Aktuelles Der THTR-Rundbrief

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08.05.2021 - In Tschernobyl schwelen wieder Spaltungsreaktionen, die Eingriffe nötig machen

Der Abbau des Atomreaktors wird schwieriger als gedacht: Die bisherige Stabilisierung zeigt unerwartete Nebenwirkungen

Mittlerweile 35 Jahre ist es her, dass im ukrainischen Kernkraftwerk Tschernobyl ein Reaktor explodierte und enorme Mengen radioaktiver Stoffe über den europäischen Kontinent verteilt wurden. Was im abgeschirmten Reaktor vor sich geht, wird noch immer überwacht. In den vergangenen Jahren stiegen unerwarteterweise die Signale weiterer Kernspaltungsreaktionen, wie das Fachblatt "Science" berichtet. "Es ist wie bei der Glut in einer Grillgrube", sagt Neil Hyatt, Nuklearmaterial-Chemiker der Universität Sheffield in England ...

Bemerkenswert ist die Situation im Raum 305/2, der im Reaktorblock 4 liegt. Hier befinden sich Tonnen von Corium – der lavaartigen, festgewordenen Verschmelzung von Uranbrennstäben, weiteren Reaktorteilen und auch Sand, der zur Feuerlöschung auf den Reaktorkern geschüttet wurde. In den Kellerräumen der Reaktorhalle enthält das Corium etwa 170 Tonnen bestrahlten Urans. Im unzugänglichen Raum 305/2 scheinen sich nun die Neutronenzahlen – im Gegensatz zu anderen Stellen – innerhalb von vier Jahren fast verdoppelt zu haben ...

 

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08.05.2021 - Die Zukunft gehört den Erneuerbaren Energien

Der Anteil Erneuerbarer an der Stromerzeugung wächst, fossile Kraftwerke werden aus dem Markt gedrängt. Umso mehr braucht es nun den starken Ausbau der Solar- und Windenergie – ohne dabei Bürgerbeteiligung und Umweltschutz aus dem Blick zu verlieren.

Die Energieerzeugung befindet sich im Wandel. Vor zwanzig Jahren spielten Wind- und Wasserkraftwerke kaum eine Rolle, von Photovoltaik- oder Biomasse-Anlagen ganz zu schweigen. Mehr als 90 Prozent der Stromerzeugung wurde damals durch fossile Energieträger und Atomkraft gestemmt – und das war ganz normal. Über den vielen Kohlekraftwerksblöcken türmten sich dunkle Rauchsäulen auf, Atomkraftwerke strahlten um die Wette. Damals, als schmutzige Braunkohlekraftwerke allein ein Viertel des benötigten Stroms produzierten und die Kernenergie zwar irgendwie verpönt, aus Ermangelung an Alternativen aber trotzdem die wichtigste Stromquelle war.

Inzwischen sieht das ganz anders aus: Die Erneuerbaren sind rasant gewachsen und decken über die Hälfte der gesamten Stromerzeugung. Die Stromnetze sind trotzdem so sicher wie nie. Entgegen der Schwarzmalerei vieler Energiewende-Gegner gibt es heutzutage deutlich weniger Stromausfälle, auch mit der fluktuierenden Einspeisung erneuerbaren Stroms. Seit dem Jahr 2006, als die Erzeugung noch von fossilen Kraftwerken dominiert wurde, haben sich die Unterbrechungen der Stromversorgung fast halbiert ...

 

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NRW-Versammlungsgesetz

07.05.2021 - Außen vor geblieben

NRW: Landesregierung will Versammlungsrecht schleifen. Hardliner als Sachverständige geladen. Soziale Bewegungen ungehört

Am Donnerstag fand im Düsseldorfer Landtag eine Anhörung von Sachverständigen statt, in deren Rahmen verschiedene Verbände und Fachleute ihre Kritik an dem von Landesinnenminister Herbert Reul (CDU) vorgelegten »Gesetz zur Einführung eines nordrhein-westfälischen Versammlungsgesetzes und zur Änderung weiterer Vorschriften« vortrugen – und den Entwurf teils entschieden ablehnten.

