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Zeitungsartikel 2020
Hintergrundwissen Aktuell+.

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Replik auf Dr. Rainer Moormann und Dr. Anna Veronika Wendland

19. August 2020 - Vorfahrt für die Energiewende!

Artikel von Dr. Alex Rosen aus www.ippnw.de

Es ist ein Kennzeichen guter Wissenschaft, unter dem Eindruck neuer Erkenntnisse Entscheidungen der Vergangenheit auf den Prüfstand zu stellen. Es gibt jedoch Diskurse, die so umfassend abgeschlossen wurden, dass man sie nicht alle paar Jahre wieder führen muss.

Ende 2022 wird in Deutschland der letzte Atomreaktor vom Netz genommen. Gleichzeitig hat die Bundesregierung nun den Ausstieg aus der Kohleverstromung beschlossen. Leider viel zu zögerlich, denn es braucht zügige Maßnahmen, um zumindest die schlimmsten Szenarien der Klimakatastrophe noch aufhalten zu können. Die Wucht, mit der sich unser Ökosystem in den kommenden Jahren verändern wird, ist selbst für sonst nüchterne Wissenschaftler beängstigend. So war es nur eine Frage der Zeit, bis die Atomindustrie erneut nach einem Ausstieg aus dem Ausstieg ruft. Nun da Wind- und Solarkraft die Kilowattstunde deutlich günstiger produzieren können als Atommeiler und das alte Kostenargument nicht mehr zieht, muss plötzlich das Klima als Begründung herhalten.

Der deutsche Atomausstieg hat einen jahrzehntelangen gesellschaftlichen Großkonflikt befriedet. Um diesen Konsens in Frage zu stellen, bedürfte es wesentlicher neuer Erkenntnisse. Doch die gibt es nicht. Es existieren keine belastbaren Studien, die zeigen, dass sich ein Festhalten an der Atomenergie für Klima und Umwelt lohnen würde. Atomenergie ist nicht skalierbar und weiterhin ein exklusives Projekt weniger Staaten. Nur rund 5% der weltweiten Energieproduktion wird durch Atomkraft gedeckt. 85% aller Staaten haben weder Atomenergie noch die finanziellen oder technischen Voraussetzungen dafür. Für eine globale Energiestrategie ist sie daher völlig ungeeignet.
Zudem ist Atomstrom ein unflexibler Grundlastträger, der den Ausbau der Erneuerbaren und flexibler Spitzenlastträger blockiert und verzögert. Weitere Verzögerungen können wir uns jedoch nicht leisten. Die Weltgemeinschaft hat Jahrzehnte durch Untätigkeit und falsche Anreize vertan.

Ernsthaft eine Rückkehr zur Atomenergie zu fordern kann nur, wer alle anderen Aspekte der nuklearen Kette ausblendet: Die massive Umweltzerstörung, die strahlenden Müllhalden und die eklatanten Menschenrechtsverletzungen durch den Raubbau von Uran in den Siedlungsgebieten indigener Völker. Über einen Zeitraum von 32 Jahren kam es drei Mal zu Atomkatastrophen mit Kernschmelzen, hunderte kleinere Atomkatastrophen haben riesige Landstriche radioaktiv verseucht und die Kernspaltung ist seit Fukushima nicht beherrschbarer geworden. Tonnenweise fällt radioaktiver Müll an, der für Hunderttausende von Jahren Strahlung produziert und dessen Sicherung und Lagerung noch viele künftige Generationen beschäftigen werden.

Wer Atomenergie befürwortet, verschließt zudem die Augen vor der Proliferationsgefahr. Während die USA und die UdSSR Atomreaktoren noch ausschließlich zur Produktion von waffenfähigem Spaltmaterial nutzten, erhitzten die Briten 1956 als erste mit der Abwärme ihrer Plutoniumbrüter Wasser und produzierten Strom. Die neue Werbestrategie hieß „Atoms for Peace“. Dabei investierten vor allem Staaten in Atomenergie, die sich die Option auf die Bombe offen halten wollten. In den kommenden Jahrzehnten entwickelten sieben weitere Staaten mit Hilfe ziviler Atomenergieprogramme Atomwaffen. Andere könnten folgen: Gerade im Nahen Osten werden zivile Atomprogramme ausgebaut.

