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Zeitungsartikel 2020
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Grüner Strom

09. Oktober 2020 - Energie für Europa soll künftig aus den Wüsten Nordafrikas kommen

Artikel von Oliver Ristau aus www.berliner-zeitung.de

Deutschland plant den Import von solarem Wasserstoff aus Tunesien und Marokko. So will Berlin die Energiewende voranbringen. Doch das ist nicht nur geografisch ein weiter Weg.

Die Wüste von Tozeur war schon für die Jedi-Ritter ein Kraftzentrum. Zumindest fanden in dieser Region im Süden Tunesiens seit 1977 Dreharbeiten zu „Star Wars“-Filmen statt. Seit kurzem ist die karge Landschaft auch ein Ort der Solarkraft. Ende des letzten Jahres ging hier das erste Photovoltaik-Kraftwerk des nordafrikanischen Landes in Betrieb, finanziert von der deutschen Kreditanstalt für Wiederaufbau (KfW) mit 11,5 Millionen Euro. Die 20-Megawatt-Anlage kann etwa doppelt so viel Strom erzeugen wie ein Solarkraftwerk gleicher Größenordnung in Deutschland.

„Wir finden hier eine Solareinstrahlung von 2000 Kilowattstunden pro Quadratmeter im Jahr vor“, sagt Nejib Sajari, Manager des staatlichen Stromversorgers Société tunisienne de l’électricité et du gaz (STEG). In Deutschland sind es bei gleicher Fläche nur 1000 Kilowattstunden. Damit gehört der Süden Tunesiens zu den einstrahlungsreichsten Regionen der Erde. Das macht die Photovoltaik angesichts gesunkener Preise sehr attraktiv. Der grüne Sonnenstrom lasse sich hier für rund 2,5 Cent je Kilowattstunde erzeugen, sagt Sajari. So billig können das weder Windkraft noch Kohle, Gas oder Kernkraft. Und auch keine Solarenergie in Deutschland, wo die Erzeugungskosten vier bis fünf Cent betragen. Tunesien und Italien planen gemeinsam den Bau einer Stromleitung durch das Mittelmeer, die 2025 ihren Betrieb aufnehmen soll. Wenn es wirklich so kommt, dann könnte Tunesien künftig Solarstrom direkt nach Europa liefern. „Im Winter, wenn bei uns der Strombedarf sinkt, könnten wir Überschüsse exportieren“, schlägt Sajari vor.

Wüstenstrom zu Wasserstoff

Doch es geht nicht nur um tunesischen Solarstrom. Deutschland interessiert sich noch mehr für solaren Wasserstoff. Der gasförmige Energieträger gilt als Stein der Weisen für die Energiewende. Er soll massenhaft aus grünem Strom erzeugt werden und künftig in Industrie, Verkehr und in Wärmeversorgung fossile Energien verdrängen, um alle diese Sektoren klimafreundlicher zu machen.

Doch für solche Visionen braucht es viel Volumen. So viel Wasserstoff, wie Deutschland benötigte, kann es selbst nicht herstellen. Aus diesem Grund beinhalten die deutschen Pläne zum Aufbau einer grünen Wasserstoffwirtschaft ganz wesentlich Importe aus Nordafrika, wo Sonne im Überfluss scheint. Mit Marokko gibt es bereits eine Absichtserklärung. Tunesien könnte folgen. Das kleinste Land der Region ist das einzige, in dem sich seit dem arabischen Frühling demokratische Strukturen etablieren konnten. Außerdem liegt keines der Länder näher an Zentraleuropa als Tunesien. Der Flug von Frankfurt am Main nach Tunis dauert nur zwei Stunden. „Das Land ist für den Export von Solarstrom und Wasserstoff nach Deutschland und Europa sehr gut geeignet“, sagt Andreas Reinicke, der Deutsche Botschafter in Tunis. Zusammen mit regionalen Partnern arbeiten die KfW und die deutschen Entwicklungsgesellschaft GIZ an einer Machbarkeitsstudie für die solare Wasserstoffproduktion vor Ort.

