Newsletter XVIII

20. - 24. April 2021

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Aktuelles+ Hintergrundwissen

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Vor 35 Jahren: Tschernobyl-GAU und gleichzeitig Störfall im THTR Hamm!

Radtour vom Hauptbahnhof Hamm zum THTR Hamm-Uentrop

Abfahrt:
Sonntag, den 25. April 2021 um 14 Uhr ab Willy-Brandt-Platz

Ankunft:
15.30 Uhr am THTR

Es gelten selbstverständlich die Coronaregeln: Abstand halten und Maske tragen. Die Veranstaltung ist angemeldet und wurde unter Auflagen genehmigt und aktuell nochmal bestätigt.

Im Jahr 1986 fand nicht nur in Tschernobyl der verheerende GAU in der Ukraine statt, sondern zeitgleich ein Störfall im gerade in Betrieb genommenen Thorium Hochtemperatur Reaktor (THTR) in Hamm. Die Betreiber des THTR versuchten, den Störfall zu vertuschen und stritten ab, dass die in Hamm gemessene Radioaktivität aus dem Hammer Reaktor kam. Während der überlangen Bauphase und den Inbetriebnahmeversuchen traten immer wieder Probleme und Pannen auf. Der Störfall 1986 war darauf zurückzuführen, dass radioaktive Kugelbrennelemente sich im Rohrsystem des Reaktors verklemmt hatten. Bei dem Versuch sie freizublasen wurden sie zerstört und teilweise als Staub hinausbefördert, was zu einer erhöhten Strahlenbelastung in der Umgebung führte.

Es kam in den folgenden Jahren zu vielen Massendemonstrationen, Aktionen des zivilen Ungehorsams und Blockaden am THTR, die zusammen mit weiteren Störfällen, Inbetriebnahmeproblemen und enormen Kostensteigerungen 1989 zur Stilllegung führten.

Der THTR als wichtiger Baustein der Generation IV-Reaktoren wird von der Atomindustrie weltweit trotz der schlechten Erfahrungen in Hamm immer noch als besonders sicher propagiert. Die bevorstehende Inbetriebnahme des HTR in China wird seit vielen Jahren verkündet, aber Probleme beim Bau führen auch hier zu erheblichen Verzögerungen. Beim THTR in Hamm ist zur Zeit nicht bekannt, ob und wann ein jahrzehntelang dauernder Rückbau stattfinden wird. Die 600.000 radioaktiven Brennelemente des THTR lagern immer noch in Ahaus in einer Lagerhalle, ein Endlager ist nicht in Sicht. Das Kapitel „Folgen der Atomkraft“ ist in Hamm noch lange nicht abgeschlossen.

Deswegen ist es für uns auch nach 35 Jahren wichtig, auf dieses Datum in Hamm mit einer Fahrradtour zum THTR aufmerksam zu machen. Geplanter Streckenverlauf ab Hamm Hbf (Willy-Brandt-Platz): Gustav-Heinemann-Straße, Westenwall, Nordenwall, Antonistraße, Widumstraße, Ostenallee, Alter Uentroper Weg, Mühlenstraße, Graevinghoffstraße, Siegenbeckstraße, THTR.

Aus Beckum und Ahlen werden ebenfalls AtomkraftwerksgegnerInnen zum THTR kommen.

Der eigentliche Tschernobyl-Jahrestag ist natürlich Montag, der 26. April. In Hamm findet die Fahrradtour bereits einen Tag vorher am Sonntag, den 25. April statt, um möglichst vielen Menschen die Teilnahme zu ermöglichen.

Veranstalter: Bürgerinitiative Umweltschutz Hamm, Hamm gegen Atom im Klimabündnis Hamm

 

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EU-Taxonomie

24.04.2021 - Kriterien für nachhaltige Investitionen weiter mangelhaft

Die EU ringt weiter um neue Kriterien für nachhaltige Investitionen. Die Einstufung von Gas und Atomkraft wurde erneut verschoben. Nachhaltigkeitskriterien für Forstwirtschaft und Bioenergie hingegen wurden beschlossen, stoßen jedoch auf Kritik.

Es ist ein elementarer Teil des europäischen Green Deals, mit einer neuen EU-Taxonomie-Verordnung sollen einheitliche und transparente Kriterien für nachhaltige Investitionen geschaffen werden. Ziel ist es, in der EU mehr Geld in nachhaltige Tätigkeiten zu lenken. Seit Monaten wird über die Umsetzung gerungen, vergangenen Mittwoch schließlich legte die EU-Kommission ein Maßnahmenpaket vor, am selben Tag, an dem auch das neue EU-Klimagesetz verabschiedet wurde.

Befürworter der Kernenergie und der fossilen Energien versuchen seit Monaten, dass Gas und Atomkraft zumindest als Übergangstechnologien unter nachhaltige Kriterien fallen. So stufte kürzlich auch eine Expertengruppe der EU-Kommission vom Joint Research Center (JRC) die Nutzung der Atomenergie als nachhaltig ein.

Laut dem JRC hätten Analysen keine wissenschaftlich fundierten Beweise dafür erbracht, dass die Kernenergie der menschlichen Gesundheit oder der Umwelt mehr schade als andere Stromerzeugungstechnologien, die bereits in der Taxonomie aufgeführt sind. Auch die Endlagerung des Atommülls in einem tiefengeologischen Endlager sei angebracht und sicher. Doch die für die Analyse zuständige Abteilung des JRC wird unter anderem von der Europäischen Atomgemeinschaft (EURATOM) finanziert ...

