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Zeitungsartikel 2020
Hintergrundwissen Aktuell+.

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Aus dem IPPNW ATOM-Energie-Newsletter September 2020

13. September 2020 - VA Emirate - Ein neuer Atomstaat am Persischen Golf

Artikel aus www.ippnw.de

Seit diesem Sommer gehören die Vereinigten Arabischen Emirate (VAE) nun auch ganz offiziell zur Liste der Atomstaaten. Am 1. August 2020 begann der neue Atomreaktor Barakah 1 Strom zu produzieren. Der Reaktor ist der erste von insgesamt vier Reaktoren an dem Standort im dünn besiedelten Westen von Abu Dhabi und damit auch der erste Atomreaktor überhaupt auf der arabischen Halbinsel. Drei weitere Reaktoren in Barakah sind aktuell noch im Bau und sollen in den kommenden Jahren fertig gestellt werden. 5.600 Megawatt Elektrizität sollen die vier Reaktoren einst produzieren – rund ein Viertel der aktuellen Strombedürfnisse der Emirate.

In Auftrag gegeben 2009, zwei Jahre vor Fukushima, sollte der erste Reaktor in Barakah ursprünglich 2017 ans Netz gehen. Sicherheitsbedenken, die Folgen von Fukushima, Korruptionsfälle beim süd-koreanischen Bauherrn KEPCO und der beginnende Ausstieg Südkoreas aus der Atomenergie führten zu mehreren Verzögerungen.

Die VAE sind die einzigen Auslandskunden von KEPCO. Noch nie hat der Konzern außerhalb von Südkorea ein Kraftwerk gebaut – und offenbar in Barakah auch an einigen kritischen Stellen gespart. Um den ursprünglich ausgehandelten Preis von rund 30 Milliarden US-Dollar trotz dreijähriger Verzögerungen einzuhalten, wurde auf einige moderne Sicherheitsvorkehrungen verzichtet, die seit Fukushima eigentlich zum Standard-Repertoire neuerer Atomreaktoren gehören sollten. So ist der Reaktorkern weder gegen militärische Angriffe geschützt, noch gegen Flugzeugabstürze oder „unerwartete Unfälle“. Vor allem der Verzicht auf eine Auffangvorrichtung für geschmolzene Brennstäbe im Fall eines Reaktorbruchs wird von internationalen Sicherheitsexpert*innen schwer kritisiert. Ein solcher „core-catcher“ oder „Kernfänger“ wird beispielsweise im Europäischen Druckreaktor EPR eingebaut und soll das hoch-radioaktive Material bei einer Kernschmelze auffangen und kühlen. Die damalige Vorstandsvorsitzende der französischen Atomfirma AREVA, Anne Lauvergeon, nannte den KEPCO-Reaktor in Barakah „ein Auto ohne Airbags oder Sitzgurte“.

Hinzu kommt, dass KEPCO in den letzten Jahren von zahlreichen Korruptionsfällen betroffen war. Neben Schmiergeldzahlungen ging es vor allem um Fälschungen von Sicherheitszertifikaten bei Atomreaktoren in Südkorea. Mehr als 100 Menschen der sog. „Atom-Mafia“ innerhalb und im Umfeld von KEPCO wurden vor Gericht gestellt, sechs Atomreaktoren abgeschaltet. Südkorea beschloss 2017, aus der Atomenergie auszusteigen. Weitere Auslandsprojekte wurden gestoppt, zwei ältere Reaktoren vom Netz genommen. Der Reaktor in Barakah ging dennoch ans Netz, wenn auch mit drei Jahre Verspätung.

Mittlerweile wurden auch hier, ähnlich wie an Atommeilern in Europa, Risse in der Reaktorhülle festgestellt und offenbar fehlerhafte Sicherheitsventile installiert. Diese Vorwürfe lassen die Aufsichtsbehörden der VAE in einem schlechten Licht darstellen und nähren die Sorge, dass, ähnlich wie in anderen Atomstaaten, die Kollusion zwischen Betreibern, Politik und Aufsichtsbehörden der Sicherheit des Kraftwerks zuwiderlaufen.

