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03.03.2021 - Nein zur Beteiligung Russlands an Brennelementefertigung in Lingen

„Bundesdeutscher Atomausstieg gerät zur Farce!“: Bundesregierung und EU müssen russisch-französische Pläne stoppen

Anti-Atomkraft-Initiativen und der Bundesverband Bürgerinitiativen Umweltschutz (BBU) protestieren gegen den geplanten Einstieg des russischen Atomkonzerns TVEL in die Produktion von atomaren Brennelementen beim französischen Atomkonzern Framatome im niedersächsischen Lingen.

Mit Unverständnis und großer Sorge nehmen Umweltorganisationen und Anti-Atomkraft-Bündnisse das Vorhaben zur Kenntnis und kündigen weitere Proteste gegen die bundesweit einzige Brennelementefabrik in Lingen sowie gegen die damit verbundenen internationalen Atomtransporte an.

Wie einer Ankündigung des Bundeskartellamts sowie Medienberichten zu entnehmen ist, liegt dem Kartellamt seit dem 12. Februar 2021 ein entsprechender Antrag zur Zusammenarbeit der französischen Framatome und der russischen TVEL vor. Framatome ist eine Tochter des staatlich-französischen Energiekonzerns EdF und betreibt die Brennelementefabrik in Lingen, TVEL ist eine Tochter des staatlich-russischen Atomkonzerns Rosatom ...

 

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Ein Trippelschritt in die richtige Richtung.

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03.03.2021 - Mehr Transparenz bei Lobbyisten: Lobbyregister kommt

Die große Koalition einigt sich doch noch auf ein Lobbyregister. Allerdings kommt es wegen der Union nur in abgespeckter Form.

BERLIN taz | Es dürften die Vorwürfe gegen den Fraktionsvizechef der Union, den CSU-Abgeordneten Georg Nüßlein, gewesen sein, die der Sache zuletzt noch einmal einen Schub verliehen haben. Nach monatelangem Ringen haben sich die Fraktionen von CDU/CSU und SPD auf die Einführung eines Lobbyregisters geeinigt. Die Pflicht zur Registrierung soll für Lobbyarbeit bei Bundestagsabgeordneten, Fraktionen und Bundesregierung gelten, wie beide Seiten bestätigten. Das Ziel: Die Arbeit von Lobbyisten transparenter zu machen.

Diese müssen sich demnach vor Kontaktaufnahme künftig in ein Register eintragen und Angaben zu ihrem Arbeit- oder Auftraggeber, zur Anzahl der Beschäftigten und zu finanziellen Aufwendungen machen. In Ministerien sollen Treffen bis hinunter zum Unterabteilungsleiter einen Eintrag in das Register nötig machen. Das Lobbyregister soll digital beim Bundestag geführt werden und öffentlich einsehbar sein. Bei Verstößen droht demnach ein Bußgeld von bis zu 50.000 Euro ...

 

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03.03.2021 - EU-Kommission überprüft Milliarden-Entschädigung für Kohlekonzerne

In Brüssel gibt es Zweifel, ob Ausgleichszahlungen für "entgangene Gewinne, die sehr weit in die Zukunft reichen" das laut EU-Beihilferecht "erforderliche Mindestmaß" darstellen

Die Frage, wie eigentlich die Summe der geplanten Entschädigungszahlungen an Energiekonzerne für die Stilllegung von Braunkohlekraftwerken in Deutschland zustande kommt, hat Rechtsanwältin Roda Verheyen schon vor mehreren Monaten aufgeworfen: "4,35 Milliarden Euro für was?" überschrieb sie im September einen Gastbeitrag für das Portal der Umweltorganisation Greenpeace.

