Newsletter L 2025

7. bis 13. Dezember

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Aktuelles+ Hintergrundwissen

Radioaktivität kumuliert; das bedeutet, radioaktive Partikel reichern sich im lebenden Organismus immer weiter an und mit der Zeit können ähnliche Schäden auftreten, wie bei einer kurzzeitig einwirkenden, massiven Strahlenbelastung ...

Die PDF-Datei "Nuclear Power Accidents" enthält eine Reihe weiterer Vorfälle aus verschiedenen Bereichen der Atomindustrie. Einige der Ereignisse wurden nie über offizielle Kanäle veröffentlicht, so dass diese Informationen der Öffentlichkeit nur auf Umwegen zugänglich gemacht werden konnten. Die Liste der Zwischenfälle in der PDF-Datei ist daher nicht zu 100% identisch mit "INES und die Störungen in kerntechnischen Anlagen", sondern stellt eine Ergänzung dar.

 

2. Dezember 2009 (INES 2) Akw Cruas, FRA

2. Dezember 1949 (INES 4 NAMS 3,8) Atomfabrik Hanford, USA

5. Dezember 1965 (Broken Arrow) Douglas A-4E Skyhawk, USA

6. Dezember 1972 (INES 3 NAMS 1,6) Atomfabrik Windscale/Sellafield, GBR

7. Dezember 1975 (INES 3) Akw Greifswald, DDR

8. Dezember 1955 (INES 3) Atomfabrik Windscale/Sellafield, GBR

10. Dezember 1994 (INES 2 Klass.?) Akw Pickering, ON, CAN

10. Dezember 1968 (INES 4) Atomfabrik Majak, UdSSR

12. Dezember 1952 (INES 5) Akw Chalk River, Ontario, CAN

14. Dezember 2001 (INES Klass.?) Akw Brunsbüttel, DEU

16. Dezember 1987 (INES 1) Akw Biblis A, DEU

21. Dezember 1972 (INES Klass.?) Pawling, NY, USA

27. Dezember 1960 (Gerboise rouge, Frankreichs 3. Atomtest) Reggane, DZA

27. Dezember 2009 (INES 1) Akw Fessenheim, FRA

27. Dezember 1999 (INES 2) Akw Blayais, FRA

30. Dezember 1958 (INES 4) Atomfabrik Los Alamos, NM, USA

31. Dezember 1978 (INES 4) Akw Belojarsk, UdSSR

 

Wir sind immer auf der Suche nach aktuellen Informationen. Wer helfen kann, sende bitte eine Nachricht an:
nukleare-welt@reaktorpleite.de

 


13. Dezember


 

2.000 Menschen bei Demo für AfD-Verbotsverfahren in München

Die Parteien im Bundestag sind sich uneins über ein AfD-Verbotsverfahren. Deswegen will sich eine Protestbewegung nun an den Bundesrat wenden und Druck ausüben, die AfD auf ihre Verfassungstreue zu überprüfen.

Die Aktivistin Dorothee Tell versammelt sich mit ihren Freunden, die teils aus Erlangen angereist sind, am Geschwister-Scholl-Platz an der Ludwig-Maximilians-Universität, um zu demonstrieren. Sie sagt: "Wir haben aus der Vergangenheit gelernt und es steht in unserer Verfassung, dass wir die Möglichkeit haben, Parteien zu prüfen, die eindeutig Ziele haben, die die Menschenrechte mit Füßen treten."

AfD als rechtsextremistischer Verdachtsfall prüfen

Damit ist in erster Linie die AfD gemeint, die vom Verfassungsschutz als rechtsextremistischer Verdachtsfall eingestuft wird. Die Demo in München fordert, das Bundesverfassungsgericht soll die AfD auf ihre Verfassungstreue prüfen und gegebenenfalls verbieten. Insgesamt sind laut Polizei circa 2.000 Menschen zusammengekommen. 1.000 hatten die Veranstalter, die Sozialgenossenschaft Bellevue di Monaco, zuvor angemeldet. Auch in Hamburg wurde parallel zum selben Anlass demonstriert. Rund 4.000 Personen waren es dort nach Polizeiangaben.

[...] Der ehemalige Abgeordnete des Europäischen Parlaments, Nico Semsrott, hat die Protestbewegung mit angestoßen. Er sagt: "Es könnte ein Szenario geben, in der alle Kriterien erfüllt sind, aber die Partei nicht verboten ist, weil die Prüfung blockiert wurde. Das finde ich inakzeptabel." Deswegen wolle man ein Prüfverfahren starten, damit dieses Szenario nicht eintrete.

Im Januar soll neben München und Hamburg auch Düsseldorf dazukommen – in anderen Städten laufen die Planungen noch, ob und wann dort ebenfalls Proteste stattfinden sollen ...

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Venezolanisches Öl: Tanker beschlagnahmt und Enteignung von Erdölfirmen durch US-Gericht vollzogen

Am Mittwoch kaperte die US-Küstenwache in der Karibik den Tanker Skipper, der auf dem Weg nach Kuba war. „Wir hatten für die Beschlagnahmung gute Gründe“, feierte US-Präsident Donald Trump und kündigte an, „dass wir das Öl wahrscheinlich behalten werden“. Die Regierung von Nicolás Maduro nannte die Operation einen „Akt der internationalen Piraterie“ und kündigte juristischen Widerstand an, den USA gehe es ausschließlich um die Aneignung der riesigen venezolanischen Erdöl-Vorkommen.

Die Eskalation in der Karibik scheint nach Plan zu verlaufen, und dieser Plan zielt nicht auf die Bekämpfung der Rauschgifthändler ab, wie das State Department behauptet. Gefangene werden nicht gemacht, die man verhören könnte, Beweise fehlen und sogar die Überlebenden, festgeklammert an der Bordwand, werden kaltblütig hingerichtet. Kriegsverbrechen pur, heißt es auch im US-Kongress. Insgesamt hat das Pentagon bisher 20 Boote vermeintlicher Narcos versenkt, 80 Menschen kamen dabei ums Leben.

Der Plan begann mit jahrelangen Sanktionen der Biden-Administration, denen Trump gezielte Attacken auf die Boote angeblicher Rauschgifthändler folgen ließ. Dann wurde der Friedensnobelpreis einer Person verliehen, die ausdrücklich militärische Angriffe auf ihr Land fordert. Es ist auch kaum ein Zufall, dass in dieser Woche eine UN-Menschenrechtskommission der Guardia Nacional Bolivariana in Caracas „willkürliche Verhaftungen, Folter und unmenschliche Aktionen“ vorwirft. Zu diesem Plan gehört die Übernahme des Öltankers durch die US-Marine, um den Export zu erschweren und der Wirtschaft zu schaden. Und schließlich – von der Weltöffentlichkeit kaum erwähnt – der von einem US-Bundesrichter erzwungene Verkauf der venezolanischen Tankstellenkette CITGO. Es fehlt nur noch die Invasion durch Bodentruppen. Die hat Trump nicht ausgeschlossen. Ein Preisgeld von 50 Millionen Dollar hat er auf den Kopf Maduros ausgesetzt, „seine Tage seien gezählt“, verkündete er. Wird er sich auf diese Art am Ende das Erdöl beschaffen können oder droht ihm, fast vor der Haustür, ein neues Vietnam?

[...] Die Donroe-Doktrin

Trump hat gerade eine neue strategische Sicherheitsdoktrin verkündet, die sich zum einen gegen Europa richtet und zum anderen die Monroe-Doktrin von 1823 wiederbeleben will. Damals wollten die USA jeglichen europäischen Einfluss auf dem amerikanischen Kontinent unterbinden. Das neue Dogma wird „Donroe“-Doktrin genannt, in Anspielung auf seinen Vornamen. Trump mischte sich erst im Oktober in den argentinischen Wahlkampf ein und drohte mit harten Maßnahmen, sollte sein bevorzugter Kandidat Javier Milei an den Urnen verlieren. In Ecuador versuchte er – vergeblich – eine Volksabstimmung über die Einrichtung einer US-Militärbasis zu beeinflussen. Er will seinen Hinterhof zurück, in dem sich die Chinesen breit gemacht haben. Den kolumbianischen Präsidenten Gustavo Petro beschimpfte er als „Drogenbaron“, und den Brasilianer Lula da Silva bestrafte er mit astronomischen Strafzöllen wegen der Verurteilung des früheren rechten Präsidenten Jair Bolsonaro.

[...] Die lateinamerikanischen Nachbarländer, von Argentinien, Panama und Ecuador abgesehen, stehen zwar der Maduro-Regierung kritisch gegenüber, verbitten sich aber eine Einmischung oder gar einen Einmarsch in Lateinamerika. Brasilien hat demonstrativ an die Grenze nach Venezuela Truppen geschickt. Kolumbien hat trotz aller US-Warnungen wieder direkte Flüge nach Caracas aufgenommen. Und ob das BRICS und seine Mitglieder – allen voran China – tatenlos zuschauen werden, dass sich die USA laut ihrer neuen Donroe-Doktrin die Rohstoffe eines anderen Landes mit Gewalt einverleiben, darf bezweifelt werden.

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Luftverschmutzung in Delhi

Indien erkennt Smog-Werte der WHO nicht an

Die rund 35 Millionen Einwohner der indischen Hauptstadt sind starken Smog gewöhnt, vor allem jetzt im Winter. Doch nun hat Indiens Regierung beschlossen, internationale Messwerte zur Luftverschmutzung nicht mehr anzuerkennen.

Weiß wie Milchsuppe ist die Luft in Delhi. Viele Menschen tragen Maske, an Kreuzungen wird Wasser zum Ausspülen von Feinstaub versprüht.

Kontrollbehörden verdeutlichen die Gefahren auf ihren Websites mit Gasmasken-Logo. Auf der vom "Delhi Pollution Control Committee" kriecht neben den Messwerten eine Zeichenfigur mit Sauerstofftank auf dem Rücken.

Ein Tag Delhi ungesünder als eine Schachtel Zigaretten

Der Fernsehsender NDTV zeigt Statistiken: Waren Ende der 1990er-Jahre noch 90 Prozent der an Lungenkrebs Erkrankten Raucher, seien es jetzt bis zu 70 Prozent Nichtraucher. Einen Tag lang Delhis Luft zu atmen sei so gesundheitsschädigend, wie 25 Zigaretten zu rauchen.

40 Prozent der hauptstädtischen Bevölkerung habe eingeschränkte Lungenfunktionen. Würden Feinstaubnormen eingehalten, wäre die Lebenserwartung in Delhi um achteinhalb Jahre höher, meldet NDTV.

Im zentralen Altstadtviertel Chandni Chowk mit seinen Märkten voller Gewürze, Silber und Saris liegt die Luftbelastung durch Partikel mit einem Durchmesser von weniger als 2,5 Mikrometern bei 500. Der Richtwert der Weltgesundheitsorganisation WHO ist 15.

Internationale Daten "nicht bindend"

Doch diese Woche ließ die Regierung wissen, dass internationale Daten für Indien nicht bindend seien, nur beratend. Sie ignoriert damit die Weltgesundheitsorganisation WHO, Studien der Harvard-Universität oder jene der medizinischen Fachzeitschrift The Lancet.

Letztere spricht von 1,5 Millionen Toten durch verschmutzte Luft in Indien pro Jahr. Die Wirtschaft koste das Hunderte Milliarden Dollar. Laut NDTV hat die Regierung jedoch kein Interesse an Zahlen über Tote durch Luftverschmutzung. Oppositionsführer Rahul Gandhi fordert deshalb eine Parlamentsdebatte. Premierminister Narendra Modi müsse dem Land die Fakten mitteilen ...
 

IMHO

Aufgeblasene Horrorclowns wie Don Trumpl, Narrencap Mudi und BenJaNimm Netanyahuch uva. drehen völlig frei und haben die Realität schon längst hinter sich gelassen; aber jetzt schweben sie hoch über den Wolken, in göttlichen Sphären, in denen sie die Sorgen und Nöte einfacher Menschen gar nicht mehr wahrnehmen können. Lasst uns ihnen die Leinen kappen, damit sie endlich frei fliegen können...

 

Die KI ist ein Stromfresser. Trump setzt auf fossile Energien

Die USA fördern Frackinggas und Erdöl. Dagegen bremsen sie Solar und Wind – im Gegensatz zu China.

Die verstärkte Nutzung von KI benötigt gewaltige Mengen an Energie. Deshalb wird es immer schwieriger, die Klimaziele zu erreichen. Auf welche Art der künftige Energiebedarf gedeckt wird, stellt klimapolitische Weichen.

Während sich China zur Schlüsselmacht der Energiewende entwickelt, will Trump zurück ins letzte Jahrhundert. Er fördert Erdgas, Erdöl und sogar Kohlekraftwerke. Gleichzeitig bremst er das grosse Potenzial der erneuerbaren Energien aus. Damit wirft er die USA klimapolitisch und auch im KI-Wettlauf mit China zurück.

Trump hat im Januar 2025 das Pariser Klimaabkommen zum zweiten Mal gekündigt. Vor der UN-Generalversammlung vom September 2025 bezeichnete er den Klimawandel als den grössten Betrug, der je verübt wurde. Trump blieb der Klimakonferenz in Belém fern.

Staatspräsident Xi Jinping dagegen verkündete an derselben UN-Generalversammlung, China werde seine Treibhausgasemissionen bis 2035 zwischen sieben und zehn Prozent senken.

China fördert geopolitische Wende in den Schwellen- und Entwicklungsländern

China ist zwar vor den USA der weltweit grösste Emittent des klimaschädlichen CO2. Allerdings leben in China eine Milliarde mehr Menschen als in den USA. Das Land der Mitte, so die The New York Times, hat in den letzten Jahren die weltweit grösste Produktionslinie für Solarpanels, Windturbinen, Elektrofahrzeuge und Batterien aufgebaut. Über den eigenen Markt hinaus exportieren chinesische Unternehmen diese Technologien in Schwellen- und Entwicklungsländer, was diesen erstmals klimaverträgliches Wachstum ermöglicht.

