Aktuelles Der THTR-Rundbrief

Newsletter XLVII

13. - ... Oktober 2021

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Aktuelles+ Hintergrundwissen

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Auszug aus der PDF-Datei
Nuclear Power Incidents & Accidents + NAMS + INES

Im November jähren sich vier Störfälle:

01.11.1983 - (INES 3) einer von vielen Störfällen in Sellafield ...

03.11.1997 - (INES 3) in der japanischen Atomfabrik Tokaimura wurden 37 Mitarbeiter einer erhöhten Strahlung ausgesetzt.

29.11.1955 - (INES 4) Idaho Falls - In der National Reactor Testing Station Idaho erlitt der Forschungsreaktor EBR-I eine partielle Kernschmelze.

30.11.1975 - (INES 4) Leningrad - teilweise Zerstörung des Reaktorkerns in Block 1 des Leningrader Akw Sosnowy Bor.

 

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Teure Energie

20.10.2021 - Börse profitiert von hohen Strompreisen

Mit dem Aktienhandel hat die Deutsche Börse im vergangenen Quartal kaum Geld verdient. Dagegen sorgten die Turbulenzen am Strommarkt beim Frankfurter Börsenbetreiber für ein kräftiges Gewinnplus.

Die Deutsche Börse ist ein Profiteur der zuletzt deutlich gestiegenen Energiepreise - dank der Leipziger Strombörse EEX (European Energy Exchange), an der der Frankfurter Börsenbetreiber die Mehrheit hält. Die Preisexplosion bei Strom und Gas bescherten der Strombörse ein hohes Handelsvolumen in den Monaten Juli bis Ende September ...

 

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Französischer Atom-Plan

19.10.2021 - Macrons Vision Nucléaire

Frankreichs Präsident Emmanuel Macron will das Klima mit modernen Mini-Atomkraftwerken retten. Die Kleinstreaktoren sind aber auch für Bombenbauer attraktiv. 

Als Emmanuel Macron vergangene Woche ein neues Zeitalter der Atomkraft ausrief, stand er auf einer grünen Bühne, und grün waren auch seine Worte: Kernenergie ist Strom ohne Kohlendioxid, Kernenergie ist eine Chance – für Frankreich, für Europa, für das Klima.
Dass der Präsident auf „Nucléaire“ setzt, also auf eine Dinosauriertechnik des 20. Jahrhunderts, scheint auf den ersten Blick vernünftig ...

... Die 400 Atomkraftwerke von heute schaffen etwa ein Zehntel der globalen Stromproduktion. Dafür wären der deutschen Studie zufolge bis zu zehntausend moderne Kleinreaktoren nötig. Um die übrigen neun Zehntel zu schaffen und weltweit die Kohle zu ersetzen, brauchte man deshalb viele zehntausend neue Mini-Meiler.

Diese Zahl ist das Problem. Es geht hier nicht nur um Unfälle. Die bleiben möglich, und es weiß auch niemand wohin mit dem Atommüll. Aber schlimmer ist, dass jemand einen dieser unzähligen Reaktoren plündern und aus dem Brennstoff Bomben bauen könnte ...

... Zu den zehn größten CO2-Emittenten der Welt gehören Indien und Indonesien, dazu Iran und Saudi-Arabien. Zu den zehn Ländern mit dem höchsten Pro-Kopf-Ausstoß gehören Bahrain, Kuwait, Oman, Qatar und die Vereinigten Arabischen Emirate. Überall dort müssten die neuen Minireaktoren stehen, wenn sie dem Klima helfen sollen. Will das jemand?

 

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19.10.2021 - Die Standortfrage bleibt

Noch keine Entscheidung über Zwischenlager für den Asse-Atommüll

Bleibt es bei dem umstrittenen Beschluss, ein Zwischenlager für die aus dem maroden Bergwerk Asse II herauszuholenden Abfälle in unmittelbarer Nähe der Schachtanlage zu errichten? Wer hierzu am Montag eine Vorentscheidung oder zumindest eine Empfehlung erwartet hatte, wurde enttäuscht: Der knapp 100-seitige Bericht, den eine vierköpfige Expertengruppe an das Bundesumweltministerium übergab, bleibt in seinem Fazit recht vage. Er enthalte »keine schnellen Antworten«, räumte auch Umweltstaatssekretär Jochen Flasbarth ein: »Das Thema standortnah oder standortfern muss weiter diskutiert werden.« Aus seiner Sicht lasse sich aber bereits festhalten, »dass die vorgestellten Ergebnisse wichtige Denkanstöße geben«.

