Newsletter XLVIII 2025
23. bis 29. November
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Radioaktivität kumuliert; das bedeutet, radioaktive Partikel reichern sich im lebenden Organismus immer weiter an und mit der Zeit können ähnliche Schäden auftreten, wie bei einer kurzzeitig einwirkenden, massiven Strahlenbelastung ...
Die PDF-Datei "Nuclear Power Accidents" enthält eine Reihe weiterer Vorfälle aus verschiedenen Bereichen der Atomindustrie. Einige der Ereignisse wurden nie über offizielle Kanäle veröffentlicht, so dass diese Informationen der Öffentlichkeit nur auf Umwegen zugänglich gemacht werden konnten. Die Liste der Zwischenfälle in der PDF-Datei ist daher nicht zu 100% identisch mit "INES und die Störungen in kerntechnischen Anlagen", sondern stellt eine Ergänzung dar.
4. November 2004 (INES Klass.?) Akw Balakovo, RUS
10. November 1950 (Broken Arrow) B-50 Riviére-du-Loup in Kanada
11. November 1983 (INES 3) Atomfabrik Windscale/Sellafield, GBR
16. November 2001 (INES Klass.?) Forschungsreaktor HFR in Petten, NLD
19. November 2003 (INES 2) Atomfabrik La Hague, FRA
19. November 1975 (INES Klass.?) Akw Gundremmingen, DEU
20. November 1959 (INES 4) Atomfabrik Oak Ridge, USA
22. November 2002 (INES 2) Akw Tihange, BEL
28. November 2007 (INES 2) Akw Ascó, ESP
29. November 1970 (INES 3 NAMS 2,5) Atomfabrik Windscale/Sellafield, GBR
29. November 1955 (INES 4) Forschungsreaktor EBR-I, USA
30. November 1975 (INES 5) Akw Sosnowy Bor, Leningrad, UdSSR
Wir sind immer auf der Suche nach aktuellen Informationen. Wer helfen kann, sende bitte eine Nachricht an:
nukleare-welt@reaktorpleite.de
29. November
Proteste gegen AfD-Parteijugend:
Ein bisschen Selbstwirksamkeit
In Gießen trifft die AfD auf heftigen Widerstand. Mittendrin eine Aktivistin aus Magdeburg, die vor allem eines fürchtet: eine Machtübernahme der Rechten.
Kira Böhme hat viereinhalb Stunden Fahrt hinter sich und kaum geschlafen. Jetzt sitzt sie morgens um sechs Uhr mit etwa 50 anderen Aktivisten auf einer Brücke in Gießen, der Asphalt vom Regen ganz nass, vor ihr eine Kette schwer gepanzerter Polizeikräfte. Böhme und ihre Gruppe haben sich gelbe Warnwesten über ihre Skihosen und Winterjacken gezogen, wie die meisten, die an der Aktion von Widersetzen teilnehmen. Die Brücke führt auf die andere Seite der Lahn. Dort, in den Hessenhallen, wird die AfD an diesem Samstag ihre neue Jugendorganisation gründen.
[...] Über 200 Busse aus 80 Städten hatte das Aktionsbündnis Widersetzen organisiert, um die Zufahrt zu den Hessenhallen zu blockieren und so die Gründung der AfD-Jugendorganisation zu verhindern. Hinter "Widersetzen" hat sich ein breites Bündnis aus Organisationen, Gewerkschaften, Vereinen und Parteijugenden versammelt. Organisationen wie der DGB, ver.di, Attac und die Omas gegen Rechts organisierten Kundgebungen und Mahnwachen. Auch Linke und Grüne Jugend demonstrierten mit. 50.000 Menschen wollten sie auf die Straße bringen, am Ende wurde es die Hälfte.
[...] Bis zum Nachmittag ziehen die Demozüge durch die Gießener Innenstadt. Samba-Truppen trommeln, auf der DGB-Bühne spielen die Gießener Band Juli und Kraftklub, die Bässe wummern. Das "Adenäuerchen"-Lastenrad, ein Gefährt des Zentrums für politische Schönheit, kreist vor den Polizeiketten und spielt den Chorgesang "Scheiß AfD" in Dauerschleife.
Am Bahnhof haben sich die Omas gegen Rechts versammelt, aus Essen, Hannover, Berlin. Nie wieder dürfe sich der Faschismus in Deutschland ausbreiten, sagt Maja, 73. Vater und Großmutter sei während des Naziregimes die Flucht gelungen. Beide waren Juden.
