Newsletter I 2026
4. bis 10. Januar
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Radioaktivität kumuliert; das bedeutet, radioaktive Partikel reichern sich im lebenden Organismus immer weiter an und mit der Zeit können ähnliche Schäden auftreten, wie bei einer kurzzeitig einwirkenden, massiven Strahlenbelastung ...
Die PDF-Datei "Nuclear Power Accidents" enthält eine Reihe weiterer Vorfälle aus verschiedenen Bereichen der Atomindustrie. Einige der Ereignisse wurden nie über offizielle Kanäle veröffentlicht, so dass diese Informationen der Öffentlichkeit nur auf Umwegen zugänglich gemacht werden konnten. Die Liste der Zwischenfälle in der PDF-Datei ist daher nicht zu 100% identisch mit "INES und die Störungen in kerntechnischen Anlagen", sondern stellt eine Ergänzung dar.
1. Januar 1977 (INES-5) Akw Belojarsk, UdSSR
2. Januar 1958 (INES-4) Atomfabrik Majak, UdSSR
3. Januar 1961 (INES-4 NAMS 2,9) SL-1, NRTS, Idaho, USA
4. Januar 1986 (INES-4) Atomfabrik Sequoyah, OK, USA
5. Januar 1976 (INES-3) Akw Jaslovské Bohunice, SVK
6. Januar 2016 (Nordkoreas 4. Nuklearwaffentest) Punggye-ri, PRK
6. Januar 1981 (INES-3) Atomfabrik La Hague, FRA
13. Januar 1977 (INES Klass.?) Akw Gundremmingen, DEU
17. Januar 1966 (Broken Arrow) Palomares, ESP
18. Januar 2012 (INES-2) Akw Cattenom, FRA
20. Januar 1965 (INES-4 NAMS 3,7) Atomfabrik LLNL, Livermore, USA
21. Januar 2002 (INES-2) Akw Flamanville, FRA
21. Januar 1969 (INES-5 NAMS 1,6) Akw VAKL Lucens, CHE
21. Januar 1968 (Broken Arrow) Thule Airport, Grönland, DNK
24. Januar 1961 (Broken Arrow) Goldsboro, NC, USA
Wir sind immer auf der Suche nach aktuellen Informationen. Wer helfen kann, sende bitte eine Nachricht an:
nukleare-welt@reaktorpleite.de
10. Januar
Gesichtserkennung und Kameraüberwachung
"An Diktatur erinnert": Argentinien stellt per Dekret Weichen für Online-Überwachung
Per "Notstandserlass" räumt Präsident Milei dem Geheimdienst deutlich mehr Befugnisse ein
"Dieses Dekret führt zur bisher gravierendsten Veränderung, da den Geheimdiensten seit der zivil-militärischen Diktatur keine derartigen Befugnisse eingeräumt wurden", erklärt Beatriz Busaniche von der argentinischen Stiftung Vía Libre. Der Erlass, von dem sie spricht, erweitert die Befugnisse des dortigen Geheimdienstes immens. Auf dem Plan steht unter anderem eine "verdeckte" Online-Überwachung.
Verfolgung von Aktivisten und Journalisten
Die Regierung von Javier Milei erließ das "Notstandsdekret 941/2025" am letzten Tag des letzten Jahres. Laut Gesetzestext handelt es sich dabei um eine "umfassende Umstrukturierung und Modernisierung" des Nachrichtendienstes SIDE (Secretaría de Inteligencia del Estado). Konkrete technologische Maßnahmen, wie der Einsatz von Spyware, werden in den 41 Artikeln nicht genannt. Es werden jedoch Institutionen und Befugnisse geschaffen, die diese ermöglichen – so darf SIDE etwa künftig Daten aus sämtlichen staatlichen IT-Systemen zusammenführen.
Wie Nina Galla, die Pressesprecherin von Algorithm Watch, in ihrem Bericht für Netzpolitik anführt, brüstet sich die Regierung damit, hiermit der staatlichen Verfolgung von Journalisten und Bürgern ein Ende zu setzen. Lokale NGOs sehen dies wahrlich anders. Die Bürgerrechtsorganisation Centro de Estudios Legales y Sociales (CELS) oder die eingangs erwähnte Vía Libre etwa merken an, dass es sich genau andersherum verhalte. Die Reform erlaube die Verfolgung von Aktivisten, Journalisten oder anderen Personengruppen überhaupt erst...
[...] Widerstand
Galla vermutet, dass die Zivilgesellschaft in Argentinien nicht ausreichend auf die immer weiter ausgebaute Online-Überwachung vorbereitet ist. Meta-Plattformen wie Whatsapp oder Instagram seien weit verbreitet, sichere Alternativen wie Signal hingegen kaum. Die Opposition will das Dekret im Kongress abwehren, dieser legt nun jedoch erst einmal eine Sommerpause ein. Einige Abgeordnete fordern deshalb, dass das Dekret vor Gericht für verfassungswidrig erklärt und mit sofortiger Wirkung ausgesetzt wird.
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KI-Rechenzentren:
Meta sichert sich bis zu 6,6 Gigawatt Atomstrom
Über langfristige Verträge mit US-Energie- und Nuklearfirmen will Meta bis 2035 große Mengen Kernenergie nutzen.
Das Unternehmen Meta Platforms (Facebook) hat sich über neue Energievereinbarungen Zugriff auf bis zu 6,6 Gigawatt (GW) Kernkraftleistung bis 2035 gesichert. Die Leistung stammt aus einer Kombination bestehender Atomkraftwerke und geplanter Neubauten in den USA und soll vor allem den stark wachsenden Strombedarf von KI-Rechenzentren decken.
Die Ankündigung zu seinen Energieplänen machte Meta am 9. Januar 2026 in einer ausführlichen Mitteilung. Konkret arbeitet Meta dafür mit Vistra, Terrapower und Oklo zusammen.
Über Vistra sichert sich Meta Strom aus bestehenden Kernkraftwerken in Ohio und Pennsylvania, darunter Perry, Davis-Besse und Beaver Valley. Neben der laufenden Produktion geht es auch um den langfristigen Weiterbetrieb und mögliche Leistungssteigerungen dieser Anlagen.
Mit Terrapower, einem Entwickler neuartiger Natriumreaktoren, vereinbarte Meta Stromabnahme- und Entwicklungsrechte an Reaktoren, deren erste Einheiten ab 2032 ans Netz gehen sollen.
Langfristige Energieverträge
Weitere Anlagen könnten bis Mitte der 2030er Jahre folgen. Parallel dazu unterstützt Meta Oklo beim Aufbau eines neuen Nuklear-Campus in Ohio, der ab etwa 2030 schrittweise Strom liefern soll...
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Kritik an ICE-Einsatz
Proteste nach tödlichen Schüssen in Minneapolis halten an
Eine 37-Jährige wird bei einem Einsatz der US-Einwanderungsbehörde ICE von einem Beamten erschossen. Nach dem Vorfall gibt es nun bundesweit Proteste. Die Stadt will der Trump-Regierung die Stirn bieten.
Nach den tödlichen Schüssen auf eine Frau in Minneapolis gehen die Proteste gegen Einsätze der US-Einwanderungsbehörde ICE weiter. In mehreren US-Bundesstaaten kam es zu Solidaritätskundgebungen. In der Großstadt Minneapolis im Bundesstaat Minnesota im Norden der USA demonstrierten am Freitag (Ortszeit) nach Angaben von US-Medien unter anderem auch Dutzende Schülerinnen und Schüler gegen die Präsenz der Einwanderungsbehörden.
Für das Wochenende sind Medienberichten zufolge landesweit Hunderte Proteste und Kundgebungen unter dem Motto »ICE Out For Good« angekündigt. Ein Bündnis aus Bürgerrechts- und Migrantenorganisationen hatte dazu aufgerufen. Die Aktionen sollen nach Angaben der Veranstalter friedlich verlaufen und sich gegen zunehmende Gewalt von Einwanderungsbehörden sowie Einsätze in lokalen Gemeinden und an Schulen richten.
[...] Trump will nicht mit Minnesota zusammenarbeiten
Der demokratische Bürgermeister von Minneapolis, Jacob Frey, hielt bei einer Pressekonferenz am Freitag an seiner scharfen Kritik an den Einsätzen der Einwanderungsbehörde fest. ICE bringe nur Schlechtes in die Stadt – für die lokale Wirtschaft, die Demokratie und die Sicherheitslage. Und nachdem, was er auf Videoaufnahmen zu dem tödlichen Vorfall gesehen habe, sei es umso wichtiger, dass eine gründliche und transparente Untersuchung durchgeführt werde – unter Beteiligung der Strafverfolgungsbehörden des US-Bundesstaates Minnesota, sagte er.
Die US-Staatsanwaltschaft hatte zuvor entschieden, dass ausschließlich die US-Bundespolizei FBI die Ermittlungen in dem Fall leiten soll. Auch Präsident Trump sagte am Freitag, man werde nicht mit Minnesota zusammenarbeiten, da die lokalen Behörden dort korrupt seien. Den demokratischen Gouverneur von Minnesota, Tim Walz, bezeichnete er als »dumm«.
Frey sagte, man werde nicht nachgeben. »Was die rechtlichen Mechanismen dazu angeht, ich kann Ihnen versichern, dass es hier Potenzial gibt, das genutzt werden kann.
9. Januar
JD Vance gibt getöteter Renee Nicole Good die Schuld am eigenen Tod
Nach dem tödlichen Schuss in Minneapolis greift Vize-Präsident Vance das Opfer an. Videoanalysen widersprechen der Notwehr-Darstellung der Regierung.
Nach den Schüssen eines Migrations-Polizisten in Minneapolis, mit denen die 37-jährige Renee Nicole Good getötet wurde, steht die US-Regierung von Präsident Donald Trump weiter stark in der Kritik. Sie spricht bei dem Vorfall von gerechtfertigter Notwehr und warf der Getöteten „inländischen Terrorismus“ vor. Lokale Behörden äußerten jedoch Zweifel an dieser Darstellung. Minneapolis‘ Bürgermeister Jacob Frey nannte in einem Interview mit dem liberalen Podcast „Pod Save America“ die Rechtfertigung der Schüsse und die Anschuldigungen erneut „Bullshit“.
Er sagte weiter: „Das Maß, in dem die Trump-Administration vertuschen will, was passiert ist, ist ekelhaft.“ Die Führung der Stadt und die lokale Polizeibehörde hätten seit Wochen gewarnt, dass es in Folge des verschärften Vorgehens gegen Eingewanderte der US-Regierung zu derartigen Vorfällen kommen könnte. Ohnehin sei der Einsatz der Migrationspolizei verfassungswidrig.
Analysen von US-Zeitungen widerlegen die Regierungs-Darstellung des Vorfalls. Videoauswertungen der „Washington Post“ und der „New York Times“ zeigen, dass ein ICE-Beamter sich bereits aus der unmittelbaren Gefahrenzone bewegt habe, als er auf die Fahrerin schoss. Das Fahrzeug sei sichtbar von dem Beamten weggelenkt und die Schüsse von der Seite abgegeben worden.
