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27. - 01. Februar 2021

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Aktuelles+ Hintergrundwissen

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01.02.2021 - Die Komplexität der Stromversorgung nimmt zu

Steht in Deutschland ein Blackout bevor, weil Gesellschaft und Politik auf Erneuerbare setzen und wären Kernkraft und Steinkohle die Lösung?

Die Nachrichten vom Beinahe-Blackout am 8. Januar sorgten für viel Aufregung, Alarm ("Die Stromversorgung ist massiv gefährdet") und Schuldzuweisungen, in deren Fokus die Energiewende steht. Dabei war Deutschland von den Unregelmäßigkeiten im Januar wohl gar nicht betroffen. Ein Sprecher der Bundesnetzagentur (BNetzA) lässt sich hierzu mit den folgenden Worten zitieren:

"Am 8. Januar 2021 kam es nachmittags zu einer Störung im kontinentaleuropäischen Stromübertragungsnetz und dadurch zur temporären Abtrennung der Region Süd-Ost-Europa (u. a. Griechenland/Nord-Mazedonien/Bulgarien/Serbien/Rumänien/Bosnien und Herzegowina/Türkei/Kroatien). In Deutschland kam es zu keinen Beeinträchtigungen im Übertragungsnetz. Die Abtrennung dauerte von 14:05 Uhr bis 15:08 Uhr; um 15.08 Uhr konnten die Teilbereiche wieder miteinander verbunden werden. Um 15:27 Uhr wurde wieder zum Normalbetrieb übergegangen ..."

 

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01.02.2021 - Atommülllager Asse: BGE startet Probebohrungen

Mit zwei Probebohrungen wird die Räumung des Atommülllagers Asse bei Remlingen weiter vorbereitet. Erkundet werde das Gebiet östlich der Schachtanlage Asse II im Landkreis Wolfenbüttel.

Das teilte die Bundesgesellschaft für Endlagerung (BGE) mit. Dort soll das Rückholbergwerk inklusive des neuen Schachts Asse 5 errichtet werden, mit dem ab 2033 die radioaktiven Abfälle aus der Asse geholt werden sollen. Die Bohrungen sollen bis in 1.000 Meter Tiefe reichen ...

 

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01.02.2021 - China startet ins Atom-Zeitalter - mit einer alten Idee von Siemens

China ist der weltweit größte CO2-Verursacher. Um bis 2060 klimaneutral zu werden, setzt Peking voll auf Atomkraft. Jetzt geht das erste eigene AKW in Betrieb. Schon bald will das Land Kraftwerke exportieren.

Für Peking ist es ein Triumph. China hat den kommerziellen Betrieb seines ersten ohne ausländische Hilfe gebauten Atomkraftwerk aufgenommen. Früher bewarb sich beispielsweise Siemens um neue Atomkraftwerke in China oder zumindest um die Nachrüstung russischer Reaktoren vor Ort mit westlicher Sicherheitstechnik.

Das ist lange her. Vor rund zehn Jahren stieg Siemens nach der Reaktorkatastrophe im japanischen Fukushima aus einem deutsch-französischen Gemeinschaftsunternehmen aus. China selbst forcierte weiter die Eigenentwicklung der Atomkrafttechnik und meldet jetzt Selbstständigkeit ...

 

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31.01.2021 - Herber Rückschlag für Atomlobby: Aus für AKW Projekt in Wales

Der walisische AKW Betreiber Horizon Nuclear Power hat seinen Antrag auf den Bau eines AKWs auf der britischen Halbinsel Wales zurückgezogen. Hauptgründe waren die unsichere Finanzierung des Projekts und der damit verbundene Ausstieg des japanischen Konzerns Hitachi. Atomgegner begrüßen neuerlichen Rückschlag der Atomlobby.

Trotz großzügiger Angebote an Finanzierungshilfen seitens der britischen Regierung hat der walisische AKW Betreiber Horizon Nuclear Power seinen Antrag zum Bau des neuen AKWs Wylfa Newydd in Wales offiziell in einem Schreiben an das Planungsinspektorat der britischen Regierung zurückgezogen und darin das Ende des Projektes bestätigt.

Vor dem Hintergrund dieser mangelnden Finanzierungssicherheit hat Hitachi Ltd. beschlossen, die Entwicklungsfirma Horizon Nuclear Power mit 31. März 2021 aufzulösen.
Dies bedeutet auch das Ende des Projektes ...