 

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24.04.2021 - Der schnelle Brüter und die Geschichte des Widerstands

1985 wird der Schnelle Brüter in Kalkar fertig. Doch er geht nie ans Netz. Jahrelange Proteste am Niederrhein gegen das geplante Atomkraftwerk.

Im Juli 1985 gibt Friedhelm Farthmann dem Spiegel ein aufsehenerregendes Interview. Er warnt davor „ein Höllenfeuer zu entfachen“. Es ist eine bemerkenswerte Wende, weil Farthmann, damals Vorsitzender der SPD-Landtagsfraktion, sich mit diesen Worten dagegen ausspricht, den Schnellen Brüter in Kalkar ans Netz zu nehmen. Ausgerechnet in dem Jahr, in das Milliarden-Projekt fertiggestellt wird und ausgerechnet Farthmann, der zuvor als Minister etliche Teilerrichtungsgenehmigungen für das Projekt erteilte, das wie kein ein anderes am Niederrhein heftige Proteste ausgelöst hatte ...

 

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23.04.2021 - 35 Jahre nach Tschernobyl: Deutsche Umwelthilfe warnt vor Wiederaufkommen der Atomkraft in Europa

- Baufällige Risikoreaktoren in Frankreich, Belgien, Tschechien und der Schweiz immer noch nicht abgeschaltet

- Trotz hoher Risiken und Kosten droht Atomkraft in der EU zu nachhaltiger Investition eingestuft zu werden

- Erneuerbare Energien stehen als Alternative bereit; Bilanz zum Tag der Erneuerbaren Energien zeigt aber mangelnde politische Unterstützung

Am 26. April 1986 explodierte der Reaktor in Block 4 des sowjetischen Atomkraftwerks Tschernobyl in der heutigen Ukraine. Es kam zum Super-GAU. Gewaltige Mengen radioaktiver Strahlung wurden freigesetzt, tausende Menschen starben und ganze Landstriche wurden auf Jahrhunderte verseucht. 35 Jahre nach dieser Katastrophe wird in der EU-Kommission darüber verhandelt, ob Investitionen in Atomenergie als nachhaltig eingestuft werden und damit in der EU-Taxonomie als nachhaltige Investments gelten sollen. Die DUH fordert die EU-Kommission und die EU-Mitgliedsstaaten auf, dieser Idee eine klare Absage zu erteilen und der Atomenergie jegliche Privilegien zu entziehen. Eine Entscheidung wurde aufgrund des beherzten Wiederstandes von Atomkraftgegnern zunächst vertagt und soll im Herbst 2021 getroffen werden ...

 

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23.04.2021 - Die Atomkraft taugt nicht im Kampf gegen die Klimakrise

35 Jahre nach dem GAU in Tschernobyl werden Rufe nach einer Renaissance der Technologie lauter. Das aber wäre ein gefährlicher Irrweg, warnt Sylvia Kottig-Uhl.

Die Katastrophe in Tschernobyl mit ihren verheerenden Auswirkungen auf die Ukraine und Europa jährt sich am Montag zum 35. Mal. Auch der GAU von Fukushima liegt schon zehn Jahre zurück. Mit der Zeit verblassen die Erinnerungen – deshalb halten einige die Atomenergie wegen der Klimakrise und des noch immer übermäßigen Einsatzes von Kohle schon wieder für das kleinere Übel. Andere plädieren für Atomkraftwerke als Partner der erneuerbaren Energien. Und es gibt jene, die der Atomkraft eine blühende Zukunft voraussagen.

Diese drei Sichtweisen haben eines gemeinsam: Sie ignorieren alle relevanten Fakten. Die Atomenergie spielt global mit gut vier Prozent Anteil am Primärenergieverbrauch nur eine geringe Rolle. Außerdem ist der Kraftwerkspark stark überaltert. In diesem Jahrzehnt stehen 200 Abschaltungen 46 Neubauprojekte gegenüber. Das hat seine Gründe.

Die kommerzielle Nutzung der Atomkraft, ein Nebenprodukt der militärischen Entwicklung, hat nie den nötigen Grad Wirtschaftlichkeit erreicht ...

 

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Tschernobyl-Opfer

23.04.2021 - Werden Strahlungsschäden vererbt?

Am 25. April 1986 explodierte Block 4 des Kernkraftwerks von Tschernobyl. Er brannte tagelang und setzte dabei gewaltige Mengen an Radioaktivität frei. Das traf die Menschen, die damals nach der Katastrophe aufgeräumt haben. Haben sie die dabei erlittenen Strahlenschäden an ihre Kinder weitergegeben?

Die Frage wird seit den Atombombenabwürfen auf Hiroshima und Nagasaki diskutiert: Sind Strahlenschäden vererbbar? Bei den Kindern und Kindeskindern der Überlebenden zeigte sich bislang keine Zunahme von Erbkrankheiten. Doch es gibt auch andere Ergebnisse. In Mäuseversuchen traten über Generationen hinweg genetische Veränderungen auf. Und auch einzelne, kleinere Studien am Genom von Kindern, deren Eltern der Strahlung von Tschernobyl ausgesetzt gewesen waren, ergaben Hinweise auf vererbbare Mutationen. Allerdings schienen diese Mutationen keine gesundheitlichen Folgen zu haben.
Studie an „Liquidatoren“ und deren Kindern

Um der Sache auf den Grund zu gehen, haben Forscher des US National Cancer Institutes zusammen mit ihren ukrainischen Kollegen eine größere Gruppe von Tschernobyl-Liquidatoren und ihren Kindern untersucht ...