Dieser sieht eine Reihe von Verschärfungen und Einschnitten bei den Grundrechten von Demonstrationsteilnehmern und Organisatoren von Protesten vor. Nach dem Entwurf soll künftig die Videoüberwachung von Demonstrationen ausgebaut werden. Anmelder und Ordner von Protesten sollen verstärkt von Behörden ins Visier genommen werden und die Polizei die Möglichkeit bekommen, Kontrollstellen an Versammlungsorten aufzubauen, Teilnehmerinnen und Teilnehmer zu identifizieren sowie zu durchsuchen.

Ein »Störungsverbot« soll künftig unterbinden, dass angemeldete und genehmigte Kundgebungen durch Gegendemonstranten gestört werden. Demnach wären zukünftig Aufrufe, beispielsweise Aufmärsche von Faschisten zu be- oder verhindern, strafbar ...

 

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06.05.2021 - Versammlungsgesetz NRW: Diese Einwände gibt es von Experten

In einer Anhörung im Landtag äußerten Sachverständige Bedenken zum Versammlungsgesetz-Entwurf der Landesregierung. Auch die Sorgen von Fußball-Fans wurden aufgegriffen.

Fraktionsübergreifenden waren sich mehrere Abgeordnete am Donnerstag sicher, dass dies eine der besonders spannenden Anhörungen von Sachverständigen im NRW-Landtag ist: In einer gemeinsamen Sitzung des Innen- und des Rechtsausschusses standen Experten den Parlamentarierinnen und Parlamentariern Rede und Antwort. Es ging um die beiden Gesetzentwürfe, die von der Landesregierung und der SPD für ein Versammlungsgesetz in NRW eingebracht worden sind.

Da wegen der CDU-FDP-Mehrheit im Parlament, der Entwurf der SPD höchstwahrscheinlich keine Chance auf Verwirklichung hat, bezogen sich die meisten Wortbeiträge auf den Regierungsentwurf ...

 

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Milliardenprojekt im Japanischen Meer

06.05.2021 - Südkorea baut schwimmenden Mega-Windpark

Während in Deutschland der Windkraftausbau stockt, plant Südkorea ein Milliardenprojekt für die Energiewende. Sechs Millionen Haushalte sollen mit dem Ökostrom versorgt werden.

Vor der südkoreanischen Küste soll der größte schwimmende Windpark der Welt entstehen. Nach Angaben der Regierung soll das Projekt mit einer installierten Leistung von sechs Gigawatt rund 27 Milliarden Euro kosten. Südkoreas Präsident Moon Jae In sagte am Donnerstag bei der Präsentation der Pläne die volle Unterstützung der Regierung zu.

Vor der südkoreanischen Industriestadt Ulsan sollen dafür bis 2030 schwimmende Windturbinen installiert werden. Diese werden nicht im Boden verankert, sondern an Bojen befestigt, weil der Meeresgrund vor Ulsan sehr tief liegt.

Der Windpark soll rechnerisch 5,8 Millionen Haushalte in Ulsan und der umliegenden Region mit grünem Strom versorgen. Teil des Konzepts ist auch ein integriertes Ökosystem von »grünem Wasserstoff und Windkraft«. So sollen 20 Prozent des Stromertrags aus dem Windpark in die Produktion von grünem Wasserstoff fließen. Durch den Windpark könnten den Angaben zufolge jährlich 9,3 Millionen Tonnen CO₂ eingespart und 84.000 Tonnen Wasserstoff hergestellt werden ...

 

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05.05.2021 - Akw Surry für 80-jährigen Betrieb freigegeben

Die US-amerikanische Nuclear Regulatory Commission (NRC) hat einen Antrag der Dominion Energy-Tochter Virginia auf eine 20-jährige Verlängerung der Betriebsgenehmigung für das Doppelblock-Kernkraftwerk Surry genehmigt. Damit können die beiden Druckwasserreaktoren bis 2052 bzw. 2053 betrieben werden.

