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Zeitungsartikel 2020
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26. Dezember 2020 - Geheimhaltung und Vertuschung - Wie die Atomindustrie das Vertrauen der Menschheit verspielte

Artikel von David Rennert aus www.derstandard.de

Der britische Journalist Fred Pearce hat die Schauplätze großer Atomkatastrophen besucht. Dass viele davon kaum bekannt sind, ist kein Zufall

Hiroshima, Tschernobyl, Fukushima – diese Orte haben sich als mahnende Beispiele für das katastrophale Potenzial der Atomkraft ins Menschheitsgedächtnis eingebrannt. Viele Namen auf der Liste verheerender Nuklearunfälle sind weitaus weniger bekannt. Und das hat seit Anbeginn des Atomzeitalters System, schreibt der britische Journalist Fred Pearce in seinem Buch "Fallout". "Überall herrschen seit jeher dieselbe zwanghafte Geheimhaltung, Hinterhältigkeit und Verantwortungslosigkeit, und sie überdauern selbst den Wandel von einer militärischen zu einer zivil genutzten Technologie." 

Für Pearce ist es eine Kultur der Vertuschung, die ehrliche und faktenbasierte gesellschaftliche Debatten über die Nutzung von Atomenergie bis heute unmöglich macht. Das untermauert er mit einer Reportagereise, die ihn zu den strahlenden Schauplätzen des Anthropozäns führt. Pearce hat mit Bewohnern verseuchter Landstriche gesprochen, mit Zeitzeugen, Wissenschaftern und Aktivisten. Er hat Fakten zu Orten zusammengetragen, an denen Atomwaffen detonierten, Kernreaktoren explodierten und verstrahlter Schutt vergraben liegt.

Wie ein von Ideologien und politischen Systemen unabhängiger roter Faden zieht sich dabei die toxische Heimlichtuerei durch die Landschaft. Geradezu beispielhaft dafür steht das Jahr 1957, in dem es zu gleich drei schweren kerntechnischen Unfällen kam: in der Sowjetunion, den USA und in Großbritannien. Auch wenn sich Hintergründe und Ausmaße der Unfälle unterscheiden, hatten sie doch eines gemein. Auf Transparenz und rechtzeitige Warnungen an die Bevölkerung wurde allerorts verzichtet.

Der Kalte Krieg, ein Zeitalter der Katastrophen

Den Anfang machte die kerntechnische Anlage Rocky Flats im US-Bundesstaat Colorado, wo während des Kalten Krieges massenhaft Plutoniumkerne für das nukleare Waffenarsenal der USA hergestellt wurden. Am 11. September 1957 kam es in einem Gebäude zur Plutoniumverarbeitung zu einem Brand, der sich durch eklatante Sicherheitsmängel rasch ausbreitete. Als die Werksfeuerwehr eintraf, wurden sämtliche Sicherheitsvorschriften missachtet, der Brand wurde trotz aller Warnungen mit Wasser gelöscht. Das Ergebnis war eine verheerende Explosion, durch die große Mengen Plutoniums in die Luft und die Kanalisation gelangten.

Die Bewohner der nur 30 Kilometer entfernt gelegenen Stadt Denver wurden nicht gewarnt – wovor auch. Ihren Informationen zufolge wurden in Rocky Flats schließlich nur Haushaltschemikalien hergestellt. Doch auch beim Militär interessierte sich niemand für eine Untersuchung des Ausmaßes der Kontamination oder für den genauen Unfallhergang: "Unmittelbar nach dem Brand lag das Hauptaugenmerk der Verantwortlichen darauf, die Produktion wieder anlaufen zu lassen", heißt es in einem Bericht der Gesundheitsbehörde von Colorado, den Pearce zitiert. Dass es dann auch in den 1960er-Jahren mehrfach zu Zwischenfällen in Rocky Flats kam, ist wenig überraschend.

Nur knapp zwei Wochen nach dem Unfall in Rocky Flats ereignete sich dann im gegnerischen Lager die bis dahin größte Atomkatastrophe der Geschichte: In der kerntechnischen Anlage Majak im Südural, in der Plutonium für das sowjetische Atomwaffenprogramm hergestellt wurde, explodierte ein Tank mit flüssigen Abfällen aus der Plutoniumaufbereitung. Enorme Mengen radioaktiven Materials gelangten in die Umgebung und erzwangen, mit Verspätung, das erste Sperrgebiet der Menschheitsgeschichte.