Kira Böhme sitzt zu dieser Zeit wieder in einer Blockade, diesmal an einer anderen Brücke. Plötzlich rückt die Polizei vor, es gibt Tumult, sie erzählt von Schlägen, die sie abbekommen habe. "Heftig", habe sie das gefunden. Sie fragt sich, warum diese Gewalt, "ich war doch einfach nur da". Dieser Tag in Gießen hat sie nachdenklich gemacht, und trotzdem würde sie immer wieder gegen die AfD auf die Straße gehen. "Die Proteste geben mir Selbstwirksamkeit", sagt sie. Irgendwie etwas bewirken. Allein darum gehe es doch.
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Grüne Neuausrichtung
Friede den Autos, Krieg den Privatjets
Die Grünen schärfen beim Parteitag in Hannover ihr klimapolitisches Profil. Stahlarbeiter und Kassiererinnen sollen sich bei ihnen heimisch fühlen.
Als der grüne Co-Vorsitzende Felix Banaszak Kind war, musste er mit seiner Familie von Duisburg mit der Straßenbahn 901 nach Mülheim und von dort mit der U18 bis Essen zu Ikea fahren, wenn sein Zimmer renoviert wurde – und mit den Regalen unter dem Arm zurück. Denn sie hatten kein Auto. Für ihn war völlig klar, dass er zum 18. Geburtstag den Führerschein machen und eines kaufen würde. „Das war Leben, das war Freiheit“, sagt er begeistert beim Parteitag der Grünen am Samstag in Hannover – und erntete viel Applaus von den Delegierten der Ökopartei. Das ist beim Thema Auto alles andere als selbstverständlich.
Die Grünen sind zu ihrem ersten Parteitag nach der Bundestagswahl zusammengekommen. Bei der Wahl im Februar haben sie nach drei Jahren Ampel 3,1 Prozentpunkte verloren, sie landeten bei 11,6 Prozent. Das schlechte Wahlergebnis steckt den Delegierten noch in den Knochen. Viele grüne Funktionär:innen haben sich die Kritik zu eigen gemacht, die Grünen seien nicht nah genug bei den „normalen“ Menschen, zu bevormundend und abgehoben – und eine Partei für die Wohlhabenden.
[...] Wiederauflage des 9-Euro-Tickets
Auch andere Änderungsanträge gehen auf dem Parteitag durch: Vorschläge für eine höhere Besteuerung von Privatjets akzeptiert der Bundesvorstand ohne Abstriche. Einen Antrag der Grünen Jugend, den Preis für das Deutschland-Ticket nicht nur auf 49 Euro zu senken, sondern auf 9 Euro, lehnt die Parteispitze zwar ab. Bei der Abstimmung, zu der es dadurch kommt, setzt sich der Nachwuchs aber durch.
Auch in einer zweiten Abstimmung unterliegt der Vorstand, aber das wird er verkraften können: Die Basis streicht zwar den Vorschlag der Spitze, ein mögliches Klimageld regional auszudifferenzieren und auf dem Land mit schlechtem ÖPNV-Angebot mehr zu zahlen als in der Stadt. Die Delegierten stellen aber nicht die Forderung infrage, das Klimageld sozial zu staffeln und schnell einzuführen.