Investitionen in die zivile atomare Infrastruktur sind auch in den Atomstaaten nichts weiter als versteckte Subventionen der militärischen Atomprogramme, wie der Bau neuer Reaktoren in Frankreich oder Großbritannien zeigt, wo das Militär massiv von der Forschung, Entwicklung und Ausbildung im zivilen Atomsektor profitieren. Auch China, die USA und Russland investieren kräftig: Ohne das zivile Rückgrat der Atomindustrie wäre eine Modernisierung der Atomwaffenarsenale nicht denkbar. Wer diese Fakten anerkennt, stellt fest, dass die globalen energiepolitischen Herausforderungen des 21. Jahrhunderts ebenso wenig mit der Atomtechnologie des 20. Jahrhunderts gelöst werden können wie mit den fossilen Brennstoffen des 19. Jahrhunderts.

Befürworter der Atomenergie zeichnen gerne das Bild von ausgehenden Lichtern, sobald Reaktoren abgeschaltet werden. Dieses Szenario ist heute ebenso falsch wie 2011 als die Atomindustrie vor dem Abschalten der Meiler warnte. Auch zukünftig werden keine Lichter ausgehen – vorausgesetzt, die Blockade der Energiewende wird endlich beendet. Denn es ist bei weitem nicht so, dass Deutschland sich in den letzten 10 Jahren auf den Ausbau von Erneuerbaren Energien konzentriert hat. Einzelne Kommunen, Firmen und private Haushalte haben dies getan. Die deutsche Politik hat die Energiewende jedoch seit 2011 ganz im Sinne der Großkonzerne konsequent ausgebremst.

Wer behauptet, dass es für ein Land wie Deutschland nur die Alternative zwischen fossiler und atomarer Stromerzeugung gäbe, ignoriert die Studien des Deutschen Instituts für Wirtschaftsforschung, des Fraunhofer Instituts, der Scientists for Future oder der Hochschule für Technik und Wirtschaft Berlin und die realen Marktentwicklungen. Sie zeigen, dass ein Szenario mit 100% Erneuerbare Energien mit entsprechenden Gesetzesänderungen in den kommenden Jahren umgesetzt werden könnte. Durch eine solche dezentrale, nachhaltige Energiewirtschaft könnten Konflikte um Rohstoffe ebenso vermieden werden wie Abhängigkeiten von Uran-, Gas- oder Öl-liefernden Staaten.

Die meiste Zeit des Jahres steht ausreichend Strom aus Sonnen- und Windenergie bereit, während an wenigen Tagen im Jahr zu wenig Erneuerbare Energien verfügbar sind. Die Lösung für dieses Problem sind der europaweite Netzausbau, um Erzeugung und Nachfrage besser in Einklang zu bringen und die möglichst effiziente und flexible Speicherung überschüssiger Energie. Hier gibt es zweifelsohne noch große Defizite. Seriöse Schätzungen gehen für ein Stromnetz mit 100% Erneuerbaren Energien von benötigten Speicherkapazitäten aus, die um einen Faktor 1.000 über dem heutigen Stand liegen.