[...] Kritiker:innen warnten seit Monaten davor, dass so rassistisch motivierte und unzureichend ausgebildete Personen in den bewaffneten Dienst von ICE gestellt werden. Der „New York Times“ zufolge gab es seit September neun Fälle, in denen ICE-Agenten auf Menschen geschossen haben, jedes Mal während diese sich in Fahrzeugen befanden und die Beamten behaupteten, in Notwehr gehandelt zu haben. Im September wurde in Chicago der 38-jährige Silverio Villegas-Gonzalez von ICE-Beamten erschossen, nachdem diese ihn in seinem Auto gestoppt hatten, um ihn festzunehmen, weil er sich illegal im Land befunden habe. Auch in diesem Fall widersprechen Video-Aufnahmen den Behauptungen von ICE, die Beamten seien von ernsthaften Verletzungen bedroht gewesen, bevor sie Schüsse feuerten...
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Hochspannungsleitung ausgefallen
Frankreich schaltet seinen größten Atomreaktor ab
Mit vielen Jahren Verspätung geht der Reaktor Flamanville 3 Ende 2024 ans Netz. Nun sorgt Sturm "Elli" für große Probleme - nicht nur dieser Atomreaktor, sondern auch ein älterer muss vorübergehend vom Netz.
Wegen des über Europa hinwegfegenden Wintersturms hat der französische Stromkonzern EDF den EPR-Atomreaktor im nordfranzösischen Flamanville vom Netz genommen. In der Nacht zu Freitag sei eine externe Hochspannungsleitung ausgefallen, teilte EDF mit. Die genauen Umstände würden noch geklärt. "Die technische Situation ist eindeutig auf den Sturm zurückzuführen", sagte ein Unternehmenssprecher. Windböen hatten in der nordfranzösischen Normandie in der Nacht Geschwindigkeiten von bis zu 200 Kilometern pro Stunde erreicht.
Das Atomkraftwerk Flamanville, das neben dem neuen Druckwasserreaktor zwei ältere Atomreaktoren umfasst, liegt auf der Halbinsel Cotentin direkt an der Küste des Ärmelkanals. Einer der konventionellen Reaktoren wurde ebenfalls vom Netz genommen, der andere ist derzeit wegen Wartungsarbeiten abgeschaltet.
[...] Der EPR-Reaktor Flamanville 3 war mit zwölf Jahren Verspätung im Dezember 2024 ans Netz gegangen und hatte im vergangenen Dezember erstmals seine volle Kapazität erreicht. Er ist mit 1600 Megawatt der mächtigste Atomreaktor Frankreichs und soll zwei Millionen Haushalte mit Strom versorgen können...
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BUND scheitert vor Gericht
Atommülltransporte durch NRW dürfen stattfinden
Die Umweltschutzorganisation BUND ist mit einer Klage gegen die geplanten Castor-Transporte von Jülich nach Ahaus gescheitert. Das Verwaltungsgericht Berlin hat die Klage zurückgewiesen.
Der Landesverband NRW der Umweltorganisation BUND hatte einen Eilantrag gegen den sofortigen Vollzug der Transportgenehmigung gestellt. Damit hätten vorerst keine Castor-Transporte aus dem Zwischenlager Jülich in das Zwischenlager Ahaus stattfinden können. Nun hat das Verwaltungsgericht Berlin diesen Antrag abgelehnt.
[...] Die Bürgerinitiative "Kein Atommüll in Ahaus" zeigt sich in einer ersten Reaktion enttäuscht. Man werde auch weiter dafür kämpfen, dass der hochradioaktive Abfall vorerst in Jülich bleibt, sagte ein Sprecher. Er nannte den politischen Umgang mit dem Thema verantwortungslos.
Die Stadt Ahaus hatte auf eine Klage gegen die Transportgenehmigung verzichtet, mangels Aussicht auf Erfolg. Die Kommune wollte sich am Freitag zunächst nicht zu der möglicherweise weitreichenden Entscheidung aus Berlin äußern.
[...] Bund prüft Revision
Der Umweltverband BUND will den Beschluss des Verwaltungsgerichtes nun prüfen und innerhalb von zwei Wochen darüber entscheiden, die nächsthöhere Instanz anzurufen. Für die Beschwerde wäre das Oberverwaltungsgericht Berlin-Brandenburg zuständig.
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Wie wir uns mit Plastik langsam selbst umbringen
Mikroplastik ist weit schädlicher als bisher gedacht, bestätigt die aktuelle Forschung.
Plastik ist längst kein Abfallproblem mehr. Es ist im Körper angekommen. In der Lunge, im Darm, in der Plazenta. Die «Arte»-Dokumentation «Homo plasticus» zeigt die Arbeit Forschender in ganz Europa. Sie untersuchen, was Mikro- und Nanoplastik für die menschliche Gesundheit bedeuten.
Mikroplastik ist wirklich überall, bestätigen sie – im Obst und Gemüse vom Markt, im Darm, in Babyflaschen, in der Lunge. Mikroplastik könnte Lungenkrankheiten verschlimmern, beschreiben sie, Fresszellen zum Dauerfeuer bringen und DNA beschädigen. Ihr Fazit: Auch wenn noch vieles unklar ist – Plastik ist zweifellos ein Problem für die menschliche Gesundheit, und es gibt kaum Möglichkeiten, ihm zu entkommen.
[...] Sogar mit Ware, die frisch vom Markt komme, nehme man eine «beträchtliche Menge Plastikpartikel auf», sagt Ferrante. Besonders hoch ist die Belastung in Äpfeln: bis zu 195’000 Partikel pro Gramm. Selbst Salat enthält zehntausende.
Schon die Kleinsten nehmen regelmässig einen Schluck
Woher das Plastik stammt, ist bekannt: Reifenabrieb, Farben, Textilien, Möbel, Schüsseln, Teppiche und so weiter. Jeder Plastikgegenstand gibt ständig winzige Partikel ab. Die Partikel gelangen in Luft und Wasser – und so auch in Lebensmittel.
[...] Bestätigt ist auch: Nanoplastik überwindet die Blut-Hirn- und die Blut-Plazenta-Schranke. Der erste, der dies belegte, war der Geburtshelfer Antonio Ragusa. Er analysierte auf der Geburtsstation in Bologna Plazenten und fand darin Polypropylen (PP). Sein Blick auf Plastik habe sich seither sehr verändert, sagt der Wissenschaftler zu Arte. Von einer fantastischen Erfindung sei Plastik zu etwas Schrecklichem geworden – präsent vom Beginn bis zum Ende des Lebens.
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Frankreichs Atom-Mythos: So ließ das Land Atomenergie billig aussehen
Frankreich gilt oft als Vorbild für Atomenergie. Doch die hat in Frankreich nur funktioniert, solange viele Kosten unsichtbar waren. Staatliche Hilfen, zu niedrige Rücklagen für Atommüll-Lagerung und verschobene Risiken haben den Strom billig gehalten. Jetzt aber holen die echten Kosten das Land ein. Und sie sind gewaltig.
Nach dem Ölpreisschock 1973 setzte Frankreich massiv auf Atomkraft. Ziel war mehr Unabhängigkeit in der Energieversorgung. Der Staat trieb den Ausbau im sogenannten Messmer-Plan voran, benannt nach Premierminister Pierre Messmer. Bis 1994 brachte der staatliche Konzern EDF (Électricité de France) 50 Reaktoren ans Netz – rund 90 % der heutigen französischen Atomkraftwerke.
[...] Doch jetzt kommt der relevante Punkt: Die französische Erfolgsgeschichte gilt nur für einen begrenzten Zeitraum. Die günstigen Strompreise waren politisch gemacht – und teuer erkauft. Das zeigen Studien, Berichte von Behörden und Parlamentsdokumente. Schon der Bau der Reaktoren war stark subventioniert. Und viele Kosten wurden schlicht in die Zukunft verschoben.
Um das zu verstehen, muss man sich vier große Kostenpunkte anschauen:
- den Bau
- den Betrieb (Personal, Uran)
- den Rückbau und die Endlagerung
- die Wartung und Instandhaltung
[...] Staatlicher Energiekonzern EDF hat 50 Milliarden Euro Schulden
Trotz all dieser Unterstützung ist EDF heute mit über 50 Milliarden Euro verschuldet. 2023 musste der französische Staat den Konzern komplett übernehmen und erneut Milliarden zuschießen. Allein die staatlich finanzierte Atomforschung seit 1950 kostete rund 40 Milliarden Euro.
Klar ist: Diese Zuschüsse kamen über den Stromverkauf nie wieder herein.
Der französische Atomstrom war also nicht billig – er wurde billig gemacht. Bezahlt haben ihn die Steuerzahler:innen – und das auch weiterhin. Erst die der 1970er- und 1980er-Jahre, später jene der 2020er- und 2030er-Jahre.
Auch in Deutschland war Atomkraft nie wirklich privat. Zwar betrieben hier Unternehmen die AKWs, doch die großen Risiken übernahm der Staat...
8. Januar
Trumps Aufrüstungspläne: „We are locked and loaded and ready to go“
Donald Trump und seine Mannschaft sind nach Venezuela und den ebenso panischen wie hilflosen Reaktionen auf die Ankündigung, Grönland zu annektieren und eventuell weitere Länder unterjochen zu wollen, auf den Geschmack gekommen. Militärisches Eingreifen scheint sich ebenso zu lohnen wie das Drohen mit militärischer Übermacht. Die hat der US-Präsident zwar bereits, jetzt will er aber den Rüstungshaushalt noch einmal von jetzt 900 Milliarden auf 1,5 Billionen US-Dollar erhöhen, also um mehr als 50 Prozent. Das würde die Welt noch unsicherer machen und einen noch schärferen Rüstungswettlauf auslösen, nicht zuletzt um Atomwaffen, die vor Angriffen von Großmächten zu schützen scheinen.
Man kann allerdings davon ausgehen, dass der Angriff auf Venezuela die Vorlage für eine Erhöhung der Militärausgaben bilden sollte und Trump erst einmal abgewartet hat, ob er für ihn gut über die Bühne geht. An Demokratie ist Trump weder in den USA noch anderswo sonderlich interessiert. Es geht um neokolonialistische Macht und Profit (und Ausbeutung). Dazu müssen Länder nicht erobert, aber so auch militärisch unter Zwang gesetzt werden, sich den US-Interessen zu unterwerfen. Das konnte nun mit Venezuela demonstriert werden, wo Maduros Restmannschaft freiwillig oder gezwungen in den Deal eingewilligt hat, Öl zum Marktpreis in die USA zu verkaufen, um die Preise zu senken, und die Einnahmen für den Kauf ausschließlich amerikanischer Güter und Dienste zu verwenden.
Trump, der es tatsächlich schafft, fast mehrmals täglich für medialen Aufruhr zu sorgen, ist der Meinung, die zwar hoch verschuldete USA hätten trotzdem Geld im Überfluss, um noch einmal 500 oder 600 Milliarden Dollar ins Militär zu investieren. Das soll es in ein „Traummilitär“ verwandeln, das die USA vor jedem Feind schützt. In seinem Goldenen Trump-Zeitalter ist eben alles möglich. Nach „langen und schwierigen Verhandlungen mit Senatoren, Kongressabgeordneten, Ministern und anderen politischen Vertretern“ sei er zu dem Schluss gekommen, schreibt er, dass „unser Militärbudget für das Jahr 2027 nicht 1 Billion Dollar, sondern 1,5 Billionen Dollar betragen sollte.