[...] Salbe fürs angeschlagene Selbstbewusstsein
Neben der inhaltlichen Neuausrichtung geht es in Hannover auch um das Regenerieren des angeschlagenen Selbstbewusstseins der Partei. Viele Redner:innen bemühen sich nun, Zuversicht zu verbreiten. „Der Wind bläst uns ganz schön ins Gesicht“, sagt etwa die Co-Vorsitzende der grünen Bundestagsfraktion, Britta Hasselmann. „Lasst Euch nicht beirren.“ Wenn Bundeskanzler Friedrich Merz durch Unfähigkeit und Rückschritt glaube, sich aus der Verantwortung stehlen zu können, brauche es die Grünen „, die sagen: nein.“ „Wir dürfen uns nicht entmutigen lassen“, sagt sie. „Ich bin überzeugt, dass Bündnis 90/ Die Grünen den Menschen Mut und Kraft geben.“
Die frühere grüne Umweltministerin Steffi Lemke ruft ihre Parteifreund:innen auf, mehr über die Erfolge in der Bundesregierung zu sprechen. „Nach meinem Geschmack reden wir zu wenig darüber“, sagt sie. Der Ausbau der Erneuerbaren Energien, das Programm Natürlicher Klimaschutz, die Wasserstrategie und die Kreislaufwirtschaft nennt sie als Beispiele – und lässt keinen Zweifel daran, dass sie die Auflistung noch eine ganze Weile fortsetzen könnte. „Lasst Euch nichts einreden“, ruft sie. „Grün wirkt sogar noch weiter, wenn wir nicht mehr in Regierungsverantwortung sind.“
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"Job-Blutbad" unter Trump möglich
Forscher: KI kann bereits zwölf Prozent der Arbeitskraft ersetzen
Wenn es um die Zukunft mit Künstlicher Intelligenz geht, sind sich viele einig: Sie macht die Wirtschaft produktiver. Doch die kurz- und mittelfristigen Effekte könnten verheerend sein. Ein neuer Index misst in den USA, wie viel menschliche Arbeitskraft die KI ersetzen kann.
Die Zeiten haben sich geändert. Beim gemeinnützigen Unternehmen Tech901, das seit zehn Jahren Programmierer und andere IT-Spezialisten ausbildet und regional vermittelt, fragen Firmen kaum noch nach Berufseinsteigern. "Das ist verheerend", sagt Firmenchef Aaron Lamey, der eine grüne Krawatte mit Schaltkreisdruck trägt, über fehlende Programmierer-Jobs: "Wir können nicht die komplette Generation im Stich lassen." Dabei versuchten sie doch, Neulingen mit Kursen mit Zertifikaten den Einstieg zu erleichtern.
[...] In der Umfrage von Fox News beschrieben 60 Prozent der Wähler ihre finanzielle Situation derzeit als "nicht gut" oder "schlecht". Das liegt auch an hohen Lebenshaltungskosten, für die sie inzwischen US-Präsident Donald Trump verantwortlich machen, nicht mehr dessen Vorgänger, den Demokraten Joe Biden. Republikaner befürchten deshalb, im kommenden Jahr bei den Kongresswahlen ein Wahldebakel zu erleben. Im November 2026 wählen die USA ein Drittel der Senatoren und alle Abgeordneten des Repräsentantenhauses neu.
[...] Warnende Töne sogar aus KI-Branche
Insbesondere im Technikbereich bauen Unternehmen Stellen ab und entlassen bereits ihre Mitarbeiter: HP kündigte bis zu 6000 Entlassungen an, der Internet-Provider Verizon 13.000, Amazon kürzt 14.000 Stellen und damit rund 4 Prozent, Intel reduziert 15 Prozent seiner Belegschaft, Microsoft haben für dieses Jahr 15.000 Entlassungen angekündigt. Meta-Chef Mark Zuckerberg kündigte an, 5 Prozent der Belegschaft kündigen zu wollen, das sind etwa 4000 Beschäftigte. Zuckerberg geht davon aus, schon bald IT-Ingenieure, die programmieren, durch KI ersetzen zu können.
Sogar aus der KI-Branche kommen warnende Töne vor möglichen Auswirkungen der neuen Technik und der Geschwindigkeit des Wandels. Es geht dabei längst nicht mehr nur um Werkzeuge, die bei Aufgaben helfen, sondern auch um sogenannte Agenten - also für bestimmte Jobprofile ausgestattete KIs, die auch untereinander kommunizieren. "Es wird zehnmal größer sein als die industrielle Revolution - und vielleicht zehnmal schneller", prognostizierte Googles Deepmind-Gründer Demis Hassabis im August: "Wir bauen nicht mehr nur Werkzeuge. Wir bauen Entitäten, die uns überflüssig machen könnten." Die erhöhte Produktivität und daraus resultierender Wohlstand müsse jedoch fair verteilt werden, so Hassabis.
Dario Amodei, Gründer des KI-Unternehmens Anthropic, schätzt, dass wegen KI in fünf Jahren die Hälfte aller Jobs für Berufseinsteiger verschwunden sein und die USA potenziell 10 bis 20 Prozent Arbeitslosigkeit erleben könnten. Er sieht den Job-Abbau in den Sektoren Technik, Finanzen, Recht, Beratung und anderen Angestelltenberufen. Die CEOs vieler anderer Firmen äußerten ähnliche Sorgen. Man könnte es auch dramatischer ausdrücken: Es könne noch während Trumps Präsidentschaft zu einem "Job-Blutbad" kommen, schrieb das US-Medium "Axios" bereits im Mai. Die Amtszeit des Republikaners endet voraussichtlich im Januar 2029.
