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26. November 2020 - Zweiter Fusionsweg in der Sonne nachgewiesen

Artikel aus www.scinexx.de

Neutrinos bestätigen den vor 82 Jahren postulierten CNO-Fusionszyklus

Meilenstein der Astrophysik: Forscher haben erstmals Neutrinos aus dem sogenannten CNO- Zyklus der Sonne nachgewiesen – einer vor 82 Jahren vorhergesagten Fusionsreaktion. Dabei verschmelzen Protonen nicht direkt, sondern werden durch die Katalyse schwerer Elemente wie Kohlenstoff, Stickstoff und Sauerstoff zu Helium fusioniert. Durch die Neutrinos ist nun der erste direkte Nachweis dieses CNO-Zyklus gelungen – ein wichtiger Durchbruch für die Sternenforschung.

Unsere Sonne bezieht ihre Energie aus der Kernfusion – Wasserstoff wird dabei zu Helium. Knapp 99 Prozent dieser Fusionsreaktionen erfolgen in unserem Stern durch die direkte Verschmelzung von Protonen. Doch schon 1938 postulierten die Physiker Hans Bethe und Carl Friedrich von Weizäcker, dass es noch einen zweiten Fusionsweg geben muss. Bei diesem sogenannten CNO-Zyklus katalysieren die Elemente Kohlenstoff, Stickstoff und Sauerstoff die Fusionsreaktion.

Neutrinos als Fusions-Boten

In der Sonne macht diese CNO-Fusion zwar nur rund ein Prozent aller Fusionsprozesse aus. Aber in massereicheren Sternen ist sie Modellen zufolge die dominante Fusionsreaktion. „Der CNO-Zyklus gilt daher als der primäre Mechanismus für die stellare Umwandlung von Wasserstoff zu Helium im Universum“, erklären Gioacchino Ranucci und seine Kollegen von der Borexino-Kollaboration. Doch trotz seiner Bedeutung ist es bisher nicht gelungen, diesen Fusionsweg in einem Stern direkt nachzuweisen.

Das hat sich nun geändert: 82 Jahre nach der theoretischen Vorhersage des CNO-Zyklus haben ihn Forscher der Borexino-Kollaboration nun auch experimentell bewiesen. Dies gelang ihnen mithilfe solarer Neutrinos – nahezu masselosen Teilchen, die als Beiprodukt der Fusionsreaktionen freiwerden. Pro Sekunde strömen hunderte Milliarden solcher Neutrinos unbemerkt durch unseren Körper. Aus welcher Fusionsreaktion ein solches Teilchen kommt, lässt sich unter anderem an seiner Energie ablesen.

Lichtblitze im Untergrundlabor

Das Problem jedoch: Neutrinos aus der CNO-Fusion sind vergleichsweise selten und haben eine eher geringe Energie von maximal rund 1,700 Kiloelektronenvolt. Dadurch sind sie leicht mit den bei radioaktiven Zerfallsreaktionen freigesetzten Neutrinos zu verwechseln. Um die CNO-Neutrinos nachweisen zu können, muss man daher Detektoren haben, die maximal gegen solche Zerfälle abgeschirmt sind.

Ein solcher Detektor ist der Borexino im Gran-Sasso-Laboratorium. Der unterirdische Neutrino-Detektor ist durch eine dicke Felsschicht, eine Stahlhülle und mehrere Flüssigkeitstanks gegen die Außenwelt abgeschirmt. Im Zentrum dieses Aufbaus liegt der mit 278 Tonen einer organischen Flüssigkeit gefüllte Detektortank. Kollidiert in ihm ein Neutrino mit einem der Flüssigkeitsatome, entsteht winziger Lichtblitz, der von Photosensoren registriert wird.

Für ihre Fahndung nach den solaren CNO-Neutrinos haben die Forscher Detektordaten von Juli 2016 bis Februar 2020 ausgewertet und aufwändig statistisch gefiltert.

720 Millionen CNO-Neutrino pro Sekunde und Quadratzentimeter

Tatsächlich wurden sie fündig: Unter den vielen Neutrinos aus anderen Quellen identifizierten sie erstmals auch Teilchen aus der CNO-Fusion. Im Schnitt registrierte ihr Detektor 7,2 solcher CNO-Neutrinos pro Tag und 100 Tonnen Flüssigkeit. Geht man davon aus, dass die meisten dieser CNO-Neutrinos unbemerkt bleibe, ist ihre wahre Menge enorm: „Das lässt sich umrechnen in 720 Millionen CNO-Neutrinos, die pro Sekunde und Quadratzentimeter auf die Erde einströmen“, erklären die Borexino-Wissenschaftler.