Unfall abgestritten

Die Öffentlichkeit wurde über den Unfall in der streng geheimen Anlage Majak nicht unterrichtet, bis heute gilt er als unzureichend untersucht. Klar ist: Auch hier hatten völlig verantwortungslose Entscheidungen und fahrlässige Arbeitsbedingungen zur Katastrophe geführt, auch hier lag das Hauptaugenmerk im Anschluss nicht auf einer Verbesserung der Produktion, sondern nur auf ihrer raschen Wiederaufnahme. Es war der schwerste, aber bei weitem nicht der letzte Unfall in der Nuklearanlage. Der jüngste Zwischenfall liegt gerade einmal drei Jahre zurück: Wie Wissenschafter nachweisen konnten, wurde in Majak 2017 bei der Wiederaufbereitung abgebrannter Brennstäbe aus Atomkraftwerken Ruthenium-106 freigesetzt und gelangte bis nach Europa. Russland dementierte.

Auch im britischen Windscale, späteraus PR-Gründen in Sellafield umbenannt, kam es im Herbst 1957 zu einem verheerenden Brand in einer Plutoniumfabrik, bei dem eine radioaktive Wolke über Großbritannien und Europa hinwegzog. Die Anlage, die der britischen Atomwaffenproduktion diente, stand sogar kurz vor einer Explosion, deren Folgen womöglich mit denen der Tschernobyl-Katastrophe vergleichbar gewesen wären. Gewarnt wurde niemand – stattdessen wurde versucht, die Angelegenheit unter den Teppich zu kehren, schreibt Pearce, der im Südosten Englands aufgewachsen ist und damals als Kind wohl selbst unter der Wolke spielte. Als herauskam, dass in Windscale etwas passiert war, folgten Beschwichtigung und umfangreiche Vertuschungsversuche.

Leben in der Sperrzone

Es ist eine Geschichte von technisch-ethischem Versagen ungeheuren Ausmaßes, die Pearce erzählt – und die sich bis heute fortsetzt. Der renommierte Umweltjournalist betätigt sich aber nicht etwa aktivistisch, er versucht, das Thema sachlich anzugehen und Fakten zu präsentieren. Dabei räumt er auch mit unhaltbaren Behauptungen so mancher Anti-Atomkraft-Aktivisten auf. Im Fokus stehen aber die Machenschaften einer Atomindustrie, die das Vertrauen der Bevölkerung verspielt habe: "Die Betreiber von Kernkraftwerken, deren Eigentümer sowie Regierungen und Aufsichtsbehörden haben häufig Dinge vertuscht, das Ausmaß ihrer Fehler zu verschleiern versucht, falsch über Unfälle informiert, in Notlagen das Weite gesucht und die wahren Sanierungskosten verschwiegen."

Am Ende bleibt die Frage, ob das Atomzeitalter nicht seinem (aufgrund der radioaktiven Hinterlassenschaften sehr langsamen) Ende entgegenblickt. Hoffnung macht indes die Bestandsaufnahme der Artenvielfalt in den Sperrzonen, von Tschernobyl bis Majak: Für die Tier- und Pflanzenwelt scheint die Abwesenheit des Menschen die Folgen erhöhter Strahlenwerte bei weitem aufzuwiegen.

 

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Karte der nuklearen Welt:

In dieser Weltkarte gibt es mehr als 1000 Einträge, da könnte man ebenso viele Geschichten erzählen oder auch nur Eine, denn es passiert immer und überall fast genau das Gleiche. Verschweigen - Vertuschen - Verharmlosen!

 

Englischsprachige Version der Weltkarte:

https://www.google.com/maps/d/edit?mid=1fCmKdqlqSCNPo3We1TWZexPjgNDQOaLD&ll

 

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Wird in einem neuen Fenster geöffnet! - ZDFinfo History - Die großen Illusionen des Atomzeitalters - https://www.youtube.com/watch?v=km2rZfEmhY0&list=PLJI6AtdHGth3FZbWsyyMMoIw-mT1Psuc5
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AtomkraftwerkePlag

 

Bevorteilung der Atomindustrie

Verstoß gegen bewährte Rechtsprinzipien

1972 hat der Rechtswissenschaftler Norbert Pelzer festgestellt: "In unserem Schadensersatzrecht gilt der Grundsatz der vollen Ersatzleistung, § 249 BGB. Summenmäßige Haftungsbegrenzungen sind die Ausnahme ... Es muss eine vernünftige Relation zwischen Haftungssumme und Schadenspotenzial bestehen, anderenfalls kann man von ‚Schadensersatz’ schwerlich sprechen."