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Industriepolitik
Stillstand, aber technologieoffen
Die schwarz-rote Koalition will das EU-weit beschlossene Enddatum für Neuwagen mit Verbrennungsmotor kippen. Statt klare Signale an Kaufwillige und die Autoindustrie zu geben, fährt sie weiter einen fatalen Kurs des Zögerns.
Die Bundesregierung versucht, mit ihrem aktuellen Kurs die europäische Auto- und Klimapolitik neu zu justieren – Richtung Vergangenheit. Statt mit dem vereinbarten Aus für neue Verbrennungsmotoren ab 2035 Industrie und Kundschaft eine klare Line vorzugeben, soll die Regelung in Brüssel wieder geöffnet werden.
Hybridantriebe und sogenannte "hocheffiziente Verbrenner" sollen damit länger als geplant im Markt bleiben. Verkauft wird das als "Technologieoffenheit". Tatsächlich ist es ein politisches Signal des Zögerns.
Für den Hochlauf der Elektromobilität ist diese Haltung Gift. Transformation braucht Verlässlichkeit. Wer heute überlegt, ein E‑Auto zu kaufen, will Klarheit darüber, wohin die Reise geht.
Erhält die Politik den Verbrenner jedoch künstlich am Leben, entsteht eine fatale Logik: Warum umsteigen, wenn die alte Technik doch weiter eine Zukunft haben soll? Der Markt reagiert auf solche Unsicherheiten sensibel – mit weniger Investitionen, weniger Tempo.
Auch die Hoffnung, den Verbrenner mit E‑Fuels am Leben halten zu können, wirkt mehr wie ein argumentatives Feigenblatt als wie eine realistische Strategie.
[...] Was fehlt, ist ein klarer Kompass. Die Industrie braucht Planungssicherheit, die Kundschaft eine sinnvolle Orientierung. Nötig wären ein klares Bekenntnis zum Ende des Verbrennungsmotors, ein entschlossener Ausbau der Ladeinfrastruktur und eine gezielte Förderung rein batterieelektrischer Modelle.
"Technologieoffenheit" darf nicht zur Chiffre für Stillstand werden. Wer Klimaziele ernst nimmt, muss den Mut haben, Richtung vorzugeben – statt sie immer wieder infrage zu stellen.
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29. November 1970 (INES 3 NAMS 2,5)
Atomfabrik Windscale/Sellafield, GBR
Über den Schornstein des Gebäudes B230 kam es zu einer Freisetzung von ca. 1,6 TBq Plutonium.
(Kosten ca. 100 Millionen US$)
Nuclear Power Accidents
Die Nukleare Kette
Sellafield/Windscale, Großbritannien
Die größte zivile und militärische Atomanlage Europas steht in Sellafield. Während hier in der Vergangenheit Plutonium für das britische Atomwaffenprogramm produziert wurde, dient der Standort heute als Wiederaufbereitungsanlage für Atommüll. Der Großbrand von 1957 sowie zahlreiche radioaktive Lecks kontaminierten die Umwelt und setzten die Bevölkerung erhöhten Strahlenwerten aus ...
Dieser Störfall sowie mehrere andere Freisetzungen von Radioaktivität sind in Wikipedia nicht mehr zu finden.
Wikipedia de
Sellafield (früher Windscale)
Der Komplex wurde durch einen katastrophalen Brand 1957 und durch häufige nukleare Störfälle bekannt und unter anderem deshalb auch in Sellafield umbenannt. Bis Mitte der 1980er Jahre wurde der im täglichen Betrieb anfallende Atommüll in großen Mengen in flüssiger Form über eine Pipeline in die Irische See abgeleitet.
Wikipedia en
Übersetzung https://www.DeepL.com/Translator
Sellafield#Incidents
Radiologische Freisetzungen
Zwischen 1950 und 2000 gab es 21 schwerwiegende Zwischenfälle oder Unfälle mit radiologischen Freisetzungen außerhalb des Werksgeländes, die eine Einstufung auf der internationalen Skala für nukleare Ereignisse rechtfertigten, einen auf Stufe 5, fünf auf Stufe 4 und fünfzehn auf Stufe 3. Darüber hinaus gab es in den 1950er und 1960er Jahren über längere Zeiträume hinweg bekannte, absichtliche Freisetzungen von Plutonium und bestrahlten Uranoxidpartikeln in die Atmosphäre.
