Newsletter XXXIV 2025
17. bis 23. August
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Radioaktivität kumuliert; das bedeutet, radioaktive Partikel reichern sich im lebenden Organismus immer weiter an und mit der Zeit können ähnliche Schäden auftreten, wie bei einer kurzzeitig einwirkenden, massiven Strahlenbelastung ...
Die PDF-Datei "Nuclear Power Accidents" enthält eine Reihe weiterer Vorfälle aus verschiedenen Bereichen der Atomindustrie. Einige der Ereignisse wurden nie über offizielle Kanäle veröffentlicht, so dass diese Informationen der Öffentlichkeit nur auf Umwegen zugänglich gemacht werden konnten. Die Liste der Zwischenfälle in der PDF-Datei ist daher nicht zu 100% identisch mit "INES und die Störungen in kerntechnischen Anlagen", sondern stellt eine Ergänzung dar.
1. August 1983 (INES Klass.?) Akw Pickering, CAN
2. August 1992 (INES Klass.?) Akw Pickering, CAN
4. August 2005 (INES Klass.?) Akw Indian Point, USA
6. August 1945 (1. Atombombenabwurf der USA) Hiroshima, JPN
9. August 2009 (INES 1 Klass.?) Akw Gravelines, FRA
9. August 2004 (INES 1 Klass.?) Akw Mihama, JPN
9. August 1945 (2. Atombombenabwurf der USA) Nagasaki, JPN
10. August 1985 (INES 5) U-Boot-Unglücke, K-431, UdSSR
11. August 2014 (INES Klass.?) Akw Heysham und Akw Hartlepool, GBR
11. August 1973 (INES Klass.?) Akw Palisades, Mi, USA
12. August 2001 (INES 2 Klass.?) Akw Phillipsburg, DEU
12. August 2000 (Broken Arrow) U-Boot-Unglücke, K-141 Kursk, RUS
18. August 2015 (INES 2) Akw Blayais, FRA
19. August 2008 (INES 1) Akw Santa Maria de Garoña, ESP
21. August 2007 (INES 2) Akw Beznau, CHE
21. August 1945 (INES 4) Atomfabrik Los Alamos, USA
23. August 2011 (INES 1 Klass.?) Akw North Anna, VA, USA
25. August 2008 (INES 3) Nuklearmedizin IRE Fleurus, BEL
29. August 1949 ("RDS-1" 1. Atombombentest UdSSR) Semipalatinsk, KAZ
30. August 2003 (Atom-U-Boot) U-Boot-Unglücke, K-159, RUS
Wir sind immer auf der Suche nach aktuellen Informationen. Wer helfen kann, sende bitte eine Nachricht an:
nukleare-welt@reaktorpleite.de
23. August
Don Trumpl | Gavin Newsom
"LAUTER HEULEN! TRAURIG!"
Demokrat Newsom trollt Trump pausenlos - und erfolgreich
Wer bietet US-Präsident Trump die Stirn? Derzeit ist es vor allem der Gouverneur von Kalifornien, Gavin Newsom. Der Demokrat trollt Trump und die Republikaner mit Memes und Sprüchen. Newsoms Follower-Zahlen gehen durch die Decke. Und er mischt sich bereits in die kommenden Kongresswahlen ein.
Donald Trump hat in den vergangenen Monaten das Weiße Haus immer mehr umdekoriert. Inzwischen glänzt es golden, wo die Kameras auch hin schwenken, wie in der Kopie eines barocken Hofsitzes. Der US-Präsident hat die Macht an sich gerissen wie nie zuvor, seine Regierungsmitglieder stehen wie alle anderen in seinem Schatten. Die Republikaner im Kongress halten still, wenn der Staatschef es will. Aber was machen eigentlich die Demokraten? Schließlich möchten deren Wähler laut Umfragen, dass sie sich gegen die übergriffige Politik des Weißen Hauses wehren.
Doch ihre Vertreter erstarrten nach Trumps Amtsantritt wie vor der Schlange. Nur die progressive Opposition um Senator Bernie Sanders und die Abgeordnete Alexandria Ocasio-Cortez machten vorübergehend medialen Wirbel und brachten die Menschen auf die Straße. Ausfüllen kann das Führungsvakuum in der Partei bislang niemand. Einer legt es darauf an: Kaliforniens Gouverneur Gavin Newsom. Er bekämpft den Präsidenten online seit einigen Wochen mit dessen eigenen Waffen: Das Konto seines Pressebüros trollt Trump mit dessen typischen Social-Media-Duktus, abfälligen Spitznamen, Klammerbemerkungen, in Großbuchstaben. Pausenlos.
[...] "Verpiss Dich"
Als Trumps Wohn- und Stadtentwicklungsminister Scott Turner etwa stolz twittert, die Seite seines Ressorts sei nun nur noch in Englisch verfügbar (statt zusätzlich auch Spanisch, Französisch, Deutsch und Italienisch), antwortet Newsom auf Spanisch: "Vete a la chingada" - verpiss Dich.
[...] "Wir müssen uns verändern"
"Ich habe mich verändert", sagte Newsom in einem Interview zu seiner neuen Kommunikationsstrategie: "Die Lage hat sich verändert, wir Demokraten müssen uns verändern." Eine kritische Frage wischte er beiseite: "Wenn Sie Probleme mit dem haben, was ich veröffentliche, sollten Sie sich verdammt noch mal Gedanken darüber machen, was er als Präsident veröffentlicht."
[...] Bei Trumps ersten Amtsantritt 2017 sagten noch 23 Prozent der Demokraten in einer Umfrage von CNN, sie wollten, dass ihre Politiker die Republikaner stoppen; 74 Prozent wünschten sich eine Zusammenarbeit mit der anderen Partei. Inzwischen möchten nur noch 42 Prozent mit den Konservativen kooperieren, 57 Prozent den politischen Rivalen schlicht aufhalten.
Newsom würde derzeit - wenig überraschend als Gouverneur des Bundesstaates - in Kalifornien die Vorwahl der Demokraten für die Präsidentschaftskandidatur 2028 gewinnen. In Texas liegt er fast gleichauf mit Pete Buttigieg vor Kamala Harris. Auf einem zweiten Platz hinter ihr liegt er auch landesweit, hat sich seit April um vier Plätze nach vorn geschoben ...
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Volksentscheid zu Wiedereinstieg in Kernenergie scheitert
In Taiwan wird ein Atomkraftwerk nicht wieder in Betrieb genommen, ein Referendum fand zu wenige Befürworter. Erst im Mai war der letzte Reaktor abgeschaltet worden.
In Taiwan ist ein Volksentscheid zur Inbetriebnahme des stillgelegten Atomkraftwerks Ma'anshan und damit zu einem Wiedereinstieg in die Nuklearenergie gescheitert. Das Referendum in der ostasiatischen Inselrepublik erreichte nicht die nötige Zustimmung, wie aus offiziellen Daten der zentralen Wahlkommission hervorging.
Im Mai hatte Taiwan seinen letzten Reaktor Nummer zwei des Kernkraftwerks Ma'anshan im Süden des Landes abgeschaltet. Taiwan war damit aus der Atomenergie ausgestiegen. Dies war ein zentrales Versprechen der regierenden Demokratischen Fortschrittspartei (DPP) unter Präsident Lai Ching-te. Dieser zeigte sich nach dem Volksentscheid offen für fortschrittliche Atomenergie mit verbesserter Technologie und weniger Nuklearabfällen. "Wenn die Technologie in Zukunft sicherer wird, wenn Nuklearabfälle reduziert und die Akzeptanz in der Bevölkerung erhöht werden können", dann werde sich seine DPP nicht dagegenstellen.
[...] Taiwan will mehr erneuerbare Energien
Taiwans Atomenergie-Ära hatte in den 1970er-Jahren begonnen. Ab 2018 wurden alte Reaktoren nach und nach vom Netz genommen. 2024 kam laut dem staatlichen Energieversorger Taiwan Power Company 82,1 Prozent des taiwanischen Stroms aus fossilen Quellen, 11,9 Prozent aus erneuerbaren Energien. Durch den weiteren Ausbau will die Regierung den Anteil von Energie aus Sonne, Wind, Wasserkraft und Geothermie bis 2030 auf 30 Prozent erhöhen.
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Don Trumpl
Umstrittene Kriminalitätsbekämpfung
Trump will offenbar auch Bundespolizisten nach Chicago und New York City schicken
Nach Los Angeles und Washington sollen die nächsten demokratisch regierten Metropolen folgen: Der US-Präsident kündigte an, in Chicago »aufräumen« zu wollen, mit New York City soll es weitergehen.
Donald Trump hat damit gedroht, sein umstrittenes Vorgehen gegen Kriminalität auf Chicago und New York City auszuweiten. »Wenn wir bereit sind, werden wir reingehen und in Chicago aufräumen«, sagte er über ein Eingreifen des Bundes in der von den Demokraten regierten Stadt. Die »chaotische« Millionenmetropole im Bundesstaat Illinois werde der nächste Ort sein, den er »sicher mache« – »und dann helfen wir New York«.
Wie genau Trump in Chicago »aufräumen« will, führte er zunächst nicht aus. Die Polizei ist in den USA in der Regel kommunal organisiert, weshalb der Präsident eigentlich keine direkte Befehlsgewalt über sie hat. Kritiker werfen Trump vor, er wolle die Kontrolle des Bundes über Großstädte mit demokratischen Bürgermeistern ausweiten.
[...] Der US-Präsident begründete den Schritt mit einer angeblichen Verbrechenswelle, für die er jedoch keine Belege lieferte. Jüngsten Statistiken zufolge ist die Kriminalität in Washington rückläufig.
Auch in Chicago ist das offenbar der Fall, wie Bürgermeister Brandon Johnson erklärte. »Wir haben große Bedenken wegen der Auswirkungen eines rechtswidrigen Einsatzes von Nationalgardisten«, sagte er. Bislang habe sein Büro keine offizielle Mitteilung von der Trump-Regierung erhalten. Johnson bezeichnete Trumps Vorgehen als »unkoordiniert, unangebracht und unvernünftig« und argumentierte, es könne »die Spannungen zwischen den Einwohnern und den Strafverfolgungsbehörden verschärfen«.
Wenn der US-Präsident die Stadt sicherer machen wolle, sollte er die Mittel wieder freigeben, die er für Programme zur Gewaltprävention gekürzt habe, sagte Johnson. »Es gibt viele Dinge, die die Bundesregierung tun könnte, um uns dabei zu helfen, Kriminalität und Gewalt in Chicago zu reduzieren, aber die Entsendung des Militärs gehört nicht dazu.« ...
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Don Trumpl
Energiewirtschaft
USA wollen Plutonium aus Atomraketen angeblich in AKW nutzen
Insidern zufolge will die US-Regierung der heimischen Energiewirtschaft rund 20 Tonnen Plutonium aus dem Kalten Krieg als Brennstoff für Atomreaktoren zur Verfügung stellen. Was steckt hinter dem Plan?
Das Energieministerium werde dazu in den kommenden Tagen Vorschläge von der Industrie einholen, erfuhr die Nachrichtenagentur Reuters von einem Insider und aus einem Memo-Entwurf. Das Ministerium wollte den Bericht weder bestätigen noch dementieren. Es erklärte, man prüfe „eine Vielzahl von Strategien zum Aufbau und zur Stärkung der heimischen Lieferketten für Kernbrennstoffe, einschließlich Plutonium“, wie von Präsident Donald Trump angeordnet.
[...] „Versuch, Material in Reaktorbrennstoff umzuwandeln, ist Wahnsinn“
Die Idee stößt bei Experten jedoch auf Bedenken, die auf das Scheitern eines früheren, ähnlichen Vorhabens verweisen. Im Rahmen des Abkommens von 2000 sollte das Plutonium ursprünglich zu sogenanntem Mischoxid-Brennstoff (MOX) für den Einsatz in Kernkraftwerken umgewandelt werden. Die erste Regierung Trump kündigte jedoch 2018 den Vertrag für ein MOX-Projekt, das nach ihren Angaben mehr als 50 Milliarden Dollar gekostet hätte. Bis zur neuen Anordnung im Mai sah der Plan stattdessen vor, eine Plutonium-Mischung unterirdisch in einer Anlage in New Mexico zu lagern. Dem Energieministerium zufolge sollte dies 20 Milliarden Dollar kosten. Plutonium hat eine Halbwertszeit von 24.000 Jahren.
„Der Versuch, dieses Material in Reaktorbrennstoff umzuwandeln, ist Wahnsinn“, sagte Edwin Lyman, Kernphysiker bei der Union of Concerned Scientists. Man würde nur das desaströse MOX-Projekt wiederholen und dabei auf einen anderen Ausgang hoffen. „Das überschüssige Plutonium ist ein gefährliches Abfallprodukt, und das Energieministerium sollte bei dem sichereren, geschützteren und weitaus billigeren Plan bleiben, es zu vermischen und direkt zu entsorgen.“
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Kehrtwende in Hamm
Wege zur nachhaltigen Stadt mit lebenswerter Zukunft - Ein OEKONEWS-Buchtipp
Das Buch Kehrtwende in Hamm, herausgegeben von Edmund A. Spindler und Ulrich Schölermann im Auftrag der Bürgergemeinschaft Weetfeld e.V., ist weit mehr als eine lokale Bestandsaufnahme. Es ist ein Weckruf – für Hamm, aber auch für viele andere Städte, die vor ähnlichen Herausforderungen stehen.
Im Zentrum steht die Frage: Wie gelingt eine nachhaltige Stadtentwicklung, ohne Lebensqualität zu opfern?
Die Beiträge von Expertinnen und engagierten Bürgern - darunter Helga Behrens, Olaf Goebel, Harald Haun, Gudrun Isenbeck-Geue, Jürgen Resch und viele weitere - beleuchten drängende Themen wie den gravierenden Boden- und Landschaftsverbrauch, Defizite in der Bauleitplanung, den präventiven Umweltschutz sowie notwendige Weichenstellungen in Energie-, Verkehrs-, Agrar- und Baupolitik.
Besonders überzeugend ist die ganzheitliche Perspektive: Hamm wird hier als Beispiel für viele mittelgroße Städte betrachtet, in denen Wachstum, Flächenplanung und Infrastrukturausbau oft auf Kosten von Natur, Klima und Gemeinwohl gehen. Die Autoren bleiben jedoch nicht bei der Kritik stehen, sie liefern konkrete Vorschläge, wie eine Planungswende gelingen kann, und rufen zu couragierter Mitwirkung der Bürger:innen auf ...
Kehrtwende in Hamm - rohn-verlag.de
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23. August 2011 (INES Klass.?) Akw North Anna, VA, USA
Freisetzung von radioaktiver Strahlung in die Umwelt bedeutet INES 3 ...