Der Nachbarstaat Katar hat bereits im März 2019 die zunehmenden Sicherheitsbedenken zum Anlass genommen, um bei der Internationalen Atomenergieorganisation IAEO eine offizielle Beschwerde einzureichen. Das Emirat, das nur etwa 150 km vom Atomkraftwerk in Barakah entfernt liegt, spricht von ernsthaften Bedrohungen für Umwelt und regionale Stabilität durch das Projekt. Im Fall einer Atomkatastrophe könnte die katarische Hauptstadt Doha laut Prognosen der katarischen Behörden binnen Stunden von einer radioaktiven Wolke umhüllt sein.

Auch der Transport von hoch-radioaktivem Uran (übrigens auch aus dem westfälischen Gronau) über den Persischen Golf bereitet Anrainerstaaten Sorgen. Anders als Unfälle von Ölfrachtern oder Gasschiffen hätte die Havarie eines Transportschiffes mit Uran die langfristige radioaktive Kontamination der Küstengewässer zur Folge. Eine radioaktive Kontamination der Küstengewässer durch ein Schiffsunglück, steigende Meeresspiegel, Überflutungen, Stürme oder gar ein Super-GAU wie in Fukushima hätte katastrophale Folgen für Staaten wie Katar, die ihr Trinkwasser hauptsächlich aus Entsalzungsanlagen entlang der Küste beziehen.

Hinzu kommt, dass die Küstenregionen der Region mit ihren Wattflächen und artenreichen Mangrovenwäldern ein einzigartiges und schützenswertes Ökosystem darstellen und im Fall einer Atomkatastrophe unwiderruflich kontaminiert wären. Es wird davon ausgegangen, dass Mangrovenwälder wie ein Schwamm radioaktive Stoffe aufnehmen und ansammeln würden. Umweltschützer sprechen davon, dass die Küstennahen Ökosysteme im Fall einer Atomkatastrophe zu einer radioaktiven Kloake werden würden.

Wissenschaftler*innen des Weltklimarats IPCC rechnen in den kommenden Jahren mit einem deutlichen Anstieg von Hochwassersituationen. Küstennahe Atomkraftwerke wie Barakah werden daher zunehmend von Sturmfluten und Überschwemmungen der Reaktorgebäuden und Abklingbecken betroffen werden. Die VAE hatten die Konsequenzen des Klimawandels sicherheitshalber nicht in die Umweltprüfungen des Kraftwerkprojekts in Barakah einbezogen.

Angesichts der fortschreitenden Klimakatastrophe und Erderwärmung ist es ohnehin verwunderlich, dass ein Wüstenstaat mit rund 3.500 Sonnenstunden im Jahr (mehr als doppelt so viel wie beispielsweise Deutschland) in Reaktoren investiert, deren hoch-radioaktiver Kern kontinuierlich durch Küstenwasser gekühlt werden muss. Schon jetzt hat der Persische Golf eine Durchschnittstemperatur von 20-35°C, die mittelfristige Prognose deutet nach oben. Als Flüsse in Europa im Rekordsommer 2019 die kritische Grenze von 26°C Wassertemperatur erreichten, mussten zahlreiche Atomreaktoren heruntergefahren oder ganz abgeschaltet werden. Es wird interessant sein zu sehen, inwieweit sich das Wasser des Persischen Golfs als Kühlwasser nutzen lässt und ob die zunehmende Erwärmung der Ozeane den Betrieb der Reaktoren in den VAE beeinträchtigen wird.

