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Zeitungsartikel 2020
Hintergrundwissen Aktuell+.

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03. September 2020 - Strahlende Klimastrategien

Artikel von Anke Herold aus www.neues-deutschland.de

HEISSE ZEITEN: Anke Herold vom Öko-Institut über die AKW-Ausbaupläne in einigen osteuropäischen EU-Staaten

Ende August mussten die Mitgliedstaaten der EU ihre finalen Klima- und Energiepläne einreichen, die Regierungen darstellen, wie sie ihre Klimaziele für 2030 und 2040 erreichen wollen. Diese Pläne zeigen, dass die osteuropäischen Staaten auf eine gemeinsame Strategie setzen: den Ausbau der Kernenergie. Polen hat bisher kein Atomkraftwerk, plant aber, 1,5 Gigawatt bis 2035 und 4,5 Gigawatt bis 2040 zu installieren. Der Bau des ersten Reaktors soll 2024 beginnen; er soll ab 2033 Strom liefern. Tschechien möchte den Anteil der Atomenergie an der Stromerzeugung von gegenwärtig 29 Prozent auf 46 bis 58 Prozent im Jahr 2040 erhöhen. Nach dem tschechischen Klimaplan soll dafür die Laufzeit des Kernkraftwerks Dukovany von 40 auf 60 Jahre verlängert werden und danach ein neues AKW an diesem Standort gebaut werden. Außerdem sind neue Anlagen mit 2,5 Gigawatt Kapazität vorgesehen. Bulgarien plant zunächst, die Lebensdauer des Atomkraftwerks in Kosloduj zu verlängern und bis 2035 ein Gigawatt an zusätzliche Kapazitäten zu installieren, bis 2040 sollen es dann zwei Gigawatt sein. Ungarn möchte zwei neue Atomanlagen mit jeweils 1,2 Gigawatt Kapazität am bestehenden Standort Paks bauen.

Es ist äußerst unwahrscheinlich, dass diese Atompläne in den anvisierten Zeiträumen realisiert werden können. Der neue Reaktor in Olkiluoto in Finnland wurde im Jahr 2000 beschlossen, ist seit 2005 im Bau und noch immer nicht in Betrieb. Während Finnland mehr als 20 Jahre braucht, möchte Polen ein erstes Kernkraftwerk in neun Jahren bauen. Wenn die geplanten Atomanlagen erst zehn Jahre später fertig werden, ist zu befürchten, dass alte Kohlekraftwerke viel länger als geplant weiterlaufen. Die europäischen Klimaziele rücken dann in weite Ferne.

Die CO2-Bilanz von Atomkraftwerken ist zwar deutlich niedriger als bei Kohle- oder Gaskraftwerken, aber auch nicht null. Wenn man die ganze Produktionskette von Atomstrom berücksichtigt, kommt man für den CO2-Ausstoß auf Werte von 3,7 bis 110 Gramm CO2-Äquivalente pro Kilowattstunde. Im Vergleich mit erneuerbaren Energien liegen Atomkraftwerke damit im oberen Bereich: Windkraft an Land beispielsweise erzeugt pro Kilowattstunde Strom 10 Gramm CO2-Äquivalente, Photovoltaik etwa 67 Gramm CO2-Äquivalente. Die osteuropäischen Staaten kalkulieren die Kernkraftwerke in ihren Klimaschutzplänen jedoch einfach als emissionsfrei ein.

Insbesondere die Laufzeitverlängerung von Kernkraftwerken, die schon seit 30 oder 40 Jahren in Betrieb sind, ist zudem mit zunehmenden Risiken verbunden: Verschleiß und Materialermüdung machen die Technik störanfälliger. Bei der Planung der Anlagen waren die Sicherheitsstandards auf einem deutlich niedrigeren Niveau als heute. Viele kerntechnische Einrichtungen sind nur unzureichend gegen Erdbeben, Angriffe von außen und Extremwetterereignisse geschützt. Und letztere nehmen mit dem Klimawandel deutlich zu. Ein massiver Ausbau von Atomkraftwerken vervielfacht auch die generell mit der Kernenergie verbundenen Probleme: die Gefahr schwerer Unfälle, weitere Mengen hoch radioaktiver Abfälle und die Gefahr einer Nutzung ziviler Materialien für Kernwaffenprogramme.