Das Kraftwerk North Anna wurde durch ein Erdbeben der Stärke 5,8 beschädigt, Behälter für abgebrannte Brennelemente verrutschten und die Verwaltungsgebäude von Dominion Energy stürzten ein.
(Kosten ca. 48 Millionen US$)
Nuclear Power Accidents
Wikipedia de
Kernkraftwerk North Anna#Störfälle
Im August 2011 trat entlang der Nordostküste der USA ein ungewöhnliches Erdbeben auf. Das Epizentrum mit der Stärke 5,8 Richter lag in Virginia, dem gleichen Bundesstaat wie das Kernkraftwerk. Das Beben führte zum Ausfall der externen Netz-Einspeisungen, womit beide Blöcke mit Hilfe von Notstrom-Dieselaggregaten heruntergekühlt werden mussten (Notstromfall). Bereits nach 40 Minuten Laufzeit fiel einer der Dieselmotoren wegen eines Schadens am Kühler aus, weshalb der notwendige Strom zum Betrieb der Pumpen von einem weiteren Diesel-Aggregat, dem sogenannten Notstands-Diesel, geliefert werden musste. Am Tag nach dem Erdbeben konnte die Netzversorgung zur Nachwärme-Abfuhr wiederhergestellt werden, die Blöcke blieben aber noch länger abgeschaltet.
Im Dezember 2016 wurde bekannt, dass auch North Anna vom Creusot-Forge-Skandal um gefälschte Zertifikate betroffen ist. Teile der Deckel beider Reaktordruckbehälter stammen von der belasteten Areva-Tochter.
AtomkraftwerkePlag
North Anna (USA)#Störfälle
Wegen eines Erdbebens am 23. August 2011 mit einer Stärke von 5,8 mussten 2011 beide Reaktoren mit Notabschaltung heruntergefahren werden. Die Union of Concerned Scientists erklärte, man sei "den Auslegungsgrenzen des Reaktors "unangenehm nahe" gekommen", was der Betreiber bestritt. Nach dem Ausfall der externen Stromversorgung gab es außerdem mit mindestens einem der Notstromdiesel Probleme, die Experten jedoch unter Kontrolle bringen konnten. Infolge des Erdbebens seien 27 von 53 Behältern für radioaktive Abfälle verschoben, aber nicht beschädigt worden.
Im Juni 2011 wurde in den US-amerikanischen Medien berichtet, dass an 48 von 65 AKW-Standorten in den USA Tritiumlecks entdeckt wurden. Nach einer Liste vom Juli 2014 war auch North Anna betroffen.
Am 2. Januar 2012 wurde das AKW wegen eines Lecks in einer Dampfleitung zur Turbine für einen Tag abgeschaltet.
Am 17. Februar 2012 wurde eine erhöhte Tritiumkonzentration im Grundwasser gemessen.
Im September 2014 wurden in North-Anna-2 bei einem Brennstoffwechsel zwei defekte Brennelemente entdeckt.
22. August
AKW Gösgen erhält Sicherheits-Update: Schweizer Atomkraftwerk Gösgen fällt weitere sechs Monate aus
Lausanne - Das Schweizer Atomkraftwerk Gösgen (KKG) ist bereits seit dem 24. Mai 2025 abgeschaltet und liefert derzeit keinen Strom. Wie das KKG heute (22.08.2025) mitteilte, wird sich die Wiederinbetriebnahme voraussichtlich um weitere sechs Monate verzögern. Damit bleibt das 46 Jahre alte Kraftwerk mit einer Bruttoleistung von 1.060?MW über die gesamte Wintersaison 2025/26 außer Betrieb und steht für die Stromversorgung nicht zur Verfügung.
Grund für die lange Unterbrechung ist die Modernisierung des Speisewassersystems, um das Sicherheitsniveau der Anlage zu erhöhen und den aktuellen Behördenanforderungen zu entsprechen. Die dafür erforderlichen Untersuchungen und Verstärkungsmaßnahmen dauern länger als geplant. Die Wiederaufnahme der Stromproduktion ist nun erst Ende Februar 2026 vorgesehen – nach Prüfung und Freigabe durch das Eidgenössische Nuklearsicherheitsinspektorat (Ensi).
Ein Rohrbruch im nicht-nuklearen Teil der Anlage gilt zwar als praktisch ausgeschlossen. Die Ertüchtigungen sollen aber sicherstellen, dass selbst seltene Störfallszenarien künftig mit ausreichender Sicherheitsmarge beherrscht werden können ...
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Saubere Pfannen – kranker Stoffwechsel?
PFAS stecken in Pfannen und Verpackungen – und bleiben für immer. Die sogenannten Forever Chemicals sind mittlerweile bei nahezu jedem im Blut nachweisbar. Jetzt zeigt sich: Sie könnten Diabetes verursachen.
In Deutschland leben derzeit rund acht bis neun Millionen Menschen mit bekanntem Typ-2-Diabetes (T2D). Hinzu kommt eine Dunkelziffer von schätzungsweise 2 Millionen nicht diagnostizierten Fällen. Weitere zehn bis zwölf Millionen gelten als prädiabetisch. Die weltweite Zahl an Neuerkrankungen ist innerhalb von knapp 30 Jahren – von 1990 bis 2017 – um mehr als 100 Prozent angestiegen. Nur warum?
Neben bekannten Risikofaktoren wie ungesunder Ernährung, Bewegungsmangel und genetischer Veranlagung rücken Umweltfaktoren in den Fokus. Besonders per- und polyfluorierten Alkylsubstanzen, kurz PFAS, stehen unter Verdacht, eine Rolle bei der Entstehung von Typ-2-Diabetes zu spielen.
[...] Mit der hochauflösenden Metabolomik auf Spurensuche
Ziel einer aktuellen Untersuchung war deshalb, herauszufinden, ob eine Belastung mit PFAS mit der späteren Entwicklung eines Typ-2-Diabetes zusammenhängt. Gleichzeitig wollten die Forscher metabolische Veränderungen identifizieren, um Zusammenhänge biologisch zu untermauern. Das untersuchte Material kam aus der BioMe-Biobank am Mount Sinai Hospital in New York. Dort haben Forscher seit 2007 Gesundheitsdaten und Blutproben von mehr als 65.000 Patienten, größtenteils aus der allgemeinmedizinischen Versorgung, gesammelt. Proben von Personen mit bereits bestehendem Typ-2-Diabetes wurden ausgeschlossen.
In der verbliebenen Kohorte fanden Wissenschaftler 180 Personen, bei denen Ärzte innerhalb von sechs Jahren nach Probenentnahme erstmals Typ-2-Diabetes diagnostiziert haben.
[...] PFAS und Typ-2-Diabetes: Was die Studie zeigt
Ältere Studien haben gezeigt, dass PFAS und andere hormonell wirksame Chemikalien das Risiko für Typ-2-Diabetes erhöhen könnten. Doch viele Fragen blieben offen.
Eine Studie mit 180 Typ-2-Diabetes-Neudiagnosen und 180 Kontrollen aus der New Yorker BioMe-Biobank zeigt, dass eine höhere PFAS-Belastung mit einem signifikant erhöhten Erkrankungsrisiko verbunden ist.
Die Daten deuten darauf hin, dass die PFAS-Wirkung über Störungen im Aminosäure-Stoffwechsel und im Fremdstoffmetabolismus (Cytochrom P450) vermittelt wird.
Die Ergebnisse sprechen für eine stärkere Regulierung von PFAS, um Stoffwechselerkrankungen wie Typ-2-Diabetes frühzeitig zu verhindern – aber die Politik scheint dazu noch nicht bereit.
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Finanzpolitik
Eine Klimaschuldenbremse
Das Potsdam-Institut zeigt, wie Investitionen in die Energiewende und solide Staatsfinanzen dank einer "grün-goldenen Regel" miteinander vereinbar sind. Das könnte den Klimaschutz aus der kurzfristigen Logik der Haushaltsdebatten befreien.
Mit dem Regierungswechsel im Frühjahr hat Bundeskanzler Friedrich Merz (CDU) eine grundlegende Debatte um die Schuldenbremse neu entfacht. Während er im Wahlkampf eine harte Linie vertrat, kündigte er danach eine Kehrtwende an: Der Staat müsse mehr investieren – auch zulasten hoher Kreditaufnahme, Stichwort Sondervermögen.
Inzwischen haben Union und SPD eine Expertenkommission zur Neuordnung der Schuldenbremse eingesetzt. Die Kommission soll Vorschläge erarbeiten, wie Zukunftsinvestitionen möglich werden, ohne die fiskalische Disziplin völlig preiszugeben.
Einen neuen, wissenschaftlich fundierten Impuls lieferte dazu kürzlich das Potsdam-Institut für Klimafolgenforschung (PIK): eine "grün-goldene Regel" für die nötigen Investitionen im Sektor CO2-Einsparung.
Die 2011 nach der Lehman-Finanzkrise eingeführte Schuldenbremse erlaubt dem Bund derzeit nur eine strukturelle Neuverschuldung von 0,35 Prozent des Bruttoinlandsprodukts, den Ländern sogar überhaupt keine. Ausnahmen gibt es grundsätzlich nur in Notlagen, so wie etwa in der Corona-Pandemie.
Die Folge: verzögerte Investitionen in Verkehrswege oder Schulen, deren Substanz verfällt, aber auch Unterfinanzierung von Energiewende und Klimaschutz.
Das Konzept zur "Modernisierung der Schuldenbremse", besonders im Hinblick auf Investitionen in Infrastruktur, Verteidigung und Klimaschutz, wird bis Ende des Jahres erwartet. An der Spitze der Kommission stehen Stephan Weil (SPD), ehemaliger niedersächsischer Ministerpräsident, der frühere CDU-Haushaltsexperte Eckhardt Rehberg sowie der ehemalige CSU-Abgeordnete Stefan Müller. Weitere Mitglieder kommen aus Wissenschaft, Wirtschaft und Zivilgesellschaft.
[...] Bei Anwendung der grün-goldenen Schuldenregel sind hohe CO2-Preise – und damit ambitionierter Klimaschutz – für die Regierungen gleich doppelt von Vorteil: Sie bekommen nicht nur höhere Einnahmen, um die Bepreisung von Sprit und Heizenergie im eigenen Land sozial abzufedern, sondern auch mehr Spielraum für Kreditaufnahme.
Der Vorschlag könnte der Regierungskommission zur Modernisierung der Schuldenbremse als Orientierung dienen. Denn er löst ein zentrales Dilemma: Er erlaubt gezielt Schulden, wo sie nachweislich künftige Lasten senken – und verhindert zugleich, dass eine Aufweichung der Schuldenbremse zum Fass ohne Boden wird.
Er könnte Klimaschutz aus der kurzfristigen Logik des Kampfes um den Bundeshaushalt herauslösen und ihm eine eigene, streng regulierte Finanzierungsschiene geben.
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Kernreaktor bleibt nach technischem Fehler 18 Stunden lang ohne Kühlung – erschreckender Sicherheitsvorfall
In einer knapp abgewendeten Krise, die die anhaltenden Risiken menschlicher Fehler bei hochriskanten Vorgängen verdeutlicht, führte ein Fehler eines Technikers im Kernkraftwerk Golfech in Frankreich zu einer 18-stündigen Unterbrechung eines kritischen Kühlsystems. Dies unterstreicht die dringende Notwendigkeit verbesserter Sicherheitsprotokolle in der Atomindustrie.
Die jüngsten Ereignisse im Kernkraftwerk Golfech in Frankreich haben die anhaltenden Herausforderungen bei der Bewältigung des empfindlichen Gleichgewichts im Kernkraftwerksbetrieb deutlich gemacht. Am 15. Juni 2025 wurde ein kritischer Fehler knapp vermieden, als ein Techniker versehentlich das falsche Kühlventil schloss, was zu einer 18-stündigen Abschaltung eines wichtigen Kühlsystems führte. Obwohl der Vorfall ohne schädliche Folgen behoben werden konnte, unterstreicht er die Bedeutung verbesserter Sicherheitsprotokolle und ständiger Wachsamkeit. Dieses Ereignis erinnert eindringlich an die potenziellen Gefahren, die mit der Kernenergieerzeugung verbunden sind, und an die dringende Notwendigkeit einer kontinuierlichen Überwachung und Verbesserung.
Ein Vorgang, der fast schief gegangen wäre
Menschliches Versagen ist in risikoreichen Umgebungen ein allgegenwärtiges Risiko, und der Vorfall im Kernkraftwerk Golfech ist ein Beweis für diese Realität. Während einer Routineinspektion schloss ein Techniker versehentlich das Kühlventil eines in Betrieb befindlichen Reaktors, was zu einer 18-stündigen Unterbrechung des Kühlprozesses führte. Das Kühlsystem spielt eine entscheidende Rolle, da es eine Überhitzung des Reaktorkerns verhindert, die zu einer katastrophalen Kernschmelze führen könnte. Glücklicherweise wurde der Fehler innerhalb von 30 Minuten nach seiner Entdeckung entdeckt und behoben, sodass schwerwiegende Folgen vermieden werden konnten ...
Übersetzt mit DeepL.com (kostenlose Version)
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Science (Fiction)
Solarstrom aus dem All könnte Windkraft und Photovoltaik in Europa ersetzen
80 Prozent der 2050 benötigten Energie kann durch Solaranlagen im Weltraum produziert werden, rechnet eine britische Studie vor. Doch viele Fragen sind offen
Die Erde vom Weltraum aus praktisch unbegrenzt mit Sonnenenergie zu versorgen ist keine Erfindung unseres aktuellen Millenniums. Science-Fiction-Autor Isaac Asimov, dessen Bücher die Grundlage für die aktuelle TV-Serie Foundation bilden, widmete sich schon 1941 in seiner Kurzgeschichte Reason der Idee. Darin werden diverse Planeten über eine Solarstation im All mit einem Mikrowellen-Strahl mit Energie versorgt. Das Konzept wissenschaftlich und kommerziell auf Papier brachte schließlich der tschechisch-amerikanische Ingenieur und Weltraumwissenschafter Peter Glaser im Jahr 1968. Im Jahr 1973 bekam er dafür ein Patent, kurze Zeit später sprang die Nasa darauf auf und veranlasste weitere Forschungsarbeiten.
Über 50 Jahre Forschung
Seither sind viele Hunderte Millionen Euro in Machbarkeitsstudien, aber auch konkrete Experimente und Entwicklungen geflossen. Die Vorteile liegen auf der Hand: Im All ist die Sonne durchgehend verfügbar, weder Wetterkapriolen noch Tag und Nacht mindern den Solarertrag. Durch die fehlende Atmosphäre ist die Strahlung zudem deutlich stärker als auf der Erde. Die Nachteile sind ebenfalls klar. Neben technischen Hürden, wie die Langlebigkeit der Solarpaneele im All zu garantieren, sind die Errichtungskosten enorm. Die gesammelte Energie mittels Mikrowellenstrahlung auf die Erde zu schicken und dort in Strom umzuwandeln ist physikalisch gesehen zwar keine Hexerei, die regulatorische und sicherheitstechnische Umsetzung ist aber völlig offen.
