt wurde.

Der Atomkomplex Majak, 15 Kilometer östlich der Stadt Kyschtym in der Oblast Tscheljabinsk an der Ostseite des südlichen Urals gelegen, war 1945 wichtiger Bestandteil der Pläne Stalins, schnell waffenfähiges Plutonium herzustellen und den Rückstand der Sowjetunion bei nuklearen Waffen aufzuholen. 1948 wurde der erste Reaktor angeschaltet, 1949 die erste Atombombe gezündet, und Stalin hatte mit den USA gleichgezogen.

In Majak ereigneten sich 235 radioaktive Störfälle mit schwerwiegenden Folgen für die Umwelt ...

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Vergleichbare Atomfabriken gibt es überall auf der Welt:

Uran-Anreicherung und Wiederaufarbeitung - Anlagen und Standorte

Bei der Wiederaufarbeitung lässt sich das Inventar abgebrannter Brennelemente in einem aufwändigen chemischen Verfahren (PUREX) voneinander separieren. Abgetrenntes Uran und Plutonium können danach erneut verwendet werden ...

 

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28. September

 

Atomlobby | Abhängigkeit | Nukem | Rosatom

Deutschlands nukleare Verflechtung mit Russland

Die deutsche Atomlobby nutzt die Gaskrise, um für längere AKW-Laufzeiten zu werben. Dabei verdient Russland an Geschäften im europäischen Atomsektor stets mit. Green Planet Energy fordert eine Offenlegung der Abhängigkeiten – und deren Entflechtung.

Der größte deutsche Atomlobbyverein Kerntechnik Deutschland (KernD) fordert längere AKW-Laufzeiten und mehr Atomstrom für Europa. Das ist im Grunde nicht neu. Doch in der Gaskrise nutzte der Lobbyverband zunehmend das Argument, Atomstrom schaffe Energieunabhängigkeit für Deutschland und befreie Europa aus den Fängen Putins. Dies ist schon faktisch falsch, da die staatliche russische Energiegesellschaft Rosatom stark mit dem Atomkraftsektor in Europa verflochten ist.

Ganz spezifisch trifft dies aber eben auch auf die deutsche Atomlobby zu: KernDs Vorstandsvorsitzender ist Thomas Seipolt, Geschäftsführer der Nukem Technologies Engineering Services GmbH. Das Unternehmen ist unter anderem am Rückbau der deutschen Atomkraftwerke beteiligt – und eine Tochterfirma von Rosatom. Green Planet Energy hat die Verflechtungen analysiert und fordert, eine Debatte über das Ausmaß der Abhängigkeit der Atomwirtschaft und ihrer deutschen Lobby von Russland ...

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Umweltverbände | Weiterbetrieb

Umweltverbände kritisieren Weiterbetrieb von Atomkraftwerken

In Frankreich machen Atomkraftwerke Probleme, deshalb werden zwei deutsche AKW wohl über Silvester hinaus Strom produzieren. Kritik kommt von Umweltverbänden.

Bei Umweltschützern stößt der voraussichtliche Weiterbetrieb von zwei deutschen Atomkraftwerken auf Kritik. "Es ist und bleibt energiepolitischer Unsinn, den gesetzlich festgelegten Atomausstieg zum 31. Dezember 2022 auszuhebeln", sagte der Atomexperte Heinz Smital von Greenpeace. "Die Strommangellage in Frankreich durch Abschaltung zahlreicher AKWs zeigt, wie unzuverlässig Atomenergie ist. Daneben besteht das Risiko katastrophaler Atomunfälle." ...

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Atomausstieg | Weiterbetrieb

Atomausstieg "wohl" vorerst verschoben

Die Betreiber zweier Atomkraftwerke haben sich mit der Bundesregierung geeinigt: Ein Weiterbetrieb ist grundsätzlich bis Mitte April möglich. Sollten die Kapazitäten nicht abgerufen werden, ersetzt der Bund die Vorbereitungskosten.

Nach den Worten von Bundeswirtschaftsminister Robert Habeck (Grüne) werden die deutschen Atomkraftwerke Isar II und Neckarwestheim II "wohl" im ersten Quartal 2023 am Netz bleiben. Während Umweltverbände dies scharf kritisieren, teilten die Betreiber beider Kraftwerke, PreussenElektra GmbH und EnBW Kernkraft GmbH, bereits am Dienstag Details einer Einigung mit Habecks Ressort und dem Bundesumweltministerium "über einen möglichen befristeten Weiterbetrieb" mit ...

 

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27. September

 

Nord Stream | Anschlag | Lecks | Gaspipeline

Lecks in Nord-Stream-Pipelines:

Mehrere Explosionen deuten auf Anschlag hin – Gaspreis steigt

Die Bundesregierung vermutet gezielte Attacken auf die Ostsee-Pipelines. Der US-Geheimdienst soll vor Wochen gewarnt haben. Seismologen melden Unterwasser-Explosionen.