Der Streit um den Standort für das Zwischenlager schwelt also zunächst weiter. In das frühere Salzbergwerk Asse 2 im Kreis Wolfenbüttel wurden zwischen 1967 und 1978 rund 126 000 Behälter mit schwach und mittelradioaktiven und chemischen Abfällen eingelagert, zum Teil auch einfach abgekippt. Weil die Grube instabil ist, voll Wasser zu laufen droht und etliche Fässer bereits korrodiert und undicht sind, sollen die Abfälle nach Möglichkeit an die Oberfläche geholt werden. Die Nachbarschächte Asse I und Asse III waren schon früher vollgelaufen und aufgegeben worden ...

 

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Altlasten der Kernkraft

18.10.2021 - Einlagerung von Atommüll könnte erst 2080 abgeschlossen sein

Kein Endlager in Sicht: Radioaktive Abfälle müssen noch für Jahrzehnte in deutschen Kernkraftwerken verbleiben, schätzt der frühere Leiter der Entsorgungskommission. Auch der Streit um das Zwischenlager Asse dauert an.

Die Suche nach einem Endlager für hoch radioaktive Abfälle aus deutschen Atomkraftwerken läuft noch. Doch auch wenn sich die Bundesregierung in den kommenden Jahren auf einen geeigneten Standort festlegt, werde es weitere Jahrzehnte dauern, bis die Lagerung abgeschlossen ist. Das sagt Michael Sailer, der ehemalige Leiter der Entsorgungskommission des Bundes, der Nachrichtenagentur dpa.

Sailer geht davon aus, dass die Einlagerung der Nuklearabfälle in das geplante Endlager erst um das Jahr 2080 beendet werden kann. So lange werde der Atommüll an den Standorten der Kernkraftwerke bleiben müssen. Die genehmigte Betriebsdauer der 16 Zwischenlager in Deutschland sei bis dahin vermutlich überschritten ...

 

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Streit um Zwischenlager in Niedersachsen

18.10.2021 - Atommüll ohne Zukunft

Experten haben die Entscheidung für ein Atommüll-Zwischenlager nahe dem Bergwerk Asse überprüft. Ihr Bericht bleibt aber vage.

GÖTTINGEN taz | Der Atommüll soll raus aus dem maroden Bergwerk Asse, doch wohin dann damit? Anwohner befürchten, dass die strahlenden Abfälle auch nach ihrer Bergung für unabsehbare Zeit in ihrer Nähe bleiben. Jedenfalls dann, wenn es bei dem umstrittenen Beschluss bleibt, ein Zwischenlager in unmittelbarer Nähe der Schachtanlage zu errichten. Wer hierzu am Montag eine Vorentscheidung oder zumindest eine Empfehlung erwartet hatte, wurde enttäuscht: Ein knapp 100-seitiger Bericht, den eine vierköpfige Expertengruppe als Ergebnis eines sogenannten „Beleuchtungsprozesses“ an das Bundesumweltministerium übergab, bleibt in seinem Fazit recht vage.

So heißt es darin etwa, es seien vor einer Genehmigung des Zwischenlagers „möglicherweise weitere Zulassungen nach dem Naturschutzrecht erforderlich“. Die geplanten Baumaßnahmen „können Eingriffe in Natur und Landschaft darstellen“ und bedürften dann der Zulassung nach dem Bundesnaturschutzgesetz ...

 

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Erhöhung von Preisen

18.10.2021 - Abmahnung für Stromanbieter

Einige Stromanbieter versuchen offenbar mit unlauteren Mitteln eigene Kunden mit günstigen Tarifen loszuwerden. Die Verbraucherzentrale NRW hat nun die erste Abmahnung verschickt.