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29. November 1955
(INES 4) EBR-I, NRTS Idaho, USA
Teilweise Kernschmelze während eines Kühlmittelfluss-Tests.
(Kosten ca. 1500 Millionen US$)
Nuclear Power Accidents
AtomkraftwerkePlag
Idaho Falls, USA - 1955: Partielle Kernschmelze im EBR-1
Der erste Unfall ereignete sich im Experimental Breeder Reactor (EBR-1). Der Schnelle Brüter ging nach zweijähriger Bauzeit 1951 in Betrieb und besaß eine Leistung von 0,2 MW. Nach einer Berechnung von 1953 erzeugte er für jedes gespaltene Atom nur ein neues Atom.
Als der EBR-1 am 29. November 1955 einem Test zur Leistungssteigerung unterzogen wurde, unterlief einem Techniker ein folgenschwerer Fehler. Mit einem Knopf schob er versehentlich einen sich langsam bewegenden Kontrollstab (statt eines sich schnell bewegenden) in den Reaktorkern. Der Techniker bemerkte den Fehler zwar sofort, aber bereits nach wenigen Sekunden war die Hälfte des radioaktiven Kerns geschmolzen. Der EBR-1 wurde 1964 stillgelegt.
Die partielle Kernschmelze wurde in der INES-Skala mit der Stufe 4 (Unfall) bewertet ...
Langsam aber sicher werden relevante Infos zu Störungen in der Atomindustrie aus Wikipedia entfernt!
Im Wikipedia Beitrag zum INL wird der INES 4 Unfall vom 29. November 1955 nicht erwähnt.
Wikipedia de
Idaho National Laboratory
Liste von Unfällen in kerntechnischen Anlagen
29. November 1955 - In der National Reactor Testing Station Idaho erlitt der Forschungsreaktor EBR-I eine partielle Kernschmelze. Der Kern aus angereichertem Uran in Verbindung mit 2 % Zirconium schmolz bei Versuchen, die eine schnelle Steigerung der Leistung vorsahen, weil sich Brennstoffröhren verzogen. Durch Verdunstung des Kühlmittels NaK wurde der schmelzende Brennstoff in die Röhren des Kühlsystems transportiert und die Kritikalität unterschritten, wodurch sich der Reaktor selbst abschaltete.
28. November
Atomausstieg: Belgien schaltet mit Doel 2 drittes Atomkraftwerk im Jahr 2025 ab - nur noch Doel 4 und Tihange 3 am Netz
Brüssel - In Belgien geht der Atomausstieg weiter. Am 30. November 2025 wird das Kernkraftwerk Doel 2 endgültig stillgelegt. Im Februar 2025 wurde bereits der Zwilling Doel 1 und im Oktober das AKW Tihange 1 abgeschaltet. Damit verbleiben nur noch zwei AKW, deren Betrieb bis 2035 mit staatlicher Unterstützung gesichert ist.
Nach dem belgischen Atomausstiegsgesetz wurden in den Jahren 2022 bzw. 2023 die beiden AKW Doel 3 (Bruttoleistung: 1.056 MW) und Tihange 2 (1.055 MW) stillgelegt. Mit Tihange 1 (1.009 MW) sowie Doel 1 (454 MW) haben im Jahr 2025 zwei weitere Atomkraftwerke ihre Stromproduktion endgültig beendet. Am 30. November 2025 geht mit Doel 2 (454 MW) nun ein weiteres Atomkraftwerk vom Netz. Nur die beiden Kernkraftwerke Doel 4 (1.090 MW) und Tihange 3 (1.089 MW) sollen bis 2035 mit Hilfe staatlicher Subventionen in Betrieb bleiben.
