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Zeitungsartikel 2020
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Analyse zu Hiroshima und Nagasaki

05. August 2020 - Die Bombe dient Despoten als Lebensversicherung

Artikel von Hubert Wetzel aus www.berneroberlaender.ch

Die Menschheit ist in den vergangenen 75 Jahren einem Atomkrieg entgangen. Das bedeutet aber nicht, dass das auch in den nächsten 75 Jahren so bleibt.

Die amerikanischen Bomben hatten lustige Namen. «Little Boy» hiess die eine, die am 6. August 1945 die japanische Stadt Hiroshima traf. «Fat Man» hiess die andere, die drei Tage später auf Nagasaki abgeworfen wurde. Kleiner Junge und fetter Mann. Doch die Zerstörung, die diese Atombomben anrichteten, die ersten und einzigen, die je zum Einsatz gekommen sind, war beispiellos. Zwei Bomben, zwei zertrümmerte Städte, ausradiert binnen weniger Minuten durch eine Druckwelle und einen Feuersturm, Hunderttausende Tote und Verletzte – eine solche Verheerung hatte der Mensch noch nie über andere Menschen gebracht.

Robert Oppenheimer, der Leiter des US-Atomwaffenprogramms, erzählte später, er habe, als er kurz vor dem Abwurf der Bomben den ersten Test in der Wüste von New Mexico beobachtet hatte, an einen Vers aus der Bhagavad Gita gedacht: «Jetzt bin ich zum Tod geworden, der Zerstörer der Welten.»

Das ist jetzt 75 Jahre her. Und es gehört bis heute zu den bemerkenswertesten Leistungen der Politik, dass ein zweites Hiroshima, ein zweites Nagasaki seitdem verhindert worden ist. An Material und Gelegenheiten hat es jedenfalls nicht gemangelt. Die Sowjetunion und die USA besassen im Kalten Krieg Zigtausende Nuklearsprengköpfe. Jede Krise irgendwo in der Welt, jeder Zusammenprall der Blöcke, jedes dumme Missverständnis hätte zu einem atomaren Schlagabtausch eskalieren können, an dessen Ende die Auslöschung der Menschheit gestanden hätte.

Abschreckung durch Atomwaffen: Das war eine bizarre, aber in sich geschlossene und letztlich vielleicht rettende Logik.

Es gab in diesen 75 Jahren in Washington und Moskau durchaus Generäle und Politiker, die ernsthaft glaubten, ihr Land könne einen Atomkrieg führen und «gewinnen». Aber es gab auf beiden Seiten zum Glück genügend andere Verantwortliche, die wussten, wie absurd diese Idee war. Sie hatten im August 1945 in den Abgrund gestarrt, in den ein Atomkrieg die Menschheit stürzen würde und aus dem es keinen Weg zurück gäbe.

Das führte zu einer paradoxen Lage: Militärisch gesehen waren Atombomben die machtvollsten Waffen, die je entwickelt wurden. Doch gerade deswegen dienten sie im Kalten Krieg nur einem politischen Zweck: dem Erhalt der Machtbalance zwischen West und Ost. Atomwaffen wurden mit dem Ziel gebaut, dass sie nie eingesetzt werden, sondern ihre Wirkung rein durch Abschreckung entfalten. Das war eine bizarre, aber in sich geschlossene und letztlich vielleicht rettende Logik.

Unterfüttert wurde diese Logik durch zwei Dinge. Zum einen gab es ein Geflecht von Verträgen, durch die der Aufrüstung Grenzen gesetzt und die Verwundbarkeit beider Seiten garantiert wurde, um das Prinzip der Abschreckung zu erhalten. Zum anderen blieb die Zahl der Atomwaffenstaaten überschaubar. Beides hat sich in den Jahrzehnten seit dem Ende des Kalten Kriegs fundamental geändert. Dass die Menschheit in den vergangenen 75 Jahren einem Atomkrieg entgangen ist, bedeutet daher nicht, dass das auch in den nächsten 75 Jahren so sein wird.

Washington und Moskau haben in den vergangenen Jahrzehnten zwar Tausende Atomwaffen verschrottet. Aber die vertragliche Rüstungskontrolle zwischen beiden Ländern zerbröckelt langsam. Abkommen mit Kürzeln wie ABM, INF oder Start, die zumeist nur Fachleute kennen, die aber trotzdem überlebenswichtig waren, wurden gekündigt oder stehen auf der Kippe. Das ist sehr gefährlich. Denn warum soll sich der Rest der Welt bei der Atomrüstung an Regeln und Beschränkungen halten, wenn die beiden grössten Nuklearstaaten das nicht tun?