[...] Viele Fragezeichen
Die Umsetzbarkeit ist allerdings fraglich. Denn die Rechnung geht nur auf, wenn ein System mit Heliostaten realisiert wird. Vereinfacht gesagt, lenkt es mit autonom agierenden Reflektoren das Sonnenlicht zentral auf einen Konzentrator, der damit nicht nur die höchstmögliche Ausbeute der Solarzellen erzielt, sondern auch zu 99,7 Prozent des Jahres Strom erzeugt. Die Vielzahl an beweglichen Reflektoren macht das System naturgemäß komplexer, sowohl was die Errichtung als auch die Wartung betrifft. Technologisch gesehen fehlen bis zu einer realistischen Umsetzung noch einige Durchbrüche.
[...] Wie kommt Energie zur Erde?
Wie bereits vom Science-Fiction-Autor Asimov erträumt, könnte die erzeugte Solarenergie mit Mikrowellentechnologie auf die Erde geschickt werden. Dazu werden etablierte Funkfrequenzen wie 2,45 GHz und 5,8 GHz für die angedachten Systeme ins Auge gefasst, die bereits für WLAN oder Satellitenkommunikation verwendet werden. Sorgen machen müsse man sich aus gesundheitlicher Sicht keine, beruhigt Kaltenbrunner, auch wenn die hohe Leistung ein Thema sei. "Schon jetzt gibt es Hochleistungs-Radaranlagen im Gigawattbereich. Die Umgebung dieser Anlagen darf man nicht betreten, Empfangsanlagen für Solarkraft aus dem All würden wohl ähnlichen Vorschriften und Sicherheitsvorkehrungen unterliegen", sagt Kaltenbrunner.
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CDU-Politiker für AfD-Verbotsverfahren
Die SPD will auf ein AfD-Verbotsverfahren hinarbeiten. Viele in der Union sehen das skeptisch. Doch längst nicht alle.
Düsseldorf – Die Debatte um ein AfD-Verbotsverfahren gewinnt wieder an Fahrt. Ende Mai hatte sich Finanzminister und SPD-Parteichef Lars Klingbeil offen für ein mögliches Verbotsverfahren gezeigt – „Wenn der Verfassungsschutz feststellt, dass das eine gesichert rechtsextreme Partei ist, dann müssen alle Maßnahmen ergriffen und geprüft werden“–, während Kanzler Friedrich Merz diesbezüglich eher zurückhaltend blieb: „Ich habe mich innerlich immer dagegen gewehrt, aus der Mitte des Bundestages heraus Verbotsverfahren zu betreiben.“
[...] CDU-Politiker spricht sich für AfD-Verbotsverfahren aus
Nun scheint sich auch in Teilen der CDU etwas zu bewegen. Auch der nordrhein-westfälische CDU-Bundestagsabgeordnete Sascha van Beek hat sich für ein AfD-Verbotsverfahren ausgesprochen. „Nach allem, was ich von der AfD sehe und höre, führt kein Weg an einem Verbot vorbei. Es darf kein Schnellschuss sein, aber wir dürfen auch nicht ewig öffentlich debattieren“, sagte er dem Magazin Politico. „Vielleicht wäre ein unabhängiger Sonderermittler der richtige Weg, der alles bündelt und vorbereitet.“
Die Innenminister von Bund und Ländern haben die Einsetzung einer Bund-Länder-Arbeitsgruppe zum weiteren Umgang mit der AfD vereinbart, falls die neue Einstufung des Verfassungsschutzes gerichtlich bestätigt wird ...
21. August
Don Trumpl ein Betrüger?
US-Präsident Trump und Söhne
New Yorker Berufungsgericht kippt Betrugsstrafe gegen Trump
New York · Der US-Präsident feiert einen weiteren juristischen Erfolg. Und das, obwohl das Gericht bestätigt, dass er betrogen habe. Die Richter bezeichneten die ursprünglich vom Gericht verhängte Geldbuße als „exzessiv“
Ein Berufungsgericht in New York hat eine Geldstrafe von Hunderten Millionen Dollar gegen US-Präsident Donald Trump aufgehoben. Die Richter bestätigten zwar Trumps Haftung für Betrug, bezeichneten die vom Gericht in erster Instanz verhängte Geldbuße jedoch als „exzessiv“ und als Verstoß gegen die US-Verfassung, wie mehrere US-Medien übereinstimmend berichteten. Es müsse eine neue Strafe verhängt werden.
Trump sowie seine Söhne und einige Mitarbeiter waren in dem New Yorker Betrugsprozess im vergangenen Jahr zu einer Zahlung von 454 Millionen Dollar verurteilt worden - inklusive Zinsen stieg die Summe immer weiter an. Trump hat nach Auffassung des Gerichts den Wert seiner Trump Organization jahrelang um Milliardenbeträge manipuliert, um an günstigere Kredite und Versicherungsverträge zu kommen ...
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Scheuer Andis Verantwortung für den Verlust von 243 Millionen Euro an Steuergeldern durch die Pkw-Maut
Warnung vor Erinnerungslücken
Nicht nur Scheuer: CSU-Mautmurks reicht bis zu Dobrindt
Erfunden hatte die unselige „Ausländer-Maut“ nicht der frühere Verkehrsminister. Der damalige CSU-Chef Horst Seehofer und der heutige Innenminister Alexander Dobrindt waren die Vorkämpfer. Die Anklage gegen Scheuer ist eine Warnung vor Erinnerungslücken.
Berlin. Andreas Scheuer, ehemaliger Verkehrsminister und Vollender des CSU-Maut-Desasters, irrt gewaltig. Er habe für das 243 Millionen Euro teure Scheitern der Pkw-Maut „die politische Verantwortung – auch für andere – bereits übernommen“, sagte er der „Bild“. Dabei hat in Wahrheit niemand für diesen europarechtlichen Murks Verantwortung übernommen – außer die Steuerzahler. Politisches Verantwortungsgefühl hätte zum Rücktritt als Minister geführt.
Richtig ist aber, dass sich Scheuer nun „auch für andere” dem Problem stellen muss: für Ex-CSU-Chef Horst Seehofer, für Ex-Verkehrsminister Peter Ramsauer – und für dessen Nachfolger im Amt, den heutigen Innenminister Alexander Dobrindt. Alle drei konnten einst im Wahlkampf gar nicht genug von ihrer „Ausländer-Maut“ bekommen, Scheuer sollte die Sache zu Ende bringen.
Verantwortung übernahmen nur die Steuerzahler
Der schloss mit den vorgesehenen Betreibern noch vor dem Urteil des Europäischen Gerichtshofs eifrig einen Vertrag ab. Die Manager sagten aus, sie hätten angeboten, den Richterspruch abzuwarten. Vor dem Untersuchungsausschuss des Bundestages erklärte Scheuer dagegen, nach seiner Erinnerung habe es kein Angebot gegeben. Wegen möglicher uneidlicher Falschaussage hat die Berliner Staatsanwaltschaft Anklage gegen ihn erhoben ...
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Framatome ANF Brennelemente | Urenco Urananreicherungsanlage Gronau | WNISR
Zulieferer für Atomkraft
Strahlende Zukunft
Zwei Firmen in Deutschland beliefern die Atomkraftwerke der Welt mit Brennstoff. Ein Einblick in eine stille Branche, die steigende Nachfrage erlebt.
Berlin taz | An der Grenze zu den Niederlanden ist Deutschland eher beschaulich. Gronau zum Beispiel, Musikfans vielleicht bekannt als Geburtsort von Udo Lindenberg. Dass die Stadt in Nordrhein-Westfalen auch für die Energieversorgung vieler Staaten wichtig ist, ist in der Allgemeinheit wenig bekannt. Das Unternehmen Urenco reichert hier in einer der wenigen Anlagen weltweit Uran an, um Brennstoff für Atomkraftwerke zu gewinnen.
Nur 34 Kilometer Luftlinie entfernt im niedersächsischen Lingen an der Ems liegt der zweite deutsche Hochtechnologie-Standort, ohne den bei vielen Kraftwerksbetreibern nichts geht. Hier stellt ANF Brennelemente für Reaktoren her. Die Branche ist notorisch verschwiegen, gewährt aber einen kleinen Einblick. Beide Firmen feiern dieses Jahr runde Geburtstage. Und beide Firmen investieren in großem Umfang in die Werke. Denn die Nachfrage steigt.
Länder weltweit planen derzeit neue klassische Reaktoren oder kleine, günstigere AKWs
Die Technologie verspricht zuverlässige Stromproduktion, und es hält sich die Behauptung, dass sie kein Klimagas CO2 ausstößt – obwohl der gesamte Prozess vom Abbau des Urans über seine Verarbeitung und Anreicherung bis zu Rückbau der Anlagen und der Endlagerung enorme Emissionen erzeugt. Deshalb setzen einige Länder weltweit auf Atomenergie. Sie planen neue Reaktoren klassischen Typs oder wollen sogenannte Small Modular Reactors bauen lassen, kleine, in Massen hergestellte AKWs, die dadurch günstig sein sollen. Weltweit sind dem World Nuclear Energy Status Report (WNISR) zufolge 63 Reaktoren im Bau, teils allerdings schon seit Jahrzehnten, weil es technische Probleme gibt oder die Kosten komplett aus dem Ruder gelaufen sind. 408 sind in Betrieb. Und alle brauchen Brennstoff.
[...] Preise steigen seit Jahren
Die spezielle Anreicherungstechnologie wurde in Deutschland entwickelt. Und seit fünf Jahren sitzt in Gronau auch die zentrale Forschung und Entwicklung des Unternehmens, die sich um Innovation und neue Geschäftsfelder bemüht. Unter anderem liefert Urenco auch radioaktive Isotope für die Krebsbehandlung. Hauptgeschäftszweig ist allerdings AKW-Brennstoff.
Nach eigenen Angaben hat das Unternehmen zuletzt Aufträge für mehr als 20,1 Milliarden Euro erhalten, ist bis 2040 ausgelastet. 2024 setzte Urenco mit 50 Kunden in 20 Ländern rund 1,9 Milliarden Euro um, schrieb schwarze Zahlen.
[...] Brennelemente herzustellen, ist eine sehr spezielle Technologie. Das Werk sei gut für neue und alle Arten von unterschiedlichen Konstruktionen ausgerüstet, heißt es bei Framatome. ANF will auch etwas entwickeln, das sich in AKWs verschiedenen Typs verwenden lässt. Weil die Auflagen hoch und das Wissen sehr speziell ist, lässt sich eine Brennelementefabrik nicht einfach irgendwo auf der Welt bauen.
Und so profitiert Lingen von den Hightech-Jobs im ANF-Werk, das im September 50 Jahre alt wird. Rund 420 Beschäftigte arbeiten dort. Zu Finanzzahlen schweigt sich Framatome aus. Wie zu hören ist, wirft das Werk Gewinn ab.
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Ist Don Trumpl korrupt?
Finanzgeschäfte des US-Präsidenten
Trump kaufte Anleihen für über 100 Millionen Dollar
Seit seinem Amtsantritt hat Donald Trump mehr als 600 mal in Aktien und Staatsanleihen investiert. Auch in Firmen, die von seiner Politik profitieren könnten.
US-Präsident Donald Trump hat seit seinem Amtsantritt im Januar Regierungsdokumenten zufolge Anleihen von Unternehmen, Bundesstaaten und Kommunen im Wert von über 100 Millionen Dollar gekauft. Das geht aus Unterlagen der US-Behörde für Regierungsethik hervor, die am Dienstag online veröffentlicht wurden.
Demnach tätigte der Präsident seit dem 21. Januar, einen Tag nach seiner zweiten Amtseinführung, mehr als 600 Finanzgeschäfte. So erwarb Trump unter anderem Unternehmensanleihen der Banken Citigroup und Morgan Stanley sowie der Facebook-Mutter Meta und der Telekom-Tochter T-Mobile US. Vom US-Präsidialamt gab es am Mittwoch zunächst keine Stellungnahme.
[...] In der Erklärung, die sich offenbar auf das Kalenderjahr 2024 bezog, wies Trump Einnahmen von mehr als 600 Millionen Dollar aus Kryptowährungen, Golfanlagen und Lizenzen aus. Vor allem Kryptowährungen steigerten das Vermögen Trumps deutlich. Einer damaligen Berechnung der Nachrichtenagentur Reuters zufolge belief es sich auf mindestens 1,6 Milliarden Dollar.
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Small Modular Reactors
Mini-Reaktoren von der Stange
Small Modular Reactors werden dem Hype um sie nicht gerecht und sind mit Risiken behaftet
Als US-Präsident Donald Trump Ende Juli auf seinem Golfplatz in Schottland vorbeischaute, empfing er den britischen Premierminister Keir Starmer zu einem kurzen Plausch. Dabei sollen sich die beiden über eine Kooperation bei der Entwicklung und dem Bau von kleinen modularen Atomreaktoren ausgetauscht haben. »Je enger wir in diesem Bereich zusammenarbeiten können, desto besser«, sagte Starmer Medienberichten zufolge bei dem Treffen. Und Trump wurde mit dem Satz zitiert: »Wir machen kleinere und größere, aber das Kleine ist interessant.«
Doch nicht nur bei Trump und Starmer sind die sogenannten Small Modular Reactors (SMR) derzeit schwer angesagt. Ob Frankreichs Präsident Emanuel Macron oder Ungarns Staatschef Viktor Orbán, ob Tech-Konzerne wie Amazon und Google oder der Unternehmer Bill Gates – sie alle setzen auf Atomkraft in Form der Mini-Reaktoren.
Was sind SMR? Trotz der seit Langem praktizierten Verwendung des Begriffs SMR gibt es dafür bislang keine international einheitliche Definition. Die Internationale Atomenergie-Behörde (IAEA) beschreibt SMR als kleine Atomreaktoren, die serienmäßig und modular in Fabriken vorgefertigt werden sollen. SMR haben demnach eine elektrische Leistung von unter zehn Megawatt (Mikroreaktoren) bis zu typischerweise 300 Megawatt. Übliche konventionelle Atomreaktoren liefern hingegen 1000 bis 1500 Megawatt.