Abschaltung von Doel 2: Letztes AKW der ersten Generation geht vom Netz
Am 30. November 2025 wird das Atomkraftwerk Doel 2 planmäßig abgeschaltet. Zusammen mit Doel 1, das bereits im Februar 2025 vom Netz ging, endet damit die Stromproduktion der beiden Zwillingsreaktoren nach 50 Jahren Betriebszeit. Doel 2 hat am 21.08.1975 erstmals Strom ins Netz eingespeist und sollte ursprünglich nach 40 Jahren stillgelegt werden, die belgische Regierung hatte jedoch im Herbst 2015 eine Verlängerung des Betriebs um zehn Jahre beschlossen. Da sich Doel 1 und Doel 2 einen Kontroll- und einen Maschinenraum sowie viele gemeinsame Sicherheitssysteme teilen, starten die Abschaltungsarbeiten auch für Doel 1 erst jetzt, nach der Abschaltung von Doel 2 nach dem 30. November.
Mit der Stilllegung von Doel 2, Tihange 1 und Doel 1 reduziert sich die belgische Kernkraftkapazität deutlich (brutto: 1.917 MW). Die Abschaltung der drei Reaktoren im Jahr 2025 markiert zudem den endgültigen Ausstieg der belgischen Atomkraftwerke der ersten Generation.
Laufzeitverlängerung für Doel 4 und Tihange 3: Staatliche Subventionen sichern Betrieb
Übrig bleiben in Belgien nunmehr nur die beiden leistungsstarken Reaktoren Doel 4 (1.090 MW) und Tihange 3 (1.089 MW) mit einer Bruttoleistung von rund 2.200 MW.
[...] Zur Umsetzung wurde das Joint Venture BE-NUC gegründet, an dem der Staat und Engie jeweils 50 Prozent Beteiligung halten. Beide Partner bringen Kapital ein und stellen Gesellschafterdarlehen in Höhe von rund 2 Milliarden Euro bereit, um die Verlängerung zu finanzieren. Der belgische Staat übernimmt außerdem den anfallenden Atommüll gegen eine Zahlung von Engie in Höhe von 15 Milliarden Euro.
Die Finanzierung der Laufzeitverlängerung erfolgt über einen garantierten Abnahmepreis für den Atomstrom (Contract for Difference, CfD), wodurch Marktpreisrisiken für den Betreiber reduziert werden. Die Höhe der staatlichen Mindestvergütung (Strike Price) wurde bislang nicht veröffentlicht. Wie hoch die tatsächlichen staatlichen Subventionen für die Laufzeitverlängerung der beiden Atomkraftwerke in Belgien am Ende sind, bleibt daher unklar ...
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Zolleinigung zwischen USA und Schweiz
Schweizer Parlamentsabgeordnete hegen Korruptionsverdacht wegen Geschenken an Trump
Es geht um einen Goldbarren und eine Rolex-Tischuhr: In einem Brief fordern zwei Abgeordnete der Schweizer Grünen, die Gastgeschenke der Schweizer Delegation an US-Präsident Trump zu prüfen.
Rolex und Goldbarren gegen Zollsenkung? Zwei Schweizer Parlamentsabgeordnete haben die Bundesanwaltschaft in Bern aufgefordert, den Besuch einer Schweizer Wirtschaftsdelegation bei US-Präsident Donald Trump zu prüfen. Ihr Verdacht: Mutmaßlich teure Geschenke für den US-Präsidenten könnten gegen Antikorruptionsgesetze in der Schweiz verstoßen haben. Es gehe um »die Glaubwürdigkeit unserer Institutionen, die Achtung der Rechtsstaatlichkeit und den Ruf der Schweiz auf internationaler Ebene«, heißt es in einem Brief der Grünenabgeordneten Greta Gysin und Raphaël Mahaim an die Bundesanwaltschaft. Der Brief liegt der Nachrichtenagentur AFP vor.
Die Delegation Schweizer Unternehmer war Anfang November nach Washington gereist, um Trump zur Senkung der Importzölle für Waren aus der Schweiz zu bewegen. Später waren eine Tischuhr von Rolex und ein Goldbarren auf dem Schreibtisch von Trump zu sehen. Zur Delegation gehörten auch Rolex-Chef Jean-Frédéric Dufour und der Chef der auf Edelmetallverarbeitung und -handel spezialisierten Firma MKS PAMP, Marwan Shakarchi.