Sensibler Punkt dabei: Wo kommt das Wasser dafür her? Wasserstoff entsteht bei der Spaltung von Wasser in seine beiden Bestandteile Sauerstoff und Wasserstoff. Das geschieht mittels elektrischen Stroms in einem Elektrolyseur. Der braucht aber rund sechs Liter Wasser, um dafür einen Kubikmeter Wasserstoff zu produzieren. „Heimische Ressourcen sind für ein arides Land wie Tunesien keine Option“, sagt Reinicke. Tunesien zählt zu den ärmsten Ländern der Welt, was die Verfügbarkeit von Trinkwasser betrifft. Dagegen wäre das Mittelmeerland für die Meerwasserentsalzung prädestiniert. Die KfW finanziert passenderweise eine solche Anlage auf der tunesischen Insel Djerba. Diese produziert derzeit etwa 50.000 Liter Trinkwasser pro Tag, und zwar mittels Umkehrosmose. Dabei drückt eine Hochdruckpumpe das Meerwasser durch Tausende von Membranen mit einer Durchlässigkeit im Nanometerbereich. Nur noch Wassermoleküle und wenige Ionen passen durch die Poren. Sie fangen das Salz auf und reduzieren dessen Gehalt im Wasser von rund 40 Gramm je Liter auf unter 0,4 Gramm.

Meerwasserentsalzung statt Trinkwasser

Nach Auskunft des Fraunhofer-Institut für Solare Energiesysteme (ISE) wäre die Meerwasserentsalzung als Basis der grünen Wasserstoffproduktion im Prinzip auch wirtschaftlich. Voraussetzung wäre, dass ein Elektrolyseur mindestens 70 Prozent des Jahres, also gut 6000 Stunden im Betrieb sein könnte. Das wiederum könne dort gelingen, wo neben hoher Sonneneinstrahlung auch Windenergie zur Verfügung steht, die nachts einspringen könnte. „Solche Optionen finden Sie in verschiedenen Regionen der Welt, etwa in Australien, aber auch in Afrika“, sagt Christopher Hebling, der am ISE für die Wasserstoffforschung verantwortlich ist.

Ob das auch im Prinzip für Tunesien gilt, wird die Machbarkeitsstudie zeigen. Eine Exportvoraussetzung hat das Land aber bereits: eine Gaspipeline nach Europa. Die Transmed, die Erdgas von Algerien nach Europa bringt, verläuft über 350 Kilometer auf tunesischem Gebiet, bevor sie ins Mittelmeer in Richtung Italien weiterführt. Diese könnte künftig problemlos zehn Prozent Wasserstoff aufnehmen, schätzt die KfW. Beide Gase lassen sich mischen. Zwar weist Wasserstoff einen niedrigeren Heizwert auf, hat also bei gleichem Volumen weniger Energie als Erdgas. Dort, wo Kraftwerke, Tankstellen oder Heizungsanlagen das Gas aus der Pipeline entnehmen, ist das aber kein Problem, solange der Wasserstoffanteil im Gasgemisch begrenzt bleibt. 30 Prozent gelten laut der deutschen Gasindustrie als möglich.

Mit Pipeline oder Schiff

Die Frage des Transportweges ist bei Wasserstoff deshalb so entscheidend, weil es als flüchtigstes Gas so viel Volumen wie kein anderes Element benötigt. Auf der Straße etwa macht der Transport mit Lastzügen nur über eine relativ kurze Strecke Sinn. Um den Energieträger in großen Mengen zu transportieren, braucht es deshalb Methoden wie die kalte Verflüssigung. Das funktioniert ähnlich wie bei Erdgas, das bei minus 190 Grad Celsius flüssig wird und als LNG (Liquified Natural Gas) mit Spezialtankern weltweit verschifft wird. Der Siedepunkt von Wasserstoff liegt bei minus 250 Grad Celsius. „Die Technologie der kalten Verflüssigung ist beim LNG bekannt. Verfahren für Wasserstoff müssen nur modifiziert werden“, sagt Hebling. Und es bräuchte entsprechende Häfen, die den Wasserstoff verflüssigen und wieder in den gasförmigen Zustand zurückversetzen.