[...] Trump mag keine langen Kriege, aber er schätzt ganz offensichtlich schnelle Schläge wie zuletzt gegen Venezuela und die Beschlagnahmung der Tanker, um amerikanische Interessen durchzusetzen. Das zeigt sich daran, dass Trump 2025 626 Raketenangriffe angeordnet hat, 71 mehr als Biden während seiner gesamten Amtszeit. Ziele waren im Jemen und Irak, in Somalia, Nigeria, Iran und in den Gewässern vor Venezuela und Kolumbien. Iran drohte er mit einem neuen Angriff, wenn Demonstranten getötet werden. Bislang hat er dies nicht in die Tat umgesetzt, aber gewarnt: „We are locked and loaded and ready to go.“ (Wir haben unsere Waffen geladen und entsichert und sind bereit loszulegen). Genau diese Politik der Bedrohung und Erpressung soll mit der „tödlichsten“ Streitmacht verfolgt werden.
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Neue Energiequellen:
Direkte Magmabeobachtung soll Geothermie verändern
Auf Island soll in eine Magmakammer gebohrt werden. Man hofft nicht, die Wärme nutzen zu können, sondern eine ganz neue Geothermie zu entwickeln.
Ein Forschungsteam der Ludwig-Maximilians-Universität München (LMU) möchte mit Sensoren direkt in das flüssige Gestein im Erdinneren vordringen. Dieses weltweit einmalige Magma-Observatorium entsteht am Krafla, einem Vulkanfeld auf Island, dessen Magmakammer nur zwei Kilometer unter der Erdoberfläche liegt.
Darauf stieß man bei früheren Tiefenbohrungen. Zwei neue, sich gegenseitig unterstützende Bohrungen sollen eine bessere Untersuchung des Magmas ermöglichen. Neben einem tieferen Verständnis für den Ablauf von Vulkanausbrüchen erhofft man sich außerdem, das Magma selbst nutzbar zu machen.
Das flüssige Gestein, das an dieser Stelle so ähnlich wie Granit zusammengesetzt ist und nur wenige Gase enthält, kann ein Vielfaches der Energie speichern im Vergleich zu Wasser. Als Wärmeträger könnte es die Leistung von Geothermiekraftwerken um weit mehr als den Faktor 10 erhöhen.
[...] Besser als überkritisches Wasser
Im zweiten Bohrloch sollen dann neue Methoden der Geothermie untersucht werden. Momentan wird vor allem warmes Tiefenwasser zur Energiegewinnung eingesetzt.
Zukünftig könnte man hingegen hinabgepumptes Wasser in einen überkritischen Zustand überführen. Dafür muss es 400 °C heiß sein und unter einem Druck von 220 bar (22 Megapascal) stehen. In diesem Zustand, der auch in modernen Kohlekraftwerken genutzt wird, kann es zehnmal mehr Energie speichern als in Form von Wasserdampf.
Noch mehr Energie kann man aus dem Erdboden holen, wenn das Magma oder die darin enthaltenen Gase direkt genutzt werden. Auch der Einsatz von aufwendigen Pumpsystemen könnte dann entfallen...
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Manipulierte Daten: Japanische Behörde stoppt AKW-Wiederinbetriebnahme
Wegen manipulierter Daten hat eine japanische Behörde die Wiederinbetriebnahme eines Atomkraftwerks gestoppt.
In Japan werden derzeit wieder Atomkraftwerke reaktiviert, die nach der Katastrophe von Fukushima stillgelegt wurden. Zwei Reaktorblöcke des Kraftwerks Hamaoka werden jedoch nach Fälschungsvorwürfen vorerst nicht in Betrieb genommen.
Die japanische Atomaufsichtsbehörde hat die Sicherheitsbewertung der Reaktoren 3 und 4 des Atomkraftwerks Hamaoka eingestellt. Die Behörde wirft dem Betreiber Chubu Electric Power Company vor, Daten zur Erdbebengefahr gefälscht zu haben, wie die US-Nachrichtenagentur AP berichtet.
Das Kraftwerk Hamaoka liegt an der Ostküste der Hauptinsel Honshu, etwa auf halber Strecke zwischen Tokio und Osaka. Vor dieser Küste verläuft der Nankai-Graben, der die Grenze zwischen zwei tektonischen Platten darstellt. Hier kommt es alle 100 bis 200 Jahre zu sehr schweren Erdbeben, die große Tsunamis auslösen. Das letzte dieser Nankai-Megathrust-Erdbeben fand Ende 1946 statt.
Hinweis von einem Whistleblower
Nach der Fukushima-Katastrophe 2011 wurden viele Atomkraftwerke in Japan stillgelegt. Chubu Electric Power beantragte 2014 und 2015 Sicherheitsprüfungen, um die Reaktoren 3 und 4 in Hamaoka wieder in Betrieb zu nehmen. Dafür legte das Unternehmen der Aufsichtsbehörde Daten zu seismischen Risiken vor. Die Behörde erhielt im Februar 2025 von einem Whistleblower den Hinweis, dass Chubu über Jahre manipulierte Daten vorgelegt habe, die das Erdbebenrisiko herunterspielten.
[...] Nach Fukushima wurden gut 50 der japanischen Atomkraftwerke vom Netz genommen. Inzwischen setzt die Regierung jedoch wieder verstärkt auf Atomkraft. Grund sind unter anderem der Klimaschutz sowie die Auswirkungen des Ukrainekriegs auf den Energiesektor. In wenigen Tagen soll unter anderem Kashiwazaki-Kariwa, das größte Atomkraftwerk der Welt, wieder in Betrieb gehen. Es gehört dem Energieversorger Tepco, der auch Fukushima betrieben hat.
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Energy Sharing: Solarstrom lokal teilen wird ab Juni 2026 möglich
Zukunft Altbau: Neue Gesetzesgrundlage senkt Hürden. Neuregelung erhöht die Wirtschaftlichkeit der eigenen Photovoltaikanlage – Überschüssigen Solarstrom an die Nachbarn verkaufen.
Ein Großteil der Bestandsgebäude in Deutschland ist energetisch auf einem schlechten Stand. Wie dieses Sanierungspotenzial am besten gehoben werden kann, haben Fachleute auf dem Herbstforum Altbau am 20. November 2025 in Stuttgart gezeigt. Im Fokus stand, wie Energieeffizienz und erneuerbare Energien den Gebäudebestand zukunftsfähig machen können sowie aktuelle Entwicklungen in der Sanierungspraxis.
[...] In Deutschland sind über fünf Millionen Photovoltaikanlagen bei der Bundesnetzagentur registriert. Die meisten speisen einen Teil des erzeugten Stroms ins Netz. Denn, wer mehr produziert, als er verbraucht, verkauft den Überschuss an den Netzbetreiber. Die Vergütung dafür ist jedoch gering. Für Neuanlagen liegt sie derzeit bei knapp acht Cent pro Kilowattstunde – der Strom aus der Solaranlage kostet aber rund elf bis 15 Cent pro Kilowattstunde. Das Paradoxe dabei: Während die Solaranlagenbetreiber den Solarstrom zu niedrigen Preisen in das Netz einspeisen, zahlen ihre Nachbarn im Haus nebenan zum selben Zeitpunkt für die Entnahme aus dem Netz im Schnitt 35 Cent pro Kilowattstunde an den Stromversorger.
[...] Einfachere Regeln beim Solarstromverkauf an nebenan
Nun hat der Gesetzgeber die zusätzlichen Auflagen abgeschafft. Hauseigentümerinnen und Hauseigentümer können ihren lokal erzeugten Solarstrom künftig direkt mit Nachbarn oder sogar der gesamten Straße teilen. Zu diesem Zweck hat der Bundestag am 13. November 2025 den neuen Paragrafen 42c des Energiewirtschaftsgesetzes beschlossen. Er ist am 22. Dezember 2025 in Kraft getreten. Damit ist nun ein Teil der Erneuerbare-Energien-Richtlinie II der EU deutsches Recht.
Die Neuregelung schafft erstmals eine rechtliche Grundlage für Energy Sharing und erlaubt die gemeinsame Nutzung erneuerbaren Stroms innerhalb lokaler Energiegemeinschaften. Wer eine Anlage betreibt, wird von vielen Pflichten klassischer Energielieferanten befreit und darf nun eine vereinfachte Vereinbarung mit den Stromabnehmern schließen. Sie beinhaltet die Stromlieferung und das gesellschaftsrechtliche Verhältnis zwischen dem Betreiber der Anlage und dem Abnehmer...
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Wie kamen sie zu Milliarden? Als Monopolisten, Insider, Erben
Superreich wurden sie nicht im harten Wettbewerb. Ihre Leistung besteht im Korrumpieren des Staates. Extrem so 2025 in den USA.
Sie verfügen über ein Monopol, treiben Insiderhandel, zahlen Schmiergelder, erpressen einen Grossinvestor oder sie erben ein riesiges Vermögen. Im Jahr 2025 zeigten sich Milliardäre besonders schamlos. In den USA wurde die Korruption besonders offensichtlich.
Seit vielen Jahren warne ich davor, dass immer mehr nationaler Reichtum in die Hände immer weniger Menschen wandert. In den USA besitzt ein einziges Prozent der Einwohner die Hälfte aller Börsenwerte und 40 Prozent des gesamten Reichtums. Zehn Prozent der Einwohner kontrollieren 90 Prozent des gesamten Reichtums. Oft höre ich dann: «Das ist doch der freie Markt» oder «Der Wettbewerb hat entschieden, dass sie es verdienen».
Das ist Unsinn. Einen «freien Markt» gibt es nicht. Was heute so genannt wird, ist das Ergebnis politischer Entscheidungen – über Monopole, Arbeitnehmerrechte, Privateigentum, Finanzen, Handel, Steuern und mehr.
Hinter diesen politischen Entscheiden steht zunehmend eine kleine Gruppe Superreicher, die sich einen unverhältnismässig grossen Einfluss auf die Politik gesichert hat. Sie haben fünf Wege geschaffen, um Milliarden oder mehr anzuhäufen.
1. Erstens: das Ausnützen eines Monopols
Hat Jeff Bezos seine Milliarden verdient, weil er Amazon gegründet und aufgebaut hat? Nein. Amazon beherrscht fast 40 Prozent des gesamten E-Commerce-Einzelhandels – ein Monopolist, geschützt durch zahlreiche Patente, welche die US-Regierung erteilt hat...
2. Das Nutzen von Insiderinformationen, die anderen Investoren nicht zur Verfügung stehen
Der Milliardär Steven A. Cohen führte eine Hedgefonds-Firma, in der laut einer Strafanzeige des Justizministeriums Insiderhandel «erheblich, weit verbreitet und in einem Ausmass betrieben wurde, das in der Hedgefonds-Branche beispiellos ist». Neun seiner aktuellen oder ehemaligen Mitarbeiter gestanden ihre Schuld oder wurden verurteilt. Cohen selbst entging einer Haftstrafe, zahlte eine Geldbusse, änderte den Namen seiner Firma und ist offensichtlich wieder aktiv...