[...] Eines aber haben alle SMR-Modelle gemeinsam: Sie sind weit entfernt von einer Massenfertigung. Bislang existiert nur eine Handvoll gebauter Exemplare. Laut IAEA werden gerade einmal zwei SMR in China und Russland betrieben. Diese Reaktoren sind aber Einzelanfertigungen und keineswegs serienreif. Bei der überwiegenden Anzahl der weltweit angekündigten SMR-Projekte handelt es sich um Vorhaben, deren Realisierbarkeit in technischer, zeitlicher und finanzieller Hinsicht fraglich ist. Die aktuelle Entwicklung von SMR ist derzeit größtenteils staatlich finanziert und läuft in starkem Maß in den USA, Kanada und in Großbritannien. Dabei spielen sowohl industrie- und geopolitische Motive als auch militärische Interessen eine Rolle. Die Mehrheit der Länder, die SMR-Entwicklungsaktivitäten verfolgen, unterhalten Atomwaffenprogramme und bauen Atom-U-Boote. Oder sie verfügen bereits über ein »ziviles« Atomprogramm. Neben traditionellen Atomenergieländern zeigen aber auch Länder mit fehlender Kompetenz und Infrastruktur in der Kerntechnik zunehmend Interesse an SMR, wie zum Beispiel Saudi-Arabien und Jordanien.
[...] Die hohe Anzahl an Reaktoren, die für die gleiche Produktionsmenge an elektrischer Leistung notwendig ist, erhöhe das Risiko jedoch wiederum um ein Vielfaches. Denn allein durch die Anzahl steigt auch die Wahrscheinlichkeit schwerer Unfälle sowie von Krieg, Sabotage oder Terrorangriffen.
Gleichzeitig, so das BASE in seiner Bewertung, liegen bislang keine SMR-spezifischen nationalen oder internationalen Sicherheitsstandards vor. Da viele SMR-Entwickler einen weltweiten Einsatz ihrer Konzepte anstrebten, würde dies eine internationale Standardisierung der Anforderungen erforderlich machen. Dies ist gerade bei etablierten Atomenergiestaaten derzeit nicht absehbar.
Auch mit Blick auf die Wirtschaftlichkeit von SMR überwiegt beim BASE die Skepsis. Durch die geringe elektrische Leistung seien die Baukosten relativ betrachtet höher als bei großen AKW. Eine Produktionskostenrechnung aus der Atomindustrie lege nahe, dass im Mittel 300 SMR hergestellt werden müssten, bevor sich der Einstieg in die Serienproduktion lohne.
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Megabrände
Rekordfeuer von Spanien bis Kanada
Die Waldbrände auf der Nordhalbkugel erreichen in diesem Jahr teils historische Dimensionen. Die Feuer werden vom Klimawandel verstärkt und treiben ihn zugleich weiter an.
Die Waldbrandsaison in Europa und Nordamerika hat in diesem Sommer ein erschreckendes Ausmaß erreicht. Der Copernicus-Atmosphärenüberwachungsdienst Cams legte am Dienstag eine Analyse vor, die Spanien als besonders betroffenes Land hervorhebt: Binnen weniger Tage sind dort die Emissionen durch Brände auf ein Rekordniveau seit Beginn der Datenerfassung gestiegen.
Nach Copernicus-Angaben hat sich der Wert "in nur sieben bis acht Tagen von unterdurchschnittlich zum höchsten Jahreswert für Spanien in zwei Jahrzehnten entwickelt". Und in der Mitteilung heißt es weiter: "Die Waldbrandemissionen aus Spanien und Portugal im August waren außergewöhnlich hoch."
Spanien erlebte allein in diesem Sommer bisher den Verlust von mehr als 382.000 Hektar Wald- und Buschland – ein Vielfaches des langjährigen Durchschnitts. Portugal meldete rund 235.000 Hektar verbrannte Fläche. Weiteres Beispiel: In Frankreich wurden über 17.000 Hektar allein bei einem einzigen Großbrand in der Region Aude vernichtet, dem größten seit 1949.
Extreme Hitzewellen mit Temperaturen über 40 Grad Celsius, vielfach sogar über 45 Grad, haben die Vegetation ausgetrocknet, das erschwert die Bekämpfung der Brände. Tausende Feuerwehrleute, Soldaten und Löschflugzeuge sind seit Wochen im Dauereinsatz.
[...] Enorme CO2-Emissionen aus Waldbränden
Die Cams-Analyse weist zugleich auf die Lage in Nordamerika hin. Kanada erlebt danach eine Brandsaison historischen Ausmaßes, vor allem in den Provinzen Saskatchewan, Manitoba und Ontario. "Die Intensität und Dauer der Waldbrandsaison sind ungewöhnlich", erklärten die Fachleute von Cams.
2025 gilt schon jetzt als zweitschlimmste Brandsaison des Landes nach den Feuern des Jahres 2023. Der Rauch wanderte über Tausende Kilometer hinweg nach Osten und erreichte im Juni sogar Europa. Satellitenbilder zeigen dichte Rauchschleier über dem Atlantik, die sich mit den Emissionen aus Südeuropa vermischten und die Luftqualität auch hierzulande beeinträchtigten.
Aus den USA meldeten die Behörden ebenfalls regional neue Höchstwerte. Im Bundesstaat Arizona wurde im Juli die höchste Emissionsmenge seit Beginn der Messungen registriert, in New Mexico die dritthöchste.
Die Zahlen verdeutlichen, dass die zunehmenden Waldbrände längst kein regional begrenztes Phänomen mehr sind, sondern ein globales Problem. Der Klimawandel gilt als zentraler Treiber dieser Entwicklung. Längere Hitzeperioden, Dürren und veränderte Niederschlagsmuster schaffen die Bedingungen für eine Ausbreitung der Feuer ...
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21. August 2007
(INES 2) Akw Beznau, CHE
Wikipedia de
Kernkraftwerk Beznau
Am 21. August war Block 2 in Jahresrevision. Die blockgemeinsame Reservenetz-Einspeisung war für Wartungsarbeiten abgeschaltet. Zur Kompensation wurde der Notstands-Dieselgenerator des auf Volllast laufenden Blocks 1 im Leerlauf zugeschaltet. Nach Retablierung des Reservenetzes wurde bemerkt, dass dieser Diesel störungsbedingt seine Notstrom-Funktion nicht erfüllt hätte. Gemäß der Behörde HSK hätte theoretisch noch eine Querverbindung zum Notstands-Diesel des abgeschalteten Blocks 2 bestanden, dieser Diesel sei aber ebenfalls in Wartung gewesen ...
AtomkraftwerkePlag
Beznau (Schweiz)
Greenpeace hat zu Beznau ein Factsheet mit einer Liste von Störfällen veröffentlicht. Danach starben beispielsweise 1992 zwei Arbeiter, die sich in einem nicht abgepumpten Raum mit Argon aufhielten. 1997 kam es zu einem Totalausfall eines Kühlsystems für zwei Wochen. Laut der Aufsichtsbehörde ENSI der Schweiz (damals HSK) war jedoch nur "während zwei Wochen einer von drei Notkühlsträngen nicht sofort einsatzbereit." Im August 2009 wurden zwei Arbeiter aufgrund unkoordinierten Arbeitens stark verstrahlt. Seit 2007 häuften sich Störfälle und Schnellabschaltungen.
Der Vorfall vom August 2009 wurde als Zwischenfall der INES-Stufe 2 bewertet. Wegen des Störfalls bescheinigte das ENSI dem AKW Beznau 2010 nur eine ausreichende Betriebssicherheit und leitete ein Strafverfahren ein ...
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21. August 1945 (INES 4)
Los Alamos, NM, USA
Harry Daghlian starb aufgrund eines Unfalls im Los Alamos National Laboratory. (Demon Core)
(Kosten ?)
Nuclear Power Accidents
Wikipedia de
Harry Daghlian
Harry K. Daghlian Jr. arbeitete auf dem Omega-Gelände der Atomwaffenfabrik in Los Alamos und erzeugte eine überkritische Masse, als er versehentlich einen Wolframcarbid-Klotz auf einen Plutonium-Kern (Demon Core) fallen ließ.
Als Daghlian um 21:55 Uhr mit der linken Hand den letzten Quader über den Aufbau bewegte – die gesamte Reflektormasse hätte mit diesem Quader 236 kg betragen – stellte er mit Hilfe des Neutronenzählers fest, dass dieser Quader den Aufbau überkritisch gemacht hätte. Als er daraufhin seine Hand zurückzog, entglitt ihm der Quader und fiel in das Zentrum des Aufbaus. Dadurch wurde die Reflexion der Neutronen schlagartig erhöht, und das System wurde „prompt überkritisch“. Es erfolgte eine Leistungsexkursion, und Daghlian entfernte den Quader instinktiv sofort mit seiner rechten Hand, die von einem bläulichen Leuchten eingehüllt war ...
Bei dem Vorfall erhielt er eine tödliche Strahlendosis und starb am 15. September 1945 ...
20. August
Don Trumpl
US-Klimasatelliten stürzen ab
Blackout am Himmel
Die Trump-USA wollen zwei der weltweit wichtigste Klimasatelliten abschalten. US-Forschergruppen versuchen derweil, Wissen vor der Löschung zu bewahren.
Es ist eine bisher wenig beachtete, aber folgenreiche Entscheidung: Die US-Regierung unter Donald Trump will zwei der weltweit wichtigsten Satelliten zur Beobachtung der Erderwärmung abschalten.
Die Missionen OCO‑2 und OCO‑3, die seit Jahren die Zunahme des Treibhausgases Kohlendioxid in der Atmosphäre vermessen, sollen nach den Plänen des Weißen Hauses beendet werden. Wissenschaftler warnen, es drohe damit ein "Blindflug" im Kampf gegen die Klimakrise – und versuchen zugleich, gefährdetes Wissen über das Klima zu sichern, bevor es getilgt wird.
Die beiden Satelliten gelten als Kernstück der globalen Klimabeobachtung. OCO‑2, gestartet 2014, liefert Daten zur CO2-Konzentration in der Atmosphäre mit einer Genauigkeit, die kein anderes System erreicht. OCO‑3, im Jahr 2019 an der Internationalen Raumstation ISS installiert, ergänzt diese Messungen mit flexiblen Kartierungen, die etwa urbane Ballungsräume, die Vegetation oder Abholzungsgebiete im Detail erfassen.
Gemeinsam bilden sie die Grundlage für das Monitoring von Emissionen, das Verifizieren internationaler Klimazusagen und die Verbesserung von Klimamodellen. Die Betriebskosten der Satelliten sind dabei vergleichsweise gering – rund 15 Millionen Dollar pro Jahr.
[...] Parallel dazu versucht die Regierung, die sogenannte Gefährdungfeststellung (endangerment finding) der US-Umweltbehörde EPA – die juristische Grundlage für die Regulierung von CO2-Emissionen – rückgängig zu machen. Satelliten passen da nicht ins Bild, die jene Daten liefern, die die Notwendigkeit des Klimaschutzes untermauern.
Der renommierte US-Klimaforscher Michael Mann sagte dazu: "Das Prinzip scheint zu sein: Wenn wir mit dem Messen des Klimawandels aufhören, verschwindet er aus dem amerikanischen Bewusstsein."
Rettungsversuche für OCO‑3
Die Folgen einer OCO‑Abschaltung wären gravierend. Die Technologie der Satelliten hat das Verständnis des globalen Kohlenstoffkreislaufs revolutioniert.
Erstmals konnte etwa gezeigt werden, dass der Amazonas-Regenwald in der Trockenzeit seine CO2-Aufnahme drastisch reduziert, dass nordische Wälder im Frühjahr explosionsartig CO2 aufnehmen oder dass Agrarflächen in China während der Wachstumsperiode zu gewaltigen CO2-Speichern werden.
[...] Der Streit um OCO‑2 und OCO‑3 ist ein Symbol für den Umgang einer Regierung mit wissenschaftlichen Fakten, die politisch unbequem sind. Werden die Satelliten zerstört, wäre das ein Rückschlag für die gesamte Weltgemeinschaft.
Doch die Gegenbewegung zeigt immerhin, dass sich die Wissenschaft nicht kampflos verdrängen lässt. Forscher sichern Daten, vernetzen sich international, suchen neue Finanzierungsquellen. Sie verteidigen das Fundament, ohne das eine rationale Klimapolitik nicht möglich ist: das Wissen.
Noch senden OCO‑2 und OCO‑3 ihre Daten Tag für Tag zur Erde. Noch ist Zeit, die Abwrackpläne zu stoppen. Doch die Uhr tickt.
Don Trumpl hat definitiv das Zeug dazu, Ehrenbürger von Kabul zu werden; seine antiwissenschaftlichen Eskapaden lassen die Taliban im Vergleich dazu wie Amateure aussehen. Sein Ziel scheint es zu sein, die Köpfe seiner Wähler so tief wie nur irgend möglich in den Sand zu stecken, in der Annahme, dass das Thema Klimawandel aus den Nachrichten verschwindet, wenn er die Klimasatelliten abschaltet.
Kann ein Mann so viele Menschen so dumm aussehen lassen?
Ja, er kann das, er ist ein ausgezeichneter Lügner und sie sind Gläubige!
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Neue rechtswissenschaftliche Untersuchung
Staatsrechtler sieht gute Grundlage für AfD-Verbotsverfahren
Reicht das Material des Verfassungsschutzes für ein AfD-Verbotsverfahren aus? Der Rechtswissenschaftler Markus Ogorek zeigt in seiner Analyse, die dem SPIEGEL vorab vorliegt, dass es eine »wesentliche Bedeutung« haben dürfte.
Bundesinnenminister Alexander Dobrindt (CSU) war sich sicher: Wer behaupte, das Gutachten des Bundesamtes für Verfassungsschutz (BfV) könne die Grundlage für einen AfD-Verbotsantrag sein, übersehe entscheidende Punkte, sagte er im Mai. Das Gutachten, mit dem die AfD zur »gesichert rechtsextremistischen Bestrebung« hochgestuft worden war, sei »nicht ausreichend«.
Eine neue rechtswissenschaftliche Untersuchung kommt nun zu einem anderen Schluss. Verfasst hat sie der Direktor des Instituts für Öffentliches Recht und Verwaltungslehre der Universität zu Köln, Prof. Markus Ogorek, er forscht vorrangig zu Nachrichtendiensten.
Er wolle »einen Beitrag zur Versachlichung sowie fachlichen Anreicherung der Debatte leisten«, schreibt Ogorek. Den politisch Verantwortlichen wolle er »juristische Orientierung geben«.
Rechtliche Maßstäbe sind vergleichbar
Nach Prüfung aller Rechtsprechung und Literatur hält er fest: »Zusammenfassend lässt sich konstatieren, dass dem AfD-Gutachten eine wesentliche Bedeutung im Hinblick auf die Vorbereitung eines etwaigen Parteiverbotsverfahrens zukommen dürfte.« So seien die rechtlichen Maßstäbe weitgehend vergleichbar. Und: Zahlreiche der im AfD-Gutachten zusammengetragenen Belege würden sich grundsätzlich »auch für den Nachweis der Verfassungswidrigkeit in einem etwaigen Parteiverbotsverfahren fruchtbar machen lassen«.
