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03. August 2020 - Golfregion: Unter Spannung

Artikel von Moritz Baumstieger und Paul-Anton Krüger aus www.sueddeutsche.de

Die Vereinigten Arabischen Emirate nehmen das erste Kernkraftwerk in der arabischen Welt in Betrieb. In der instabilen Region könnte das neue Probleme schaffen.

Der "göttliche Segen" sprang per Mausklick an, ganz so, wie es die Ingenieure geplant hatten. Und so konnte Mohamed bin Zayed, der Kronprinz von Abu Dhabi und De-facto-Herrscher der Vereinigten Arabischen Emirate, am 1. August um 10.23 Uhr Ortszeit verkünden: "Mit Stolz bezeugen wir die Inbetriebnahme des Barakah-Atomkraftwerks". Der "göttliche Segen", so die Übersetzung des Namens des ersten Nuklearreaktors, der je in einem arabischen Land in Betrieb genommen wurde. Nur wenige Tage, nachdem die Emirate erfolgreich eine Marssonde auf den Weg gebracht haben, konnte sich der aufstrebende Staat am Persischen Golf ein weiteres Mal als regionale Vormacht inszenieren. Ein "historischer Erfolg", befand Kronprinz bin Zayed, ein Meilenstein Richtung nachhaltige Entwicklung.

In der Tat lesen sich die Zahlen beeindruckend, die bei dem aus vier Blöcken bestehenden Kraftwerk im Datenblatt stehen: Erst 2012 begann der südkoreanische Staatskonzern Kepco mit den Baumaßnahmen im Osten der Emirate nahe den Grenzen zu Katar und Saudi-Arabien. Doch schon bald sollen die 18,5 Milliarden Euro teuren Reaktoren 5,4 Gigawatt Strom liefern. Genug, um ein Viertel der zehn Millionen Einwohner der Emirate zu versorgen

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28. Juli 2020 - Montage von Fusionsreaktor beginnt

Artikel von Rudolf Balmer aus taz.de

Der Fusionsreaktor in Frankreich geht in seine nächste Bauphase. Die Kritik am größten internationalen Technologievorhaben von 35 Staaten bleibt.

Für das internationale Kernfusionsprojekt Iter beginnt eine neue und entscheidende Etappe. Die wichtigsten Bestandteile sind aus aller Welt an den Standort im südfranzösischen Durance-Tal geschafft worden. Jetzt müssen die Komponenten in den kommenden Monaten zusammengebaut werden. Am Ende soll ein Reaktor entstehen, der aus der Fusion der Wasserstoffisotopen Deuterium und Tritium mehr Energie liefert, als er selbst für die Reaktion benötigt.

Seit Jahrzehnten träumen WissenschaftlerInnen von dieser Art der Energiegewinnung. Iter muss den Beweis liefern, dass es nicht bloß eine überstiegene Illusion ist. Wenn alles plangemäß verläuft, könnte auf dieser Anlage bei Cadarache frühestens ab 2025 Deuterium-Tritium-Plasma gezündet werden. Freilich gab es in der Vergangenheit bereits Verzögerungen im Zeitplan und erheblich mehr Kosten als ursprünglich geplant.

Eigentlich sollten zu Beginn der Montagearbeiten Staatspräsident Emmanuel Macron und verschiedene Staats- und Regierungschefs zugegen sein. An dem bisher größten internationalen Technologievorhaben sind 35 Staaten beteiligt, die der EU, die USA, Russland, China, Indien, Korea, Japan und die Schweiz. Wegen Corona findet die Zeremonie am Dienstag virtuell per Videokonferenz statt.

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23. Juli 2020 - Das neue atomare Wettrüsten - Kurz vor Mitternacht

Artikel von Dagmar Röhrlich aus www.deutschlandfunk.de

Im Februar 2021 wird der „New-Start“-Abrüstungsvertrag auslaufen. Vertrauensbildende Schritte unter allen Atommächten wären wichtig – aber die Regierungen setzen auf militärische Stärke. Selbst einen Cyberangriff unklarer Herkunft könnten sie atomar beantworten. Wissen sie, was sie tun?

Die 1980er-Jahre. Die Zeit der Friedensdemonstrationen. Ob in Bonn, Amsterdam oder New York – überall gingen Hunderttausende Menschen auf die Straße, um gegen die atomare Aufrüstung zu demonstrieren. Mit Erfolg.

„Über 1.500 sowjetische Atomsprengköpfe werden demontiert, und alle bodengestützte Mittelstreckenraketen, eingeschlossen die SS20, werden zerstört. Auf unserer Seite werden sämtliche Pershing-2 und bodengestützte Marschflugkörper mit rund 400 Sprengköpfen zerstört“.

Am 8. Dezember 1987 unterzeichneten US-Präsident Ronald Reagan und der sowjetische Generalsekretär Michail Gorbatschow einen Abrüstungsvertrag. Der INF-Vertrag war der Durchbruch.

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17. Juli 2020 - Europa: Karte zeigt radioaktive Bodenbelastung -

Verteilung von radioaktivem Cäsium und Plutonium aus Kernwaffentests und Tschernobyl

Artikel aus www.scinexx.de

Strahlende Relikte: Eine neue Karte zeigt die radioaktive Belastung der europäischen Böden genauer als je zuvor. Hotspots der Belastung sind damit ebenso zu erkennen wie kaum kontaminierte Stellen. Aus den Werten für radioaktives Cäsium und Plutonium lässt sich zudem erstmals ablesen, aus welchen Quellen diese Radionuklide stammen – ob aus dem Fallout der früheren Atomwaffentests oder vom Atomunfall von Tschernobyl.

Auch wenn die Atomwaffentests der Nachkriegszeit schon mehr als 50 Jahre her sind, ihr über die ganze Welt verteilter Fallout strahlt bis heute. Selbst die Tiefen des Marianengrabens sind kontaminiert. Und auch der Atomunfall von Tschernobyl im April 1986 hat bis heute seine Spuren hinterlassen. Die bei der Explosion freigesetzten Radionuklide kontaminierten nicht nur die Region rund um das Atomkraftwerk, sondern wurden vom Wind bis nach Nordeuropa getragen.

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Kernwaffen

16. Juli 2020 - Warum es immer noch 13.400 Atombomben gibt

Artikel aus www.deutschlandfunk.de

Am 16. Juli 1945 explodierte in der Wüste von Nevada (Trinity - White Sands - New Mexico) die erste Atombombe. Drei Wochen später traf es Hiroshima und Nagasaki. Danach hat niemand mehr gewagt, Atombomben einzusetzen. Und doch gibt es im Jahr 2020 weltweit noch rund 13.400 Atomwaffen - auch in Deutschland. Von Abrüstung und neuem Wettrüsten.

Seit Hiroshima und Nagasaki hat niemand mehr gewagt, Atombomben einzusetzen. Die Wirkung war zu zerstörerisch, zu verheerend die Folgen. Und doch blieb da immer der Wunsch mancher Strategen, diese mächtige Waffe zu nutzen - für einen begrenzten Atomschlag, als Option einer glaubhaften Abschreckung. Weil die Sprengköpfe kleiner werden, die Trägersysteme präziser und die geopolitische Lage sich zuspitzt, könnten solche Ideen durchaus gehört werden. Ein Überblick über die Entwicklung von Atomwaffen, ihre Wirkung, die Logik der neuen atomaren Rüstung und ihre Risiken.

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Suche nach einem Atommüll-Endlager ...

11. Juli 2020 - Endlager-Chef warnt vor AfD-Stimmungsmache im Osten

Artikel aus tagesspiegel.de

Bei der Suche nach einem Endlager für Atommüll wird es im Herbst wieder ernst. Wolfram König bringt Entschädigungen für den späteren Standort ins Spiel.