Sicherheitsexpert*innen warnen zudem vor der Möglichkeit, dass ein Atomkraftwerk als militärisches Ziel missbraucht werden könnte. Aufgrund der großen Menge an spaltbarem Material in den Reaktoren und Abklingbecken, ist ein Atomkraftwerk eine „in Beton gegossene schmutzige Bombe“. Ein Flugzeugabsturz über dem Reaktorkern, ein konventioneller terroristischer Anschlag, ein Hackerangriff, Sabotage oder ein Militärschlag könnten Unmengen von radioaktivem Material freisetzen und die wirtschaftlichen und politischen Zentren der Region mit einem einzigen Schlag nachhaltig destabilisieren.

Die offenkundig unzureichenden Vorkehrungen für ein solches Szenario sind umso beunruhigender, da erst 2019 militärische Angriffe auf saudische Ölraffinerien die Verletzlichkeit der Energieinfrastruktur in der Region aufzeigten. Die VAE beteiligen sich militärisch auf der Seite Saudi Arabiens am Bürgerkrieg im Jemen und schiitische Houthi-Rebellen prahlen damit, bereits im Dezember 2017 eine ersten Raketenanschlag auf das noch im Bau befindliche Reaktorgebäude in Barakah durchgeführt zu haben. Die VAE geben zwar an, dass keine Huthi-Raketen ihr Staatsgebiet erreicht hätten, aber die Sorge um künftige Anschläge auf die Reaktoren, angereicherte Urantransporte oder Atommülllagerungsstätten sind verständlicherweise hoch.

Doch auch ohne drohende Anschläge stellen die Reaktoren in Barakah eine Gefahr für die Sicherheit und Stabilität in der Region dar. Im Mittleren und Nahen Osten gab es bislang lediglich zwei Staaten mit Atomprogrammen: im Iran produziert der russische Atomreaktor in Buschehr seit 2013 Strom, ein zweiter Reaktor ist seit 2019 im Bau. Es besteht weltweit die Sorge, dass das zivile Atomprogramm für militärische Zwecke genutzt werden könnte. Ein Paradebeispiel für die militärische Nutzung kommerzieller, bzw. wissenschaftlicher Atomprogramme ist der zweite Atomstaat in der Region: Israel besitzt bereits seit Anfang der 1960'er Jahren einen funktionierenden Atomreaktor in der Negev-Wüste nahe Dimona. Offiziell als Forschungsreaktor deklariert, produzierte der Reaktor keinen kommerziellen Strom, sondern Plutonium für das israelische Atomwaffenprogramm. In der Türkei baut der russische Staatskonzern ROSATOM seit 2018 vier Atomreaktoren an der Mittelmeerküste in Akkuyu, an zwei weiteren Standorten gibt es vage Konstruktionspläne für Anschlussprojekte. Auch hier besteht die Sorge, dass die Türkei die Reaktoren für militärische Zwecke nutzen könnte. Die Pläne für 4 ROSATOM-Reaktoren in El Dabaa in Ägypten sind nicht weit gediehen. Im Irak und in Syrien wurden Atomreaktoren jeweils noch während der Bauzeit durch israelische Luftangriffe zerstört: 1981 der Osirak-Reaktor in der Nähe von Baghdad und 2007 ein geheimer Atomreaktor in der Region Deir ez-Zor im Osten Syriens. Man sieht also – die militärische und zivile Nutzung von Atomprogrammen sind in der Region historisch nie einfach zu trennen gewesen. Nun sind also die VAE zum dritten Atomstaat der Region geworden.

Die VAE geloben zwar in Abkommen wie der Nuklearen Kooperationsvereinbarung mit den USA von 2009 selbst keine Urananreicherung vorzunehmen, doch Experten befürchten dennoch ernsthafte Proliferationsrisiken durch den Aufbau einer umfangreichen atomaren Infrastruktur am Persischen Golf. Vom Transport über Lagerung und Sicherung bis hin zur Entsorgung des hoch-radioaktiven Urans gibt es zahlreiche Möglichkeiten, bei denen spaltbares Material in die falschen Hände gelangen könnte. Expert*innen attestieren den VAE unzureichende institutionelle Kapazitäten, um ihren vertraglich zugesicherten Verpflichtungen bezüglich der radioaktiven Materialien nachzukommen.