[...] Rasch bereitgestellt und kostengünstig

Es sind nicht nur klimapolitische Überlegungen, es sind auch wirtschaftliche Faktoren, die erneuerbaren Energien grossen Schub verleihen. Gemäss dem Energiebericht 2025 von Lazard, einer der weltweit grössten Investmentbanken, sind Sonnen- und Windenergie nicht nur am kostengünstigsten, sie können auch am schnellsten bereitgestellt werden. Dies ist für die energiehungrigen Tech-Unternehmen besonders relevant. Fieberhaft sind sie darauf bedacht, die Energieversorgung ihrer Rechenzentren rasch sicherzustellen.

[...] Nicht nur Kaliforniens Gouverneur Newsom protestiert, auch das republikanische Florida kritisiert die Pläne. Dort kam es im Jahr 2010 zur Umweltkatastrophe von Deepwater Horizon.

China fördert die Transformation wirtschaftlicher Unternehmen, indem es diesen die Nutzung von KI und neuen Technologien dank günstiger Energie erleichtert. Trump erschwert diese Prozesse mit zu teuren, nicht zukunftsfähigen Energieformen. Gouverneur Newsom sprach die Kritik an Trumps Fossilstrategie an der Klimakonferenz in Belém offen aus: «He’s trying to roll back progress of the last century. He’s trying to recreate the 19th century. He’s doubling down on stupid.» Die USA würden riskieren, das Wettrennen mit China zu verlieren.

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Siedlungen stärker ausgebaut

UNO: Israel festigt "unrechtmäßige Besetzung" im Westjordanland

Israels Siedlungsbau macht es immer unwahrscheinlicher, dass das Westjordanland eines Tages zu einem zusammenhängenden, souveränen palästinensischen Territorium wird. Die UNO sieht das Selbstbestimmungsrecht der Palästinenser zunehmend untergraben - und kritisiert die israelische Armee.

Im Westjordanland sind nach Angaben der Vereinten Nationen im Jahr 2025 deutlich mehr israelische Siedlungen gebaut worden als noch im Vorjahr. Seit Jahresbeginn seien 47.390 Wohneinheiten entwickelt, genehmigt oder öffentlich ausgeschrieben worden, heißt es in einem von UN-Generalsekretär António Guterres veröffentlichten Bericht. Im Jahr 2024 seien es hingegen 26.170 gewesen.

Die diesjährige Anzahl neuer Siedlungen war demnach die größte, seit die UNO im Jahr 2017 begonnen hat, diesen jährlichen Wert zu erheben. Von 2017 bis 2022 wurden die israelischen Siedlungen laut den UN-Erhebungen jährlich im Schnitt um 12.815 neue Wohneinheiten erweitert.

[...] Israel hält das Westjordanland seit Ende des Sechstagekriegs im Jahr 1967 besetzt. Seit Beginn des Gaza-Kriegs vor zwei Jahren hat die Gewalt auch im Westjordanland deutlich zugenommen. Seither wurden im Westjordanland mehr als 1000 Palästinenser von israelischen Soldaten oder Siedlern getötet, wie eine AFP-Zählung auf Basis von Daten der palästinensischen Gesundheitsbehörden ergab. Im selben Zeitraum wurden nach Behördenangaben mindestens 44 Israelis getötet.

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Atommülllager in der Schweiz: Neue Studie warnt vor ungelösten Risiken

Trotz jahrzehntelanger Forschung weltweit keine langfristig verlässliche Lösung

Eine neue wissenschaftliche Auswertung im Auftrag von Greenpeace Schweiz stellt der Schweizer Atommüllstrategie ein schlechtes Zeugnis aus. Trotz jahrzehntelanger Forschung gebe es weltweit keine langfristig verlässliche Lösung für die Lagerung hochradioaktiver Abfälle – auch nicht im geplanten Tiefenlager «Nördlich Lägern» in den Kantonen Zürich und Aargau. Solange die sichere Endlagerung nicht garantiert ist, dürften keine neuen Atomkraftwerke gebaut werden, warnen die Autor*innen.

Weltweites Problem ohne Antwort

Über 800 wissenschaftliche Studien wurden für den Bericht analysiert. Das Fazit: Die zentrale Frage, wie hochradioaktiver Atommüll eine Million Jahre sicher eingelagert werden kann, sei nach wie vor unbeantwortet – weltweit.

In der Schweiz plant die Nagra, den Atommüll in dickwandigen Stahlbehältern in rund 900 Metern Tiefe in einer Opalinuston-Formation zu lagern. Genau dieses Konzept wird nun infrage gestellt.

Korrosion, Gasbildung, Wärme: Risiken im Schweizer Tiefenlager

Besonders kritisch sieht die Studie die Korrosion der Stahlbehälter. Dabei entstehende Gase könnten das Verfüllmaterial und das Gestein beschädigen – mit dem Risiko, dass Radioaktivität schneller an die Oberfläche gelangt. Forschung aus China kommt sogar zum Schluss, dass Stahlbehälter für geologische Tiefenlager grundsätzlich ungeeignet seien.

Doch Korrosion ist nur eines von vielen Problemen:

  • Mehrbarrierenkonzept ungesichert: Die Wechselwirkungen zwischen Behälter, Verfüllmaterial und Wirtsgestein sind wissenschaftlich noch unzureichend verstanden.
  • Hitzeentwicklung: Der weiterhin aktive Zerfall des Atommülls wärmt das Gestein auf und könnte langfristig alte Verwerfungen reaktivieren – mit möglichen Erdbeben.
  • Schwächung des Tons: Hohe Temperaturen beeinträchtigen die Schutzwirkung der Tonminerale.
  • Unbekannte biologische Prozesse: Rolle von unterirdischen Bakterien und Pilzen ist nur teilweise verstanden – sie könnten chemische Reaktionen im Lager beeinflussen.

[...] Die Studie zeigt: Die Schweiz steht vor einem Jahrhundertproblem - und eine endgültig sichere Lösung ist weiterhin nicht in Sicht.

 


12. Dezember


 

Sonntag den 14. Dezember 2025, 14 Uhr:

Demo am Atommülllager in Ahaus

Ahaus Demo 14. Dezember 2025Die Anti-Atomkraft-Initiativen aus dem Münsterland und Jülich sowie der BUND NRW kritisieren scharf, dass sowohl die Bundesregierung wie auch die NRW-Landesregierung an den unausgereiften und gefährlichen Plänen für die Verlagerung der 152 Castor-Behälter mit dem hochradioaktiven Atommüll des Forschungszentrums Jülich ins Atommülllager Ahaus festhalten wollen.

Es gibt einen kostenlosen Bus-Shuttle vom & zum Ahauser Bahnhof, Abfahrt ist um 13:45 Uhr am Bahnhof.

Schon seit vielen Jahren ist der Transport von mehr als 150 Castor-Behältern mit hochradioaktivem Atommüll aus dem Forschungszentrum Jülich und dem Forschungsreaktor Garching ins Atommüll-Lager Ahaus angekündigt. Alternativen für eine Lagerung vor Ort werden konsequent ignoriert. Und seit Ende August liegen nun dafür auch die Transportgenehmigungen vor.

Doch bislang ist noch kein einziger Castor gerollt! Denn es gibt wachsenden Protest und der BUND klagt vor den Verwaltungsgerichten - sogar die Gewerkschaft der Polizei protestiert öffentlich. So wurde bekannt, dass es für die Transporte bislang nicht mal ein Strahlenschutzkonzept gibt! Neue Gefahren, wie z. B. Kampfdrohnen, werden kleingeredet. Deshalb droht Anfang 2026 trotz der enormen Risiken und gegen jede Vernunft der Start der bislang größten Transportserie mit hochradioaktivem Atommüll in der Geschichte der Bundesrepublik ...

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Krieg gegen die Ukraine:

EU-Staaten beschließen dauerhaftes Einfrieren russischer Vermögen

25 der 27 EU-Mitglieder haben dafür gestimmt, die Rückübertragung eingefrorener Vermögen an Russland zu verbieten. Sie legen damit eine Grundlage für deren Nutzung.

Die EU hat eine wichtige Grundlage für die Nutzung von russischem Staatsvermögen für die Ukraine geschaffen. 25 der 27 Mitgliedsstaaten stimmten dafür, eine Rückübertragung von in der EU festgesetzten Mitteln nach Russland unbefristet zu verbieten. Dagegen votierten Ungarn und die Slowakei. Durch den Beschluss können einzelne Länder mit einem Veto gegen EU-Sanktionsbeschlüsse nicht mehr die Freigabe der eingefrorenen Mittel veranlassen.

Derzeit sind die russischen Zentralbankgelder über EU-Sanktionsbeschlüsse eingefroren, die alle sechs Monate einstimmig verlängert werden müssen. Diese Regelung gilt als Hindernis für den Plan, die Mittel für langfristige Kredite an die Ukraine zu nutzen und nur dann eine Rückzahlung an Russland zu ermöglichen, wenn das Land nach einem Ende seines Angriffskriegs gegen die Ukraine Reparationszahlungen leistet.

Merz ist zufrieden mit dem Signal

Der nun in einem schriftlichen Verfahren getroffene Beschluss wurde per Mehrheitsentscheidung gegen den Willen von Ungarn und der Slowakei getroffen. Die beiden Länder kritisierten das Vorhaben, da es ihrer Ansicht nach den Bemühungen von US-Präsident Donald Trump für ein Ende des russischen Angriffskriegs gegen die Ukraine schaden könnte. Ungarn teilte bereits mit, man behalte sich das Recht vor, eine Überprüfung der EU-Entscheidung vor dem Gerichtshof der Europäischen Union einzuleiten.

[...] Dem Vorhaben stimmte auch Belgien zu, das sich gegen eine Verwendung russischen Vermögens sperrt. In einer Erklärung teilte das Land zusammen mit den Vertretern Bulgariens, Italiens und Maltas mit, die Zustimmung im laufenden schriftlichen Verfahren greife in keiner Weise der Entscheidung über die mögliche Verwendung der russischen Vermögenswerte vor. Diese müsse auf der Ebene der Staats- und Regierungschefs getroffen werden, heißt es weiter. 

[...] Die Zentralbank in Moskau kündigte bereits an, Euroclear zu verklagen. Als Gründe wurden aus russischer Sicht illegale und verlustbringende Handlungen des Depotverwalters, aber auch die erwogenen Mechanismen zur Nutzung russischen Vermögens genannt. Das Verfahren soll vor einem Moskauer Schiedsgericht laufen.

EU-Kommissar Valdis Dombrovskis sagte indes, das Vorgehen sei vollständig mit dem EU-Recht und dem Völkerrecht vereinbar. Er verwies zudem darauf, dass Finanzinstitute, die immobilisierte russische Vermögenswerte hielten, vollständig vor Verfahren geschützt seien.

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Schadstoffe in der Luft

Strafanzeige gegen Chemiekonzern

Umweltverbände fordern Konsequenzen aus hohen Emissionen des Treibhausgases SF6 im Raum Heilbronn. Baden-Württembergs Umweltministerin ruft nach der EU.

Nach Medienberichten über hohe Emissionen des Treibhausgases Schwefelhexafluorid (SF6) im Raum Heilbronn werden jetzt Umweltorganisationen aktiv. Die Deutsche Umwelthilfe (DUH) stellte Strafanzeige gegen die verantwortlichen Vertreter des Chemiekonzerns Solvay, denn dessen Anlagen am Standort Bad Wimpfen sind der einzige plausible Emittent der nachgewiesenen Schadstoffe. Zuvor hatte bereits das Umweltinstitut München in einer nächtlichen Aktion Bilder mit Rissen auf Tanks der Firma projiziert; dazu den Slogan: „Solvay, noch ganz dicht?“

In der vergangenen Woche waren Luftmessungen der Universität Frankfurt bekannt geworden, die im Taunus zeitweise die höchsten SF6-Konzentrationen unter allen europäischen Stationen ermittelt hatten. Die Spitzenwerte traten jeweils auf, wenn der Wind aus südlichen Richtungen kam – also aus dem Raum Heilbronn. Strömungsmodelle der Wissenschaftler zeigten, dass in der Region um das Werk der Firma Solvay die SF6-Emissionen um den Faktor 500 höher sein müssen als von dem Chemiekonzern angegeben.

Die DUH fordert nun „eine vollständige Transparenz über die in den vergangenen Jahren behördlich stillschweigend akzeptierten erhöhten Freisetzungen des klimaschädlichsten Industriegases“. Um den Ausstoß zu stoppen, sei „notfalls ein Betriebsverbot für die entsprechenden Teile der Industrieanlage“ erforderlich. „Mit unserer Strafanzeige wollen wir zudem die strafrechtliche Aufarbeitung dieser mutmaßlich wissentlichen Klimaschädigung durch die verantwortlichen Manager erreichen“, sagt DUH-Geschäftsführer Jürgen Resch ...

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Experten sehen Scheinsieg

Aus des Verbrenner-Aus ist ein Geschenk für China

Die EU kippt offensichtlich ihre CO2-Ziele für den Verkehr. Der deutschen Autoindustrie hilft das laut Branchenexperten nur auf den ersten Blick. Chinesischen Herstellern umso mehr.

Die CSU-Spitze kann sich bei ihrem Parteitag als Sieger für den Verbrenner feiern - das geplante EU-Verbot neuer Benziner und Diesel ist laut Kommissionskreisen vom Tisch. Autoexperten zufolge handelt es sich allerdings um einen Pyrrhussieg, wie etwa Ferdinand Dudenhöffer ntv.de sagt. "Brüssel und die Autobauer glauben, Zeit gewonnen zu haben", kritisiert der Direktor des Center Automotive Research (CAR) in Bochum. "In Wirklichkeit wird den Chinesen Zeit geschenkt, um ihre Wettbewerbsstärke weiter auszubauen."