Aber es gibt Hoffnung, dieses Niveau zu erreichen, denn neben klassischen Pumpspeicherkraftwerken oder neuartigen Kugelpump- oder Flüssigsalzspeichern gibt es vor allem zwei vielversprechende Speicherkonzepte: Für die kurzfristige Speicherung bieten sich elektrochemische Batteriesysteme an. Weltweit werden derzeit riesige Batteriefabriken errichtet. Die dort gefertigten Speicher kommen dezentral in Firmen, öffentlichen Gebäuden und Privathaushalten zum Einsatz. Durch Kopplung mit Photovoltaikanlagen könnten so bis zu 80% des privaten Strombedarfs gedeckt werden. In Kombination mit Wärmepumpen und Elektrofahrzeugen können sie zudem CO2 im Wärme- und Verkehrssektor einsparen. Solche Batteriesysteme werden von Jahr zu Jahr besser und billiger. Allein in den letzten acht Jahren sind die Preise für Lithium-Ionen-Batterien um 85% gesunken und der Trend hält an.

Für die saisonale Energiespeicherung eignen sich dagegen Power-to-Gas-Ansätze. Energieüberschüsse aus Wind- und Solarkraft können zu Wasserstoff und Methan umgewandelt, im bereits existierenden Gasnetz gespeichert und in Gaskraftwerken wieder verstromt werden. Auf diesem Weg könnten auch der Flug- und Schifffahrtsverkehr sowie die Großindustrie vollständig dekarbonisiert werden. Power-to-Gas ist technisch bereits machbar und wird im Moment schon angewandt. Aufgrund der bislang schwachen Effizienz des Elektrolyseprozesses sowie des günstigen Erdgaspreises ist die synthetische Gaserzeugung jedoch noch nicht wirtschaftlich. Ein CO2-Preis auf fossile Energien, sinkende Produktionskosten von Ökostrom und eine progressive Gesetzgebung werden diesen Technologien zum Durchbruch verhelfen.

Die Befürchtung, dass Speichertechnologien nicht schnell genug entwickelt werden können, unterschätzt das Innovationspotential der Ingenieure und die Bereitschaft der Bevölkerung, die Energiewende umzusetzen. Wer heute behauptet, dass es nicht möglich sei, in wenigen Jahren die notwendigen Speichertechnologien aufzubauen, der konnte sich sicherlich in den 90er Jahren auch nicht vorstellen, dass einmal eine ganze Bibliothek auf einen Datenträger von der Größe einer Streichholzschachtel passen würde oder ein tragbares Telefon mehr Rechnerleistung haben könnte als die NASA-Computer, die die Mondlandung steuerten.

Wir brauchen keinen Ausstieg aus dem Ausstieg, sondern eine Änderung der politischen Rahmenbedingungen, Maßnahmen zum Einsparen von Energie, eine konsequente Förderung von Energieeffizienzmaßnahmen, den raschen Ausbau der Erneuerbaren Energien und europäische Netzkooperationsprojekte. Technologien für das Speichern von Energie, intelligentes Lastenmanagement im Stromnetz sowie die Sektorenkopplung müssen erforscht, kurzfristig zur Marktreife gebracht und ausgebaut werden. Beenden wir endlich die Blockade der Energiewende. Anstelle von Großkraftwerken in der Hand einiger weniger Großkonzerne bedarf es einer dezentralen Energiewende mit 100% Erneuerbaren Energien – in Bürgerhand, auf der Basis eines gesamtgesellschaftlichen Umdenkens mit Blick auf die limitierten Ressourcen unseres Planeten.

 

Dr. Alex Rosen ist Co-Vorsitzender der IPPNW

Dieser Text sollte als Replik auf den Gastbeitrag von Dr. Rainer Moormann und Dr. Anna Veronika Wendland in der ZEIT-Rubrik Streit vom 16. Juli 2020 veröffentlicht werden. Nach anfänglicher Zusage hat die ZEIT eine Veröffentlichung jedoch abgelehnt und den Pro-Atom-Artikel in ihrer Zeitung unerwidert gelassen.

 

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Karte der nuklearen Welt:

Energy system transformation is a must!