Das Land ist außerdem traditionell ein wichtiger Transitpunkt für illegale Transaktionen in der Region. Die VAE sollen Berichten zufolge Hunderte von Scheinfirmen und ausländischen Handelsagenturen beherbergt haben, die aktiv Dual-Use-Güter für Unternehmen in sanktionierten Ländern beschafften. Gerade Dubai spielte eine wichtige Rolle als Knotenpunkt für das Netzwerk des pakistanischen Atomdealers A.Q. Khan, der Nukleartechnologie an Länder wie Iran, Libyen und Nordkorea lieferte.

Der britische Atomexperte Dr. Paul Dorfman befürchtet zudem, dass die VAE sich entgegen aller internationalen Verträge mit ihrem zivilen Atomprogramm die Option auf die Bombe offenhalten wollen – vor allem angesichts eines möglichen Rüstungswettlaufs mit dem Iran und seinen Verbündeten auf der einen und den US-Alliierten Saudi Arabien, Bahrain, den VAE und ggf. sogar Israel auf der anderen Seite. Auf die Frage, weshalb die VAE trotz aller Bedenken bezüglich Effizienz, Sicherheit, ökologischer Folgen und trotz der offensichtlich wirtschaftlich viel attraktiveren erneuerbaren Alternativen so massiv in Atomtechnologie investieren, antwortet Dorfmann: "Es ist der falsche Reaktor am falschen Ort zur falschen Zeit. Die Motivation, so etwas zu bauen, mag im Offensichtlichen verborgen liegen. Sie erwägen ernsthaft die Entwicklung von Atomwaffen."

 

Dr. med. Alex Rosen
Co-Vorsitzender der deutschen Sektion der IPPNW

 

 

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Karte der nuklearen Welt:

Das Atomkraftwerk Barakah in den Vereinigten Arabischen Emiraten.

 

Englischsprachige Version dieser Weltkarte:

https://www.google.com/maps/d/viewer?mid=1fCmKdqlqSCNPo3We1TWZexPjgNDQOaLD&ll

 

 

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Emirate

 

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AtomkraftwerkePlag

 

Barakah (Vereinigte Arabische Emirate)

Vier südkoreanische Einheiten

Der Standort Barakah befindet sich im Nordwesten der Vereinigten Arabischen Emirate am Persischen Golf, westlich der Stadt Ruwais und östlich von Sila. Dort wird seit 31. Juli 2020 nach acht Jahren Bauzeit ein Druckwasserreaktor mit einer Leistung von 1.400 MW betrieben. Seit 2013/2014/2015 werden drei weitere baugleiche Einheiten errichtet. Den Vertrag zum Kauf der vier südkoreanischen APR-1400-Reaktoren hatten die Vereinigten Arabischen Emirate und die Korea Electric Power Corporation (KEPCO) am 27. Dezember 2009 unterzeichnet. KEPCO hatte sich gegen AREVA und General Electric/Hitachi durchgesetzt. Der Kaufpreis für die vier Einheiten betrug 20 Mrd. US-Dollar. 2015 wurden die Gesamtkosten für das Atomkraftwerk auf 32 Mrd. US-Dollar geschätzt ...

https://atomkraftwerkeplag.wikia.org/de/wiki/Barakah_(Vereinigte_Arabische_Emirate)

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Vereinigte Arabische Emirate

Einstiegspläne seit 2006

Die Vereinigten Arabischen Emirate (VAE) wurden 1976 Mitglied der Internationalen Atomenergie-Organisation (IAEO).

Nachdem die Emirate, so berichtet die World Nuclear Association (WNA), zusammen mit Saudi-Arabien und anderen Golfstaaten 2006 eine Studie zur Nutzung der Atomkraft angekündigt hatten, wurden 2007 eine Machbarkeitsstudie in Zusammenarbeit mit der IAEO und 2008 ein Atomprogramm aufgesetzt.