 

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23.04.2021 - Camp Century – Stadt unter dem Eis

Propaganda-Objekt, geheime Militärbasis und ein giftiges Erbe

Unter dem Codenamen „Project Iceworm“ plant das US-Militär Anfang der 1960er Jahre geheime Raketenbasen unter dem Grönland-Eis. Als Testfeld dafür dient „Camp Century“ – eine subglaziale Stadt. Doch die als Triumph der Technik gefeierte Anlage wird Opfer des sich bewegenden Eises. Heute droht ihr giftiges Erbe wieder zutage zu treten.

Es klingt wie aus einem James-Bond-Film: In einem riesigen Tunnelsystem unter dem Eis sollten bis zu 600 mobile Atomraketen verborgen und im Falle eines Atomkriegs abgefeuert werden. Von diesem Vorhaben erfuhr jedoch weder die für Grönland zuständige dänische Regierung etwas noch die Öffentlichkeit. Ihr wurde „Camp Century“ stattdessen als Meisterleistung US-amerikanischer Ingenieurstechnik verkauft und als Forschungsstandort für künftige Mondstationen ...

Der erste mobile Atomreaktor

Ein Beispiel dafür war die hochgradig experimentelle Technik, die Camp Century seine Energie lieferte: der weltweit erste mobile Atomreaktor PM-2A. Die mit Uran-235 als Kernbrennstoff betriebene Anlage wurde im Auftrag der US-Armee von der American Locomotive Company entwickelt und so konzipiert, dass sie in Einzelteile zerlegt und am gewünschten Ort wieder zusammengebaut werden konnte.

Jedes Einzelmodul des mobilen Reaktors wog mehr als 350 Tonnen und wurde in einer Karawane von Raupenfahrzeugen über das Eis von Thule nach Camp Century transportiert. Dort montierten Ingenieure die Reaktoren in einem der Tunnel zusammen und im Oktober 1960 nahm das Atomkraftwerk von Camp Century seinen Betrieb auf. Es produzierte zwei Megawatt Strom sowie Wärme für Warmwasser und Heizung ...

 

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23.04.2021 - Grundwasser: Ein Fünftel der Brunnen könnte austrocknen

Sinkende Grundwasserspiegel gefährden die Wasserversorgung von Milliarden Menschen

Schwindende Ressource: Bis zu 20 Prozent der Grundwasserbrunnen weltweit sind vom Austrocknen bedroht. Denn sie sind nicht tief genug, um trotz sinkender Grundwasserspiegel weiter Wasser zu fördern, wie nun eine Studie im Fachmagazin „Science“ enthüllt. Sie zeigt auch, dass selbst neue Brunnen teils nicht an künftig tiefer liegende Wasservorräte angepasst sind. Damit könnten auch soziale Konflikte drohen.

Grundwasser ist die primäre Wasserquelle für fast die Hälfte der Weltbevölkerung. Es macht 96 Prozent der nichtgefrorenen Süßwasservorräte unseres Planeten aus. Doch in vielen Teilen der Welt werden die Reserven schneller ausgebeutet als sie sich wieder auffüllen können. Steigende Nachfrage – etwa für landwirtschaftliche und industrielle Zwecke – und schlechtes Management haben dazu geführt, dass viele Reservoire übernutzt sind.

Hinzu kommt, dass der Klimawandel den Nachschub gefährdet. Niederschläge verschieben sich oder bleiben aus, sodass Regionen wie der Mittelmeerraum Gefahr laufen, auszutrocknen. Viele Länder haben schon jetzt in Dürreperioden mit akutem Wassermangel zu kämpfen. Viele Grundwasserbrunnen trocknen zeitweise oder dauerhaft aus ...

 

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23.04.2021 - Kanada präsentiert Mammut-Programm für Klimaschutz

Trudeau will Milliarden investieren, um Öffis, E- und Wasserstoffautos zu fördern und klimaneutral zu wirtschaften. Ladesäulen sollen nach Strommenge abrechnen.

Ladestrom für Kanadas Elektrofahrzeuge soll in Zukunft nicht mehr nach der an der Ladesäule verbrachten Zeit, sondern nach gezogener Energiemenge abgerechnet werden. Die derzeit übliche Zeitabrechnung benachteiligt Besitzer langsam ladender Autos. Die Umstellung klingt banal, ist aber nicht billig: Der aktuelle Budgetplan der Regierung sieht für die Ausarbeitung neuer Abrechnungsstandards 56 Millionen kanadische Dollar (1 Euro sind etwa 1,5 kanadische Dollar) vor, verteilt auf fünf Jahre. Im Vergleich zu anderen "grünen" Budgetposten ist das aber ein Klacks.