[...] Die Erstellung eines Entwurfs könne »politisch wie verfassungsrechtlich unbedenklich neben der verwaltungsgerichtlichen Kontrolle erfolgen«, schreibt Ogorek. Ihm schwebt dafür eine breit legitimierte Arbeitsgruppe etwa aus Bund und Ländern vor.
Zu warten, bis das Oberverwaltungsgericht Münster entschieden habe, würde der Verantwortung »nur schwer gerecht«, die das Grundgesetz dem Bundestag, dem Bundesrat und der Bundesregierung mit dem Instrument eines Verbotsverfahrens aufträgt, um die freiheitlich demokratische Grundordnung zu schützen, betont der Rechtswissenschaftler.
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Fukushima-Betreiber schickt Roboter zur Vorbereitung von Aufräumarbeiten in Reaktor
Der Betreiber des havarierten japanischen Atomkraftwerks Fukushima hat zwei Roboter in einen der beschädigten Reaktoren geschickt, um die Bergung hochverstrahlter Trümmerteile vorzubereiten. Die Maschinen namens "Spot" und "Packbot" seien in den Reaktor gebracht worden, teilte das Unternehmen Tepco mit. Sie sollen die radioaktive Strahlung messen und Kameraaufnahmen machen. Die anschließende Untersuchung der Proben soll nach Angaben japanischer Medien etwa einen Monat in Anspruch nehmen.
Anhand der Ergebnisse will Tepco entscheiden, wie die vollständige Bergung der Brennstofftrümmer aussehen soll. Die Bergung der Abfälle in dem Reaktor, zu denen auch geschmolzene Brennstäbe gehören, gelten wegen der hohen Strahlenbelastung als schwierigster Teil des jahrzehntelangen Rückbauprozesses des Akw nach dem Super-GAU von 2011. Tepco hatte bereits in den vergangenen Monaten kleinere Proben mit Hilfe spezieller Roboter entnommen.
Mehr als 14 Jahre nach dem verheerenden Atomunfall in Fukushima verbleiben noch etwa 880 Tonnen extrem gefährlich Materials im Inneren des Akw. Tepco hatte den Beginn der umfassenden Bergungsarbeiten im Juli nach hinten verschoben. Die notwendigen Vorbereitungen würden noch voraussichtlich "zwölf bis 15 Jahre dauern", hieß es - damit kann die Bergung nicht vor 2037 beginnen. Zuvor hatte der Akw-Betreiber erklärt, bereits Anfang der 2030er Jahre mit den Arbeiten beginnen zu wollen ...
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Lithium, ja bitte – Recycling nein danke?
Altbatterien sind eine wichtige Rohstoffquelle. Recycelt werden europäische Abfälle aber in Asien – in Form von «Schwarzer Masse».
Lithium ist einer der momentan gefragtesten Rohstoffe. Für die Energiewende ist das Halbmetall unverzichtbar, weil es Bestandteil von Akkus und Batterien ist – von Haushaltsbatterien genauso wie von Handyakkus, Stromspeicher und Elektro-Autos.
Gewonnen wird das Alkalimetall vor allem in Südamerika, unter umweltschädlichen Bedingungen. Europa bemüht sich, Vorkommen nutzbar zu machen. Das wertvolle Metall wiederzuverwerten, wäre erstrebenswert.
Noch ein Quasi-Monopol?
In Europa und in den USA werden Lithium und andere Rohstoffe aus Altbatterien aber kaum wiedergewonnen. Recycelt wird grösstenteils in China, das bereits bei der Batterieherstellung führend ist. Wie viel Lithium westlichen Ländern dabei genau durch die Lappen geht, weiss man nicht. Aktuelle Zahlen im Recyclinggeschäft sind mehr oder weniger gute Schätzungen.
Steuert die Welt dabei auf ein weiteres chinesisches Monopol zu? Es gebe «noch Hoffnung auf eine europäische Kreislaufwirtschaft für Batterien» schreibt der Ökonom und Innovationsforscher Maximilian Stephan in einem Blogbeitrag des Fraunhofer-Instituts für System- und Innovationsforschung (ISI). Für ein flächendeckendes Lithium-Recycling sei man aus verschiedenen Gründen derzeit einfach zu früh dran, erläutert er auf Nachfrage von Infosperber.
[...] China wollte die Schwarze Masse einst nicht einmal haben
Die Ironie daran: Obwohl die Wieder- und Weiterverwertung von Schwarzer Masse in China etabliert ist und der eigenen Batterieproduktion nützt, wollte sich China einst aus dem Importgeschäft zurückziehen wie schon aus der Plastikverwertung. Als Grund führte das Land ökologische Bedenken an. Beim Recycling von Batterien können schädliche Stäube oder Prozesschemikalien in die Umwelt gelangen.
Hier in Europa einschliesslich der Schweiz sind die Wasser- und Luftreinhaltevorschriften strenger als in vielen asiatischen Ländern. Der Recyclingprozess sei etabliert und sicher, sagt Stephan. Problematisch seien eher die wegen der strengeren Vorschriften höheren Kosten ...
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Don Trumpl
Druck auf angeblich »wokes« Smithsonian
Jetzt geht Trump auch auf die Museen los
Weniger unliebsame Details zur Sklaverei, stattdessen »mehr Glanz«: So stellt sich Donald Trump die großen Museen in den USA vor – und droht mit dem Stopp von staatlichen Fördergeldern.
An den Elite-Unis hat er sich bereits abgearbeitet und teils erhebliches Entgegenkommen erzwungen. Nun geht US-Präsident Donald Trump verstärkt gegen die ihm unliebsame Darstellung der Vereinigten Staaten in bestimmten Museen des Landes vor. Er kündigte am Dienstag an, er werde seine Anwälte in die Forschungs- und Bildungseinrichtung Smithsonian Institution schicken.
»Die Smithsonian ist AUSSER KONTROLLE«, schrieb Trump auf seiner Plattform Truth Social. »Dort wird nur diskutiert, wie schrecklich unser Land ist, wie schlimm die Sklaverei war und wie schlecht es den Unterdrückten ging«, schrieb Trump. »Nichts über Erfolg, nichts über Glanz, nichts über die Zukunft.« Die Smithsonian Institution, ein renommierter Museumsverbund mit Fokus auf US-Geschichte und -Kultur, gab zunächst keine Stellungnahme ab.
Der Präsident hatte der 1846 gegründeten Einrichtung, die 21 Museen umfasst, bereits vor längerer Zeit vorgeworfen, eine »antiamerikanische Ideologie« zu verbreiten. Vergangene Woche kündigte das Präsidialamt eine interne Überprüfung einiger Smithsonian-Museen an. Nun erklärte Trump, er werde die Einrichtung dazu zwingen, seine Forderungen zu akzeptieren.
Trump lässt derzeit missliebige Inhalte aus den Nationalmuseen in Washington entfernen. Die US-Regierung hatte angeordnet, »spalterische oder parteiische« Darstellungen zur US-Geschichte und -Kultur aus Ausstellungen zu entfernen und die »amerikanische Einzigartigkeit zu feiern«.
Im Visier hat die Trump-Regierung unter anderem die Nationalmuseen für Amerikanische Geschichte sowie für Afroamerikanische Geschichte und Kultur. Auch das National Museum of the American Indian ist betroffen. Bis zum 250. Jahrestag der US-Unabhängigkeitserklärung am 4. Juli 2026 sollen die Ausstellungen überarbeitet sein.
Die Museen in der Hauptstadt und im ganzen Land seien die letzte Bastion einer »woken« Kultur, schrieb Trump weiter. Er gab die Parole aus: »woke is broke« (etwa: »woke ist am Ende«) ...
Don Trumpls Angriff auf das Smithsonian ist ein Versuch, die Geschichte der USA neu zu interpretieren. Das Ziel ist es, folgende Themen aus dem Rampenlicht zu verdrängen: die fast vollständige Ausrottung und die unmenschliche Behandlung der indigenen Bevölkerung und alle Verbrechen im Zusammenhang mit Menschenhandel und Sklaverei.
1 - Sie versuchen, unabhängige Institutionen zu politisieren.
2 - Sie verbreiten Desinformation.
3 - Sie stärken die Exekutivgewalt auf Kosten der Gewaltenteilung.
4 - Sie unterdrücken Kritik und Dissens.
5 - Sie machen gezielt schutzbedürftige oder marginalisierte Gemeinschaften zu Sündenböcken.
6 - Sie versuchen, Wahlen zu manipulieren.
7 - Sie schüren Gewalt.
usw.
19. August
Klimaflucht
Klimawandel als Auswanderungsgrund?
Ein US-Forschungsprojekt zeigt, in welchen Erdregionen es sich trotz Erwärmung noch gut leben lässt. Aber auch die empfohlenen Länder sind nicht sicher vor Katastrophen – sie gelten nur als besser vorbereitet.
Die Vorstellung, die Koffer zu packen und der Heimat Lebewohl zu sagen, weil sie klimatisch nicht mehr lebenswert ist, wirkt wie ein Szenario aus einem Katastrophenfilm. Doch sie ist in manchen Weltregionen keine Fiktion mehr.
In Europa könnte vor allem die Mittelmeerregion betroffen sein, wenn sich dort Hitzerekorde, Dürren und Waldbrände, aber auch andere Extremereignisse wie Überschwemmungen weiter so entwickeln wie aktuell. Bereits jetzt häufen sich in Ländern wie Griechenland, Italien und Spanien Hitzewellen mit Spitzentemperaturen jenseits von 40 Grad.
Die Europäische Umweltagentur warnt vor einem solchen Szenario. Wer dort lebt, spürt bereits, wie sehr die Klimakrise zur realen Bedrohung für Gesundheit, Landwirtschaft und Infrastruktur geworden ist.
Die Superreichen der Welt haben längst begonnen, sich nach alternativen Rückzugsorten umzusehen – nicht nur, aber auch aus Klimagründen. Neuseeland gilt dabei als ein Hauptziel. Der Inselstaat im Südpazifik steht für politisch stabile Verhältnisse, ein vergleichsweise mildes Klima und weite Landschaften.
Internationale Medien berichteten bereits vor Jahren über Tech-Milliardäre und Finanzinvestoren, die dort Häuser und Grundstücke kauften, teils sogar Bunker-Projekte in abgeschiedenen Tälern errichten ließen.
Eine Landkarte der Resilienz
Der Trend war so stark, dass die Regierung in Wellington 2018 den Erwerb bestehender Häuser durch Ausländer stark einschränkte. Nur Neubauten und spezielle Ausnahmen sind seither möglich – ein Versuch, den Immobilienmarkt für Einheimische bezahlbar zu halten.
Neuseeland zählt tatsächlich zu den Ländern, in denen es sich auch in Zukunft unter Klimaaspekten gut leben lässt. Es findet sich im Ranking der "Global Adaptation Initiative" (GAIN) der US-Universität Notre Dame auf Platz sieben von 187 Staaten.
[...] An der Spitze der aktuellen Auswertung, die Daten bis 2023 berücksichtigt, stehen die wohlhabenden Demokratien Nordeuropas, dazu einige stabile Industrieländer im Rest der Welt.
[...] Für alle, die tatsächlich Klima-Auswanderungspläne haben, bedeutet das Dreierlei. Erstens: Klimarisiken unterscheiden sich regional stark, selbst in Spitzenländern. Wer in den Alpen lebt, ist anderen Gefahren ausgesetzt als jemand an der Küste. Zweitens: Nicht nur Klima zählt, sondern auch Einwanderungsrecht, Arbeitsmarkt, Sprache und persönliche Netzwerke.
Und drittens: Die Klimakrise schreitet fort. Singapur muss seinen Küstenschutz ständig nachrüsten, die Schweiz neue Muren-Barrieren bauen, Deutschland seine Städte auf mehr Hitzetage vorbereiten. Die Risikokarten werden sich ändern.
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Atomkraft in den USA
Indigene fürchten Comeback des Uranabbaus
US-Präsident Trump will, dass mehr Uran abgebaut wird. Neue Minen werden im Eilverfahren genehmigt. Menschen sorgen sich um die gesundheitlichen Folgen.
Plain Treina Jones macht sich Sorgen, seit sie von dem Plan der US-Regierung gehört hat, wieder verstärkt heimisches Uran abzubauen. „Es fühlt sich so an, als würde alles wieder von vorne beginnen“, sagt die 31-Jährige, die zum Stamm der Najavo gehört. Jones lebt in Tuba City, einer Kleinstadt im Nordosten des US-Bundesstaates Arizona. Mit ihren zwei Kindern wohnt sie in einem Mobile Home, wie die meisten Menschen in Tuba City.
Die Gegend war vor Jahrzehnten schon einmal eine Hochburg der Uranförderung. Die meisten Minen schlossen irgendwann, zurück blieben kontaminiertes Trinkwasser und eine erhöhte Krebsrate.
Uran ist ein radioaktives Element, das vor allem für die zivile Atomkraft und im Militär genutzt wird. Es ist das zentrale Element, das die Kernspaltung im Inneren eines Reaktors ermöglicht. Seit knapp einem halben Jahr rollen tägliche wieder Lastwagen mit uranhaltigem Gestein durch die Stadt. Von der Mine transportieren sie das Gestein zur Weiterverarbeitung in den benachbarten Bundesstaat Utah.
[...] Der Uranrausch brachte viele Krebserkrankungen
Aktivistin Leona Morgan sagt: „Die Menschen in den Abbaugebieten verbinden Uran mit Tod und Zerstörung.“ Morgan, die sich seit mehr als zehn Jahren gegen einen Ausbau der Kernenergie engagiert, gehört ebenfalls zu den Navajo. Das Stammesgebiet erstreckt sich über mehrere US-Bundesstaaten im Südwesten der USA. Genau dort gab es zu den Hochzeiten des Atomkraftausbaus zwischen 1960 und 1980 einen regelrechten Uran-Goldrausch. Tausende kleine Minenbetreiber versuchten mit dem Abbau von Uran schnelles Geld zu verdienen, oft auf dem Rücken von indigenen Arbeitskräften.
[...] Es gibt mehrere Studien, die einen Zusammenhang zwischen Krebserkrankungen und der Arbeit in Uranminen bestätigen. Demnach haben Navajo-Männer, die in einer Uranmine tätig waren, eine 28-mal höhere Wahrscheinlichkeit, an Krebs zu erkranken, als ihre Stammesbrüder, die nicht im Uranabbau gearbeitet haben.
Noch heute gibt es mehr als 500 Minen, die verlassen auf Navajo-Gebiet liegen. Die Menschen dort haben nun Angst, dass sich Geschichte wiederholt.
[...] Im Wald, unweit des Grand Canyon: die Pinyon Plain Mine
Der Abbau von Uran in den USA hatte seine Hochzeit zwischen 1950 und 1980. Seitdem ist die Industrie immer weiter geschrumpft. Heute gibt es nur eine Handvoll aktiver Uranminen. Eine davon, die erst im vergangenen Jahr den Betrieb aufgenommen hat, ist die Pinyon Plain Mine in Arizona, rund 90 Meilen oder eine zweistündige Autofahrt von Tuba City entfernt.