Surry 1 nahm 1972 und Surry 2 1973 den kommerziellen Betrieb auf und hatte ursprünglich eine Betriebsgenehmigung für 40 Jahre. Die Lizenzen der Blöcke wurden im März 2003 für 20 weitere Betriebsjahre verlängert. Das anschließende Lizenzverlängerungsverfahren der NRC bestimmt, ob ein in Betrieb befindlicher Reaktor seine Lizenz um weitere 20 Jahre über die 60 Jahre hinaus verlängern kann, die durch die ursprüngliche Lizenz und die erneuerte Lizenz abgedeckt sind.

Surry ist das dritte Kernkraftwerk, das von der NRC eine nachträgliche Lizenzverlängerung erhält, nach den Blöcken 3 und 4 von Florida Power & Light und den Blöcken 2 und 3 von Peach Bottom ...

Übersetzt mit https://www.deepl.com/translator

 

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05.05.2021 - Frankreich in Sachen erneuerbare Energie wohl nicht „Fit for 55“

Die EU wird im Juli das Ziel für erneuerbare Energien im unionsweiten Energiemix wohl von derzeit 32 auf 38 bis 40 Prozent bis 2030 anheben. Frankreich, das bereits das für 2020 gesetzte Ziel von 23 Prozent verfehlt hat, dürfte Schwierigkeiten haben, die neuen Vorgaben zu erreichen.

Frankreich hat Probleme bei der ausreichenden Erzeugung von erneuerbarer Energie: Im vergangenen Jahr 2020 betrug der Anteil am Gesamt-Energiemix lediglich 19,1 Prozent – das im Green Deal der EU auferlegte Ziel sah jedoch 23 Prozent vor.

Der geringe Beitrag der Erneuerbaren ist zum Teil auf die dominante Nutzung der (ebenfalls CO2-emissionsarmen) Kernenergie zurückzuführen, die allein 78 Prozent der französischen Energieproduktion ausmacht.

Inzwischen plant die EU-Kommission offenbar, ihre Ambitionen weiter nach oben zu schrauben: Als Teil des „Fit for 55“-Pakets wird voraussichtlich im Juli bekannt gegeben, dass der Anteil der erneuerbaren Energien im EU-Strommix bis 2030 auf mindestens 38 Prozent erhöht werden soll ...

 

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05.05.2021 - Grüner Wasserstoff: Der H2-Hype

Alle Welt spricht von grünem Wasserstoff, an den Börsen wird wild auf H2-Aktien gewettet. Doch nur wenige verstehen, wie das System funktioniert. Und wer es antreibt.

"Wasserdampf wird von der einen Seite mit elektrischem Strom durch das Sieb gedrückt", erklärt er, "der Sauerstoff wird herausgelöst und auf der anderen Seite bleibt nur eines übrig: Wasserstoff."

Fast schon magische Wirkung übt dieses Wort momentan auf viele Menschen aus, gerade auf jene, die ihr Geld am Aktienmarkt anlegen. Besonders wenn von grünem Wasserstoff die Rede ist. Der ist zwar eigentlich genauso farb- und geruchlos wie normaler Wasserstoff, aber wird durch erneuerbare Energie erzeugt und gilt vielen deshalb als Schlüsselelement, das uns bisher für eine Zukunft mit klimaneutraler Wirtschaft fehlt.
"Nur einmal in einer Generation"

Bis vor wenigen Jahren, wenn nicht sogar Monaten konnten mit dem chemischen Element H eher Spezialisten oder Leute etwas anfangen, die gut im Chemieunterricht aufgepasst haben. Im Herbst 2020 aber verkündete auch die US-Investmentbank Goldman Sachs: "Grüner Wasserstoff entwickelt sich zu einer Gelegenheit, die es nur einmal in einer Generation gibt." Und wenn Goldman von einer Gelegenheit spricht, ist es die Gelegenheit zum Geldverdienen. Nicht wenige deutsche Unternehmen sehen sich dafür gut aufgestellt ...