[...] Der Vorsprung chinesischer Hersteller bei den Batterien - die bei E-Autos einen entscheidenden Teil der Wertschöpfungskette bilden - dürfte sich nun weiter vergrößern. Dabei müssten die deutschen Autobauer laut dem Branchenexperten Stefan Bratzel insbesondere bei der Batteriezelle dringend aufholen, um auch in Zukunft den Weltmarkt anführen zu können. "Das Wichtigste für die deutsche Autoindustrie ist, wieder vor die technologische Welle zu kommen", sagte Bratzel im Gespräch mit ntv.de. "Andernfalls werden wir den globalen Wettbewerb in der Autoindustrie verlieren." Derzeit seien deutsche E-Autos viel zu teuer für eine mit chinesischen Herstellern vergleichbare Qualität. Dringend nötig wären Innovationen und dafür Investitionen.

[...] Selbst ohne ein hartes EU-Verbot neuer Verbrenner ab 2035 wird sich die Elektromobilität ihrer Einschätzung nach im kommenden Jahrzehnt durchsetzen. Der bisher schleppende Hochlauf in Deutschland dürfte durch das Aus des Verbrenner-Aus allerdings erst recht ausgebremst werden - und damit etwa auch der Ausbau der Ladeinfrastruktur, ein Teufelskreis. Bratzel stellt klar: "Wir können uns nicht schützen, indem wir versuchen, Entwicklungen aufzuhalten."

[...] Auch die Förderung von Plug-in-Hybriden sehen Autoexperten kritisch. Schwope zufolge sind diese "häufig eine Mogelpackung", die "zwei Systeme an Bord haben und damit Übergewicht rumschleppen". Plug-in-Hybride würden oft wie Verbrenner gefahren und nicht aufgeladen.

Markus Söder hingegen gehen die nun bekannt gewordenen EU-Pläne nicht weit genug. "Das ist ein sehr gutes Signal, wenn auch nur ein erster Schritt, denn nur zehn Prozent Verbrenner reicht noch nicht", findet der CSU-Chef. Selbst bei einem Ende des Verbrenner-Aus ist die Debatte darüber somit noch lange nicht vorbei. Dabei wäre den deutschen Autobauern mit dem Gegenteil laut Schwope viel mehr geholfen: mit langfristig stabilen Rahmenbedingungen statt einem "ewigen Hü und Hott der Politik".

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Europa hat schwache Trümpfe

Der Streit zwischen Belgien und der EU-Kommission um die Enteignung des russischen Vermögens spitzt sich zu. Der Ukraine geht bald das Geld aus. Die Europäer selbst sind inzwischen auch knapp bei Kasse. Die Amerikaner drängen zum Frieden, doch am Ende entscheidet Russland.

Am 3. Dezember war die belgische Hauptstadt Gast zweier Treffen, die besser die Lage der Europäer nicht hätten beschreiben können. Im Hauptquartier der NATO trafen sich die Außenminister der Allianz. Wenige Kilometer entfernt beriet im Sitz der EU-Kommission Ursula von der Leyen mit den Spitzen der Kommission, wie die belgische Regierung unter Bart de Wever dazu gebracht werden könne, das beschlagnahmte russische Staatsvermögen für ein Reparationsdarlehen zugunsten der Ukraine freizugeben.

Zweimal Brüssel

Beide Treffen wurden bestimmt durch die Schwierigkeiten, die den Europäern durch den Kriegsverlauf, den neuen Friedensplan der USA (28-Punkte-Plan) und die nachlassende Finanzkraft der EU für die weitere Entwicklung entstehen. Eines ist unübersehbar: Die Bedeutung der Europäer schmilzt wie Schnee in der Sonne. Dieser Bedeutungsverlust wurde ihnen eindrücklich dadurch vorgeführt, dass erstmals seit 2003 der amerikanische Kollege am Treffen der NATO-Außenminister nicht teilnahm. Marco Rubio hatte „offenbar Wichtigeres in Washington zu tun“.

[...] Europas letzter Trumpf

Die Liste der Schwierigkeiten für die EU-Kommission und ihrer Unterstützer in Europa wird immer länger. Die Finanzierung der Ukraine kommt nicht voran. Selbst kleinste Beträge aufzutreiben, wird immer schwieriger. Um den Kauf von Waffen für Kiew zu ermöglichen, hatten die Europäer Mitte dieses Jahres ein neues Programm unter der Bezeichung PURL (Prioritized Ukraine Requirements List) aufgelegt: „Die Verbündeten kaufen Ausrüstung der USA, die den Prioritäten der Ukraine entspricht.“ Die USA liefern an Kiew nur noch, wenn die Europäer dafür bezahlen.

[...] Die gewaltigen Summen, mit denen die Europäer hantieren, haben auch Donald Trump hellhörig werden lassen, der sich keine Gelegenheit für ein Geschäft entgehen lässt, zumal wenn andere die Kohlen aus dem Feuer holen. So hat er nicht nur den Europäern mit seinem 28-Punkte-Plan politisch den Wind aus den Segeln genommen, indem er mit Russland direkt über die Friedensbedingungen verhandelt, ohne dass die Ukraine und die Europäer direkt daran beteiligt sind. Angesichts des „enormen Finanzbedarfs von weit über 500 Milliarden Euro für den Wiederaufbau“ der Ukraine, hat er nun auch Ansprüche auf die russischen Milliarden angemeldet.

Wenn die Europäer das russische Vermögen auf eigenes Risiko enteignet haben, will er einen Anteil davon für den amerikanisch-ukrainischen Wiederaufbau-Fond abzweigen. Vermutlich werden die Europäer dann wieder in die Röhre schauen wie bei dem Zolldeal zwischen Trump und von der Leyen, dem PURL-Programm und der Sprengung von Nord-Stream 2. Und wahrscheinlich werden sie weiterhin Trump für sein partnerschaftliches Verhalten Honig um den Bart schmieren und vor ihm zu Kreuze kriechen – alles aus Angst vor Russland.

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Industriepolitik

Grünes Aluminium für bessere E‑Autos

Die Umweltbilanz von Europas Elektroautos könnte laut einer Analyse deutlich positiver ausfallen, wenn klimafreundlich hergestelltes Aluminium zum Einsatz käme. Das würde eine industriepolitische Weichenstellung erfordern.

Die Klimaauswirkungen des Autoverkehrs hängen künftig mehr und mehr von der Herstellung der Fahrzeuge und weniger von ihrem Betrieb ab. Denn der Antrieb wird zunehmend elektrisch und der Strommix grüner, und so gibt es auf den Straßen immer weniger Abgase und CO2-Emissionen.

Der Fokus verschiebt sich dadurch auf die CO2-intensiven Lieferketten der Fahrzeugproduktion.

Der europäische Verkehrs-Dachverband Transport and Environment (T&E) schlägt nun vor, durch die Produktion von Autos mit umweltfreundlichem Aluminium große Mengen CO2 zu vermeiden. Das jährliche Einsparpotenzial entspreche den Emissionen von rund 900.000 Autos mit Verbrennungsmotor.

Bisher wird vor allem über die CO2-trächtige Produktion von E‑Auto-Batterien diskutiert, wenn es um die Klimabilanz von E‑Autos geht. Die Akkus werden vor allem in Asien hergestellt.

Doch auch das in den Autos verbaute Aluminium spielt eine wichtige Rolle. T&E zufolge stammt rund ein Fünftel der gesamten Emissionen bei der Pkw-Produktion aus der Herstellung dieses vielseitigen Werkstoffs, der etwa in Karosserien, Batteriewannen, Strukturbauteilen und Fahrwerkskomponenten eingesetzt wird.

Besonders energieintensive Herstellung

Laut einer jetzt von T&E vorgestellten Untersuchung würde die Umstellung auf "grünes Aluminium", das mit niedrigen CO2-Emissionen hergestellt wird, bis zum Jahr 2040 nur 25 Euro zusätzlich pro Auto kosten. Zu diesem Ergebnis kommt der Verband durch eine Modellierung der Kostendifferenz zwischen herkömmlichem und grünem Aluminium.

[...] Aluminium wird importiert, Aluschrott exportiert

Derzeit importiert Europa mehr als die Hälfte des hier genutzten Primäraluminiums, vor allem aus Regionen mit CO2-intensiver Stromerzeugung. Gleichzeitig schrumpft die heimische Aluminiumindustrie. So hat sich die Zahl europäischer Schmelzwerke binnen zehn Jahren halbiert, vor allem wegen hoher Energiepreise und globalem Kostendruck.

Außerdem wird viel Aluminiumschrott exportiert, statt in der EU recycelt zu werden.

[...] Hiesige Aluminiumhersteller klagen darüber, sie hätten bereits rund 15 Prozent ihrer Recyclingkapazitäten stilllegen müssen, da der Schrott von den Händlern zu hohen Preisen in die USA und nach Asien verkauft werde.

Hintergrund ist im Fall der USA offenbar, dass Washington einen 50-Prozent-Zoll auf Importe von Aluminium und Stahl aus der EU verhängt hat, jedoch nicht auf Schrott. US-Schmelzbetriebe erhöhten daraufhin den Einkauf von Metallschrott aus der EU, um Metalle herzustellen.

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 INES Kategorie 5 "Ernster Unfall" 12. Dezember 1952 (INES 5) Forschungsreaktor Chalk River, Ontario, CAN

Eine Wasserstoffexplosion beschädigte das Innere des Reaktors und setzte 30 Kilogramm Uranoxidpartikel frei.
(Kosten ca. 53 Millionen US$)

Nuclear Power Accidents
 

Wikipedia de

Chalk River Laboratories

Der erste ernste Reaktorunfall ereignete sich im sogenannten NRX-Reaktor in den Chalk River Laboratories in der Nähe von Ottawa, Kanada. Während eines Tests des Forschungsreaktors wurde durch Fehlbedienungen, Missverständnisse zwischen Operator und Bedienpersonal, falsche Statusanzeigen im Kontrollraum, Fehleinschätzungen des Operators und zögerliches Handeln der Reaktorkern bei einer partiellen Kernschmelze zerstört. Dabei warf eine Knallgas-Explosion im Reaktorkern die Kuppel eines vier Tonnen schweren Helium-Gasbehälters 1,2 m hoch, wodurch sie im Aufbau stecken blieb. Durch die Explosion wurden mindestens 100 Terabecquerel an Spaltprodukten in die Atmosphäre freigesetzt. Bis zu vier Millionen Liter mit etwa 400 TBq langlebigen Spaltprodukten radioaktiv kontaminiertes Wasser wurden aus dem Keller des Reaktorcontainment in eine sandige Sickergrube gepumpt, um eine Kontaminierung des nicht weit entfernten Flusses Ottawa zu verhindern. Der beschädigte Reaktorkern wurde vergraben. Der spätere US-Präsident Jimmy Carter, damals Nukleartechniker in der Navy, half bei den mehrere Monate dauernden Aufräumarbeiten ...
 

AtomkraftwerkePlag

Chalk River, Kanada 1952

Bei einem Experiment am 12. Dezember 1952 waren versehentlich vier Ventile unter dem Reaktor geöffnet worden, die zwar wieder geschlossen werden konnten. Dennoch hatten sich nach der Öffnung einige Regelstäbe verklemmt, die Radioaktivität stieg rapide an, und der Druckgefäßdeckel flog nach einer Explosion in die Luft. Nach Missverständnissen der Betriebsmannschaft geriet der Reaktor außer Kontrolle, und der Spaltstoff begann zu schmelzen. Um die Kettenreaktion zu stoppen, wurden hundertausende Liter hoch radioaktiven Wassers abgelassen, das sich im Untergeschoss des Reaktors sammelte. Die Evakuierung der Gebäude wurde eingeleitet ...

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11. Dezember


 

Koalitionsausschuss zum Artenschutz

Total idiotisch

Die Bundesregierung fördert sogenannte Infrastrukturprojekte und zeigt damit, was sie von Klima- und Artenschutz hält: nichts.

D as war ein viel beachtetes Urteil: Vor Jahresfrist entschied hierzulande erstmals ein Gericht im Sinne der „Rechte der Natur“. Gemeint ist ein Rechtsverständnis, nach dem nicht nur Menschen gegen Übergriffe auf ihre Person geschützt sind, sondern auch Ökosysteme wie Flüsse, Wälder, Teiche, Moore mit ihren Tieren. Diese Rechte der Natur müssten von Amts wegen berücksichtigt werden, entschied das Landgericht Erfurt im vergangenen Oktober.

Insofern ist idiotisch, was diese Regierung im Koalitionsausschuss soeben beschlossen hat: Sie will den Naturschutz bei neuen Autobahnen, beim vierspurigen Ausbau von Bundesstraßen, beim Neubau von Brücken und Lkw-Parkplätzen einschränken und nennt das „Infrastruktur-Zukunftsgesetz“. Erstens nämlich sind es gerade gute Vorschriften für den Klima- und Umweltschutz, die vor allem bei großen Infrastrukturvorhaben dafür sorgen, dass die Verfahren eindeutig sind – und damit beschleunigt werden. Zweitens haben Beschleunigungsgesetze in der Geschichte der Bundesrepublik noch nie dafür gesorgt, dass tatsächlich schneller gebaut wird: Es gibt hierzulande ein Vollzugsproblem, kein Rechtsproblem.

Drittens schließlich bewegt sich die Regierung Merz auf fremdem Eis: Viele Regelungen zum Umwelt- und Klimaschutz basieren auf Regeln, die von der EU erlassen wurden. Wenn ein Gebiet durch Brüssel beispielsweise nach der Natura-2000-Richtlinie oder der Vogelschutzrichtlinie eingestuft wurde, kann Berlin nicht einfach per Handstreich den Schutz solcher Lebensräume negieren. Nicht zum ersten Mal könnte diese Regierung damit einbrechen, 2015 entschied der Europäische Gerichtshof schon einmal, dass Beschneidungen im deutschen Umweltrecht rechtswidrig sind ...

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EU leitet Verfahren gegen Ungarn wegen Angriffs auf Pressefreiheit ein

Die Europäische Kommission wirft der ungarischen Regierung vor, die Unabhängigkeit der Presse einzuschränken. Gegen das Land wurde nun ein Verfahren eingeleitet.