 

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30.01.2021 - Rebellion oder Untergang - ein Aufruf zur Rettung unserer Zivilisation

In seinem neuen Buch geht es Noam Chomsky um die existentiellen Bedrohungen durch Atomwaffen und den Klimawandel. Er stellt sie in den Kontext einer nie dagewesenen globalen Macht der Konzerne. Ein Auszug

Wir leben seit 75 Jahren unter der Bedrohung eines Atomkrieges. Wenn man auf diese Geschichte zurückblickt, kann man über die Tatsache, dass wir bis jetzt überlebt haben, nur erstaunt sein. Wir standen wieder und wieder buchstäblich nur Minuten vor der endgültigen Katastrophe. Dass sie nicht eingetreten ist, ist letztlich ein Wunder, aber selbst Wunder dauern nicht ewig. Wir müssen dieser Gefahr ein Ende machen, und das schnell ...

 

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Prozess gegen Friedensaktivist

30.01.2021 - »Staatsanwaltschaft gab Druck von CDU-Ortsvorstehern nach«

US-Atomwaffen in Büchel: Prozess gegen Friedensaktivisten wegen Eindringens auf Luftwaffenstützpunkt. Gespräch mit John LaForge

John LaForge arbeitet seit mehr als 30 Jahren für die Friedens- und Umweltorganisation »Nuke Watch« in den USA. Seit 2017 organisiert er Delegationen zur Aktionswoche am Atom­waffenstützpunkt in Büchel

An diesem Montag findet ein Prozess gegen Sie vor dem Amtsgericht Cochem an der Mosel statt. Worum geht es dabei?

Gegen mich liegen zwei Anklagen wegen schweren Hausfriedensbruchs und widerrechtlicher Sachbeschädigung vor. Es geht um zwei gewaltfreie Anti-Atomwaffen-Aktionen gegen die rund 20 US-Atombomben im NATO-Fliegerhorst Büchel: ein sogenanntes Go-in am 15. Juli 2018 und ein zweites am 6. August 2018, dem Hiroshima-Gedenktag. An der ersten Aktion waren 18 Personen beteiligt, die an fünf verschiedenen Stellen den Zaun auftrennten und in das Militärgelände eindrangen. Am Hiroshima-Gedenktag waren Susan Crane von der kalifornischen »Catholic Workers«-Bewegung und ich gemeinsam auf einen mit Atombomben vom Typ »B61« bestückten Hangar gestiegen. Um auf uns aufmerksam zu machen, beschrifteten wir anschließend das Hangartor mit den Worten: »B61-SUICIDE!« (B61-Selbstmord). Wir ließen uns kurz darauf durch US-amerikanisches und deutsches Militärpersonal festnehmen. Seit dem Jahr 2017 bin ich viermal erfolgreich in den NATO-Fliegerhorst Büchel eingedrungen, aber nur die letzten beiden Male haben jetzt diesen Strafprozess zur Folge. ...

 

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30.01.2021 - Iran lehnt Neuverhandlung und weitere Staaten bei Atomabkommen ab

Der Iran verweist auf die Ratifizierung des Abkommens durch den UN-Sicherheitsrat. Einer Verhandlung mit Saudi-Arabien erteilt der Iran damit eine Absage.

Der Iran lehnt eine Neuverhandlung des Atomabkommens und eine Aufnahme weiterer Staaten ab. Es sei ein multilaterales internationales Abkommen und durch Resolution 2231 des UN-Sicherheitsrates ratifiziert, sagte der Sprecher des Außenministeriums, Said Chatibsadeh, am Samstag staatlichen Medien zufolge. „Es ist nicht verhandelbar, und seine Partner sind klar und unveränderlich.“

Vor wenigen Tagen forderte der iranische Präsident Hassan Ruhani den neuen US-Präsidenten Joe Biden auf, zu dem Abkommen zurückzukehren. „Wenn Washington zum Atomabkommen mit dem Iran von 2015 zurückkehrt, werden wir ebenfalls unsere Verpflichtungen aus der Vereinbarung vollständig erfüllen“, sagte Ruhani ...

 

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29.01.2021 - Bidens Kandidatin bestätigt Opposition zu Yucca Mountain

Die Biden-Administration lehnt die Nutzung von Yucca Mountain für die Lagerung gebrauchter Kernbrennstoffe ab und setzt sich für die Entwicklung "sicherer und praktikabler" Alternativen ein, so die Nominierte von US-Präsident Joe Biden für den Posten des Energieministers. Jennifer Granholm machte ihre Bemerkungen bei einer Anhörung des Senatsausschusses für Energie und natürliche Ressourcen zur Prüfung ihrer Nominierung, die am 27. Januar stattfand.