Verschafft euch Atombomben, dann seid ihr sicher: Das sagen sich die Despoten. Aber das ist eine falsche Lehre aus Hiroshima und Nagasaki.

Noch beunruhigender ist, dass immer mehr Länder Nuklearwaffen haben oder danach streben. Der Traum von einer atomwaffenfreien Welt, den der damalige US-Präsident Barack Obama 2009 in einer Rede in Prag beschwor, hat sich als genau das herausgestellt – als Traum. Die Realität ist finster: Überall wird gerüstet. Die alten Atommächte, Amerika und Russland, modernisieren ihre Arsenale. Die jüngeren, darunter China und Nordkorea, vergrössern ihre. Der Iran schleicht wieder auf die Bombe zu, mit unabsehbaren Folgen für den Nahen Osten.

Und man muss ja kein strategisches Genie sein, um zu erkennen, was der Besitz von Atomwaffen politisch und militärisch in der Praxis wert sein kann: Der Atomwaffenstaat Russland darf das Nachbarland Ukraine filetieren, das seine Bomben abgegeben hat. Nordkoreas atomar bewaffneter Diktator Kim Jong-un schreibt sich mit Präsident Donald Trump Liebesbriefe, während das (noch) nicht atomar bewaffnete Regime des Iran unter dem Druck aus Washington ächzt. Welche Lehre sollen die Despoten dieser Welt daraus ziehen, wenn nicht diese: Verschafft euch eine Atombombe, dann seid ihr sicher.

Aber das ist die falsche Lehre, so irreführend wie die harmlos klingenden Namen, die Oppenheimers Ingenieure vor 75 Jahren ihren neuartigen Todesmaschinen gegeben haben. Die Wahrheit findet man in Hiroshima und Nagasaki zwischen den Gräbern.

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Karte der nuklearen Welt:

Die Atombomben über Japan ...

 

Englischsprachige Version dieser Weltkarte:

https://www.google.com/maps/d/viewer?mid=1fCmKdqlqSCNPo3We1TWZexPjgNDQOaLD&ll

 

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Atombombe

 

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atomwaffen A-Z

 

Einsatz von Atomwaffen

Hintergrund

Die Gründe für die Entscheidung der US-Regierung, am Ende des Zweiten Weltkrieges Atomwaffen gegen Japan einzusetzen, sind umstritten. Die Niederlage Japans stand bereits fest, aber Japan verweigerte die von den USA geforderte bedingungslose Kapitulation in der Hoffnung, günstigere Konditionen aushandeln zu können. Eine Milderung der Kapitulationsbedingungen oder ein demonstrativer Einsatz der Atombombe über unbewohnten Gebiet hätten vielleicht auch zur Kapitulation Japans geführt, wurden aber nicht erwogen. Stattdessen wurde ohne Vorwarnung der Abwurf der Bomben beschlossen.

Die militärische Notwendigkeit war zweifelhaft. Die USA muss sich also den Vorwurf gefallen lassen, dass andere Gründe für den Einsatz entscheidend waren: Der Abwurf der Bomben war auch eine Demonstration der Stärke gegenüber der - noch - alliierten Sowjetunion, mit der sich eine Konfrontation nach Ende des Zweiten Weltkriegs bereits abzeichnete.

Gleichzeitig dienten die Städte Hiroshima und Nagasaki einschließlich ihrer Bewohner als Versuchsobjekte, an denen die Wirkung der Atombombe getestet wurde. Die beiden Städte wurden u.a. deshalb ausgesucht, weil sie trotz ihrer militärischen Bedeutung bisher von strategischen Bombardierungen verschont geblieben waren und sie die „richtige" Größe hatten. In Nagasaki wurde ein anderer Typ von Atombombe eingesetzt, als in Hiroshima.

In der Folgezeit versuchte die US-Regierung, die Berichterstattung über die furchtbaren Folgen der Atombomben zu behindern und sich von der Verantwortung für die Opfer zu befreien. Bis zum Friedensvertrag von San Francisco, der im April 1952 in Kraft trat, wurden von den USA Untersuchungen über die Leiden der Überlebenden angeordnet, die Ergebnisse jedoch nur nach und nach zugänglich gemacht. Über Hiroshima und Nagasaki war eine Nachrichtensperre verhängt. Das heißt, dass die Medien keine Berichte über Hiroshima oder Nagasaki zeigen durften.