Der Chef der Atommüll-Endlager-Behörde, Wolfram König, warnt vor einer einseitigen Stimmungsmache der AfD gegen ein mögliches Atommüll-Endlager in Ostdeutschland. „Nicht einzelne Interessengruppen dürfen bestimmen, wo das Endlager errichtet oder nicht errichtet wird, sondern die bestmögliche Sicherheit ist entscheidend“, sagte König dem „Tagesspiegel“ (Sonntag).

„Bei dieser Suche geht es nicht um den Abfall einzelner Bundesländer“, wandte sich König gegen Vorwürfe, westdeutscher Müll solle womöglich im Osten entsorgt werden. „Auch die DDR hat die Atomenergie intensiv genutzt.“

Zwar habe man dort das „Glück“ gehabt, dass der Großteil der Brennelemente in die Sowjetunion exportiert wurde. Aber in Lubmin, im Nordosten Mecklenburg-Vorpommerns, lagerten auch noch Brennelemente aus den dortigen Reaktoren. Und in Ahaus in Nordrhein-Westfalen lagerten Abfälle aus dem sächsischen Rossendorf. „Der Mythos, es handele sich nur um westdeutschen Abfall, ist nicht haltbar.“

König warnte auch die bayerische Landesregierung von Ministerpräsident Markus Söder (CSU), das Verfahren zu torpedieren, der Freistaat argumentiert, seine Granitvorkommen sei ungeeignet für eine Endlagerung.

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Die Atomlobby gibt alles und allen, denn nur die dreistesten Böcke kommen in den Garten ...

06. Juli 2020 - Die Gemeinsame Forschungsstelle wird die Aufnahme der Kernenergie in die Abgabenordnung der EU bewerten

Artikel aus www.world-nuclear-news.org

Foratom, das europäische Handelsgremium für Kernenergie, hat die Entscheidung der Europäischen Kommission begrüßt, ihre Gemeinsame Forschungsstelle (GFS) als die Expertengruppe zu ernennen, die die Kernenergie im Rahmen der Steuerregelung für nachhaltige Finanzen bewerten soll. Die GFS wird ihre Ergebnisse jedoch erst im nächsten Jahr vorlegen, nachdem die entsprechenden Rechtsakte bereits fertiggestellt worden sind.

Die endgültigen Empfehlungen zur EU-Taxonomie der technischen Expertengruppe (TEG), die die Europäische Kommission (EK) in Fragen der nachhaltigen Finanzen berät, wurden am 9. März veröffentlicht. Diese beinhalteten Leitlinien, die Investoren und Unternehmen dabei helfen sollen, ihren Berichtspflichten gegenüber dem Rahmenwerk nachzukommen. Die TEG zur Taxonomie kam zu dem Schluss, dass es klare Beweise dafür gibt, dass die Kernenergie wesentlich zum Klimaschutz beiträgt. Sie kam an diesem Punkt jedoch auch zu dem Schluss, dass "die Beweise für die Kernenergie komplex und in einem taxonomischen Kontext schwieriger zu bewerten sind", was den potenziellen erheblichen Schaden für andere Umweltziele betrifft. Er empfahl, dass umfangreichere technische Arbeiten durchgeführt werden sollten.

Als Reaktion auf diese Empfehlungen wandten sich sieben Versorgungsunternehmen umgehend in einem Schreiben an die EK und drängten sie, eine unabhängige Gruppe von Wissenschaftlern und Experten einzusetzen, um zu beurteilen, ob die Kernenergie eine kohlenstoffarme und nachhaltige Elektrizitätsquelle ist. Ende April schrieb eine Gruppe von mehr als 100 Wissenschaftlern und Umweltschützern unter der Leitung der Technologieplattform für nachhaltige Kernenergie an die EG und forderte eine "rechtzeitige und gerechte Bewertung" der Kernenergie in der EU-Taxonomie

In einem Dokument vom 10. Juni stellte die EK fest, dass die Kernenergie zwar allgemein als kohlenstoffarme Energiequelle anerkannt ist, die Meinungen jedoch vor allem über die potenziellen Umweltauswirkungen von Atommüll auseinander gehen.

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Atomkraft - Nein Danke!

02. Juli 2020 - Frankreichs ältester Atommeiler Fessenheim endgültig vom Netz

Artikel aus www.energiezukunft.eu

Nach einem jahrelangen, grenzüberschreitenden Streit ist Frankreichs ältestes Atomkraftwerk Fessenheim final stillgelegt. Der Rückbau wird noch lange dauern. Umweltschützer fordern nun auch die Abschaltung des maroden AKW Lingen, doch RWE blockiert.

An diesem Montag, eine Stunde vor Mitternacht, war es endlich soweit: Das älteste französische Atomkraftwerk Fessenheim im Elsass ist für immer vom Netz gegangen – nach 43 Betriebsjahren. Deutsche und französische Atomkraftgegner, die seit vielen Jahren oder gar Jahrzehnten gegen die Atomkraft am Oberrhein kämpfen, trafen sich einige Stunden zuvor in Breisach am Rhein und feierten: Es war ein langer Kampf gegen den Energieerzeuger EDF, der das älteste und störanfällige AKW im Elsass betreibt und die französische Politik, die immer wieder die Abschaltung erfolgreich verzögert hatte.

Der Rückbau des AKW wird voraussichtlich um die 20 Jahre dauern. Bevor dieser überhaupt beginnt, werden die Brennelemente noch mindestens drei Jahre in Fessenheim lagern – erst dann sollen sie ins französische La Hague abtransportiert werden. Umweltschützer und Anwohner sind empört – denn bis dahin bestehe weiterhin die Gefahr, dass diese Brennelemente außer Kontrolle geraten könnten – zumal die Abklingbecken in Fessenheim schlecht gesichert seien, kritisieren die AKW-Gegner

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Von Atom zu grün

28. Juni 2020 - Pannen-Akw Fessenheim vor dem Aus: Weg für erneuerbare Energien ist frei

Artikel von Amelie Richter aus www.berliner-zeitung.de

Im Atomkraftwerk am Rhein gehen endgültig die Lichter aus. Die Region soll nun mit einem Innovationspark für erneuerbare Energien eine 180-Grad-Wende machen.

Die letzten Tage eines umstrittenen Atom-Dinosauriers sind angezählt: Frankreichs ältestes noch laufendes Kernkraftwerk im elsässischen Fessenheim wird endgültig stillgelegt. Mehr als 42 Jahre lang produzierte das Akw an der deutsch-französischen Grenze Strom und jede Menge Kontroversen zwischen den Nachbarländern. Kritikern galt das Kraftwerk am Rhein schon seit Jahrzehnten als Sicherheitsrisiko. Das Akw-Ende soll den Startschuss für eine Wiedergeburt Fessenheims als Vorzeigestandort für erneuerbare Energien markieren, mit deutscher Beteiligung.

Am späten Montagabend beginnt nach Betreiber-Angaben die Stilllegung. Der erste Druckwasserreaktor war bereits Ende Februar vom Netz genommen worden. Im an Baden-Württemberg und die Schweiz grenzenden Département Haut-Rhin sind die Erwartungen nach der endgültigen Stilllegung hoch.