 

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04.05.2021 - "Die Grünen sind ein Erfolgsprojekt"

Hans-Christian Ströbele über Baerbock als Kanzlerin, das Infektionsschutzgesetz, Grundrechte für Geimpfte und was die Grünen aus den deutschen Kriegseinsätzen lernen müssen

Die Grünen sind im Augenblick im Aufwind. Nach der Entscheidung, Frau Baerbock zur Kanzlerkandidatin zu küren, sind die Zustimmungswerte weiter gestiegen. In Bayern gab es gerade eine neue Umfrage. Auch hier legten die Grünen zu, während die CSU mit Söder an Zustimmung einbüßte. Wie erklären Sie sich den Erfolg der Grünen zurzeit?

Hans-Christian Ströbele: Die Grünen sind ein Erfolgsprojekt. Als wir die Partei vor 40 Jahren mit den Themen Umweltschutz, Frauengleichstellung und Friedenpolitik gründeten, wurden wir von allen verlacht und als Müslifresser verhöhnt, die politisch keine Ahnung haben. Heute stellen wir fest, dass in der Bevölkerung diese Positionen mehrheitsfähig sind.

Heute geht es um den Klimaschutz. Es gibt keine demokratische Partei, in der der Klimaschutz nicht auch ganz vorne im Programm steht. Die Zeit der Grünen und der grünen Inhalte ist also eingeläutet. Dazu haben wir eine hervorragende Kanzlerkandidatin. Damit zusammen kann man erklären, dass die Menschen jetzt hoffen, dass die Grünen ihre Politik umsetzen ...

 

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04.05.2021 - Bundesamt-Chef: Zügige Eingrenzung von Endlager-Gebieten

Der Präsident des Bundesamts für die Sicherheit der nuklearen Entsorgung (BASE), Wolfram König, hat eine rasche Eingrenzung der für ein atomares Endlager in Frage kommenden Regionen in Deutschland gefordert. Er habe ein Interesse daran, dass es möglichst zügig dazu komme, damit die Regionen, die nicht weiter in Frage kämen, «Klarheit bekommen», sagte König am Dienstag in Düsseldorf. Gleichzeitig brauchten die Regionen in der engeren Wahl die «Solidarität der anderen».

Das BASE beaufsichtigt das Auswahlverfahren und organisiert die Beteiligung bis zur Feststellung eines Endlager-Standorts. Bis 2031 soll er gefunden sein. Aber schon in der ersten Phase der Suche sei man über der Zeit, so König.

Die mit der Suche beauftragte Bundesgesellschaft für Endlagerung (BGE) hatte im September einen Zwischenbericht vorgelegt. Demnach sind 54 Prozent der Fläche Deutschlands und rund 30 Prozent der Fläche in Nordrhein-Westfalen für ein atomares Endlager geologisch geeignet ...

 

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04.05.2021 - „Blauer“ Wasserstoff: Wie eine mächtige Lobby um ihr Gas kämpft

Die Lobbyisten der Gasindustrie arbeiten auf Hochtouren. Denn die Branche kämpft ums Überleben. Sie will die Wiederaufbaumittel der EU nutzen, um sich unabdingbar zu machen: Wasserstoff soll nicht nur mit erneuerbaren Energien, sondern auch mit Gas produziert werden. Über Einfluss und zu große Hoffnungen auf einen vermeintlich sauberen Energieträger.

Wer über den Lobbyismus rund um die Wasserstoff-Förderung und die Rolle eines Politikers recherchiert, erhält Antwort von einem Anwalt: Er könne „gegenwärtig keinen Berichterstattungsanlass erkennen“, schreibt Medienanwalt Christian Schertz an CORRECTIV. Er habe seinem Mandanten – dem CDU-Abgeordneten Joachim Pfeiffer – empfohlen, zu seinen konkreten unternehmerischen Tätigkeiten keine Erklärung abzugeben. Dabei wollten wir nur wissen, welche Rolle Pfeiffer, jahrelang energiepolitischer Sprecher der CDU, bei der Wasserstoffstrategie in seiner Heimatregion Stuttgart gespielt hat ...