Viele Umweltschützer dachten, dass mit den drastisch gesunkenen Investitionskosten für Wind- und Solarstrom die Debatte um neue Kernkraftwerke beendet ist. Aber ökonomische Vernunft hat die Finanzierung von Kernkraft noch nie geleitet. Die osteuropäischen Staaten könnten auf die Idee kommen, die vielen EU-Unterstützungsfonds für den Klimaschutz zur Nuklearfinanzierung zu nutzen. Die EU-Ministerrat hat inzwischen zwar ausgeschlossen, dass Kernenergie aus den 100 Milliarden Euro des »Gerechten Übergangsmechanismus« der EU finanziert werden kann. Polen gibt jedoch im nationalen Klimaplan an, dass es den Modernisierungsfonds unter der Emissionshandelsrichtlinie zur Atomfinanzierung nutzen möchte. Daher muss dringend auch für andere europäische Finanzierungsmechanismen ausgeschlossen werden, dass diese für den Ausbau der Atomkraft genutzt werden. Diese ist nämlich keine Lösung für die Klimakrise - auch wenn sie auf der »hidden Agenda« einiger osteuropäischer Regierungen steht.

 

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Karte der nuklearen Welt:

Amerika, Frankreich und Russland teilen sich den Markt für Atomkraftwerke in Osteuropa.

 

Englischsprachige Version dieser Weltkarte:

https://www.google.com/maps/d/viewer?mid=1fCmKdqlqSCNPo3We1TWZexPjgNDQOaLD&ll

 

 

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Klimaschutz

Akw-Neubau

 

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Viele - quasi staatliche - Konzerne aus verschiedenen Ländern unternehmen derzeit große Anstrengungen, Kernkraftwerke aus eigener Produktion in die ganze Welt zu verkaufen. Die Bauprojekte werden von eigenen Banken finanziert und von eigenen Unternehmen durchgeführt.

Das ist ein fantastisches Konzept, das speziell für all die "Großen Staatsmänner" weltweit entwickelt wurde. Heute bekommen sie Geld und Ruhm, und wenn es dann wirklich ernst wird, tragen diese Herren längst keine Verantwortung mehr, sondern stehen als die großen Staatsmänner in den Annalen ihres Landes. Welcher Politiker kann einem solchen Angebot widerstehen?

Ein Rundum-Sorglos-Paket, bei dem alle Risiken, wie die Folgen der radioaktiven Strahlung, der Verbleib des Atommülls und die finanziellen Abhängigkeiten durch zu zahlende Zinsen und Zinseszinsen, ausschließlich von künftigen Generationen getragen werden.

Hersteller von Atomkraftwerken:

Russland - Rosatom

USA - Westinghouse - General Electric 

Frankreich - EDF - Orano - AREVA - Framatome

China - CNNC

Japan - Hitachi - Toshiba - Mitsubishi

Südkorea - KEPCO

uvm.

 

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AtomkraftwerkePlag

 

Subventionierung von Atomkraft

Seit 60 Jahren unrentabel - Bau und Betrieb der Atomkraftwerke

Ein beliebtes Argument für die Nutzung der Atomenergie ist, dass diese günstiger sei als andere Arten der Energieerzeugung. Dies entspricht nicht den Tatsachen.

Die Kosten für die Atomenergie werden mit Hilfe von Milliarden schweren Subventionen seit Jahrzehnten künstlich niedrig gehalten. Der Staat leistet direkte Zuschüsse oder gewährt indirekte Vergünstigungen bei Bau und Betrieb der Atomkraftwerke, die der Steuerzahler zu tragen hat. Dies gilt nicht nur für Deutschland, sondern auch global. Atomkraftwerke sind, wie das Deutsche Institut für Wirtschaftsforschung betonte, marktwirtschaftlich nicht lebensfähig und müssen auf verschiedene Weise subventioniert werden.

Schon 1953, so wurde in einem Artikel des "Spiegel" aus dem gleichen Jahr berichtet, war in den USA in Atomanlagen und Laboratorien der Regierung sowie in Elektro- und Chemiekonzernen aus den damaligen Erfahrungen geschlossen worden, "Atomstrom ist nicht konkurrenzfähig" und müsse staatlich gefördert werden ...