Der Artikel 19 des Friedenvertrags besagt, dass Japan auf sämtliche Forderungen nach Reparationszahlungen für Kriegsschäden zu verzichten hat. Die USA wurden dadurch von allen Verpflichtungen gegenüber den Überlebenden befreit.

https://www.atomwaffena-z.info/geschichte/einsatz-von-atomwaffen/hintergrund.html

 

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Wikipedia

 

Atombombenabwürfe auf Hiroshima und Nagasaki

Die US-amerikanischen Atombombenabwürfe auf Hiroshima und Nagasaki am 6. August und 9. August 1945 waren die bislang einzigen Einsätze von Atomwaffen in einem Krieg.

Abwurf auf Hiroshima (Operation Silverplate) 

Hiroshima war bis dahin als eine von wenigen japanischen Großstädte von Bombardierungen verschont geblieben. Es war Sitz des Hauptquartiers der 2. Hauptarmee unter Feldmarschall Hata Shunroku, das für die Verteidigung Südjapans zuständig war. Die 59. Armee sowie die 5. Division hatten ihr Hauptquartier hier. Daher war es Truppensammelpunkt und diente zur Lagerung kriegswichtiger Güter. 40000 Militärangehörige waren in Hiroshima stationiert. Doch die meisten der etwa 255.000 Einwohner waren Zivilisten, davon zehn Prozent koreanische und chinesische Zwangsarbeiter ...

Abwurf auf Nagasaki (Operation Centerboard)

Nagasaki hatte damals etwa 240.000 bis 260.000 Einwohner und war bedeutender Standort des Mitsubishi-Rüstungskonzerns, der dort große Werften betrieb, in denen etwa 20.000 koreanische Zwangsarbeiter unter anderem Kreuzer und Torpedoboote für die Kaiserlich Japanische Marine bauten und reparierten. Dort wurden auch die Torpedos gebaut, mit denen Japan die US-Flotte auf Pearl Harbor angegriffen hatte. Die Stadt gehörte damit zu den möglichen Angriffszielen der US-Luftwaffe. In Nagasaki waren nur wenige japanische Soldaten stationiert ...

https://de.wikipedia.org/wiki/Atombombenabwürfe_auf_Hiroshima_und_Nagasaki

 

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07.08.2020 - Atomstrom in Belarus: Ein AKW zur Wahl

In Astravets entsteht ein neues Atomkraftwerk. Das treibt vor allem die Menschen im Nachbarland Litauen zu Protesten auf die Straße.

Für Litauen ist es ein Sicherheitsrisiko, Lettland hofft auf billigen Strom und der belarussische Präsident Alexander Lukaschenko glaubt, dass der Atomstrom aus dem AKW Astravyets dem Land beim „Durchbruch in die Zukunft“ helfen wird: Hin zu einer „grünen Ökonomie“, mit billigem Strom und E-Autos.

Seit 2012 hatte die staatliche russische „Rosatom“ am ersten belarussichen AKW gebaut. Zwei Druckwasserreaktoren des Typs NPP-2006 mit einer Kapazität von zusammen 2.400 MW sind jetzt mit einjähriger Verspätung fertig geworden. Möglicherweise sollen im Laufe der 2020er Jahre zwei weitere dazukommen ...

 

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IPPNW-Pressemitteilung vom 7. August 2020

07.08.2020 - Ein Verbot von Atomwaffen naht

Drei Staaten treten am Hiroshima-Jahrestag den UN-Vertrag über das Verbot von Atomwaffen bei

Noch sieben Beitritte von Staaten fehlen, bis der Vertrag für ein Verbot von Atomwaffen in Kraft tritt. 75 Jahre nach den Atombombenabwürfen der USA auf die japanischen Städte Hiroshima und Nagasaki sind gestern drei weitere Staaten dem Atomwaffenverbotsvertrag beigetreten: Irland, Nigeria und der Inselstaat Niue. Die neuseeländische Premierministerin Jacinda Ardern forderte anlässlich des Hiroshimatages alle anderen Staaten auf, sich der Mehrheit der Staatengemeinschaft anzuschließen und diesen „bahnbrechenden Vertrag“ zu ratifizieren, der ein notwendiger Schritt sei auf dem Weg zur vollständigen Abschaffung der Atomwaffen.

Der 2017 ausgehandelte Atomwaffensperrvertrag erkennt das jahrzehntelange Leiden der Überlebenden der Atombombenangriffe an. Die Gesamtzahl der ratifizierten Beitritte für den Vertrag beläuft sich auf 43. Weitere 38 Staaten haben den Vertrag bereits unterschrieben und befinden sich im Ratifizierungsprozess. 50 Beitritte von Staaten sind für sein Inkrafttreten erforderlich.

Er wird 90 Tage nach Hinterlegung des 50. Beitritts in Kraft treten ...