Australien und Japan haben als erste weltweit solche Anlagen gebaut. Zwischen den beiden Ländern verkehrt auch das bisher einzige Spezialschiff mit Tanks für verflüssigten Wasserstoff. Japan will damit seinem Ziel näherkommen, sich zu den Olympischen Spiele 2021 als Wasserstoff-Gesellschaft zu präsentieren. Während die Verflüssigung also allmählich Realität wird, könnte eine andere Technologie schon vorbei sein. Dabei geht es um die chemische Bindung von Wasserstoff an ein Thermoöl, im Fachjargon LOHC genannt – Liquid Organic Hydrogen Carrier. Die Idee dahinter: Durch eine katalytische Reaktion dockt Wasserstoff an einen Träger an, wodurch es deutlich weniger Platz benötigt. Das hätte den Charme, sehr viel Gas transportieren zu können, ohne Spezialschiffe. Doch der Prozess ist zu aufwändig und wenig effizient. Und eines ist für ein finanzschwaches Land wie Tunesien wichtig: Der Investitionsaufwand muss sich lohnen, um die Kraft der Sonne und des Wasserstoffs künftig auch für Europa zu nutzen.

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Karte der nuklearen Welt:

Sonnenstrom und Wasserstoff aus Nordafrikas Wüsten.
Keine neue Idee, aber nach wie vor ein guter Ansatz.

 

Englischsprachige Version der Weltkarte:

https://www.google.com/maps/d/edit?mid=1fCmKdqlqSCNPo3We1TWZexPjgNDQOaLD&ll

 

 

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Durchsuchen der reaktorpleite.de mit dem Suchwort:

Solarstrom

Afrika

 

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Wikipedia

 

Desertec

ist eine Initiative, die das Ziel verfolgt, Ökostrom an energiereichen Standorten der Welt zu erzeugen. Er soll dort für den lokalen Verbrauch genutzt werden, aber auch in Industrieregionen exportiert werden, z. B. mittels Hochspannungs-Gleichstrom-Übertragung (HGÜ). Sonnenreiche Wüsten stehen im Fokus. Ein Ziel ist die Schaffung von Energiepartnerschaften, um Entwicklungsperspektiven zu ermöglichen. Desertec hat einige Projekte begonnen (2014 lag ihr Gesamtvolumen bei 3 GW); das Ziel, einen beträchtlichen Teil der Stromversorgung Europas zu decken, wurde aber aufgegeben, und die meisten Gesellschafter stiegen 2014 aus der Organisation aus. Desertec gab 2019 an, auch die Wasserstoffproduktion aus grünem Wüstenstrom anzustreben ...

https://de.wikipedia.org/wiki/Desertec

 

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DESERTEC FOUNDATION

Desertec Atlas

Der Desertec-Atlas, herausgegeben von der Deutschen Gesellschaft des Club of Rome und der Desertec Foundation, ist das erste Werk, welches den globalen Ansatz des Desertec-Konzepts beschreibt und gleichzeitig die Energiefrage mit den Themen Klima, Wasser, erneuerbare Energie, Strom aus der Wüste oder Windenergie umfassend beleuchtet.

https://www.desertec.org/desertec-atlas/

 

DESERTEC EU-MENA Karte:

Von DESERTEC Foundation, www.desertec.org - http://www.desertec.org/fileadmin/downloads/press/DESERTEC-Map.zip, CC BY-SA 2.5, https://commons.wikimedia.org/w/index.php?curid=6096923

Von DESERTEC Foundation, www.desertec.org,
CC BY-SA 2.5, https://commons.wikimedia.org/w/index.php?curid=6096923 

Skizze einer möglichen Infrastruktur für eine nachhaltige Stromversorgung in Europa, dem Nahen Osten und Nord-Afrika (EU-MENA).
Zur Veranschaulichung: Die durch die roten Quadrate markierten Flächen für Solarkollektoren würden genügen, um in solarthermischen Kraftwerken (CSP) den Strombedarf
- der Welt (18.000 TWh/a, 300x300 km),
- Europas (EU, 3.200 TWh/a, 125x125 km)
- und von Deutschland bzw. MENA (Middle East and North Africa, ca. 600 TWh/a, 55x55 km) zu erzeugen.
- Das Quadrat "TRANS-CSP Mix EUMENA 2050" zeigt die insgesamt benötigte Fläche für Solarkollektoren, um DESERTEC in EU-MENA zu realisieren (entsprechend dem TRANS-CSP Szenario des DLR). Auf diese Weise könnte genügend Energie erzeugt werden, um den Bedarf an Meerwasserentsalzung und zwei Drittel des bis 2050 stark wachsenden Strombedarfs der MENA-Region zu decken sowie etwa 17 Prozent des europäischen Strombedarfs (zusammen 2,940 TWh/a, 120x120 km).
In der Realität werden viele CSP-Kraftwerke über die Wüsten der MENA-Region und der Welt verteilt sein. Die gestrichelten Linien stellen eine zweite Ausbaustufe dar.