Die ehemalige Gouverneurin von Michigan sagte dem Ausschuss, dass sie sich als Energieministerin auf drei Aufgaben konzentrieren würde: die Sicherheit Amerikas durch die Nationale Behörde für Nukleare Sicherheit und die Aufarbeitung des Erbes des Kalten Krieges; die Unterstützung der "erstaunlichen" wissenschaftlichen Arbeit, die in den nationalen Laboratorien des Energieministeriums und anderen Einrichtungen im ganzen Land geleistet wird, einschließlich des Klimawandels und der Emissionsreduzierung; und die Umsetzung dieser Forschung in großem Maßstab und im Einsatz.

In einer fast dreistündigen Anhörung, die im Rundfunk übertragen wurde, stellte sich Granholm den Fragen der Senatoren zu einer Reihe von Themen, die mit dem Aufgabenbereich des Department of Energy (DOE) zusammenhängen, darunter die Aufräumarbeiten in Hanford und der Abbau kritischer Mineralien in den USA, einschließlich Uran, sowie ihre Gedanken zu Bidens Dekarbonisierungszielen ...

Übersetzt mit https://www.deepL.com/translator (kostenlose Version)

 

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IPPNW-Pressemitteilung

29.01.2021 - Verlängerung des New-Start-Vertrags – nukleare Rüstungskontrolle vorerst stabilisiert

Die USA und Russland haben am 26. Januar vereinbart, den atomaren Rüstungskontrollvertrag für weitere fünf Jahre zu verlängern – das signalisiert eine Wende in der nuklearen Abrüstung der letzten Jahre.

“Mit der Verlängerung des New-Start-Vertrags wird am Status quo festgehalten. Uns ist aber wichtig, dass es zu einer Abkehr vom Prinzip der nuklearen Abschreckung kommt. Genau deshalb ist der kürzlich in Kraft getretene Atomwaffenverbotsvertrag so wichtig. Denn damit wird die bisherige nukleare Rüstungspolitik der Atomwaffenstaaten und der NATO in Frage gestellt”, erklärt Xanthe Hall. Sowohl Russland als auch die USA haben in den letzten Jahren Milliarden in den Bau und die Modernisierung ihrer Atomwaffensysteme investiert. Der UN-Vertrag zum Verbot von Atomwaffen, der am 22. Januar 2021 in Kraft getreten ist, verbietet solche Tätigkeiten ...

 

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29.01.2021 - Das Meer-Ei im Bodensee

Wie der Unterwasser-Speicher funktioniert

Die Energiewende braucht Zwischenspeicher und Pumpspeicher wären eine prinzipiell geeignete Lösung – wenn es in Deutschland kein Platzproblem gäbe. Die Physiker Schmidt-Böcking und Luther überlegten deshalb, unterirdische Pumpspeicherkraftwerke anzulegen. Im Ruhrgebiet läuft bereits eine Machbarkeitsstudie zu einem solchen Pumpspeicher in einer ehemaligen Zeche – mit durchaus vielversprechenden Ergebnissen.

Eine versenkte Hohlkugel als Speicher

Schließlich hatten sie die Idee, einen Hohlraum – im einfachsten Fall eine Kugel – auf den Grund eines Sees zu versenken. An der tiefsten Stelle der Kugel sollte eine Turbine Strom erzeugen, wenn Wasser in die Kugel einströmt. Je tiefer die Kugel im See liegt, desto stärker ist der Druck auf die Turbinen. Um Energie zu speichern, pumpt man das Wasser gegen den Druck der Wassersäule wieder heraus.

Das „Meer-Ei“ wurde im November 2016 in den Bodensee auf 100 Meter Tiefe abgesenkt. Die Ergebnisse des Stensea-Projekts (Storage of Energy in Sea) entsprachen ganz den Erwartungen. Der zum Leerpumpen der Kugel aufgewendete Strom ließ sich zu 90 Prozent wiedergewinnen ...

 

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29.01.2021 - "Rechtsbruch muss zu Schließung in Lingen führen"

Wirbel um unerlaubten Brennelementexport Lingen-Doel

AtomkraftgegnerInnen aus dem Emsland, dem Wendland und dem Münsterland haben nach einem gestrigen Bericht in der "taz" heute Mittag bei der Staatsanwaltschaft Osnabrück Strafanzeige gegen den Brennelementehersteller Framatome und seine Lingener Tochter ANF gestellt. Es besteht der dringende Verdacht der mehrfachen unerlaubten Ausfuhr von Brennelementen. Darauf stehen nach § 328 StGB bis zu fünf Jahre Haft.