Die Großhandelspreise für Gas und Strom steigen seit Monaten. Um Bestandskunden mit günstigen Tarifen loszuwerden, greifen einige Anbieter daher zu drastischen Methoden wie sehr deutlichen Preiserhöhungen, die darüber hinaus den Kunden offenbar nicht gesetzeskonform mitgeteilt werden. In anderen Fällen wird gleich ein Belieferungsstopp verkündet. Beides hält die Verbraucherzentrale NRW für teilweise unrechtmäßig. Mit "immergrün" hat sie nun den ersten Anbieter abgemahnt.

Bei "immergrün" handelt es sich um eine Marke des Kölner Strom- und Gasanbieters "Rheinische Elektrizitäts- und Gasversorgungsgesellschaft". Die Preiserhöhungen wurden den Kunden offenbar zumeist per E-Mail zugestellt. Dabei wurde der eigentliche Grund des Anschreibens hinter Betreff-Zeilen verschleiert, die keinesfalls sofort deutlich machten, worum es geht ...

 

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Liebe Freundinnen und Freunde aus Münster und Umgebung,

das Sondierungspapier der neuen Ampel-Koalitionäre liegt vor - und es ist in Sachen Klimaschutz/Atomausstieg wie befürchtet wachsweich und umschifft alle heißen Themen:

Der Kohleausstieg soll "idealerweise" bis 2030 erfolgen - ganz ehrlich: idealerweise sollte der Kohleausstieg schon morgen erfolgen! Erfolgreicher Klimaschutz braucht klare, schnelle Ausstiegsdaten und keine unverbindlichen Wunschlisten.

Auch für die Investitionen in den Klimaschutz fehlen bislang die Finanzzusagen - neue Schulden sollen ja nicht gemacht werden. Und die FDP hat das seit Jahrzehnten dringend erforderliche Tempolimit erneut erfolgreich blockiert. Ein Stopp des Autobahnbaus fehlt ebenfalls.

Was auffällt sind drei weitere Dinge, die völlig fehlen: Zum einen versprechen die drei Parteien keinen Schutz vor weiteren Dorfabrissen im Rheinland und in Ostdeutschland - und in Lützerath am Tagebau Garzweiler drängt RWE aktuell massiv auf die Vertreibung der letzten BewohnerInnen. Versprechungen bekommen nur die Beschäftigten im Kohleabbau - das ist sehr einseitig und deshalb unangemessen.

Auch dreckige Kohleimporte, z. B. aus Russland und Kolumbien, sollen weiter möglich sein.

Und: Der ganze Bereich der Atompolitik fehlt komplett - kein Wort zur Urananreicherung, zu den Brennelementexporten, zur Atommülllagerung, zur Erforschung "neuer" Reaktoren etc. Um diese heißen Themen haben alle drei Parteien einen großen Bogen gemacht.

Das ist aus unserer Sicht kein gutes Ergebnis - wir lassen uns von der angeblich so tollen Atmosphäre zwischen den drei Parteien nicht täuschen und fordern einen echten, vollständigen und verbindlichen Kohle- und Atomausstieg!

Wir rufen deshalb ausdrücklich zur Teilnahme an der nächsten Klimastreik-Demo von Fridays for Future hier in Münster, jetzt am Freitag, 22.10., um 15 Uhr ab Hauptbahnhof auf: https://fff-muenster.de/

Der Zentralstreik findet in Berlin statt, aber die Fridays in Münster haben dankenswerterweise kurzfristig auch eine Demo-Möglichkeit für alle geschaffen, die es nicht nach Berlin schaffen.

Ohne Druck von der Straße bleibt es in der Ampel bei unverbindlichen Zielsetzungen, die das 1,5 Grad-Ziel von Paris deutlich verfehlen - das scheint in Berlin immer noch nicht angekommen zu sein!

Atomfreie Klimagrüße
SOFA (Sofortiger Atomausstieg) Münster
www.sofa-ms.de

 

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15.10.2021 - Atomkraft-Ausbau in Frankreich: "Ohne zivile Kernenergie, keine militärische Nuklearmacht"

Je mehr politisch rechts, desto mehr neue Atomkraftwerke - Im Nachbarland gibt es einen eigenartigen Überbietungswettbewerb "pro Atom". Macron will neue AKW zum Klimaschutz

Im kommenden April finden in Frankreich Präsidentschaftswahlen statt. Der zukünftige Umgang mit Atomkraft ist ein zentrales Thema im Vorwahlkampf. Eine Debatte über den Ausstieg aus der gefährlichen, schmutzigen und wenig flexiblen Art der Stromerzeugung wird praktisch aber nicht geführt.