 

Englischsprachige Version dieser Weltkarte:

https://www.google.com/maps/d/viewer?mid=1fCmKdqlqSCNPo3We1TWZexPjgNDQOaLD&ll

 

 

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Hintergrundwissen

 

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Energiewende

Atomausstieg

 

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AtomkraftwerkePlag

 

Die Energiewende

Die Neuausrichtung der Energiepolitik und -wirtschaft in Deutschland, mit der zum ersten Mal ein großer Industriestaat seine fossil-atomare Energieerzeugung auf eine erneuerbare umstellt, wird international genau beobachtet. Als "Labor der Zukunft" und innovative Pionierleistung ist sie auch mit der US-Mondmission verglichen worden.

Ziel der Energiewende ist eine nachhaltige, dezentrale Energieversorgung, die mit einer Kombination von erneuerbaren Energien, intelligenter Energiespeicherung, Energiesparen und Effizienzsteigerung erreicht werden soll. Ein Gelingen der deutschen Energiewende würde belegen, dass Energieversorgung und Wohlstand auch ohne konventionelle Energiequellen möglich ist ...

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Atomausstieg in Deutschland

Moratorium und Ausstiegsbeschluss

Im Frühjahr 2011 wurde in Deutschland die letzte Dekade der Nutzung der Atomenergie eingeläutet. Nachdem Bundeskanzlerin Angela Merkel am 5. September 2010 noch eine Laufzeitverlängerung für deutsche Atomkraftwerke mit den Energiekonzernen vereinbart hatte, führte die Fukushima-Katastrophe vom 11. März 2011 zu einer Kehrtwende in der Energiepolitik.

Am 14. März beschloss die Bundesregierung zunächst ein Moratorium für drei Monate. Sieben ältere Reaktoren, die einer "umfassenden Sicherheitsüberprüfung" unterzogen werden sollten, wurden vom Netz genommen: Biblis A und B, Brunsbüttel, Isar 1, Neckarwestheim I, Philippsburg I, Unterweser.

Da die Atomkraft in der Mehrheit der Bevölkerung und bei allen politischen Kräften den Rückhalt verloren hatte, entschied sich die schwarz-gelbe Bundesregierung am 30. Mai 2011, bis 2022 alle Atomkraftwerke vom Netz zu nehmen. Der Beschluss zum Ausstieg und zu einer entsprechenden Novellierung des Atomgesetzes wurde am 6. Juni formal durch das Kabinett gefasst und durch Angela Merkel in der Regierungserklärung vom 9. Juni begründet ...

 

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Wikipedia

 

Energiewende

ist der deutschsprachige Begriff für den Übergang von der nicht-nachhaltigen Nutzung von fossilen Energieträgern sowie der Kernenergie zu einer nachhaltigen Energieversorgung mittels erneuerbarer Energien. Der Begriff wurde nach dem 1980 erschienenen Buch Energiewende – Wachstum und Wohlstand ohne Erdöl und Uran des Öko-Instituts kulturell rezipiert und wurde bereits als Lehnwort in andere Sprachen übernommen (beispielsweise "The German Energiewende" oder "A Energiewende alemã").

Ziel der Energiewende ist es, die von der konventionellen Energiewirtschaft verursachten ökologischen, gesellschaftlichen und gesundheitlichen Probleme zu minimieren und die dabei anfallenden, bisher im Energiemarkt kaum eingepreisten, externen Kosten vollständig zu internalisieren. Angesichts der maßgeblich vom Menschen verursachten Globalen Erwärmung ist heutzutage besonders die Dekarbonisierung der Energiewirtschaft von Bedeutung – durch Beendigung der Nutzung von fossilen Energieträgern wie Erdöl, Kohle und Erdgas. Ebenso stellen die Endlichkeit der fossilen Energieträger sowie die Gefahren der Kernenergie wichtige Gründe für die Energiewende dar. Die Lösung des globalen Energieproblems gilt als zentrale Herausforderung des 21. Jahrhunderts ...

 

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Aktuell+. Mehr Lesenswertes ...