Damit ist es erstmals gelungen, den CNO-Zyklus in der Sonne direkt nachzuweisen – über die bei diesem Fusionsweg gebildeten Neutrinos. Sie bestätigen, dass eine solche CNO-Fusion in der Sonne stattfindet – und damit auch die 82 Jahre alte Theorie von Bethe und von Weizäcker. Gleichzeitig passen die gemessenen Werte zu den Modellen, nach denen dieser Fusionsweg rund ein Prozent der gesamten solaren Fusionsreaktionen ausmacht.

„Meilenstein der Neutrino-Physik“

„Damit haben wir endlich den ersten, bahnbrechenden experimentellen Beleg dafür, wie Sterne schwerer als die Sonne ihr Leuchten erzeugen“, sagt Co-Autor Gianpaolo Bellini von der Universität Mailand. Gleichzeitig eröffnen diese Messungen auch einen Weg, den Gehalt schwerer Elemente in der Sonne und anderen Sternen naher zu bestimmen. Denn ihr Anteil beeinflusst das Ausmaß der CNO-Fusion.

 

„Die Borexino-Kollaboration präsentiert Ergebnisse, die einen Meilenstein der Neutrino-Physik darstellen. Dieses gewaltige Errungenschaft bringt uns näher an ein vollständiges Verständnis unserer Sonne und der Bildung massereicher Sterne“, schreibt der nicht an der Studie beteiligte Physiker Gabriel Orebi Gann von der University of California in Berkeley in seinem begleitenden „Nature“-Kommentar. (Nature, 2020; doi: doi: 10.1038/s41586-020-2934-0)

 

Quelle: The Borexino Collaboration

 

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Karte der nuklearen Welt:

Borexino - Neutrinoforschung im Berg ...

 

Englischsprachige Version der Weltkarte:

https://www.google.com/maps/d/edit?mid=1fCmKdqlqSCNPo3We1TWZexPjgNDQOaLD&ll

 

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reaktorpleite.de

 

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Neutrino Conus IceCube
     
Niedrigstrahlung    

 

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Rätselhafte Radioaktivität

29.07.2019 - Neutrinoexperiment steckte hinter Nuklearunfall

Artikel von Lars Fischer aus www.spektrum.de

Eine Indizienkette führt vom 2017 in ganz Europa verteilten radioaktiven Material zum Nuklearkomplex Majak in Russland - und zur Neutrinoforschung in einem italienischen Tunnel.

Das radioaktive Material unbekannter Herkunft, das im Oktober 2017 in vielen europäischen Ländern entdeckt wurde, stammt vermutlich aus einem ernsten Unfall in dem russischen Nuklearkomplex Majak. Zu diesem Schluss kommt eine internationale Arbeitsgruppe um Georg Steinhauser von der Universität Hannover und Olivier Masson vom französischen Institut für Strahlenschutz und Nuklearsicherheit (IRSN) ...

Die chemische Signatur der Radioisotope deutet laut der Arbeitsgruppe auf bereits stark aufgereinigtes Material aus der Aufarbeitung nuklearer Brennstäbe. Dagegen kommen andere kerntechnische Quellen wie Atombomben und Kraftwerke wegen dieser Reinheit nicht in Frage.

Tatsächlich deuten die veröffentlichten Daten nach Angaben der Gruppe darauf hin, dass das Ruthenium seinen Ursprung in der Produktion einer extrem aktiven Strahlungsquelle aus 144Ce hat. Der Anteil von 103Ru in den Proben lässt die Vermutung zu, dass die abgebrannten Brennelemente bereits zwei Jahre nach dem Ende des Kraftwerksbetriebs aufgearbeitet wurden.

Das ist ungewöhnlich, denn zu diesem Zeitpunkt sind die Brennelemente noch sehr stark radioaktiv und entsprechend schwer zu verarbeiten. Doch für das Experiment SOX-Borexino in Gran Sasso, das »sterile« Neutrinos aufspüren sollte, benötigten Fachleute eine kompakte, extrem aktive Strahlungsquelle – das dafür nötige stark angereicherte Cer liefern nur »frische« ausgebrannte Brennstäbe ...