Zu den im Februar angekündigten 15 Milliarden Dollar für den öffentlichen Personenverkehr, darunter neue U-Bahn-Linien, elektrische Autobusse, sowie die Verbesserung des Bahnangebotes zwischen Toronto, Ottawa, Montréal und Québec City, kommen nun weitere 17,6 Milliarden Dollar für Öko-Programme hinzu. Ob das Budget so oder abgewandelt beschlossen wird, ist jedoch offen ...

 

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MiK wird nervös und der Druck steigt ...

22.04.2021 - Biden zum Erhalt der US-Atomflotte gedrängt

Der Vorsitzende des Ausschusses für Energie und natürliche Ressourcen des US-Senats, Joe Manchin, hat Präsident Joe Biden dringend aufgefordert, den Weiterbetrieb der zivilen Atomflotte der USA zu unterstützen und weitere Anlagenschließungen zu verhindern. In einem Brief an den Präsidenten vom 20. April sagte Manchin, dass die Verhinderung der Schließung bestehender Kernkraftwerke entscheidend für die Emissionsreduzierung und die Zuverlässigkeit des Stromnetzes ist.

Die Gesamtzahl der Kernkraftwerke in den USA ist in den letzten zwei Jahrzehnten von 104 auf 94 gesunken, etwa 5,1 GW an Kernkraftwerkskapazität werden in diesem Jahr voraussichtlich vom Netz gehen, so Manchin in dem Brief. "[W]enn sich die Politik nicht ändert, wird die Hälfte der aktuellen Kernkraftwerksflotte bis 2030 vom Netz gehen. Im Jahr 2019 verhinderte die Kernenergie den Ausstoß von 476 Millionen Tonnen Kohlendioxid und stellte 55% der gesamten emissionsfreien Elektrizität in den Vereinigten Staaten dar. Jede weitere Stilllegung wäre dem Erreichen der Klimaziele abträglich", sagte er ...

Übersetzt mit www.DeepL.com/Translator (kostenlose Version)

 

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Rückbau von Atomkraftwerken

22.04.2021 - Strahlen, Schutt und Streit

In diesem und im kommenden Jahr werden die letzten deutschen Atomkraftwerke abgeschaltet. Doch das Kapitel der Kernenergie in Deutschland ist damit noch nicht abgeschlossen. Noch immer wird nach einem Endlager für den Atommüll gesucht. Und auch der Rückbau der Meiler ist kompliziert und teuer.

Damit ein Bauteil als freigemessen gilt, darf der Grenzwert von 10 Mikrosievert pro Jahr nicht überschritten werden. Der überwiegende Teil der Kraftwerksmasse kann also wiederverwertet werden. Doch gibt es eine kleine Materialmenge, die zwar nicht als radioaktiv eingestuft wird, aber trotzdem nicht recycelt werden kann. Das sind zum Beispiel Teile, die Asbest enthalten, aber auch Isolierungen oder Mineralwolle.

Insgesamt geht es um rund 50.000 Tonnen nicht wiederverwertbaren Bauschutt aus den drei Schleswig-Holsteinischen Atomkraftwerken. Diese Materialien sollen auf Deponien entsorgt werden. Laut dem Umweltministerium in Kiel bestehen dabei keine Gefahren für die Gesundheit ...

 

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22.04.2021 - Israel - Syrische Boden-Luft-Rakete schlägt nahe Atomreaktor ein

Jerusalem (Reuters) - Eine fehlgeleitete syrische Rakete ist nach Angaben der israelischen Armee in der Nähe des Atomreaktors bei Dimona explodiert.

Das Rakete vom Typ SA-5 sei bei einem Angriff auf israelische Flugzeuge abgefeuert worden, habe ihr Ziel verfehlt und das Gebiet von Dimona erreicht, sagte ein israelischer Militärsprecher in der Nacht zum Donnerstag. Der Reaktor sei nicht getroffen worden. Ein Reuters-Reporter, etwa 90 Kilometer nördlich von Dimona, hörte das Geräusch einer Explosion Minuten bevor das Militär twitterte, dass Sirenen in der Region ausgelöst worden waren. Es gab keine unmittelbaren Berichte über Verletzte oder Schäden in Israel ...

 

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21.04.2021 - 35 Jahre nach Tschernobyl – und die Geschichte ist nicht zu Ende!

Am 26.4.1986 um 1:23:44 kam es im sowjetischen Atomkraftwerk Tschernobyl zur bisher größten Atomkatastrophe in der Geschichte.

Durch eine Reihe von teilweise kriminellen Aktivitäten geriet Reaktor 4 völlig außer Kontrolle. Eine unkontrollierbare Kettenreaktion setzte ein, zerstörte den Reaktor und setzte Unmengen von Radioaktivität in die Umwelt frei und die Geschichte ist auch heute nicht zu Ende!

Was war passiert?

„In einem Test versuchte man herauszufinden, wie lange die Turbine noch Strom liefert, wenn man den Reaktor abschaltet. Dazu wurde er auf Höchstleistung hochgefahren und dann abgeschaltet. Weil die Sicherheitssysteme das aber nicht zuließen, wurde sie einfach ausgeschaltet und das war der Grund, warum es zu dieser Katastrophe überhaupt kommen konnte“, erinnert sich Manfred Doppler vom Anti Atom Komitee ...

 

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Krise zwischen Prag und Moskau

20.04.2021 - Tschechien will keinen russischen Atommeiler

Die Entscheidung folgt auf einen Bericht über einen Anschlag russischer Agenten. Sie richtet sich auch gegen den Kurs von Staatspräsident Miloš Zeman.