Zudem fordern die Anti-Atomkraft-Initiativen vom Bundesumweltministerium, dem für Exportgenehmigungen zuständigen Bundesamt für Wirtschaft und Ausfuhrkontrolle (BAFA), wegen offensichtlicher Überforderung mit sofortiger Wirkung die Zuständigkeit für die Erteilung und Bearbeitung von Exportgenehmigungen im Atombereich zu entziehen ...

 

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Verschlussstopfen sind extrem radioaktiv verseucht

28.01.2021 - Neue kontaminierte Stellen am Kernkraftwerk Fukushima Daiichi bestätigt

Japan arbeitet weiterhin daran, das zerstörte Kernkraftwerk Fukushima Daiichi stillzulegen und abzureißen. Die Aufgabe dürfte sich nun aber erneut deutlich erschweren. Es wurden nämliche neue Kontaminationen an der Anlage bestätigt, die mit ihren Strahlenwerten eine hohe Gefahr darstellen.

Am Mittwoch wurde der Entwurf des Untersuchungsberichts der japanischen Nuklearregulierungsbehörden zu dem Kernkraftwerk verabschiedet. In ihm wurde festgehalten, dass zwei der drei Reaktoren gefährlich radioaktiv verstrahlt sind. Die Werte scheinen dabei höher zu sein als bisher angenommen ...

 

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Erneuerbare Energien

28.01.2021 - Stiftung empfiehlt zwei Prozent der Landesfläche für die Windkraft

Der Ausbau der Windkraft lahmt. Ein Grund ist der Mangel an Flächen. Die Stiftung Klimaneutralität will das grundlegend ändern. Es gibt Kritik.

2018, 2019 und 2020 waren für den Ausbau der Windkraft an Land verlorene Jahre. Der Zubau blieb stark hinter den Werten zurück, die zwingend erforderlich wären, um die Ziele der Energiewende zu erreichen. Dafür gibt es verschiedene Ursachen, etwa lange Auseinandersetzungen über Fragen des Natur- und Artenschutzes. Einer der wichtigsten Gründe aber ist in einem Mangel an Flächen zu sehen.

Die Stiftung Klimaneutralität zeigt nun auf, wie sich die Flächenverfügbarkeit erhöhen ließe. Die vom früheren Wirtschafts- und Umweltstaatssekretär Rainer Baake geleitete Stiftung hat den Augsburger Planungsrechtler Martin Kment dazu ein Konzept entwickeln lassen.

Ausgehend von den Überlegungen Kments rät die Stiftung, die Ausweisung von Flächen in die Hand des Bundesgesetzgebers zu legen. Er soll mit einer „positiv-rechtlichen, politischen Entscheidung den erforderlichen Flächenbedarf für die Windenergienutzung in Deutschland“ bestimmen. Die Stiftung empfiehlt, etwa zwei Prozent der Landes- und Gemeindeflächen für Windenergieanlagen zur Verfügung zu stellen. Dieser Wert orientiert sich an Zahlen der Windenergiebranche. Bislang werden etwa 0,9 Prozent der Fläche für die Windenergie genutzt ...

 

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28.01.2021 - Wärmepumpenmarkt in Deutschland wächst um 40 Prozent

Im vergangenen Jahr wurden in Deutschland etwa 120.000 Wärmepumpen neu installiert – ein Viertel davon in Bestandsgebäuden. Die Energiewende im Heizungskeller nimmt Fahrt auf.

In Deutschland wurden im vergangenen Jahr 120.000 neue Heizungswärmepumpen installiert. Das entspricht einem Wachstum um 40 Prozent im Vergleich zum Vorjahr, als noch etwa 86.000 Heizungswärmepumpen installiert wurden, wie der Bundesverband Wärmepumpe (BWP) berichtet. „Diese Entwicklung macht zum einen deutlich, dass die staatlichen Fördermaßnahmen für umweltschonende Heizungssysteme gut angenommen werden – ein schöner Erfolg auch für das Klimaprogramm der Bundesregierung“, erklärt Paul Waning, Vorstandsvorsitzender des BWP. Zum anderen mache das sprunghafte Wachstum auch deutlich, dass die Wärmepumpenbranche den klimatechnischen Herausforderungen der kommenden Jahre gewachsen sei ...

 

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Brennelemente von Lingen nach Doel

27.01.2021 - Empörung über weitere Atomexporte

Beim Brennelement-Export ignoriert der Betreiber ein laufendes Widerspruchsverfahren. Das Umweltministerium prüft Konsequenzen.