 

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26.08.2020 - China bezichtigt USA der Spionage und testet Raketen

Peking wirft den Vereinigten Staaten vor, ein Aufklärungsflugzeug ohne Erlaubnis in eine Flugverbotszone geschickt zu haben

Die Spannungen zwischen China und den USA haben sich nach einem Aufklärungsflug eines US-Flugzeuges über chinesischen Militärübungen erneut verschärft. Die Volksrepublik wirft den Vereinigten Staaten vor, am Dienstag ein US-amerikanisches U-2-Aufklärungsflugzeug ohne Erlaubnis in eine Flugverbotszone geschickt zu haben, in der eine Feuerwehrübung des Militärs abgehalten wurde.

"Es war ein Akt der nackten Provokation, China ist entschieden dagegen und hat bereits Beschwerde bei der US-Seite eingereicht", erklärte das chinesische Verteidigungsministerium. Der Flug hätte leicht zu Missverständnissen oder Fehleinschätzungen oder zu einem "unerwarteten Vorfall" führen können, fügte das Ministerium hinzu ...

 

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25.08.2020 - Woher kam die radioaktive Wolke über Europa?

Georg Steinhauser ist Pro­fessor am Institut für Radioökologie und Strahlenschutz der Uni Hannover. Im TR-Interview spricht er über eine nukleare Spurensuche.

TR: Vor knapp drei Jahren zog eine radioaktive Wolke über Europa. Wie wurden Sie darauf aufmerksam?

Steinhauser: Nach der Tschernobyl-Katastrophe wurde ein sehr leistungsfähiges europäisches Messnetzwerk installiert, das sich Ring of Five nennt. Anfang Oktober 2017 hat der gesamte Ring of Five gleichzeitig angeschlagen und hohe Mengen Ruthenium-106 gemessen. Aber keiner wusste, wo es herkam.

Inzwischen ist die Quelle gefunden?

Ja, sie liegt eindeutig im Südural, und dort ist die russische Wiederaufbereitungsanlage Majak. Viel interessanter ist aber: Wir haben jetzt festgestellt, was dort passiert ist ...

 

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25.08.2020 - Kriegsforschung am Karlsruher Institut für Technologie

Mit der Rückkehr Deutschlands zu einer aggressiven Großmachtpolitik sollen die Universitäten wie vor dem Ersten und Zweiten Weltkrieg wieder in den Dienst von Krieg und Diktatur gestellt werden. Während an der Berliner Humboldt-Universität die Geschichte umgeschrieben wird, um die historischen Verbrechen des deutschen Imperialismus reinzuwaschen und neue vorzubereiten, werden auch die technischen Universitäten wieder in Waffenschmieden des deutschen Imperialismus verwandelt.

Ein Zentrum der deutschen Kriegswaffenforschung ist das Karlsruher Institut für Technologie (KIT). Dort sollen führende Professoren künftig die Entwicklung des geplanten Luftkampfsystems der Europäischen Union (Future Combat Air System – FCAS) und des neuen deutsch-französischen Kampfpanzers (Main Ground Combat System – MGCS) vorantreiben. Das KIT ist mit einem Jahresetat von 881 Millionen Euro und über 9000 Mitarbeitern die größte Forschungseinrichtung in Deutschland ...

 

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24.08.2020 - Belieferung des AKW Doel mit Brennelementen aus Deutschland? Kann eine Klage den Wahnsinn stoppen?

Wie unschwer vorher­zusehen wurde der Widerspruch gegen den Export von Brenn­elementen aus dem nieder­sächsischen Lingen ins belgische Risse-AKW Doel, den Atom-Kraft-GegnerInnen im April eingelegt hatten, von "Schwarz-Rot" abgewiesen. Und so ist nun der Weg frei für eine Klärung vor Gericht.