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Polen

Polen betreibt bislang nur einen Mehrzweckforschungsreaktor in Swierk südlich von Warschau, der eine Nettoleistung von 30 MW besitzt und seit 1993 zum europäischen Reaktorennetzwerk für die Produktion von Molybdän-99 für medizinische Zwecke gehört. Der Reaktor hat die Bezeichnung Maria und wurde am 18. Dezember 1974 in Betrieb genommen. Vier andere Forschungsreaktoren sind abgeschaltet oder stillgelegt worden.

Im Juli 2013 unterzeichnete Polen zusammen mit Tschechien, der Slowakei und Ungarn in Budapest eine Kooperationsvereinbarung zur Förderung von Reaktoren der geplanten Generation IV. Die vier Staaten planten die Eröffnung eines nuklearen Kompetenzzentrums namens V4G4.

Am 18. Januar 2014 bestätigte der polnische Ministerrat das "Nationale Kernenergieprogramm" mit der Inbetriebnahme eines ersten Reaktors bis 2024 in Żarnowiec oder in Lubiatowo bei Danzig, gefolgt von einem zweiten Reaktor im Jahr 2035.

Im Juli 2019 erklärte Piotr Naimski, Regierungsbeauftragter für strategische Energieinfrastruktur, man plane den Bau von sechs Atomkraftwerken bis 2040, von denen das erste 2033 in Betrieb gehen solle. Lieferanten und Finanzierung seien noch offen. Im Juni 2019 war eine Absichtserklärung zwischen Polen und den USA zur Kooperation im Bereich der Atomkraft unterzeichnet worden. Im Juni 2020 bestätigte der polnische Klimaminister Michal Kurtyka den geplanten Bau der sechs Atomkraftwerke ...

 

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Wikipedia

 

Rosatom - Föderale Agentur für Atomenergie Russlands

Die Föderale Agentur für Atomenergie Russlands (russisch Федеральное агентство по атомной энергии России, Federalnoje agentstwo po atomnoi energii Rossii), abgekürzt auch Rosatom (russisch Росатом), ist eine föderale Behörde Russlands. Sie leitet die zivile und militärische Atomindustrie des Landes und kontrolliert 151 Produktions- und Forschungsstätten des atomaren Bereiches. Nach Schätzungen von Experten des Europaparlamentes kontrolliert die Agentur 98 Prozent des nuklearen Materials in Russland. Sie hat ihren Sitz in der Hauptstadt Moskau. Rosatom untersteht direkt der russischen Regierung.

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Westinghouse Electric Company

Die Westinghouse Electric Company ist ein amerikanischer Hersteller von Kernkraftwerken. Von 2006 bis 2018 gehörte das Unternehmen zum Toshiba-Konzern. Große Verluste durch eine Firmenübernahme in den USA im Jahr 2016 führten 2017 zur Insolvenz. Im August 2018 wurde die Westinghouse Electric Company von Brookfield Business Partners und weiteren Partnern übernommen und aus der Insolvenz geführt.

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EDF 

Die Électricité de France SA (EDF) ist eine börsennotierte, staatlich dominierte französische Elektrizitätsgesellschaft. EDF ist der zweitgrößte Stromerzeuger weltweit. EDF beschäftigte 2010 weltweit über 158.000 Mitarbeiter zur Versorgung von etwa 37 Millionen Kunden. EDF wies 2016 einen Schuldenstand von 37,4 Milliarden Euro auf. Als Staatskonzern erhöht dies die französische Staatsverschuldungsquote. Weitere große finanzielle Belastungen stehen EDF bevor.

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CNNC

Die China National Nuclear Corporation (CNNC, Chinesische Nationale Nukleargesellschaft, chinesisch 中国核工业集团公司), der größte Betreiber von Kernkraftwerken in der Volksrepublik China[1] wurde am 16. September 1988 durch ein Dekret der Chinesischen Regierung gegründet: Sie versteht sich als nationales Regierungsbüro für Nuklearenergie und untersteht direkt dem Staatsrat der Volksrepublik. Dabei kombiniert sie Nuklearwaffentechnik mit der zivilen Nutzung der Kernenergie.

Unter anderem betreibt sie die chinesischen Kernkraftwerke Changjiang und Qinshan sowie Kernkraftwerk Chashma in Pakistan.

 

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Aktuell+. Mehr Lesenswertes ...