Das Urangestein aus dieser Mine wird auf Lkws verladen und dann auf eine Reise von mehr als 300 Meilen nach Utah geschickt – durch das Navajo-Gebiet um Tuba City ...
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Erneuerbare
US-Landwirtschaftsministerium stoppt Förderung für Solar- und Windkraft
US-Präsident Donald Trump ist ein großer Freund von fossilen Brennstoffen und hält nichts von Wind- und Solarenergie. Jetzt beendet seine Landwirtschaftsministerin Brooke Rollins ein entsprechendes Programm.
Das US-Landwirtschaftsministerium will künftig keine Solar- und Windprojekte auf ertragreichem Ackerland mehr fördern. Dies teilte Landwirtschaftsministerin Brooke Rollins am Montag auf der Online-Plattform X mit.
Das Ministerium hat nach eigenen Angaben über sein Programm »Rural Energy for America« bislang mehr als zwei Milliarden Dollar für Projekte im Bereich der erneuerbaren Energien bereitgestellt.
Trump hält Wind- und Solarenergie für unzuverlässig und teuer
Der Schritt ist der jüngste in einer Reihe von Maßnahmen der Regierung von Präsident Donald Trump, um den Ausbau von Wind- und Solarenergie zu bremsen. Trump zufolge sind diese Energieformen unzuverlässig, teuer und von chinesischen Lieferketten abhängig.
Trump hatte bereits vor Antritt seiner zweiten Amtszeit angekündigt, als US-Präsident den Bau neuer Windräder in den Vereinigten Staaten komplett unterbinden zu wollen. Windturbinen seien ein »ökonomisches und ökologisches Desaster«, behauptete Trump. Er wolle »nicht mal eine während meiner Regierung gebaut haben« ...
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Solarhandwerk sieht Jobs bei möglichem Förderende in Gefahr
Ohne eine Förderung kleiner PV-Anlagen drohen laut Solarhandwerks-Verband Insolvenzen und Entlassungen. Die Diskussion über ein mögliches Förderende verunsichere auch die Verbraucher.
Mit Blick auf ein mögliches Ende der staatlichen Förderung für neue, kleine Solaranlagen, warnt der Bundesverband des Solarhandwerks vor Entlassungswellen in der Solarbranche. "Wir haben schon sehr viele Insolvenzen in der Solarbranche oder auch Entlassungen und diese Entlassungswelle darf einfach nicht weitergehen", sagte Verbandsvorsitzender Peter Knuth im "Münchner Merkur".
Viele Verbraucher seien durch die Diskussion um ein Ende der staatlichen Förderung verunsichert, warteten zunächst die weitere Entwicklung ab und verschöben Projekte um ein Jahr nach hinten. "Genau das darf nicht sein", so Knuth. Wirtschaftsministerin Katherina Reiche (CDU) hatte die Förderung zuvor infrage gestellt und darauf verwiesen, dass sich private Solaranlagen schon heute am Markt rechneten.
Arbeitskräfte für Energiewende werden knapp
Man habe jahrelang dafür gearbeitet, dass die Energiewende voranschreite, und jetzt verliere man wieder Mitarbeiter, die sich in das Thema eingearbeitet hätten, sagte Knuth. "Wenn diese Fachkräfte einmal raus aus der Branche sind, kann man sie nur schwer wiedergewinnen."
Die Suche nach qualifizierten Arbeitskräften für die Energiewende gestaltet sich schwierig. Um Erneuerbare Energien wie Windkraft und Photovoltaik weiter auszubauen, werden in Deutschland bis zum Jahr 2030 rund 160.000 zusätzliche Arbeitskräfte gebraucht, wie eine Modellrechnung des Instituts für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung jüngst ergab ...
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15. Juli und 19. August 2008 (INES 1) Akw
Santa Maria de Garoña, ESP
Langsam aber sicher werden relevante Informationen zu Störungen in der Atomindustrie aus Wikipedia entfernt!
Wikipedia de
Santa María de Garoña
Am 15. Juli und am 19. August wurden die beiden Batterie-Systeme des Werks getestet. Deren ermittelte Kapazität war gemäß Behörde CSN ungenügend. Diese Gleichstrom-Systeme erfüllen bei Störfällen diverse Sicherheits-Funktionen, so etwa als Starthilfe für die Notstrom-Diesel oder Anzeige des Reaktor-Zustandes. Problematisch an diesem Ereignis ist vor allem auch, dass nach Feststellung der Fehlfunktion des ersten Systems am 15. Juli das zweite System vom Betreiber nicht sofort, sondern erst am 19. August 2008 getestet wurde ...
CSN - Consejo de Seguridad Nuclear
Übersetzung https://www.DeepL.com/Translator
Web.archiv.org/Santa Maria de Garona
Meldepflichtige Ereignisse
Ereignis der Stufe I im Kernkraftwerk Santa María de Garoña, gemeldet am 18. August 2008, aufgrund der Feststellung eines Kapazitätsfehlers in den Versorgungsbatterien der Hauptbusse A und B ...
AtomkraftwerkePlag
Santa Maria de Garona (Spanien)
Im Februar 2012 wurde eine Laufzeitverlängerung von fünf Jahren bis 2018 beschlossen. Am 16. Dezember 2012 nahm nuclenor das AKW wegen mangelnder Rentabilität jedoch vorzeitig vom Netz. Ein Upgrade hätte 120 Mio. Euro gekostet, für 2013 wäre außerdem eine erhöhte Steuer von 153 Mio. Euro angefallen.
Am 19. Juni 2013 bestätigte der spanische Energieminister, dass der Reaktor zum 6. Juli 2013 offiziell endgültig stillgelegt würde ...
18. August
Modellrechnung zeigt Bedarf
Energiewende fehlen die Arbeitskräfte
Wer setzt die Energiewende in Deutschland um? Eine Modellrechnung zeigt, dass bis 2030 mehr als 160.000 Arbeitskräfte dafür fehlen. Das Problem: Die gesuchten Leute stammen allesamt aus ohnehin schon angespannten Arbeitsmärkten.
Deutschland hat möglicherweise nicht ausreichend Arbeitskräfte, um die Energiewende zu verwirklichen. Um Erneuerbare Energien wie Windkraft und Photovoltaik weiter auszubauen, werden im Bundesgebiet bis zum Jahr 2030 rund 160.000 zusätzliche Arbeitskräfte gebraucht. Das ergab eine Modellrechnung des Instituts für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung. Für die Bekämpfung der Folgen des Klimawandels und Anpassungsmaßnahmen daran sind demnach zusätzlich 40.000 Arbeitskräfte erforderlich.
Die Suche nach qualifizierten Arbeitskräften dürfte schwierig werden. Die höchsten Suchdauern - und damit eine äußerst angespannte Rekrutierungssituation - zeigten sich mit 112 Tagen in der Energietechnik und mit 114 Tagen in der Elektrotechnik. Aber auch im Hochbau (100 Tage) und in der Naturstein-, Mineral-, Baustoffherstellung (104 Tage) sei der Arbeitsmarkt bereits heute angespannt.
"Wir müssen die verfügbaren Arbeitskräfte rekrutieren und diese auch so aus- und weiterbilden, dass die Arbeitskräfte-Potenziale aus schrumpfenden Wirtschaftsbereichen bestmöglich genutzt werden", sagte IAB-Forscher Christian Schneemann. Zusätzlich müssten technische Berufe schon bei der Berufswahl gefördert werden, die Berufsabschlüsse von Ausländern leichter anerkannt werden sowie Ältere und Frauen besser in den Arbeitsmarkt integriert werden.
Viele Angebote für Quereinsteiger
Ein Gutachten der Ampel-Regierung kam sogar zu dem Schluss, dass bis 2030 300.000 bis 500.000 zusätzliche Fachkräfte für die Energiewende notwendig sind. Gefragt ist Personal nicht nur für den Umbau des Energiesystems, die Infrastruktur muss anschließend auch erhalten, sprich gewartet werden.
[...] "Zwei Drittel der Stellen setzen Meistertitel, Bachelor oder Master voraus", sagt Fingerhut. "Diese Stellen werden in der Regel auch besser vergütet."
Ihr zufolge sind viele Unternehmen aufgrund des enormen Bedarfs auch für Quereinsteiger offen: "In vielen Fällen kann man die Qualifizierung auch nach dem Quereinstieg erbringen. Die Jobcenter finanzieren auch Teilqualifizierungen, denn eine dreijährige Ausbildung ist aufgrund privater Verpflichtungen nicht für alle Menschen leistbar."
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Erstes Halbjahr 2025
EU importiert Flüssiggas im Wert von 4,5 Milliarden Euro aus Russland
Die Europäische Union bezieht weiter Gas im Milliardenwert aus Russland. Die EU ist zu abhängig von russischem Gas, um in dem Bereich Sanktionen gegen Moskau vorzunehmen. Doch bald will die EU reagieren.
Trotz des russischen Angriffskriegs gegen die Ukraine importiert die Europäische Union weiter Flüssigerdgas aus Russland. Im ersten Halbjahr 2025 bezog die EU Flüssigerdgas im Wert von rund 4,48 Milliarden Euro aus Russland. Das sind 29 Prozent mehr als im gleichen Zeitraum im Vorjahr. Das geht aus Daten der EU-Statistikbehörde Eurostat her.
Insgesamt wurde in den ersten sechs Monaten dieses Jahres Flüssigerdgas im Wert von rund 26,9 Milliarden Euro importiert. Das meiste – für rund 13,7 Milliarden Euro – kam aus den USA. Bereits im vergangenen Jahr waren nach Angaben der EU-Kommission die Vereinigten Staaten mit fast 45 Prozent der Gesamteinfuhren der größte LNG-Lieferant der EU.
Warum fließt weiter Gas aus Russland in die EU?
Anders als für fossile Energieträger wie Öl und Kohle hat die EU wegen Abhängigkeiten bislang keine Gassanktionen auf den Weg gebracht. Als Flüssigerdgas (Liquefied Natural Gas) kommt derzeit durch die Pipeline Turkstream weiter Gas in die Staatengemeinschaft.
2024 machten Gaslieferungen aus Russland Angaben der EU-Kommission zufolge knapp 19 Prozent aller Importe aus. Insgesamt wurde im vergangenen Jahr Angaben der EU-Statistikbehörde Eurostat zufolge natürliches und verarbeitetes Gas im Wert von 15,6 Milliarden Euro aus Russland importiert. Zum Vergleich: Aus den USA kam Gas im Wert von 19,1 Milliarden Euro.
Vor dem Hintergrund des seit Februar 2022 andauernden russischen Angriffskriegs gegen die Ukraine will die EU-Kommission nun aber die Einfuhr russischen Gases in die Staatengemeinschaft komplett untersagen: Ab 2028 soll nach dem Willen der Behörde kein Gas aus Russland mehr ankommen.
[...] Dennoch enthält der Kommissionsvorschlag eine Art Sicherheitsklausel, falls die Versorgungssicherheit eines oder mehrerer Mitgliedstaaten ernsthaft gefährdet werden könnte. Unter diesen Umständen könnte die Kommission demnach einem oder mehreren betroffenen EU-Ländern erlauben, die Einfuhrverbote für Gas auszusetzen.
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Wirtschaftspropaganda und Massenmanipulation
Alex Carey zeigt in seinem grundlegenden Buch „Demokratie ohne Risiko“, wie Unternehmen, PR-Agenturen und politische Eliten die öffentliche Meinung systematisch manipulieren, um ihre Interessen durchzusetzen.
Immer wieder beschreibt Carey mit deutlichen Worten das schier unvorstellbare Ausmaß an Massenmanipulation, das seither entstanden ist und sich oft einfacher, aber dafür umso wirksamerer Rahmenerzählungen von »gut« gegen »böse«, »heilig« gegen »teuflisch« und »frei« gegen »unfrei« bedient:
»Der erfolgreiche Einsatz von Propaganda als Mittel der sozialen Kontrolle erfordert somit eine Reihe von Voraussetzungen: den Willen, sie einzusetzen; die Kompetenz, Propaganda zu produzieren; die Mittel, sie zu verbreiten; und schließlich die Verwendung ›signifikanter Symbole‹: Symbole denen tatsächliche Macht über emotionale Reaktionen zukommt – idealerweise Symbole des Heiligen und Satanischen. Seit langem schon verfügen die USA über alle diese Voraussetzungen in größerem Maße als jedes andere westliche Land. Ich werde jede dieser Voraussetzungen der Reihe nach erörtern.«
Der unschätzbare Wert der Arbeit des australischen Propagandaforschers
Eine der Haupttechniken ist es laut Carey, Kommunismus oder Sozialismus als das mit dem amerikanischen Kapitalismus konkurrierende System als »die überzogene negative Idealisierung des Bösen, säkularisiert im Kommunismus/Sozialismus als etwas sui generis, an allen Orten und zu allen Zeiten Böses, Schlechtes, Unterdrückerisches, Betrügerisches und Zerstörerisches gegenüber allen zivilisierten und humanen Werten« darzustellen. Demgegenüber seien der American Way of Live und der Spirit von Amerika zu einem Symbol »der irrationalen Kraft des Heiligen« geworden (Edward Louis Bernays - Putsch in Guatemala). Diese Aussagen lassen sich nochmals besser verstehen, wenn man bedenkt, dass Carey Analysen zu Zeiten des Kalten Krieges geschrieben wurden, während dem die beiden konkurrierenden Wirtschaftssysteme zu einem Kampf der Weltsichten und Ideologien schlechthin wurden.
[...] Paradoxerweise ist es wohl auch einer erfolgreichen Wirtschaftspropaganda zu verdanken, dass wir heute so wenig über ihr Wirken während der letzten hundert Jahre wissen: »Man kann argumentieren, dass der Erfolg der Unternehmenspropaganda, uns über einen langen Zeitraum hinweg davon zu überzeugen, dass wir frei von Propaganda sind, eine der bedeutendsten Propagandaleistungen des zwanzigsten Jahrhunderts ist.«
Dem setzt der Australier eine so umfassende und vielschichtige Analyse von (amerikanischer) Unternehmenspropaganda vom Beginn des 20. Jahrhunderts bis in die 1980er-Jahre entgegen, dass es unmöglich scheint, die Bedeutung von Demokratie ohne Risiko in [wenigen Worten] umfassend zu würdigen ...
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Javier „no mercy“ Milei
Deutsche Konservative feiern Javier Milei als Wirtschaftsgenie. Dabei ist er ein Trickser
Banker und Liberale verbreiten das Gerücht, Javier Milei habe Argentinien in kurzer Zeit auf Vordermann gebracht – doch die Realität sieht anders aus. Kann seine Partei „Die Freiheit schreitet voran“ dennoch die Wahlen im Oktober gewinnen?