Die Europäische Union hat gegen die ungarische Regierung ein Vertragsverletzungsverfahren wegen der Einschränkung der Pressefreiheit eingeleitet. Die Unabhängigkeit mehrerer Medienhäuser und Journalisten sei beschränkt worden, argumentierte die EU-Kommission.

Den Angaben der Kommission zufolge geht es um eine Reihe von Verletzungen des europäischen Gesetzes zur Medienfreiheit und die EU-Richtlinie über die audiovisuellen Mediendienste. Ungarn greife in die Arbeit von Medienschaffenden ein. Dies sei durch die Gesetze untersagt, teilte die Kommission mit. Die EU führte das Medienfreiheitsgesetz am 7. Mai dieses Jahres ein, um den Schutz des Pluralismus und die Unabhängigkeit der Medien zu gewährleisten.

Ungarisches Recht bietet zu wenig Schutz

In der ungarischen Medienlandschaft gibt es laut der EU zu wenig Transparenz darüber, wer welche Medien besitzt. Zudem erfüllen die öffentlich-rechtlichen Medien im Land demnach nicht die Anforderungen des Medienfreiheitsgesetzes.

[...] Sollten die Rechte eines Informanten verletzt werden, gibt es für ihn dort keinen wirksamen gerichtlichen Rechtsschutz.

Innerhalb von zwei Monaten muss Ungarn nun auf die Vorwürfe reagieren. Geschieht das nicht, droht eine Klage vor dem Europäischen Gerichtshof.

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"Aus der EU herauslösen"

Trump will Europa spalten - und mit Italien fängt er an

Don Trumpl sagt heute dies und morgen das Gegenteil, und er tut alles, um die Situation für alle anderen zu verschlimmern ...Eine kleine Gruppe europäischer Länder, darunter Italien, soll Trumps Speerspitze in der EU werden - oder besser: gegen die EU. Bislang ist offen, ob Ministerpräsidentin Meloni sich für das Vorhaben einspannen lässt.

Dass US-Präsident Donald Trump für die Europäische Union keine Sympathie hegt, ist schon länger bekannt. Die EU sei gegründet worden, "um die USA über den Tisch zu ziehen", sagte Trump im vergangenen Februar. In der neuen Sicherheitsstrategie der USA wird die Europäische Union denn auch für alles verantwortlich gemacht, was aus Sicht des US-Präsidenten falsch läuft in Europa.

"Wir wollen mit verbündeten Ländern zusammenarbeiten, die ihre frühere Größe wiedererlangen wollen", heißt es darin. Das kann man auch anders formulieren: Trump sucht Vasallen in Europa, die seinen nationalpopulistischen Kurs verfolgen.

In einer ursprünglichen Version der Sicherheitsstrategie soll dieses Vorhaben noch sehr viel deutlicher formuliert worden sein. Dem in Washington ansässigen Portal Defense One zufolge gibt es eine längere, unveröffentlichte Fassung des offiziellen Strategiepapiers. Darin sind die Länder aufgelistet, die helfen sollen, Trumps Plan umzusetzen. Offiziell bestreitet die US-Administration das Bestehen eines solchen Plans - beziehungsweise einer längeren Fassung.

[...] Italien scheint für Trump die Aufgabe eines Gruppenleiters und Rammbocks dieser Anti-EU-Gruppe innerhalb der EU zu übernehmen. Aus mehreren Gründen: Meloni, die zugleich Vorsitzende der rechten Partei Fratelli d’Italia ist, sieht sich schon immer als Trump-Verbündete. In den drei Jahren, die sie mittlerweile regiert, versuchte sie, sich als Brückenbauerin zwischen Europa und den USA zu profilieren.

[...] In den regierungskritischen Medien Italiens liest man immer wieder Kommentare, die Meloni als Marionette in Trumps Händen bezeichnen. Trump wiederum zeigt sich immer sehr angetan von Italiens Regierungschefin, nennt sie eine kluge und schöne Frau. Diese Gunst wird sie sich nicht verscherzen wollen. Aber ihre Mahnung an die EU gilt auch für sie selbst: Wer sich von einer anderen Macht abhängig macht, zahlt dafür einen Preis. Früher oder später wird Meloni sich entscheiden müssen, auf welcher Seite sie stehen will.

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Millionen-Strafe für Glencore-Tochterfirma in Peru

Glencore bestreitet seit Jahren, für Umweltschäden verantwortlich zu sein. Jetzt fasst die Tochterfirma Antapaccay eine hohe Busse.

Man muss um die Mittagszeit herkommen, um die Sprengungen im Bergwerk zu sehen. Natürlich darf das Gelände nicht betreten werden – es ist mit einem hohen Stacheldrahtzaun abgesperrt. Doch von den umliegenden Hügeln aus sieht man den enormen Krater des Kupferabbaus deutlich.

[...] «Wir spielten mit dem toxischen Abwasser»

Das Unternehmen, das in der südperuanischen Provinz Espinar Mineralien abbaut, heisst Antapaccay und ist eine Tochterfirma des Zuger Rohstoffkonzerns Glencore. Doch das umliegende Land gehört indigenen Bäuerinnen und Bauern, deren Leben sich komplett verändert hat, seit hier Bergbau betrieben wird. Die Abbaumethode braucht grosse Mengen Wasser und vergiftet die Quellen. Wer es geschafft hat, seine Parzellen und Viehweiden zu behalten, muss schauen, wie er mit den Verhältnissen klarkommt. Denn der Schaden, der hier angerichtet wird, geht weit über das Gebiet hinaus, das fein säuberlich abgesperrt wurde.

Viele, die hier aufgewachsen sind, erinnern sich daran, wie sich die Natur langsam verändert hat. Zum Beispiel der Fluss, in dem es früher noch Forellen gab – bis sich das Wasser zu verfärben begann und sich ein bleifarbiger Belag bildete. «Wir dachten, das sei natürlich, und spielten mit den Wasserschichten. Ich wäre nie auf die Idee gekommen, dass es toxisches Abwasser aus dem Bergwerk war und wir uns mit Arsen, Blei und Quecksilber vergifteten», sagt eine Bewohnerin einer umliegenden Gemeinde. Doch dann begann plötzlich das Vieh zu sterben, und die Menschen wurden krank. Am Fluss gab es keine Frösche und Vögel mehr.

[...] Verurteilung wegen Luftverschmutzung

Die Umweltprüfungs- und Kontrollbehörde OEFA hat sich mehr als drei Jahre nach Veröffentlichung ihrer Studie Zeit gelassen, Konsequenzen aus ihrer Studie zu ziehen. Im Oktober 2025 verhängte sie eine Strafe von mehr als 1.3 Millionen Franken für Glencore/Antapaccay. Die Begründung in der am 14. Oktober 2025 ausgestellten Resolution Nr. 01432-2025-OEFA/DRAI lautet: «Das Unternehmen hat seine Verpflichtung zur Umsetzung von Präventions- und Kontrollmassnahmen zur Vermeidung und/oder Minderung der Auswirkungen von PM10-Feinstaub, der durch die Bergbauaktivitäten im Tajo Sur entsteht, auf die Flora und Fauna der betroffenen Gebiete nicht erfüllt.» Es bleibt abzuwarten, ob diese Verfügung beim Umweltaufsichtsgericht (Tribunal de Fiscalización Ambiental) angefochten und dort in zweiter und letzter Instanz wieder gekippt wird – wie es in solchen Fällen leider nicht selten ist.

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Akw Tomari

Sicherheitsauflagen erfüllt

Hokkaido genehmigt Neustart von Atomreaktor Tomari-3

Hokkaidos Gouverneur Naomichi Suzuki hat die Wiederinbetriebnahme des Reaktors 3 im Kernkraftwerk Tomari offiziell genehmigt. Der Reaktor ist seit 2012 außer Betrieb und gilt als der neueste Japans, die Inbetriebnahme erfolgte ursprünglich im Jahr 2009.

Hokkaido Electric Power plant, den Reaktor Anfang 2027 wieder ans Netz zu bringen. Die Anlage hatte im Mai dieses Jahres die Sicherheitsprüfung der Nuclear Regulation Authority bestanden und ist damit der 18. Reaktor in Japan, der die verschärften Auflagen, die nach dem Unfall in Fukushima Daiichi eingeführt worden sind, erfüllt. Alle betroffenen Kommunen hatten dem Vorhaben bereits zugestimmt.

Betreiber arbeitet derzeit noch an Schutzmaßnahmen

Hokkaido Electric errichtet derzeit einen 19 Meter hohen Wellenbrecher, der das Kraftwerk im Falle eines Tsunamis schützen soll. Diese Maßnahme gehört zu den wichtigsten Voraussetzungen für den Neustart. Die Fertigstellung ist bis spätestens März 2027 geplant.

[...] Gouverneur Suzuki hatte bereits im November erklärt, dass er den Neustart für einen „realistischen Schritt“ hält. Er verwies auf die steigende Stromnachfrage sowie das Ziel, die Energiepreise in Hokkaido zu stabilisieren. Nach Unternehmensangaben könnte der Betrieb von Tomari-3 eine Reduzierung der Strompreise um bis zu 11 Prozent für Haushalte und 7 Prozent für Gewerbekunden ermöglichen.

Auch wirtschaftliche Interessen spielen eine Rolle, lokale Wirtschaftsverbände fordern seit Jahren eine sichere und stabile Energieversorgung, um Unternehmen langfristig in der Region zu halten. Die zunehmende Anzahl von Rechenzentren zur Verarbeitung von KI-Daten führt zusätzlich zu steigender Grundlast.

[...] Gleichzeitig bleibt die Kritik an Japans Atompolitik bestehen. Umweltorganisationen warnen, dass zentrale Probleme wie die langfristige Lagerung radioaktiver Abfälle weiterhin ungelöst sind. Die Endlagerfrage gilt als ein wesentliches Hindernis für die gesellschaftliche Akzeptanz des Atomkurses.

Dennoch betrachtet die japanische Regierung die Atomkraft als wichtigen Bestandteil des zukünftigen Energiemixes.

 


10. Dezember


 

Havarie an der Pipeline Rostock-Schwedt: Ölfontäne schießt aus Leck

Aus noch unbekannter Ursache ist die Pipeline zwischen dem Hafen in Rostock und der PCK-Raffinerie in Schwedt beschädigt worden. Kurz hinter der Landesgrenze schoss am Mittwochnachmittag eine hohe Ölfontäne aus dem Leck.

Aus einer defekten Pipeline sind in Brandenburg am Mittwochnachmittag nach ersten Schätzungen der Feuerwehr mindestens 200.000 Liter Rohöl ausgetreten. Das Öl sei in einer Pumpstation bei Gramzow knapp zehn Kilometer vor der Landesgrenze zu Mecklenburg-Vorpommernin aus einem kleinen Leck mit einem Druck von circa 20 Bar herausgeschossen. Spezielle Saugwagen sollten das Öl, das auf einem nassen Acker stehe, aufnehmen, so ein Sprecher der Feuerwehr.

Verbindung von Rostock nach Schwedt

Die Pipeline verbindet den Rostocker Hafen mit der PCK-Raffinerie in Schwedt. "Über die Ursache und das genaue Ausmaß der Schäden können gegenwärtig noch keine Angaben gemacht werden", hieß es. Wie die "Märkische Oderzeitung" (MOZ) berichtete, kam es bei Arbeiten an der Leitung zu dem Unglück. Durch das Leck sei eine mehr als zehn Meter hohe Ölfontäne aus der Pipeline geschossen. Gegen 19:45 Uhr konnte das Leck weitgehend abgedichtet werden ...

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Mangelnde Unabhängigkeit

Umstrittene Glyphosatstudie nach 25 Jahren zurückgezogen

Das Pestizid Glyphosat sei nicht krebserregend, befand eine Studie im Jahr 2000. Seitdem verwies Hersteller Monsanto immer wieder darauf. Doch offenbar haben Konzernmitarbeiter daran mitgearbeitet.

Eine Studie kam im Jahr 2000 zu dem Schluss, dass das Pestizid Glyphosat und das Präparat Roundup nicht krebserregend sind. Seither berief sich der damalige Hersteller Monsanto immer wieder auf das Papier, um zu argumentieren, wie harmlos die Mittel seien. Nun hat die Fachzeitschrift »Regulatory Toxicology and Pharmacology« die Studie formell zurückgezogen.

Die Studie habe weithin als wegweisend in der Debatte gegolten, heißt es vom Fachverlag Elsevier, in dem das Fachblatt erscheint. Nun sei aber unklar, ob die Schlussfolgerung, dass Glyphosat und Roundup nicht krebserregend sind, tatsächlich korrekt ist. Der zuständige Chefredakteur Martin van den Berg schreibt, es seien Bedenken geäußert worden hinsichtlich der Urheberschaft der Studie, der Gültigkeit der Ergebnisse im Zusammenhang mit einer falschen Darstellung der Beiträge der Autoren und des Studiensponsors sowie potenzieller Interessenkonflikte der Autoren. Demnach gibt es mehrere Punkte, die zur Rücknahme führten, unter anderem:

  • Bewertung der Karzinogenität: Die Schlussfolgerungen der Studie hinsichtlich der Karzinogenität von Glyphosat basierten ausschließlich auf Studien von Monsanto. Diese zeigten kein tumorauslösendes Potenzial, schreibt Van den Berg. Zum Zeitpunkt der Veröffentlichung habe es andere Langzeitstudien zur chronischen Toxizität und Karzinogenität gegeben, deren Daten nicht berücksichtigt worden seien.
     
  • Mangelnde Unabhängigkeit der Autoren: Ein Rechtsstreit in den USA brachte Korrespondenz von Monsanto ans Licht, aus der hervorgehe, dass die drei in der Studie genannten Autoren wohl nicht allein für den Inhalt verantwortlich gewesen sein sollen. Stattdessen hätten möglicherweise Mitarbeiter von Monsanto ohne ordnungsgemäße Nennung als Mitautoren an der Erstellung mitgewirkt ...