Welche validen Sachargumente rechtfertigen diese grobe Ungleichbehandlung bzw. Bevorteilung, die zu einer schweren Marktverzerrung[6] führt? Insbesondere, da von Atomkraftwerken ungleich höhere Risiken ausgehen, als z. B. von PKW? Es gibt nur ein "Argument", welches keines ist: um Atomkraft als Stromerzeugung in großem Maßstab überhaupt erst möglich zu machen ...

 

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Die Atomlobby

Die Atomlobby setzt sich aus Organisationen, Konzernen und Personen aus Politik, Wirtschaft, Forschung und Medien zusammen, die aus politischen und wirtschaftlichen Gründen und/oder oft auch aus persönlicher Überzeugung die Nutzung der Atomenergie unterstützen und fördern. Diese sind national oder international vernetzt und verfolgen das Ziel, die Laufzeiten von Atomkraftwerken zu verlängern, den Bau neuer Atomkraftwerke zu fördern und den in manchen Ländern beschlossenen Atomausstieg zu verzögern und rückgängig zu machen. Um dieses Ziel zu erreichen, versucht die Atomlobby systematisch mit Hilfe standardisierter Argumentation, Politik und Öffentlichkeit in ihrem Sinne zu beeinflussen und zu manipulieren.

 

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Wikipedia

 

Lobbyismus

Situation in der Bundesrepublik Deutschland 

Groben Schätzungen zufolge gibt es in Berlin 5000 Lobbyisten, statistisch für jeden Abgeordneten acht. Bereits Norbert Lammert beklagte deren beachtlichen und in zunehmendem Umfang glänzend organisierten Einfluss.

Eine besondere Form des Lobbyismus „im Dunstkreis der Korruption“ (Hans Herbert von Arnim) wurde im Jahr 2006 öffentlich bekannt: Personen aus der Privatwirtschaft, aus Verbänden und Interessengruppen, die weiterhin Angestellte ihres eigentlichen Arbeitgebers bleiben und von diesem bezahlt werden, arbeiten zeitweilig als externe Mitarbeiter in deutschen Bundesministerien. Nach Darstellung der Bundesregierung sei eine politische Einflussnahme auf Entscheidungen der Ministerien jedoch ausgeschlossen.

Die von Wirtschaftsverbänden bereitgestellten Lehrmaterialien im Unterrichtsfach Wirtschaft stehen in der Kritik, oft „wissenschaftlich und politisch tendenziös“ zu sein.

In der Bundesrepublik gelten die Pharmaindustrie und die Energiewirtschaft als Branchen mit besonders großer Lobbymacht.

Die Energiewirtschaft, insbesondere die vier großen Energiekonzerne in Deutschland (RWE, EON, EnBW und Vattenfall), musste im Jahre 2000 mit der „Vereinbarung zwischen Bundesregierung und den Energieversorgungsunternehmen“ (Atomkonsens) zwar zunächst den ersten Ausstieg aus der Kernenergie unter der rot-grünen Regierung von Gerhard Schröder akzeptieren. Danach arbeitete sie mit Hilfe ihrer Lobbyorganisationen, wie z. B. dem Deutschen Atomforum (DAtF) und der Kerntechnischen Gesellschaft (KTG), und unterstützt von Kernkraftbefürwortern aus der Politik auf eine Revision des „Atomkonsenses“ hin. Die Atomlobby versuchte, im Vorfeld der Bundestagswahl 2009 einen Meinungsumschwung zu erreichen; im Herbst 2010 konnte sie nach umfangreichen Medienkampagnen die Laufzeitverlängerung deutscher Kernkraftwerke durchsetzen. Seit März 2011 versucht die Atomlobby, den zweiten Atomausstieg unter Angela Merkel zu verzögern bzw. rückgängig zu machen.

Als eines der wirkmächtigsten Netzwerke gilt „Das Collegium“, welches mit Stand 2015 Lobbyisten von insgesamt 46 internationalen Unternehmen und Verbänden in Berlin zusammenschließt.

2017 wurden unter anderem die Skandale um Dieselgate und Cum-ex mit Milliardenverlusten für den Staat zu einem wesentlichen Teil auf die Einflussnahme von Lobbyisten zurückgeführt. Aktivisten von LobbyControl folgerten aus den Entwicklungen, dass die Bemühungen, verbindliche Regelungen für Lobbyisten in Deutschland zu erreichen, unter dem Kabinett Merkel III zum Stillstand gekommen sind ...