Mehrere europäische Staaten halten als Ursache für die drei festgestellten Lecks in den Ostsee-Pipelines Nord Stream 1 und 2 einen Anschlag für möglich. Zwar war am Dienstagmittag immer noch unklar, was die Leckagen genau verursacht hat. Wie das Handelsblatt aus deutschen Sicherheitskreisen erfuhr, spricht aber viel für gezielte Sabotage ...

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Streckbetrieb | Stresstest

Habeck hält Weiterbetrieb der AKW für immer wahrscheinlicher

Der Stresstest verheißt nichts Gutes für die Abschaltung der letzten deutschen Kernkraftwerke. Laut Bundeswirtschaftsminister Habeck könnten zwei der drei verbliebenen Meiler Netzengpässe überbrücken helfen.

Bundeswirtschaftsminister Robert Habeck geht davon aus, dass die verbleibenden zwei Atomkraftwerke im sogenannten Streckbetrieb am Netz bleiben könnten. »Wir sind jetzt schon in einem Bereich, wo der Stresstest sagt: Da kann es notwendig werden, Atomkraftwerke für die Netzsicherheit einzusetzen«, sagte Habeck in einem Interview für die Klimakonferenz des SPIEGEL und der Beratungsgesellschaft Boston Consulting Group (BCG). »Das werden wir jetzt weiter beobachten, aber die Situation in Frankreich entwickelt sich nicht gut«, sagte der Grünenpolitiker weiter ...

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Brennelemente Lingen | Uran Russland | Transporte

Atomkraftgegner: Russland will weiteres Uran ins Emsland transportieren

Umweltschützer warnen vor neuen Lieferungen mit angereichertem Uran aus Russland an die Brennelemente-Fabrik im emsländischen Lingen. Bürgerinitiativen aus mehreren Ländern melden, dass die niederländische Atomaufsichtsbehörde ANVS die Transporte genehmigt hat.

Atomkraftgegner warnen vor neuen Lieferungen mit angereichertem Uran aus Russland an die Brennelemente-Fabrik im emsländischen Lingen. Die niederländische Atomaufsichtsbehörde ANVS habe den Transit von bis zu 30 Transporten bis 2025 genehmigt, teilten Bürgerinitiativen aus mehreren Ländern am Dienstag mit. Das angereicherte Uran solle mit einem Schiff aus Russland in die Niederlande gebracht und dort auf Lastwagen umgeladen werden.

Die Initiativen bekräftigten zugleich ihre Forderung nach einem sofortigen Stopp der Uran-Geschäfte mit Russland. „Die niederländische Regierung muss die Nutzung der Häfen für russische Atomschiffe ab sofort untersagen“, sagte Dirk Bannink von der niedersächsischen Organisation Laka. „Uran-Geschäfte mit Russland sind aktive Hilfe für Putins Kriegskasse.“ Die Laka hatte die niederländischen Uran-Transitgenehmigungen für das russische Uran öffentlich gemacht ...

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Frankreich | Atom-U-Boot

100 Feuerwehrleute im Einsatz

Stundenlanger Schwelbrand auf Atom-U-Boot in Toulon

Über Stunden brennt es auf einem Atom-U-Boot im Süden Frankreichs, bis es hundert Feuerwehrleuten gelingt, den Schwelbrand unter Kontrolle zu bringen. Laut Marinepräfektur soll keine Gefahr durch radioaktive Strahlung bestehen. Es ist nicht der erste Brand auf einem Atom-U-Boot in Toulon.

In der südfranzösischen Hafenstadt Toulon haben hundert Feuerwehrleute einen Schwelbrand auf einem Atom-U-Boot gelöscht. Wie die Marinepräfektur mitteilte, war an einem Lagerraum für Lebensmittel im Bug des U-Bootes am Montag offenbar Dämmmaterial in Brand geraten. Die Feuerwehr habe den Schwelbrand nach mehreren Stunden unter Kontrolle gebracht, eine Gefahr durch radioaktive Strahlung bestehe nicht ...

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Merzthutjanix | Sozialtourismus | Provokation

„Bitte in aller Form um Entschuldigung“

Ukraine-Flüchtlinge als Sozialtouristen: CDU-Chef Merz rudert nach heftiger Kritik zurück

Friedrich Merz hat Geflüchteten aus der Ukraine „Sozialtourismus“ vorgeworfen hat. Was darauf folgte, war Empörung und Kritik. Nun meldet sich der CDU‑Chef auf Twitter zu Wort und bedauert seine Äußerungen.

CDU-Chef Friedrich Merz ist nach seiner Klage über einen „Sozialtourismus“ ukrainischer Flüchtlinge nach Deutschland zurückgerudert. „Zu meinen Äußerungen von gestern über die Flüchtlinge aus der Ukraine gibt es viel Kritik. Ich bedaure die Verwendung des Wortes 'Sozialtourismus‘“, schrieb er am Dienstag auf Twitter ...

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Reserve Akw | Sicherheit | Risse

Scheitern Habecks Atompläne an der Sicherheit?