 

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Neutrino Energy

01.11.2018 - Verheerende Strahlung von Anti-Neutrinos aus Kernkraftwerken

Artikel aus www.presseportal.de

"Sofort wegziehen aus der Umgebung von Atommeilern!"
Extrem hohe Dosis schuld an Krebs?

"Sofort weg aus der Umgebung von Kernkraftwerken!" Das ist die Forderung von Strahlenmedizinern, seit die verheerende Wechselwirkung von künstlichen Neutrinos (sogenannten Anti-Neutrinos) erwiesen ist. Radioaktivität lässt sich zwar bändigen, nicht jedoch die Strahlung von Anti-Neutrinos, die in extrem hoher Dosis austreten und krank machen können ...

 

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AtomkraftwerkePlag

 

Niedrigstrahlung

Widerstreit der Meinungen

Ionisierende Strahlung, die in geringen Dosen wirkt, ist bislang in den Medien nur selten behandelt worden. Dabei handelt es sich um ein hochbrisantes Thema.

Den Wirkungen der Niedrigstrahlung sind Menschen beispielsweise infolge der Katastrophen von Tschernobyl und Fukushima in größerer Entfernung, aber auch bei einfachen Störfällen oder sogar beim Normalbetrieb von Atomkraftwerken in Deutschland ausgesetzt worden.

Mittlerweile haben sich die Hinweise verdichtet, dass Niedrigstrahlung gefährlicher ist als bislang angenommen: Das deutsche Krebsforschungszentrum wies 2015 darauf, dass auch schon eine niedrige Strahlendosis gesundheitliche Schäden verursachen kann: "Eine untere Grenze oder einen Schwellenwert, unterhalb dessen ionisierende Strahlung unschädlich wäre, gibt es nicht." Das Helmholtz Zentrum München kam nach Forschungen im April 2015 zu folgendem Ergebnis: "Auch sehr schwache Strahlung kann Veränderungen in der Zelle bewirken, die anders und weit stärker sind als bisher angenommen. Forscher am Helmholtz Zentrum München konnten im Stoffwechsel bestrahlter Zellen Vorgänge nachweisen, die diese These belegen." Die Strahlung beeinflusst die "Regulation von Genen" ...

 

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Daya Bay (China)

Neutrinoforschung

Im chinesischen Akw Daya Bay, so eine Meldung von 2011, wird auch ein gemeinsames Forschungsvorhaben von China und den USA durchgeführt, in dem Neutrinoeigenschaften untersucht werden ("Neutrino-Experiment"). Dabei werden Antineutrinos, Antiteilchen der Neutrinos, aus dem Atomkraftwerk gemessen ...

 

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Wikipedia

 

Neutrinos

sind elektrisch neutrale Elementarteilchen mit sehr geringer Masse. Im Standardmodell der Elementarteilchenphysik existieren drei Arten (Generationen) von Neutrinos: Elektron-, Myon- und Tau-Neutrinos. Jede Neutrino-Generation besteht aus dem Neutrino selbst und seinem Anti-Neutrino. Der Name Neutrino wurde von Enrico Fermi für das von Wolfgang Pauli postulierte Teilchen vorgeschlagen und bedeutet (entsprechend der italienischen Verkleinerungsform ino) kleines neutrales Teilchen.

Bei Wechselwirkung der Neutrinos mit Materie finden, anders als bei vielen anderen bekannten Elementarteilchen, nur Prozesse der schwachen Wechselwirkung statt. Reaktionen erfolgen im Vergleich zur elektromagnetischen und starken Wechselwirkung also sehr selten. Deshalb geht ein Strahl von Neutrinos auch durch große Materiedicken – z. B. durch die ganze Erde – hindurch, wenn auch mit einer gewissen Schwächung. Entsprechend aufwendig ist der Nachweis von Neutrinos in Experimenten.

Nach dem Entstehungsort der in Neutrinodetektoren beobachteten Neutrinos kann unterschieden werden zwischen

kosmischen Neutrinos (Weltall)
solaren Neutrinos (Sonne)
atmosphärischen Neutrinos (Erdatmosphäre)
Geoneutrinos (Erdinneres)
Reaktorneutrinos (Kernreaktoren)
Neutrinos aus Beschleunigerexperimenten ...