[...] Wofür wird Glyphosat genutzt?

Es handelt sich um ein sogenanntes Totalherbizid, das nahezu alle grünen Pflanzen schädigt. Glyphosat wird seit Mitte der Siebzigerjahre vor allem unter dem Handelsnamen »Roundup« genutzt und ist heute in zahlreichen Pflanzenschutzmitteln verschiedener Hersteller enthalten. Landwirte sprühen es beispielsweise vor der Aussaat auf Feldern, um unerwünschte Konkurrenzpflanzen zu vernichten.

Die EU hat die Genehmigung für Glyphosat zuletzt bis Ende 2033 verlängert. In einem Teil der Mitgliedstaaten, darunter Deutschland, sind Anwendungen in Haus- und Kleingärten sowie auf Flächen, die für die Allgemeinheit bestimmt sind, verboten oder stark eingeschränkt. In den USA hatten in den vergangenen Jahren an Krebs erkrankte Menschen, die Roundup verwendet hatten, mehrfach hohe Schadenersatzsummen zugesprochen bekommen.

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Illegale Entsorgung

PFAS-Chemikalien im Trinkwasser: Verschwiegene Folgen eines Umweltskandals

Zehntausende Menschen in der Region Niederrhein sind Opfer eines bis heute ungesühnten Umweltverbrechens. Ihr Trinkwasser ist mit giftigen Chemikalien verschmutzt. Der örtliche Wasserversorger und die zuständige Behörde verschweigen das Ausmaß des Skandals.

Leitungswasser genießt in Deutschland einen sehr guten Ruf. Laut dem Umweltbundesamt ist es von „konstant hoher Qualität“ und eines der „am besten kontrollierten Lebensmittel“. Wird es mit Schadstoffen verschmutzt, ist der Aufschrei normalerweise groß. In den niederrheinischen Städten Willich, Tönisvorst und Meerbusch herrscht hingegen Schweigen.

Das könnte daran liegen, dass die Menschen in diesen Städten bislang nicht die ganze Wahrheit über die Qualität ihres Trinkwassers kennen. Seit knapp zwei Jahren ist zwar bekannt, dass es mit Industriechemikalien, sogenannten PFAS, belastet ist. Die Stadtwerke Willich und das zuständige Gesundheitsamt behaupten jedoch: Das Wasser könne „bedenkenlos“ getrunken werden. Eine fragwürdige Einschätzung, wie unsere Recherche zeigt.

Anders als es Stadtwerke und der betroffene Kreis Viersen darstellen, bekommen sie die Belastung durch die gesundheitsgefährdenden Chemikalien nicht in den Griff. Maßnahmen, die „umgehend“ eingeleitet wurden, wirken oft nur vorübergehend. Immer wieder steigen die PFAS-Konzentrationen im Trinkwasser in einen brenzligen Bereich. Das belegen Proben, die die Stadtwerke seit Anfang 2024 wöchentlich nehmen. CORRECTIV liegen die Ergebnisse vor. Eine Grenze, die Schwangere, Kleinkinder und andere vulnerable Gruppen schützen soll, wird wiederholt überschritten. Die rund 100.000 Menschen, die das belastete Wasser beziehen, erfahren davon so gut wie nichts.

Und wie überhaupt sind die giftigen Chemikalien ins Trinkwasser gelangt? Antworten könnte ein Prozess liefern, der an diesem Donnerstag am Amtsgericht Krefeld beginnt. Angeklagt sind drei Männer. Als Mitarbeiter einer Recyclingfirma sollen sie Feuerlöschmittel, die PFAS-Chemikalien enthalten, illegal entsorgt haben ...

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Die Angstmacherei des militärisch-industriellen Komplexes

Es locken lukrative Milliardengeschäfte. Zu den Profiteuren gehören neben der Rüstungsindustrie auch viele Investoren.

Red. Ein imperialistischer Putin bedrohe benachbarte Nato-Staaten. Deshalb müsse Europa massiv aufrüsten. Das fordern Nato, natonahe Think-Tanks und europäische Regierungen. Infosperber stellt eine andere Einschätzung zur Diskussion.
Nach einer Einordnung des russischen Imperialismus, der Rolle der Nato-Osterweiterung, eines verbreiteten Angstszenarios und der militärischen Stärke Russlands jetzt zur Frage, welchen Einfluss der militärisch-industrielle Komplex auf Politik und Medien hat.

Seit Russland die Ukraine angriff, sind Aktionäre von Rüstungskonzernen reich geworden. Für eine Aktie des Konzerns Rheinmetall zahlte man im Februar 2022 noch 101 Euro. Ende Oktober 2025 konnte man sie für 1697 Euro verkaufen: Eine Wertsteigerung um das Sechzehnfache. Die Börsenkurse anderer Rüstungskonzerne wie BAE System, Rolls-Royce oder GE Aerospace sind um 50 bis 100 Prozent gestiegen.

[...] Bereits im Jahr 1961 hatte Präsident Dwight D. Eisenhower vor dem Einfluss des militärisch-industriellen Komplexes gewarnt. Heute ist sein Einfluss noch ungleich grösser.

27’000 PR-Berater polieren Image der USA

Vor fünfzehn Jahren beklagte Tom Curley, Chefredaktor der Nachrichtenagentur AP, den immensen Einfluss des US-Verteidigungsminsteriums auf seine Journalisten. Nachdem ihm der Kragen geplatzt war, enthüllte er schier unglaubliche Fakten über die PR-Arbeit des Pentagons.

[...] Es gilt eine alte PR-Regel: Man muss eine Behauptung über längere Zeit x-mal wiederholen. Dann wird sie als Wahrheit empfunden. Dieses Ziel wird umso leichter erreicht, wenn es sich um einen autoritären Machthaber wie Putin handelt. Storys über dessen Gebaren und Willkür tragen dazu bei, die Angst vor einem russischen Angriff als realistisch wahrzunehmen.

[...] Unsummen für Aufrüstung fehlen anderswo

Mit seinen PR-Strategen und «Think-Tanks» verbreitet der militärisch-industrielle Komplex möglichst grosse Angst, damit die Bevölkerungen es akzeptieren, dass Regierungen und Parlamente Unsummen in die Aufrüstung stecken. Diese Gelder und Ressourcen fehlen dann, um die natürlichen Lebensgrundlagen der Menschen zu schützen, um den Wohlstand und das soziale Netz zu sichern und die Armut und damit die Immigration zu bekämpfen. Zudem wird ein überbordender Schuldenberg angehäuft, der eine Weltwirtschaftskrise wahrscheinlich macht.

Vor lauter Kampfjets, Panzern und der Aufstockung der Armee fehlen genügend Mittel, um Angriffen auf die Infrastruktur vorzubeugen und um Drohnen und Cyberangriffe abzuwehren ...

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Global Environment Outlook

Planet retten, Menschen schützen – und Gewinne steigern

Laut einem neuen UN-Bericht können Klima- und Naturschutz nicht nur Leben retten, sondern auch große wirtschaftliche Chancen eröffnen.

Ein grundlegender Kurswechsel in der globalen Wirtschafts- und Umweltpolitik könnte nicht nur Ökosysteme retten, sondern auch den weltweiten Wohlstand deutlich steigern. Das ist die Hauptbotschaft des neuen "Global Environment Outlook", GEO‑7, den das Umweltprogramm der Vereinten Nationen, Unep, am Dienstag in Nairobi vorgestellt hat.

Die Untersuchung gilt als umfassendste wissenschaftliche Bestandsaufnahme des ökologischen Zustands unseres Planeten. 287 wissenschaftliche Fachleute aus 82 Ländern arbeiteten daran mit.

Der Tenor des Reports mit dem Untertitel "Eine Zukunft, für die wir uns entscheiden" ist überraschend optimistisch gehalten: Wenn Regierungen und Wirtschaft entschlossen in den Schutz von Klima und Natur investieren, würde dies nicht nur Millionen Menschenleben retten, sondern auch jährlich Tausende Milliarden zusätzlich erwirtschaften.

Bis zum Jahr 2070 könnte laut dem Bericht die globale Wirtschaftsleistung mindestens 20 Billionen US-Dollar pro Jahr höher liegen als bei Business as usual.

Der GEO‑Bericht erscheint seit 1997 in regelmäßigen Abständen von etwa fünf Jahren. Frühere Ausgaben warnten vor allem vor steigender Zerstörung der Umwelt in praktisch allen Weltregionen, doch der siebte Report betont daneben ausdrücklich auch die ökonomischen Chancen eines nachhaltigen Umbaus.

Positives Szenario mit weniger materiellem Verbrauch

GEO‑7 versucht, politischen Entscheidungsträgern ein positives Szenario aufzuzeigen. Eine Welt mit klimafreundlicher, sauberer Energie, stabilen Ökosystemen und gerechter Ressourcennutzung würde nicht einen niedrigeren Lebensstandard bedeuten, sondern im Gegenteil ein widerstandsfähigeres Wirtschaftssystem schaffen.

[...] Unep-Direktorin Inger Andersen sagte zur Vorstellung des Reports, GEO‑7 lege der Menschheit eine einfache Wahl vor. "Entweder wir gehen weiter in Richtung einer Zukunft, die von Klimawandel, schwindender Natur, degradierten Böden und verschmutzter Luft verwüstet ist, oder wir ändern den Kurs und sichern einen gesunden Planeten, gesunde Menschen und gesunde Wirtschaften. Das ist eigentlich gar keine Wahl."

Mut mache, dass die Welt bereits enorme Fortschritte gemacht habe. Andersen nannte hier die globalen Abkommen zu Klima und Biodiversität bis hin zu tatsächlichen Veränderungen – etwa beim Boom der erneuerbaren Energien, beim weltweiten Ausbau von Schutzgebieten und beim Ausstieg aus giftigen Chemikalien ...

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INES Kategorie 210. Dezember 1994 (INES 2 Klass.?) Akw Pickering, ON, CAN

Freisetzung von radioaktiver Strahlung in die Umwelt bedeutet INES 3 ...
 

Ein Unfall mit Kühlmittelverlust. Bei einem Rohrbruch traten 185 Tonnen schweres Wasser aus. Zum ersten Mal wurde bei einem CANDU Reaktor das Notfall-Kernkühlsystem eingesetzt, um eine Kernschmelze zu verhindern.

(Kosten ?)

Nuclear Power Accidents
 

Langsam aber sicher werden relevante Infos zu Störungen in der Atomindustrie aus Wikipedia entfernt!

Wikipedia en

Übersetzung https://www.DeepL.com/Translator

Pickering Incidents

Am 10. Dezember 1994 ereignete sich ein Unfall mit Kühlmittelverlust. Der Ständige Senatsausschuss für Energie, Umwelt und natürliche Ressourcen bezeichnete ihn als den schwersten Unfall in der Geschichte Kanadas (Juni 2001). Das Notfall-Kernkühlsystem wurde eingesetzt, um eine Kernschmelze zu verhindern.

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INES Kategorie 4 "Unfall" 10. Dezember 1968 (INES 4) Atomfabrik Majak, UdSSR

Ein Techniker starb nach Beginn eines Tests an den Folgen der Strahlenbelastung.
(Kosten ?)

Nuclear Power Accidents
 

Im Laufe der Jahre haben sich in Majak etwa 235 radioaktive Störfälle ereignet, von denen nur wenige bekannt wurden ...

Wikipedia de

Kerntechnische Anlage Majak

10. Dezember 1968: Kritikalitätsstörfall in Behälter mit einer Plutoniumlösung

Beim improvisierten Umfüllen einer Plutoniumlösung von einem 20-Liter-Behälter in einen 60-Liter-Behälter wurde die Lösung im Zielbehälter kritisch. Nach dem resultierenden Lichtblitz und Hitzestoß ließ der Arbeiter den 20-Liter-Behälter fallen, die Reste der Plutoniumlösung darin liefen auf den Boden. Das Gebäude wurde evakuiert und der Strahlenschutzbeauftragte untersagte den Zutritt zum Bereich. Der Schichtleiter bestand jedoch darauf, das Gebäude zu betreten und ging zusammen mit dem Strahlenschutzbeauftragten bis vor den Raum, in dem sich der Unfall ereignete. Trotz gefährlich hoher Gammastrahlenwerte ging der Schichtleiter hinein, nachdem er den Strahlenschutzbeauftragten weggeschickt hatte. Vermutlich versuchte er dann, Teile der Plutoniumlösung in einen Abwassertank zu leiten, was jedoch zu einer erneuten Kritikalität führte. Der Schichtleiter wurde mit schätzungsweise 24 Gray verstrahlt und verstarb etwa einen Monat später. Der Arbeiter erhielt etwa 7 Gray und entwickelte eine schwere akute Strahlenkrankheit; seine beiden Beine und eine Hand mussten amputiert werden.

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9. Dezember


 

Akw Lubiatowo-Kopalino

Milliardenschweres Projekt

EU genehmigt Staatshilfen für erstes Atomkraftwerk in Polen

Deutschland steigt aus, Polen steigt ein: In Ostseenähe soll bis 2033 das erste AKW des Landes entstehen. Brüssel erlaubt nun einen Zuschuss der polnischen Regierung.

Die EU-Kommission hat milliardenschwere nationale Staatshilfen für den Bau eines ersten Atomkraftwerks in Polen genehmigt. Das teilte eine Sprecherin in Brüssel mit. »Wir haben es geschafft!«, schrieb der polnische Regierungschef Donald Tusk bei X. Die ersten Gelder würden bereits in diesem Monat ausgezahlt.

Die polnische Regierung will rund 30 Prozent der Baukosten für das geplante Kraftwerk Lubiatowo-Kopalino vom staatlichen Betreiberkonzern PEJ übernehmen. Insgesamt soll das Projekt schätzungsweise 42 Milliarden Euro kosten. Außerdem will sie für die Schulden garantieren, die zur Finanzierung aufgenommen werden.