Nun will auch die EU-Kommission dieser Frage nachgehen und hat am Dienstag eine "eingehende Untersuchung" eingeleitet. Der Ausgleich für den "vorzeitigen Ausstieg" aus der Braunkohleverstromung müsse auf das erforderliche Mindestmaß beschränkt werden, erklärte die für Wettbewerbspolitik zuständige Vizepräsidentin Margrethe Vestager. "Die uns bisher zur Verfügung stehenden Informationen erlauben es uns nicht, dies mit Sicherheit zu bestätigen. Daher leiten wir dieses Prüfverfahren ein." ...

 

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Bitte auch die Kommentare lesen.

03.03.2021 - AKW-Bauschutt: Unabhängige kritisieren Verharmlosung

Lübeck: Die Unabhängigen lehnen die Einlagerung von freigemessenen Bauabfällen auf der Deponie Niemark entschieden ab. Der gesundheitspolitische Sprecher der Unabhängigen, Dr. Rolf Tetzlaff-Gahrmann und das Bürgerschaftsmitglied Lars Lehrke erklären dazu gemeinsam: "Wir kritisieren die Verharmlosungsstrategie der Landesregierung. Die Bauabfälle aus dem Rückbau der Atomkraftwerke, die in Niemark eingelagert werden sollen, sind kein normaler Bauschutt."

Und führen aus:

(")Die Freimessung besagt mitnichten, dass das Material unbelastet ist. Dessen Einlagerung bedeutet eine zusätzliche Belastung und eine solche ist auch unterhalb festgesetzter Grenzwerte zu vermeiden. Diesem Grundsatz widerspricht die Verbringung und Einlagerung in Lübeck. Deshalb wollen wir Minister Albrecht mit kritischen Argumenten konfrontieren und zum Umdenken bewegen.

Nicht die auf der Deponie Beschäftigten oder Anwohner müssen beweisen, dass Gefahren durch freigemessenen AKW-Bauschutt bestehen, sondern die AKW-Betreiber müssen Gesundheitsgefahren durch Freigemessenes ausschließen ...

 

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25.02.2021 - Radioaktivität nährt tiefe Biosphäre

Radioaktiver Zerfall liefert Mikroben im tiefen Sediment ihre Lebensgrundlagen

Artikel aus www.scinexx.de

Strahlende Nahrungsquelle: Ein Großteil der Lebenswelt in tiefen Sedimenten wird von Radioaktivität angetrieben – vom natürlichen Zerfall radioaktiver Elemente, wie nun eine Studie bestätigt. Denn die dabei freiwerdende Strahlung erzeugt Wasserstoff und andere für die Mikroben lebenswichtige Moleküle. In nassem Sediment entsteht dabei besonders viel strahlenbedingter Wasserstoff– das könnte Konsequenzen für atomare Endlager haben.

Ob kilometertief unter dem Meeresgrund oder im „Keller“ der Kontinente: Trotz Dauerdunkel, kargen Nährstoffen und hohem Druck existiert eine vielfältige Gemeinschaft verschiedenster Mikroben und Kleinstorganismen. Die Biomasse dieser tiefen Biosphäre entspricht mindestens der der oberirdischen Lebenswelt und umfasst Quadrilliarden von Zellen. Diese überdauern die Härten der Tiefe nicht etwa passiv und im Sparmodus, sondern betreiben aktiven Stoffwechsel und vermehren sich sogar.

Wasserstoff als Energielieferant

Doch woher nehmen diese Tiefenbewohner ihre Energie? Aus Untersuchungen des kontinentalen Untergrunds weiß man, dass viele dieser Mikroben Wasserstoff als chemischen Treibstoff für ihren Stoffwechsel benutzen. In Verbindung mit Chemikalien aus den Gesteinsmineralen gewinnen die Organismen aus ihm Energie und Nahrung. Der Wasserstoff wiederum wird teilweise bei chemischen Reaktionen frei, die durch natürliche radioaktive Zerfälle im Untergrund angestoßen werden.