Nach der Ausweisung von 18 russischen Diplomaten ist Tschechien in der Krise mit Russland den nächsten Schritt gegangen. Die staatliche Agentur Rosatom wurde vom Wettbewerb um den Bau des neuen Atommeilers im Kernkraftwerk Dukovany bei Brünn ausgeschlossen. Der tschechische Inlandsgeheimdienst BIS hatte seit Jahren vor einer russischen Beteiligung gewarnt, das Sicherheitsrisiko und die Gefahr der Abhängigkeit und politischen Einflussnahme seien zu hoch.

Mit den Maßnahmen reagiert Prag auf einen Bericht des Geheimdienstes, den die tschechische Regierung am Wochenende veröffentlicht hat. Demnach haben zwei russische Agenten Explosionen in einem Munitionslager in Vrbětice Ende 2014 verursacht, zwei Menschen waren dabei gestorben.

Die Entscheidung gegen Rosatom ist auch eine Entscheidung gegen den Kurs von Staatspräsident Miloš Zeman, der offensiv die Nähe zu Russland und auch China sucht und der wiederholt den Geheimdienst BIS attackierte und die Absetzung von dessen Chef wünscht ...

 

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20.04.2021 - Bund muss Anschlussförderung für alte Windräder herunterfahren

Auf Druck der EU-Kommission muss die Bundesregierung die gerade erst beschlossene Reform des Erneuerbare Energien Gesetz (EEG) ändern. Grund sind beihilferechtliche Bedenken.

Die Bundesregierung muss geplante Anschlusshilfen für alte Windräder herunterfahren, die nicht mehr in die EEG-Förderung fallen. Grund sind beihilferechtliche Bedenken der Brüsseler Wettbewerbsbehörde, wie es aus Kreisen des Bundeswirtschaftsministeriums hieß. Geplant sei nun eine beihilfefeste Regelung. Diese sei mit den Koalitionsfraktionen abgestimmt und werde derzeit in der Bundesregierung abgestimmt. Außerdem sind Verbesserungen bei der Netzanbindung von Windparks auf hoher See geplant.

Anfang 2021 war für die ersten Windanlagen die Förderung nach dem Erneuerbare-Energien-Gesetz (EEG) ausgelaufen, weil sie älter werden als 20 Jahre. Die Branche hatte große Sorge, dass dann viele Anlagen vom Netz gehen, weil der Betrieb sich nicht mehr lohnt.

Die Ende 2020 verabschiedete EEG-Reform sah umfassende Regelungen für die Altanlagen vor. Es sollte für sie über eine Verordnung eine eigene, neue Förderung mit einem Anspruch auf eine Einspeisevergütung geschaffen werden, auf die Betreiber sich über Ausschreibungen bewerben können sollten. Diese Regelung wollte Brüssel aber nicht akzeptieren, weil dank der 20-jährigen EEG-Förderung die Anlagenbetreiber ihre Investitionen lange amortisieren konnten ...

 

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20.04.2021 - Solarthermie - Umstieg auf Erneuerbare Wärme wird gefördert

Wer seinen alten Heizkessel entsorgt und auf eine Solarthermieanlage umsteigt, kann eine lukrative Förderung vom Staat bekommen. Bis zu 50 Prozent der Kosten werden gefördert – ein Anreiz für erneuerbare Wärme im Gebäudebestand.

Die verschiedenen Förderprogramme für energieeffiziente Gebäude und das Heizen mit Erneuerbaren Energien sind seit Jahresbeginn in einem einzigen Programm vereint. Die Bundesförderung für effiziente Gebäude (BEG) – so heißt das Programm – unterscheidet Wohngebäude, Nichtwohngebäude und Einzelmaßnahmen.

Grundsätzlich können Hausbesitzer zwischen einem Investitionszuschuss oder einem zinsgünstigen Kredit mit Tilgungszuschuss wählen. Der Tilgungszuschuss ist gleich groß wie der Investitionszuschuss. Bisher ist allerdings nur die Zuschussförderung im Teilprogramm BEG Einzelmaßnahmen über das BAFA (Bundesamt für Wirtschaft und Ausfuhrkontrolle) möglich. Ab Juli 2021 sollen dann die Kreditvariante BEG Einzelmaßnahmen über die KfW und die beiden anderen Teilprogramme BEG Wohngebäude und BEG Nichtwohngebäude folgen ...

 

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Brisante Vorhersage

20.04.2021 - Experte prophezeit weitere Nuklearkatastrophe wie in Fukushima

Artikel von Tobias Möllers aus www.fr.de

Der Mann, der die schlimmste Nuklearkatastrophe seit Tschernobyl vorhersagte, sieht ein weiteres Fukushima auf uns zukommen. Besonders ein Land sei gefährdet.

Tokio - Toshio Kimura ist der Nuklearingenieur, der Japans Atomkatastrophe in Fukushima im Jahr 2011 vorhergesagt hat, schon sechs Jahre bevor es passierte. Eben dort, in Japan, fürchtet der Experte weitere Störfälle eines katastrophalen Ausmaßes. „Es gibt eine sehr starke Möglichkeit, dass es eine weitere nukleare Katastrophe in Japan gibt“, sagte Kimura zu „The Daily Beast“.