Gerade überschlagen sich deutsche Unternehmer, Banker und Professoren wieder einmal vor Begeisterung über Javier Milei. Lautstark bejubeln sie, was „dem in jeder Hinsicht schillernden Argentinier“ (Frankfurter Allgemeine Sonntagszeitung) gelungen sei. Oder sie wiederholen, wie Jörg Krämer, das Schauermärchen von einer „fatalen peronistischen Wirtschaftspolitik“. Milei hingegen solle man keinesfalls „als Spinner abtun“, schreibt der Commerzbank-Chefvolkswirt weiter, er „bleibt auf Erfolgskurs“, seine Wirtschaftspolitik „basiert auf einer klaren Logik“.
[...] Der durch Mileis Finanzpolitik geförderte Drogenhandel macht alles nur noch schlimmer – darauf wies zuletzt Marcelo Colombo hin, Erzbischof von Mendoza und Vorsitzender der argentinischen Bischofskonferenz. Den Milei-Fans hierzulande ist all das egal.
Gebetsmühlenartig beschwören sie einen Aufschwung, der in Wirklichkeit auf tönernen Füßen steht. Sie sehen eine „dynamische wirtschaftliche Erholung“, weil die Wachstumsraten im Vergleich zur Rezession von 2024 beeindruckend wirken. Immer werden die 5,8 Prozent wiederholt, die das Bruttoinlandsprodukt im ersten Quartal 2025 im Vergleich zum Vorjahreszeitraum zulegte, oder auf die Jahresprognose von 5,5 Prozent der Weltbank verwiesen.
[...] „Dass ausgerechnet deutsche Liberale nach zwischenzeitlicher Skepsis nun wieder Milei feiern und umarmen, ist enttäuschend“, meint Carl Moses, Unternehmensberater in Buenos Aires und Liberaler alter Schule, „mit dem Holzhammer entsteht keine neue Ordnung“. Wer Argentinien leichtfertig zum Vorbild mache, solle „genauer hinschauen – und die Realität von der Projektion trennen.“ Der Naumann-Chef erklärt das Land „zum neuen Musterknaben der Weltwirtschaft – und verkennt dabei zentrale Realitäten“.
Rund 37 Prozent der Argentinier leben derzeit in Armut
Der angebliche Haushaltsüberschuss, so Ökonom Moses, beruhe „auf nicht durchhaltbaren Kahlschlägen und buchhalterischen Tricks“. Darüber hinaus schätzt Agustín Salvia von der Argentinischen Katholischen Universität, dass derzeit rund 35 bis 37 Prozent der Argentinier in Armut leben – für eine vierköpfige Familie sind das umgerechnet rund 750 Euro pro Monat. Die deutsche FDP hält das nicht davon ab, Milei und Co. ordentlich zu feiern ...
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18. August 2015 (INES 2) Akw Blayais, FRA
Überdosierung eines Arbeitnehmers über den gesetzlichen Grenzwert hinaus.
(Kosten ?)
Nuclear Power Accidents
AtomkraftwerkePlag
Blayais
Im Juni 2015 mussten zweimal innerhalb einer Woche über 100 Personen aus dem Gebäude von Einheit 4 evakuiert werden, nachdem erhöhte Radioaktivität gemessen wurde.
Am 18. August 2015 wurde ein Arbeiter einer Strahlung ausgesetzt, die die Richtwerte überstieg. Das Ereignis wurde als Störfall der INES-Stufe 2 klassifiziert.
Wikipedia de
Blayais
Die französische Regierung hat 2020 eine Verlängerung für alle in Betrieb befindliche Reaktoren um weitere 10 Jahre von 40 auf 50 Jahre Laufzeit angekündigt. Diese wurde von der französischen Aufsicht 2021 genehmigt ...
17. August
Wie geht es eigentlich der Windbranche?
Zukunftsunternehmen am Tropf der Politik
Ob der weitere Ausbau der Windenergie gelingt, hängt vom Willen der Bundesregierung ab. Ohne Einspeisegarantien würden kaum neue Anlagen entstehen.
Freiburg taz | Zur Jahresmitte hat die Windbranche Grund zum Jubeln: Im ersten Halbjahr 2025 wurden in Deutschland 409 Windkraftanlagen an Land mit einer Gesamtleistung von 2,2 Gigawatt in Betrieb genommen. Das war der höchste Wert seit 2017. Im selben Zeitraum wurden zudem Anlagen mit zusammen 7,8 Gigawatt neu genehmigt – ein historischer Rekord in einem ersten Halbjahr, wie die Branchenverbände erklärten.
[...] Kleines Wettbewerbselement
Die Windkraft kann das bisher in der Regel nicht, weshalb der Gesetzgeber erhebliche Möglichkeiten hat, Einfluss auf den Zubau zu nehmen – in die eine oder die andere Richtung. Mehrere Stellschrauben entscheiden über den weiteren Ausbau: Das sind zum einen die Auktionen, denn viermal im Jahr schreibt die Bundesnetzagentur die Vergütungen für neue Windkraftanlagen an Land aus. Darauf können sich genehmigte Projekte bewerben. Wer sich mit den geringsten Vergütungen zufriedengibt, bekommt den Zuschlag. Das bringt ein Wettbewerbselement in einen ansonsten stark politisch geprägten Wirtschaftszweig.
[...] Doch neben den gesetzlichen Rahmenbedingungen spielen auch die Strommärkte eine Rolle für den weiteren Ausbau der Windkraft. Denn in Stunden, in denen der Preis an der Strombörse negativ ist, bekommen die Anlagen inzwischen keine EEG-Vergütung mehr. Damit wächst das betriebswirtschaftliche Risiko für Investoren. Schließlich steigt die Zahl der Stunden mit Minuspreisen stetig – unterbrochen nur durch die Hochpreisphase an den Energiemärkten 2021 und 2022. Nun jedoch wird 2025 den Rekordwert des Vorjahres bei den negativen Stunden abermals deutlich überschreiten. Im Sommer ist es die Photovoltaik, die regelmäßig zu negativen Preisen führt.
Schreitet der Ausbau der Windkraft gemäß den Zielen voran, werden künftig aber auch im windreicheren Winterhalbjahr die Zeiten mit negativen Preisen erheblich zunehmen. Kannibalisierung heißt diese Situation, in der sich die Parks dann gegenseitig die Erträge streitig machen. Aber das sind dann Markteffekte, die Politik ist hier außen vor.
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US-Zölle
„Amerika ist viel abhängiger von Europa, als man uns vormachen will“
Der Zolldeal ist ein schlechtes Ergebnis: Europas Interessen verscherbelt, Wachstum verschenkt, Überzeugungen über Bord geworfen – ohne Not!
Das bisherige Ergebnis des Handelsstreits zwischen den USA und Europa kann nicht zufriedenstellen. Europa wurde dabei vertreten von einer Garde naiver, nostalgisch verklärter Transatlantiker, die weiter beschwichtigen und in wehmütiger Erinnerung das alte Lied des Westens singen. Dabei unterwerfen sie sich einem Land, das heute ganz klar mehrheitlich gegen die europäischen Werte von Demokratie, Vielfalt, Meinungsfreiheit und Verantwortung für die Welt und Umwelt agiert.
Die US-Politik orientiert sich heute ausschließlich an den Interessen der US-amerikanischen Industrie: Öl, Waffen, Daten, Finanzinvestments – ohne Verantwortung für den Zustand der Welt. Dabei ist sie nicht unwissend, sondern sucht bewusst den kurzfristigen eigenen Vorteil, zulasten der Zukunft und zulasten von knapp acht Milliarden Nichtamerikanern. Vielleicht sogar zum einzigen Nutzen einer kleinen amerikanischen Minderheit, also unter dem Strich zum Nachteil von 99 Prozent der Erdbevölkerung.
Der Handelsdeal zwischen der EU und den USA ist vor diesem Hintergrund ein Armutszeugnis. Besser verhandeln derzeit China (viel besser), Russland, Japan, … nahezu alle. Schlechter – weil wahrscheinlich mit schlechteren Karten – trifft es derzeit nur die Schweiz und einige kleine, durch ihre wirtschaftliche Abhängigkeit stark ausgelieferte Länder.
Die Amerikaner agieren rücksichtslos. Man will, um mehr Öl und Gas zu verkaufen und die Abhängigkeit vom US-Imperium zu vergrößern, den Klimawandel beschleunigen, die Armut in der Welt vergrößern und mehr Plastik in die Weltmeere kippen. Und als würde dieser Raubbau am Planeten nicht genügen, wollen die USA einen höheren Tribut für „Sicherheit“ und Währung nehmen. Die Welt soll Amerika – genauer gesagt einer kleinen Minderheit von Amerikanern – gehören.
Die Kultur soll amerikanisch, ja neu-amerikanisch sein: rechts, konservativ, rückwärtsgewandt, wissenschaftsfeindlich, undemokratisch. Diktaturen hat Amerika unter dem Vorwand des Kampfes gegen Sozialismus und Kommunismus schon oft gestützt. Jetzt will man offen eine Welt von Diktatoren und Populisten, die sich Amerika unterordnen.
[...] Man stelle sich nur einmal vor, die USA müssten für Daten zahlen. Oder Europa würde – so wie China – innerhalb von fünf Jahren eigene Alternativen zu Suchmaschinen, sozialen Netzen, Online-Händlern und Cloud-Diensten aufbauen! Das Einstiegsfenster wäre genau jetzt, in Zeiten des KI-Umbruchs. Jetzt, wo auch die Monopole neu geordnet werden.
Die Dominanz von Akteuren wie Google darf man getrost infrage stellen. Sicher suchen auch Sie nicht mehr exklusiv mit Google – bei mir sind es derzeit vielleicht noch zehn Prozent meiner Suchanfragen.
Europa sollte sich nicht länger unterordnen. Der Zugriff auf Kundendaten und Wissen ist neu zu verhandeln. Nicht mehr Warenströme beschreiben die neuen Machtverhältnisse, sondern Daten und Wissen. Die Magnificent Seven stehen für 30 Prozent der Marktkapitalisierung des gesamten US-Aktienmarkts. Im Handelsstreit an dieser Schraube zu drehen, hätte eine Wirkung, die sehr viel größer wäre als zusätzliche Öl- und Gasverkäufe nach Europa ...
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Die Energiewende nimmt Fahrt auf, die Wirtschaftsministerin sucht die Bremse
CDU-Ministerin Reiche hat einen Bericht zum künftigen Strombedarf in Auftrag gegeben. Es ist zu befürchten, dass sie sich nur Argumente liefern lassen will, um den Ausbau der erneuerbaren Energien zu verlangsamen.
Die Tatsache, dass sich unsere Welt in einer Phase permanent beschleunigter Veränderung befindet, ist seit Jahren zentrales Thema dieser Kolumne. Dass es diese Beschleunigung gibt, weiß man im Prinzip auch im politischen Berlin. Darüber gesprochen wird aber in der Regel aus einer Haltung der Hilflosigkeit oder Überforderung heraus, besonders bei der Union: Mal war die »Datenautobahn« »heftig umstritten« (Helmut Kohl, 1994), mal war das Internet, mehr als 20 Jahre nach der Entwicklung des World Wide Web, »Neuland« (Angela Merkel, 2013). Alles geht immer irgendwie zu schnell.
Die Reaktion insbesondere unionsgeführter Regierungen der vergangenen Jahrzehnte war verlässlich die gleiche: erst mal bremsen (egal, ob die anderen das auch tun). Deutschland setzte auf Kupferkabel statt Glasfaser, das mobile Internet galt lange als etwas alberne Spielerei, das Smartphone auch. Die Digitalisierung der Verwaltung steht als Ziel in jedem Koalitionsvertrag. Immer wieder.
[...] Man kann gerade live beobachten, wie eine unionsgeführte Regierung erneut versucht, die Fehler der Vergangenheit sehenden Auges zu wiederholen. Die Parallelen sind verblüffend. Aber die geopolitischen Gefahren womöglich noch größer.
Konkret zeigt sich das an der Kommunikation der Wirtschaftsministerin: Katherina Reiche (CDU) hat in den ersten zehn Wochen ihrer Amtszeit zum Thema Energiewirtschaft praktisch ausschließlich Dinge gesagt und getan, die fossilen Geschäftsmodellen nutzen und Elektrifizierung und erneuerbaren Energien schaden sollen. Gas wird billiger, Strom bleibt teuer, Gasheizungen sollen so lang wie möglich weiterlaufen, der Vorrang für grünen Wasserstoff wird gekippt, in der Nordsee soll Gas gefördert werden, und Reiche will so viele Gaskraftwerke bauen lassen, dass die EU zweifellos intervenieren wird. Die deutschen Klimaziele stellte sie dafür infrage.
Ende August soll ein von Reiches Ministerium in Auftrag gegebener »Monitoringbericht« erscheinen. Er wurde dem Anschein nach mit einem sehr konkreten Ziel bestellt: den Ausbau der erneuerbaren Energien abzubremsen, weil der angeblich zu schnell gehe und damit zu hohe Kosten verursache. »Überzogen« hat Reiche diesen Ausbau schon einmal genannt, jetzt braucht sie Argumente dafür, dass sie damit recht hatte ...
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Washington, D. C.:
Nationalgarde in US-Hauptstadt soll aufgestockt werden
Drei US-Bundesstaaten schicken auf Bitten der Trump-Regierung weitere Nationalgardisten in die US-Hauptstadt. Diese könnten erstmals bewaffnet patrouillieren.
Die US-Regierung will den Einsatz der Nationalgardisten in der Hauptstadt Washington, D. C. deutlich ausweiten. Der US-Bundesstaat West Virginia werde 300 bis 400 Nationalgardisten entsenden, teilte Gouverneur Patrick Morrisey mit. Dies geschehe auf Bitten der US-Regierung. Der Gouverneur von South Carolina, Henry McMaster, kündigte die Entsendung von 200 Soldaten an. Aus Ohio sollen laut Gouverneur Mike DeWine 150 Einheiten kommen.
US-Präsident Donald Trump hatte am Montag den Einsatz von insgesamt 800 Nationalgardisten in Washington, D. C. angeordnet. Die nun zusätzlich entsendeten Truppen sollen "Bundeseigentum schützen, ein sicheres Umfeld für Polizeibeamte zu schaffen und eine sichtbare Präsenz zur Abschreckung von Verbrechen zu gewährleisten", wie ein Regierungsvertreter des Weißen Hauses mitteilte. Gouverneur Morrisey sprach davon, die "Sauberkeit und Sicherheit" in der Hauptstadt "wiederherzustellen".