 

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Dezentrale Energieversorgung!

04.05.2021 - Wasserstoff aus dem eigenen Garten

Artikel von Nadja Podbregar aus scinexx.de

Forscher entwickeln kleine Windanlagen mit Wasserstoff-Elektrolyseanlage für Privathaushalte

Minikraftwerke für alle: Künftig könnten auch Privathaushalte klimafreundlichen Wasserstoff für den Eigengebrauch produzieren – die Technik dafür entwickeln zurzeit deutsche Forscher. Die Anlage besteht aus speziell angepassten kleinen, effizienten Windrädern, mit deren Strom dann Wasserstoff durch Elektrolyse gewonnen wird. Das so erzeugte Gas kann direkt zum Heizen verwendet oder in speziellen Tanks gespeichert werden.

Wasserstoff gilt als ein klimafreundlicher Energieträger der Zukunft – sofern er mithilfe von erneuerbaren Energien gewonnen wird. Das ist beispielsweise der Fall, wenn Strom aus Sonne oder Wind für die Elektrolyse von Wasser genutzt wird. Bisher zielen Pilotprojekte dafür allerdings primär auf die großtechnische Erzeugung beispielsweise an Offshore-Windanlagen ab. Der große Nachteil: Wenn auch Privathaushalte Heizung und Warmwasser mithilfe von Wasserstoff produzieren sollen, muss das Gas erst aufwändig zu ihnen transportiert werden.

Ein Windrad im Kleinformat

Eine Alternative dazu entwickeln nun Forscher des Fraunhofer-Instituts für Angewandte Polymerforschung IAP und der BTU Cottbus. Sie wollen Anlagen entwickeln, mit denen Privathaushalte künftig ihren Wasserstoff direkt im eigenen Garten gewinnen können. Dafür arbeitet das Team um Holger Seidlitz an besonders kleinen und effizienten Windanlagen, die den Strom für die Wasserstoffgewinnung liefern sollen.

„Das Windrad wird so klein ausgelegt sein, dass sich auch Privatleute eine solche Anlage in den Garten stellen können“, erklärt Seidlitz. Die Leichtbau-Experten haben dafür einen neuen Propeller konzipiert, der sich bereits bei einer schwachen Brise in Bewegung setzt. „Wir haben das Design der Rotorblätter daran angepasst und ihre Masse im Vergleich zu herkömmlichen Kleinwindanlagen um rund 30 Prozent verringert“, erklärt Marcello Ambrosio vom Fraunhofer IAP.

Effizient bei schwachem Wind, stabil bei Sturm

Die Schwachwind-Rotoren für die neuen Mini-Windräder bestehen aus einem speziellen Faserverbundwerkstoff. Dieser besteht aus Faserstreifen, die in eine Form eingelegt und mit einem flüssigen Harz oder anderem Kunststoff getränkt werden. Wenn das Ganze aushärtet, entsteht ein leichter und trotzdem stabiler Baustoff. Am Fraunhofer IAP sorgt eine automatisierte Anlage dafür, dass die Fasern für die Rotoren besonders präzise in der Form platziert werden. Das verhindert Überlappungen und verringert Masse und Größe der Bauteile.

Die neuen Mini-Rotoren sind zudem so konzipiert, dass sie auch Starkwinden standhalten. Bei Sturm verbiegen sich die Rotorblätter elastisch und drehen sich so aus dem Wind. „Damit drosselt die Anlage von allein die Rotationsgeschwindigkeit und nimmt keinen Schaden“, erklärt Seidlitz. Auf komplizierte Steuertechnik und aufwändige Mechanik kann damit verzichtet werden. Erste Freilandtests der neuen Rotoren sollen schon in den nächsten Monaten erfolgen. Sie müssen dann im direkten Vergleich mit herkömmlichen Kleinwindanlagen zeigen, was in ihnen steckt.