Eigentlich hätten die Betreiber der Brennelementefabrik im niedersächsischen Lingen gewarnt sein müssen: Nachdem sie im Dezember trotz eines laufenden Widerspruchsverfahrens gegen die Exportgenehmigung Atombrennstäbe ins schweizerische AKW Leibstadt transportiert hatten, waren das zuständige Gericht und das Bundesumweltministerium empört, der BUND erstattete gar Strafanzeige.

Trotzdem hat das Unternehmen nun bei Transporten ins belgische AKW Doel wieder so gehandelt – und trotz Wissen über einen neuen Widerspruch des BUND mehrere Transporte durchgeführt. Das berichtete der Parlamentarische Staatssekretär Florian Pronold (SPD) am Mittwoch im Umweltausschuss des Bundestags.

Stattgefunden haben die relevanten Transporte am 18., 19. und 21. Januar, bestätigte der Betreiber Advanced Nuclear Fuels (ANF) ...

 

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27.01.2021 - Hinkley Point C verzögert sich bis mindestens 2026

EDF hat den Zeit- und Kostenplan für die Inbetriebnahme des im Bau befindlichen Kernkraftwerks Hinkley Point C in Somerset, England, erneut überarbeitet. Der Beginn der Stromerzeugung aus Block 1 wird nun im Juni 2026 erwartet, im Vergleich zu Ende 2025, wie ursprünglich im Jahr 2016 angekündigt. Durch die pandemiebedingten Verzögerungen werden sich auch die Kosten des Projekts um 500 Mio. GBP (684 Mio. USD) auf 23 Mrd. GBP erhöhen.

"Trotz der Beeinträchtigung durch die COVID-19-Gesundheitskrise hat Hinkley Point C im Jahr 2020 bedeutende Fortschritte auf der Baustelle, in den Plänen für die Designausführung und bei der Herstellung der Ausrüstung gemacht", teilte das französische Staatsunternehmen heute mit. "In diesem Zusammenhang wurde eine detaillierte Überprüfung des Zeitplans und der Kosten durchgeführt, um die bisherigen Auswirkungen der Pandemie abzuschätzen."

Diese Überprüfung hat ergeben, dass die Kosten für die Fertigstellung des Projekts nun im Bereich von 22 bis 23 Mrd. GBP (in Preisen von 2015) geschätzt werden, was die prognostizierte Rendite für EDF von 7,6-7,8% auf 7,1-7,2% ändert ...

Übersetzt mit https://www.deepL.com/translator (kostenlose Version)

 

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27.01.2021 - EU-Stromnetz: Umspannanlage in Kroatien verursachte beinahe Blackout

Ein Frequenzabfall, der das europäische Stromnetz Anfang Januar an seine Grenzen gebracht hat, ging laut Betreibern von einem Überstromschutz aus.

Eine Kaskade von Ausfällen von Betriebsmitteln wie Stromleitungen und Schaltanlagen in Südosteuropa führte am 8. Januar zu massiven Problemen im europäischen Stromnetz. Dies erklärte der Verband der europäischen Übertragungsnetzbetreiber ENTSO-E in einem Zwischenbericht zur Untersuchung der Vorfälle am Dienstag. Auslöser des Beinahe-Blackouts in weiten Teilen Europas war demnach eine Umspannanlage im kroatischen Ernestinovo ...

 

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27.01.2021 - Anrechnung im EU-Haushalt: Fusionskosten schönen Klimabilanz

Zum EU-Klimaziel wird der Fusionsreaktor Iter nichts beitragen. Trotzdem will ihn die EU-Kommission unter Klimaschutzausgaben verbuchen.

Artikel von Malte Kreutzfeldt aus taz.de

Die Selbstverpflichtung der EU ist eindeutig: Sie will bis zum Jahr 2050 klimaneutral werden. Und damit das auch gelingt, sollen künftig mindestens 30 Prozent aller Ausgaben der EU dem Erreichen dieses Klimaziels dienen. So hat es der Europäische Rat im vergangenen Sommer beschlossen.

Doch bei der Frage, was zur Klimaneutralität bis 2050 beiträgt, nimmt die EU-Kommission es mit den Fakten nicht so genau. Denn auf die geforderte Quote will sie nach taz-Informationen auch sämtliche Ausgaben anrechnen, mit denen sich die EU an den Kosten des Fusionsreaktors Iter beteiligt. Für den Zeitraum von 2021 bis 2027 sind das rund 5,6 Milliarden Euro.