 

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07.08.2020 - Rücktransport verzögert sich Deutscher Atommüll bleibt noch Jahrzehnte in Frankreich

Im französischen La Hague lagert noch massenhaft deutscher Atommüll. Dessen Rücktransport dauert länger als geplant - weil deutsche Energiekonzerne erst einen neuen Spezialbehälter entwickeln.

Die Rückkehr von 152 Behältern mit Atommüll aus Frankreich nach Deutschland dürfte Jahrzehnte länger dauern als geplant. Es geht um Abfälle mittlerer Radioaktivität, die bei der sogenannten Wiederaufbereitung im französischen La Hague entstanden sind. Dabei wird nukleares Material aus alten Brennstäben gewonnen.

Deutschland hatte sich eigentlich verpflichtet, den bei der Wiederaufbereitung anfallenden Atommüll bis spätestens 2024 zurückzuholen. Inzwischen schätzt die Bundesregierung, dass das Material schlimmstenfalls erst "Mitte der Vierzigerjahre" komplett ins Zwischenlager Ahaus überführt ist. Intern wird die Jahreszahl 2047 genannt ...

 

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06.08.2020 - An die Atombombe gewöhnt

Die nukleare Bedrohung wird oft verdrängt. Historiker streiten über das Motiv der Angriffe auf Hiroshima und Nagasaki vor 75 Jahren

Der gedankliche Umgang mit der Gefahr eines Atomkrieges ist in den USA mindestens so kompliziert wie das Verständnis für eine exponentielle Vermehrung des Corona-Virus. Ein Dreivierteljahrhundert ist vergangen seit den Atomangriffen auf die japanischen Städte Hiroshima und Nagasaki. Inzwischen sind neun Staaten im Besitz von mehr als 14.000 Kernwaffen, vornehmlich Russland und die USA. Häufig werden die Arsenale „modernisiert“, auch deshalb hat das US-Wissenschaftsmagazin Bulletin of the Atomic Scientists die Zeiger seiner symbolischen Weltuntergangsuhr in diesem Jahr von zwei Minuten auf 100 Sekunden vor zwölf gestellt.

Die öffentliche Sorge über die Nukleardepots hält sich dennoch in Grenzen. Es scheint eine Ewigkeit her zu sein, dass am 12. Juni 1982 eine Million Menschen rings um den New Yorker Central Park gegen das nukleare Wettrüsten protestierten. In den USA hat der Präsident die Macht – so sieht es die Entscheidungsstruktur vor –, den Einsatz von Atomwaffen anzuordnen. Medienkommentare ereifern sich über Donald Trumps Twitterbotschaften zu diesem und jenem wie zu seinem Versagen bei der Corona-Pandemie: dass dieser Mann auch die ganze Welt in seinen Händen hat, bleibt eher unterbelichtet ...

 

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06.08.2020 - 75 Jahre nach Hiroshima: Neuer atomarer Wettlauf

Vor 75 Jahren fielen Atombomben auf Hiroshima und Nagasaki. Mittlerweile setzen sich viele Länder für einen Abbau von Nuklearwaffen ein. Doch die Welt erlebt ein neues Wettrüsten, sagt Angela Kane, ehemalige UN-Abrüstungschefin.

Vor drei Jahren beschlossen im Atomwaffenverbotsvertrag 122 UNO-Mitgliedsstaaten, den Einsatz von Nuklearwaffen zu verbieten, als Verstoß gegen das humanitäre Völkerrecht. Aber die Atommächte lehnen den Vertrag ab, setzen weiter auf nukleare Abschreckung - 75 Jahre nach Hiroshima und Nagasaki.

Angela Kane: Das ist ein Grund zu großer Sorge in mehrfacher Hinsicht. Zum einen sind die weltweiten Rüstungsausgaben in Höhe von 1.917 Milliarden US-Dollar die höchsten seit über einem Jahrzehnt, wie SIPRI, das Stockholmer Institut für Friedensforschung, feststellte. Der Großteil, nämlich ein Drittel, entfällt auf die USA. Die zweitgrößten Militärausgaben hat China, gefolgt von Indien, Russland und Saudi-Arabien.

Zum anderen haben die USA bilaterale Verträge mit Russland gekündigt: den INF-Vertrag über Mittelstreckenwaffen, den Vertrag über den Offenen Himmel. Der letzte bilaterale Vertrag ist New START, aber er läuft im Februar 2021 aus. Nun gibt es zwar Gespräche zwischen Moskau und Washington über eine Verlängerung, aber die Trump-Regierung besteht darauf, dass auch China an diesen Verhandlungen teilnimmt. Die Chinesen erklärten zwar grundsätzlich ihre Gesprächsbereitschaft, aber erst dann, wenn die Zahl der Atomwaffen in den drei Ländern auf dem gleichen Niveau sei. Derzeit entfallen jedoch von den weltweit 13.400 Atomwaffen jeweils etwa 6.000 auf die USA und Russland, wogegen China 320 besitzt. Somit wird es sicher keine trilateralen Gespräche geben.