3. Politiker bestechen, um die Regeln des «freien Marktes» zugunsten ihrer Geldgeber zu ändern
Dank der Steuersenkung unter Trumps erster Amtszeit sparte Charles Koch und Koch Industries jährlich 1 bis 1,4 Milliarden Dollar – ohne die Vorteile aus im Ausland geparkten Gewinnen und der gesenkten Erbschaftssteuer einzurechnen...
7. Januar
Widersprüche gegen Castor-Transporte aus Garching zurückgewiesen
Zwei Grünen-Landespolitiker aus der Region München haben Widerspruch gegen die geplanten Transporte von radioaktivem Abfall aus Garching nach Nordrhein-Westfalen eingelegt. Die zuständige Bundesbehörde hat beide Einwände nun abgelehnt, weil die Abgeordneten nicht nah genug an der geplanten Route wohnen. Die Strecke wird allerdings geheim gehalten.
Irgendwann in den kommenden Monaten sollen sich zwei Castor-Transporte von Garching aus ins Münsterland in Bewegung setzen. Zehn der verbrauchten Atombrennstäbe, die im Forschungsreaktor FRM II auf dem Forschungscampus der TU München in Garching lagern, sollen in das Zwischenlager im nordrhein-westfälischen Ahaus gebracht werden. Die Vorstellung solcher Transporte schmeckt freilich nicht jedem. Grünen-Landtagsabgeordnete aus dem Landkreis München haben gegen die Transportgenehmigung Widerspruch eingelegt. Doch in beiden Fällen wurde der Widerspruch zurückgewiesen. Die Begründung: Wohnort beziehungsweise Arbeitsplatz der Politiker lägen nicht nah genug an der genehmigten Transportroute.
Doch diese Route ist geheim. „Wie soll man unter diesen Umständen auf den Meter genau nachweisen, dass man betroffen wäre und seine Rechte wahrnehmen?“, kritisiert Claudia Köhler. Sie arbeite als Abgeordnete für den Stimmkreis München Land-Nord im ganzen Landkreis München. Im Falle eines Unfalls beim Transport halte sie sich in jedem Fall für betroffen.
[...] Nun hat das BASE die Widersprüche der beiden Politiker als unbefugt zurückgewiesen. Dem Bundesverwaltungsgericht zufolge braucht es bei Atommüll-Transporten direkte räumliche Nähe, um mit persönlicher Betroffenheit zu argumentieren: Bei einer Vorbeifahrt darf der Wohnort, Aufenthaltsort oder Arbeitsplatz möglicher Kläger maximal 26 Meter von der Strecke entfernt liegen, bei längerem Aufenthalt etwa 650 Meter. Weder für Köhler noch für Büchler sieht das BASE diese Voraussetzung gegeben.
An der Geheimhaltung der genehmigten Transportroute oder -routen will die Behörde festhalten, als Schutz der Beförderung gegen eventuelle Störer und damit der öffentlichen Sicherheit.
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Trifluoressigsäure: Es regnet PFAS
Gehalt von kleinstem PFAS-Molekül in Regen und Gewässern hat sich vervielfacht
PFAS von oben: Die Trifluoressigsäure (TFA) ist das kleinste Molekül der PFAS-Familie – und auch ihr Gehalt in der Umwelt hat drastisch zugenommen, wie eine Studie aus der Schweiz belegt. Demnach hat sich die Konzentration dieser Ewigkeitschemikalie in Regen und Gewässern in den letzten gut 25 Jahren um das Vier- bis Sechsfache erhöht. Doch bisher lassen sich nur rund zwei Drittel dieser Kontamination bekannten Quellen und Vorläufern zuordnen. Woher kommt der Rest?
Per- und polyfluorierte Alkylverbindungen (PFAS) werden nicht umsonst als Ewigkeitschemikalien bezeichnet: Diese fluorhaltigen organischen Moleküle sind nur schwer abbaubar und bleiben über Jahrzehnte oder sogar Jahrhunderte in der Umwelt. Sie reichern sich in Mensch, Tier und Pflanzen an und sind oft gesundheitsschädlich. Allerdings umfasst die Stoffklasse der PFAS tausende verschiedene Verbindungen. Längst nicht für alle ist bekannt, wie sie entstehen, wie stark sie verbreitet sind und wie sich auf Umwelt und Gesundheit wirken.
Kleinstes PFAS-Molekül im Fokus
Dies gilt auch für die Trifluoressigsäure (C2HF3O2), kurz TFA, das kleinste Molekül der PFAS-Familie. Die starke Säure entsteht in der Atmosphäre als Abbauprodukt unterschiedlicher Vorläufersubstanzen, darunter vor allem Kühl- und Treibmitteln wie Hydrofluorolefinen. Diese fluorierten Gase ersetzen FKW und zerfallen schnell – werden dabei aber unter anderem zu TFA umgewandelt.
„Trifluoressigsäure, die in der Atmosphäre gebildet wird, gelangt schnell in den Niederschlag, und von dort in Oberflächengewässer und dann ins Grundwasser“, sagt Seniorautor Stefan Reimann von der Eidgenössischen Materialprüfungs- und Forschungsanstalt (Empa). Eine weitere Quelle ist der Abbau von Pflanzenschutzmitteln im Boden. Doch wie andere PFAS wird die Trifluoressigsäure in der Umwelt kaum abgebaut. In hoher Dosierung verursacht die Säure Verätzungen, neuere Studien liefern zudem Hinweise auf eine mögliche Langzeit-Toxizität.
[...] „Unser Modell erklärt rund zwei Drittel des gesamten gemessenen atmosphärischen Eintrags von TFA“, berichtet Henne. „Demnach gibt es wahrscheinlich weitere Vorläufersubstanzen und Entstehungspfade, die wir noch nicht kennen.“
Überraschend auch: Selbst in historischen Niederschlagsproben ist Trifluoressigsäure enthalten, wenn auch in viel geringeren Konzentrationen als heute. Doch die bekannten Vorläuferstoffe sind erst seit den 1990er-Jahren im Einsatz, wie die Forschenden erklären. In Zukunft wollen sie diese noch unbekannten Vorläufer genauer unter die Lupe nehmen und in ihr atmosphärisches Modell einbauen.
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Russland nimmt neuen Mega-Atomreaktor in Kursk in Betrieb
Russland hat zum Jahresende 2025 einen neuen Kernkraftwerksblock im Kraftwerk Kursk II an das Stromnetz angeschlossen.
Russland hat zum Jahresende 2025 einen neuen Kernkraftwerksblock im Kraftwerk Kursk II an das Stromnetz angeschlossen. Der Reaktor des Typs VVER-TOI verfügt über eine Leistung von 1250 Megawatt und ist damit der bislang stärkste Vertreter der russischen WWER-Reihe. Nach Angaben des staatlichen Konzerns Rosatom befindet sich der Block derzeit in einer Testphase mit schrittweiser Leistungssteigerung.
Kursk II soll schrittweise die alten RBMK-Reaktoren ersetzen, die seit den 1970er-Jahren in Betrieb waren und inzwischen teilweise abgeschaltet sind. Insgesamt sind vier neue Blöcke geplant. Laut Rosatom soll die neue Anlage eine deutlich höhere Leistung erbringen und eine Laufzeit von 60 Jahren haben.
Kritiker weisen jedoch darauf hin, dass der Ausbau der Atomkraft mit erheblichen Risiken verbunden bleibt. Neben Sicherheitsfragen stehen auch ungelöste Probleme der Endlagerung radioaktiver Abfälle sowie die lange Bauzeit im Fokus. Baubeginn war 2018 und die Inbetriebnahme des ersten neuen Blocks in Kursk war eigentlich 2022 vorgesehen...
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Fossile Politik
Trumps letzte Ölung
Dass der US-Präsident seine Militäraktion in Venezuela vorher nicht mit dem Parlament, sondern mit heimischen Ölkonzernen besprach, ist ein weiteres starkes Argument für eine beschleunigte Energiewende.
Trump geht es ums Öl. Andere Argumente für seine Attacke auf Venezuela und das Kidnapping seines Präsidenten Maduro – Drogenschmuggel-Stopp, Landes-Wiederaufbau, Demokratie-Herstellung – sind vorgeschoben oder sekundär.
Das war schnell klar, doch ein jetzt bekanntes Faktum macht es noch klarer: Der US-Präsident besprach seinen Maduro-Coup vor dem Einsatz nicht mit dem US-Kongress, sondern mit den heimischen Ölkonzernen.
Das zeigt: Trump strebt danach, die fossile Zukunft der USA durch den Export seiner "Drill, baby, drill"-Doktrin abzusichern. Er entfernt sich damit noch mehr von einer zukunftsfähigen Politik und liefert dem Rest der Welt ein weiteres starkes Argument, die grüne Energiewende beschleunigt voranzutreiben.
[...] Bisher schaut vor allem Europa dem fossilen Trump-Schauspiel wie in Schockstarre zu. Tatsächlich müsste die Venezuela-Attacke der Anlass sein, den aus Gründen des Klimaschutzes und der Energiesicherheit – Thema "Putin-Gas" – begonnenen Umbau des Energiesystems zu beschleunigen, statt ihn abzubremsen, wie es neuerdings die Tendenz ist, siehe das geplante Aus des Verbrenner-Aus.
Die EU sollte sich, was Zukunftstechnologien wie Solar, Wind, Speicher und E‑Mobilität angeht, eher an China orientieren als an den Trump-USA, die hier technologisch ins Abseits steuern und ihrer Wirtschaft damit schon mittelfristig stark schaden werden...
6. Januar
US-Ansprüche auf Grönland
"Die Sicherheitsgründe sind vorgeschoben"
US-Präsident Trump begründet seinen Anspruch auf Grönland mit einem Vordringen Russlands und Chinas. Der Arktis-Experte Michael Paul hält das für einen Vorwand. Im Interview erklärt er, welche Probleme die USA in Grönland erwarten würden.
[...] tagesschau.de: Jetzt steht die Forderung nach einer Übernahme im Raum, und die Frage ist, wie man damit umgeht. Wäre etwas gewonnen, wenn die NATO sich stärker in der Region engagieren würde? Kann Dänemark das selber leisten oder welche Antworten könnte man darauf finden?
Paul: Die NATO hat strategische Interessen in der Arktis. Sie sehen es auch an den Deutschen und den Aufrüstungsmaßnahmen, zum Beispiel dem Kauf des Seefernaufklärers Boeing P8 Poseidon, dass Deutschland bemüht ist, sich auf den Weltmeeren oder auf den naheliegenden Meeren stärker einzubringen. Und das ist neben Ost- und Nordsee in zwingender Weise auch der nordatlantisch-arktische Raum. Auch die Dänen haben sich vor kurzem entschieden, drei Seefernaufklärer anzuschaffen.
Insofern würde ein Verbund mit den Briten, den US-Amerikanern, künftig auch den Kanadiern und den Norwegern entstehen, um zum Beispiel diesen kritischen Bereich der Seefernaufklärung und auch der U-Boot-Abwehr zu verbessern. Insofern sind die Maßnahmen bereits auf dem Weg. Und es gibt natürlich viele andere Bereiche, so dass da die entsprechenden Maßnahmen bereits eingeleitet sind.
tagesschau.de: Trump sagt dazu, Dänemark habe lediglich die zusätzliche Anschaffung eines Hundeschlittens beschlossen ….