 

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Borexino

ist ein Experiment der Teilchenphysik, mit dem aus der Sonne stammende Neutrinos niedriger Energie erforscht werden. Die Bezeichnung „Borexino“ ist das italienische Diminutiv von BOREX (Boron solar neutrino experiment). Das Experiment befindet sich in den Laboratori Nazionali del Gran Sasso und repräsentiert eine internationale Gruppe mit Forschern aus Italien, den Vereinigten Staaten, Deutschland, Frankreich und Russland. Das Experiment wird von verschiedenen nationalen Institutionen wie INFN und NSF finanziert.

Das Borexino-Experiment im September 2015

Der Detektor ist ein Flüssigszintillator, der sich in einer Sphäre aus rostfreiem Stahl befindet, abgeschirmt durch einen Wassertank. Hauptziel des Experiments ist die präzise Vermessung der monoenergetischen Neutrinos von der Sonne ...

 

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Neutrino-Observatorien

(auch als Neutrinoteleskope, Neutrinodetektoren oder – etwas zu allgemein – Neutrino-Experimente bezeichnet) sind Teilchendetektoren speziell für den Nachweis und die Messung von Neutrinos aus weit entfernten Quellen. Als weit entfernt werden hier 100 Meter oder mehr angesehen.

Weil Neutrinoreaktionen sehr kleine Wirkungsquerschnitte haben, reagieren Neutrinos mit normaler Materie nur sehr selten. Neutrinodetektoren müssen deshalb sehr groß sein und meist jahrelang Daten sammeln, um statistisch signifikante Messergebnisse zu erreichen.

An der Erdoberfläche werden die seltenen Neutrinoereignisse durch die viel häufigeren Signale von Myonen der sekundären kosmischen Strahlung verdeckt. Deshalb werden die Neutrinodetektoren in großen Meerestiefen, unter Bergen oder in nicht mehr genutzten Bergwerken errichtet ...

 

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30.11.2020 - Booster: Mit dem EU-Projekt BIG-MAP zehnmal schneller neue Batterien entwickeln

Nachhaltige und kostengünstige Batterien werden beim Ausstieg aus fossilen Brennstoffen eine entscheidende Rolle spielen. Doch die Forschung braucht normalerweise Zeit, wenn beispielsweise unzählige Materialkombinationen möglich sind. Mit einem neuen Ansatz sollen künftig Batterien zehnmal schneller entwickelt werden können als heute.

Im EU-Projekt BIG MAP wollen Forscher die Art und Weise verändern, wie geforscht wird und Erfindungen gemacht werden. Davon erhoffen sich die Wissenschaftler eine deutliche Beschleunigung bei der zeitnahen Entwicklung nachhaltiger und ultrahochleistungsfähiger Batterien ...

 

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29.11.2020 - GLOBAL 2000 veröffentlicht lange verheimlichten AKW Mochovce-Bericht

Geheimdienstchef kritisiert Sicherheitskultur und Korruption in Mochovce

Der neue Chef des slowakischen Geheimdiensts SIS beklagte diese Woche in einem Interview massive Probleme in Mochovce: Vladimír Pčolinský sprach einerseits die grassierende Korruption beim Bau des Atomreaktors an, die dieses Jahr bereits zu mehreren Razzien der slowakischen Kripo auf der Baustelle und Korruptions-Ermittlungen gegen führende Manager führte. Andererseits sieht der Geheimdienst-Chef ein völliges Kontrollversagen bei der Bauleitung und auch bei der Atomaufsicht des Landes. „Es war einfach ein Chaos, Lieferanten lieferten minderwertige und nicht zertifizierte Produkte, die Aufsicht führten einige Inspektionen eher auf dem Papier als wirklich durch“, kritisiert der Chef des Geheimdiensts. Der Nachrichtendienst der Slowakei SIS befasse sich schon lange mit Mochovce und informiere über die festgestellten Missstände oft bis zu viermal im Monat, allerdings ohne adäquate Reaktion der höchsten Vertreter des slowakischen Staates. Nicht so sehr Korruption und Betrug auf der Baustelle seien das Problem – damit befasst sich bereits die Polizei – sondern die nukleare Sicherheit selbst ...