„Aber in welchem Maße die unterirdischen Ökosysteme auf diesen radiolytischen Produkten beruhen, war bislang kaum bekannt – auch weil man nicht wusste, wie hoch die chemische Ausbeute durch diese Zerfallsstrahlung ist“, erklären Justine Sauvage von der Universität Göteborg und ihre Kollegen. Sie haben deshalb am Beispiel des tiefen Ozeansediments untersucht, wie viel Wasserstoff durch radioaktive Strahlung entsteht.

Nasses Sediment verstärkt Strahlungsausbeute

Im ersten Schritt setzten die Forscher dafür in einem Laborexperiment Salzwasser sowie Proben verschiedener tiefer Meeressedimente der Alpha- und Gammastrahlung radioaktiver Zerfälle aus. Als Gammastrahlen-Quelle nutzten sie Cäsium-137, als Alphastrahler Polonium-210. Es zeigte sich: Im wasserdurchtränkten Sediment entstand bei gleicher Strahlung sehr viel mehr Wasserstoff als im puren Wasser. Der Wasserstoffertrag lag um das bis zu 30-Fache höher.

„Das nasse marine Sediment wirkt wie ein Verstärker für die Produktion der nutzbaren Chemikalien“, erklärt Seniorautor Steven D’Hondt von der University of Rhode Island. Sowohl die Ausbeute an Wasserstoff wie an anderen durch Strahlung oxidierten Substanzen wie Eisenoxiden und oxidiertem Schwefel ist dadurch im marinen Tiefengestein erhöht und kann von Organismen genutzt werden.

Radioaktivität ist Haupt-Treibstoff im tiefen Sediment

Aber was bedeutet dies konkret für das Leben unter den Weltmeeren? Dafür ermittelten die Forscher den Gehalt an natürlichen Radionukliden im Gestein von Bohrkernen aus verschiedenen Stellen des Pazifik und Atlantik. Anhand der Zerfallsraten und den Ergebnissen ihrer Laborexperimente konnten sie daraus die strahlenbedingte Produktion von Wasserstoff in den Meeressedimenten weltweit errechnen.

Das Ergebnis: „Die globale Rate der radiolytischen Wasserstoff-Produktion in den marinen Sedimenten entspricht einem bis zwei Prozent dessen, was weltweit an organischem Material auf den Meeresboden gelangt“, berichten Sauvage und ihr Team. Doch das organische Material nährt nur die Organismen in den oberen, jüngeren Schichten des Meeresgrunds. Im Rest der Sedimente überwiegt die Radioaktivität als Energielieferant, wie die Forscher erklären.

Treibstoff für außerirdisches Leben?

Damit ist die Radioaktivität die treibende Kraft für einen großen Teil der unteririschen Lebenswelt. „Diese Erkenntnis ist fundamental für das Verständnis des Lebens auf der Erde, aber auch für die Habitabilität anderer Himmelskörper wie dem Mars“, sagt Sauvage. Auch der Jupitermond Europa oder der Saturnmond Enceladus könnten mineralische Bedingungen bieten, die eine solche Produktion von Wasserstoff und anderen strahlenbedingten Molekülen erlauben.

„Einige derselben katalytischen Minerale sind auch auf dem Mars vorhanden – und wenn man sie hat, dann läuft auch dieser Prozess ab“, ergänzt D’Hondt. „Vielleicht kann diese radioaktiv bedingte Wasserspaltung daher auch das Leben auf anderen Welten ermöglichen.“ Ob es solches Leben auf dem Mars gibt oder gegeben hat, soll unter anderem der gerade auf dem Roten Planeten gelandete Rover Perseverance erkunden.

Potenzielles Problem für atomare Endlager

Bedeutung könnten die neuen Erkenntnisse auch für atomare Endlager haben: „Wenn man radioaktiven Abfall in Sediment oder Fels lagert, können dort durch diese Prozesse Wasserstoff und Oxidantien entstehen – und das schneller als in reinem Wasser“, sagt D’Hondt. „Das könnte diese Lagersysteme stärker korrodieren als man bisher annimmt.“

Eine mögliche Folge wäre, dass durch die radioaktiv katalysierten Reaktionen vermehrt Lecks auftreten oder dass sich Wasserstoffgas bildet und im Untergrund sammelt.