Paul: …das ist, auf gut Bairisch, ein Schmarrn.
[...] Wenn sich der US-amerikanische Kongress endlich seiner Rolle wieder erinnern würde, dann würde sicherlich eine kritischere Diskussion im Senat und im Repräsentantenhaus stattfinden. Eine Annexion von Grönland heißt auch, dass man die dortigen Menschen und Lebenslagen übernimmt.
Man müsste einen skandinavischen Wohlfahrtsstaat übernehmen und weiterhin alimentieren, so wie es die Dänen seit Jahrzehnten tun. Man würde sich Grönland nicht nur militärisch aneignen, sondern auch mit seiner sozialen Situation. Es wäre ein Völkerrechtsbruch erster Ordnung und ein Bruch mit einem langjährigen und erwiesenermaßen treuen Verbündeten, der allen amerikanischen Interventionen im Irak und in Afghanistan zur Seite stand und unterstützte...
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Brennstoff für Reaktoren
USA investieren Milliarden in Uran-Anreicherung
Um die Abhängigkeit von Uran aus Russland zu verringern, beauftragt die Trump-Regierung drei Konzerne. Ziel: Brennstoff für umstrittene Mini-Reaktoren.
Die US-Regierung investiert weitere 2,7 Milliarden US-Dollar in die heimische Atomindustrie. Um die Abhängigkeit von Uranimporten aus Russland zu verringern, hat das US-Energieministerium drei Konzerne mit Technik für die Anreicherung von Kernbrennstoff mit je 900 Millionen Dollar beauftragt. Die Regierung sei entschlossen, „eine sichere heimische Lieferkette für Kernbrennstoffe wiederherzustellen, die in der Lage ist, die Kernbrennstoffe zu produzieren, die für den Betrieb der Reaktoren von heute und von morgen benötigt werden“, sagte Energieminister Chris Wright.
Die Mittel für die Konzerne American Centrifuge Operating, General Matter und Orano Federal Services sind Teil der US-Strategie, den wachsenden Strombedarf für künstliche Intelligenz, Rechenzentren oder Elektroautos durch Atomkraft zu decken. Präsident Donald Trump hatte in seinem ersten Amtsjahr die Unterstützung für Erneuerbare gekürzt, um mehrere Erlasse für eine „nukleare Renaissance“ zu unterzeichnen. Laut Energieminister Wright soll „nuklear wieder sexy werden“.
Ende Mai hatte Trump bereits den Bau von vier neuen Atomkraftwerken mit Kosten in Höhe von 80 Milliarden US-Dollar genehmigt. Die Atomstrom-Produktion soll auch durch beschleunigte Verfahren und weniger Auflagen in den kommenden 25 Jahren vervierfacht werden. 94 Atomkraftwerke decken in den USA derzeit knapp 20 Prozent der Stromproduktion ab.
Außerdem förderte die US-Regierung den Bau von Mini-AKWs, den sogenannten „Small Modular Reactors“ (SMR). Dazu wurden bereits im Sommer elf Atomprojekte von Nuklear-Start-ups und größeren Firmen ausgewählt, drei Testreaktoren sollen bis zum Juli 2026 genehmigt, „gebaut und betrieben werden“. Einen SMR soll die US-Armee bis 2028 auf einer Militärbasis betreiben.
[...] Die Autarkiebestrebungen beim Nuklearbrennstoff sind aus US-Sicht nachvollziehbar. Im Jahr 2020 verfügte Russland über fast die Hälfte der weltweiten Kapazitäten für die Anreicherung von Uran. Im Mai 2024 haben die USA noch unter Joe Biden ein Gesetz zum Verbot russischer Uran-Importe ab 2028 beschlossen. Die letzte inländische kommerzielle Urananreicherungsanlage in US-Hand, die Gasdiffusionsanlage Paducah in Kentucky, wurde 2013 geschlossen. Derzeit ist eine Uranfabrik des britischen Unternehmens Urenco im Bundesstaat New Mexico die einzige im ganzen Land.
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Reaktoren bleiben abgeschaltet
Chubu Electric räumt Fehler bei Sicherheitsprüfung des Atomkraftwerks Hamaoka ein
Das japanische Energieunternehmen Chubu Electric hat Unregelmäßigkeiten bei der seismischen Sicherheitsbewertung seines Atomkraftwerks Hamaoka in der Präfektur Shizuoka eingeräumt.
Nach Angaben des Unternehmens wurde bei der Beurteilung der maximal zu erwartenden Erdbebenbelastung eine andere Methode verwendet als gegenüber der japanischen Atomaufsichtsbehörde (Nuclear Regulation Authority, NRA) angegeben. Der Fehler dürfte eine Wiederinbetriebnahme der Reaktoren 3 und 4 verzögern, die derzeit im Prüfverfahren der NRA stehen.
Konzernchef spricht von grundlegender Vertrauenskrise
Das Atomkraftwerk liegt in Omaezaki an der Pazifikküste in einer Region, die als mögliche Bruchzone für ein schweres Erdbeben entlang des Nankai-Grabens gilt. Die seismische Belastbarkeit zählt zu den wichtigsten Sicherheitskriterien für den Betrieb von Kernkraftwerken in Japan.
Der Betrieb war im September 2023 genehmigt worden, die Bewertung der maximal erwarteten Tsunamibelastung folgte im Jahr 2024. Die umfassende Sicherheitsprüfung durch die NRA wurde laut Angaben am 22. Dezember 2025 gestoppt.
Kingo Hayashi, Präsident von Chubu Electric und zugleich Vorsitzender des Verbands der japanischen Stromversorger, entschuldigte sich und sprach von einer ernsthaften Beeinträchtigung des Prüfverfahrens. Die Probleme könnten das Vertrauen in das Nukleargeschäft insgesamt erschüttern und die Geschäftsbasis des Unternehmens gefährden. Eine grundlegende Umstrukturierung des Bereichs sei nicht ausgeschlossen.
[...] Shizuokas Gouverneur Yasutomo Suzuki reagierte mit scharfer Kritik. In einer Stellungnahme bezeichnete er den Vorgang als schweren Vertrauensbruch gegenüber der Bevölkerung. Die Präfekturregierung kündigte an, vom Unternehmen eine umfassende Aufklärung zu verlangen. Zusätzlich solle auch die Zentralregierung einbezogen werden, um eine strenge Kontrolle und Anleitung sicherzustellen...
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Militärflugzeuge der USA nach Europa verlegt – droht neuer Schlag?
Intensive US-Logistikflüge nach Europa erinnern an frühere Militärschläge. Der Startort befeuert aktuell Spekulationen über ein mögliches Ziel.
Washington, D. C. – Nach dem überraschenden US-Angriff auf Venezuela sind alle Augen auf die nächsten Schritte der USA gerichtet. US-Präsident Donald Trump deutete zuletzt weitere militärische Ambitionen der USA an. In den Blick gerieten Kolumbien, Kuba und Grönland. OSINT-Analysten stellten nun ungewöhnlich intensive Bewegungen von US-Flugzeugen in Europa fest und stellten Vermutungen für ein mögliches Ziel an. Dabei berufen sich die „Open Source Intelligence“-Spezialisten (OSINT) auf die Informationen aus offenen Quellen.
Wie Daten von Flightradar zeigen, seien mehrere schwere strategische US-Transportflugzeuge des Typs C-17A Globemaster III sowie KC-135 Luftbetankungsflugzeuge auf transatlantischen Flügen von den USA zu verschiedenen Luftwaffenstützpunkten in Europa aufgebrochen, berichtet etwa der OSINT-Kanal Visioner auf der Plattform X. Das Fachportal UK Defence Journal bestätigt die Aktivität und sieht in dem Verlegungsmuster mögliche Anhaltspunkte für das Ziel der Mission.
US-Luftwaffenaktivität nach Europa: Ähnliche Aktivitäten im Vorfeld der US-Angriffe auf den Iran
Verlegt wurden die Flugzeuge demnach auf den Stützpunkt RAF Fairford im Vereinigten Königreich. Laut Angaben der US Air Force ist dies der einzige europäische Flugplatz, der für schwere Bomber der US-Luftwaffe ausgelegt ist. Er gilt laut UK Defence Journal daher als „wichtige strategische Luftbrücke der USA nach Europa“. Die jüngsten Bewegungen geben demnach einen möglichen Hinweis auf die Hintergründe: „Ähnliche Zunahmen der C-17-Aktivitäten auf dem Stützpunkt wurden im Vorfeld der US-Angriffe auf iranische Atomanlagen im Juni 2025 beobachtet.“, so das UK Defence Journal...
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6. Januar 2016 (4. Atombombentest, Nordkorea) Punggye-ri, PRK
Seit 1945 wurden weltweit über 2050 Atomwaffentests durchgeführt, was eine mögliche Erklärung für die stetig steigende Zahl von Krebserkrankungen sein könnte.
IPPNW Report - Atomwaffentests - August 2023 (PDF-Datei)
... Oberirdische Tests wurden in Semipalatinsk, Kasachstan, auf traditionellem Land der Westlichen Shoshone in Nevada, USA, auf dem Land der Aborigines im australischen Outback, auf dem Land der indigenen Nenetz in der russischen Arktis, auf dem Gebiet von Nomaden in der algerischen Sahara, in der Region der Uiguren in China und anderswo durchgeführt. Die Bewohner*innen wurden oft verspätet oder gar nicht evakuiert und nicht über die Auswirkungen der Tests informiert.
Radioaktiver Niederschlag fiel als Staub und Regen herab und verseuchte das Trinkwasser und lokal erzeugte Lebensmittel ...
Wikipedia de
Nordkoreanisches Kernwaffenprogramm
Am 6. Januar 2016 gab die Regierung von Nordkorea bekannt, erstmals sei ein erfolgreicher Test einer Wasserstoffbombe durchgeführt worden. Von chinesischen und US-amerikanischen Erdbebenwarten wurden seismische Signale in der Nähe des Kernwaffentestgeländes Punggye Ri gemessen, die auf eine Kernwaffenexplosion hindeuten. Allerdings passt die bei einer Wasserstoffbombe zu erwartende Höhe der seismischen Aktivität nicht zu den gemessenen Werten, da die Sprengkraft einer Wasserstoffbombe im Normalfall um ein Vielfaches höher liegt als bei einer Spaltbombe. Vielmehr gehen Experten von einer mittels Wasserstoff geboosteten Spaltbombe aus. Die Volksrepublik China, die in der Vergangenheit häufiger die nordkoreanischen Positionen unterstützt hatte, verurteilte den Test in deutlichen Worten. Auf Antrag der USA und Japans berief der Sicherheitsrat der Vereinten Nationen daraufhin eine Dringlichkeitssitzung ein. Am 10. Januar 2016 überflog ein US-amerikanischer B-52-Bomber Südkorea, was international als Bekräftigung der amerikanisch-südkoreanischen Militärallianz und als Warnung an Nordkorea verstanden wurde, die Situation nicht zu sehr zu eskalieren ...
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6. Januar 1981
(INES-3) Atomfabrik La Hague, FRA
In La Hague kam es zu einer Brandkatastrophe in einem Abfalllager mit Graphitelementen und Uranmetall, ein Arbeiter war einer erhöhten Strahlung ausgesetzt.