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Prozess in Cochem

25. Juni 2020 - Ärztin und Medizinstudentin wegen „Hausfriedensbruch“ auf Bundeswehr-Flugplatz verurteilt

Artikel aus www.ippnw.de

Mit je dreißig Tagessätzen ahndete Amtsrichter Zimmermann gestern in Cochem das Engagement der Ärztin Dr. Brigitte Hornstein und der Medizinstudentin Thuy Linh Pham aus Hannover gegen die auf dem Bundeswehr-Flugplatz Büchel stationierten atomaren Massenvernichtungswaffen. Sie hatten am 30. April 2019 gemeinsam mit fünfzehn weiteren Friedensaktivist*innen in zwei Gruppen eine Aktion Zivilen Ungehorsams auf dem Militärgelände durchgeführt. Während eine Gruppe ein „atomwaffenfreies Picknick“ zwischen zwei Umzäunungen veranstaltete, überwand die zweite Gruppe beide Zäune und hielt eine Mahnwache „Atomwaffenfrei jetzt!“ ab. Das Verfahren gegen einen dritten Beklagten wurde abgetrennt und vertagt. Die beiden Verurteilten legten noch im Gerichtssaal Berufung ein.

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Uranhexafluorid - Transporte von Gronau nach Nowouralsk

19. Juni 2020 - Neue Atommüll-Transporte genehmigt

Artikel von Andreas Wyputta aus www.taz.de

Die Atombrennstofffabrik in Gronau darf auch 2021 Müll in Russland entsorgen. Anti-Atom-Initiativen fordern Exportstopp und rufen zum Protest.

Aus Deutschlands einziger Atombrennstoff­fabrik im münsterländischen Gronau sollen auch 2021 Transporte mit Tausenden Tonnen Atommüll nach Russland gehen. Das geht aus einer Verfügung der niederländischen Behörde für nukleare Sicherheit und Strahlenschutz vom 9. Juni hervor, die der taz vorliegt.

Konkret werden damit bis Juni 2023 insgesamt 20 Sendungen aus der Urananreicherungsanlage (UAA) Gronau und der französischen Wiederaufbereitungsanlage Pierrelatte über das Gebiet der Niederlande genehmigt; die Atommüllexporte werden über den Amsterdamer Hafen abgewickelt. Das zuständige Bundeswirtschaftsministerium wollte „aus Gründen der Wahrung von Betriebs- und Geschäftsgeheimnissen“ zu „Anzahl und Umfang etwaiger Transporte“ keine Stellung nehmen.

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Atommüll

16. Juni 2020 - „Die Regierung sieht tatenlos zu“

Artikel von Joachim Wille aus www.fr.de

Strahlende Reststoffe aus der Uran-Anreicherung hierzulande werden als Reststoffe deklariert nach Russland exportiert. Ein deutsch-russisches Bündnis fordert, diese Praxis zu beenden.

Deutschland ist Vorreiter beim Atomausstieg. Im Jahr 2022 werden die letzten drei der ehemals 19 Reaktoren zur Stromproduktion abgeschaltet. Die Bundesrepublik spielt aber weiterhin eine wichtige Rolle bei der Produktion von Nuklearbrennstoffen, bei der große Mengen Reststoffe anfallen – und diese werden nach Russland exportiert. Ein russisch-deutsches NGO-Bündnis hat nun in einem gemeinsamen Appell Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) und Präsident Wladimir Putin aufgefordert, diese Transporte sofort zu stoppen.

Die strahlenden Reststoffe fallen bei der Anreicherung von Uran bei dem internationalen Atomunternehmen Urenco an, das auch in Deutschland einen Standort betreibt – im westfälischen Gronau. Urenco gehört zu je einem Drittel Großbritannien, den Niederlanden sowie den Stromkonzernen RWE und Eon. Das Gronau-Werk verfügt trotz des Atomausstiegs über eine unbegrenzte Zulassung. Bei der Produktion des in den AKW nutzbaren Brennstoffs entsteht abgereichertes Uran-Hexafluorid (UF6), das von Urenco nicht als Abfall, sondern als Wertstoff deklariert wird und daher nicht unter das im Atomgesetz fixierte Verbot des Nuklearmüll-Exports fällt

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Vorbild für Endlagersuche in Deutschland?

11. Juni 2020 - Finnlands Deponie für die Ewigkeit

Artikel von Dirk Asendorpf aus www.deutschlandfunkkultur.de

Wohin mit dem Atommüll: In Finnland glaubt man, dieses Problem gelöst zu haben. Dort wird an der Ostseeküste das weltweit erste Endlager gebaut. Taugt es als Modell für die Entsorgung anderswo – auch hierzulande? Nicht alle sind davon überzeugt.

"Wir fahren jetzt nach Onkalo hinein, unserem Endlager für verbrauchten Nuklearbrennstoff", erklärt Johanna Hansen. Fast täglich passiert die Geologin das streng gesicherte Tor am Eingang eines vier Kilometer langen Tunnels. Mit zehnprozentigem Gefälle führt er tief hinab in den Granit der finnischen Ostseeinsel Olkiluoto.

"Damit Sie wissen, wo wir sind", sagt sie. "Die Zahl auf den grünen Schildern zeigt uns, wie viele Meter wir schon in den Tunnel hineingefahren sind. Wenn man die Null am Ende weglässt, weiß man auch, wie tief unten man ist."

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06. Juni 2020 - Proteste - Japans widersinnige Atompolitik

Artikel von Martin Fritz aus www.derstandard.de

In Rokkasho soll eine Wiederaufbereitungsanlage für Plutonium in Betrieb gehen. Doch der dazugehörige Brennstoffkreislauf ist längst Fiktion

Japans Atomaufsicht NRA hat der nuklearen Wiederaufbereitungsanlage (WAA) in Rokkasho nach sechsjähriger Prüfung erstmals eine ausreichende Sicherheit attestiert – zumindest vorläufig. Die Anlage erfülle die nach dem Fukushima-Unfall verschärften Sicherheitsauflagen. Der finale Bescheid wird für Juli erwartet. Laut dem Betreiber Japan Nuclear Fuel könnte die Plutoniumfabrik im Herbst 2021 den kommerziellen Betrieb aufnehmen.

Die Ankündigung hat scharfe Proteste ausgelöst. 210 Antiatomkraftgruppen aus ganz Japan unterzeichneten einen Protestbrief an die Atomaufsicht: Die NRA solle die Sicherheitsprüfung beenden, es gebe keinen nachvollziehbaren Grund, das Vorhaben fortzuführen. Das atomkritische Citizen Nuclear Information Center (CNIC) verwies darauf, dass die WAA im Betrieb jährlich zehnmal mehr Tritium in den Pazifik einleiten werde, als derzeit in den 1.000 Wassertanks im AKW Fukushima lagere.

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Aus den Listen der 'IAEA' geht hervor, dass sich der Forschungsreaktor HTTR 30 MW in Oarai seit 2011 im Temporary Shutdown befindet ...

Laut 'World Nuclear Association' hat der HTTR im Januar 2019 innerhalb von 150 Stunden ein paar tausend Liter Wasserstoff produziert.

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03. Juni 2020 - Japanischer gasgekühlter Reaktor für Neustart freigegeben

Artikel aus www.world-nuclear-news.org

Die japanische Atomenergiebehörde (JAEA) hat heute von der Atomaufsichtsbehörde (NRA) die Erlaubnis erhalten, Änderungen an der Reaktorinstallation des Hochtemperatur-Testreaktors (HTTR) in Übereinstimmung mit den überarbeiteten Sicherheitsanforderungen vorzunehmen. Dies ist das erste Mal, dass eine Wiederanlaufgenehmigung für einen japanischen gasgekühlten Reaktor erteilt wurde.

Der HTTR - in Oarai, Präfektur Ibaraki - ist ein kleiner Prototyp eines gasgekühlten Reaktors. Der 30-MWt-graphitmoderierte Heliumgas-gekühlte Reaktor erreichte seine erste Kritikalität im November 1998. Die JAEA plant den Bau eines mit dem HTTR verbundenen Wasserstoffproduktionssystems, das seit Februar 2011 stillgelegt ist, als es für geplante Inspektionen vom Netz genommen wurde.

