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Zeitungsartikel 2020
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14. August 2020 - Kernfusion: ETH-Physiker fordert ITER-Ausstieg

Artikel von Kurt Marti aus www.infosperber.ch

Ein Gutachten demontiert die milliardenteure Kernfusion. Der Bundesrat und das zuständige Staatssekretariat sind voll des Lobes.

Die zivile Nutzung der Kernfusion wird schon seit den 1950er Jahren erforscht. Dabei geht es im Gegensatz zur Kernspaltung um die Fusion zweier Atomkerne nach dem Vorbild der Sonne. Schon seit Jahrzehnten schwärmen die FusionsforscherInnen von dieser «unbegrenzten Energie», die es zu nutzen gelte.

Ende Juli feierten die ForscherInnen des Kernfusions-Reaktors ITER (Internationaler thermonuklearer Versuchsreaktor) einen «historischen Moment», nämlich den Beginn der Montage, nachdem der Startschuss für das Projekt schon 2007 erfolgte.

Die internationale Medienkonferenz fand auf dem Hintergrund der aktuell hängigen Entscheidungen in der EU und der Schweiz für weitere Subventionen in Milliardenhöhe statt. Neben der EU und der Schweiz sind auch die USA, Russland, China, Indien, Japan und Südkorea dabei (siehe dazu das Sperberauge: NZZ und SDA mit deutscher Brille).

«Energiegehalt von einem Kilogramm trockenem Holz»

Die technische Realität ist bedeutend weniger rosig als die Energie-Träume der ITER-Verantwortlichen. Denn obwohl seit den 1950er Jahren Milliardenbeträge in diese Forschung geflossen sind, entsprach die gesamte Ausbeute der Kernfusion beispielsweise in den 1990er Jahren dem «Energiegehalt von einem Kilogramm trockenem Holz».

Diese leicht ironische Bemerkung steht in einem Gutachten, das der Physiker Michael Dittmar, der an der ETH Zürich und am Teilchenforschungszentrum CERN in Genf forscht, im Auftrag der Fraktion der Grünen im deutschen Bundestag verfasst hat.

Das sei «eine wirklich winzige Menge», wenn man sie mit der elektrischen Energie vergleiche, die in Süddeutschland von den heutigen kommerziellen photovoltaischen Zellen erzeugt werde und die das Licht der Sonne nutze, «eines 150 Millionen Kilometer entfernten natürlichen Fusionsreaktors».

Das Gutachten zeigt minutiös auf, wie es beim neusten internationalen Kernfusions-Forschungs-Projekt ITER zu grossen zeitlichen Verzögerungen und massiven Kostensteigerungen kam. Zudem verweist das Gutachten auf die «stark reduzierten» Zielsetzungen als Folge der finanziellen und technischen Probleme.

«Gigantische Fehlberechnungen» und «explodierende» Kosten

Dittmar spricht in seinem Gutachten von «gigantischen Fehlberechnungen». Im Jahr 2007 wurde mit dem Bau des ITER-Projektes im südfranzösischen Cadarache begonnen. Anfänglich wurde mit Baukosten von fünf Milliarden Euro gerechnet. «Nur wenige Jahre nach Baubeginn» seien die Kosten «explodiert». Inzwischen belaufen sich die ITER-Kosten laut offiziellen Angaben auf rund 20 Milliarden Euro.

Laut Gutachten sind die entscheidenden ITER-Experimente zur kurzzeitigen Freisetzung von Fusionsenergie «nicht vor dem Jahr 2040» zu erwarten. Gemäss dem ursprünglichen Plan hätte dies bereits im Jahr 2025 der Fall sein müssen.

In den ersten zehn Jahren seien mit dem ITER-Forschungsreaktor «nur ‘simple’ Experimente» geplant, in denen «keine Kernfusion stattfindet», erklärte Dittmar gegenüber der SRF-Tagesschau. Das ITER-Projekt sei vor 20 Jahren unter «falschen Annahmen» bewilligt worden, «dass es das Energieproblem der Menschheit für ewig und alle Zeiten lösen» werde. Aber eigentlich habe das ITER-Projekt damit «überhaupt nichts zu tun».

Forderung nach einer Exit-Strategie

Erst die ITER-Experimente zur kurzzeitigen Freisetzung von Fusionsenergie liefern laut Gutachten die «Go/No-Go-Kriterien» für einen realistischen ersten Entwurf eines «Demonstrations-Reaktors» (DEMO), der elektrische Energie erzeugen kann. Dieses DEMO-Projekt könne «nicht vor dem Jahr 2040» beginnen.