Zwei von drei verbliebenen Atomkraftwerken sollen als Reserve für die Netzstabilität im Winter dienen. Atom-Gegner und Betreiber bezweifeln, dass das ohne Weiteres möglich ist. Und eine Anwohner-Klage gibt es auch noch.

Deutschland steuert auf einen schwierigen Winter zu – zumindest, was die Energiekosten betrifft. Auch deshalb wird die Diskussion um den Weiterbetrieb der drei deutschen Atomkraftwerke mit Verve geführt. Sollte jede mögliche Kilowattstunde erzeugt werden und sollten deshalb alle drei Meiler möglichst lange weiterlaufen? Das fordern Industrie, CDU-Chef Friedrich Merz und Finanzminister Christian Lindner. Brauchen wir zwei der drei als Reservekraftwerke, um die Netzstabilität in Extremsituationen zu sichern, wie Wirtschaftsminister Robert Habeck es plant? Oder ist das Ganze eine Scheindiskussion? Denn technische Bedenken, Sicherheitsprobleme und eine Klage von Anwohnern könnten einen wie auch immer gearteten Weiterbetrieb ausschließen ...

 

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26. September

 

Nord Stream | Gaspipeline | Leck

Druckabfall in Nord Stream 2

In der Erdgaspipeline Nord Steam 2 hat es nach Angaben des Betreibers einen Druckabfall gegeben. Ursache ist ein Loch. Auf die Erdgasversorgung kann sich das Problem allerdings nicht auswirken.

In der vergangenen Nacht hat es in der Gaspipeline Nord Stream 2 nach Angaben des Betreibers einen Druckabfall gegeben. Es sei ein Druckverlust in Röhre A festgestellt worden. Die zuständigen Marinebehörden in Deutschland, Dänemark, Schweden, Finnland und Russland habe man sofort informiert, teilte der Sprecher des Pipeline-Betreibers Nord Stream 2 AG, Ulrich Lissek, heute mit. Normalerweise liege ein Druck von 105 Bar an. Jetzt seien es auf deutscher Seite nur noch sieben Bar.

Nach Angaben der Betreiber tritt Gas südöstlich der dänischen Insel Bornholm aus. In Zusammenarbeit mit Behörden sei die ausschließliche Wirtschaftszone Dänemarks als Ort eines möglichen Austritts identifiziert worden, teilte die Nord Stream 2 AG am Nachmittag mit. Die zuständigen Behörden haben danach als Vorsichtsmaßnahme eine Sicherheitszone eingerichtet. Die Untersuchungen dauerten an ...

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Verstaatlichung | Versorgungsunternehmen

Bas spricht sich für Verstaatlichung der Versorgung mit Wasser, Strom und Gas aus

Bundestagspräsidentin Bärbel Bas (SPD) würde es befürworten, den Gasimporteur Uniper dauerhaft in staatlicher Hand zu halten. Sie plädiert außerdem für eine Verstaatlichung der Versorgung mit Wasser, Strom und Gas.

Berlin. Bundestagspräsidentin Bärbel Bas (SPD) wirbt dafür, die Grundversorgung mit Energie umfassend in staatliche Hand zu legen. „Bei Wasser, Strom oder Gas muss man sich schon fragen, ob die Versorgung nicht in staatliche Hand gehört. Ich bin dafür“, sagte Bas der „Frankfurter Allgemeinen Zeitung“ (Montag). Auf die Frage, ob der Gasimporteur Uniper auch nach der gegenwärtigen Energiekrise in Staatshand bleiben solle, antwortete sie: „Warum soll der Staat nicht auch mal Gewinne machen? Schulden werden verstaatlicht, Gewinne privatisiert. Das ist falsch.“

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Bas sagte, sie habe das schon früher für den Gesundheitssektor gefordert. Auch dort „kann es nicht sein, dass die Leistungen, die Gewinne bringen, die Privaten machen, und der Staat für den Rest sorgen muss“, sagte Bas.

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Arbeitsplätze | Erneuerbare

Weltweit viele neue Arbeitsplätze für Erneuerbare Energien

Die Erneuerbaren Energien sind ein Jobmotor. 700.000 neue Arbeitsplätze kamen im letzten Jahr neu hinzu. Aktuell arbeiten weltweit 12,7 Millionen Menschen an der Forschung, Planung, Installation und Betriebsführung von Erneuerbaren-Energien-Anlagen.

Trotz Corona und Energiekrise, der Jobmotor der Erneuerbaren Energien läuft. Im Jahr 2021 entstanden 700.000 neue Arbeitsplätze, 12,7 Millionen sind es insgesamt. Die meisten Beschäftigen finden sich in der Photovoltaikbranche – 4,3 Millionen. Dieser Sektor wächst am schnellsten und stellt mehr als ein Drittel der Arbeitsplätze. Jeweils 2,4 Millionen Menschen arbeiten für die Wasserkraft und Biokraftstoffe. Im Bereich der Windenergie sind 1,3 Millionen Menschen in Lohn und Brot.