 

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29.12.2020 - Erdbeben in Kroatien - Kernkraftwerk in Krsko abgeschaltet

Ein Beben der Stärke 6.4 auf der Richterskala ist am Dienstag unweit von Zagreb registriert worden. Das Kraftwerk im slowenischen Krsko hat sich daraufhin, wie bei einem Erdbeben üblich, abgeschaltet.

Ein Beben der Stärke 6.4 auf der Richterskala ist am Dienstag in Kroatien unweit von Zagreb registriert worden. Das Zentrum des Bebens lag in einer Tiefe von zehn Kilometern, berichteten italienische Medien. Die Zentralanstalt für Meteorologie und Geodynamik (ZAMG) registrierte um 12.19 Uhr einen Erdstoß der Magnitude 6,4 im Raum Petrinja.

Das unweit davon entfernte Kernkraftwerk Krsko hat sich nach Auskünften der Kraftwerksbetreiber daraufhin "automatisch abgeschaltet", wie bei einem Erdbeben üblich. Das AKW befinde sich demnach in einem sicheren "Shutdown-"Zustand und werde nun inspiziert. Der slowenische Infrastrukturminister Jernej Vrtovec betonte via Twitter, dass die Sicherheit nicht gefährdet sei. Die erste Überprüfung im AKW hätte keine Auswirkungen des Bebens gezeigt, hieß es ...

 

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29.12.2020 - Strategie aufgegangen – Energiewende weiter ausgebremst!

Wieder einmal werden der Öffentlichkeit rückwärtsgewandte Regelungen als „zentraler Schritt für die Energiewende“ verkauft. Diese Art von Stückwerk-Novellen im Energiesektor können wir uns zukünftig nicht mehr leisten, die Zeit ist überreif für eine grundlegende Weichenstellung.

Es gibt ja immer noch Menschen, die von einer CDU-geführten Regierung Initiativen zum Klimaschutz und zur Energiewende erwarten, die über die Ohnehin-Vorgaben der EU hinausgehen. Das ist etwa so, als wenn man vom Deutschen Bauernverband konstruktive Aktivitäten zur stärkeren Verbreitung einer ökologischen Landwirtschaft erwarten würde oder von der katholischen Kirche eine Kraftanstrengung zur Wahl einer farbigen Päpstin ...

 

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28.12.2020 - Zeit für den kompletten Atomausstieg

Die derzeitige Zwischenlagerung von Atommüll ist eine anhaltende Gefahr für Umwelt und öffentliche Gesundheit.

Die Bundesgesellschaft für Endlagerung (BGE) hat Ende September ihren Zwischenbericht für die Atommülllagerung veröffentlicht: Mehr als die Hälfte Deutschlands wurden für prinzipiell geeignet erklärt, hoch radioaktiven Abfall dauerhaft zu lagern. Es folgte ein unerwartetes, spätes Eingeständnis: Gorleben wurde als Endlager für geologisch ungeeignet eingestuft. Bis 2031 soll der endgültige Standort festgelegt werden.

Relativ ungesicherte Zwischenlager

Momentan sind die Teilgebiete bewusst noch sehr groß gehalten. So kommen in Bayern rund zwei Drittel des Bundeslandes für eine Endlagerung in Frage. Das Bundesland, das wie kein anderes vom Atomstrom profitiert hat, muss sich mit der Realität abfinden, dass auch der Freistaat solidarisch und fair an der Suche nach einem Standort für ein Atommülllager beteiligt wird. Denn so wie es ist, kann es nicht bleiben. Aktuell lagert der Atommüll in relativ ungesicherten oberirdischen Zwischenlagern quer durch die Republik – eine anhaltende Gefahr für Umwelt und öffentliche Gesundheit ...

 

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28.12.2020 - Mehr Klimaschutz und immer weniger Atomkraftwerke – geht den Schweden der Strom aus?

Die Elektrifizierung von Industrie und Strassentransport mit dem Ziel des Klimaschutzes steht weit oben auf der Prioritätenliste der rot-grünen schwedischen Regierung. Dazu braucht das Land aber nicht bloss mehr Strom, sondern vor allem ein besseres Übertragungsnetz. Doch daran hapert es.

Wenn Ende Jahr der Atomreaktor Ringhals 1 abgeschaltet wird, geht in Schweden seit der Jahrtausendwende bereits der sechste Kernkraftblock vom Netz. Damit wird fortan nur noch die Hälfte der ursprünglich zwölf schwedischen Blöcke Strom erzeugen. Zuerst an der Reihe waren Ende 1999 und im Jahr 2005 Barsebäck 1 und 2, 2017 sodann zwei von drei Blöcken in Oskarshamn und zuletzt nun Ringhals 2 und 1 ...