 

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Streit über "Sonnensteuer"

12.10.2020 - Solarbranche kritisiert EEG-Reform

Die Solarwirtschaft kritisiert die geplante Reform des Erneuerbare-Energien-Gesetzes scharf. Sie bringe den Weiterbetrieb tausender Solaranlagen in Gefahr.

"Wir brauchen ein Solarbeschleunigungsgesetz und keine neuen Marktbremsen", sagte der Hauptgeschäftsführer des Bundesverbandes Solarwirtschaft, Carsten Körnig, im Gespräch mit der Deutschen Presse-Agentur. Er warnte vor einem Markteinbruch bei der Errichtung neuer Photovoltaik-Dächer. Einem Gutachten zufolge verstoße die EEG-Novelle gegen Europarecht.

Kritisiert werden vor allem Pläne, selbst genutzten Solarstrom weiterhin mit der EEG-Umlage zu belegen. Die Rede ist von einer "Sonnensteuer". Dies verstoße gegen eine EU-Richtlinie zur Förderung der Nutzung von Energie aus erneuerbaren Quellen, das geht aus dem Gutachten einer auf Energierecht spezialisierten Berliner Anwaltskanzlei im Auftrag des Verbandes hervor ...

 

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„Grüner“ Wasserstoff aus dem Kongo

12.10.2020 - Energiewende auf Afrikas Kosten

Mit Strom aus den Wasserkraftwerken am Kongo-Fluss will Deutschland „grünen“ Wasserstoff gewinnen. Dabei bräuchte Afrika den Strom selber.

„Grüner Wasserstoff ist der Energieträger der Zukunft“, erklärte Bundeswirtschaftsminister Peter Altmaier zum Auftakt des EU-Wasserstoffgipfels in Brüssel am 5. Oktober. Es ging um die EU-Wasserstoffstrategie, eines der ehrgeizigsten Bestandteile des Vorhabens, die EU zum Jahr 2050 klimaneutral zu machen.

Klar wurde: Europa wird dafür große Mengen „grünen“ Wasserstoff aus anderen Erdteilen importieren müssen. „Mit ganzer Kraft“ wolle er das mit internationalen Partnern vorantreiben, sagte Altmeier.

Die Partner befinden sich offenbar vor allem in Afrika. Marokko hat im Juli mit der Bundesregierung eine Absichtserklärung über eine deutsch-marokkanische Wasserstoffallianz unterzeichnet.

Als Nächstes gerät nun die Demokratische Republik Kongo ins Visier. Im August sorgte in dem bitterarmen Land eine deutsche Unternehmerdelegation für Aufsehen. Die potenziellen Investoren führten in Kinshasa Gespräche auf höchster Ebene und besuchten auch die Inga-Staudämme am Kongo-Fluss ...

 

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12.10.2020 - Kraftwerkbetreiber wollen Langzeitbetrieb für alle Atomkraftwerke sichern

Die Schweizer AKW-Betreiber fordern in einem Positionspapier von der Politik Rückhalt für den Langzeitbetrieb ihrer Reaktoren. Sie sollen weit über die ursprünglich angenommene Laufzeit hinaus betrieben werden.

Der Langzeitbetrieb von Atomkraftwerken über die ursprünglich festgesetzte Laufzeit hinaus ist in der Schweiz bereits Realität, schreibt der Verband der Schweizer Kernkraftwerksbetreiber Swissnuclear in einem am Montag veröffentlichten Positionspapier. So seien die beiden Reaktoren in Beznau bereits seit 50 Jahren in Betrieb, dies trotz einer Referenzlaufzeit von 40 Jahren. Auch der Reaktor in Gösgen habe das Ende der Laufzeit erreicht und werde dennoch weiterbetrieben ...

 

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11.10.2020 - „Keine Renaissance der Atomkraft unter dem Deckmantel des Klimaschutzes zulassen“

Bei der Konferenz der Landesumweltreferenten der Bundesländer trug Landesrat Stefan Kaineder ein umfassendes Paket an Anträgen aus Oberösterreich und Niederösterreich für die Antiatom-Arbeit vor. Angesichts einer erstarkenden Atomlobby, die der schwächelnden Atomkraft im Fahrwasser der Klimaschutz-Bewegung wieder Auftrieb verschaffen will, laut Kaineder eine wichtige Aufgabe, die klare Haltung Österreichs gegen Atomkraft seitens der Bundesländer zu bekräftigen.