Auch die französischen Grünen wollen die Abschaltung der inzwischen altersschwachen Atommeiler, deren Laufzeit auf 50 Jahre verlängert wurde, auf den Sankt-Nimmerleinstag verschieben. "Niemand sagt, dass wir morgen die Atomkraftwerke runterfahren", erklärte der grüne Präsidentschaftskandidat Yannick Jadot. Er rechne mit 20 Jahren bis zum Ausstieg. "Und wenn es fünf Jahre mehr sind, dann ist das eben so." ...

 

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15.10.2021 - Wasserknappheit durch die Energiewende?

Was Strom aus Wind, Sonne und Co für die Wasserressourcen bedeutet

Ein Wechsel von fossilen Brennstoffen zu erneuerbaren Energie gilt als Voraussetzung für effektiven Klimaschutz und die Energiewende. Aber ein Faktor wird dabei oft unterschätzt: Selbst die Stromerzeugung aus Sonne, Biomasse und Co benötigt Wasser – teils in enormen Mengen. Was aber bedeutet dies für die Wasserressourcen?

Technologien mit geringem Kohlendioxid-Ausstoß stehen im Fokus der Energiewende. Wasserkraft, Biomasse-Verstromung, Windkraft, Photovoltaik und grüner Wasserstoff gelten als die Energielieferanten der Zukunft. Aber die Anlagen für die Gewinnung von Strom und Wärme beeinflussen direkt und indirekt auch den Wasserhaushalt an ihre Standorten. Wasser wird für die Kühlung, Reinigung oder chemische Prozesse benötigt.

Gerade in trockenen Regionen kann der Wasserfußabdruck der erneuerbaren Energie dadurch die Wasserknappheit verstärken ...

 

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14.10.2021 - Risse im Atomkraftwerk

Die Technologie birgt trotz des in Deutschland beschlossenen Ausstiegs weiter große Gefahren

Atomkraft? Nein danke. War da nicht mal was, irgendwann? Der Bundestagswahlkampf hat gezeigt, dass einer der großen gesellschaftlichen Konflikte der vergangenen Jahrzehnte abgeräumt zu sein scheint. Warum auch nicht, mögen viele denken. Denn der Atomausstieg laufe doch längst und die Energiewende ist auf den Weg gebracht.

Dabei wird oft vergessen, dass nach wie vor sechs große Leistungsreaktoren in Deutschland am Netz sind. Die Bundesrepublik ist damit – nach Frankreich – immer noch der zweitgrößte Atomstrom- und Atommüllproduzent in der Europäischen Union. Die symbolträchtigen und in der Vergangenheit schwer umkämpften Atomkraftwerke Brokdorf und Grohnde sowie der Meiler Gundremmingen sollen zum Jahresende abgeschaltet werden. Laut Gesetz folgen ein Jahr später, also Silvester 2022, mit Isar, Emsland und Neckarwestheim die letzten drei Atomreaktoren ...

Womöglich droht mittelfristig sogar in eine Renaissance der Atomkraft durch die Hintertür. Lobbyorganisationen verweisen auf den im Vergleich zu Kohlekraftwerken deutlich geringeren CO2-Ausstoß von AKW. Und verschweigen dabei gern die gigantischen Umweltschäden bei der Uranförderung und -aufbereitung sowie die großen Risiken bei der Lagerung des Atommülls ...

 

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14.10.2021 - Atomkraft-Debatte: Wie Frankreich in der Energiepolitik versagt

Deutschland sollte sich beim Ausbau der Atomkraft kein Beispiel an Frankreich nehmen, dafür aber bei den erneuerbaren Energien einen Zahn zulegen. Der Leitartikel.

Frankfurt – Ist das die Kehrtwende in der Atomkraft-Debatte? Frankreich will neu in die Technologie einsteigen, aus der sich Deutschland vor zehn Jahren per Ausstiegsbeschluss verabschiedet hat.