(Kosten ca. 5,4 Millionen US$)
Nuclear Power Accidents
Die Nukleare Kette
La Hague, Frankreich
Die Wiederaufbereitungsanlage von La Hague stellt Plutonium und Uran aus verbrauchten Atombrennstäben her. Große Mengen von Atommüll und Spaltmaterialien werden gelagert, was die Gefahr der Proliferation von Plutonium stark erhöht. Zudem verschmutzt radioaktiver Müll das Meer und die Atmosphäre. Schon haben mehrere Studien eine erhöhte Inzidenz von Leukämie bei Kindern im Umkreis von La Hague gezeigt ...
EU-Studie von 2001
Siehe auf den Seiten 112 und 113
Übersetzung https://www.DeepL.com/Translator
In einem Abfallsilo hatten Graphitelemente 24 Stunden lang gebrannt. Der Höchstwert der gemessenen Luftkontamination, 700 Bq/m3, wurde 10 Stunden nach Beginn des Brandes erreicht. Die freigesetzte Aktivität ist hauptsächlich auf Cäsium-137 und -134 (137Cs und 134Cs) zurückzuführen und liegt zwischen 740 GBq und 1.850 GBq, also das 10-fache des Jahresgrenzwertes. Der Jahresgrenzwert für den gesamten Standort La Hague liegt bei 74 GBq für Cäsium-137.
Strontium-90 (90Sr) wurde im Regenwasser nachgewiesen, und der zulässige Grenzwert für die Oberflächenkontamination wurde in 6 km Entfernung vom Standort erreicht. Ein Arbeiter erhielt an einem Tag die jährliche zulässige Dosis von 50 mSv.
Eine Untersuchung der gesundheitlichen Auswirkungen außerhalb des Standorts wurde nicht durchgeführt ...
Langsam aber sicher werden relevante Infos zu Störungen in der Atomindustrie aus Wikipedia entfernt!
Wikipedia de
Wiederaufarbeitungsanlage La Hague#Betriebsstörungen, Unfälle
1981 kam es zu einer Brandkatastrophe in einem Abfalllager bei Graphitelementen und Uranmetall (INES-Stufe 3), die viele Menschen beunruhigte ...
5. Januar
Trump-Regierung fördert Uran-Produktion mit Milliarden-Paket
Die USA investieren Milliarden in eine Technologie, die Rechenzentren künftig mit Strom versorgen soll – und Russland ausstechen will.
Unternehmen aus dem Bereich der Atomkraft in den USA dürften künftig einen Aufschwung erleben. Der Grund dafür ist, dass die Trump-Regierung jetzt fast drei Milliarden US-Dollar investiert, um die heimische Lieferkette für Brennstoffe zu stärken.
Das Energieministerium gab am Montag die Firmen bekannt, die staatliche Gelder erhalten sollen. Darunter sind laut Bloomberg: Centrus Energy, das von Peter Thiel unterstütze Unternehmen General Matter sowie eine Tochtergesellschaft des französischen Atomkonzerns Orano.
Einen Ausbau der Atomenergie hält die Trump-Regierung für nötig, um künftig den steigenden Strombedarf decken zu können. Durch die künstliche Intelligenz, die in immer mehr Bereichen zum Einsatz kommt, werden zahlreiche neue Rechenzentren benötigt.
Die Folge: Durch den zunehmenden Strombedarf steigen die Preise und der politische Druck wächst, die Energieversorgung bezahlbar zu halten.
Unabhängigkeit von russischem Uran als Ziel
Die Finanzspritze für die Atom-Unternehmen hat aber auch einen geopolitischen Hintergrund: Sie soll die heimische Produktion von angereichertem Uran wieder ankurbeln und die USA von russischen Lieferungen unabhängig machen.
Aktuell kontrolliert Russland rund 44 Prozent der weltweiten Kapazitäten zur Uran-Anreicherung, die USA beziehen etwa 20 Prozent ihres Reaktorbrennstoffs aus Russland...
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US-Angriff auf Venezuela
Südafrika denkt über Atomwaffen nach
Ein Diplomat in Südafrika begrüßt eine Wiederbeschaffung von Atomwaffen und sorgt für Empörung. Südafrikas atomare Abrüstung war einst vorbildlich.
In Südafrika steht zum Jahresbeginn das Außenministerium unter Beschuss. Die an der Regierungskoalition beteiligte liberale DA (Democratic Alliance) verlangt eine öffentliche Entschuldigung und ein dringendes Disziplinarverfahren gegen Clayson Monyela, einer der Spitzendiplomaten des ANC-geführten Ministeriums.
Monyela, als Head of Public Diplomacy der Sprecher sowie Image-Verantwortlicher des Außenministeriums, hatte am Samstag auf X die Anregung begrüßt, dass Südafrika wieder Atomwaffen bräuchte, als einzige effektive Abschreckung gegen die USA. Man möge die atomare Widerbewaffnung dem Präsidenten empfehlen, hatte ein Kommentator als Antwort auf einen X-Post Monyelas zum US-Angriff auf Venezuela vorgeschlagen. „Ich kann an Ihrem Vorschlag nichts Falsches finden“, hatte Monyela geantwortet. Die Antwort wurde mittlerweile gelöscht.
Die explosive Atomwaffendebatte kommt nach dem US-Militärschlag gegen Venezuela. Südafrika bezeichnet diesen als unilaterale und unprovozierte Verletzung der UN-Charta und hat eine Dringlichkeitssitzung des UN-Sicherheitsrats beantragt.
Das Völkerrecht hochzuhalten und zugleich einen Austritt aus dem Atomwaffensperrvertrag erwägen – das ist eine Steilvorlage für ANC-Kritiker in Südafrika.
[...] Geheimes Atomwaffenprogramm des Apartheidregimes
Südafrika hatte während der weißen Apartheid-Herrschaft ein geheimes Atomwaffenprogramm. Das Land hatte 1965 einen Atomreaktor von den USA erworben und startete dann mit Hilfe aus Pakistan sowie in Zusammenarbeit mit Frankreich und insbesondere Israel eine eigene Urananreicherung, die in den 1980er Jahren im Bau von sechs Atomraketen gipfelte, die der Abschreckung dienen sollten. Nach Ende der Apartheid wurden die Atomwaffen zerstört und im August 1994 bestätigte die Internationale Atemenergiebehörde IAEA, Südafrika sei nun atomwaffenfrei.
Im Jahr 2021 hatte Südafrikas Außenministerium noch erklärt: „Südafrikas Denuklearisierung ist untrennbar mit unserer Demokratisierung verbunden.“ Südafrikas freiwillige atomare Abrüstung, so die DA jetzt, sei einer der wichtigsten Beiträge des Landes zum globalen Frieden sowie zu seiner eigenen moralischen Autorität. Sie gebe Südafrika Glaubwürdigkeit im Eintreten für Völkerrecht, verantwortungsvolle Diplomatie und Souveränität...
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USA: Hunderttausende stellen sich gegen Schwächung des Artenschutzes durch Trump-Regierung
Mehr als 380.00 Menschen brachten Stellungnahmen gegen geplante Gesetzesänderungen ein
Washington, D.C. – Mehr als 380.000 Menschen in den USA haben Stellungnahmen gegen die von der Trump-Regierung geplanten Änderungen am Endangered Species Act (ESA) eingebracht. Die vorgeschlagenen Regelungen würden den Schutz gefährdeter Tier- und Pflanzenarten massiv abschwächen und eines der erfolgreichsten Naturschutzgesetze des Landes untergraben. Unter den Einreichungen stammen 17.000 von Unterstützer:innen des Sierra Club.
Gemeinsam mit Earthjustice und zahlreichen weiteren Umweltorganisationen reichte der Sierra Club zudem eine fachliche Stellungnahme ein. Kritisiert wird, dass die Regierung wirtschaftlichen Interessen umweltverschmutzender Industrien Vorrang vor Wissenschaft, Artenvielfalt und dem Schutz zentraler Lebensräume einräumen wolle.
[...] Auch andere Umwelt- und Naturschutzorganisationen warnen vor schwerwiegenden Folgen für Artenvielfalt, Ökosysteme und Menschen. Sie fordern die US-Regierung auf, die geplanten Regelungen zurückzuziehen und den Endangered Species Act zu stärken statt ihn zu demontieren.
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"Wir beobachten das sehr genau"
Trump droht Teheran nach Gewalt gegen Demonstranten
Die regierungskritischen Proteste im Iran dauern seit über einer Woche an, mehrere Demonstranten kommen ums Leben. US-Präsident Trump blickt nach Teheran und erwägt ein "sehr hartes" Eingreifen der USA.
Angesichts von Berichten über Todesopfer bei den jüngsten regierungskritischen Protesten im Iran hat US‑Präsident Donald Trump der Führung in Teheran erneut mit einem Eingreifen gedroht. "Wir beobachten das sehr genau", sagte Trump während eines Fluges nach Washington vor Journalisten.
"Wenn sie damit anfangen, Leute zu töten, wie sie es in der Vergangenheit auch getan haben, dann werden sie, denke ich, von den Vereinigten Staaten sehr hart getroffen werden", drohte Trump in Richtung Teheran. Er ließ unklar, welche Schritte die USA möglicherweise erwägen.
Die vor allem von einer Wirtschaftskrise und sehr hoher Inflation ausgelösten landesweiten Proteste im Iran dauern inzwischen seit rund einer Woche an. Dabei sollen einer Menschenrechtsorganisation zufolge bislang mindestens 19 Demonstranten getötet worden sein...
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5. Januar 1976 (INES 3) Akw Jaslovské Bohunice, SVK
Durch austretendes Kohlendioxid aus dem Reaktorkühlsystem eines KS 150 im Akw Bohunice sind zwei Arbeiter erstickt.
(Kosten ?)
Nuclear Power Accidents
Wikipedia de
Kernkraftwerk Bohunice
Am 5. Januar 1976 trat radioaktiv kontaminiertes Kühlmittel in die Reaktorhalle aus. Die Brennelemente wurden normalerweise unter Vollbetrieb gewechselt. Nach dem Auswechseln eines Brennelementes löste sich dieses in der Druckröhre, schoss aus dem Reaktor hinauf in die Reaktorhalle und zerschellte an dem über dem Reaktor stehenden Kran. Durch den offenen Kanal strömte das als Kühlmittel verwendete, unter Druck stehende Kohlenstoffdioxid in den Reaktorraum. Der Bedienungsmannschaft gelang es zwar, mit dem Ladekran den offenen Kanal abzudichten, zwei Mitarbeiter konnten sich aber nicht rechtzeitig retten und erstickten.
[...] der Vorfall im Jahr 1976 wird als ernster Störfall (INES 3) geführt.
AtomkraftwerkePlag
Tschechien - Slowakei - Bohunice
In der ehemaligen Tschechoslowakei sah die Energiepolitik seit den 1950er Jahren Nutzung und Ausbau der Atomkraft vor. Ein erster gasgekühlter Reaktor, der 1972 in Jaslovské Bohunice (heutige Slowakei) in Betrieb genommen worden war, scheiterte 1976 wegen zweier schwerer Unfälle. In der Folge wurden sowjetische Leichtwasser-Reaktortypen übernommen, und die tschechische Industrie wurde in Osteuropa als Zulieferer in die Produktion der meisten Reaktorkomponenten eingebunden.