Besonders dem Unternehmen, das die größten Kernkraftwerke in Japan verantwortet, könne nicht vertraut werden. Das Unternehmen, auf das er sich bezieht, ist sein ehemaliger Arbeitgeber, die Tokyo Electric Power Company Holdings (TEPCO). TEPCO betrieb mit Fukushima auch die Anlage, die im März 2011 eine historische Kernschmelze nach einem Offshore-Erdbeben erlitt. Das Beben löste einen Tsunami aus, der die TEPCO-Reaktoren überflutete, tödliche Strahlung freisetzte und die Evakuierung von 160.000 Menschen erzwang.

Atomkatastrophe in Fukushima: Weiter Nuklearunfall in Japan droht

Japan liegt im „Ring of Fire“, einer Region um einen Großteil des Randes des Pazifischen Ozeans, in der Vulkanausbrüche und Erdbeben häufig sind. Der Bau von Atomreaktoren in Japan ist daher schon an und für sich ein hochriskantes Unterfangen. Wenn Atomkraft-Betreiber dann noch unzuverlässig sind und Sicherheitsstandards unterlaufen, potenziert dies das Risiko weiter.

Ein Jahr nach Fukushima kam dann auch eine Untersuchung durch ein japanisches Parlamentsgremium zu dem Schluss, dass die Katastrophe „obwohl durch diese katastrophalen Ereignisse ausgelöst, zutiefst von Menschen gemacht“ sei. Begründet wurde dies mit „einer Vielzahl von Fehlern und vorsätzlicher Fahrlässigkeit“ in der Anlage von Fukushima.

Japan: Nuklear-Behörde verbietet Neustart der Kashiwazaki-Anlage

Letzte Woche verbot Japans Nuklearregulierungsbehörde (NRA) TEPCO den Neustart seiner Kashiwazaki-Anlage, die mit sieben Kernreaktoren das leistungsstärkste Kraftwerk der Welt war. Die Anlage liegt - wie Fukushima - an der Küste. Die Behörde befand, dass der Komplex mit großen Sicherheitslücken durchsetzt sei, die es zu einem Ziel für Terroristen machen könnte.

Die Inspektoren fanden laut „The Daily Beast“ 16 Stellen, an denen ein unbefugtes Eindringen in die Anlage möglich war – und einen Vertuschungsversuch von TEPCO obendrein. Das Energieversorgungsunternehmen hätte zwar einige seiner defekten Geräte an die Regierung gemeldet, bei den Backup-Systemen, die das Problem beheben sollten, hätte es aber gelogen.

Japan: TEPCO „in keiner Weise qualifiziert, ein Atomkraftwerk zu betreiben“

Ex-Mitarbeiter Kimura urteilt: „Das ist nur ein weiteres Beispiel dafür, wie dieses Unternehmen Missetaten vertuscht, wie sie [TEPCO] es immer tun. Man kann nur sagen, dass sie in keiner Weise qualifiziert sind, ein Atomkraftwerk zu betreiben.“

Bereits im Jahr 2005, nach seinem Ausscheiden aus dem Unternehmen und sechs Jahre vor der Atomkatastrophe von Fukushima, schrieb Kimura in einem Artikel, dass „wenn das Kraftwerk von einem Tsunami getroffen wird, die Pumpen Meerwasser als Kühlmittel verwenden und die Notstromversorgung wahrscheinlich zusammenbrechen wird. Und als Ergebnis wird es eine Schmelze des Reaktorkerns geben.“

Atom-Aufseher wütet gegen TEPCO: „Verarschen sie uns nur?“

In seinem neuen Buch „How Nuclear Energy Will Destroy The Nation“ (Wie die Atomenergie die Nation zerstören wird) weist Kimura darauf hin, dass TEPCOs hartnäckige Vertuschungen zu nuklearen Sicherheitsvorschriften geführt haben, die grundlegend fehlerhaft sind. Jetzt stimmt dem auch Japans Atombehörde zu. Die Ankündigung in der letzten Woche dient als faktische Anordnung, den Betrieb auszusetzen.

In einer Pressekonferenz zu dem TEPCO-Kraftwerk Anfang des Jahres kam es gar zu einer wütenden Tirade des NRA-Vorsitzenden Toyoshi Fuketa. Während er TEPCOs Versäumnis wirksame alternative Maßnahmen zu ergreifen, um mit den Sicherheitsproblemen umzugehen, erläuterte, steigerte sich Fuketa in einen Wutanfall: „War es Unehrlichkeit?“, fragte er. „Haben sie das Problem erkannt und nichts getan? Gibt es ein Problem mit ihren technologischen Fähigkeiten? Verarschen sie uns nur?“

Auch wenn die Behörden TEPCOs unmittelbare Nuklearpläne nun ausgestoppt haben, fürchten Experten, dass Japans nukleare Gefahren noch lange nicht behoben sind. „TEPCO hat so lange gelogen und wichtige Sicherheitsdaten gefälscht, wie es Atomkraftwerke betrieben hat. Eine Verzögerung von einem Jahr oder so ist ein Klaps auf die Hand für ein Unternehmen, das die Aufsichtsbehörden in die Irre geführt und die Sicherheit systematisch vernachlässigt hat“, sagt auch Jeff Kingston, Professor an der Temple University in Tokio, gegenüber „The Daily Beast“.