Nach dem DEMO-Forschungsreaktor soll laut Plan der PROTO-Forschungsreaktor folgen, der letzte Schritt vor der Massen-Produktion eines zukünftigen Fusions-Reaktors nach 2050. Das Gutachten weist speziell darauf hin, dass dafür keine Kosten-Schätzungen präsentiert werden.

Fazit des Gutachtens: Die in den 30 Jahren der Planung und Konstruktion des ITER-Reaktors gesammelten Erfahrungen zeigen, dass dies «nicht die Technologie ist, die zu einer kommerziell wettbewerbsfähigen Energieproduktion führt». Deshalb fordert das Gutachten, dass «die Arbeiten für einen akzeptablen Plan zur Beendigung des ITER-Projekts jetzt eingeleitet werden», bevor weitere zweistellige Milliarden-Beträge in das Projekt investiert werden.

Lobpreisungen des Bundesrats und des zuständigen Staatssekretariats

Die Forderungen des Gutachtens sind ein Wink mit dem Zaunpfahl gegenüber Brüssel und Bern, denn die EU-Kommission will im Rahmen des Euratom-Programms 2021-2027 weitere 6,1 Milliarden Euro in den Fusions-Reaktor ITER investieren und auch der Bundesrat will sich laut seiner aktuellen Botschaft ans Parlament mit 280 Millionen Franken daran beteiligen, nachdem die Schweiz in den letzten Jahrzehnten über eine Milliarde Franken in die Fusions-Forschung investiert hat.

Im Gegensatz zum kritischen Gutachten des ETH-Physikers Michael Dittmar preisen der Bundesrat und das federführende Staatssekretariat für Bildung, Forschung und Innovation (SBFI) das ITER-Projekt in höchsten Tönen. Hier ein paar Original-Zitate aus der Botschaft des Bundesrats:

«ITER ist ein Pionierprojekt, mit dem eine umfangreiche Versuchsanlage gebaut und betrieben werden soll, um den Nutzen der Kernfusion als künftige saubere und nachhaltige Energiequelle aufzuzeigen. Letztlich sollte die Kernfusion eine wirksame Lösung für den Energiebedarf einer CO2-neutralen und umweltbewussten Gesellschaft liefern.»

«Das Hauptziel der Forschung im Bereich Kernfusion ist die Entwicklung der notwendigen Technologien für eine Nutzbarmachung dieser Reaktion, die als inhärent sichere Energiequelle praktisch unerschöpflich ist und weder CO2 noch hochaktive, langlebige radioaktive Abfälle produziert.»

«Ziel des Euratom-Programms (Anm. d. Red.: Kernspaltung und Kernfusion) ist es, die Forschungs- und Bildungstätigkeiten im Nuklearbereich weiterzuführen, um die kontinuierliche Verbesserung der nuklearen Sicherheit und des Strahlenschutzes zu fördern und zur nachhaltigen, sicheren und effizienten Dekarbonisierung des Energiesystems beizutragen.»

«Die Beteiligung an ITER ermöglicht attraktive Industrieaufträge und Forschungsmandate für Schweizer Akteure.»

Und aus einem SBFI-Bericht (2018):

«Dank einer breiten Nutzung der Kernfusion sollte es möglich sein, enorme Mengen an Energie zu gewinnen und zugleich die Umwelt zu schützen. Die Kernfusion verursacht nämlich praktisch keine CO2-Emissionen und erzeugt keine langlebigen radioaktiven Abfälle.»

«Die Beteiligung der Schweiz an ITER ist deshalb sehr wichtig, um die Wettbewerbsfähigkeit der Schweizer Kernfusionsforschung und ihres eigenen Kompetenzzentrums, des Swiss Plasma Centers an der ETH Lausanne, gewährleisten zu können.»

«Hinzu kommt, dass der Bau von ITER für Schweizer Forschungseinrichtungen und High-Tech-Unternehmen eine einmalige Gelegenheit ist, ihre Kompetenzen im Rahmen des grössten internationalen Vorhabens der wissenschaftlichen Zusammenarbeit, das je vereinbart wurde, einbringen und weiterentwickeln zu können.»

Hinweise auf die massiven Kostensteigerungen und die grossen zeitlichen Verzögerungen sucht man in der Botschaft des Bundesrats vergeblich. Stattdessen schreibt der Bundesrat: «Nach einer positiven Analyse durch unabhängige Expertinnen und Experten stimmten die Mitglieder der internationalen ITER-Organisation 2016 einer Aktualisierung des Zeitplans zum Abschluss des Baus von ITER zu.»