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29. Mai 2020 - Tschechischer Staat bietet an, 70% der Kosten von Dukovany zu übernehmen

Artikel aus www.world-nuclear-news.org

Der tschechische Premierminister Andrej Babiš sagte gestern vor Reportern in Prag, dass die Regierung ČEZ ein Darlehen zur Verfügung stellen wird, um 70% der Kosten für den Bau eines neuen Blocks im Kernkraftwerk Dukovany zu decken, wobei der mehrheitlich staatliche Versorger die restlichen 30% finanziert. Die Projektkosten werden auf etwa 6,0 Milliarden EUR (6,7 Milliarden USD) geschätzt, sagte ČEZ CEO Daniel Beneš der Nachrichtenagentur ČTK im Anschluss an die Pressekonferenz.

Der stellvertretende Premierminister und Minister für Industrie und Transport Karel Havlíček sagte, dass zwei von drei Abkommen zwischen der Regierung und ČEZ über den Bau einer 1200-MW-Anlage bis Ende Juni unterzeichnet werden.

"Eine Woche vor der Regierungssitzung werde ich alle Vorsitzenden der politischen Parteien, die in der Kammer vertreten sind, einladen, sich mit den Vereinbarungen vertraut zu machen", sagte er und fügte hinzu, dass der Bau der Anlage ein langfristiges Projekt sei, das daher von der gegenwärtigen Regierung nicht umgesetzt würde.

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25. Mai 2020 - «Die Gefahr eines Atomkrieges ist so gross wie im Kalten Krieg»

Artikel aus www.infosperber.ch

Das gegenseitige Aufrüsten in der Hoffnung, in einem Konflikt die A-Bombe zuerst einzusetzen, ist «Wahnsinn», sagt Daniel Ellsberg. 

Red. Nachdem er als Whistleblower der «Pentagon Papiere» die Vietnam-Lügen Präsident Lyndon Johnsons aufgedeckt hatte, macht sich Daniel Ellsberg, 89, seit Jahrzehnten für den Frieden stark. Im folgenden Beitrag geht er auf den «Wahnsinn» der nuklearen Aufrüstung ein.

Die Aufrüstung mit atombestückten Interkontinentalraketen ICBM (Intercontinental Ballistic Missiles) sind ein Wahnsinn. Denn ein Atomkrieg hätte einen nuklearen Winter zur Folge, der Feind und Freund gleichermassen trifft.

Es würde in den USA nicht aufgerüstet, wenn dem militärisch-industriellen Komplex nicht satte Profite locken würden. Wenn damit keine Gewinne gemacht werden könnten, hätten wir keine ICBMs.

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Rückbau wird Milliarden kosten

18. Mai 2020 - Norwegischer Reaktorabbau kostet fast 2 Milliarden USD

Artikel aus www.world-nuclear-news.org

Die Demontage der stillgelegten norwegischen Forschungsreaktoren in Halden und Kjeller wird rund 20 Milliarden Norwegische Kronen (1,96 Milliarden USD) kosten und 20-25 Jahre dauern, so ein vom Ministerium für Handel und Industrie in Auftrag gegebener Bericht.

Der Bericht von Atkins und Oslo Economics bestätigt hauptsächlich Bewertungen des Institute for Energy Technology (IFE) und der Risikomanagement- und Qualitätssicherungsberater DNV GL aus dem Jahr 2019. Er schätzt, dass der Abriss von Anlagen und die Wiederherstellung der Gebiete rund 7 Milliarden NOK kosten wird. Hinzu kommen Kosten in Höhe von rund 13 Milliarden NOK für die Behandlung von verbrauchtem Brennstoff und die Lagerung radioaktiver Abfälle. Sie stellt jedoch fest, dass hinsichtlich dieser Kosten "erhebliche Unsicherheit" besteht.

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AKW Mühleberg hinterlässt keine Lücke

11. Mai 2020 - Das Atomwunder von Bern

Artikel von Yves Demuth aus www.beobachter.ch

Dem Berner Stromkonzern BKW fehlen drei Milliarden Kilowattstunden Strom aus dem AKW Mühleberg. Er scheint sie nicht zu vermissen.

Die Aussage erstaunt selbst Fachleute. Obwohl der Berner Stromkonzern BKW sein Atomkraftwerk Mühleberg für immer stillgelegt hat, erklärt er: «Es muss kein zusätzlicher Strom beschafft werden.» Weder im Winter noch im Sommer. Weder aus dem Ausland noch aus dem Inland.

Die drei Milliarden Kilowattstunden aus Mühleberg fehlen der BKW dieses Jahr plötzlich nicht mehr. Das ist genug Strom für mindestens eine halbe Million Haushalte. Man habe 2020 auch ohne Atomkraftwerk genügend eigene Energie für die 360'000 Haushaltskunden in der Grundversorgung sowie die Grosskundinnen im freien Markt, sagt eine Konzernsprecherin.

47 Jahre lang hat die BKW an der Aareschlaufe bei Mühleberg Atomstrom produziert. Mehrere Volksabstimmungen gegen das AKW haben die BKW und ihre Mitstreiter gewonnen. Mit Warnungen vor einer drohenden «Stromlücke», vor importiertem «Dreckstrom» aus ausländischen Kohlekraftwerken und vor einer ungenügenden Versorgungssicherheit in der Region Bern.

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05. Mai 2020 - Ukraine: Energoatom plant 60 Jahre Betrieb für alle Kernkraftwerke

Artikel aus www.nuklearforum.ch

Die Ukraine plant, die Laufzeit all ihrer Kernkraftwerkseinheiten auf 60 Jahre zu verlängern. Dies sagte die staatliche Nuklearbetreiberin NNEGC Energoatom gegenüber der internationalen Kernenergie-Nachrichtenagentur NucNet. 

Wenn kein Entscheid getroffen wird, die Laufzeit der Kernkraftwerkseinheiten in der Ukraine zu verlängern, so könnten laut Energoatom nach 2040 nur noch vier kommerzielle Blöcke am Netz bleiben. Dies wären Rowne-4 und Saporoschje-6 sowie Chmelnizki-3 und -4, die noch in Bau sind. Bei gegenwärtig elf Einheiten ist eine Betriebsbewilligung bereits von 40 auf 50 Jahre verlängert worden.

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30. April 2020 - Entergy schliesst den Reaktor Indian Point 2

Artikel aus www.world-nuclear-news.org

Block 2 des Entergy-Kernkraftwerks Indian Point wird heute nach mehr als 45 Jahren Betrieb zum letzten Mal abgeschaltet. Block 3, der verbleibende Betriebsteil am Standort im Bundesstaat New York, soll im nächsten Jahr um diese Zeit endgültig abgeschaltet werden.

"In den letzten 45 Jahren haben Tausende von engagierten Fachleuten Block 2 am Indian Point betrieben - sicher, geschützt und zuverlässig", sagte Chris Bakken, Chief Nuclear Officer von Entergy. "Wir schulden jedem von ihnen unseren Dank für die gut gemachte Arbeit und für ihr Engagement für höchste Professionalität.

Die aus zwei Einheiten bestehende Anlage befindet sich im Südosten des Bundesstaates New York, 39 Kilometer (24 Meilen) von New York City entfernt. Block 2 - ein Druckwasserreaktor (DWR) mit einer Nettoerzeugungskapazität von 998 MWe - nahm im August 1974 den kommerziellen Betrieb auf, und Block 3 - ein DWR mit 1030 MWe (netto) - zwei Jahre später.