 

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Kein neues nukleares Wettrüsten

26.12.2020 - Unmut in SPD über Ablehnung des UN-Atomwaffenverbots

Die Bundesregierung müsse sich für eine Welt ohne Atomwaffen einsetzen, sagt die Vize-SPD-Fraktionsvorsitzende Heinrich. Der UN-Vertrag sei dafür wichtig.

In der SPD gibt es Unmut über die strikte Ablehnung des UN-Vertrags zum Verbot von Atomwaffen durch die Bundesregierung. Der Vertrag bringe neue Dynamik in die Bemühungen um eine nuklearwaffenfreie Welt, sagte die stellvertretende Fraktionsvorsitzende Gabriela Heinrich. „Ich fordere die Bundesregierung daher auf, ihre kategorische Ablehnung des Vertrages abzulegen.“ Stattdessen sollte Deutschland als Beobachter an der Vertragsstaatenkonferenz teilnehmen, um so die Zielrichtung konstruktiv zu begleiten.

Der UN-Vertrag war 2017 von 122 der 193 Mitgliedstaaten der Vereinten Nationen beschlossen worden. Am 22. Januar 2021 tritt er in Kraft, weil ihn inzwischen 51 Staaten ratifiziert haben. Die notwendige Zahl von 50 wurde damit überschritten ...

 

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26.12.2020 - Nachhaltigkeit - Was eine CO2-Steuer dem Klima bringt

Vor 100 Jahren legte der Ökonom Pigou den Grundstein für die Idee einer CO2-Steuer. In zwei Jahren soll es eine solche in Österreich geben. Rettet sie unser Klima?

Tatsächlich ist auch die CO2-Steuer alles andere als klar. Vor allem deshalb, weil es nicht "die eine" Steuer gibt. Zwar hat eine Tonne CO2 den gleichen Effekt auf das Klima, egal ob durchs Fliegen, Autofahren oder Heizen verursacht – in der Praxis wird CO2 aber je nach Land und Sektor völlig unterschiedlich besteuert. Laut Industriestaatenorganisation OECD werden beispielsweise sehr wenig Steuern auf Kohle erhoben, der Flug- und Schiffsverkehr wird beinahe überhaupt nicht besteuert, der Autoverkehr hingegen mehr als alles andere.

"Wenn CO2 teurer wird, heißt das nicht immer, dass jeder auch CO2 vermeiden kann", sagt Köppl. Beispielsweise können Mieter selten das Heizsystem ihrer Wohnung bestimmen. Eigentümer hätten hingegen wenig Anreiz, in ein emissionsarmes Heizungssystem zu investieren. Eine CO2-Bepreisung sei zwar sinnvoll, im Kampf gegen die Klimakrise aber nicht genug. Darüber hinaus müsse auch in öffentliche Verkehrsinfrastruktur, energieeffiziente Gebäude und erneuerbare Energien investiert werden ...

 

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26.12.2020 - Klimaforscher Rahmstorf: „Wir müssen mehr über Lösungen diskutieren“

  • Zwischen der Pandemie und der Klimakrise gibt es viele Parallelen, meint Klimaforscher Stefan Rahmstorf – jetzt sollte es vor allem um mögliche Auswege gehen.
  • In der akuten Corona-Krise mussten Regierungen schnell handeln.
  • In der chronischen Klimakrise schieben sie Entscheidungen immer noch auf – dabei drängt auch dort die Zeit.

Herr Rahmstorf, in diesem Jahr hat eine akute globale Krise die chronische Klimakrise in der Aufmerksamkeit überlagert. Sehen Sie Parallelen zwischen Corona und Klimawandel?

Ja, aber lassen Sie uns mit den Unterschieden anfangen. Die Corona-Krise entfaltet sich auf einer viel schnelleren Zeitskala. Die Bedrohung ist unmittelbar, daher reagiert die Politik schnell. Schlechte Politik wird rasch bestraft, noch innerhalb derselben Legislaturperiode. In der Klimakrise ist es schwieriger, schnell und effektiv zu reagieren, da es für Politikerinnen und Politiker immer irgendwelche Gründe gibt, die Entscheidungen hinauszuzögern. Die Klimakrise verläuft eben sehr langsam. Dennoch ist die Klimakrise inzwischen extrem dringend geworden, gerade weil sie jahrzehntelang verschleppt wurde ...

 

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