Und im SBFI-Bericht wird zwar erwähnt, dass sich der Bau von ITER «schon früh stark verzögert» habe und «erhebliche Mehrkosten» verursache, aber das SBFI verweist vertrauensvoll auf die «substanzielle Revision der betrieblichen und finanziellen Planung», die der aktuelle Generaldirektor der ITER-Organisation, Bernard Bigot, im Jahr 2015 vorgenommen habe.

Zudem sind die bundesrätlichen Hoffnungen in die «Dekarbonisierung des Energiesystems» durch Fusions-Reaktoren höchst fraglich, denn spätestens bis 2050 sollte gemäss Energiestrategie 2050 der CO2-Ausstoss ohnehin gleich Null sein. Wofür es dann die Fusions-Reaktoren noch braucht, sagt der Bundesrat nicht. Wenn sie bis dann überhaupt verfügbar sind.

 

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Karte der nuklearen Welt:

Die nächste Reaktorpleite ...

 

Englischsprachige Version dieser Weltkarte:

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Fusionsreaktor ITER

Cadarache

 

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AtomkraftwerkePlag

 

ITER (Frankreich)

Kernfusionsanlage in Südfrankreich

Der Internationale Thermonukleare Experimentalreaktor ITER (lateinisch: der Weg) ist eine Kernfusionsanlage, die auf dem Gelände des Forschungszentrums Cadarache in Südfrankreich errichtet wird.

Die Idee, eine Kernfusionsanlage in internationaler Zusammenarbeit zu entwickeln, hatte 1985 der damalige sowjetische Ministerpräsident Gorbatschow entwickelt und dem US-Präsidenten Reagan vorgeschlagen. Ein Jahr später unterzeichneten die Europäische Union (EURATOM), Japan, die ehemalige Sowjetunion und die USA ein erstes Abkommen zu ITER. Bis 2001 wurde ein Design entwickelt, und 2003 schlossen sich China und Südkorea sowie 2005 Indien der Initiative an. Später wurden Abkommen zur technischen Kooperation mit Australien und Kasachstan abgeschlossen. 

Nach dem ursprünglichen Konzept von 1998 sollte ITER ein Plasmavolumen von 2.000 Kubikmetern besitzen und damit die 20fache Größe des Joint European Torus (Großbritannien). Die Leistung sollte 1.500 MW über eine Dauer von 1.000 Sekunden betragen. Die USA zogen sich jedoch 1999 vorübergehend aufgrund lokaler Projekte zurück, andere Länder hatten finanzielle Probleme. Deswegen wurde das Plasmavolumen auf 840 Kubikmetern mit eine Fusionsleistung von 500 Megawatt verringert; damit wird das Plasma voraussichtlich nicht mehr aus sich selbst heraus brennen können ...

 

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Wikipedia

 

Kernfusionsreaktor

Ein Kernfusionsreaktor oder Fusionsreaktor ist eine technische Anlage, in der die Kernfusion von Deuterium und Tritium als thermonukleare Reaktion kontrolliert abläuft. Fusionsreaktoren, die zur Stromerzeugung in einem Fusionskraftwerk geeignet wären, existieren noch nicht. Obwohl dieses Ziel bereits seit den 1960er Jahren verfolgt wird, rückt es wegen hoher technischer Hürden und auch aufgrund unerwarteter physikalischer Phänomene nur langsam näher.

Die Forschung konzentriert sich aktuell (2020) auf Tokamaks und Stellaratoren. Diese Reaktorkonzepte beruhen auf der Technik des magnetischen Einschlusses. Wenige Gramm des Deuterium-Tritium-Gasgemisches werden in ein luftleeres, viele Kubikmeter großes, torusförmiges Behältnis eingebracht und auf 100 bis 150 Millionen Grad Celsius erhitzt. Bei diesen Temperaturen sind Elektronen und Atomkerne voneinander getrennt und bilden ein elektrisch leitendes Plasma. Um die torusförmige Plasmakammer sind supraleitende Elektromagnete angeordnet, die ein Magnetfeld von bis zu 10 Tesla Stärke erzeugen. Durch dieses Magnetfeld wird das Plasma in der Kammer so eingeschlossen, dass es die Wände nicht berührt. Bei einem Kontakt mit der Wand würde das Plasma sofort auskühlen und die Reaktion würde zusammenbrechen. Die Teilchendichte entspricht dabei einem technischen Vakuum. Die stark exotherme Kernreaktion erfolgt durch den Zusammenstoß der schnellen Atomkerne. Dabei werden energiereiche Neutronen freigesetzt. Die Neutronen geben ihre Energie im Blanket (Außenmantel) als Wärme ab, die zur Stromerzeugung genutzt werden soll.