Ob dieses Geld gut investiert ist, darüber gehen die Meinungen auseinander – viele Umweltorganisationen und Grüne halten die hohen Ausgaben angesichts vieler ungelöster Probleme und unklarer Perspektiven für Geldverschwendung. Andere politische Akteure setzen große Hoffnung darauf, dass die Fusion eines Tages die gesamten Energieprobleme der Menschheit lösen werde.

Doch eins ist völlig unstrittig: Selbst glühende Befürworter des Projekts behaupten nicht, dass Iter einen Beitrag zum Erreichen der Klimaneutralität im Jahr 2050 leisten könnte.

Iter wird gar keinen Strom erzeugen

Das internationale Gemeinschaftsprojekt im südfranzösischen Cadarache befindet sich mitten im Bau. Wenn alles nach Plan läuft – was angesichts der bisherigen Verzögerungen eine ziemlich optimistische Annahme wäre – soll der Reaktor in fünf Jahren erstmals Plasma erzeugen, jenen vierten Zustand neben fest, flüssig und gasförmig, in dem sich bei gewaltigen Temperaturen von 150 Millionen Grad die Atomstruktur auflöst.

Weitere zehn Jahre später, also Mitte der 30er Jahre, sollen dann erste Fusionsexperimente stattfinden, also die Verschmelzung der schweren Wasserstoff-Isotope Deuterium und Tritium zu Helium, bei der viel Energie freigesetzt wird.

Doch selbst wenn das gelingen sollte, wird Iter keine einzige Kilowattstunde Strom erzeugen – der Fusionsreaktor, dessen Gesamtkosten bisher auf 30 Milliarden Euro geschätzt werden, ist ein reines Forschungskraftwerk ohne Generator. Möglichkeiten zur Stromerzeugung könnten erst in Folgeprojekten erprobt werden – sofern bis dahin zahlreiche zentrale technische Probleme gelöst werden. (Eine ausführliche Recherche zu den offenen Fragen findet sich hier.)

Kommerzielle Stromproduktion per Fusion wäre auch im besten Fall erst weit in der zweiten Hälfte des 21. Jahrhunderts denkbar – und ob sie dann mit den immer preiswerteren erneuerbaren Energien konkurrieren könnte, ist fraglich. „Die wirtschaftliche Tragfähigkeit muss erst noch demonstriert werden“, sagt auch Michael Claessens, ein langjähriger Iter-Experte in der EU-Kommission.

Trotzdem sollen die Iter-Kosten nun als Ausgaben für das EU-Klimaschutzziel gewertet werden. Das stieß auch in einigen Mitgliedstaaten auf Widerspruch, wie geht aus einem Protokoll des Rats vom Dezember hervorgeht. Die Anrechnung der Kosten auf die Klimaquote wurde darin explizit gestrichen.

Kommission ignoriert Haltung des Rats

Die EU-Kommission will sich davon aber nicht beeindrucken lassen. Weil Fusion langfristig durchaus dem Klimaschutz dienen könne, sei weiterhin geplant, die Iter-Ausgaben auf die Klimaquote anzurechnen, teilte eine Kommissionssprecherin der taz mit.

Die Grünen-Abgeordnete Sylvia Kotting-Uhl lehnt das ab. „Sich diese sinnlos vergeudeten Milliarden als Klimaschutz auf die Fahnen zu schreiben ist schamlos“, sagte sie der taz. „Statt mit Rechentricks Klimaschutz vorzutäuschen, muss die EU-Kommission ihre Gelder für das Erreichen des Pariser Klimaziels einsetzen.“

Auch Antje Mensen vom Deutschen Naturschutzring hat kein Verständnis für den Plan der EU-Kommission. „Es gibt offenbar immer noch Entscheidungsträger*innen, denen es nur darum geht, die Klimaquote auf dem Papier zu erfüllen“, sagte sie. „Das verkennt die großen Herausforderungen beim klimaneutralen Umbau der Wirtschaft und in der sozialen Abfederung der Transformation.“

 

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Hintergrundwissen

 

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reaktorpleite.de

 

Karte der nuklearen Welt:

Die wundersame Wandlung bzw. kreative Buchführung - Finanzierung der ITER-Fusionsforschung durch den EU-Haushalt für Klimaschutz ...