Der Plan, die Reaktoren abzuschalten, wurde von Entergy 2017 angekündigt und beruht auf einem Vergleichsabkommen mit dem Staat New York. Dies sei das Ergebnis einer Reihe von Faktoren, darunter anhaltend niedrige aktuelle und prognostizierte Großhandelspreise für Energie, die die Einnahmen schmälerten, teilte das Unternehmen gestern mit. Die Vereinbarung beinhaltete eine Bestimmung, dass im Falle einer Notfallsituation, die die Stromerzeugung beeinträchtigt, der Staat zustimmen kann, den Betrieb des Kraftwerks für bis zu fünf weitere Jahre zu erlauben. Indian Point 2 ist derzeit für den Betrieb bis 2024 und Block 3 bis 2025 lizenziert.

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27. April 2020 - Finnlands Atom-Baustelle Olkiluoto - Symbol für den Niedergang von Europas Nuklearindustrie

Artikel von Dirk Asendorpf aus www.deutschlandfunk.de

An der Westküste Finnlands sollte 2012 ein neuer Kernreaktor in Betrieb gehen - doch Strom erzeugt er bis heute nicht. Schuld daran sind nicht etwa Proteste von Anwohnern, sondern technische Probleme und Pannen. Ein Projekt, mit dem die größten Reaktorbauer Europas ihre Kompetenz demonstrieren wollten, ist zum Milliardengrab geworden.

Noch ähnelt das Atomkraftwerk eher einem Ameisenhaufen als einer Hochsicherheitszone. Dutzende Arbeiter in gelben Hosen und weißen Kitteln eilen durch die Gänge, erledigen letzte Schweißarbeiten, führen Tests durch, lassen Türen knallen. Hinter einem meterdicken Stahltor wartet bereits der nukleare Treibstoff auf seinen Einsatz: 120 Tonnen Uranoxid-Brennstäbe, per LKW angeliefert aus Lingen im Emsland.

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24. April 2020 - Tschernobyl brennt

Presseerklärung www.ippnw.de

34 Jahre nach dem Super-GAU

An diesem Sonntag, den 26. April, jährt sich der Super-GAU von Tschernobyl zum 34. Mal. Seit nunmehr drei Wochen, lodern nur wenige Kilometer entfernt von den Reaktorgebäuden schwere Waldbrände. Die IPPNW fordert anlässlich des Jahrestages der Atomkatastrophe den baldmöglichsten Ausstieg aus der Atomenergie in Deutschland und eine weltweite Energiewende. Der Kinderarzt und Co-Vorsitzende der IPPNW Deutschland, Dr. Alex Rosen blickt mit Sorge auf die aktuelle Lage: "Wir gedenken in diesen Tagen rund um den Tschernobyl-Jahrestag der vielen Millionen Opfer der größten Atomkatastrophe der Menschheitsgeschichte. Gleichzeitig sind unsere Gedanken bei den Helferinnen und Helfern, die aktuell in der Sperrzone von Tschernobyl versuchen, die Waldbrände unter Kontrolle zu bringen und den Menschen in der Ukraine, die befürchten müssen, dass ihr Land erneut von den radioaktiven Hinterlassenschaften der Atomindustrie überzogen wird.

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21. April 2020 - Aufrüstung - Atombomber im Anflug

Artikel von Michael Merz aus www.jungewelt.de

»Nukleare Teilhabe«: Kramp-Karrenbauer (CDU) kündigt Milliardenspritze für US-Rüstungskonzern an. SPD hält still. Friedensaktivisten entsetzt

Im Schatten der Coronakrise treibt Verteidigungsministerin Annegret Kramp-Karrenbauer (CDU) die Aufrüstung der Bundeswehr mit neuen Kampfjets, die teilweise Atombomben transportieren können, voran. Wie die Agentur Reuters am Montag aus dem Ministerium erfahren haben will, ist die Beschaffung von bis zu 45 »F-18«-Jets des US-Herstellers Boeing und 93 »Eurofighter«-Kampfflugzeugen geplant. Sie sollen bisher von der Luftwaffe verwendete »Tornados«, die als veraltet gelten, ersetzen. Bereits am Sonntag hatte Spiegel online berichtet, Kramp-Karrenbauer habe in einer E-Mail an ihren US-Amtskollegen Mark Esper die Absicht zum Kauf von 30 F-18-Maschinen vom Typ »Super Hornet«, die mit auf dem Fliegerhorst Büchel lagernden US-Atombomben beladen werden können, und 15 F-18-Jets vom Typ »Growler« zur elektronischen Kriegführung bekundet.

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16. April 2020 - EDF senkt jährliche Produktionsprognose auf 300 TWh

Artikel aus www.world-nuclear-news.org

Die EDF schätzt, dass die Coronavirus-Pandemie ihre jährliche nukleare Leistung in Frankreich in diesem Jahr auf etwa 300 Terawattstunden und in den Jahren 2021 und 2022 auf 330-360 TWh pro Jahr reduzieren wird. Diese Schätzung ist niedriger als die ursprüngliche Erwartung von 375-390 TWh vor dem Ausbruch der Pandemie.

EDF hat die Ausfälle von drei Kernreaktoren, darunter die Blöcke 1 und 2 in Flamanville, um fünf Monate bis Ende Oktober verlängert, berichtete Reuters heute. Die Reaktoren sind seit September bzw. Januar 2019 wegen Wartungsarbeiten abgeschaltet und sollten die Produktion Ende Mai wieder aufnehmen.

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10. April 2020 - Suche nach Atommüll-Endlager - Macht Corona ein Moratorium nötig?

Artikel von Reimar Paul aus taz.de

Umweltschützer drängen auf eine Verschiebung des Fahrplans, um die Beteiligung von Bürger!nnen sicherzustellen. Die Behörden sind dagegen.

Kommt wegen der Corona-Krise der Zeitplan für die Suche nach einem Atommüll-Endlager ins Wanken? Umweltorganisationen und Linkspartei verlangen ein Moratorium. Durch die Pandemie hätten für das Suchverfahren wichtige rechtliche Vereinbarungen wie das Geologiedatengesetz nicht verabschiedet werden können, erklärt der Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland (BUND). Auch eine breite Öffentlichkeitsbeteiligung sei durch die Kontaktsperre zurzeit nicht möglich.

Für das Suchverfahren seien Transparenz und wirksame Beteiligung unumgänglich, argumentieren die Umweltschützer!nnen. Die Corona-Krise dürfe kein Anlass sein, die notwendige Transparenz und Öffentlichkeitsbeteiligung in der Atommülllager-Suche zu konterkarieren. Ein Moratorium sei daher „dringend geboten“.

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06. April.2020 - Atommüll rollt durch NRW

Artikel von Sebastian Weiermann aus www.neues-deutschland.de

Anti-Atom-Initiativen aus dem Münsterland haben in Gronau und Münster Protestmahnwachen veranstaltet

Kurz nach 11 Uhr hat am Montag ein mit Uranabfall voll beladener Zug, die Urananreicherungsanlage im westfälischen Gronau verlassen. Durch das Münsterland, das dicht besiedelte Ruhrgebiet und einmal quer durch die Niederlande soll der Atomzug nach Amsterdam fahren. Dort wird er auf ein Schiff verladen. Ziel der deutschen Uranabfälle ist Nowouralsk. Der russische Energiekonzern unterhält dort eine Atomfabrik, in der das hochgiftige Uranhexafluorid weiterverarbeitet werden soll. Umweltschützer bezweifeln das seit Jahren und sprechen von einer »Atommüllkippe«.