Elektrolyse-Anlage mit Wasserstofftank

Der Strom, der mit diesen auch für Privathaushalte geeigneten Windanlagen erzeugt wird, liefert dann die Energie, um Wasserstoff aus Wasser zu gewinnen. „Der Wasserstoff wird vor Ort in einem kleinen Elektrolyseur erzeugt und im Tank gespeichert“, sagt Seidlitz. Das Gas könnte dann beispielsweise eine Brennstoffzelle im Haus antreiben, die zugleich Wärme und Strom produziert. Besitzer von Wasserstoffautos wiederum könnten ihr Auto künftig direkt zu Hause betanken.

An der Entwicklung geeigneter Tanks für solche Kleinanlagen arbeiten die Fraunhofer-Forscher ebenfalls bereits. Klassische Wasserstofftanks für die Industrie bestehen meist aus großen druckfesten Stahlbehältern. Für den Einsatz in tausenden Privathaushalten aber wären leichte Tanks aus Carbonfaser-Verbundstoffen wesentlich materialsparender und handlicher. Voraussetzung ist allerdings, dass sie auch stabil und sicher genug sind.

Sichere Wasserstofftanks aus Carbonfasern

Auch hier hat das Team bereits eine Lösung in petto: Ihre zylindrischen Tanks werden aus mit Kunstharz getränkten Carbonfaser-Streifen hergestellt. Sie härten zu einem Tank aus, der viele hundert Bar Druck aushält. Um Leckagen zu detektieren, sind in den Behälter Sensoren eingebaut. Dieses Frühwarnsystem sei eine wichtige Voraussetzung für einen sicheren Einsatz beim Endkunden. „Aktuell arbeiten wir mit 3D-Druckern, die elektrisch leitfähige Tinten verarbeiten können“, erläutert Marcello Ambrosio. „Diese arbeiten wir direkt in den Faserverbund ein.“

Mit dem Windrad und dem Tank kombinieren die Forscher so zwei Technologien, die künftig die Nutzung von Wasserstoff aus regenerativen Energien vorantreiben könnten.

 

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Hintergrundwissen

 

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reaktorpleite.de

 

Karte der nuklearen Welt:

Global denken - lokal handeln ... 

 

The English version of this world map:

https://www.google.com/maps/d/viewer?mid=1fCmKdqlqSCNPo3We1TWZexPjgNDQOaLD

 

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Die Suche in der reaktorpleite.de mit dem Suchwort 

     
  Wasserstoff  
     

 

brachte u.a. folgende Ergebnisse:

 

09. Oktober 2020 - Energie für Europa soll künftig aus den Wüsten Nordafrikas kommen

Artikel von Oliver Ristau aus www.berliner-zeitung.de

Deutschland plant den Import von solarem Wasserstoff aus Tunesien und Marokko. So will Berlin die Energiewende voranbringen. Doch das ist nicht nur geografisch ein weiter Weg.

Die Wüste von Tozeur war schon für die Jedi-Ritter ein Kraftzentrum. Zumindest fanden in dieser Region im Süden Tunesiens seit 1977 Dreharbeiten zu „Star Wars“-Filmen statt. Seit kurzem ist die karge Landschaft auch ein Ort der Solarkraft. Ende des letzten Jahres ging hier das erste Photovoltaik-Kraftwerk des nordafrikanischen Landes in Betrieb, finanziert von der deutschen Kreditanstalt für Wiederaufbau (KfW) mit 11,5 Millionen Euro. Die 20-Megawatt-Anlage kann etwa doppelt so viel Strom erzeugen wie ein Solarkraftwerk gleicher Größenordnung in Deutschland ...

 

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03.12.2019 - Orsted baut ersten Windpark auf See ohne Fördergelder

Artikel aus www.handelsblatt.com

Das Projekt in der Nordsee ist nicht nur der erste Offshore-Windpark weltweit, der ohne staatliche Fördergelder auskommen soll. Es gibt sogar schon einen Abnehmer für den Ökostrom.