Im heutigen Tschechien liefern sechs Reaktoren Strom: zwei in Temelín bei Budweis und vier in Dukovany bei Brünn ...
4. Januar
Günstige Hilfen für Heizungsumbau, zerbröselnde Ökologie und das Kriegsfieber
Für den Klimaschutz braucht Deutschland eine industriepolitische Umbaustrategie und vor allem eine soziale Einbettung, sagt Michael Müller, SPD-Vordenker und Mitglied des Herausgeberrats von Klimareporter°. Angesichts des Kriegsfiebers sieht er Klimaschutz aber als verloren an.
Klimareporter°: Herr Müller, am 1. Januar sind die CO2-Preise für fossile Brennstoffe gestiegen. Ein Klimageld einzuführen, das gerade Haushalte mit geringem Einkommen entlasten würde, ist mittlerweile kein Thema mehr. Warum eigentlich nicht?
Michael Müller: Es ist noch immer dasselbe. Die zuständigen Politiker reden davon, dass Klimaschutz sozial gerecht organisiert werden muss. Aber dann passiert dennoch nichts.
Kein Wunder, dass die Politik ihre Glaubwürdigkeit verliert. Aber so ist das, wenn sie sich in die Fänge der neoliberalen Ideologie begibt, die behauptet, alles lasse sich über den Preis regeln. Nach dem Motto, es lebe der Markt – der ja seit Jahrzehnten so umweltfreundlich ist.
Dabei ist die nötige doppelte Einsicht gar nicht so schwer: Zum einen braucht ein Industrieland wie Deutschland für den Klimaschutz auch eine industriepolitische Umbaustrategie. Diese Einsicht der Klima-Enquetekommission von 1990 gilt heute, 35 Jahre später, noch immer. Also: Lesen!
Zum anderen wird Klimaschutz nur erfolgreich sein, wenn er sozial eingebettet ist. Doch selbst das Pflaster "Klimageld" wird nicht aufgeklebt. Ich frage mich: Wo sind die Umweltpolitiker im Bundestag, wenn das alles so hingenommen wird?
Ich befürchte, der Klimaschutz ist angesichts des Kriegsfiebers sowieso verloren gegangen. Dabei ist er das größte Sicherheitsrisiko der weiteren Zukunft
[...] Und was war Ihre Überraschung der Woche?
Das ist natürlich die Dreistigkeit des US-amerikanischen Angriffs auf Venezuela. Wenn das künftig die Norm ist, dann bestimmen die "großen Drei" die Welt – die Militärmächte USA, China und Russland. Der Rest zählt nicht.
China wird dann schon bald mit derselben Trumpschen Begründung – die staatliche Ölindustrie des Landes "bereichert sich an unserem Eigentum" – Taiwan einnehmen.
Mit verantwortungsbewusster Geopolitik hat das nichts zu tun. Immanuel Kant muss sich mit seinen sechs Präliminarartikeln "Zum Ewigen Frieden" im Grabe umdrehen. Es war vielleicht doch richtig, dass er den Titel seiner Schrift wie für das Schild eines Wirtshauses geschrieben hat.
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Horrorclowns teilen ihre Beute nur ungern...
„Kolumbien, Grönland, Iran, Kanada und Panama - Eins nach dem anderen. Erstens, um Venezuelas Öl kümmert sich wieder die Standard Oil Company, Kuba geht zurück an die Teilnehmer der Havanna-Konferenz und unser fruchtbarer Garten rund um den Golf von Amerika und das Amerikanische Mittelmeer wird wieder von der United Fruit Company gepflegt ...“
Die Horrorclown-Kumpels von Don Trumpl haben da auch bereits einige eigene Ideen entwickelt. Allerdings könnten sich z.B. Recep Egowahn, BenJaNimm Netanjahuch, die Aja-Toll-Ahs und Momed von Arabien dabei gegenseitig in die Quere kommen...
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Ein Atomkrieg bleibt hypothetisch – bis er Realität wird
Bereits mehrfach ist die Menschheit nur knapp einer Katastrophe entgangen. Doch statt abgerüstet, wird atomar aufgerüstet.
upg. Noam Chomsky ist emeritierter Professor an der US-University MIT und Autor zahlreicher Bücher über die Aussenpolitik der USA. Folgenden Beitrag veröffentlichte er erstmals im Jahr 2014, also noch vor dem Krieg in der Ukraine. Er ist aktueller denn je. Das existenzielle atomare Risiko wird gerne verdrängt.
Eine ausserirdische Spezies würde die Geschichte des Homo sapiens wahrscheinlich in zwei Epochen unterteilen: Die Zeit vor und die Zeit mit Atomwaffen. Die Ära mit Atomwaffen begann am 6. August 1945 mit dem ersten Tag des Countdowns bis zum möglicherweise unrühmlichen Ende dieser seltsamen Spezies Mensch. Diese erlangte zwar die Intelligenz, um Mittel zu ihrer Selbstzerstörung zu entdecken, aber nicht die moralische und intellektuelle Fähigkeit, ihre schlimmsten Instinkte zu zügeln.
Der erste Tag des Zeitalters mit Atomwaffen war geprägt vom «Erfolg» von Little Boy, der Atombombe, welche die Amerikaner über Hiroshima abwarfen. Drei Tage später zerstörten sie Nagasaki.
Das war der Anfang einer Ära, die uns bis heute überleben liess – was uns staunen lässt. Wie viele Jahre das noch so bleibt, ist ungewiss.
[...] Ein bemerkenswerter Vorschlag des sowjetischen Machthabers Josef Stalin aus dem Jahr 1952 bot eine Gelegenheit, die Spannungen zu entschärfen. Stalin war bereit, Deutschland die Wiedervereinigung mit freien Wahlen zu erlauben – unter der Bedingung, dass es keinem feindlichen Militärbündnis beitritt. Angesichts der Tatsache, dass Deutschland Russland im vergangenen halben Jahrhundert zweimal verwüstet hatte, war diese Forderung nachvollziehbar...
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Erneute Kampfhandlungen
Britische und französische Luftwaffe greifen IS in Syrien an
Der »Islamische Staat« gilt in Syrien als militärisch besiegt. Britische und französische Kampfflugzeuge greifen trotzdem eine Anlage der Terrormiliz an.
Das britische Militär hat, unterstützt von der französischen Luftwaffe, eine Anlage der Terrormiliz »Islamischer Staat«(IS) in Syrien angegriffen. Die britische Regierung teilte in der Nacht zum Sonntag mit, dass auf eine unterirdische Anlage der Terroristen nördlich der antiken Stätte von Palmyra ein gemeinsamer Angriff ausgeführt worden sei. Es seien Lenkbomben eingesetzt worden, um den Zugangstunnel zu der Anlage, in der der IS »höchstwahrscheinlich« Waffen und Sprengstoff lagere, zu zerstören. Erste Auswertungen deuteten auf einen Erfolg der Operation hin.
Die britische Regierung teilte weiter mit, die Operation sei durchgeführt worden, um ein Wiederaufleben der Terrormiliz zu verhindern. In der Umgebung der Anlage gibt es keine zivilen Wohngebiete. Der britische Verteidigungsminister John Healey sagte, die Aktion zeige die Entschlossenheit der Verbündeten, jegliches Wiederaufleben des IS im Nahen Osten zu unterbinden.
Zuletzt wurden 70 Ziele der Terrormiliz in Syrien attackiert
Erst vor rund zwei Wochen hatte das US-Militär mehr als 70 Ziele der Terrormiliz in Syrien attackiert. Wenige Tage zuvor waren bei einem mutmaßlichen IS-Angriff in Syrien zwei Soldaten und ein Dolmetscher aus den USA getötet worden, weitere Menschen wurden verletzt
[...] US-Präsident Donald Trump hatte deutlich gemacht, gegen die syrische Übergangsregierung unter Interimspräsident Ahmed al-Sharaa richteten sich die jüngsten Schläge nicht. Er prognostizierte dem Land eine »glänzende Zukunft«, wenn der IS ausgerottet werde.
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4. Januar 1986
(INES 4) Atomfabrik Sequoyah, OK, USA
In der Urankonversionsanlage Sequoyah kam zum Bruch eines Behälters, bei dem ein Arbeiter ums Leben kam und 37 Arbeiter vor Ort ins Krankenhaus eingeliefert werden mussten ...
(Kosten ca. 40,7 Millionen US$)
Nuclear Power Accidents
Wikipedia de
Liste von Unfällen in kerntechnischen Anlagen#1980er_Jahre
In der Urankonversionsanlage Sequoyah von Kerr-McGee in Gore, Oklahoma barst ein überfüllter Zylinder mit Uranhexafluorid nach unzulässiger Erhitzung. Während des Abfüllens von Uranhexafluorid in einen dafür vorgesehenen Transportzylinder wurde bemerkt, dass aufgrund der fehlerhaften Kalibrierung einer Waage zu viel in den Zylinder abgefüllt worden war. Der Versuch, den Zylinder wieder auf ein normales Level zu entleeren schlug zunächst fehl, da sich das Uranhexafluorid im Behälter abgekühlt hatte und erstarrt war. Um ein weiteres Umfüllen zu ermöglichen, wurde die Erhitzung des Zylinders angewiesen, um den Stoff wieder zu verflüssigen. Beim Aufheizvorgang zerbarst der überfüllte Zylinder und durch Reaktion mit der Luftfeuchtigkeit wurden Uranylfluorid und Flusssäure freigesetzt. Ein Arbeiter starb durch das Einatmen von Flusssäure, 100 Arbeiter und Anwohner mussten ins Krankenhaus eingeliefert werden.
Kerr-McGee#Gerichtsverfahren
Der Rechtsnachfolger von Kerr-McGee, Anadarko Petroleum, hatte versucht, Strafzahlungen zu umgehen, indem er die beklagten Bereiche Tronox zuschlug, welches später Insolvenz anmelden musste. Ein Richter entschied im Dezember 2013, dass diese Auslagerung Betrug ist ...
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4. Januar 2026
„Mit Mexiko muss etwas unternommen werden“
Der Überfall auf Venezuela und der Regime Change, der damit bewirkt werden soll, wird für alle Regierungen in Lateinamerika und vielleicht auch für Kanada oder Grönland ein Warnsignal sein. Während Russland die Wahrung nationaler Sicherheitsinteressen beim Einmarsch in das Nachbarland Ukraine vorgab, das in die Nato aufgenommen werden sollte und sich schon länger auf einen Krieg vorbereitete, kann die USA dies nicht geltend machen und will den militärischen Angriff durch Drogenkriminalität bzw. „Narkoterrorismus“ rechtfertigen, der angeblich die USA gefährdet, weil Maduro Gangs und Menschen aus den Gefängnissen und psychiatrische Kliniken geschickt habe.