 

The English version of this world map:

https://www.google.com/maps/d/viewer?mid=1fCmKdqlqSCNPo3We1TWZexPjgNDQOaLD

 

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Die Suche in der reaktorpleite.de mit dem Suchwort 

     
  Fusion  
     

 

brachte u.a. folgende Ergebnisse:

 

Alle Kosten, die der Steuerzahler für die Hinterlassenschaften der Atomindustrie aufzubringen hat, werden als 'militärisch notwendige Maßnahme zur Gefahrenabwehr' deklariert und keiner kann sagen, wir hätten zu wenig für unsere Landesverteidigung ausgegeben!!!

Aber das würde der Wahrheit wohl zu nahe kommen, war auch nur mal so ein Vorschlag für weitere kreative Umbuchungen ...

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Noch'n Enkeltrick

01.03.2019 - EU-Kommission erklärt Fusionsreaktor zum Klimaschutzprojekt

Artikel von Markus Becker aus www.spiegel.de

Die EU will die Milliardenausgaben für den Forschungsreaktor "Iter" für den Klimaschutz verbuchen - dabei weiß niemand, ob die Kernfusion je als Energiequelle taugt. Für den Rechentrick gibt es einen simplen Grund.

Manche halten die Kernfusion für die Energiequelle der Zukunft, wenn nicht gar für die Rettung der Menschheit: Die Kraft der Sonne zu bändigen, verspricht unbegrenzte Energie ohne Umweltverschmutzung. Andere lästern, dass die Kernfusion auf ewig die vielversprechendste Technologie der Zukunft bleiben wird. Sicher ist nur eines: Niemand weiß, ob Fusionsreaktoren jemals mehr Strom liefern werden, als ihr Betrieb verschlingt.

Das aber hält die EU-Kommission nicht davon ab, die Ausgaben für den Forschungsreaktor Iter demnächst zu 100 Prozent als Klimaschutz-Maßnahme zu verbuchen ... 

 

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28.05.2014 - Energie aus Kernfusion - Laser erzeugt Kernfusion in Mini-Fusionsreaktor

D. Lenz in www.forschung-und-wissen.de

Wissenschaftlern ist es mit einem Laser-Experiment gelungen, mehr Energie bei einer Kernfusion zu erzeugen, als der Brennstoff zuvor aufgenommen hat. Ein wichtiger Meilenstein auf dem Weg zu einem funktionierenden Fusionsreaktor.

Livermore (U.S.A.) Es ist eines der größten Ziele des 21. Jahrhunderts dem Wissenschaftler, Physiker, Techniker und Ingenieure auf der ganzen Welt hinterherjagen: Einen brennenden Fusionsreaktor zu bauen, der nach dem Vorbild der Sterne Strom für Millionen Menschen liefert. Nun ist einem Experiment ein wichtiger Meilenstein gelungen. Wissenschaftler erhitzten eine Probe Deuterium und Tritium mit Laserstrahlen so schlagartig, dass es im Inneren des Probenbehälters zur Kernfusion gekommen ist. Dabei wurde erstmals mehr Energie durch die Fusion freigesetzt, als der Brennstoff zuvor aufgenommen hat ...

Die Versuche im kalifornischem Livermore liefern zwar wichtige Erkenntnisse für die Fusionsforschung, jedoch ist das Ziel der Experimente nicht die Energiegewinnung, sondern die Weiterentwicklung thermonuklearer Waffen. Das amerikanische Militär kann so die Sicherheit, Lebensdauer und Zerstörungskraft von Atombomben erhöhen ohne internationale Verträge zum Verbot von Atomwaffentest zu verletzen ...

 

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YouTube Kanal:

'Reaktorpleite' - 'Playlists' - 'Radioaktivität weltweit ...'

 

Wird in einem neuen Fenster geöffnet! - Terra X  Lesch & Co - Kernfusion: Klimaretter oder Milliardengrab? - https://www.youtube.com/watch?v=nVTcirxdRWM&list=PLJI6AtdHGth3FZbWsyyMMoIw-mT1Psuc5&index=67
Terra X Lesch & Co - Kernfusion: Klimaretter oder Milliardengrab?

 

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AtomkraftwerkePlag

 

Kernfusion und Fusionsanlagen

Versuchsstadium seit 60 Jahren

Die Kernfusion, bei der Wasserstoffkerne zu Heliumkernen verschmolzen werden und ähnlich wie bei Kernfusionsprozessen in Sternen Energie erzeugt werden soll, befindet sich seit den 1950er Jahren im Versuchsstadium. Bislang hat sich der Traum von unerschöpflicher Energiegewinnung nicht erfüllt: Damit der Prozess in Gang kommt, musste immer wesentlich mehr Energie investiert werden, als erzeugt wurde.