Geplant sind zudem sogenannte Differenzverträge: Wenn der Marktpreis für den generierten Strom unter einen vereinbarten Garantiepreis fällt, gibt der Staat Geld dazu. Liegt der Marktpreis hingegen über dem Garantiepreis, erhält der Staat die Differenz.

[...] Die Bauarbeiten für das AKW in der Woiwodschaft Pommern sollen 2026 beginnen. Im Jahr 2033 soll das Kraftwerk mit drei Reaktoren und einer Gesamtleistung von 3750 Megawatt dann ans Netz gehen. Der Baugrund liegt nahe der Ostsee, rund 300 Kilometer östlich von Greifswald ...

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Akw Kashiwazaki-Kariwa

Größtes AKW der Welt vor Comeback – „Fukushima hat gezeigt, wie teuer ein einziger Fehler werden kann“

Das weltweit größte Atomkraftwerk könnte von Japan wieder in Betrieb genommen werden. Das löst gemischte Reaktionen aus. Ein Appell wird auch an die deutsche Bundesregierung gerichtet.

Hamburg – 11. März 2011: Kaum ein Datum in der Geschichte der Kernenergie dürfte so sehr in Erinnerung bleiben wie der Tag des Fukushima-Unglücks. Ein Erdbeben löste einen Tsunami aus, der das japanische Kernkraftwerk Fukushima Daiichi beschädigte. Es kam zu Explosionen und Freisetzung radioaktiver Substanzen in die Umwelt. Nach der Nuklearkatastrophe wurden alle japanischen Atomkraftwerke vorerst stillgelegt. Nun soll eines der AKWs vor einem Comeback stehen.

Damit wäre das AKW Kashiwazaki-Kariwa das erste Kraftwerk des Fukushima-Betreibers Tepco, das seit der Katastrophe wieder in Betrieb gehen würde. Dass die mögliche Wiederinbetriebnahme mit gewissen Risiken dortzulande verbunden ist, ist offensichtlich. „Fukushima hat gezeigt, wie teuer ein einziger Fehler werden kann“, sagte Pressesprecher des Energieunternehmens Enerix Lucas Flügel im Gespräch mit IPPEN.MEDIA.

[...] Größtes AKW wieder aktiv? Energiebranche appelliert an Bundesregierung: „Kein Beispiel nehmen“

Sollte die Reaktivierung des AKWs Kashiwazaki-Kariwa durchgesetzt werden, gäbe es für Deutschland zumindest beim Ausbau der Erneuerbaren keine direkte Bremswirkung. Hierzulande sei die Wirkung vor allem politisch, weniger physikalisch, so Flügel. Er appelliert an die Bundesregierung: „Deutschland sollte sich an diesem Kurs kein Beispiel nehmen. Wir haben bewiesen, dass sich ein wachsender Anteil erneuerbarer Energien mit Versorgungssicherheit vereinbaren lässt – ohne Milliarden in alternde Reaktoren zu verbraten.“

[...] Diskussionen über die Inbetriebnahme älterer Atomkraftwerke werden auch künftig nicht abreißen – und werden auch nicht im Falle einer Reaktivierung des japanischen Atomkraftwerks aufhören. „Man merkt, dass das Risikobewusstsein immer wieder abnimmt. Das haben wir bei Tschernobyl oder bei Fukushima gesehen. Deutschland hat nach dem Vorfall in Fukushima den Ausstieg aus der Kernenergie vollzogen, nun will die Union wieder einsteigen. Die Risikofragen zu solchen Unglücken spielen irgendwann keine Rolle mehr. Das wird wohl weltweit so sein“, so Quaschning.

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Unrechtmäßig und willkürlich

Gericht hebt Trumps Stopp neuer Windkraftprojekte auf

Donald Trump ist bekanntlich ein Fan fossiler Brennstoffe. Direkt an seinem ersten Amtstag knöpft er sich Windkraftprojekte in den USA vor. Nun entscheidet ein Gericht über eine Anweisung des Präsidenten.

Ein US-Bundesgericht hat den von der Regierung von Präsident Donald Trump verhängten Stopp für die Genehmigung neuer Windkraftprojekte für unrechtmäßig und willkürlich erklärt. Das Gericht in Boston entschied, die Regierung habe keine ausreichende Begründung für die pauschale Aussetzung der Verfahren geliefert.

Die zuständigen Behörden hätten zudem offen zugegeben, dass sie einzig auf Anweisung des Präsidenten gehandelt hätten. Damit verstoße die Regierung gegen die gesetzliche Vorgabe, Anträge in angemessener Zeit zu bearbeiten. Geklagt hatte eine Gruppe von 17 von den Demokraten geführten Bundesstaaten. Die Generalstaatsanwältin des federführenden Bundesstaates New York sagte, die Entscheidung sei ein großer Sieg im Kampf gegen die Klimakrise.

Die Regierung in Washington hatte eine Anweisung Trumps umgesetzt, die dieser an seinem ersten Tag im Amt erlassen hatte. Sie sah vor, die Vergabe von Lizenzen für Windparks auf See zu stoppen und keine Genehmigungen mehr für Windprojekte an Land und auf See zu erteilen. Trump will die Förderung fossiler Brennstoffe ausweiten und hatte im Wahlkampf die Parole "drill, baby, drill" (bohrt, Leute, bohrt) ausgegeben ...

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Ägypten setzt auf Gigawatt-Energie: Wie das Land zur neuen Drehscheibe für erneuerbare Energien wird

Ägypten positioniert sich seit einigen Jahren als zentraler Akteur der Energiewende im Nahen Osten und Nordafrika.

Mit enormen Solar- und Windressourcen, ambitionierten Ausbauzielen und starken internationalen Partnerschaften entwickelt sich das Land immer mehr zu einem global relevanten Standort für erneuerbare Großprojekte. 2025 erreicht diese Strategie eine neue Qualität: Gleich mehrere Anlagen mit einer Leistung von über einem Gigawatt befinden sich im Bau oder in Expansion und sollen zeigen, dass Ägypten seine Energiezukunft im industriellen Maßstab denkt.

Solar und Speicher: Das Obelisk-Projekt als Meilenstein

Im Mai 2025 startete der Bau eines der bedeutendsten Solarprojekte des Landes: Die Obelisk-Anlage soll mehr als 1,1 Gigawatt Solarleistung liefern, ergänzt durch einen Batteriespeicher von 100 Megawatt Leistung und 200 Megawattstunden Kapazität. Damit geht Ägypten einen entscheidenden Schritt weiter: von reiner Stromproduktion hin zur Kombination aus Erzeugung und Stabilisierung. Die Anlage soll bis Ende 2026 in Betrieb gehen.

Gerade in sonnenreichen Ländern stellt Netzstabilität eine Herausforderung dar. Durch die Integration eines großen Speichers wird das Stromnetz entlastet, Schwankungen werden ausgeglichen, und Solarenergie kann gezielt in Zeiten hoher Nachfrage ins Netz eingespeist werden. Unterstützt wird das Projekt durch internationale Entwicklungsbanken, die darin ein Modell für zukünftige Infrastrukturvorhaben in Nordafrika sehen.

„Dieses Projekt nutzt das reichhaltige Potenzial erneuerbarer Energien in Afrika und zeigt, wie starke Partnerschaften und innovative Lösungen dazu beitragen, die drei Kernziele im Energiesektor in Einklang zu bringen: Energiesicherheit, Bezahlbarkeit und nachhaltige wirtschaftliche Entwicklung“, sagte Wale Shonibare, Direktor für Energiefinanzierungslösungen, Politik und Regulierung bei der Afrikanischen Entwicklungsbank. „Es hat ein hohes Potenzial, auf dem gesamten Kontinent nachgeahmt zu werden.“

Ein Gigawatt Windkraft: Der Golf von Suez als Wind-Hotspot

Neben Solarenergie treibt Ägypten auch die Windkraft massiv voran, vor allem am Golf von Suez, wo beständige Winde optimale Bedingungen bieten. Ein neu geplantes Windkraftprojekt soll über ein Gigawatt Leistung erreichen und wäre damit einer der größten Onshore-Windparks des afrikanischen Kontinents ...

 


8. Dezember


 

Rechte Schützenhilfe aus den USA: Die AfD setzt auf den Trump-Effekt

Operngesang in Manhattan, Schulterklopfen in Washington: Die AfD hofiert Amerikas Rechten – und setzt auf deren Einfluss im eigenen Machtkampf.

[...] Seit Anfang 2025 tingeln AfD-Politiker:innen regelmäßig über den Atlantik für Gespräche mit Trump-nahen Berater:innen, republikanischen Abgeordneten und konservativen Thinktanks. Im Oktober 2025 reiste eine Delegation unter anderem zu einer Veranstaltung des Young Republican Club nach New York und anschließend weiter nach Washington.

Mit dabei laut "Spiegel": Markus Frohnmaier, Kay Gottschalk, Anna Rathert. Es geht um vermeintliche Gemeinsamkeiten: Meinungsfreiheit, Opposition gegen "staatliche Bevormundung", Kampf gegen "Cancel Culture". Man kennt diese Ausdrücke im Jahr 2025.

Der Tenor auf den genannten Veranstaltungen: Deutschland sei auf dem Weg in eine autoritäre Gesellschaft, kritische Stimmen wie die der AfD würden mundtot gemacht. Dieses Narrativ verfängt.

Die republikanische Abgeordnete Anna Paulina Luna lässt sich öffentlich mit AfD-Mitgliedern fotografieren. Im Frühjahr 2025 empfängt sie die rechtsextreme Influencerin Naomi Seibt im Repräsentantenhaus und spricht von "politischem Asyl" für die 25-Jährige.

In Deutschland sei Seibt nicht mehr sicher, so die Behauptung. Wenig später ist sie Gast in der Show des rechten US-Verschwörungstheoretikers Alex Jones. Dort behauptet sie laut "Welt", AfD-Kandidat:innen würden "magisch versterben, kurz vor wichtigen Wahlen", wie "Politico" berichtete.

Sorge wegen Strategiepapier mit Nähe zu Russland-Propaganda

Brisanz bekommt die Annäherung durch ein 33-seitiges Strategiepapier aus dem Weißen Haus. Anfang Dezember veröffentlicht die Trump-nahe Regierung eine neue Nationale Sicherheitsstrategie. Darin heißt es, man müsse "den Widerstand gegen den aktuellen Kurs Europas innerhalb der europäischen Nationen kultivieren".

Hoffnung sehe man im "wachsenden Einfluss patriotischer Parteien" ...

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Photovoltaik Gratisstrom

Grüner Solarbonus trifft auf Stromsystem

Wie kann Solarstrom, der in sonniger Mittagszeit im Überfluss vorhanden ist und teuer abgeregelt wird, als preiswerte Energie gerade bei solarfernen Haushalten landen? Nicht nur dieses Problem wollen die Grünen mit ihrem Vorschlag für einen Solarbonus beheben.

Die Idee ist eigentlich bestechend. In diesem Jahr gab es in Deutschland bis in den November wegen eines zeitweise starken Überangebots an Strom mehr als 560 Stunden mit negativen Preisen an der Strombörse – so viele wie noch nie zuvor, vermerkt das Deutsche Institut für Wirtschaftsforschung (DIW) in Berlin in einem Wochenbericht.

Als wesentlichen Grund für steigende Zeiten mit negativen Preisen nennen die Forscher die stark gewachsene Zahl von Solaranlagen auf Dächern. So zeigten Daten der Bundesnetzagentur, in den "Negativ"-Stunden habe vor allem die Photovoltaik Strom erzeugt, gefolgt von Windkraft. Steinkohle- und Braunkohlekraftwerke, die früher noch größere Anteile an der Stromerzeugung in Negativpreisstunden gehabt hätten, spielten hier 2025 fast keine Rolle mehr, bilanziert das DIW.

Bei negativen Strompreisen wird in Deutschland Stromerzeugung abgeregelt, also vom Netz genommen. Das trifft vor allem die beiden erneuerbaren Energien Sonne und Wind. Die Betreiber erhalten zum Ausgleich eine Entschädigung für entgangene Einnahmen.

Bei diesem sogenannten Redispatch fallen noch weitere Aufwendungen an, etwa Kosten für die Einspeisung erneuerbarer Anlagen bei negativen Preisen sowie für hochfahrende Gaskraftwerke. Letztere entstehen, wenn Großverbraucher im Süden preiswerten Grünstrom im Norden kaufen, dieser aber wegen Netzengpässen nicht von dort bezogen werden kann und der "billige" Strom dann ersatzweise von teureren Gaskraftwerken im Süden kommen muss.

Solarstrom auch für Haushalte ohne Solaranlage 

2024 kostete der gesamte Redispatch in Deutschland um die 2,7 Milliarden Euro, 2023 waren es noch mehr als 3,3 Milliarden gewesen. Die Milliarden werden auf die Netzentgelte umgelegt und von den Stromkunden über den Strompreis bezahlt.

[...] Nach Angaben des Berliner Energieversorgers Gasag verbrauchen Ein-Personen-Haushalte in Deutschland täglich im Schnitt 3,6 Kilowattstunden Strom und zwei Personen-Haushalte um die 5,5 Kilowattstunden – das ergäbe dann bei 600 Stunden Gratisstrom für Ein-Personen-Haushalte 35 Euro jährliche Ersparnis und für Zwei-Personen-Haushalte etwas mehr als 50 Euro. Der Bonus ist eben, auch wenn er ein grüner ist, am Ende "nur" ein Bonus – nicht mehr, aber auch nicht weniger.

Eine Verschiebung des Solarstrom-Verbrauchs in einem digitalisierten System in die Abendstunden hätte am Ende auch einen Klimaeffekt: "Durch gespeicherten Solarstrom ließe sich teure und schmutzige Gaserzeugung am Abend aus dem System verdrängen", beschreibt Simon Müller den Vorgang. Und weil das in den Abendstunden dann allein der Markt regele, werde auch keine Entschädigung fällig.