Entgegen der Ankündigung im Koalitions-Vertrag vom Februar 2018 erlaubt die deutsche Bundesregierung die Versorgung des belgischen Risse-AKW Doel durch die Brennelemente-Fabrik Lingen. Sechs AKW-GegnerInnen aus Aachen, Lingen, dem Raum Bonn und dem Münsterland hatten Widerspruch gegen die vom Bundesamt für Wirtschaft und Ausfuhrkontrolle (BAFA) erteilte Export-Genehmigung für die Belieferung der AKW Doel durch die Brennelemente-Fabrik Lingen eingelegt. Nun ist der Weg frei für eine Klage vor dem Verwaltungsgericht.

Die Atomkraft-GegnerInnen können sich dabei vor Gericht auf das deutsche Atomgesetz berufen, denn darin heißt es in Paragraph 1, die deutsche Bundesregierung sei verpflichtet, "Leben, Gesundheit und Sachgüter vor den Gefahren der Kernenergie und der schädlichen Wirkung ionisierender Strahlen zu schützen". Hinzu kommt, daß das AKW Doel selbst nach den eigenen regierungsamtlichen Kriterien als unsicher zu gelten hat ...

 

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23.08.2020 - Iran: Untersuchungen bestätigen Sabotageakt in Atomanlage Natans

Nach dem Brand im Juli hatte es Spekulationen über die Ursache gegeben. Der iranischen Atomenergie-Behörde zufolge steht die inzwischen fest: Sabotage. Offen bleibt, ob es ein interner oder externer Sabotageakt war.

Der Brand in der Atomanlage in Natans ist nach Einschätzung der iranischen Atomenergie-Behörde durch Sabotage verursacht worden. "Die Explosion in Natans war das Ergebnis von Sabotage-Aktivitäten. Die Sicherheitsbehörden werden zu gegebener Zeit die Ursache hierfür bekanntgeben", sagte der Sprecher der Behörde, Behrus Kamalwandi, am Sonntag dem Staatsfernsehen. Ob es ein interner oder externer Sabotageakt gewesen sei, sagte er nicht. Die Atomanlage in Natans war nach einem Brand im Juli beschädigt worden ...

 

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Fertigstellung wird zum 25. Mal nach hinten verschoben

23.08.2020 - Fertigstellung der Wiederaufbereitungsanlage für Kernbrennstoff in Aomori wird erneut verschoben

Nur langsam tastet sich Japan wieder an die Atomkraft ran und verfolgt alte Projekte weiter. Allerdings kommt es nach wie vor Schwierigkeiten und besonders die Wiederaufbereitungsanlage für Kernbrennstoffe in Aomori stellt immer noch ein großes Problem dar. Die Fertigstellung wurde nun erneut verschoben.

Die Anlage im Dorf Rokkashi soll eigentlich das Kernstück der Recyclingpolitik der japanischen Regierung sein. Seit Jahren wird die Fertigstellung wieder und wieder verschoben. Freitag gab der Betreiber Japan Nuclear Fuel Limited nun erneut bekannt, dass sie den geplanten Zeitraum nicht einhalten können und haben den Start um ein Jahr nach hinten verschoben ...

 

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22.08.2020 - Energie durch Kernfusion: Für immer ein Traum?

Der Bau des Fusionsreaktors ITER kommt voran. Doch selbst die Befürworter der Technik räumen ein, dass es noch viele ungelöste Probleme gibt.

Es waren große Worte, mit denen Frankreichs Präsident Ende Juli den Fusionsreaktor ITER feierte: Ein „Versprechen von Fortschritt und von Vertrauen in die Wissenschaft“ sei das Milliardenprojekt, dessen Zusammenbau an jenem Tag offiziell begonnen hat.

