Atomanlagen - Waffenhandel - Entwicklungshilfe?

22.08.2018 - Russland baut militärische Präsenz in Afrika auf

Artikel aus www.euractiv.de

Russland wird in Afrika immer aktiver, vor allem militärisch. Dahinter stecken weniger wirtschaftliche als machtpolitische Interessen.

Investitionen, Rüstungsverkäufe und Militärkooperationen: Russland kehrt nach Jahren der Untätigkeit auf den afrikanischen Kontinent zurück und schickt sich an, europäischen Ländern und China Konkurrenz zu machen. Jüngstes Beispiel für das wachsende Engagement Moskaus in Afrika ist das am Dienstag unterzeichnete Militärabkommen mit der Zentralafrikanischen Republik, welches „die Beziehungen im Verteidigungsbereich“ beider Länder stärken soll.

Russland ist schon seit Anfang des Jahres in dem armen und instabilen Land aktiv, das bisher eher die ehemaligen Kolonialherren aus Frankreich um Hilfe bat. Dank einer Sondergenehmigung der UNO konnte Russland Waffen in die eigentlich seit 2013 mit einem Embargo belegte Zentralafrikanische Republik liefern. Moskau hat zudem fünf Offiziere seines Militärs und 170 zivile Ausbilder in das Land entsandt, obwohl die zentralafrikanischen Truppen bereits von der EU trainiert werden.

Experten gehen davon aus, dass es sich bei den „zivilen Ausbildern“ um Mitglieder der privaten russischen Söldnergruppe Wagner handelt, die Berichten zufolge seit Jahren in der Ost-Ukraine und in Syrien für russische Interessen kämpft. Erst vor drei Wochen waren drei russische Journalisten im Zentrum der Zentralafrikanischen Republik getötet worden, die dort zu den Aktivitäten der Schattenarmee recherchierten.

Doch Russlands Engagement erstreckt sich über die Grenzen der Zentralafrikanischen Republik hinaus. Nach Kamerun schifft Moskau Waffen für den Kampf gegen die Dschihadistenmiliz Boko Haram. Militärische Partnerschaften bestehen mit der Demokratischen Republik Kongo, Burkina Faso, Uganda und Angola. Mit dem Sudan arbeitet Russland im Bereich der Atomenergie zusammen. In Simbabwe und Guinea engagiert sich Moskau in der Bergbauindustrie – Bereiche, in denen China eine wachsende Kraft ist.

Dmitri Bondarenko von der Russischen Akademie der Wissenschaften sieht hinter diesen Bemühungen Moskaus weniger wirtschaftliche Interessen als den Wunsch nach „politischem Fortschritt“. Moskau befinde sich seit der Annexion der Krim in einer Konfrontation mit dem Westen und zeige offen „seine Sehnsucht, wieder eine Weltmacht zu werden“. „Deswegen kann es diesen Teil der Weltkugel nicht ignorieren“, sagt der Wissenschaftler.

Die Sowjetunion war in Afrika äußerst präsent gewesen – als Teil ihres ideologischen Krieges gegen den Westen. Moskau unterstützte afrikanische  Unabhängigkeitsbewegungen und entsandte tausende Berater in die von der kolonialen Herrschaft befreiten Länder. Doch nach dem Zusammenbruch des Sowjetimperiums führten wirtschaftliche Probleme und interne Konflikte dazu, dass Russland seine afrikanischen Projekte aufgab.

Vor etwa zehn Jahren fing der Kreml unter der Führung von Präsident Wladimir Putin damit an, die alten Netzwerke wieder aufzubauen. In den vergangenen drei Jahren arbeitete Moskau hart daran, seine Position in Afrika zu stärken – zuletzt beschleunigte Russland noch einmal seine Bemühungen. Statt um ideologische Belange geht es nun um Verträge und Waffengeschäfte.

Für einige afrikanische Länder sind bessere Beziehungen zu Russland attraktiv, weil sie Europa und China so unter Druck setzen können. Zudem hat Russland kein koloniales Gepäck und in einigen afrikanischen Ländern haben viele hochrangige Regierungsmitarbeiter in der Sowjetunion studiert.

Die Zentralafrikanische Republik scheint das erste Land, welches den Nutzen von Putins Strategieveränderung spürt. Bangui stand dem Kreml während des Kalten Krieges nicht besonders nahe, doch jetzt soll Russland den zentralafrikanischen Truppen dabei helfen, mit den Aufständischen fertig zu werden, die große Teile des Landes kontrollieren.

Nach Ansicht von Bodarenko präsentiert sich Russland als „echte Alternative“ für die afrikanischen Länder, mit denen der Westen nicht zusammenarbeiten will – wie etwa der Sudan oder Simbabwe. Diese neue Situation „könnte die geopolitische Ordnung auf dem Kontinent spürbar verändern“, meint der Wissenschaftler.

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