 

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28.11.2020 - »Hualong One« China nimmt ersten selbst entwickelten Atommeiler in Betrieb

Bis 2060 will China seine Energie komplett klimaneutral gewinnen – und Atomkraft soll dabei eine wichtige Rolle spielen. Peking forciert den Ausbau mit einheimischer Technologie.

China hat seinen ersten selbst entwickelten Kernreaktor in Betrieb genommen. »Damit bricht China das Monopol der ausländischen Kernkrafttechnologie und tritt offiziell in die erste Reihe der fortschrittlichen Länder ein«, erklärte der chinesische Energieriese CNNC, nachdem die "Hualong One" am Freitag ans nationale Netz angeschlossen wurde ...

 

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27.11.2020 - Stromanbieter-Check: Erstmals alle 148 Anbieter auf Klima- und Naturverträglichkeit geprüft

Ranking von GLOBAL 2000 und WWF Österreich schafft Transparenz bei heimischen Stromanbietern - KonsumentInnen sollten sich bewusst für naturverträglich erzeugten Strom entscheiden

Erstmals haben die Umweltschutzorganisationen GLOBAL 2000 und WWF Österreich alle 148 Stromanbieter auf dem österreichischen Markt untersucht und auf ihre Ausrichtung zu einer naturverträglichen Energiewende bewertet. Das Ergebnis: Nur fünf Anbieter haben es in die Top-Kategorie "Treiber der Stromzukunft" geschafft. Gefolgt von elf Anbietern in der zweitbesten Kategorie "Solide Grünstromanbieter". Bei den restlichen Anbietern sehen die Umweltschutzorganisationen massiven Verbesserungsbedarf. Derzeit besteht zwar die Wahl zwischen insgesamt 131 deklarierten "Grünstromanbietern", doch deren Eigentümerstrukturen und Geschäftsgebarungen sind für Laien oft schwer zu durchschauen ...

 

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27.11.2020 - BUND lehnt atomare Wasserstoffstrategie der deutschen EU-Ratspräsidentschaft ab

Grüne und nachhaltige Wasserstoffwirtschaft droht im Ansatz zu scheitern

Im Rahmen der EU Ratspräsidentschaft möchte Deutschland den Weg freimachen, um neben Wasserstoff aus fossilem Erdgas auch Wasserstoff aus Atomkraft in die EU-Förderung aufzunehmen. Der Aufbau einer grünen und nachhaltigen Wasserstoffwirtschaft droht damit bereits im Ansatz zu scheitern, warnt der Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland (BUND). Eine Vorentscheidung ist auf dem heute stattfindenden Ausschuss der Ständigen Vertreter der Mitgliedstaaten (AStV) zu erwarten.

Verena Graichen, stellvertretende Vorsitzende des BUND: „Deutschland ist aus gutem Grund aus der Atomenergie ausgestiegen. Die Energiequelle ist nicht sicher und nachhaltig, sondern gefährlich, gesundheits- und umweltschädlich. Der Uran-Raubbau kontaminiert Menschen und Natur großflächig. Die Bundesregierung macht sich unglaubwürdig, wenn sie auf EU-Ebene jetzt die Förderung nuklearen Wasserstoffs vorantreibt. Deutschland muss seinen zukünftigen Wasserstoffbedarf reduzieren, anstatt Atomkraft und Erdgas durch die Hintertür zu fördern.“ ...

 

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Niedrigstrahlung

27.11.2020 - Raumfahrt schadet den Mitochondrien

Veränderungen an Zellkraftwerken könnten viele Astronauten-Symptome erklären

Zellstress im All: Viele typische Folgen von Weltraumflügen könnten auf eine gemeinsame Ursache zurückgehen – Schäden an den Mitochondrien, den Kraftwerken der Zellen. Das enthüllt die bislang umfassendste Auswertung medizinischer Daten von der ISS. Demnach verändert der Aufenthalt im All die Mitochondrien in nahezu allen Geweben und Organen und das wiederum hat tiefgreifende Auswirkungen auf das Immunsystem, den Fettstoffwechsel und sogar den Haarwuchs.