Die regionale Verteilung zeigt eindeutige Hotspots. Nahezu zwei Drittel der Arbeitsplätze befinden sich in Asien. Auf China allein entfallen 42 Prozent, gefolgt von der EU und Brasilien mit jeweils 10 Prozent sowie den USA und Indien mit jeweils 7 Prozent ...

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Strahlung | Ukraine

Angst vor einem Reaktorunfall wächst

Der russische Angriff auf die Ukraine hat in Deutschland alte Ängste vor einer nuklearen Katastrophe neu entfacht.

63 Prozent der Deutschen sind angesichts der Gefahr einer möglichen radioaktiven Belastung durch einen Unfall in einem Atomkraftwerk „sehr beunruhigt“. Doch nur 20 Prozent wissen, was sie im Fall eines nuklearen Unfalls überhaupt tun müssten. Das sind die zentralen Ergebnisse einer Studie des Bundesamts für Strahlenschutz (BfS).

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Bei Bedarf würden die Behörden die schützenden Pillen verteilen und über die korrekte Einnahme informieren. 190 Millionen Jodtabletten stehen dem Bundesamt zufolge dafür bereit. Darüber hinaus gelte: „Wenn wirklich eine radioaktive Wolke auftritt, sollten die Menschen unbedingt in ihren Wohnungen bleiben und Fenster und Türen geschlossen halten.“

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26. September 2013 (INES 2) Petten Institut für Energie, NLD

Drei von sechs Steuerstäben wiesen Mängel auf, der Forschungsreaktor musste 5 Monate abgeschaltet bleiben.

Nuclear Power Accidents.pdf

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Wikipedia

Institut für Energie

Im Rahmen des EURATOM-Vertrages schlossen die Niederlande und die damalige EURATOM-Kommission 1961 den Vertrag zur Gründung des europäischen Forschungszentrums, das 1962 in Petten eröffnet wurde. Es übernahm den im Jahr zuvor in Betrieb gegangenen Hochflussreaktor für Materialforschung, der heute vor allem zur Produktion medizinischer Isotope verwendet wird ...

Die Brennelemente wurden zwischenzeitlich entfernt. Der Hochflussreaktor (HFR) in Petten bleibt in Betrieb und soll im Jahr 2024 durch einen neuen Mehrzweck-HFR vom Typ Pallas ersetzt werden.

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26. September 1973 (INES 4 | NAMS 2) Sellafield Atomfabrik, GBR

Die Verarbeitung zu kurz gelagerter Brennelementen bewirkte einen hohen Jodgehalt und setzte 2,2 Tbq Radioaktivität frei.

Nuclear Power Accidents.pdf

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Dieser Störfall sowie mehrere andere Freisetzungen von Radioaktivität, die von Sellafield ausgingen, sind nicht mehr in der deutschen Wikipedia zu finden.

Der als "Ernster Unfall" INES 5 eingestufte Windscale-Brand von 1957 ist der einzige Sellafield-Störfall aus der Zeit vor 2005, der noch nicht aus der Wikipedia verschwunden ist ...

Wikipedia

https://de.wikipedia.org/wiki/Sellafield

Der Komplex wurde durch einen katastrophalen Brand 1957 und durch häufige nukleare Störfälle bekannt und unter anderem deshalb auch in Sellafield umbenannt. Bis Mitte der 1980er Jahre wurde der im täglichen Betrieb anfallende Atommüll in großen Mengen in flüssiger Form über eine Pipeline in die Irische See abgeleitet.

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https://en.wikipedia.org/wiki/Sellafield#Incidents

Radiologische Freisetzungen

Zwischen 1950 und 2000 gab es 21 schwerwiegende Zwischenfälle oder Unfälle mit radiologischen Freisetzungen außerhalb des Werksgeländes, die eine Einstufung auf der internationalen Skala für nukleare Ereignisse rechtfertigten, einen auf Stufe 5, fünf auf Stufe 4 und fünfzehn auf Stufe 3. Darüber hinaus gab es in den 1950er und 1960er Jahren über längere Zeiträume hinweg bekannte, absichtliche Freisetzungen von Plutonium und bestrahlten Uranoxidpartikeln in die Atmosphäre ...

Übersetzt mit https://www.DeepL.com/Translator (kostenlose Version)

 

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25. September

 

Frankreich | Energiewende | Erneuerbar

Schnellere Energiewende in Frankreich:

Macron will Rückstand aufholen

Frankreichs erste Offshore-Anlage ist am Netz. Ein Gesetz soll den Ausbau erneuerbarer Energien beschleunigen. Was wird aus der Atomkraft?

PARIS taz | Frankreich hat bei Solar- und Windenergie einen bedauerlichen Rückstand: Diese Feststellung ist nicht neu, aber jetzt kommt sie offiziell aus dem Mund von Staatspräsident Emmanuel Macron. Und der will das ändern. Am heutigen Montag wird er dem Ministerrat seine Gesetzesvorlage zur Energiepolitik der nächsten Jahrzehnte zur Diskussion vorlegen. In den kommenden beiden Monaten wird sie dann das Parlament beschäftigen.