Als größte Forschungsanlagen derzeit gelten der Stellarator Wendelstein 7-X (Deutschland) sowie die Tokamaks JT-60SA (Japan) und Joint European Torus (Großbritannien). Die im Bau befindliche Kernfusionsanlage ITER soll ab 2035 zum ersten Mal Energie erzeugen. Mit dem Nachfolger DEMO soll dies im kommerziellen Maßstab möglich werden ...

 

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Wikipedia

 

Kernfusion

Die Kernfusion ist eine Kernreaktion, bei der zwei Atomkerne zu einem neuen Kern verschmelzen. Die Kernfusion ist Ursache dafür, dass die Sonne und alle leuchtenden Sterne Energie abstrahlen.

Von entscheidender Bedeutung für das Zustandekommen einer Fusion ist der Wirkungsquerschnitt, das Maß für die Wahrscheinlichkeit, dass zusammenstoßende Kerne miteinander reagieren. Ausreichend groß ist der Wirkungsquerschnitt meist nur dann, wenn die beiden Kerne mit hoher Energie aufeinander prallen. Diese ist nötig, um die Coulombbarriere, die elektrische Abstoßung zwischen den positiv geladenen Kernen, zu überwinden oder ihr schmales Maximum zu durchtunneln. Jenseits der Barriere, bei einem Abstand von nur noch etwa 10−15 m, überwiegt die Anziehung durch die starke Wechselwirkung und die Kerne verschmelzen miteinander ...

 

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Lobbyismus

Situation in der Bundesrepublik Deutschland 

Groben Schätzungen zufolge gibt es in Berlin 5000 Lobbyisten, statistisch für jeden Abgeordneten acht. Bereits Norbert Lammert beklagte deren beachtlichen und in zunehmendem Umfang glänzend organisierten Einfluss.

Eine besondere Form des Lobbyismus „im Dunstkreis der Korruption“ (Hans Herbert von Arnim) wurde im Jahr 2006 öffentlich bekannt: Personen aus der Privatwirtschaft, aus Verbänden und Interessengruppen, die weiterhin Angestellte ihres eigentlichen Arbeitgebers bleiben und von diesem bezahlt werden, arbeiten zeitweilig als externe Mitarbeiter in deutschen Bundesministerien. Nach Darstellung der Bundesregierung sei eine politische Einflussnahme auf Entscheidungen der Ministerien jedoch ausgeschlossen.

Die von Wirtschaftsverbänden bereitgestellten Lehrmaterialien im Unterrichtsfach Wirtschaft stehen in der Kritik, oft „wissenschaftlich und politisch tendenziös“ zu sein.

In der Bundesrepublik gelten die Pharmaindustrie und die Energiewirtschaft als Branchen mit besonders großer Lobbymacht.

Die Energiewirtschaft, insbesondere die vier großen Energiekonzerne in Deutschland (RWE, EON, EnBW und Vattenfall), musste im Jahre 2000 mit der „Vereinbarung zwischen Bundesregierung und den Energieversorgungsunternehmen“ (Atomkonsens) zwar zunächst den ersten Ausstieg aus der Kernenergie unter der rot-grünen Regierung von Gerhard Schröder akzeptieren. Danach arbeitete sie mit Hilfe ihrer Lobbyorganisationen, wie z. B. dem Deutschen Atomforum (DAtF) und der Kerntechnischen Gesellschaft (KTG), und unterstützt von Kernkraftbefürwortern aus der Politik auf eine Revision des „Atomkonsenses“ hin. Die Atomlobby versuchte, im Vorfeld der Bundestagswahl 2009 einen Meinungsumschwung zu erreichen; im Herbst 2010 konnte sie nach umfangreichen Medienkampagnen die Laufzeitverlängerung deutscher Kernkraftwerke durchsetzen. Seit März 2011 versucht die Atomlobby, den zweiten Atomausstieg unter Angela Merkel zu verzögern bzw. rückgängig zu machen.

Als eines der wirkmächtigsten Netzwerke gilt „Das Collegium“, welches mit Stand 2015 Lobbyisten von insgesamt 46 internationalen Unternehmen und Verbänden in Berlin zusammenschließt.

2017 wurden unter anderem die Skandale um Dieselgate und Cum-ex mit Milliardenverlusten für den Staat zu einem wesentlichen Teil auf die Einflussnahme von Lobbyisten zurückgeführt. Aktivisten von LobbyControl folgerten aus den Entwicklungen, dass die Bemühungen, verbindliche Regelungen für Lobbyisten in Deutschland zu erreichen, unter dem Kabinett Merkel III zum Stillstand gekommen sind ...

 

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