Während Bürgerinnen und Bürger sowie Wirtschaft europaweit von hohen, inflationstreibenden Preisen bei Strom, Erdgas, Heizöl und Sprit gebeutelt sind, behauptet Präsident Emmanuel Macron einen Ausweg gefunden zu haben: Neue, kleine, angeblich besonders sichere Nuklearreaktoren sollen Frankreich fit für die Zukunft machen. Binnen eines Jahrzehnts sollen sie marktreif entwickelt und in Serie gebaut werden, um CO2-neutrale Energie verlässlich und günstig zu liefern. Das sei die „Neuerfindung“ der Kernenergie tönte der Präsident.

Umgang mit der Klimakrise: Energiepolitik in Europa driftet auseinander

Ganz so neu, wie Macron behauptet, ist die Sache nicht, und dass sie funktionieren wird, ist eher unwahrscheinlich. Trotzdem stellt sein Aufschlag eine Zäsur dar. Sie zeigt, dass Europa in der Energiepolitik eher weiter auseinanderdriftet als zusammenwächst. Paris belässt es nicht nur bei der Ankündigung, sondern steckt eine Milliarde Euro an Entwicklungsförderung in das Projekt. Deutschland hingegen wird, so nicht alles täuscht, auch unter der künftigen Regierung an seinem Atomausstiegskurs festhalten. Damit entstehen zwei konträre Modelle, wie mit der sich zuspitzenden Energie-und Klimakrise umzugehen ist ...

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Trauer um Atomwissenschaftler Khan:

14.10.2021 - Wie der Vater der pakistanischen Atombombe dem Mossad entkam

Abdul Kadir Khan ist tot. Der pakistanische Atomwissenschaftler zählte zu den umstrittensten Wissenschaftlern der Welt. Khan machte Pakistan zur atomaren Macht. Seine Kenntnisse soll er aber auch an Nordkorea, Libyen und Iran weitergegeben haben.

Der als Vater der pakistanischen Atombombe bekannt gewordene Nuklearwissenschaftler Abdul Kadir Khan ist tot. Der 85-Jährige starb nach längerer Krankheit in einem Krankenhaus in Islamabad. Für Pakistaner ist Khan ein Nationalheld, da er dem Land die Atombombe brachte, nachdem Indien mit einem eigenen Atomprogramm begonnen hatte. Pakistans Regierungschef Imran Khan bedauerte auf Twitter den Tod des Wissenschaftlers. Für die Menschen in Pakistan sei er eine nationale Ikone gewesen. Der Premier twitterte: "Er wurde von unserer Nation geliebt, da er entscheidend dazu beigetragen hat, uns zu einem Atomwaffenstaat zu machen."

Von 1972 bis 1976 arbeitete Khan für das Physical Dynamics Research Laboratory (FDO), einen Unterauftragnehmer der niederländischen Urenco-Gruppe, die Zentrifugen zur Urananreicherung baute.

Dort bekam er dank nachlässiger Sicherheitsmaßnahmen Zugang zu den fortschrittlichsten Zentrifugenentwürfen. Khan stahl Dokumente und Daten der Urenco-Gruppe und floh nach Pakistan. Dort enttarnte ihn der niederländische Geheimdienst. In Pakistan überzeugte er den amtierenden Premierminister Zulfikar Ali Bhutto, ein Nuklearprogramm zur Abwehr indischer Nuklearwaffen zu starten ...

 

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13.10.2021 - Bundesnetzagentur verhängt hohe Bußgelder wegen Manipulationen im Energiegroßhandel

Bonn - Im Juni 2019 ist es im deutschen Stromnetz zu einem Beinahe-Blackout gekommen. Nachdem zunächst die Energiewende als Ursache herhalten musste, hat sich in der Folge gezeigt, dass Marktmanipulationen zu der bedrohlichen Situation geführt haben. Nun sollen zwei Unternehmen Bußgelder im sechsstelligen Bereich bezahlen.

Die Bundesnetzagentur (BNetzA) hat wegen Marktmanipulationen am Stromgroßhandelsmarkt Bußgelder gegen den dänischen Energieversorger Energi Danmark A/S und gegen die Optimax Energy GmbH aus Leipzig verhängt. Das Bußgeld für Energi Denmark liegt bei 200.000 Euro, für Optimax Energy bei 175.000 Euro. Die Geldbußen sind noch nicht rechtskräftig. Über mögliche Einsprüche entscheidet das OLG Düsseldorf ...