 

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Hintergrundwissen

 

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reaktorpleite.de

 

Karte der nuklearen Welt:

Eventuell sollten wir unseren Atommüll doch nicht möglichst tief verbuddeln,
ganz bestimmt jedoch sollten wir das Uran im Boden belassen ...

 

The English version of this world map:

https://www.google.com/maps/d/viewer?mid=1fCmKdqlqSCNPo3We1TWZexPjgNDQOaLD

 

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Die Suche in der reaktorpleite.de mit dem Suchwort 

     
  Radioaktivität  
     

 

brachte u.a. folgende Ergebnisse:

 

29.10.2019 - Radioaktiver Gletscherstaub - Kryokonit birgt ein strahlendes Geheimnis

Artikel von Dagmar Röhrlich aus www.deutschlandfunk.de

1870 bemerkte der schwedische Polarforscher Adolf Erik Nordenskiöld dunkle Löcher im Eis eines Gletschers. Das bräunliche Pulver darin nannte er Kryokonit. Der dunkle mineralische Belag lässt das Eis schneller schmelzen. Und er ist erstaunlich oft radioaktiv, wie Analysen nun belegen.

Der Kryokonit ist kein neues Phänomen, doch die Aktivität der Menschheit hat die Menge regelrecht explodieren lassen. Denn seine Ausgangssubstanz trägt der Wind heran – manchmal über Tausende von Kilometern hinweg. Es ist Gesteins- und Wüstenstaub, dazu Aschepartikeln vulkanischer Eruptionen und inzwischen jede Menge Ruß. Ruß aus Waldbränden, den Abgasen der Dieselmotoren, der Industrie- und Kraftwerksschornsteine, erklärt Giovanni Baccolo von der Universität Milano-Bicocca.

„Kryokonit entsteht nur im Sommer, wenn die Gletscher schmelzen und Wasser den Staub zusammenschwemmt, den der Wind auf die Oberfläche geweht hat. Kryokonit besteht aus Mineralen und organischer Substanz.“

Die organische Substanz, das ist der Ruß aus diesen weit entfernten Quellen – und das ist Material, das vor Ort entsteht, durch die Aktivität von Mikroorganismen, die in Biofilmen auf den Partikeln leben. Nun hat dieser Kryokonit eine ganz besondere Eigenschaft: Er saugt Schadstoffe auf wie ein Schwamm. Nicht nur Schwermetalle, sondern auch Radionuklide – die natürlichen aus dem Gestein der Umgebung ebenso wie den Fallout von Atombombentests und Reaktorunfällen ...

 

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YouTube Kanal:

'Reaktorpleite' - 'Playlists' - 'Radioaktivität weltweit ...'

Wird in einem neuen Fenster geöffnet! - YouTube Kanal Reaktorpleite - Yellow Cake: Die Lüge von der sauberen EnergieYellow Cake: Die Lüge von der sauberen Energie

 

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AtomkraftwerkePlag

 

Radioaktivität und Strahlung

Was bedeutet "radioaktive Strahlung"?

Strahlung, der wir ausgesetzt sind, stammt aus verschiedenen Quellen: aus dem Weltraum, aus Gestein und Gasen, von der Medizin, aus Atomwaffentests sowie von Atomunfällen und dem Betrieb von Atomkraftwerken.

Hinter dem in der Umgangssprache verwendeten Begriff der "radioaktiven Strahlung" verbergen sich eigentlich zwei Phänomene: Radioaktivität und ionisierende Strahlung.