Nur 8 Prozent des Stromverbrauchs in Frankreich stammt aus Windkraft, alle erneuerbaren Quellen zusammen kommen nicht einmal auf 25 Prozent. Damit bleibt das Land weit hinter den europäischen Nachbarn, aber auch hinter seinen klimapolitischen Zielvorgaben zurück. Alles sei bisher zu langsam gegangen, bedauert der Staatschef, der dafür selbst keinerlei Verantwortung übernehmen möchte. Mit seiner Vorlage blickt er nun vor allem recht weit in die Zukunft.

Nach seiner Darstellung dauert die Planung, Genehmigung und Errichtung von Solar- und Windkraftanlagen in Frankreich doppelt so lange wie in den Nachbarländern. Sein neidischer Blick gilt Großbritannien und Deutschland. „Unsere Nachbarn sind viel schneller gewesen“, so Macron. Schuld daran sein sollen die örtlichen Gegner von Windkraft oder Solaranlagen. Mit ihrem „Widerstand aus persönlichen Interessen“ würden sie die Genehmigungen aus Sicht der Behörden bloß unnötig verzögern.

Genau das soll das neue Gesetz nun ändern. Es würde vor allem die Fristen bei Einsprachen gegen lokale Energieprojekte drastisch verkürzen. In Streitfällen soll künftig jede Gerichtsinstanz innerhalb von 10 Monaten entscheiden müssen. Das würde den gesamten Prozess auf maximal 30 Monate reduzieren ...

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Politik | Kommunikation | Lüge

Politischer Trend Dauerlüge

World Wide Nepp

Menschen wie Donald Trump etablieren ständiges Lügen als Basiswerkzeug ihrer Politik. Die Narrative dieser Feinde der Demokratie ähneln sich weltweit. Trotzdem bleibt wahrhaftige Politik möglich.

Es ist ein zynisches Klischee, dass ständige Lügen in der Politik nun einmal dazugehören. Tatsächlich steckt darin ein antidemokratischer Impuls: Die lügen doch sowieso alle, ist also auch egal, wen man wählt.

Das ist – glücklicherweise – eine Lüge: Es gibt auch in der Politik des Jahres 2022 weiterhin jede Menge Leute, die an der Sache selbst orientiert sind. Sie bemühen sich um Wahrhaftigkeit und versuchen, nach bestem Wissen und Gewissen unsere gewaltigen Probleme zu lösen oder wenigstens zu mildern.

Die Idee, dass in der Politik sowieso alle ständig lügen, erinnert an eine Propagandastrategie aus Sowjetzeiten: Sorge dafür, dass die Menschen an allem zweifeln. Lasse die Lage so unübersichtlich erscheinen, dass das Publikum das Gefühl bekommt, »ohnehin nichts mehr glauben zu können«.

Flood the zone with shit

Trumps früherer Kommunikationsstratege Steve Bannon hat diese Strategie jüngst neu interpretiert: Flood the zone with shit. Einfach so viel Blödsinn in die Welt pusten, so viele konkurrierende Narrative, Lügen, sich widersprechende Behauptungen, dass die Wahrheit selbst irgendwann auch nur wie eine von vielen Versionen der Realität erscheint ...

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Demonstration

Liebe Freundinnen und Freunde,
am Freitagabend ging der Rissereaktor Doel 3 bei Antwerpen endlich vom Netz, Tihange 2 soll im Januar folgen. Belgien beginnt also ganz langsam mit dem Atomausstieg. Das ist natürlich zu langsam, aber jeder Reaktor weniger ist eine gute Nachricht - es gibt eben keine Renaissance der Atomenergie, sondern nur einen sehr langen Abschied!

Damit wir hier in Deutschland endlich klare Kante zeigen und statt Atom, Kohle und Gas endlich die Erneuerbaren im Turbo ausbauen, rufen wir nochmals zur Anti-Atom- und Energiewendedemo jetzt

Samstag, 1. Oktober, um 13 Uhr ab Bahnhof Lingen/Emsland auf.

Den Demo-Aufruf könnt ihr noch bis Mittwoch als Gruppe unterzeichnen:

https://atomstadt-lingen.de/2022/09/17/1-10-2022-demo-in-lingen/

Wie wichtig der Klimaprotest gerade jetzt ist, haben die Fridays-Demos vorgestern gezeigt: 280 000 Leute bundesweit, doch z. T. krasse Kommentare, so als seien unsere allgemeinen Lebensgrundlagen jetzt gerade nicht so wichtig. Da hat sich in den letzten Monaten sehr viel negativ verschoben. Wir sagen den Fridays hingegen danke - zwei Aktivist_innen werden auch am Samstag in Lingen sprechen!

Weitere News:

1. Atommüll-Logistikzentrum Würgassen auf der Kippe?

Überraschende Nachricht aus dem Bundesumweltministerium: Die Notwendigkeit des Atommüll-Logistikzentrum in Würgassen soll nochmal überprüft werden - ein erster Teilerfolg der hartnäckigen Proteste in der Region!