„Ich freue mich sehr darüber, dass Oberösterreich und Niederösterreich bei Antiatom-Fragen an einem Strang ziehen. Nur so haben wir eine Chance gegen die Atomlobby, die aktuell versucht, unter dem Deckmantel der Klimaschutz-Bewegung zu einer Renaissance zu finden. Dabei stellt eine erst kürzlich im renommierten Fachmagazin ‚Nature Energy‘ publizierte Studie klar fest, dass Atomkraft nicht dazu beiträgt, die CO2-Emissionen eines Staates zu senken. Wollten diese jedoch ihre Emissionen verringern, um die Ziele des Pariser Klimavertrags zu erreichen, zeigen die Ergebnisse, dass Atomkraft keine geeignete Methode dafür ist„, so Kaineder ...

 

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Atommüll muss vorher noch verpackt und abtransportiert werden

11.10.2020 - Atomkraftwerk Würgassen wird bis 2029 abgerissen

Die Preußen Elektra wartet als Eigentümerin des ehemaligen Atomkraftwerks Würgassen mit einer Überraschung auf: Die Gebäude des Akw sollen bis zum Jahr 2029 abgerissen werden.

Bevor mit den Rückbauarbeiten begonnen werde, sollen die dort noch lagernden mittel- und schwachradioaktiven Abfälle in endlagertaugliche Behälter verpackt werden. Die Preußen Elektra ist ein Tochterunternehmen des Eon-Konzerns.

Auf dem Gelände des 1994 vom Netz gegangenen Atommeilers lagern bis heute noch rund 4000 Tonnen radioaktive Abfälle. Die hochradioaktiven abgebrannten Brennelemente waren ab 1997, als das Kraftwerk endgültig stillgelegt worden war, ins französische La Hague abtransportiert worden. Ende September habe die PreußenElektra mit der Auslagerung der noch innerhalb des Kraftwerks lagernden radioaktiven Abfälle begonnen ...

 

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Ende der Subventionen

11.10.2020 - Viele Windräder in Thüringen könnten abgebaut werden

Ob zu den 845 Windrädern in Thüringen in nächster Zeit viele neue hinzukommen, ist unklar. Es könnten sogar weniger werden. Denn bis Ende 2020 fallen mehr als 100 Windräder aus der Förderung des Erneuerbare-Energien-Gesetzes und werden dadurch unrentabel. So wird im Kyffhäuserkreis gerade ein Alt-Windpark zurückgebaut: Acht Windräder verschwinden und könnten von neuen ersetzt werden. Sicher ist das aber nicht.

Ein riesiger Bagger packt grob eines der großen Stahlteile und zerrt es nach oben. Das Krachen beim Herunterfallen wäre ohrenbetäubend, doch der Blick auf die Abbau-Stelle ist nur aus der Distanz erlaubt an diesem Freitag. Insgesamt acht Windräder baut die Firma WPD nahe dem kleinen Ort Keula im Kyffhäuserkreis ab. Sie sind 20 Jahre lang gelaufen und rechnen sich nach Ablauf der 20 Jahre währenden Förderungsdauer durch das Erneuerbare-Energien-Gesetz nicht mehr ...

 

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11.10.2020 - Die Menschheit hat eine zehnprozentige Wahrscheinlichkeit des Überlebens

Statistische Berechnungen von Wissenschaftlern geben uns nur wenige Jahrzehnte bis zur Apokalypse der Menschheit

Wir tanzen auf dem Vulkan, die Apokalypse für die Menschen nähert sich, wenn wir so weitermachen. Das sagen nicht Anhänger von Extinction Rebellion (XR) oder Fridays for Future, sondern die Wissenschaftler Mauro Bologna vom Departamento de Ingeniería Eléctrica-Electrónica, Universidad de Tarapacá in Chile und Gerardo Aquino vom Alan Turing Institute in London in dem Beitrag Deforestation and world population sustainability: a quantitative analysis, der in den Scientific Reports von Nature erschienen ist. Sie haben von den vielen Faktoren, die das Klima beeinflussen, einen der wichtigsten untersucht, nämlich die Folgen der Entwaldung durch den Menschen. Vor der Entstehung der menschlichen Kulturen hat Wald 60 Millionen Quadratkilometer der Erdoberfläche bedeckt, jetzt seien es nur noch 40 Millionen - und der Wald schrumpft weiter ...