Als Standort wurde Barakah, 53 Kilometer westlich von Ruwais und 300 Kilometer westlich von Abu Dhabi, im Westen der Emirate ausgewählt ...

https://atomkraftwerkeplag.wikia.org/de/wiki/Vereinigte_Arabische_Emirate

 

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Wikipedia

 

Kernkraftwerk Barakah

Das Kernkraftwerk Barakah (arabisch محطة براكة للطاقة النووية, DMG Maḥaṭṭat Barrāka li-ṭ-Ṭāqa an-nawawiyya) in den Vereinigten Arabischen Emiraten (VAE) befindet sich ca. 53 km westlich der Stadt Ruwais im Emirat Abu Dhabi. Es soll aus vier Blöcken mit je einem Druckwasserreaktor vom Typ APR-1400 bestehen. Block 1 erreichte am 1. August 2020 die Erstkritikalität, die anderen drei Blöcke befinden sich in der Bauphase. Im Dezember 2009 gewann ein Konsortium, geführt von dem südkoreanischen Stromversorger KEPCO die Ausschreibung zum Bau von vier Reaktoren. Der Auftragswert für den Bau und die Inbetriebnahme des Kraftwerks sowie der Erstversorgung mit Brennelementen liegt bei 20,4 Mrd. USD. Die Erzeugungskosten des Stroms aus dem Kernkraftwerk sollen bei einem Viertel derjenigen aus Gaskraftwerken liegen.[1] Die Gesamtkosten des Projekts werden auf 32 Mrd. USD geschätzt ...

https://de.wikipedia.org/wiki/Kernkraftwerk_Barakah

 

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Aktuell+. Mehr Lesenswertes ...

 

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17.09.2020 - Neue Studie: Atomkraft hat Deutschland bis heute bereits mehr als eine Billion Euro gekostet

Die Nutzung der Atomenergie zur Stromerzeugung in Deutschland hat seit den 1950er-Jahren geschätzte gesamtgesellschaftliche Kosten von mehr als einer Billion Euro verursacht. Das geht aus einer neuen Studie hervor, die das Forum Ökologisch-Soziale Marktwirtschaft (FÖS) im Auftrag der Ökoenergiegenossenschaft Greenpeace Energy erstellt hat. Diese Summe umfasst sowohl staatliche Förderungen als auch Verkaufspreise des Stroms sowie externe Kosten. "Kein anderer Energieträger hat so hohe Kosten verursacht wie die riskante Atomkraft, die auch nach 65 Jahren höchst unwirtschaftlich ist", sagt Sönke Tangermann, Vorstand bei Greenpeace Energy.

Deutschlands Einstieg in die zivile Nutzung der Atomenergie hatte am 20. Oktober 1955 mit der Gründung des Bundesministeriums für Atomfragen begonnen. Seither sind hierzulande mit staatlicher Förderung mehr als 100 Atomanlagen in Betrieb gegangen - kommerziell genutzte AKWs ebenso wie Forschungsreaktoren und Lager für radioaktiven Müll.

Das FÖS hat die seit 1955 erfassbaren Förderungen und staatlichen Ausgaben zusammengetragen. 287 Milliarden Euro machen in diesem Zeitraum allein direkte und indirekte staatliche Förderungen aus - wie etwa Finanzhilfen, Forschungsausgaben oder Steuervergünstigungen, aber auch Vorteile für Atomkonzerne durch den Emissionshandel oder eigene Rückstellungen. Weitere neun Milliarden Euro entfallen auf sonstige staatliche Kosten, etwa für Polizeieinsätze bei Castor-Transporten oder für von der Bundesrepublik übernommene Atom-Folgekosten als staatlicher Nachfolger der DDR.

"Ein Großteil dieser Kosten war im Strompreis nie enthalten, weshalb Atomenergie fälschlicherweise als kostengünstige Stromquelle galt", sagt Sönke Tangermann ...