Die Begründung für den Völkerrechtsbruch ist durchsichtig und an den Haaren herbeigezogen, um Venezuela mit seinen Ressourcen dem kolonialen Zugriff der USA zu öffnen. Die Freiheit, die den Venezolanern geschenkt wird, bestünde vor allem in der Privatisierung vor allem der Ölressourcen für die amerikanischen Konzerne und der Einrichtung einer Marionettenregierung: Machado, der Friedensnobelpreisträgerin, traut er allerdings die Regierungsübernahme nicht zu und erklärte in seiner Ansprache, die USA würden das Land erst einmal selbst regieren (run Venezuela), also zeitweise annektieren. Bodentruppen schloss er nicht aus. Übergangsweise gerne mit der Vizepräsidentin Delcy Rodríguez, die möglicherweise mitspielt, wie Trump andeutete. Das würde dem Regierungssturz ein besseres Image verpassen und könnte die Situation beruhigen.
Update: Rodriguez aber macht dazu keine Anstalten und ruft zum Widerstand und zur Freilassung von Maduro auf. Nach dem Verfassungsgericht wird sie nun Präsidentin und ist bereits vereidigt worden. Während der Zeremonie erklärte sie, Venezuela werde keine Kolonie irgendeines Staates werden und sei bereit, seine Souveränität zu verteidigen. Sie forderte erneut die Freilassung von Nicolás Maduro und seiner Frau und betonte, dass sie Gewalt gegen ihr Volk und jegliche Form militärischer Aggression ablehne. Da die Opposition im Land sich zurückhält, sind weiter die Chavisten an der Macht. Wie Trump das Land regieren will, ohne mit Bodentruppen einzumarschieren, was ihm viele Anhänger kosten dürfte, ist derzeit nicht abzusehen.
Den Sturz von Maduro wollte Trump schon in seiner ersten Präsidentschaft erreichen. Seine Verachtung für Völkerrecht und Recht überhaupt hatte er auf Fox News geäußert. Kritiker „sollten sagen: ‚Großartige Arbeit‘. Sie sollten nicht sagen: ‚Oh, vielleicht ist das verfassungswidrig.‘ Sie wissen schon, das Gleiche, was wir seit Jahren und Jahren hören.“ Er pries vor allem die spektakuläre Operation an, die so gut gelaufen sei, die Soldaten und die Ausrüstung, alles optimal.
Venezuela wird für Trump, seine Crew und sein Kriegsministerium nur der erste Schritt gewesen sein, vielleicht auch um auszutesten, auf welche Widerstände er global stoßen wird. Zwar unterstellt man Putin auch, dass er die Sowjetunion wiederherstellen, auf jeden Fall nach der Ukraine weiter vorstoßen will, aber das dürfte eher Angstmache zur Aufrüstung sein. Bei Trump kann man sich relativ sicher sein, dass er zumindest auf dem amerikanischen Kontinent seine Version der Monroe-Doktrin durchsetzen will, alle Länder, nicht nur die Nachbarländer Kanada und Mexiko, sollen nach der Pfeife von Washington tanzen, zur Not auch mit militärischer Gewalt erzwungen.
Was früher unter dem Banner des Globalen Krieg gegen den Terrorismus lief, den Trump allerdings auch noch in Syrien, im Iran oder in Nigeria fortsetzt, soll jetzt im Krieg gegen den Narkoterrorismus militärische Interventionen in anderen Staaten freien Raum verschaffen, allerdings ohne den Rückhalt im Kongress. Während nach dem Besuch des israelischen Ministerpräsidenten Netanjahu möglicherweise ein weiterer Angriff auf den Iran bevorstehen könnte, den Trump bereits angedroht hat. Müssen vor allem Mexiko und Kolumbien fürchten, von den USA bedroht zu werden.
General Caine sagte auf der Pressekonferenz, dass solche Operationen auch gegen andere Länder durchgeführt werden könnten. Trump kündigte eine zweite Angriffswelle an, wenn die Dinge nicht nach seinen Vorstellungen laufen. Und gefragt nach dem kolumbianischen Präsidenten Gustavo Pedro, der den Angriff als einen gegen die Souveränität Lateinamerikas kritisierte, sagte er drohend: „Er stellt Kokain her und sie schicken es in die Vereinigten Staaten, also muss er auf seinen Arsch aufpassen.“
Und in Fox News sagte er auf die Frage, ob die Äußerung von Vizepräsident Vance, dass der Drogenschmuggel aufhören müsse, auch an die mexikanische Präsidentin Claudia Sheinbaum gerichtet sei: „Das sollte nicht sein, und wir sind sehr freundlich zu ihr. Sie ist eine gute Frau.“ Aber fügte hinzu, dass sie Mexiko nicht regiert: „Die Kartelle regieren Mexiko. Und wir könnten politisch korrekt und nett sein und sagen: ‚Oh ja, das tut sie. Nein, nein. Sie hat große Angst vor den Kartellen.“ Er habe mehrmals angeboten, dass die USA die Kartelle ausschalten, aber sie habe gesagt, bitte nicht. Dann kam er auf die amerikanischen Drogenopfer zu sprechen. Das seien in Wirklichkeit 300.000 Tote. Die meisten Drogen kämen über die südliche Grenze, ein wenig auch über Kanada: „Aber sie kommen hauptsächlich über die südliche Grenze. Und mit Mexiko muss etwas unternommen werden.“
Und dann ist da noch Kuba, dessen Regierung ohne die Unterstützung durch Venezuela stürzen könnte. US-Außenminister Rubio hatte schon mal gedroht: „Wenn ich die kubanische Regierung in Havanna wäre, wäre ich besorgt.“ Panama war nicht Thema, was aber auch bald der Fall sein könnte. Ähnlich wie nach Trump die Ölinfrastruktur amerikanischen Konzernen gehöre, gehöre der Panama-Kanal eigentlich den USA. Daher erklärte er zu Beginn seiner Präsidentschaft, er werde ihn zurückholen – und Kanada gewissermaßen als Bundesstaat heimholen sowie Grönland kontrollieren.
Im Sicherheitsrat der Vereinten Nationen können sich die Großmächte gegenseitig blockieren. Da ist nichts zu erwarten. Und wie es aussieht, werden sich die drei Großmächte USA, Russland und China mit ihren territorialen Ansprüchen nicht wirklich gegenseitig das Leben schwer machen, wenn es nicht die eigenen Sicherheits- und Wirtschaftsinteressen schwer beeinträchtigt.
Medwedew macht klar, dass nun in den kleineren Ländern angesichts der Aktionen der nuklearen Großmächte die nukleare Aufrüstung attraktiv werden wird: „Die Operation in Caracas war der beste Beweis dafür, dass jeder Staat seine Streitkräfte maximal stärken muss, um zu verhindern, dass reiche, skrupellose Individuen die verfassungsmäßige Ordnung im Streben nach Öl oder anderen Gütern leichtfertig ändern können. Und die einzige Möglichkeit, die zuverlässige Verteidigung des Landes zu gewährleisten, ist ein Atomwaffenarsenal! Es lebe die Atomwaffe!“
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Hintergrundwissen
Die Karte der nuklearen Welt
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Die Suchmaschine Ecosia pflanzt Bäume!
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https://www.ecosia.org/search?q=Monroe-Doktrin
https://www.ecosia.org/search?q=Völkerrecht
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Wikipedia
US-amerikanischer Angriff auf Venezuela 2026
Der US-amerikanische Angriff auf Venezuela geschah am 3. Januar 2026, als die Vereinigten Staaten Luftangriffe auf mehrere Ziele im Norden Venezuelas, darunter die Hauptstadt Caracas, durchführten. Dies stellte eine erhebliche Eskalation des andauernden Konflikts zwischen den Vereinigten Staaten und Venezuela dar.
Der venezolanische Präsident Nicolás Maduro und seine Ehefrau Cilia Flores wurden bei der unter dem Codenamen Operation Absolute Resolve laufenden Militäroperation innerhalb weniger Stunden von der Delta Force entführt, außer Landes gebracht und von Strafverfolgungsbehörden verhaftet.
Sowohl der Angriff als auch die zuvor erfolgten Militärschläge gegen Boote vor der Küste Venezuelas von Seiten der USA werden von einer Mehrheit der politischen Beobachter als völkerrechtswidrige Akte gesehen...
Monroe-Doktrin
Die Monroe-Doktrin (englisch Monroe Doctrine) geht auf die Rede zur Lage der Nation vom 2. Dezember 1823 zurück, in der US-Präsident James Monroe vor dem Kongress die Grundzüge einer langfristigen Außenpolitik der Vereinigten Staaten entwarf. In der Tradition Jeffersons stellte er dabei eine irreversible Unabhängigkeit der Staaten auf dem amerikanischen Doppelkontinent von den europäischen Mächten fest, d. h. von der Alten Welt.
Monroe formulierte die Existenz zweier politischer Sphären (two spheres). Er betonte das Prinzip der Nichteinmischung (non-intervention) der Vereinigten Staaten in europäische Konflikte und forderte ein Ende aller Kolonialisierungsbestrebungen in der westlichen Hemisphäre (non-colonization). Außerdem kündigte er ein Eingreifen der USA für den Fall an, dass die europäischen Kolonialmächte diese politischen Grundsätze ignorieren sollten. Die Forderung an die europäischen Mächte, die nunmehr unabhängigen Staaten Lateinamerikas nicht zu rekolonialisieren, wurde verkürzt zur Parole „Amerika den Amerikanern“.
Zwar war die Doktrin zunächst eine Absage an Versuche aus Europa, die Souveränität der USA infrage zu stellen. Sie entwickelte sich aber im 20. Jahrhundert dazu, eine Vormachtstellung der USA für den ganzen Kontinent zu sichern.
Mit seiner Doktrin prägte Monroe die angloamerikanische Variante des Panamerikanismus entscheidend. 1848 unter Präsident Polk und 1870 unter Präsident Grant wurde die Doktrin um das Verbot des Transfers (auch früheren) kolonialen Besitzes an andere Mächte erweitert (non-transfer), das von Secretary of State John Quincy Adams in einer Botschaft an den damaligen russischen Zaren (Alexander I.) bereits 1823 aufgegriffen, von Monroe jedoch nicht in den Bericht an den Kongress übernommen worden war...
Völkerrecht
Das Völkerrecht (Lehnübersetzung zu lateinisch ius gentium ‚Recht der Völker‘) ist eine überstaatliche, aus Prinzipien und Regeln bestehende Rechtsordnung. Es regelt die Beziehungen zwischen den Völkerrechtssubjekten (meist Staaten) auf der Grundlage der Gleichrangigkeit. Die Bezeichnung Internationales Öffentliches Recht wird seit dem 19. Jahrhundert synonym verwendet, was auch auf den starken Einfluss des englischen Fachausdrucks public international law zurückzuführen ist.
Wichtigste positivrechtliche Rechtsquellen des Völkerrechts sind die Charta der Vereinten Nationen und das in ihr niedergelegte allgemeine Gewaltverbot, das als Völkergewohnheitsrecht auch über die Mitgliedschaft in den Vereinten Nationen (UNO) hinaus verbindlich ist und jedem Staat etwa einen Angriffskrieg verbietet.
Das supranationale Recht gilt als Besonderheit des Völkerrechts, weil es ebenfalls überstaatlich organisiert ist; allerdings weist es durch die Übertragung von Hoheitsgewalt auf zwischenstaatliche Einrichtungen einige Besonderheiten auf, die nicht vollständig mit dem Völkerrecht erklärbar sind...
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