 

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Belgien

08.09.2020 - Atomausstieg ist verhandelbar geworden

Selbst für die Grünen ist der für 2025 anberaumte Atomausstieg inzwischen verhandelbar geworden, und Vorregierungsbildner Egbert Lachaert (Open VLD) will zwecks Laufzeitverlängerung der Kernkraftwerke eine wissenschaftliche Studie durchführen lassen, die die Versorgungssicherheit unseres Landes wiedergibt. Nun, an Studien zur Versorgungssicherheit und dem damit verbundenen Preisschild mangelt es nicht.

„Wir müssen jetzt durchziehen. Die Industrie ist bereit, es ist eine Riesenchance. Es gibt keinen Grund, am Atomausstieg zu zweifeln“, zitiert die Zeitung „De Standaard“ Jan Van de Putte, Atomenergieexperte bei Greenpeace ...

 

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08.09.2020 - Würgassen: Bürgerversammlung wegen Atommüll

Zum umstrittenen Atommüll-Bereitstellungslager Würgassen ist heute Abend eine Bürgerversammlung im Landkreis Holzminden geplant. Das berichtet NDR 1 Niedersachsen. Nur 80 Personen sind zur Bürgerversammlung in Lauenförde erlaubt - wegen der Corona-Auflagen. Die Vertreter der Bundesgesellschaft für Zwischenlager (BGZ) wird eine breite Front von Gegnern gegenüber stehen. Denn neben der Bürgerinitiative Atomfreies Dreiländer-Eck sehen auch die Parteien von CDU bis Grüne die Entscheidung der BGZ kritisch ...

 

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 Fessenheim

07.09.2020 - TRAS kritisiert mangelnde Info zum AKW-Rückbau

Der Trinationale Atomschutzverband kritisiert unzureichende Informationen zur Stilllegung des Atomkraftwerks Fessenheim. Der Verband hat die französische Atomaufsichtsbehörde und den Akw-Betreiber EDF in drei verschiedenen Schreiben um detaillierte Auskunft gebeten. Der Trinationale Atomschutzverband TRAS sieht eine „sehr große Bedrohung für die Bevölkerung“, sollten bisher keine Brennelemente aus den Abklingbecken abtransportiert worden sein. Denn die Abklingbecken in Fessenheim sind laut Atomaufsicht nicht ausreichend gegen Erdbeben und äußere Einflüsse gesichert ...

 

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Akademik Lomonossow

05.09.2020 - Russlands schwimmendes AKW: Strompreise jenseits von Gut und Böse

Vor einem Jahr war die "Akademik Lomonossow" – das erste schwimmende AKW der Welt – mit großem Pomp im nördlichen Hafen Murmansk in See gestochen. Seit Ende 2019 liefert es Strom in der entlegenen Region Tschukotka. Doch der ist extrem teuer. Um den Betrieb wirtschaftlich zu machen, bedarf es staatlicher Subventionen und einer höheren Auslastung.

Der geplante Energiebedarf der Region ist enorm. Da kommt das schwimmende AKW gerade recht. Es speist seinen Strom in das örtliche autonome Netz ein. Im Augenblick allerdings trägt die "Lomonossow" nur 20 Prozent zur Stomversorgung der Region bei. Und bleibt damit weit unter seinen Möglichkeiten. Denn noch produzieren auch ein Kohlekraftwerk und das AKW Bilibino Strom. Beide Anlagen stammen aus den 1970er-Jahren, sind stark veraltet und sollen erst 2023 vom Netz genommen werden. Die geringe Auslastung der "Lomonossow" verteuert den Betrieb des schwimmenden AKW zusätzlich. Und das in einer Gegend, in der die Gewinnung eines Megawatts Strom rund 90 Mal so teuer ist wie im Westen des Landes ...

 

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04.09.2020 - AKW Krško: Brennstäbe kommen in neues Lager

Das Milliardengeschäft mit gefährlicher Kernenergie rächt sich: Weil es keine Endlager für den strahlenden Atommüll gibt, wird in Krško ein neues Trockenlager für abgebrannte Brennelemente errichtet. Hunderte Brennstäbe werden „umgesiedelt“. Das neue Lager soll die Sicherheit erhöhen; die Umweltprüfung läuft.

Um die Genehmigung für die höchst umstrittene Laufzeitverlängerung des AKW Krško bis 2043 zu bekommen, werden derzeit über 250 Millionen Euro in den Sicherheitsausbau des Kernkraftwerkes gepumpt. Nach mehreren kleineren Ausbau-Stufen wird nun das Herzstück des Upgrades in Angriff genommen: Auf dem Krško-Gelände entsteht ein neues Trockenlager für hochradioaktive Abfälle.