Unter Radioaktivität versteht man die Eigenschaft von Radionukliden (instabilen Atomkernen), zu zerfallen, d. h. sich spontan in andere Atomkerne umzuwandeln. Radionuklide kommen in der Natur vor, können aber auch künstlich bei der Kernspaltung in Atomkraftwerken erzeugt werden.

Beim Zerfall instabiler Atomkerne wird sogenannte ionisierende Strahlung ausgesendet. Ionisierende Strahlung tritt in verschiedenen Arten auf: als Teilchenstrahlung, wie z. B. Alphastrahlung aus Protonen und Neutronen (α-Strahlung) sowie Beta- oder Elektronenstrahlung aus Elektronen (β-Strahlung), und als elektromagnetische Strahlung, wie z. B. Gamma-Strahlung (γ-Strahlung). Trifft ionisierende Strahlung auf Atome oder Moleküle, kann sie Elektronen herausschlagen, so dass Ionen oder Molekülreste übrigbleiben. Anders ausgedrückt: sie kann Atome und Moleküle von Materie, also auch Zellen und Gewebe von Lebewesen, verändern und zerstören. Ionisierende Strahlung kann einen DNA-Strangbruch bewirken und irreversible Schäden verursachen. Aufgrund veränderter Zellteilung können beispielsweise ein verändertes Blutbild oder Krebs resultieren ...

 

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Plutonium-Batterien und radioaktive Verseuchungen

In der Raumfahrt werden seit Jahrzehnten sogenannte Radionuclidbatterien zur Stromerzeugung eingesetzt, die Energie aus radioaktivem Zerfall gewinnen; der englische Begriff dafür ist Radioisotope Thermoelectric Generators (RTGs). In RTGs werden meist Plutonium oder Americium genutzt. Außerdem wurden sogenannte Radioisotope Heater Units (RHUs) zur Erzeugung von Wärme für die Instrumente entwickelt.

Die USA verwendeten ein RTG zum ersten Mal 1961 im Navigationssatellit Transit 4A, ein weiteres 1969 im Wettersatellit Nimbus III. RTGs und zum Teil RHUs wurden in den Missionen Apollo, Pioneer, Viking, Voyager, Galileo, Ulysses, Cassini und New Horizons eingesetzt. Die Mars-Rover Pathfinder, Spirit und Opportunity nutzten zwar Solarenergie, erzeugten die Wärme für die Instrumente aber mit RHUs. Bei der Curiosity-Mission ab 2011 wurde zum ersten Mal der Multi-Mission Radioisotope Thermoelectric Generator zur Erzeugung von Strom und Wärme gleichermaßen verwendet. Seit den 1960er Jahren setzten auch die Sowjetunion und später Russland Radionuclidbatterien in der Raumfahrt ein.

Der Einsatz radioaktiver Batterien hat mehrmals zu schweren Unfällen geführt:

1964 stürzte ein Satellit der US-amerikanischen Marine beim Start ab und verteilte ein Kilogramm Plutonium in der Atmosphäre.

1978 kontaminierte der Reaktorkern des sowjetischen Satelliten "Kosmos 954" nach einer Bruchlandung 124.000 Quadratkilometer in Kanada. 

1996 stürzte die russische Sonde Mars-96 mit 200 Gramm Plutonium ins Grenzgebiet zwischen Chile und Bolivien ab ...

 

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Wikipedia

 

Radioaktivität in der Umwelt

Radioaktivität kommt in unserer Umwelt teils natürlich (ohne Zutun des Menschen) vor, teils wurde oder wird sie durch menschliche Tätigkeiten erzeugt („anthropogen“). Ursachen natürlicher radioaktiver Strahlung sind primordiale Radionuklide mit ihren Folgeprodukten sowie Nuklide, die durch die kosmische Strahlung in der Erdatmosphäre erzeugt werden. Menschlich verursachte Radioaktivität weist meist eine von der natürlichen abweichende Isotopenzusammensetzung auf, denn sie enthält auch kurzlebige, nicht in Zerfallsreihen oder Spallationsprozessen entstehende Radionuklide.