 

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10.10.2020 - Strahlende Fracht von NRW nach Russland

Seit Tagen ist ein neuer Uran-Transport von Deutschland nach Russland unterwegs. Umweltschützer sind ernsthaft besorgt.

Diese Fracht aus Deutschland möchten Russlands Umweltschützer am liebsten wieder zurückschicken. Seit Tagen ist ein neuer Atomtransport mit abgereichertem Uran aus Gronau in Nordrhein-Westfalen auf dem Weg. "Das muss ein Ende haben", fordert Wladimir Sliwjak von der russischen Organisation Ecodefense. Er befürchtet, dass sein Land zunehmend zu einer Deponie für radioaktive Abfälle aus dem Ausland wird. Während Deutschland nach einem Endlager für Atommüll sucht, warnt Sliwjak davor, dass in Russland "künftige Generationen für Uran-Abfälle mit ihrer Gesundheit zahlen müssen".

Endstation der gefährlichen Fracht aus Nordrhein-Westfalen sei Nowouralsk nahe der Stadt Jekaterinburg am Ural, eine von vier Urananreicherungsanlagen in Russland, sagt der Aktivist der Deutschen Presse-Agentur. Dort beginnt für den Umweltschützer das eigentliche Problem: "Die Originalbehälter mit den Uranrückständen werden unter freiem Himmel gelagert." Sie würden irgendwann zu rosten beginnen ...

 

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09.10.2020 - Statt China: USA bauen AKW in Rumänien aus

In Rumänien werden statt China die USA zwei neue Blöcke für das Atomkraftwerk Cernavoda bauen. Das teilte der dortige US-Botschafter mit. Die Verträge würden noch am Freitag unterzeichnet, sagte Adrian Zuckerman in einer Videobotschaft. Der rumänische Energieminister und sein US-Kollege Dan Brouilette würden in Washington eine Vereinbarung über die Modernisierung eines Reaktorblocks sowie über den Bau von zwei neuen Blocks für Cernavoda schließen. Das Projekt habe einen Wert von insgesamt acht Milliarden US-Dollar und bedeute einen »Paradigmenwechsel« in der künftigen wirtschaftlichen Zusammenarbeit beider Länder, sagte Zuckerman. Das Energieministerium in Bukarest erklärte auf Anfrage der Nachrichtenagentur AFP, Einzelheiten der Zusammenarbeit würden nach der Unterzeichnung bekanntgegeben ...

 

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09.10.2020 - Asse: Begleitgruppe legt aus Protest Arbeit temporär nieder

Die Asse-2-Begleitgruppe will erst weitermachen, wenn das Bundesministerium zwei Asse-ferne Zwischenlagerstandorte für den Atommüll geprüft hat.

Mit einem Brandbrief haben sich die Mitglieder der Asse-2-Begleitgruppe am Freitag an das Bundesumweltministerium (BMU) gewandt. In dem Schreiben, das der Redaktion vorliegt, kritisiert die Asse-2-Begleitgruppe (A2B) das Verfahren der Standortauswahl für die Zwischenlagerung des Atommülls – im Falle seiner Bergung aus dem alten Bergwerk ...

 

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09.10.2020 - Die Menschen der Zukunft vor Atommüll warnen

Bis zu einer Million Jahre soll hochradioaktiver Müll sicher in einem unterirdischen Endlager bleiben. Deshalb fragen sich Forscher auch: Wie warnt man die Menschen der Zukunft davor, ihn wieder auszugraben?

Rund 300.000 Jahre soll Schacht Konrad, das Endlager für schwach- und mittelradioaktive Abfälle, die Menschen sicher vor strahlendem Müll bewahren. Bei dem noch zu findenden Lager für hochradioaktive Abfälle sind es sogar eine Million Jahre. Für den menschlichen Horizont sind solche Zeiträume kaum vorstellbar. Zum Vergleich: Vor 300.000 Jahren gab es die allerersten Menschen auf der Erde ...

 

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