 

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16.09.2020 - atomstopp: In Zukunft ohne EURATOM!

Europa-Zukunftskonferenz muss das Atomkraft-Prinzip entsorgen. Petition an EU-Kommission und EU-Parlament jetzt unterschreiben auf www.atomstopp.at

Die 'Konferenz zur Zukunft Europas' soll noch diesen Monat starten. atomstopp stellt daher schon vorab eine Priorität an Erneuerungsbedarf klar - und diese kann nur lauten: In Zukunft ohne EURATOM! Eine Mitmach-Aktion, die allen Bürgerinnen und Bürgern die Möglichkeit gibt, Stellung zu beziehen und sowohl EU-Kommission als auch EU-Parlament dringend aufzufordern, dem europäischen Atomzeitalter ein Ende zu setzen.

"Nichts wäre für uns logischer, als im Zuge des Neu-Denkens der Europäischen Union das Relikt EURATOM, die Europäische Atomgemeinschaft, abzulösen und so die Bahn frei zu machen für eine zeitgemäße, zukunftsfähige und demokratisch kompatible Energiestrategie! Zu lange schon hat die Macht der Atomlobby mit dem EURATOM-Vertrag ein Recht auf ihrer Seite, das unzeitgemäßer nicht sein könnte. Die Zielsetzungen des EURATOM-Vertrags sowie sein Status als Primärrecht führen zu einer politischen Zwangsverpflichtung, die Atomindustrie gegenüber allen anderen Energieformen zu bevorzugen ...

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16.09.2020 - Demo gegen geplantes Atommüll-Lager in Würgassen

Bürgerinitiativen und Anti-Atomorganisationen rufen für den 22. September zu einer Kundgebung in Beverungen auf. Sie soll vor der geplanten öffentlichen Infoveranstaltung stattfinden, zu der die Gegner nicht eingeladen sind.

Bürgerinitiativen und Anti-Atomorganisationen rufen für den 22. September zu einer Demonstration gegen das im Dreiländereck von Nordrhein-Westfalen, Niedersachsen und Hessen geplante Atommülllager auf. Beginn ist um 17 Uhr an der Stadthalle Beverungen ...

 

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Mangelnde Wirtschaftlichkeit

16.09.2020 - Hitachi verabschiedet sich aus britischen AKW-Projekten

Der japanische Konzern Hitachi stellt seine Aktivitäten im britischen Markt für Kernenergie endgültig ein. Die auf den Bau von Reaktoren spezialisierte Konzerntochter, Horizon Nuclear Power, sollte im Auftrag der britischen Regierung zwei Reaktorblöcke errichten, das Abkommen haben die Parteien bereits 2013 unterzeichnet

Bereits im Januar vergangenen Jahres hatte Hitachi das Projekt "unter dem Gesichtspunkt der wirtschaftlichen Rationalität ausgesetzt". Inzwischen habe sich das Investitionsumfeld durch die Auswirkungen der Covid-19-Pandemie zunehmend erschwert, begründete das Unternehmen nun das endgültige Aus für die Projekte ...

 

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Subventionen für die Atomindustrie

14.09.2020 - Den Märkten fehlt ein Preissignal für Nuklearinvestitionen

Die Atomindustrie sollte mit den politischen Entscheidungsträgern an der Gestaltung von Marktmechanismen arbeiten, die ein klares Preissignal erzeugen können, um Investoren für diese kohlenstoffarme Form der Elektrizität zu gewinnen, sagte Jostein Kristensen, Partner der Wirtschaftsberatungsfirma Oxera, gegenüber den Teilnehmern des strategischen eForums der World Nuclear Association in der vergangenen Woche. Die Märkte spiegelten derzeit nicht den Wert der Kernenergie als nachhaltige und zuverlässige Energiequelle im Kampf gegen den Klimawandel wider, sagte er ...