 

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13.10.2021 - Immer extremer

Rekordregenfälle und vor allem Hitzewellen nehmen weltweit immer weiter zu, zeigt eine neue Studie. Inzwischen werden sogar Hitzeereignisse gemessen, wie es sie vorher praktisch nie gab.

Das Wetter wird extremer, weltweit. Das Jahr 2021, obwohl noch nicht zu Ende, liefert dafür Beispiele genug.

Im Juni trieb eine Hitzeglocke über dem Westen Kanadas und der USA die Temperaturen fast auf 50 Grad hoch und entfachte gigantische Waldbrände.

Kurz darauf verursachte in Deutschland und Belgien das Tiefdruckgebiet "Bernd" eine Flutkatastrophe mit über 200 Toten.

Wieder wenig später kletterten die Thermometer rund ums Mittelmeer auf Werte oberhalb von 40 Grad, auch dort standen große Gebiete in Flammen.

Im September richtete der Hurrikan "Ida" mit Rekord-Regenmassen im Nordosten der USA ein Chaos an.

Der Eindruck, den solche Nachrichten erzeugen, täuscht nicht. Das zeigt eine neue Untersuchung zu Extremwetterereignissen, an der Forscher der Universität Madrid und des Potsdam-Instituts für Klimafolgenforschung (PIK) beteiligt waren.

Die Zahlen sind dramatisch. So hat die Häufigkeit monatlicher Hitzerekorde im letzten Jahrzehnt im Vergleich zur 30-Jahres-Periode von 1951 bis 1980 um das 90-Fache zugenommen ...

 

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13.10.2021 - Wie viel leichter es ist, ein Ökosystem zu ruinieren, als es zu betreiben

Die US-Journalistin Elizabeth Kolbert beschreibt in ihrem neuen Buch „Wir Klimawandler“ die Tragik der Naturzerstörung

Die US-Journalistin Elizabeth Kolbert hat es zu ihrem Lebensthema gemacht, darüber zu berichten, wie wir Menschen Natur und Klima der Erde verändern. In zahlreichen ebenso ausführlichen wie akribisch recherchierten Reportagen für das Magazin “The New Yorker” hat sie in den vergangenen zwanzig Jahren die ökologische Krise beschrieben, die nicht nur für Tier- und Pflanzenarten, sondern vor allem für uns selbst gefährlich ist. Für ihre unermüdliche Berichterstattung hat Kolbert unter anderem den Pulitzerpreis erhalten. Standen ihre Warnungen früher unter dem Verdacht des Alarmismus, so werden sie heute Realität.

Es wäre plausibel gewesen, wenn Kolbert nun in einem Opus magnum die tieferen Probleme hinter Umwelt- oder Naturzerstörung analysieren und von hoher Warte aus Lösungswege für die Umweltkrise aufzeigen würde. Doch in “Wir Klimawandler” bleibt Kolbert dem Profil einer Reporterin treu, die genau beobachtet und beschreibt, aber dem Leser und der Leserin nichts verschreibt.

Das Buch versammelt eine Serie von Reportagen, die auf jeweils eigene Weise die komplizierte neue Beziehung von Mensch und Natur beleuchten. Den roten Faden der Reportagen bildet die naturwissenschaftliche Diagnose, dass wir Menschen die Erde bereits tiefgreifend und langfristig genug verändert haben, um eine neue, nach uns benannte Erdepoche einzuläuten, das Anthropozän ...

 

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13. Oktober 2021 - Strahlender Wahnsinn

Raphaël Schmeller / jungewelt.de

Frankreich setzt auf Atomenergie

Der Möchtegernmonarch Macron hat wieder mal im Alleingang entschieden: Frankreich wird im Kampf gegen den menschengemachten Klimawandel alles auf die Nuklearenergie setzen. Das kündigte der Staatspräsident am Dienstag in einer Rede in Paris an. Bis 2030 soll eine Milliarde Euro in die Produktion neuer, kleinerer Atomkraftwerke investiert werden. Damit baut Frankreich seine Führungsposition in diesem Bereich weiter aus; das Land betreibt bereits 56 Meiler, nur die USA haben mit 95 Reaktoren mehr betriebsfähige Anlagen. Macron begründet nun das Vorhaben mit der »klimafreundlichen Bilanz«. Doch dieses Argument – das auch hierzulande immer wieder ins Spiel gebracht wird – ist völliger Unfug. Berücksichtigt man alle Produktionsschritte inklusive Wiederaufbereitung ist diese Art der Energiegewinnung ein regelrechter Klimakiller.