2. Kein Castor Jülich-Ahaus?

In Ahaus teilte das NRW-Wirtschaftsministerium neulich mit, dass man wirklich keine Atommüll-Transporte Jülich-Ahaus wolle, sondern in Jülich selbst ein Baugrundstück für die Lagerung der 152 Westcastoren suche. Auch der Export in die USA sei vom Tisch.

Wenn dem so wäre, wäre auch das ein großer Erfolg des Anti-Atom-Widerstands. Aber was ist mit dem hochradioaktiven und hochangereicherten Atommüll aus München-Garching? Dazu gab es noch keine verlässliche Auskunft.

Und: Die Lagerzeit des Atommülls in Ahaus soll im Prinzip erstmal auf unbestimmte Zeit verlängert werden. Eine solche Langzeit-Endloslagerung haben wir schon immer befürchtet, wurden dafür aber oft als "Panikmacher" abgetan. Nun ist es hingegen offiziell. Kein Wunder: Es gibt eben keine sichere Entsorgungsmöglichkeit für Atommüll.

3. Lingen: Neue Urangeschäfte Russland-Framatome

Aktuell befindet sich der russische Atomfrachter "Mikhail Dudin" wieder in der Anfahrt auf Dünkirchen. An Bord wohl erneut angereichertes Uran für Lingen. Aus Berlin dazu: Schweigen.

Dafür wurde jetzt über die Transportlisten des BASE bekannt, dass nach dem letzten Urantransport aus Russland nach Dünkirchen gleich dreimal Uran-LKW aus Frankreich in Lingen eingetroffen sind. Unsere Befürchtungen zu dieser Transitroute scheinen sich leider zu bestätigen.

Deshalb: Auf nach Lingen - gegen AKW-Laufzeitverlängerungen und Brennelementedeals und für den Ausbau der Erneuerbaren!
Atomfreie Klimagrüße

SOFA (Sofortiger Atomausstieg) Münster, Aktionsbündnis Münsterland gegen Atomanlagen
www.sofa-ms.de, www.urantransport.de

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Strompreis | Windstrom

Strompreise: Nord-süddeutscher Krach um Windstrom

Die norddeutschen Länder produzieren den Großteil des deutschen Windstroms und wollen niedrigere Stromkosten für sich durchsetzen. Bayern reagiert empört.

Während Bundeskanzler Olaf Scholz (SPD) am Sonntag in den Vereinigten Arabischen Emiraten weilte und in der Energiekrise ein Flüssiggas-Abkommen mit nach Hause bringt, gibt es daheim Zoff. Die norddeutschen Flächenländer fordern eine Aufteilung Deutschlands in unterschiedliche Strompreiszonen zu Lasten Süddeutschlands. Nach einem Bericht der "Welt am Sonntag" wollen die norddeutschen Länder günstigere Strompreise für ihre Bürger und Unternehmen durchsetzen. Niedersachsens Energieminister Olaf Lies (SPD) sagte der Zeitung: "Wenn ich da lebe oder produziere, wo auch die Energie produziert oder angelandet wird, muss diese Energie dort auch günstiger sein." Der Norden trage seit Jahren die Hauptlast der Energiewende.

Söder weist norddeutschen Vorstoß zurück

Die bayerische Staatsregierung reagierte entrüstet und stellte eine Gegenrechnung mit dem Länderfinanzausgleich an. Staatskanzleichef Florian Herrmann (CSU) kritisierte die norddeutschen Forderungen als "schlicht unverschämt" ...

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Geothermie | Energiequelle | Wärme

Geothermie könnte Viertel des deutschen Wärmebedarfs decken

Deutschland sucht neue Energiequellen - der Ukraine-Krieg führt die Abhängigkeit von Importen fossiler Energieträger deutlich vor Augen. Eine vielversprechende Alternative: Geothermie. Um das Potenzial hierzulande zu nutzen, wird derzeit mit neuem Hochdruck geforscht.

Tief unter unser aller Füßen schlummert ein großes Potenzial für das Energiesystem: Geothermie. Mit jedem Kilometer in den Untergrund nimmt die Temperatur im Mittel um 30 Grad Celsius zu. "Ein Teil der Wärme entsteht seit der Erdentstehung kontinuierlich durch den Zerfall natürlicher radioaktiver Isotope. Heute findet dies verstärkt in der Erdkruste statt", sagt Eva Schill. Sie leitet den Cluster Geoenergie des Instituts für Nukleare Entsorgung (INE) am Karlsruher Institut für Technologie (KIT). Die Wärme steigt langsam, aber sicher zur Erdoberfläche auf, geht von dort in die Atmosphäre und entweicht dann in den Weltraum. Auf dem Weg nach draußen könnte bereits ein winzig kleiner Teil davon ausreichen, unsere Wohnungen zu wärmen und unsere Industrie zu versorgen ...

 

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24. September

 

Würgassen | Atommüll Logistikzentrum

Atom-Zwischenlager Würgassen: Muss das wirklich sein?