Bisher hat sich die Kritik an ITER in Deutschland meist darauf konzentriert, dass das Projekt immer teurer wird und immer länger dauert: Statt im Jahr 2000, wie bei den ersten Planungen gehofft, oder 2019, wie beim Baubeginn 2007 angekündigt, ist die Fertigstellung von ITER derzeit für das Jahr 2025 vorgesehen, wobei weitere Verzögerungen als wahrscheinlich gelten; die erste Fusion wird frühestens 2036 stattfinden.

Und aus den 5,5 Milliarden Euro, die zu Beginn als Gesamtkosten genannt wurden, sind mittlerweile geschätzte 30 Milliarden Euro geworden; die exakte Summe ist nicht bekannt, weil jedes der beteiligten Länder die finanzielle Verantwortung für die von dort gelieferten Teile trägt. Gerade Ende Juli hat die EU beschlossen, die ITER-Ausgaben im Zeitraum bis 2027 auf 5 Milliarden Euro nahezu zu verdoppeln; insgesamt wird sie etwa die Hälfte der Kosten tragen ...

 

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21.08.2020 - Photovoltaik auf allen Neubauten: Forderung nach Solarpflicht

Bald soll das Erneuerbare-Energien-Gesetz reformiert werden. Unionsexperten bringen sich in Stellung – mit progessiven Vorschlägen.

Alle neuen Gebäude sollen künftig verpflichtend mit Solarstromanlagen ausgestattet werden. Dies fordern Klimaexperten der Union im Bundestag in einer „Ideensammlung für die Reform des Erneuerbare-Energien-Gesetzes (EEG)“, die der taz vorliegt.

Die Fachleute von CDU und CSU formulieren ihre „Impulse“, weil 2030 laut Regierungsplänen zwei Drittel des hiesigen Stroms aus Ökokraftwerken fließen müssen. Bundeswirtschaftsminister Peter Altmaier (CDU) will demnächst einen EEG-Reformentwurf veröffentlichen ...

 

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21.08.2020 - Solar-Initiative will mindestens sechs Milliarden Euro in Europa investieren

Unternehmen und Verbände wollen die bereits tot geglaubte Industrie mit Milliardensummen zu neuem Leben erwecken. Erste Projekte gibt es schon.

Der Mittelpunkt der weltweiten Solarindustrie liegt schon lange nicht mehr in Europa, sondern in China. Um das zu ändern, haben sich gleich mehrere Unternehmen und Verbände auf EU-Ebene zusammengetan. Sie wollen die Photovoltaik-Branche (PV) wieder zurück in ihre Ursprungsregion holen.

Bis zu sechs Milliarden Euro will die Initiative mit dem Namen Solar Manufacturing Accelerator allein mit den ersten zehn Projekten investieren. Das bestätigte der Verband der deutschen Maschinen- und Anlagenbauer (VDMA) gegenüber dem Handelsblatt ...

 

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19.08.2020 - Kazatomprom setzt Kürzung der Uranproduktion bis 2022 fort

Kasachstans JSC National Atomic Company Kazatomprom sagt, dass sie die Produktion bis 2022 weiterhin um 20% herunterfahren wird. Das Unternehmen hält auch im Jahr 2021 an seiner 20%igen Reduzierung fest, wobei keine zusätzliche Produktion geplant ist, um die Mengen zu ersetzen, die 2020 aufgrund der Maßnahmen zur Bekämpfung von COVID-19 verloren gehen.

Kazatomprom kündigte im Dezember 2017 an, dass es die geplante Uranproduktion ab Januar 2018 über einen Zeitraum von drei Jahren um 20% im Vergleich zu den geplanten Werten im Rahmen von Verträgen über die Nutzung des Untergrundes reduzieren werde. Im August letzten Jahres kündigte es an, die Produktionseinschränkung bis 2020 zu verlängern, in einer Entscheidung, die die Tatsache widerspiegelt, dass sich der Uranmarkt noch immer von einer Periode des Überangebots erholt und die Uranpreise niedrig bleiben ...

Übersetzt mit www.DeepL.com/Translator (kostenlose Version)

 

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