Rund 65 Jahre nach der Inbetriebnahme der ersten Atomkraftwerke bleibt die Frage der Endlagerung radioaktiver Abfälle ungeklärt. Niemand will das Zeug haben, die Länder schieben es per Castortransport hin und her. Verständlich: Von dem strahlenden Müll gehen viele Gefahren für Mensch und Umwelt aus – und zwar für Hunderttausende Jahre. Es ist mehr als fraglich, ob die Spezialbehälter, in denen der Müll aufbewahrt wird, so lange dicht bleiben. Falls nicht, sind die Möglichkeiten, defekte Behälter zu reparieren, nur sehr unzureichend, wie der Fall »Asse« zeigt. Die Gefahr, dass der Müll mit ­Grundwasser in Kontakt kommt, ist durchaus real. Die Folgen können für Menschen tödlich sein.

Ungeklärt ist zudem auch die Frage, was eigentlich passiert, wenn es wie in Fukushima zu einem GAU kommt. Wenn sich ein solcher Unfall im Kernkraftwerk von Nogent-sur-Seine unweit von Paris ereignen würde, müssten mehr als zwölf Millionen Menschen evakuiert werden. Pläne für so ein Szenario gibt es nicht. Beunruhigend, zumal die Wahrscheinlichkeit eines solchen Unfalls mit der Klimakrise immer weiter zunimmt. Bereits jetzt ist das am Atlantik gelegene Atomkraftwerk Blayais wegen des steigenden Meeresspiegels von Überschwemmungen bedroht. Außerdem: Auch ohne Naturkatastrophen kann es zu einer Kernschmelze kommen, das hat Tschernobyl 1986 bewiesen.

Schließlich ist auch der Atombrennstoff Uran alles andere als nachhaltig. Der Abbau des Rohstoffs zerstört Landschaften und hinterlässt riesige verseuchte Gebiete, die nicht mehr saniert werden können; das frackingähnliche Verfahren vergiftet Grundwasser und Boden. Kontrolliert wird der Abbau von wenigen Konzernen wie dem französischen Areva, der auf dem afrikanischen Kontinent sein Unwesen treibt.

Es ist höchste Zeit, sich von dieser gefährlichen und umweltschädlichen Technologie zu verabschieden. In Deutschland hat man immerhin das nach der Katastrophe von Fukushima 2011 verstanden. Dafür aber auf Kohleenergie zu setzen war der komplett falsche Weg. Sinnvoll ist nur der drastische und konsequente Ausbau der Nutzung erneuerbarer Energieträger.

 

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Hintergrundwissen

 

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reaktorpleite.de

 

Karte der nuklearen Welt:

Paris: MiK hat Macron eingenordet!

Atomlobbys Gesundbeter-Logik ist aber auch wirklich überzeugend:

Wir brauchen Atomöfen, um die Erwärmung der Atmosphäre zu bekämpfen!

Superneue innovative Dampfmaschinen mit ihrem schönen blauen Wasserstoff werden dann sicherlich auch alle unsere globalen Klima- und Wasserprobleme lösen!

 

The English version of this world map:

https://www.google.com/maps/d/viewer?mid=1fCmKdqlqSCNPo3We1TWZexPjgNDQOaLD

 

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Durchsuchen der reaktorpleite.de

mit den Stichworten:

       
  Frankreich Atomlobby  
       

brachte u.a. folgende Ergebnisse:

 

09.03.2021 - Zehn Jahre nach der Atomkatastrophe von Fukushima: Deutsche Umwelthilfe warnt vor Renaissance der Atomkraft unter dem Deckmantel des Klimaschutzes

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Hitzewelle in Frankreich

25.07.2019 - Energiekonzern EDF muss Atomreaktoren abschalten

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03.08.2018 - Frankreich schaltet Atomreaktoren wegen Hitze ab

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17.01.2017 - Atom-Frankreich versucht Blackout abzuwenden

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06.06.2011 - Atomkraftwerke in Frankreich: Bei Hitze und Kälte läuft nichts mehr

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Die Uranstory - Atomlobby / Uranwirtschaft / MiK

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YouTube-Kanal "Reaktorpleite"

 

Bewegte Bilder zu den Themen: Atomkraft, Korruption, MiK, Rüstung, Klima-, Natur- und Umweltschutz ... 