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385.000 Zivilisten in Gefahr | Don Trumpls Friedensdeal

Thailand fliegt Luftangriffe auf Kambodscha

Nach einer gebrochenen Waffenruhe eskaliert der Grenzstreit zwischen Thailand und Kambodscha erneut. Fast 400.000 Zivilisten sollen im Grenzgebiet evakuiert werden, die thailändische Armee fliegt Luftangriffe.

Thailand hat eigenen Angaben zufolge entlang seiner Grenze zu Kambodscha Luftangriffe geflogen. Dabei wurde mindestens ein thailändischer Soldat getötet und vier weitere verletzt, wie das thailändische Militär mitteilte. Man habe nun damit begonnen, Flugzeuge für Angriffe auf militärische Ziele in mehreren Gebieten einzusetzen, hieß es weiter. Zudem sollen in Thailand mehr als 385.000 Zivilisten aus vier Grenzbezirken in Sicherheit gebracht werden. Mehr als 35.000 von ihnen seien bereits in Notunterkünften untergebracht.

Laut dem thailändischen Militär waren Truppen in der Provinz Ubon Ratchathani zuvor unter kambodschanischen Beschuss geraten. Das kambodschanische Verteidigungsministerium teilte hingegen mit, das thailändische Militär habe die eigenen Streitkräfte im Morgengrauen an zwei Orten angegriffen. Dem seien tagelange Provokationen vorausgegangen. Die kambodschanischen Truppen hätten nicht zurückgeschossen.

Trump vermittelte Waffenruhe im Oktober

Beide Länder hatten sich zuvor gegenseitig beschuldigt, eine im Oktober unterzeichnete Waffenruhe verletzt zu haben. Thailand hatte jedoch Mitte November die Umsetzung des Abkommens ausgesetzt, nachdem ein Soldat durch eine Landmine verletzt worden war. US-Präsident Donald Trump und der malaysische Ministerpräsident Anwar Ibrahim hatten die Waffenruhe vermittelt ...

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8. Dezember 1955INES Kategorie 3 "Ernster Störfall"  (INES 3) Atomfabrik Windscale/Sellafield, GBR

In einem Silo für radioaktive Abfälle im Gebäude B247 war ein Brand ausgebrochen.
(Kosten ca. 1300 Millionen US$)

Nuclear Power Accidents
 

Die Nukleare Kette

Sellafield/Windscale, Großbritannien

Die größte zivile und militärische Atomanlage Europas steht in Sellafield. Während hier in der Vergangenheit Plutonium für das britische Atomwaffenprogramm produziert wurde, dient der Standort heute als Wiederaufbereitungsanlage für Atommüll. Der Großbrand von 1957 sowie zahlreiche radioaktive Lecks kontaminierten die Umwelt und setzten die Bevölkerung erhöhten Strahlenwerten aus ... 
 

AtomkraftwerkePlag

Sellafield (ehemals Windscale), Großbritannien

Im November 2001 wurde vom Europäischen Parlament eine Studie zu den möglichen toxischen Auswirkungen der Wiederaufarbeitungsanlagen in La Hague (Frankreich) und Sellafield veröffentlicht, die von WISE/Paris unter der Leitung von Mycle Schneider verfasst wurde. Deren Resümee war, dass bis zu diesem Zeitpunkt auf beide Standorte die höchste vom Menschen je verursachte Freisetzung von Radioaktivität zurückzuführen war, vergleichbar einem großen Atomunfall in jedem Jahr. Die Freisetzung radioaktiver Substanzen war möglicherweise doppelt so hoch wie die nach der Katastrophe von Tschernobyl. In der Umgebung beider Standorte wurde ein deutlicher Anstieg der Leukämie-Fälle festgestellt; es wird als möglich angesehen, dass die radioaktiven Emissionen aus beiden Anlagen dazu beigetragen haben. In Sellafield sind signifikante Konzentrationen von Radionukliden in Nahrungsmitteln, Sedimenten in Flora und Fauna entdeckt worden. Festgestellt wurden Carbon-14, Cäsium-137, Cobalt-60, Jod-129, Plutonium, Strontium-90, Technetium-99, letzteres mit 214.000 Jahren Halbwertzeit ...

Laut einem Bericht vom Oktober 2018 soll die Stilllegung von Sellafield 2120 abgeschlossen werden. Die Kosten werden auf 121 Mrd. £ geschätzt.

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7. Dezember


 

Greenpeace spricht von „Waldnotstand“ 

Der vergessene Wald Südamerikas

Beim Waldschutz denkt alle Welt gleich an den Amazonas. Derweil verschwindet Südamerikas größter Trockenwald in rasantem Tempo: der Gran Chaco.

Jorge Luna hat lange darüber nachgedacht, die Bäume auf seinem Grundstück zu fällen und das Holz zu verkaufen. Palo Santo, Quebracho und Algarrobo wachsen hier im Gran Chaco – dem größten Trockenwald Südamerikas, der sich über Argentinien, Paraguay und Bolivien erstreckt. Baumarten, die es woanders kaum gibt.

Der 55-Jährige lebt auf einem 100 Hektar großen Grundstück in Paraje La Armonía in der Provinz Chaco Nordosten Argentiniens. Die Region ist auch bekannt als El Impenetrable – „der Undurchdringliche“ – wegen der dichten, dornigen Sträucher und Bäume, der hohen Temperaturen und des knappen Wassers. Luna hält Kühe und baut sein eigenes Obst und Gemüse an. „Aber es regnet immer weniger, die Temperaturen steigen, und der Boden ist trocken. Deshalb kann ich kaum noch etwas anbauen“, sagt er. Der Holzverkauf würde ihm schnell und einfach Geld bringen, hätte aber langfristige und unumkehrbare Folgen.

So wie Jorge Luna stehen viele Kleinbauern und ‑bäuerinnen in der Provinz Chaco, einer der ärmsten Argentiniens, unter enormem Druck. Aus finanzieller Not, fehlendem Wissen oder unsicheren Eigentumsverhältnissen sehen sie sich gezwungen, ihre Grundstücke – oft noch mit einheimischem Waldbestand – zu verkaufen oder zu verpachten. Die Folge: Die Bäume fallen der Abholzung zum Opfer.

Mit einer Fläche von mehr als 100 Millionen Hektar ist der Gran Chaco größer als Frankreich und Deutschland zusammen – und nach dem Amazonas das zweitgrößte Waldökosystem Südamerikas. Während der Amazonas immer wieder im Fokus der internationalen Öffentlichkeit steht, haben viele Menschen vom Gran Chaco noch nie gehört. Dabei ist er ein wichtiger Kohlenstoffspeicher und eines der artenreichsten Gebiete des Kontinents – mit mehr als 3.400 Pflanzenarten, 500 Vogelarten, 150 Säugetierarten, und mehr als 200 Arten von Reptilien und Amphibien

[...] Die Umweltanwälte warnen, dass der Gran Chaco innerhalb von zwei Jahrzehnten verschwunden sein könnte, wenn die Entwaldung in der derzeitigen Geschwindigkeit anhält. „Der Chaco erhält nicht die gleiche Aufmerksamkeit wie der Amazonas – nur wenige kennen ihn“, sagt der Anwalt. „Deshalb müssen wir uns zusammenschließen, um ihn zu beschützen“.

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Unterschiedliche Blickwinkel

Rechtsextremismus beunruhigt Deutsche mehr als Zuwanderer

Wie sind die Sichtweisen von Deutschen mit und ohne Migrationsgeschichte sowie von ausländischen Zuwanderern auf die Dinge? Einer Studie der Konrad-Adenauer-Stiftung zufolge sind die Unterschiede teils groß - auch mit Blick auf den Ukraine-Krieg, Antisemitismus und den Umgang mit Homosexualität.

Der Rechtsextremismus in Deutschland beunruhigt Menschen ohne Migrationshintergrund noch stärker als Zuwanderer und ihre direkten Nachkommen. Das zeigen die Ergebnisse einer aktuellen Untersuchung der CDU-nahen Konrad-Adenauer-Stiftung (KAS) zum Zusammenleben in der Einwanderungsgesellschaft. Unterschiede zwischen Deutschen mit und ohne ausländische Wurzeln gibt es demnach auch, was die Sicht auf den russischen Angriffskrieg in der Ukraine und antisemitische Vorurteile und Vorbehalte gegen Homosexuelle angeht.

Für die repräsentative Untersuchung waren von Anfang Oktober 2024 bis Ende Januar bundesweit rund 3000 Menschen befragt worden, unter ihnen 1007 Ausländerinnen und Ausländer sowie 1003 Menschen mit Migrationshintergrund, die selbst im Ausland geboren wurden oder mindestens einen Elternteil haben, auf den das zutrifft. Die Ergebnisse:

Sorge vor Rechtsextremismus

Laut Studie stimmen knapp drei Viertel (74 Prozent) der Deutschen ohne familiäre Einwanderungsgeschichte der Aussage "Der Rechtsextremismus in Deutschland macht mir Angst" zu, wobei 46 Prozent völlig und 28 Prozent eher zustimmen. Auch knapp zwei Drittel (66 Prozent) der Deutschen mit Migrationshintergrund teilen diese Angst. Unter den hierzulande lebenden Ausländern sind es 55 Prozent. Am häufigsten äußern sich in der Untersuchung Menschen mit Wurzeln in der Türkei und in Russland besorgt über den Rechtsextremismus in Deutschland. Deutlich geringer ist der Anteil demnach unter Menschen polnischer Herkunft ...

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Verbrennungsmotor

Beschleunigte Energiewende, bizarre Verbotsdebatte und laute Lobbyinteressen

Wie schnell die EU zentrale Zukunftsregeln wie das Verbrenner-Aus und das Waldschutzgesetz einkassiert, ist besorgniserregend, findet Claudia Kemfert, Energieökonomin und Mitglied im Herausgeberrat von Klimareporter°. Sind Lobbyinteressen laut genug, haben wissenschaftliche Fakten und Zukunftssicherung das Nachsehen, kritisiert sie.

Klimareporter°: Frau Kemfert, die Bundesregierung sieht die Energiewende nach wie vor an einem "Scheideweg" und will mehr "Technologieoffenheit". Tatsächlich aber geht der Ausbau der Erneuerbaren dynamisch voran.

Die Ausbauziele für Solar- und Windkraft bis 2030 sind alle noch in Reichweite, zeigt eine aktuelle DIW-Analyse. Sie sieht sogar gute Voraussetzungen, die Energiewende noch zu beschleunigen. Machen wir uns zu viele Sorgen?

Claudia Kemfert: Der Ausbau der Erneuerbaren zeigt eine beeindruckende Dynamik, viele der Ziele für 2030 sind absolut erreichbar. Sorgen machen vor allem politische Blockaden und Unsicherheiten, nicht die Technologien selbst.

Unsere aktuelle DIW-Analyse zeigt klar, dass mit stabilen Rahmenbedingungen sogar eine deutliche Beschleunigung möglich ist. Entscheidend ist jetzt, diese guten Voraussetzungen nicht wieder auszubremsen.

Kaum fordert die Bundesregierung von der EU-Kommission die Abschwächung des sogenannten Verbrennerverbots für Autoantriebe, kündigt diese ein Aufweichen der Regelung an. Unter anderem sollen Plug-in-Hybride, "hocheffiziente" fossile Motoren sowie synthetische und pflanzenbasierte Kraftstoffe weiter erlaubt sein.

Wirkt diese Debatte nicht ein wenig seltsam, wo doch niemand sagen kann, wie der Automarkt in zehn Jahren aussieht?

Ja, die Debatte wirkt bizarr – zumal die Bundesregierung selbst nicht erklären kann, was "hocheffiziente Verbrenner" überhaupt sein sollen.

Technisch ist klar: Der Verbrennungsmotor hat seine Effizienzgrenzen erreicht. Der Großteil der Energie geht als Wärme verloren, während E‑Antriebe um ein Vielfaches effizienter arbeiten ...

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Small Modular Reactor

Wien warnt vor Small Modular Reactors: „EU geht mit Atomkraft in die falsche Richtung“

Cities for a Nuclear Free Europe kritisiert SMR-Strategie der EU-Kommission: Sicherheitsrisiken hoch, Realisierung unrealistisch

Wien - Die EU-Kommission arbeitet derzeit an einer Strategie für Small Modular Reactors (SMR), die 2026 vorgestellt werden soll. Wien und die Initiative Cities for a Nuclear Free Europe (CNFE), deren Vorsitzender Klimastadtrat Jürgen Czernohorszky ist, haben sich kritisch in den Prozess eingebracht.

„Seit Jahrzehnten werden kleine Reaktoren als vermeintliche Lösung der Atomindustrie präsentiert. Es gibt jedoch keine kommerziell genutzte Anlage, und bisherige Versuche mussten aufgrund technischer und wirtschaftlicher Probleme eingestellt werden“, erklärt Czernohorszky.

Atomkraft kein Mittel gegen Klimawandel

Die EU sieht in SMR eine Möglichkeit, die CO₂-Ziele bis 2050 zu erreichen. Laut Experten ist dies jedoch unrealistisch. Neue Reaktorkonzepte müssen aufwendig von Atomaufsichtsbehörden geprüft werden, und eine flächendeckende Produktion wäre erst nach jahrelangem Testbetrieb möglich.

[...] Erneuerbare Energien als sichere Alternative

Erneuerbare Energieträger gewinnen rasant an Bedeutung. Im Jahr 2024 wurden in der EU rund 80 GW an installierter Leistung im erneuerbaren Bereich errichtet, insgesamt sind es bereits 850 GW. Zum Vergleich: der gesamte Nuklearbereich der EU umfasst etwa 100 GW.

„Die Entwicklung im Bereich erneuerbare Energien sollte weiter gefördert werden“, so Czernohorszky. „Investitionen in Atomkraft binden finanzielle Mittel, die dringend für die Umsetzung der Energiewende benötigt werden.“

Die Botschaft aus Wien ist klar: SMR sind weder klimafreundlich noch zeitnah realisierbar – erneuerbare Energien sind der Schlüssel zu Versorgungssicherheit und Klimaschutz.