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03. April 2020 - Wieder soll Atommüll rollen

Am Montag den 6. April: Neuer Uranmülltransport von Gronau nach Nowouralsk

Nach Informationen der regionalen Anti-Atomkraft-Initiativen, der Bundesverband Bürgerinitiativen Umweltschutz (BBU) und die Ärzteorganisation IPPNW bereitet der Gronauer Urananreicherer Urenco für kommenden Montag, 6. April, intensiv einen zweiten Anlauf für einen neuen Uranmülltransport von der Urananreicherungsanlage im westfälischen Gronau zur russischen Atomfabrik Novouralsk plant. Das russische Transportschiff Mikhail Dudin befindet sich nunmehr auf dem Weg zum Transporthafen Amsterdam, wo es am Montag eintreffen soll.

Unterdessen formiert sich immer breiterer Protest gegen den Urantransport. So forderte der für die Gefahrenabwehr in der Stadt Münster zuständige Ordnungsdezernent, Wolfgang Heuer, den Urenco-Konzern am gestrigen Donnerstag schriftlich auf, den Atommülltransport abzusagen.

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Update vom 05.04.2020

Nach Klage vor Verwaltungsgericht Münster:

- Stadt Münster genehmigt Protest gegen Urantransport

"Urencos Verhalten in Corona-Zeiten ist verantwortungslos"

- Uranmülltransport Gronau-Russland Montag früh erwartet

Am morgigen Montag wird es nun doch zu Protestversammlungen gegen den bevorstehenden Uranmülltransport von der westfälischen Urananreicherungsanlage Gronau zur russischen Atomfabrik Novouralsk kommen. Nachdem Atomkraftgegner in Münster vor dem Verwaltungsgericht Münster eine Klage gegen ein pauschales Versammlungsverbot eingereicht hatten, kam es zu Gesprächen unter den Verfahrensbeteiligten. Im Ergebnis bestätigte die Stadt Münster nunmehr die Anmeldung für eine Mahnwache am morgigen Montag, ab 11 Uhr in Höhe des Güterbahnhofs auf dem Alfred-Krupp-Weg / Ecke Roddestraße. Die Versammlungsteilnehmer müssen dabei Mundschutz tragen und 1,50 m Abstand voneinander halten.

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April, April 2020 - Demokratie auf der Intensivstation

Besuchsverbot – In Zeiten der Angst müssen wir alle leider draußen äh, drinnen bleiben

Corona räumt den Weg frei für bisher unverkäufliche Staubfänger und Ladenhüter aus den endlos langen Regalen und tiefsten Bunkern politischer Ideen. Nun sind sie alle wieder da und werden direkt an der Kasse feilgeboten, wo sonst nur Zigaretten Raucher, Alkohol Trinker und Süssigkeiten Kinder anmachen. Gleichzeitig läuft eine Riesen-Dauerwerbesendung auf allen Kanälen.

Unser Gesundheitsminister Jens Spam geht besonders forsch ran!
Er sorgt mit links für Toilettenpapier, Schutzkleidung, Masken und Corona-Tests an jeder Straßenecke. Multitasking par excellence, ein richtiger Macher. So ganz nebenbei kümmert er sich auch noch intensiv um seine Vorgängerin in Spee und kocht sogar ein feines Süppchen für die Arme.

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27.03.2020 - Atommüll: Erste Rückholpläne für die Asse-Fässer

Artikel aus www.ndr.de

Der Betreiber des Atommüll-Lagers Asse hat am Freitag auf 146 Seiten seinen Plan für die Rückholung der unterirdisch eingelagerten Müllfässer vorgestellt. Die sogenannte Skizze beschreibt technische Einzelheiten wie unterirdische Schächte, ein Rückhol-Bergwerk mit Kammern, um den Atommüll in den Fässern zu bergen. Für Diskussionen sorgt das oberirdische Zwischenlager für den Müll. Der Betreiber Bundesgesellschaft für Endlagerung (BGE) hat dafür einen Standort in der Nähe der Asse vorgeschlagen. Für die Bürgerinitiative "Aufpassen" stellt dies einen Wortbruch dar: Es würden beim Standort Pflöcke eingerammt, so Sprecherin Heike Wiegel. Mit ergebnisoffener Standortsuche habe dies nichts zu tun.

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23.03.2020 - Atomkraft: Kärnten sorgt sich nach Erdbeben in Kroatien um AKW Krško

Artikel von Andreas Wilkens aus www.heise.de

Das Erdbeben in Kroatien nimmt die Kärtner Landesregierung zum Anlass, erneut die Abschaltung eines benachbarten Atomkraftwerks zu fordern.

Das Erdbeben in der Nähe der kroatischen Hauptstadt Zagreb am vergangenen Wochenende hat die Sorgen in Österreich um die Sicherheit eines benachbarten Atomkraftwerks bestärkt. Das Beben sei auch im slowenischen Krško deutlich spürbar gewesen, schreibt die Regierung des österreichischen Bundeslands Kärnten. In Krsko wird seit 37 Jahren ein Atomkraftwerk kommerziell betrieben.

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14. März 2020 - CDU-Vorsitz-Kandidat Friedrich Merz: Seine nuklearen Träume

Artikel von Berhard Pötter aus taz.de

Als Antwort auf die Klimakrise empfiehlt Friedrich Merz den „Dual-Fluid-Reaktor“. Dessen größte Fans sind die AfD und Klimawandel-Leugner.

Für Friedrich Merz sind „Ökologie und Klimakrise“ sehr wichtig, wie er beteuert. „Aus meiner Sicht ist es derzeit, unter der Ebene von Krieg und Frieden, das politische Thema Nummer eins“, sagte der CDU-Politiker Anfang März im Spiegel. Den „Herausforderungen des Klimawandels können wir nur mit modernster und neuester Technologie begegnen“.

Der Kandidat für CDU-Vorsitz und Kanzleramt hat eine ganz eigene Idee mit „ganz neuen Chancen“, wie er sagt. „Es gibt in Berlin am Institut für Festkörper-Kernphysik zum Beispiel die Entwicklung eines sogenannten Dual-Fluid-Reaktors, der sogar in der Lage wäre, abgebrannte Brennstäbe wiederzuverwenden.“

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10. März 2020 - IAEO kündigt Unterstützung der Anstrengungen zur Bekämpfung von COVID-19 an

Artikel aus www.world-nuclear-news.org

Übersetzt mit www.DeepL.com/Translator (kostenlose Version)

Die Internationale Atomenergie-Organisation (IAEO) wird Diagnose-Kits, Ausrüstung und Ausbildung in nuklearen Nachweismethoden für Länder bereitstellen, die um Unterstützung bei der Bekämpfung der weltweiten Verbreitung des neuartigen Coronavirus bitten, das COVID-19 verursacht. Vierzehn Länder in Afrika, Asien, Lateinamerika und der Karibik haben um Unterstützung bei der Diagnosetechnik, bekannt als Real-Time Reverse Transcription Polymerase Chain Reaction (RT-PCR), gebeten. "Die Agentur ist stolz auf ihre Fähigkeit, schnell auf Krisen zu reagieren, wie wir es in der jüngsten Vergangenheit mit den Viren Ebola, Zika und Afrikanische Schweinepest getan haben", sagte IAEO-Generaldirektor Mariano Grossi in einer Erklärung vor dem IAEO-Gouverneursrat. "Der Beitrag zu den internationalen Bemühungen im Umgang mit dem Coronavirus wird für mich eine Priorität bleiben, solange der Ausbruch andauert.

Die RT-PCR ist eine aus dem Nuklearbereich abgeleitete Analysetechnik, mit deren Hilfe das neuartige Coronavirus innerhalb von Stunden genau nachgewiesen und identifiziert werden kann.