Verbliebene Atomreaktoren in Japan kämpfen mit Sicherheitsproblemen

Heute sind immer noch vier Atomreaktoren in Japan in Betrieb – zwei in Fukui, einer in Saga und einer in Kagoshima – und alle vier haben mit Sicherheitsproblemen zu kämpfen.

Die Kansai Electric Power Company (KEPCO) etwa, die zwei der Kernkraftwerke betreibt, steht in Japan im Mittelpunkt eines Korruptionsskandals, bei dem es um massive Bestechungsgelder und Schmiergeldzahlungen an und von einem städtischen Beamten über drei Jahrzehnte hinweg geht. Ende letzten Jahres entschied das Bezirksgericht Osaka, dass zwei Reaktoren des Kernkraftwerks in Fukui durch ein schweres Erdbeben gefährdet sind, obwohl sie von der Atomaufsichtsbehörde NRA die Genehmigung zum Wiederanfahren erhalten hatten. Letztes Jahr musste das KEPCO-Kraftwerk Takahama den Betrieb von zwei Kernreaktoren aussetzen, nachdem es versäumt hatte, angemessene Einrichtungen zur Terrorabwehr zu bauen.

Das Kraftwerk Genkai Power in Saga, das von der Kyūshū Electric Power Company betrieben wird, hat seit seiner Reaktivierung im März 2018 ebenfalls mit einer Reihe von Problemen zu kämpfen, darunter Dampflecks und schlecht funktionierende Kühlpumpen. Letzten Monat wies laut „The Daily Beast“ allerdings ein lokales Bezirksgericht eine Klage von Anwohnern ab, die Produktion zu stoppen, und entschied, dass das Kraftwerk nach den neuen Richtlinien ausreichend sicher vor vulkanischer und seismischer Aktivität sei.

Japan: Atomkraftwerke sind berüchtigt für schlechte Sicherheitsvorkehrungen

Dabei sind Japans alternde Atomkraftwerke seit langem berüchtigt für schlechte Sicherheitsvorkehrungen. Zudem wurden sie vor und auch noch nach dem Fukushima-Atomunfall oft von Gruppen des organisierten Verbrechens mit Arbeitskräften versorgt. Noch immer sind Hintergrundüberprüfungen nicht vorgeschrieben. Die Situation ist so schlimm, dass zwei ehemalige Premierminister rivalisierender Parteien im März dieses Jahres eine gemeinsame Pressekonferenz abhielten, in der sie den Ausstieg Japans aus der Atomkraft forderten. Auch die meisten japanischen Bürger scheinen diese Sichtweise zu teilen, 53 Prozent sind gegen die Wiederinbetriebnahme der Atomreaktoren des Landes.

Hinzu kommt, dass der Umgang mit Atomkraft nicht mehr nur Japans Problem ist. Letzte Woche kündigte die Regierung an, dass Japan innerhalb von zwei Jahren radioaktive Abfälle, die immer noch aus dem Atomunfall von 2011 überlaufen, in den Ozean ablassen will.

 

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reaktorpleite.de

 

Karte der nuklearen Welt:

Wer zahlt für den nächsten Super-Gau? 

 

The English version of this world map:

https://www.google.com/maps/d/viewer?mid=1fCmKdqlqSCNPo3We1TWZexPjgNDQOaLD

 

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Die Suche in der reaktorpleite.de mit dem Suchwort 

     
  Super-Gau  
     

 

brachte u.a. folgende Ergebnisse:

 

25.04.2017 - Unfall in grenznahem AKW Niemand haftet für den Super-GAU

Artikel von Jürgen Döschner aus www.tagesschau.de

Tihange, Fessenheim, Temelin - Deutschland ist umgeben von alten Atomkraftwerken. Die Angst vor einem schweren Unfall steigt. Neue Studien zeigen nun: Die Opfer eines Super-GAU würden weitgehend auf den Schäden sitzen bleiben.

Atomkatastrophen verursachen gigantische Schäden - auch finanziell. Allein Tepco, der Betreiber des AKW Fukushima, hat bislang rund 60 Milliarden Euro Schadenersatz gezahlt. Im dichtbesiedelten Europa wären die Schäden bei einem Super-GAU noch größer und würden weit über die Grenzen hinweg spürbar sein. Um die Haftung in solchen Fällen zu regeln, gibt es gleich fünf internationale Abkommen.

"Das Problem dabei ist nur, dass die zu erwartenden Kosten um ein Vielfaches höher sein werden, als die in den Abkommen festgelegten Haftungssummen und Deckungsvorsorgesummen", sagt Lena Reuster, Wissenschaftlerin beim "Forum Ökologische und Soziale Marktwirtschaft" (FÖS). "Die Kosten eines Super-GAU liegen eher im dreistelligen Milliardenbereich, und die Haftungsgrenzen der Betreiber, die liegen eher im dreistelligen Millionenbereich."

Reuster ist Autorin einer Studie zum Thema. Berechnungen zeigen, dass ein Super-GAU wie der in Tschernobyl oder Fukushima, Kosten in Höhe von 100 bis 400 Milliarden Euro verursacht. Haften müssen die AKW-Betreiber jedoch in den meisten Staaten nur bis zu einer Obergrenze von unter einer Milliarde, lediglich in Belgien und den Niederlanden sind es 1,2 Milliarden Euro ...