Die wichtigsten europäischen Forschungsreaktoren sind die Tokamaks JET in Culham in Großbritannien und ASDEX Upgrade in Garching bei München sowie der Stellarator Wendelstein 7-X in Greifswald. Das erfolgversprechendste Projekt ist der internationale Forschungsreaktor ITER, ein Tokamak, der seit 2007 in Cadarache in Südfrankreich im Bau ist ...

 

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18.08.2020 - EDF stoppt Chooz 2 (1,5 GW) wegen Kühlproblem bis September

Der französische Versorger EDF stoppt seinen Kernreaktor Chooz 2 (1,5 GW) im Nordosten Frankreichs wegen Problemen mit der Kühlung bis zum 1. September, teilte das Unternehmen am Dienstag mit.

Aktuell läuft der Reaktor an der belgischen Grenze noch mit kleineren Einschränkungen, bevor er am Donnerstag um 02:00 Uhr vollständig abgeschaltet werden soll. Der geplante Ausfall aufgrund von Umwelteinflüssen soll unter Berücksichtigung der Wetterprognosen und dem geplanten Neustart von Chooz 1 zu einem späteren Zeitpunkt neu bewertet werden ...

 

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17.08.2020 - Wie gefährlich ist der Rückbau des AKW Brokdorf?

Die Atomaufsichtsbehörde hat Mitte Juni die Genehmigung für den Rückbau des Atomkraftwerks Brokdorf (Kreis Steinburg) beantragt. Kritiker halten das für übereilt, weil wichtige Fragen im Umgang mit dem radioaktiven Abfall ungeklärt seien. Der Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland (BUND) und die Initiative Brokdorf-akut warnen vor einer erhöhten Strahlenbelastung. Gegner des geplanten Rückbaus haben am Montag etwa 800 Unterschriften und weitere Einzeleinwendungen beim Ministerium für Energiewende in Kiel eingereicht. Bis Ende nächsten Jahres darf das Kraftwerk Strom liefern ...

 

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17.08.2020 - Regierung von Ontario unterstützt Laufzeitverlängerung für Pickering

Die Regierung von Ontario hat ihre Unterstützung für einen Plan der Ontario Power Generation (OPG) zur Verlängerung der Betriebszeit des Kernkraftwerks Pickering bis Ende 2025 angekündigt. Die sechs Betriebsblöcke sollen derzeit bis Ende 2024 abgeschaltet werden.

Der von der OPG vorgeschlagene Plan würde die Pickering-Einheiten 1 und 4 bis Ende 2024 und die Einheiten 5-8 bis Ende 2025 in Betrieb halten. Dies würde eine "sichere, sequentielle Abschaltung" der Blöcke ermöglichen und gleichzeitig den wirtschaftlichen Nutzen des Kraftwerks in der Gemeinde maximieren, so das Ministerium für Energie, Entwicklung des Nordens und Bergbau ...

Übersetzt mit www.DeepL.com/Translator (kostenlose Version)

 

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17.08.2020 - Drehscheibe für Atommüll

Breiter Protest gegen ein geplantes zentrales Zwischenlager in Würgassen

»So etwas hat es noch nie gegeben«, sagt Dirk Wilhelm. Der Sprecher der Bürgerinitiative »Atomfreies Dreieckland« ist Gast bei einer Pressekonferenz der Grünen im niedersächsischen Landtag. Im Dreiländereck von Nordrhein-Westfalen, Niedersachsen und Hessen, berichtet Wilhelm, hat sich ein ungewöhnlich breites Protestbündnis formiert. Es will verhindern, dass auf dem Gelände des stillgelegten und weitgehend abgerissenen Atomkraftwerks Würgassen ein riesiges Lager für radioaktive Abfälle errichtet wird.

Nach den Plänen der bundeseigenen Gesellschaft für Zwischenlagerung (BGZ) soll das Lager vorübergehend nahezu allen in Deutschland anfallenden schwach und mittelradioaktiven Atommüll aufnehmen. Die Kosten für die rund 325 Meter lange, 125 Meter breite und 16 Meter hohe Halle aus Stahlbeton beziffert das Unternehmen auf 450 Millionen Euro, rund 100 dauerhafte Arbeitsplätze könnten entstehen ...