 

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04.09.2020 - Gefährliche deutsche Zwischenlager

Die Bundesregierung spielt mit dem Feuer. Es fehlen Genehmigungen, Sicherheitskonzepte und Untersuchungen zu langfristigen Auswirkungen des Atommülls in Zwischenlagern. Gleichzeitig gestaltet sich die Endlagersuche schwierig.

Die Situation deutscher Zwischenlager für Atommüll ist hochproblematisch. Das legt eine Studie des Bund für Umwelt- und Naturschutz (BUND) nahe. Demnach versäumt es die Bundesregierung für eine sichere Lagerung der hochradioaktiven Brennelemente zu sorgen. Olaf Bandt, BUND-Vorsitzender erklärt dazu: „Die konzeptlose Zwischenlagerung des Atommülls in Deutschland gefährdet Mensch und Natur. Dieses brisante Thema wird von der Politik schon viel zu lange verschleppt, weil sich niemand daran die Finger verbrennen will.

An insgesamt 16 Zwischenlagern in Deutschland lagern aktuell abgebrannte Brennelemente. Für zwei fehlen die Genehmigungen. In Jülich ist die bisher erteilte Genehmigung seit 2013 nicht mehr gültig. Es fehlen vor allem Nachweise für Erdbebensicherheit. In Brunsbüttel wurde die dortige Genehmigung für das Zwischenlager wieder aufgehoben. Es bestehen begründete Zweifel an den Sicherheitsnachweisen ...

 

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03.09.2020 - Studie zur Zwischenlagerung hoch radioaktiver Abfälle: Atommüll-Problem weiter ungelöst

Die Suche nach einem tiefengeologischen Lager für hoch radioaktive Abfälle löst nicht das akute Zwischenlagerproblem. Eine Studie im Auftrag des Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland (BUND) zeigt: Die Situation der 16 deutschen Zwischenlager für hoch radioaktive Abfälle ist weiterhin teils hoch problematisch. Es fehlen Genehmigungen, Sicherheitsvorkehrungen sind unzureichend, es gibt kein Gesamtkonzept. Der BUND fordert von der Bundesregierung endlich ein belastbares Zwischenlagerkonzept – transparent erarbeitet, mit Beteiligung der Öffentlichkeit.

Olaf Bandt, BUND-Vorsitzender: „Die konzeptlose Zwischenlagerung des Atommülls in Deutschland gefährdet Mensch und Natur. Dieses brisante Thema wird von der Politik schon viel zu lange verschleppt, weil sich niemand daran die Finger verbrennen will. Doch es wird noch Jahrzehnte dauern, bis diese Abfälle in ein tiefengeologisches Lager verbracht werden können – wenn es überhaupt gelingt. Diese Zeit haben wir nicht. Der BUND fordert daher eine zügige und umfassende Überprüfung des gesamten Zwischenlagerkonzepts.“ ...

 

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03.09.2020 - Atommüll-Endlager: Aktivisten kritisieren intransparente Suche

Die Entscheidung darüber, wo in Deutschland ein Atommüll-Endlager entsteht, wird politisch und nicht wissenschaftlich gefällt. Das befürchtet die Anti-Atom-Organisation "Ausgestrahlt". Die Standort-Suche werde zudem bewusst intransparent gestaltet.

In einer Video-Konferenz hat am Mittwochabend die Anti-Atom-Organisation "Ausgestrahlt" heftige Kritik an dem Verfahren zur Suche nach einem Standort für ein Atommüll-Endlager geübt. Das seit drei Jahren laufende Verfahren sei nicht transparent und die Bürger seien bislang nicht beteiligt worden, heißt es. Als Standorte in Ostbayern sind das Fichtelgebirge, der Oberpfälzer und der Bayerische Wald im Gespräch.

Seit drei Jahren gebe es keine Einblicke in die inhaltliche Arbeit der Bundesgesellschaft für Endlagerung (BGE). Als Grund dafür, dass die Bürger nicht beteiligt werden, vermutet Angela Wolff von der Organisation "Ausgestrahlt", dass Klagewellen verhindert werden sollen und die Suche zügig zu Ende gebracht werden könne. Wollf glaubt, dass das Auswahlverfahren andernfalls längst zu starken Protesten bei den betroffenen Bürgern geführt hätte ...

 

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