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Müllionen-Investition auf dem ehemaligen AKW-Gelände in Würgassen 

06. März 2020 - Sammellager für Atom-Müll geplant

Artikel von Marius Thöne aus www.westfalen-blatt.de

Die bundeseigene Gesellschaft für Zwischenlagerung (BGZ) will am Standort des ehemaligen Kernkraftwerkes in Beverungen-Würgassen (Kreis Höxter) mehrere hundert Millionen Euro investieren. Nach Informationen dieser Zeitung ist dort eine Art Logistikzentrum für schwach- und mittelradioaktive Abfälle geplant. 100 neue Arbeitsplätze sollen entstehen. 2027 soll das Umschlaglager fertiggestellt sein.

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28. Feb. 2020 - Castor-Transporte: Hochradioaktiver Müll kommt nach Biblis

Artikel von Oliver Pietschmann aus www.heise.de

In Großbritannien aufgearbeitete Brennelemente sollen am ehemaligen Atomkraftwerk Biblis in Hessen gelagert werden. Widerstand formiert sich.

Angekettete Aktivisten, Straßenblockaden, blockierte Gleise und ein Großaufgebot der Polizei: Castortransporte sind für die Sicherheitsbehörden in Deutschland immer eine besondere Herausforderung. Der nächste Transport solcher Behälter mit hochradioaktiven Müll könnte unmittelbar bevorstehen. Für sechs Castoren aus der atomaren Wiederaufarbeitungsanlage im britischen Sellafield in das Zwischenlager im südhessischen Biblis gibt es ab dem 1. März eine Transportgenehmigung.

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25. Feb. 2020 - Eine Untersuchung ergab, dass rumänisches Rettungsdarlehen gegen EU-Regeln verstieß

Artikel aus www.world-nuclear-news.org

Rumänien muss rund 13 Millionen EUR (14 Millionen USD) an Rettungsmitteln vom Uranunternehmen Compania Națională a Uraniului SA (CNU) zurückfordern, nachdem die Europäische Kommission festgestellt hat, dass ein Umstrukturierungsplan für das Unternehmen nicht den EU-Vorschriften für staatliche Beihilfen entspricht.

Die CNU, die sich vollständig in Staatsbesitz befindet, betreibt ein Bergwerk in Crucea-Botusana im Kreis Suceava im Nordosten Rumäniens und eine Verarbeitungs- und Veredelungsanlage in Feldioara in der Zentralregion. Seit dem Verlust seines Hauptkunden, des rumänischen Atomenergieproduzenten Societatea Nationala Nuclearelectrica (SNN), befindet es sich in finanziellen Schwierigkeiten, so die EU. Im Jahr 2017 meldete Rumänien bei der Europäische Kommission einen Plan zur Umstrukturierung von CNU an, der etwa 93 Millionen Euro an öffentlicher Unterstützung vorsieht. Dies folgte auf das "dringende" Rettungsdarlehen in Höhe von 13 Millionen EUR, das im September 2016 von der EU vorübergehend genehmigt wurde, die zwei Jahre später eine Untersuchung einleitete, um zu beurteilen, ob die Vorschriften für staatliche Beihilfen eingehalten wurden ...

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20. Feb. 2020 - Atomausstieg - Das Ende von Fessenheim

Artikel von Stefan Brändle aus www.fr.de

Nach jahrelangen Protesten wird das dienstälteste französische Atomkraftwerk stillgelegt. Das bedeutet allerdings nicht den Ausstieg Frankreichs aus der Kernkraft.

Am kommenden Samstag, um genau 2.30 Uhr in der Früh, stoppt Electricité de France (EDF) am Rheinufer den ersten von zwei 900-Megawatt-Meilern, den N.1. In vier Monaten, am 30. Juni, folgt der Reaktor N.2, wie die französische Regierung am Mittwoch in einem Dekret angekündigt hat. Dann wird das dienstälteste von 58 französischen Atomkraftwerken (AKW) keinen Strom mehr produzieren.

Endlich!, meinen die AKW-Gegner auf beiden Seiten des Rheins. Warum bloß?, fragen dagegen viele Einwohner des Dorfes Fessenheim. Der Schließungsentscheid war hochpolitisch – wegweisend und historisch für die einen, unsinnig und klimaschädlich für die anderen. Tatsache ist: Das 1977 ans Netz gegangene AKW liegt in einer Erdbebenzone, die im Mittelalter schon einmal die 34 Kilometer entfernte Stadt Basel heimgesucht hatte. Und es liegt unterhalb der Wasserlinie des Rheinkanals, also in einem Überschwemmungsgebiet. Vor allem auf deutscher und schweizerischer Seite war die Angst groß vor einem Super-GAU ...

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16. Feb. 2020 - Belgiens AKW sind unterversichert - Der atomare Haftungs-GAU

Artikel von aus taz.de

Belgien findet für seine Pannenmeiler Doel und Tihange keine neue Versicherung. Das beträfe auch Ansprüche aus Deutschlands grenznahen Regionen.

Versicherungen sind in einer Welt wachsender Risiken ein wichtiges Fundament des Handelns – und sie sind umso wichtiger, je größer das mögliche Risiko ist. Bestes Beispiel ist die Haftpflichtversicherung sowohl für Privatleute als auch für die Industrie. Das potenziell größte Desaster könnte ein Atomkraftwerk anrichten. Wer haftet dann? Wer zahlt?

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12. Feb. 2020 - Gericht verbietet neues Atommüll-Zwischenlager in Hanau

Artikel von aus www.hessenschau.de

Das "Atomdorf Hanau" war berühmt-berüchtigtes Kerngebiet von Nukem, Alkem, Siemens und Co. Im Kampf gegen die Wiederbelebung als Atommüll-Standort verbucht die Stadt einen juristischen Erfolg.

Im Streit um ein neues atomares Zwischenlager im Hanauer Stadtteil Wolfgang hat der Hessische Verwaltungsgerichtshof in Kassel der Stadt Recht gegeben. Er hat dem seit vielen Jahren laufenden Versuch des Unternehmens Daher Nuclear Technologies (DNT) eine Absage erteilt, ein neues Zwischenlager für schwach radioaktives Material einzurichten.

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12. Feb. 2020 bei FUgE - Atommülltransporte aus Gronau über Hamm nach Rußland

Der Ko-Vorsitzende Vladimir Slivyak von Ecodefense in Rußland informiert in Hamm!

Am Mittwoch dem 12. Februar 2020 um 20 Uhr 

Forum für Umwelt und gerechte Entwicklung
(FUgE)
Oststraße 13, 1. Etage
59065 Hamm
Veranstalter: BI Umweltschutz Hamm
Der Eintritt ist frei.

Seit Herbst 2019 finden wieder regelmäßig Atommülltransporte von der Uran-Anreicherungs-Anlage (UAA) Gronau über Hamm nach Russland statt. Diese Uranzüge transportieren etwa 600 t radioaktives und hochgiftiges Uranhexafluorid (UF6), das in Russland in der Atomanlage Novouralsk bei Jekaterinburg als Atommüll verbleiben soll.

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03. Feb. 2020 - Wachsam bleiben

Artikel von Reimar Paul aus www.neues-deutschland.de

Reimar Paul über Vorstöße, die Atomenergie wiederzubeleben

Der Widerstand gegen Atomanlagen hatte zuletzt nicht gerade Hochkonjunktur, es fehlte an symbolträchtigen Ansatzpunkten. Doch nun soll wieder hochradioaktiver Atommüll nach Deutschland gekarrt werden. Auch wenn sie nicht ins Wendland, sondern zu Zwischenlagern an den AKW-Standorten rollen: Das Stichwort Castor-Transporte mobilisiert Anti-AKW-Bewegte immer noch.