Und drittens die Atomwaffendoktrin der Trump-Regierung von 2018: Danach sollen Nuklearwaffen nicht nur als Abschreckung und Vergeltung gegen einen atomaren Angriff eingesetzt werden, sondern als Mittel in der Kriegsführung auch gegen Nicht-Atomstaaten. Das ist sehr besorgniserregend. Wann tritt so ein Fall ein? Bei einem Cyber-Angriff? Das ist nie definiert worden. Diese Unklarheit finde ich höchst bedenklich ...

 

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06.08.2020 - Atomunglück in Japan: Die verstrahlte Gesellschaft

Vor 75 Jahren verseuchten Atombomben Hiroshima und Nagasaki. Seither kämpfen die Japaner mit Erkrankungen – und Politikern, die ihr Leid ignorieren.

Auf der Basis der Forschung an den Hibakusha haben Japan, Deutschland und viele andere Länder einen Grenzwert von einem Millisievert jährlich über die natürliche Belastung hinaus eingeführt. Doch für die kontaminierten Gebiete rings um die AKW-Ruinen in Fukushima hob die japanische Regierung diesen Grenzwert willkürlich auf 20 Millisievert jährlich an. Das Kalkül der Behörden: Sie streicht den Evakuierten die monatliche Hilfszahlung von 800 Euro, nachdem ihr alter Wohnort wieder zur Besiedlung freigegeben worden ist ...

 

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06.08.2020 - Aktuelle Gefahr eines Atomkriegs - "Risiko höher als im Kalten Krieg"

Die NGO ICAN kämpft gegen die Verbreitung von Atomwaffen und bekam 2017 den Friedensnobelpreis dafür. Direktorin Beatrice Fihn warnt: Heute haben mehr Länder Atomwaffen denn je.

2017 haben die Vereinten Nationen den Atomwaffenverbotsvertrag ausgehandelt. Er steht kurz davor, internationales Recht zu werden. Die Mehrheit der Staaten hat keine Atomwaffen und will auch keine besitzen. Es ist wichtig, dass alle Staaten diesen Vertrag ratifizieren.

Deutschland beispielsweise, besitzt keine Atomwaffen, verfügt aber über Teilhabe an den Nuklearwaffen des nordatlantischen Militärbündnisses Nato. Deswegen ist es wichtig, dass Staaten wie Deutschland den Vertrag ratifizieren ...

 

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06.08.2020 - Neues Atomkraftwerk in Großbritannien: Atomkraft doch bitte?

Großbritannien plant ein zweites AKW der neuen Generation – nur ein paar Hundert Kilometer Luftlinie von Deutschland entfernt.

Großbritannien setzt auf Atomkraft, um bis 2050 klimaneutral zu werden. Das erste neue Atomkraftwerk Hinkley Point C ist im Bau, das zweite soll bald folgen. Derzeit läuft das Genehmigungsverfahren für Sizewell C in der südost­englischen Grafschaft Suffolk – nur rund 300 Kilometer Luftlinie von der deutschen Grenze entfernt. Die Frist für die Beteiligung der Bundesregierung, der Länder und der deutschen Öffentlichkeit an der grenzüberschreitenden Umweltverträglichkeitsprüfung (UVP) läuft am 19. August ab ...

 

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06.08.2020 - 75 Jahre Hiroshima - „Wir werden Euch im Atomkrieg nicht helfen können!“

Vor 75 Jahren hat die Menschheit erstmals gegen Menschen eine Atombombe eingesetzt: Um 8.16 Uhr morgens zerstörte „Little Boy“ Hiroshima. Zehntausende waren sofort tot. Seit 40 Jahren erhebt sich die Ärzteorganisation IPPNW gegen die Gefahren des Atomkriegs. Im Gespräch erinnert sich einer ihrer Mitbegründer, der Frankfurter Internist Ulrich Gottstein. Mit seinen fast 94 Jahren kämpft er nach wie vor für eine atomwaffenfreie Welt.

Im Gegensatz zu den meisten Krankheiten gibt es bei der massiven atomaren Bestrahlung keine ärztlichen Hilfen und Maßnahmen zur Gesundung, deshalb mussten wir die total unwissende Weltbevölkerung aufklären und sagen: „Wir werden Euch nicht helfen können!“ ...

 

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