 

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Wenn über Atomunfälle gesprochen wird, so geht es meist um Fukushima 2011 und Tschernobyl 1986. Schon der Unfall in Harrisburg 1979 ist uns irgendwie nicht mehr so richtig in Erinnerung, obwohl die Freisetzung von Radioaktivität in Harrisburg mehr als doppelt so hoch war wie in Fukushima. Dann wären da noch Majak und Windscale/Sellafield, beide im Jahre 1957 usw. ...

 

NAMS - Nuclear Accident Magnitude Scale

bewertet die Schwere eines Atomunfalls anhand der Freisetzung von Radioaktivität (sortiert nach Release TBq), die Kosten in Millionen US-Dollar beziehen sich auf den Dollarkurs von 2013 …

 

Das dreckigste Dutzend:

 

Date

Location

Release TBq
Terabecquerel
NAMS

INES

Cost
(mil. US$)
April/26/1986 Tschernobyl, Ukraine 5,2 Mio. 8 7 32078.5
März/28/1979 Three Milles Island, USA 3,7 Mio. 7,9 5 2773.4
März/11/2011 Fukushima, Japan 1,59 Mio. 7,5 7 166088.7
Sept./29/1957 Majak, Kyshtym, USSR 1,0 Mio. 7,3 6 2351.4
Sept./11/1957 Rocky Flats, USA 7800 2,3 5 8189.0
April/01/1967 Majak, USSR 5600 5 5 0
April/06/1993 Seversk, Tomsk 7, Russia 3500 4,8 4 51.4
Okt./07/1957 Windscale, UK 1786 4,6 5 89.9
März/25/1955 Sellafield, UK 1000 4,3 4 4400
Mai/01/1968 Sellafield, UK 550 4 4 1900
Juni/19/1961 Sellafield, UK 540 4 3 800
April/10/2003 Paks, Hungary 360 3,9 3 42.8
           

 

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NAMS + INES - Nuclear Power Accidents (PDF)

 

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Wikipedia

 

Super-Gau - Auslegungsüberschreitende Störfälle

Als auslegungsüberschreitende Störfälle werden Unfälle bezeichnet, bei denen stärkere Belastungen auftreten als beim oben definierten Auslegungsstörfall. Bei einer Freisetzung von Radioaktivität jenseits der gesetzlich festgelegten Grenzwerte ist definitionsgemäß der Rahmen des Auslegungsstörfalls überschritten, es handelt sich um einen auslegungsüberschreitenden Störfall.

Streng genommen erfüllt ein Unfall ab der INES-Stufe 5 diese Bedingung. Ein auslegungsüberschreitender Störfall mit INES-Stufe 5 ereignete sich beispielsweise 1957 im britischen Nuklearkomplex Sellafield (früher Windscale, siehe Windscale-Brand) und auch im amerikanischen Kernkraftwerk Three Mile Island (1979). Es ist jedoch in der Politik beziehungsweise Presse üblich, erst schwere und katastrophale Unfälle als „Super-GAU“ zu bezeichnen (INES 6 und INES 7). Bekannteste Beispiele für Super-GAUs sind die Katastrophen von Fukushima (2011) und Tschernobyl (1986). In manchen Fällen wurden der Standort und seine Umgebung auf lange Zeit unbewohnbar, beispielsweise die vier Kilometer vom Kernkraftwerk Tschernobyl gelegene Stadt Prypjat.

Maßnahmen für den Fall auslegungsüberschreitender Störfälle sind im Notfallhandbuch des jeweiligen Kraftwerks festgelegt. Mögliche auslegungsüberschreitende Störfälle werden außerdem in die Katastrophenschutzplanungen der Behörden einbezogen. Durch Stresstests können zudem die Sicherheitsreserven ermittelt werden, die bei auslegungsübergreifenden Störfällen noch zur Verfügung stehen, um etwaige Auswirkungen auf die Umwelt zu mindern.

Durch einen auslegungsüberschreitenden Störfall geht in der Regel die Investition in die betroffene kerntechnische Anlage vollständig verloren. Kosten für Notfallmaßnahmen, für die Beseitigung der Unfallschäden (soweit möglich) und volkswirtschaftliche Kosten (beispielsweise durch zusätzliche Krebserkrankungen) können die bis dahin erwirtschafteten Betriebsgewinne um ein Vielfaches überschreiten. Diese Risiken versichert kein Versicherungsunternehmen; den größten Teil tragen die Staaten, also deren Steuerzahler.

 

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AtomkraftwerkePlag

 

Weitere Atomunfälle und Störfälle

"Die Geschichte lehrt dauernd, aber sie findet keine Schüler."
(Ingeborg Bachmann)

Neben den Katastrophen von Fukushima und Tschernobyl haben sich weitere Atomunfälle ereignet, die zu großen radioaktiven Verseuchungen führten, wie in Majak oder Tomsk, oder Störfälle, die nur aufgrund glücklicher Umstände nicht in einem GAU endeten. Allein diese Ereignisse müssten ausreichen, die Gefahren der Nutzung "friedlicher" Atomenergie vor Augen zu führen.

Nach einer Schätzung aus dem Jahr 2012 verursachten die Unfälle zusammen mit den Katastrophen von Tschernobyl und Fukushima Kosten in Höhe von 471 Mrd. US-Dollar ...

 

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Weiter zu: Zeitungsartikel 2021

 

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