Das umstrittene Vorhaben des Bundes, in Würgassen an der Grenze zu Niedersachsen ein Atommüll-Logistikzentrum zu errichten, soll nun von der Entsorgungskommission des Bundes überprüft werden.

Ein Sprecher des Bundesumweltministeriums erklärte, man werde die Entsorgungskommission bitten, das von Niedersachsen und Nordrhein-Westfalen im August vorgestellte Gutachten zunächst zu bewerten. In diesem Gutachten kam der TÜV Nord zu dem Schluss, dass ein solches Atommüll-Logistikzentrum gar nicht unbedingt notwendig ist ...

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Belgien | Doel | Abgeschaltet

Atomreaktor Doel 3 : Belgien schaltet umstrittenen Meiler ab

Einstieg in den Ausstieg: Belgien schaltet den umstrittenen Reaktor Doel 3 dauerhaft ab. Deutsche Atomkraftgegner und Politiker hatten sich jahrelang für das Aus eingesetzt.

Belgien hat einen umstrittenen Atomreaktor bei Antwerpen dauerhaft vom Netz genommen. Der Meiler Doel 3 liefere seit Freitagabend keinen Strom mehr, sagte eine Sprecherin des Betreibers Engie. Doel 3 wurde vor rund 40 Jahren in Betrieb genommen. Er ist der erste der insgesamt sieben belgischen Reaktoren, der abgeschaltet wird. In den kommenden Stunden und Tagen werde nun die Temperatur des Reaktors reduziert.

Im Block Doel 3 und in einem weiteren Meiler bei Lüttich hatten Experten bereits 2012 tausende Haarrisse in den Reaktordruckbehältern gefunden. Dennoch ließ Belgien die beiden Reaktoren weiterlaufen, ohne die Nachbarländer anzuhören und die Umweltverträglichkeit zu prüfen - widerrechtlich, wie unter anderem der Europäische Gerichtshof urteilte ...

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24. September 1977 (INES 3) Davis Besse Akw, OH, USA

24. September 1977 - Ein Druckentlastungsventil öffnete sich im Primärkreislauf und Dampf strömte aus.

Nuclear Power Accidents.pdf

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Wikipedia

https://de.wikipedia.org/wiki/Kernkraftwerk_Davis_Besse#Störfälle

Am 24. September 1977 öffnete sich ein Druckentlastungsventil im Primärkreislauf, weshalb Dampf ausströmte. Das Personal der Schaltwarte konnte längere Zeit die Situation nicht unter Kontrolle bringen. Es bestand die Gefahr, dass durch den starken Kühlmittelverlust der Kern des Reaktors hätte freigelegt und überhitzt werden können. Bevor es dazu kam, konnte das Ventil wieder geschlossen werden. Einige Jahre später wurde der Störfall der Kategorie 3 auf der Internationalen Bewertungsskala für nukleare Ereignisse zugewiesen ...

 

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Aktuelles+ 24. September

 

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Fridays for Future | Demonstrationen weltweit

Fridays for Future fordert: "100-Milliarden-Euro-Sondervermögen für den Klimaschutz!"

Globaler Klimastreik: Aktionen in fast 600 Städten auf allen Kontinenten. In Deutschland wird eine Zeitenwende gefordert: "Spätestens jetzt ist der Moment, sich von fossilen Energien unabhängig zu machen und Erneuerbare in einem noch nie dagewesenen Tempo auszubauen."

Mancher mag gehofft – andere befürchtet – haben, die Schulstreiks und Demonstrationen für Klimaschutz seien vorbei, die Luft aus der Jugendbewegung sei raus. Doch dem ist nicht so, wie der gestrige Freitag zeigte.

Weltweit sind, wie angekündigt, Hunderttausende Menschen oder gar mehr für Klimaschutz und gegen die fortgesetzte Nutzung von Kohle, Öl und Gas auf die Straße gegangen. In einigen Ländern wie Südkorea wird es am heutigen Samstag weitere Kundgebungen geben. Eine unvollständige Aufstellung zeigt geplante Aktionen in fast 600 Städten auf allen Kontinenten.
(Auch an arktischen und antarktischen Forschungsstationen gab es kleine Kundgebungen.)

Aufgerufen hat die internationale Schulstreikbewegung Fridays for Future, für die es der elfte globale Aktionstag war. Unterstützt wurden die Jugendlichen von zahlreichen Umweltverbänden, den Scientists for Future und in einigen Ländern auch von Gewerkschaften. Aktionen gab es unter anderem in Bangladesch, in Österreich, in Indien, in Italien (hier eine Aktion auf der Rialto-Brücke in Venedig), in El Salvador, in Japan, in Uganda, in Pakistan und natürlich in Schweden.

Hierzulande gingen laut einer Presseerklärung des deutschen Zweigs des internationalen Netzwerks in über 270 Orten zwischen Aachen und Frankfurt/Oder, zwischen Flensburg und Konstanz 280.000 Menschen auf die Straße.
Gefordert wurde vor allem ein 100-Milliarden-Euro-Sondervermögen für den Klimaschutz und dass die reichen Industrienationen, für die den armen Ländern angerichteten Schäden aufkommen. Eine Forderung, wie sie am Dienstag auch UN-Generalsekretär António Guterres erhoben hatte ...