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7. Dezember 1975 (INES 3) Akw INES Kategorie 3 "Ernster Störfall" Greifswald, DDR

Ein elektrischer Fehler verursachte einen Brand in der Hauptwanne, der Steuerleitungen und 5 Hauptkühlmittelpumpen zerstörte.
(Kosten ca. 519 Millionen US$)

Nuclear Power Accidents
 

AtomkraftwerkePlag

Greifswald/Lubmin (Mecklenburg-Vorpommern)

"Es sei schon "wie ein Wunder" gewesen, so ein damals eingesetzter Sicherheitsingenieur, daß nicht "weite Teile Norddeutschlands, Dänemarks und Schwedens" radioaktiv verseucht wurden." Wegen eines Bedienungsfehlers geriet ein Kabelnetz in Brand. Es fielen alle Schutzsysteme aus: die Notstromversorgung, das Notkühlsystem und die Anzeigegeräte im Kontrollraum. 11 Pumpen liefen nicht mehr, und nur weil zufällig die zwölfte Pumpe an die Stromversorgung des funktionsfähigen Reaktors 2 angeschlossen war, stand genug Kühlwasser zur Verfügung, und es konnte eine Kernschmelze vermieden werden. Dieser Beinahe-GAU wurde von der DDR-Führung bis zur Wende konsequent verheimlicht.

In "tagesschau.de" wurden als Datum der 7. Dezember 1975 und Schäden in Höhe von 519 Mio. US-Dollar angegeben ...
 

Wikipedia de

Kernkraftwerk Greifswald

Als ein Elektriker im KKW Greifswald einem Lehrling zeigen wollte, wie man elektrische Schaltkreise überbrückt, löste er auf der Primärseite des Block-Trafos des Blocks 1 einen Kurzschluss aus. Durch den entstehenden Lichtbogen brach ein Kabelbrand aus. Das Feuer im Hauptkabelkanal zerstörte die Stromversorgung und die Steuerleitungen von 5 Hauptkühlmittelpumpen (6 sind für einen Block in Betrieb). Eine Kernschmelze hätte drohen können, da Reaktor 1 nicht mehr richtig gekühlt werden konnte. Das Feuer konnte jedoch durch die Betriebsfeuerwehr schnell unter Kontrolle gebracht und die Stromversorgung der Pumpen provisorisch wieder hergestellt werden.

Der Fall wurde erst nach der Wende 1989 publik ...

 


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Aktuelles+

7. Dezember 2025

Chemiefabrik im Verdacht

Die klimaschädliche Abgasfahne aus Bad Wimpfen

Forscher weisen in der Luft im Raum Frankfurt extreme Werte der Chemikalie SF6 nach. Ihre Erklärung: Das Gas muss aus einem Leck bei einer Firma nahe Heilbronn stammen.

Im Raum Frankfurt steigen die Konzentrationen des Treibhausgases Schwefelhexafluorid (SF6) bei bestimmten Wetterlagen. Das fanden Forscher vom Institut für Atmosphäre und Umwelt der Goethe-Universität Frankfurt heraus.

Die Fluorsubstanz steht so sehr im Fokus, weil sie als das stärkste derzeit bekannte Treibhausgas gilt. Sie sei 23.500-mal schädlicher als CO2 und habe in der ⁠Atmosphäre eine Lebensdauer von 3200 Jahren, berichtet das Umweltbundesamt. Die einzige derzeit plausible Erklärung für die Herkunft des Gases: ein Leck bei einer Chemiefirma in der Nähe von Heilbronn.

Genau genommen ist es die Kleinstadt Bad Wimpfen am Neckar, die nun im Fokus steht. Dort verarbeitet und recycelt die Firma Solvay das Gas SF6. Die Uni Frankfurt, die seit einigen Jahren eine SF6-Messstation am Taunus Observatorium betreibt, teilte jetzt mit, sie registriere dort die höchsten Konzentrationen unter allen europäischen Stationen eines internationalen Messnetzes.

„Das hat uns stutzig gemacht“, sagt Professor Andreas Engel vom Institut für Atmosphäre und Umwelt, „besonders, weil die höchsten Werte bei südlicher Anströmung auftreten“.

Das ist ein entscheidendes Indiz: Rund 100 Kilometer Luftlinie von der Messstation entfernt in südsüdöstlicher Richtung befindet sich nämlich das betreffende Unternehmen. Mithilfe atmosphärischer Transportmodelle habe man die Emissionen räumlich zuordnen können: Rund 30 Tonnen SF6 würden jährlich in der Region Heilbronn emittiert. Das entspreche etwa einem Drittel der gesamten deutschen SF6-Emissionen.

Grund für Ausstoß stellt Forscherin vor Rätsel

Laut Medienberichten hat das Unternehmen zuletzt offiziell einen jährlichen Ausstoß von lediglich 56 Kilogramm SF6 angegeben, nur etwa ein Fünfhundertstel des gemessenen Ausstoßes. Von der Firma selbst war keine Stellungnahme zu bekommen.

Auch das baden-württembergische Umweltministerium zeigt sich noch zurückhaltend; dem ZDF teilte es mit, die Studie sei „nicht geeignet, anlagenscharf den Nachweis über die Verursachung der Emissionen zu führen“.

Katharina Meixner, Hauptautorin der Studie, sagt, bislang habe man angenommen, dass das SF6 in der Atmosphäre hauptsächlich aus der Entsorgung alter Schallschutzfenster stamme. Das Gas durfte bis 2008 in Schallschutzfenstern eingesetzt werden. Doch angesichts der hohen Messwerte bei einer bestimmten Windrichtung ist diese Vermutung kaum mehr plausibel.

Gas wurde 2024 häufiger verkauft als im Vorjahr

SF6 ist geruchlos, nicht brennbar und sehr reaktionsträge, weshalb es für eine Vielzahl von Anwendungen infrage kommt. Rund 60 Prozent des Absatzes gehen heute in die Elektroindustrie und den Apparatebau, speziell zur Isolierung in Schaltanlagen für Mittel- und Hochspannung.

Auch in der Halbleiterindustrie wird es zum Ätzen und Reinigen verwendet. Da sich das Gas typischerweise in geschlossenen Systemen befindet, kann es nach Ende der Lebensdauer der Anlagen zu einem großen Teil zurückgewonnen werden. Allerdings sind Leckagen unvermeidbar.

Nach Zahlen des Statistischen Bundesamts stieg der Absatz des Gases in Deutschland im Jahr 2024 im Vergleich zum Vorjahr sogar noch um 14,9 Prozent; 813,3 Tonnen seien hierzulande an verschiedene Branchen abgegeben worden.

Bad Wimpfen war schon FCKW-Sünder

Die Umweltgefahren durch SF6 erinnern an eine Debatte aus den 1980er Jahren: Damals waren es die Fluorchlorkohlenwasserstoffe (FCKW), die zum Beispiel als Treibgase in Spraydosen und zum Aufschäumen von Kunststoffen genutzt wurden. Nachdem sie als Hauptverursacher des Ozonlochs in der Stratosphäre ausgemacht wurden, reduzierte man die Produktion durch das Montrealer Protokoll von 1987 über die Jahre hinweg drastisch.

SF6 und FCKW sind beide sehr stabile, in der Atmosphäre langlebige Fluorverbindungen. Aber nicht nur das: Auch bei der Firma in Bad Wimpfen handelt es sich um eine alte Bekannte. Sie produzierte nämlich damals – noch unter dem Namen Kali-Chemie – FCKW und war damit neben Hoechst der zweite Hersteller in Deutschland.

Dies führte dazu, dass Greenpeace das Gelände im Februar 1990 besetzte und an Chemikalientanks ein Banner aufhing: „Hier zerstört die Kali-Chemie Ozonschicht und Klima“. Es ist also für den Standort Bad Wimpfen keine neue Erfahrung, mit Kritikern aus dem Umweltschutz konfrontiert zu sein.

 


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Hintergrundwissen

Die Karte der nuklearen Welt

 
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Die Suchmaschine Ecosia pflanzt Bäume!

https://www.ecosia.org/search?q=Schwefelhexafluorid (SF6)

https://www.ecosia.org/search?q=Chemische+Industrie

https://www.ecosia.org/search?q=Treibhausgas
 

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Wikipedia de

Schwefelhexafluorid

Schwefelhexafluorid ist eine anorganische chemische Verbindung aus den Elementen Schwefel und Fluor mit der Summenformel SF6. Wie Stickstoff ist SF6 unter Normalbedingungen gasförmig, farb- und geruchlos, ungiftig und äußerst reaktionsträge, es hat aber die mehr als fünffache Dichte von Luft. Hauptanwendung ist die elektrische Isolation. SF6 ist das stärkste bekannte Treibhausgas ...
 

Chemische Industrie#Geschichte

Die chemische Industrie ist ein Wirtschaftszweig, der in Europa und den USA um 1850 zu einem eigenständigen Industriezweig wurde.

Die Gewinnung von Metallen aus Erzen wurde schon in sehr früher Zeit betrieben. Alchemisten forschten und experimentierten in diesem Bereich. Gold und Silber waren wichtige Münzmetalle. Die Geldwirtschaft gewann allmählich an Bedeutung, Naturalwirtschaft und Tauschhandel verloren an Bedeutung. Silber und Gold waren nicht beliebig vermehrbar; die Zahl der Münzen hing von den Goldbergwerken, den Silberbergwerken und den staatlichen Münzprägeanstalten ab. Münzen waren damals häufig sehr knapp und deshalb begehrt. Mit Beginn der Industrialisierung und dem Bevölkerungswachstum kamen neue Güter und Produkte – insbesondere durch die Chemie – in den Wirtschaftskreislauf. Die Geldmenge konnte nicht mehr durch Münzen sichergestellt werden; die Münzen wurden zunehmend durch Papiergeld (z. B. in der Französischen Revolution) substituiert. Die Metallgewinnung und die chemische Industrie waren bedeutende Faktoren für technischen Fortschritt und Wirtschaftsaufschwung ...
 

I.G. Farben

Heute ist das Unternehmen vornehmlich mit den in der Zeit des Nationalsozialismus begangenen Kriegsverbrechen assoziiert. Die IG expandierte durch „Arisierung“ vormals jüdischer Konkurrenten, beutete als Rüstungsunternehmen eine große Zahl an Zwangsarbeitern aus und errichtete mit dem KZ Auschwitz III Monowitz das erste privat finanzierte Konzentrationslager. Mehrere Manager trugen den Titel Wehrwirtschaftsführer. Nach Kriegsende beschlagnahmte der Alliierte Kontrollrat das Vermögen der I.G. Farben AG und ordnete die Aufspaltung des Unternehmens an. Im I.G.-Farben-Prozess mussten sich 23 leitende Angestellte des Unternehmens für die Plünderungen ausländischer Betriebe in den ehemaligen deutschen Feindländern Polen, Norwegen, Frankreich und der Sowjetunion verantworten. Ein weiterer Straftatbestand war die Versklavung, oftmals mit Todesfolge, der Häftlinge des KZs Auschwitz III Monowitz, sowie die Herstellung von Giftgas (Zyklon B) und dessen Lieferung an die SS zum Zwecke der massenhaften Tötung von Menschen. Zwölf Mitarbeiter wurden zu Haftstrafen verurteilt ...
 

Treibhausgas

Treibhausgase (THG) sind Spurengase, die zum Treibhauseffekt eines Planeten beitragen. Sie absorbieren einen Teil der von der Planetenoberfläche abgegebenen langwelligen Wärmestrahlung (Infrarote oder Thermische Strahlung), die sonst unmittelbar ins Weltall abgegeben werden würde. Die dabei aufgenommene Energie emittieren sie entsprechend ihrer lokalen Temperatur. Der dabei zur Planetenoberfläche gerichtete Anteil dieser Strahlung wird atmosphärische Gegenstrahlung genannt. Diese erwärmt die Oberfläche zusätzlich zum kurz- bis langwelligen direkten Sonnenlicht. Auf der Erde vollzieht sich dieser Effekt in der Troposphäre. Die beteiligten Treibhausgase können sowohl natürlichen Ursprungs sein, als auch durch menschliche Aktivitäten (anthropogen) entstanden sein ...
 

Treibhausgase des Kyoto-Protokolls

Im Kyoto-Protokoll wurde ein völkerrechtlich verbindliches Abkommen zur Reduzierung des anthropogenen Ausstoßes von wichtigen Treibhausgasen (der direkten Treibhausgase) beschlossen. Die im Kyoto-Protokoll reglementierten Gase sind:

  • Kohlendioxid (CO2) dient als Referenzwert,
  • Methan (CH4),
  • Distickstoffoxid (Lachgas, N2O),
  • fluorierte Treibhausgase (F-Gase), die aufgrund ihrer Verweildauer in der Atmosphäre ein größeres Treibhauspotenzial aufweisen: teilhalogenierte Fluorkohlenwasserstoffe (H-FKW/HFC), perfluorierte Kohlenwasserstoffe (FKW/PFC), Schwefelhexafluorid (SF6).
  • Seit 2012 wird auch Stickstofftrifluorid (NF3) reglementiert.

Andere Treibhausgase, die indirekten Treibhausgase, wie z. B. Kohlenstoffmonoxid (CO), Stickoxide (NOx) oder flüchtige Kohlenwasserstoffe ohne Methan (sogenannte NMVOC), sind im Montreal-Protokoll geregelt, weil sie zur Zerstörung der Ozonschicht beitragen ...
 

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YouTube

https://www.youtube.com/results?search_query=Schwefelhexafluorid

https://www.youtube.com/results?search_query=Chemische+Industrie

https://www.youtube.com/results?search_query=Treibhausgas
 

Wird in einem neuen Fenster geöffnet! - YouTube-Kanal "Reaktorpleite" Playlist - Radioaktivität weltweit ... - https://www.youtube.com/playlist?list=PLJI6AtdHGth3FZbWsyyMMoIw-mT1Psuc5Playlist - Radioaktivität weltweit ...

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