 

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Franz-Josef war schon ein rechter Knaller, aber auch fast ein Klima-Visionär:
"Was mich angeht, so würde ich lieber Ananas in Alaska züchten als Bundeskanzler zu sein."

14.08.2020 - Otto Hahn - Erkenntnis kommt nie zu spät

1957: Mit der „Göttinger Erklärung“ protestiert Atomforscher Otto Hahn, der die Kernspaltung entdeckte, gegen eine nukleare Aufrüstung der Bundeswehr. Das Echo ist enorm. 

Ein Denkmal braucht nur dastehen, stumm und erhaben. Im Frühjahr 1957 werden aber die Grundfeste des Denkmals Otto Hahn schwer erschüttert – und er selbst wirkt daran mit. Am 12. April 1957 bescheidet Bundeskanzler Konrad Adenauer, Hahn und 17 andere namhafte deutsche Atomforscher hätten „keine Ahnung von Politik“. Und sein machtgieriger Verteidigungsminister Franz-Josef Strauß tut den Nobelpreisträger in Chemie, Entdecker der Kernspaltung, ab als „Trottel, der die Tränen nicht halten und nachts nicht schlafen kann, wenn er an Hiroshima denkt“.

Mit anderen Worten: Denkmäler sollten bitte auch das Maul halten.

Wie aber kommt es zu diesen verbalen Entgleisungen? Jene 18 Naturwissenschaftler haben just am Hauptsitz der Max-Planck-Gesellschaft in Göttingen eine Erklärung unterschrieben. Darin korrigieren sie die Verniedlichung „taktischer nuklearer Kriegsführung“ durch Politiker und sprechen sich dafür aus, den Weltfrieden zu sichern, indem jede Nation von sich aus auf Atomwaffen verzichtet. Weshalb man es auch tunlichst unterlassen sollte, die Bundeswehr atomar aufzurüsten ...

 

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14.08.2020 - US-Forscher machen PET-Flaschen zu Akkus

Nanometerdicke Fäden werden weiterverarbeitet - Super-Caps für Elektroautos denkbar

Materialforscher der University of California am Standort Riverside nutzen ausgediente Getränkeflaschen und andere Produkte aus Polyethylenterephthalat (PET) zur Speicherung elektrischer Energie. Die beiden Wissenschaftler Mihri und Cengiz Ozkan haben hierzu PET-Schnipsel in einer Flüssigkeit aufgelöst.

Fasern durch Elektrospinnen

Mit einer Technik namens Elektrospinnen haben die Experten nanometerdicke Fäden hergestellt. Bei diesem Verfahren wird ein starkes elektrisches Feld eingesetzt, das die Fasern gewissermaßen aus der Lösung herauszieht. Die feinen Fäden wurden anschließend unter Luftabschluss in einem Reaktor erhitzt. Dabei verwandelten sich die Fasern in Kohlenstofffäden, die elektrischen Strom leiten. Nun formten die Fachleute, nachdem sie ein Bindemittel hinzugaben, daraus Folien und ließen sie trocknen.

Zwischen zwei dieser hauchdünnen Folien legten sie einen ebenso dünnen Elektrolyten und rollten das Sandwich auf. Es entstand ein sogenannter "Super-Cap", ein Kondensator, der besonders viel elektrische Energie speichern kann, ähnlich wie eine Batterie ...

 

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14.08.2020 - Atommüll-Lager Würgassen soll 2027 an den Start gehen

Die Bundesgesellschaft für Zwischenlagerung nennt das geplante Logistikzentrum einen "wesentlicher Bestandteil der Entsorgung von schwach- und mittelradioaktiven Abfällen".

Um das geplante Genehmigungsverfahren für das Projekt in Würgassen weiter vorzubereiten, hat das Essener Unternehmen jetzt die Bezirksregierung Detmold gebeten zu prüfen, wie sich das Logistikzentrum mit dem bestehenden Regionalplan vereinbaren lässt. Die Vereinbarkeit des Bauprojekts mit der Raumordnungsplanung in der Region sei eine wichtige Voraussetzung für weitere Genehmigungsverfahren, heißt es in einer Mitteilung der Bundesgesellschaft für Zwischenlagerung (BGZ). Für diese will die BGZ frühestens im zweiten Halbjahr 2021 Anträge stellen ...

 

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