 

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Hintergrundwissen

 

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reaktorpleite.de

 

Karte der nuklearen Welt:

FFF Demonstrationen weltweit ...

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Die interne Suche:

Fridays for Future

brachte u.a. folgende Ergebnisse:

 

Newsletter XLVIII 2021 - 21. Oktober - Liebe Freundinnen und Freunde, ... 1.) Klimastreik 22. Oktober

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Newsletter XLIII 2021 - 20. September - Aktuelles+ Klimastreik / Uranmüllexport Russland / Gorleben / Schacht Konrad

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THTR-Rundbrief Nr. 153 - November 2020 - Rechtes nukleares (T)rollback wird scheitern!

 

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YouTube

 

Stichwortsuche: Fridays for Future

https://www.youtube.com/results?search_query=Fridays for Future

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Videos:

euro news - 01:30

"Fridays for future": Hundertausende demonstrieren gegen den Klimawandel

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tagesschau - 08:14

Fridays for Future: Weltweite Klimaproteste

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Deutsche Fernsehgeschichte - 01:06:28

Von wegen, wir haben nichts davon gewusst! Diese Sendung ist von 1958.

Atomstaub über uns - Gefahren radioaktiver Strahlung (Dokumentation, 1958)

 

Wird in einem neuen Fenster geöffnet! - YouTube-Kanal "Reaktorpleite" Playlist - Radioaktivität weltweit ... - https://www.youtube.com/playlist?list=PLJI6AtdHGth3FZbWsyyMMoIw-mT1Psuc5Playlist - Radioaktivität weltweit ...

In dieser Playlist finden sich über 150 Videos zum Thema

 

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Ecosia

Diese Suchmaschine pflanzt Bäume!

 

Stichwortsuche: Fridays for Future

https://www.ecosia.org/search?q=Fridays for Future

 

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Wikipedia

 

Fridays for Future

... Nach dem Vorbild der Initiatorin Greta Thunberg gehen Schülerinnen und Schüler freitags während der Unterrichtszeit auf die Straßen und protestieren. Der Protest findet weltweit statt und wird von den Schülern und Studenten organisiert; so sollen beispielsweise am ersten weltweit organisierten Klimastreik am 15. März 2019 fast 1,8 Mio. Menschen an den Demonstrationen von FFF teilgenommen haben.

Mittlerweile haben sich regional, national sowie weltweit zahlreiche Unterstützungsorganisationen gebildet, insbesondere die Scientists for Future.

Fridays for Future ist in Deutschland als nicht rechtsfähige Personenvereinigung organisiert und versteht sich als basisdemokratische Graswurzelbewegung (Oktober 2019) ...

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Klimawandel

Klimawandel, auch Klimaveränderung, Klimaänderung oder Klimawechsel, ist eine weltweit auftretende Veränderung des Klimas auf der Erde oder erdähnlichen Planeten oder Monden, die eine Atmosphäre besitzen. Die mit einem Klimawandel verbundene Abkühlung oder Erwärmung kann über unterschiedlich lange Zeiträume erfolgen. Ein wichtiges Unterscheidungsmerkmal besteht dabei zwischen jenen Witterungsverläufen, die im Rahmen eines Klimazustands beziehungsweise einer Klimazone erfolgen, und dem Klimawandel selbst, der die Wahrscheinlichkeit für das Auftreten bestimmter Wetterlagen erhöht oder vermindert.

Die gegenwärtige, vor allem durch den Menschen verursachte (anthropogene) globale Erwärmung ist ein Beispiel für einen sehr rasch verlaufenden, aber noch nicht abgeschlossenen Klimawandel. Hierfür wird in der öffentlichen Diskussion oftmals der Begriff Klimawandel als Synonym genutzt (dann aber als „Der Klimawandel“). Die durch den aktuellen Klimawandel hervorgerufene oder prognostizierte ökologische und soziale Krise wird auch als „Klimakrise“ bezeichnet ...

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Klimakatastrophe

Klimakatastrophe ist der Begriff für einen Klimawandel mit weltweiten katastrophalen Wirkungen. Dazu gehört auch eine unkontrollierte Globale Erwärmung, etwa als Treibhaus-Erde-Szenario. Besonders in den Massenmedien verwendet man den Begriff oft als Deutungsrahmen für befürchtete Folgen des menschengemachten Klimawandels. Mitunter bezeichnet man auch in der Klimafolgenforschung drastische Konsequenzen als Klimakatastrophe. Klimakatastrophen dienen als Motive in Literatur und Film. Die derzeitige politische, gesellschaftliche und technologische Klimakrise würde, falls sie nicht gelöst wird, in eine Klimakatastrophe münden ...

 

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Newsletter XXXVII 2022 - 17. bis 23. September

Zeitungsartikel 2022

 

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