 

ZDF Abenteuer Forschung | Harald Lesch - 08:45

Zur Nutzung der Atomkraft und zur Entsorgung von Atommüll

 

WDR Doku - 43:54

10 Jahre nach Fukushima - War der Atomausstieg richtig?

 

Arte - Kenichi Watanabe - 01:23:55

Unsere schöne nukleare Welt

 

hr - Jürgen Neven-du Mont - 01:06:28

Atomstaub über uns - Gefahren radioaktiver Strahlung (Dokumentation, 1958)

 

Wird in einem neuen Fenster geöffnet! - YouTube-Kanal "Reaktorpleite" Playlist - Radioaktivität weltweit ... - https://www.youtube.com/playlist?list=PLJI6AtdHGth3FZbWsyyMMoIw-mT1Psuc5Playlist - Radioaktivität weltweit ...

In dieser Playlist finden sich über 100 Videos zu den Themen: Atomkraft, MiK, Rüstung, Korruption, Klima-, Natur- und Umweltschutz ...

 

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Ecosia

Diese Suchmaschine pflanzt Bäume!

 

Stichwortsuche: Frankreich Atomkraft

https://www.ecosia.org/search?tt=mzl2&q=Frankreich+Atomkraft

 

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AtomkraftwerkePlag

 

Subventionierung von Atomkraft

Seit 60 Jahren unrentabel - Bau und Betrieb der Atomkraftwerke

Ein beliebtes Argument für die Nutzung der Atomenergie ist, dass diese günstiger sei als andere Arten der Energieerzeugung. Dies entspricht nicht den Tatsachen.

Die Kosten für die Atomenergie werden mit Hilfe von Milliarden schweren Subventionen seit Jahrzehnten künstlich niedrig gehalten. Der Staat leistet direkte Zuschüsse oder gewährt indirekte Vergünstigungen bei Bau und Betrieb der Atomkraftwerke, die der Steuerzahler zu tragen hat. Dies gilt nicht nur für Deutschland, sondern auch global. Atomkraftwerke sind, wie das Deutsche Institut für Wirtschaftsforschung betonte, marktwirtschaftlich nicht lebensfähig und müssen auf verschiedene Weise subventioniert werden.

Schon 1953, so wurde in einem Artikel des "Spiegel" aus dem gleichen Jahr berichtet, war in den USA in Atomanlagen und Laboratorien der Regierung sowie in Elektro- und Chemiekonzernen aus den damaligen Erfahrungen geschlossen worden, "Atomstrom ist nicht konkurrenzfähig" und müsse staatlich gefördert werden ...

 

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Wikipedia

 

Kernenergie in Frankreich

Im September 2011 kündigten die Spitzenkandidaten der (damals) oppositionellen sozialistischen Partei (PS) an, langfristig aus der Kernenergienutzung auszusteigen zu wollen. Im November 2011 wurde bekannt, dass Sozialisten und Grüne bei einem Wahlsieg 2012 24 der 58 Kernreaktoren bis spätestens 2025 vom Netz nehmen wollten. Das Kernkraftwerk Fessenheim solle sofort abgeschaltet werden.

Im Juni 2011 hatten sich bei einer repräsentativen Umfrage des Institut français d’opinion publique 62 % der Franzosen für einen Ausstieg aus der Kernenergie binnen 25 bis 30 Jahren ausgesprochen; weitere 15 % wollten schneller aussteigen.

François Hollande wurde am 6. Mai 2012 zum Präsident Frankreichs gewählt. Er gewann die Stichwahl gegen Amtsinhaber Nicolas Sarkozy.

Bei den Französischen Parlamentswahlen 2012 am 10. und 17. Juni 2012 erhielt die Parti Socialiste eine absolute Mehrheit der Mandate in der Nationalversammlung. Somit waren größere Möglichkeiten gegeben, die Energiepolitik zu ändern; letzten Endes wurde unter Hollande aber kein einziges AKW abgeschaltet ...

 

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Weiter zu: Zeitungsartikel 2021

 

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