Raumfahrt ist ungesund: Die erhöhte Strahlenbelastung und fehlende Schwerkraft verursachen bei Astronauten nicht nur Muskelschwund, Knochenabbau und Fieber, auch das Herz-Kreislaufsystem, das Erbgut und sogar das Gehirn werden beeinträchtigt, wie Studien mit Apollo- und ISS-Astronauten belegen. Trotzdem aber planen Raumfahrtagenturen bereits Langzeitmissionen, die Astronauten zurück auf den Mond und bis zum Mars bringen sollen ...

 

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26.11.2020 - Kawasaki Heavy Industries will sich aus dem Kernenergiegeschäft zurückziehen

Japans Kawasaki Heavy Industries (KHI) hat eine Absichtserklärung mit dem Nuklearstrom-Wartungsdienstleister Atox Company Limited über die Übertragung seines Nuklearstromgeschäfts an Atox für eine nicht bekannt gegebene Summe unterzeichnet. KHI sagte, es werde sich stattdessen auf die Entwicklung der Wasserstofftechnologie konzentrieren.

KHI begann sein Kernenergiegeschäft 1969. Seitdem hat es sich an kommerziellen Kernkraftwerken, Stilllegungs-/Abfallbehandlungs- und nuklearen Neubauprojekten in Japan beteiligt.

KHI sagte, es werde sich auf Energie- und Umweltlösungen konzentrieren, wie im Geschäftsplan der Group Vision 2030 dargelegt. "Wir werden Unternehmen im Zusammenhang mit Wasserstoffenergie fördern" ...

Übersetzt mit www.DeepL.com/Translator (kostenlose Version)

 

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26.11.2020 - AKW Fessenheim muss nachgerüstet werden

Das Abklingbecken des abgeschalteten elsässischen Atomkraftwerk muss besser vor Erdbeben geschützt werden, befand die französische Atomaufsicht.

Das Atomkraftwerk Fessenheim muss nachgerüstet und so besser vor Beschädigungen von außen geschützt werden. Das betrifft in dem AKW am Oberrhein die Abklingbecken für die Brennstäbe, die insbesondere gegen Erdbeben gewappnet sein sollen. Das heißt, der Betreiber des Atomkraftwerks EDF muss dafür sorgen, dass aus den Becken kein Wasser entweichen kann.

Der zweite Druckwasserreaktor des elsässischen AKW wurde dieses Jahr abgeschaltet, damit ist die gesamte Anlage vom Netz. Die noch vorhandenen Brennstäbe dürfen bis Ende 2023 dort verbleiben, geht aus einer Anordnung der Aufsichtsbehörde ASN hervor ...

 

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Niedrigstrahlung

26.11.2020 - Experiment im Kernkraftwerk Brokdorf : Physiker Roland Wink aus Itzehoe ist den Neutrinos auf der Spur

Bei einem weltweit beachteten Experiment messen Wissenschaftler vom Max-Planck-Institut Heidelberg kleinste Teilchen.

Was das Besondere an den Teilchen ist, ist nicht einfach zu erklären. Es hat seinen Grund, warum Neutrinos auch als „Geisterteilchen“ beschrieben werden. Wer hört: „Neutrinos sind elektrisch neutrale Elementarteilchen mit sehr geringer Masse“, schaltet meist geistig ab. Zu abstrakt ist dies für viele Menschen. Im normalen Alltag entstehen die Neutrinos in der Sonne. „30 Milliarden der Teilchen gehen pro Sekunde durch einen Fingernagel, egal ob Tag oder Nacht. Durch einen Stecknadelkopf gehen zirka eine Million Neutrinos pro Sekunde“, erklärt Wink die Kleinteiligkeit. „Die Neutrinos gehen besser durch die Erde als Licht durch eine Glasscheibe.“ ...

Die Nachweise waren bisher unglaublich aufwändig, dafür musste viel Material genutzt werden.

Das ist jetzt in Brokdorf anders. Dort braucht wegen des Reaktors und des neuen Messgerätes aus Heidelberg nur wenig Material verwendet werden. Was hier passiert: Kommt ein Neutrino angeflogen und stößt auf ein anderes Teilchen, dann gibt es einen Rückstoß. So wie bei Billardkugeln mit zwei unterschiedlichen Größen. Nur ist beim Neutrino der Größenvergleich ein anderer. „Es ist so, als wenn ein Sandkorn auf einen Lastwagen stößt“, sagt Wink. Wobei das Sandkorn das Neutrino ist ...

 

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