... ist die nukleare Erzeugung ein "langlebiger Vermögenswert", der auch einige langfristige Verbindlichkeiten hat, die wahrscheinlich einen gewissen Risikotransfer vom privaten Sektor auf den öffentlichen Sektor erfordern, insbesondere was die Abfallentsorgung und -entsorgung betrifft ...

Übersetzt mit www.DeepL.com/Translator (kostenlose Version)

 

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Gegen Russlands subventioniertes Uran

14.09.2020 - US DOC, Rosatom erste Verlängerung des Uranabkommens

Das US-Handelsministerium und der staatliche russische Atomkonzern Rosatom haben einen Änderungsentwurf paraphiert, um das Abkommen zur Aussetzung der Antidumpinguntersuchung gegen Uran aus der Russischen Föderation zu verlängern, das in diesem Jahr ausläuft. Der Änderungsentwurf wird, wenn er fertiggestellt ist, das Abkommen bis 2040 verlängern und "die Abhängigkeit der USA von Uran aus Russland reduzieren" für die nächsten 20 Jahre.

US-Handelsminister Wilbur Ross sagte nach Angaben der russischen Nachrichtenagentur TASS, die vorgeschlagene Änderung werde "zur Wiederherstellung des amerikanischen Vorteils bei der Kernenergie beitragen und die heimische Industrie vor dem, durch staatliche Subventionen verbilligtem russischen Uran schützen" ...

Übersetzt mit www.DeepL.com/Translator (kostenlose Version)

 

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13.09.2020 - Kampf um Mitsprache - Im tschechischen AKW Temelín ist der Wurm drin

Im tschechischen AKW Temelín ist aus oberösterreichischer Sicht der Wurm drin. Ganz aktuell wegen der anstehenden Verlängerung der Betriebsgenehmigung um 10 Jahre für den seit bald 20 Jahren laufenden Reaktor I. Tschechien betrachtet das als rein nationale Amtshandlung, doch Oberösterreich will Mitsprache.

Es geht darum, ob eine bloße Verlängerung der Betriebsgenehmigung – anders als eine Laufzeitverlängerung über die eigentliche technische Lebensdauer hinaus – tatsächlich keine Pflicht zur Umweltprüfung auslöst. Tschechien meint, auf eine grenzüberschreitende UVP verzichten zu können, und die EU-Kommission macht für die EU-Staaten keine klare Regelung.

„Ewige“ Betriebsdauer?

Unklar ist aber, ob die Betriebsgenehmigung von Reaktor…I in Temelín tatsächlich „nur“ um weitere zehn Jahre verlängert wird. Oberösterreich befürchtet, dass eine unbefristete Genehmigung ausgestellt wird, was eine Umgehung einer UVP-Pflicht darstellen würde ...

 

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13.09.2020 - Pläne für Atommüll-Endlager: Keiner will es, einer kriegt es

Bald werden mögliche Standorte für ein deutsches Nuklearmüll-Endlager feststehen. Das Fichtelgebirge könnte auch dabei sein. Doch die bayerische Regierung stellt sich quer.

Da ist mal wirklich politische Weitsicht gefragt. Der deutsche Atommüll soll am Ende für eine Million Jahre sicher verwahrt werden. Dabei ist der älteste fossile Nachweis des Homo sapiens, also des tiefer nachdenkenden Menschen, nur rund 300.000 Jahre alt. Ende des Monats wird die Bundesgesellschaft für Endlager (BGE) Gebiete auflisten, in denen hochradioaktive Abfallstoffe aus Atomkraftwerken gelagert werden können. In dieser Liste taucht vermutlich auch das Fichtelgebirge auf.

Die bayerische Staatsregierung beschränkt ihr Nachdenken in dieser heiklen Angelegenheit vor allem in eine Richtung: Nicht bei uns. Im Koalitionsvertrag von CSU und Freien Wählern (FW) von 2018 ist das stramm formuliert: "Wir sind überzeugt, dass Bayern kein geeigneter Standort für ein Atomendlager ist." ...

 

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