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29. Jan. 2020 - Klimawandel - Sowjetischer Atommüll: eine tickende Zeitbombe in der Arktis

Artikel von Laura Krugenberg aus www.mdr.de

Russland will die Öl- und Gasvorkommen im Arktischen Meer anzapfen. Doch auf dem Meeresgrund liegen Tausende Tonnen Atommüll aus Sowjetzeiten. Das macht die Förderung zu einem hohen Risiko. Umweltschützer schlagen Alarm.

Wenn das Eis schmilzt

Was anderen große Sorge bereitet, spielt Russland wirtschaftlich in die Hände: Der Klimawandel bringt das arktische Eis rasant zum Schmelzen und russische Ölfirmen werfen bereits begehrliche Blicke in Richtung Norden. Denn in der Arktis schlummern noch immer große Reserven bislang unangetasteter fossiler Rohstoffe.

Ende Dezember 2019 unterschrieb die russische Regierung den neuen Arktisplan, durch den die militärische und wirtschaftliche Erschließung der Region vorangetrieben werden soll. Das kostet viel Geld. Denn die Förderung von Öl ist nicht nur wegen der klimatischen Bedingungen ein kostenintensives und schwieriges Unterfangen. Auf dem Meeresboden liegen auch Tausende Tonnen versenkten Atommülls. Die Ortung und Entsorgung des radioaktiven Abfalls ist aufwendig und kostet Unsummen. Einige der besonders gefährlichen Objekte sollten eigentlich bis 2020 gehoben werden. Doch die Bergungen verzögern sich und das Risiko steigt, denn das Salzwasser nagt an den Schutzhüllen. Radioaktives Material droht auszutreten.

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27. Jan. 2020 -Tickende Zeitbomben - Atommüllfässer korrodieren schneller als gedacht

Artikel von Tanja Traxler aus www.derstandard.de

Reaktionen zwischen radioaktivem Material und Stahlfässern machen die Lagerungsmethoden für Atommüll weniger langlebig als bisher angenommen

Keine andere Spezies hinterlässt auf dem Planeten derart viel Müll wie der Mensch. Der Great Pacific Garbage Patch – eine Ansammlung von Plastikmüll im Pazifik – ist bereits vom All aus sichtbar. Doch kein Abfall hat derart schwerwiegende langfristige Folgen für das Ökosystem wie Atommüll. Plutonium, das etwa in Nuklearwaffen eingesetzt wird, stellt auch noch in hunderttausenden Jahren eine radioaktive Gefahr für Flora und Fauna dar.

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21. Jan. 2020 - Strom- und Ölpreise: Wir lassen uns von der Umwelt subventionieren

Artikel von Ralf Volke aus www.rnd.de

  • Es scheint, als gäbe es im Bewusstsein vieler Verbraucher so etwas wie ein natürliches Recht, auf Kosten der Umwelt zu leben.
  • Dabei werden die Konsequenzen unseres gegenwärtigen Handelns in der Zukunft sichtbar sein.
  • Die Rohstoffe sind zu billig und der Ausstoß von CO₂ hat keinen nennenswerten Preis.

Kennen Sie den kleinen Aufdruck an manchen Zapfsäulen, auf denen die Preisgestaltung für einen Liter Benzin oder Diesel aufgeschlüsselt ist? Da ist nachzulesen, dass mehr als die Hälfte dessen, was der Autofahrer anschließend an der Kasse zu zahlen hat, im Beutel des Finanzministers landet.

Ohne diese künstliche Verteuerung, so die Botschaft, wäre der Sprit nicht einmal halb so teuer. Natürlich ärgert das viele Autofahrer. Denn eigentlich ist es ja nicht sonderlich fair, dass man für seinen Sprit mehr zahlen muss, als durch Ölförderung, Verarbeitung, Transport und Verkauf zu rechtfertigen wäre.

Oder hat diese Rechnung vielleicht einen Fehler?

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14. Jan. 2020 - Mycle Schneider: "Atomkraft verschlimmert die Klimakrise"

Interview: Georg Blume aus www.zeit.de

Der Energieexperte Mycle Schneider glaubt nicht an die Zukunft der Atomindustrie.

DIE ZEIT: Herr Schneider, wird Frankreich die europäische Atomindustrie am Leben erhalten?

Mycle Schneider: Nein.

ZEIT: Die französische Regierung plant, bis 2035 sechs neue Atomreaktoren zu bauen.

Schneider: Pläne sind das noch nicht. Man weiß weder, wo noch wann und mit welchem Design diese Reaktoren eventuell gebaut werden sollen.

ZEIT: Aber es gibt eine neue Reaktorreihe, den EPR, zu Deutsch: Europäischer Druckwasserreaktor. Zwei EPR laufen in China, einer wird in Finnland fertiggestellt, ein weiterer 2022 in Frankreich, und ein dritter in England befindet sich im Bau.

Schneider: Der EPR ist ein Fiasko. Mit dem Bau des ersten Reaktors in Finnland wurde 2005 begonnen, 2009 sollte er fertig sein, und er ist heute noch nicht in Betrieb. Dann folgte der zweite Bau in Frankreich mit fast identischen Problemen: Beton- und Stahlherstellung waren unzureichend, Komponenten mangelhaft, das französische Zuliefersystem unzuverlässig.

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09. Jan. 2020 - Atomkraftwerke: Frankreich stoppt vorerst Pläne für neue Atomreaktoren

Artikel aus www.zeit.de

Ursprünglich wollte die Regierung bis zu sechs neue Atomreaktoren bauen. Jetzt werden die Pläne um zwei Jahre verschoben und ein Wechsel zu erneuerbaren Energien geprüft.

Frankreich wird vorerst keine neuen Atomreaktoren errichten. Die Entscheidung über den Bau neuer Reaktoren sei auf frühestens Ende 2022 verschoben worden, teilte Umweltministerin Élisabeth Borne bei einer Anhörung in der Pariser Nationalversammlung mit. Damit vertagt sich ein Beschluss auf die Zeit nach der Amtszeit von Präsident Emmanuel Macron. Bis dahin solle auch ein Umstieg auf erneuerbare Energien geprüft werden.

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05. Jan. 2020 - Klimapolitik - Tragödie oder Kasperletheater

Artikel von Klaus Kohrs aus www.telepolis.de

Kommentar: Verbote und Preiserhöhungen als Daumenschrauben sind der falsche Weg

Die Weltklimakonferenz in Madrid war ein voller Reinfall, da die wachsweiche Abschlußerklärung mit unverbindlichen Absichtserklärungen statt einklagbaren Zielen faktisch sogar einen Rückschritt gegenüber dem Pariser Klimaabkommen darstellt. Außerdem haben die USA, Brasilien und Australien sich offen aus dem Klimaschutz verabschiedet - aus innenpolitischen und ideologischen Gründen. Und wir können dummerweise nichts dagegen tun.

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03. Jan. 2020 - Windkraft: Gemeindebund lehnt "Windbürgergeld" ab

Artikel aus www.zeit.de

Die SPD will die Akzeptanz von Windkraftanlagen durch finanzielle Entschädigungen erhöhen. Der Verband der Kommunen fürchtet, daraus entstünden weitere Ansprüche.

Geldzahlungen für Anwohnerinnen und Anwohner von Windrädern sind nach Meinung des Deutschen Städte- und Gemeindebundes der falsche Weg, um die Akzeptanz von Windkraft in Deutschland zu erhöhen. "Wer die Energiewende will, der muss halt bestimmte Dinge auch tolerieren, und zwar entschädigungslos", sagte Uwe Brandl, der Präsident des kommunalen Spitzenverbands. Dazu gehörten der Aufbau von Windparks und Stromleitungen, in anderen Bereichen auch Schienenverkehr, Radwege und Straßen.

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