Als die ersten Windparks auf hoher See (Offshore) ohne staatliche Fördergelder angekündigt wurden, staunte die Energiebranche nicht schlecht. Wirklich daran geglaubt hatten allerdings die wenigsten ...

Schleppender Netzausbau behindert Offshore-Industrie

Der Netzausbau in Deutschland kommt nicht so voran, wie er es müsste, um den Windstrom zuverlässig vom Norden in den Süden zu transportieren. Hunderte von Bürgerinitiativen im ganzen Land klagen gegen den Ausbau der nötigen Trassen.

Große Hoffnungen setzen Branchenvertreter deswegen auf den Aufbau einer Wasserstoffindustrie. Damit soll grüner Windstrom in Zukunft nicht nur über Leitungen, sondern auch als Kraftstoff oder Gas über Pipelines und Straßen weiterverteilt werden. Das könnte den Netzausbau zumindest teilweise entlasten und das Wachstum der Windkraft auf See wieder ankurbeln.

Sonst, warnt Neubert, könnte Deutschland den Anschluss an einen Milliardenmarkt der Zukunft verlieren. Genauer gesagt einen Billionenmarkt: 2040 soll die Windkraft auf See nach Einschätzung der Internationalen Energieagentur (IEA) ein Volumen von über 1,3 Billionen Dollar erreichen und Offshore-Energie zu der größten Stromquelle der Zukunft werden.

 

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Wikipedia

 

Wasserstoffherstellung

Mit Wasserstoffherstellung wird die Bereitstellung von molekularem Wasserstoff (H2) bezeichnet. Als Rohstoffe können Erdgas (vor allem Methan (CH4)), andere Kohlenwasserstoffe, Biomasse, Wasser (H2O) und andere wasserstoffhaltige Verbindungen eingesetzt werden. Als Energiequelle dient chemische Energie oder von außen zugeführte elektrische, thermische oder solare Energie.

Einsatz von Wasserstoff

Wasserstoff wird vor allem in der chemischen Industrie, beispielsweise für die Herstellung von Stickstoffdünger oder beim Cracken von Kohlenwasserstoffen in Erdölraffinerien eingesetzt ...

Eine Option zur Stromspeicherung könnte die Elektrolyse von Wasser zu den Gasen Wasserstoff und Sauerstoff (O2) sein, welche gespeichert und später wieder verstromt werden könnten. Im Rahmen einer sogenannten Wasserstoffwirtschaft könnte der Wasserstoff auch direkt genutzt werden ...

 

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AtomkraftwerkePlag

 

Inkonsequente Energiepolitik

Im Großen und Ganzen hat die Energiewende seit 2011 einen erfolgreichen Verlauf genommen, nicht wegen, sondern trotz der Energiepolitik unter Angela Merkel. Von der Politik halbherzig begonnen, schlecht geplant, immer wieder verzögert und ausgebremst, hat sie sich zu einem weitgehend eigenständigen Prozess entwickelt.

Als die schwarz-gelbe Regierung nach Fukushima ihre Laufzeitverlängerung rückgängig machte, beschränkte sie sich darauf, alte Reaktoren abzuschalten und einen 11 Jahre langen Zeitplan für den Atomausstieg zu initiieren, der zwar die Zumutungen für die deutschen Atomkonzerne niedrig hält, zugleich aber die deutsche Bevölkerung eine weitere Dekade lang den Gefahren der Atomenergie aussetzt. Der Atomausstieg wurde nicht ins Grundgesetz aufgenommen, die Atomfabriken in Gronau und Lingen, Atomforschung und Forschungsreaktoren wurden vom Atomausstieg ausgenommen, der Euratom-Vertrag ist bis heute nicht gekündigt worden.

Rahmenbedingungen für die Energiewende wurden kaum gesetzt. Dennoch ist die Nutzung der erneuerbaren Energien schneller vorangeschritten als vermutet, einfach weil die Zeit reif dafür war ...

 

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