US-Medien zufolge könnten die zusätzlichen Einheiten auch Waffen mit sich tragen. Dies wäre ein Novum, denn die bisherigen Soldaten sollen den Berichten nach unbewaffnet patrouillieren. Vor wenigen Tagen hatte das US-Militär noch mitgeteilt: "Waffen stehen bei Bedarf zur Verfügung, verbleiben jedoch in der Waffenkammer."
Gewaltkriminalität in der Hauptstadt auf 30-Jahres-Tief
Trump hatte den Einsatz der Nationalgarde mit angeblich ausufernder Kriminalität in Washington, D. C. begründet. Daten des Justizministeriums zeigen jedoch, dass die Gewaltkriminalität in der Stadt im Jahr 2024 auf ein 30-Jahres-Tief gefallen ist ...
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Aktuelles+
17. August 2025
Don Trumpl strebt eine Renaissance der Atomenergie an, wobei Akws und SMRs "schnell und ohne Rücksicht auf Verluste“ gebaut werden sollen.
Mehr Atomenergie in den USA
Trump pusht Bau von Mini-AKW
Donald Trump will eine „Renaissance der Atomkraft“. Dafür fördert die US-Regierung nun Kleinstreaktoren.
Berlin taz | Das Weiße Haus spricht von einer „Renaissance der Atomkraft“, die die USA unter Donald Trump voranbringen wollen. Nun haben sie einen weiteren Schritt getan, um die Menge des im Land erzeugten Atomstroms innerhalb von 25 Jahren zu vervierfachen. Das Energieministerium hat dafür elf Atomprojekte von Nuklear-Start-ups und auch größeren Firmen ausgewählt, von denen drei Testreaktoren bis zum Juli 2026 genehmigt, „gebaut und betrieben werden sollen“.
Atomkraftwerke decken in den USA derzeit knapp 20 Prozent der Stromproduktion ab. Das Land ist mit 93 Reaktoren der größte Hersteller weltweit. Die Meiler sind jedoch im Schnitt bereits gut 40 Jahre alt, seit 1978 sind nur zwei Neue ans Netz gegangen. Ihr Bau dauert und ist sehr teuer. Erneuerbare Energie ist mittlerweile viel günstiger zu erzeugen.
Doch künstliche Intelligenz, Rechenzentren oder Elektroautos treiben den Strombedarf in den USA in die Höhe. Bereits die vorige Regierung setzte sich für mehr Atomkraft ein und billigte steuerliche Anreize zum Unterhalt der Anlagen. Anders als Trump setzte Ex-Präsident Joe Biden aber auch auf Klimaschutz und den Ausbau von Wind- und Sonnenenergie.
Während er die Erneuerbaren ausbremst, hat Trump bereits im Mai per Verordnung die Genehmigung von Kernreaktoren beschleunigt und die unabhängige Regulierungsbehörde Nuclear Regulatory Commission (NRC) reformiert – das Energieministerium kann nun die Testreaktoren ohne die NRC genehmigen. Es wurde zudem angewiesen, sich bis 2030 für den Bau von zehn „neuen, großen Reaktoren“ einzusetzen. Das US-Militär soll sogar schon innerhalb von drei Jahren ein Atomkraftwerk auf einem seiner Stützpunkte bauen.
Firmen halten Zeitplan für ambitioniert
Trumps Traum ist jedoch die Entwicklung kleiner Reaktoren, die auch die Atomlobby propagiert. Dazu soll das Atom-Pilotprogramm beitragen. Zwar hat das Energieministerium keine Fördergelder zugesagt, dafür ein eigenes „Concierge“-Team mit Beamten gebildet, die Genehmigungen beschleunigen sollen. Dennoch halten selbst die beteiligten Firmen den Zeitplan für ambitioniert.
Ausgewählt wurden kleinere Reaktorprojekte wie der natriumgekühlte Mikroreaktor Aalo-1, ein tragbarer (!) gasgekühlter Hochtemperaturreaktor von Radiant Industries oder der Deep Fission-Druckwasserreaktor, der etwa 1,6 Kilometer unter der Erde in einem Bohrloch mit 75 Zentimetern Durchmesser betrieben werden soll. Ihre Leistung liegt bei jeweils etwa 1 bis 20 Megawatt. Ein konventionelles Atomkraftwerk hat etwa eine Leistung von 1.400 Megawatt.
Die Industrie preist die Vorzüge der sogenannten Small Modular Reactors (SMR) seit Jahren, weltweit werden laut Atomenergiebehörde jedoch bislang nur zwei kleine Atomkraftwerke in China und Russland betrieben – Einzelanfertigungen, die keineswegs serienreif sind. Die serielle Fertigung soll dann die Kosten senken – und die SMR so marktreif machen. Allerdings benötigen die Reaktoren auch speziellen Uranbrennstoff sowie Reaktorfabriken, die es noch nicht gibt.
In den USA scheiterten zuletzt 2023 Pläne für den Bau eines SMR in Idaho an den hohen Kosten. Derzeit gibt es Pläne für den Bau von Minireaktoren in Tschechien. Auch Italien denkt darüber nach – und trat im Juni einer von Frankreich angeführten „Atom-Allianz“ mit 14 EU-Staaten bei.
Bei allem, was Don Trump sagt oder tut, sollte man sich immer die Frage stellen: Was will er wirklich?
Verwenden wir also die sieben Taktiken aus dem „autoritären Spielbuch“ und ordnen seine Aussagen ein.
Die sogenannte Reform (Entmachtung) der unabhängige Regulierungsbehörde Nuclear Regulatory Commission (NRC) dieses Vorgehen entspricht genau den Punkten:
1 - Sie versuchen, unabhängige Institutionen zu politisieren.
2 - Sie verbreiten Desinformation.
3 - Sie stärken die Exekutivgewalt auf Kosten der Gewaltenteilung.
4 - Sie unterdrücken Kritik und Dissens.
Es gibt keine Small Modular Reactors (SMR) die in einer Fabrik vorgefertigt und dann nur noch dort installiert werden können, wo sie gebraucht werden.
2 - Sie verbreiten Desinformation.
usw.
Rechte lesen das „Authoritarian Playbook” – und folgen Wort für Wort Das „Autoritäre Drehbuch“ ist eine Anleitung der autoritären Rechten, mit dem sie Schritt für Schritt die Demokratie aushebeln ... Diese Strategie wird in den USA bereits vollständig umgesetzt, lässt sich jedoch leicht auf andere Länder übertragen, da sie auf folgenden sieben sehr grundlegenden Taktiken basiert: 1 - Sie versuchen, unabhängige Institutionen zu politisieren. DAS AUTORITÄRE HANDBUCH ERKENNEN Diese 7 Schritte sind voneinander abhängig und verstärken sich gegenseitig. Alle Ereignisse, Geschichten und Handlungen, die mindestens einer der sieben Spielarten entsprechen, lassen sich am besten im Kontext der autoritären Strategie als Ganzes verstehen. „The Authoritarian Playbook 2022” und „The Authoritarian Playbook 2025" vom „Protect Democracy Project" |
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Hintergrundwissen
Die Karte der nuklearen Welt
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Die "Interne Suche"
2. August 2025 - Trump entsendet im Streit mit Russland Atom-U-Boote
29. Juni 2025 - Erlebt die Atomkraft eine Renaissance? Dahinter stehen auch militärische Interessen
31. Mai 2025 - Horn von Afrika: Warum Trump den "größten Luftangriff der Geschichte" angeordnet hat
27. Mai 2025 - US-Haushalts- und Steuergesetz - Trump schaltet die Sonne aus
27. Mai 2025 - Trump plant Atomkraft-Offensive in den USA – absurde Zahl neuer AKW geplant
12. März 2025 - Small Modular Reactors "SMR" Sind Mini-Atomkraftwerke eine Lösung im Klimawandel?
26. Januar 2025 - Don Trumpl und seine Berserker stürmen die Demokratie
16. November 2024 - Künftige US-Regierung - Wie Trump die AKW-Branche wiederbeleben will
11. November 2022 - Warum Polen Atomreaktoren aus den USA bestellt
9. Dezember 2019 - Sipri-Bericht zu Waffenverkäufen - US-Rüstungsgeschäfte boomen
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Die Suchmaschine Ecosia pflanzt Bäume!
https://www.ecosia.org/search?q=Trumps Lügen
https://www.ecosia.org/search?q=Renaissance der Atomkraft
https://www.ecosia.org/search?q=Trumps Propaganda
https://www.ecosia.org/search?q=Small Modular Reactors
ZDFheute
Expertin über Kommunikationstaktik:
"Trump überschüttet die Leute mit Müll"
Donald Trump sorgt fast täglich für Aufreger - oft mit einem Mix aus Fakten und Fiktion. Psychologin Helen Fischer spricht über die Gefahren dieses Stils für die Demokratie.
ZDFheute: Mit teils abstrusen Botschaften und Forderungen sorgt US-Präsident Donald Trump tagtäglich für Aufregung. Was bezweckt er mit seiner Kommunikationsstrategie bei den US-Bürgern?
Helen Fischer: Indem Trump die Menschen in hoher Schlagzahl mit einem Mix aus Fakten und Fiktion bombardiert, verwischt er die Grenze zwischen Wahrheit und Lüge. "Flood the zone with shit" - frei übersetzt "die Zone mit Müll überfluten" - hat Trumps Ex-Berater Steve Bannon diese Strategie genannt. Trump nutzt das und überschüttet die Leute quasi mit Müll. In der Folge kann es Bürgerinnen und Bürgern zunehmend schwerer fallen, zwischen wahr und falsch zu unterscheiden ...
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Spiegel Wissenschaft
Energiepolitik
Die »Renaissance der Atomkraft« bleibt ein Wunschtraum
Union und FDP setzen auf Atomkraft – geknüpft an unerfüllbare Bedingungen. Und auch die Internationale Energieagentur träumt von einer »neuen Ära der Atomenergie«. Doch mit der Realität hat das nichts zu tun.
Ende November 2024 sagte Joe Kaeser, Aufsichtsratschef von Siemens Energy, bei Sandra Maischberger: »Es gibt kein einziges Atomkraftwerk auf dieser Welt, das sich ökonomisch rechnet.« Dabei liefert Siemens Energy selbst Bauteile für Atomkraftwerke, aber Kaeser ist eben ein ehrlicher Mann.
Tatsächlich wird Atomkraft überall »massiv von Regierungen subventioniert«. So steht es in der »Financial Times« , nicht in einer Greenpeace-Broschüre ...
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Wikipedia de
Small Modular Reactor
Small Modular Reactors (SMR; deutsch „kleine modulare Reaktoren“; auch umgangssprachlich als „Miniatomkraftwerk“ bezeichnet) bezeichnet moderne, modulare Kernreaktoren basierend auf der Kernspaltung, die kleiner als herkömmliche Reaktoren sind und daher z. B. in einer Fabrik vorgefertigt und anschließend an einen Montageort gebracht werden können.
Definition
Die IAEA definiert nach Leistungsklassen (ohne modularen Charakter der Anlagen):
Kleine SMR bis 300 MWel
Mittlere SMR zwischen 300 und 700 MWel
Eigenschaften
SMR sollen beispielsweise einen geringeren Aufwand vor Ort, eine höhere Risiko-Eindämmungseffizienz und eine höhere Sicherheit der verwendeten Kernbrennstoffe (viz. die Spaltmaterialien Uran oder Plutonium; evtl. auch Thorium) ermöglichen. Dazu ist u. a. auch die Entwicklung neuartiger Brennelemente notwendig, z. B. basierend auf dem vorgeschlagenen High-Assay Low-Enriched Uranium (HALEU) Brennstoff.
Die Reaktoren wurden auch vorgeschlagen, um Finanzierungsprobleme und Einsatzmöglichkeiten gegenüber konventionellen Kernreaktoren mit größerer Leistung (z. B. der europäische EPR oder der russische WWER) zu verbessern. Dazu zählen z. B. die hohen Investitionskosten oder Aufwände bei der Zulassung uvm.
Geschichte
Historisch gab es bereits in den 1950er-Jahren erste Ansätze und Programme zum Bau kleiner Kernreaktoren. Das damalige Army Nuclear Power Program hatte z. B. diverse Miniaturreaktoren erprobt, die vom US-Militär modular (in Teilen) transportiert werden und errichtet werden konnten. Weltweit wurden im Jahr 2017 von verschiedensten Firmen rund 60 SMR-Konzepte vorgeschlagen oder entwickelt. Darunter befinden sich sowohl thermische als auch schnelle Kernreaktorkonzepte. Für SMRs gibt es verschiedene Entwürfe, von verkleinerten Versionen bestehender Kernreaktordesigns (z. B. Leichtwasserreaktoren) bis hin zu völlig neuen Entwürfen, die man zur vierten Kernkraftwerks-Generation zählen würde.
Optimistische Schätzungen gehen davon aus, dass 2035 knapp zehn Prozent aller neu gebauten Kernkraftwerke SMR sein werden. Diese würden die aktuelle Flotte der Kernreaktoren ergänzen, welche zu zwei Dritteln aus Leichtwasserreaktoren in Form von Kernkraftwerken bestehen ...
Propaganda
Propaganda (von lateinisch propagare, „weiter ausbreiten“, „ausbreiten“, „verbreiten“) bezeichnet in ihrer modernen Bedeutung zielgerichtete Versuche, politische, religiöse oder weltanschauliche Meinungen oder öffentliche Sichtweisen zu formen, Erkenntnisse zu manipulieren und das Verhalten in eine vom Propagandisten oder Herrscher erwünschte Richtung zu steuern. Die verschiedenen Seiten einer Thematik nicht darzulegen sowie die Vermischung von Information und Meinung charakterisieren dabei die Propagandatechniken. Dies steht im Gegensatz zu pluralistischen und kritischen Sichtweisen, welche durch unterschiedliche Erfahrungen, Beobachtungen und Bewertungen sowie einen rationalen Diskurs geformt werden.
Bedeutungsgeschichte
Gegenreformation
Der Begriff leitet sich vom lateinischen Namen einer päpstlichen Behörde ab, der 1622 von Gregor XV. im Zuge der Gegenreformation ins Leben gerufenen Sacra congregatio de propaganda fide, zu deutsch etwa „Heilige Kongregation für die Verbreitung des Glaubens“, heute offiziell „Dikasterium für die Evangelisierung“. Noch im 17. Jahrhundert bürgerte sich die Kurzform propaganda – eigentlich die Gerundivform von lat. propagare, „verbreiten, ausdehnen“ – als Name für diese Missionsgesellschaft ein, deren Zweck es war, dem Protestantismus entgegenzutreten sowie die Neue Welt zu missionieren ...
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YouTube
https://www.youtube.com/results?search_query=Trumps Lügen
https://www.youtube.com/results?search_query=Renaissance der Atomkraft
https://www.youtube.com/results?search_query=Trumps Propaganda
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Playlist - Radioaktivität weltweit ...
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