Natürlich vorkommende Radioaktivität

Die primordialen Radionuklide stammen aus dem Material der Urerde und sind wegen ihrer großen Halbwertszeit heute noch vorhanden. Zu ihnen gehören das im menschlichen Körper stets enthaltene Kalium-40 und die als Kernbrennstoff wichtigen Isotope des Urans. Weitere Radionuklide entstehen indirekt als ständig nachproduzierte Zerfallsprodukte der radioaktiven Zerfallsreihen dieser primordiale Nuklide, wie das überall aus dem Erdboden austretende Gas Radon. Diese Nuklide bezeichnet man als radiogen. Weitere, kosmogene Radionuklide werden laufend in der Atmosphäre durch Kernreaktionen mit der kosmischen Strahlung erzeugt. Zu ihnen gehört Kohlenstoff-14, der ebenso wie Kalium-40 durch den Stoffwechsel in alle Organismen gelangt.

Die Strahlung der überall vorhandenen natürlichen Radionuklide wird als Terrestrische Strahlung bezeichnet.

Vom Menschen erzeugte oder freigesetzte Radioaktivität

Schon lange vor Entdeckung der Radioaktivität wurden durch menschliche Tätigkeiten wie Bergbau und Kohleverbrennung radioaktive Stoffe freigesetzt. Paracelsus beschrieb 1567 die Schneeberger Krankheit. Metallerze und Kohle enthalten mehr Radionuklide als die durchschnittliche Biosphäre; Schachtanlagen befördern Radon aus dem Erdinnern an die Oberfläche.

Mit der Förderung von Uran, dem Bau von Kernkraftwerken und vor allem dem Bau und dem oberirdischen Test von Kernwaffen wurde Radioaktivät in die Biosphäre entlassen, die globale Auswirkungen hatte.

Große Mengen an radioaktiven Substanzen wurden (neben den Atomtests bis 1963) durch Unfälle kerntechnischer Anlagen frei. Am bekanntesten sind die Nuklearkatastrophe von Tschernobyl und die Nuklearkatastrophe von Fukushima. Nach 1990 wurde ebenfalls der Kyschtym-Unfall 1957 und die dabei ausgetretene Osturalspur bekannt ...

 

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Radionuklidbatterien für die Raumfahrt

Eine ausreichend große, kompakt angeordnete Menge von 238Pu erhitzt sich durch seinen eigenen radioaktiven Zerfall bis zur Weißglut, und gibt dabei nur sehr geringe Mengen von Gammastrahlung ab, sodass man mit der dünnsten Abschirmung im Vergleich zu fünf anderen potenziell geeigneten Nukliden auskommt. Es wird deshalb in oxidierter Form als chemisch träges Plutoniumdioxid zur Erzeugung elektrischer Energie in Radionuklidbatterien verwendet.

Radionuklidbatterien werden wegen ihrer Langlebigkeit in der interplanetaren Raumfahrt eingesetzt, vor allem für Raumsonden, die das äußere Sonnensystem erreichen sollen. Denn Solarzellen liefern in großer Sonnenentfernung nicht mehr genug Energie. Eingebaut wurden solche Nuklearbatterien beispielsweise in die Voyager-Sonden, Cassini-Huygens (1997–2005 zu Saturn) oder New Horizons (2006–2015 zu Pluto). Früher wurden Radionuklidbatterien mit Plutonium 238Pu auch in erdumkreisenden Satelliten verwendet.

1964 verglühte der Satellit Transit 5BN-3 der USA mit einer Radionuklidbatterie an Bord bei einem Fehlstart etwa 50 Kilometer über dem Pazifik. Der Satellit enthielt knapp ein Kilogramm Plutonium, welches sich anschließend messbar auf der gesamten Nordhalbkugel verteilte ...

 

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