[...] Die Abgeordneten Gysin und Mahaim argumentieren nun, der Wert der Geschenke für Trump sei nicht bekannt und »die öffentlichen Informationen über den endgültigen Verbleib der dem US-Präsidenten überreichten Geschenke sind lückenhaft«. Sie fordern die Staatsanwaltschaft auf, zu prüfen, ob es sich um einen »im Sinne des Schweizer Strafrechts ungerechtfertigten Vorteil« handelt und verweisen insbesondere auf Artikel 322 des Strafgesetzbuches über die »Bestechung ausländischer Amtsträger«. Das Gesetz sieht dafür eine Freiheitsstrafe bis zu fünf Jahren oder eine Geldstrafe vor.
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Immer teurer, immer später
Kosten für geplantes Atommüllendlager explodieren
Probleme mit dem Wasserrecht, Klagen – die Probleme beim geplanten Atommüllendlager Schacht Konrad summieren sich. Nun steigen auch noch die Kosten.
Im Jahr 2002 erging die Genehmigung zur Umrüstung des ehemaligen Eisenerzbergwerks Schacht Konrad zum nationalen Endlager für schwach und mittelradioaktive Abfälle. Seitdem sind die kalkulierten Kosten für die Errichtung der unterirdischen Lagerstätte um mehr als das Vierfache gestiegen. Sie belaufen sich aktuell auf rund 6,7 Milliarden Euro, wie aus einer Antwort der Bundesregierung auf eine Anfrage des Linken-Bundestagsabgeordneten Cem Ince aus Salzgitter hervorgeht. Die Antwort liegt der taz vor.
Bei Beginn der Arbeiten wurden die Kosten für die Umrüstung des Bergwerks offiziell noch mit 1,6 Milliarden Euro beziffert. In den Folgejahren bewegten sich die Kalkulationen kontinuierlich nach oben. Noch 2023 beliefen sie sich auf 6,3 Milliarden Euro.
[...] Auch der Zeitpunkt der Inbetriebnahme von Schacht Konrad hat sich immer weiter nach hinten verschoben. Ursprünglich war sie für 2013 angekündigt. Inzwischen geht die BGE von einem Einlagerungsbeginn „Anfang der 2030er Jahre“ aus.
Dabei ist unklar, ob das Endlager überhaupt den Betrieb aufnehmen kann. NDR und BR hatten zuletzt über Probleme mit dem niedersächsischen Wasserrecht berichtet. Dokumente legten nahe, dass Konrad möglicherweise gänzlich scheitern könnte. Unter den derzeitigen behördlichen Auflagen könne keine Einlagerung von Atommüll erfolgen.
[...] Linkspolitiker Ince weist darauf hin, dass selbst bei einer Inbetriebnahme von Schacht Konrad der Platz darin nicht reiche, um alle schwach und mittelradioaktiven Abfälle aufzunehmen. Das Lager ist nämlich nur für bis zu 303.000 Kubikmeter Atommüll genehmigt. Sie stammen vor allem aus dem Betrieb und dem Abriss von Atomkraftwerken, zum kleineren Teil auch aus Forschung und Medizin.
Die aus dem havarierten Bergwerk Asse II zu bergenden Fässer im Gesamtvolumen von etwa 200.000 Kubikmeter sowie die Rückstände aus der Urananreicherung im westfälischen Gronau könnten dort nicht mehr eingelagert werden. Im „Nationalen Entsorgungsprogramm“ 2025 rechnet das Bundesumweltministerium damit, dass in der Bundesrepublik insgesamt bis zu 660.000 Kubikmeter schwach und mittelradioaktiver Abfälle anfallen.
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Ukrainekonflikt:
Und was springt für mich dabei raus?
Russland weiß: Donald Trump lässt sich mit Deals, Schmeicheleien und Geld beeindrucken. Der US-Präsident zerstört damit die Diplomatie, wie wir sie kennen.
Es soll ja noch Menschen geben, die denken, Donald Trump sei ein begnadeter Diplomat. Trump selbst sieht das so, meint, dass er sieben Kriege beendet habe und er den Friedensnobelpreis verdient. Hat er nicht auch ein wenig recht damit?
Sieben Kriege hat er zwar nicht beigelegt. Aber Donald Trump hat die verfeindeten Armenier und Aserbaidschaner im Weißen Haus zusammengebracht und sie eine Friedenserklärung unterzeichnen lassen. Er hat den Krieg zwischen der Demokratischen Republik Kongo und Ruanda geschlichtet. Er hat den Gazadeal eingefädelt, der eine – wenn auch brüchige – Waffenruhe regelt. Und er hat schon wieder eine Dynamik zwischen der Ukraine und Russland entfacht, von der die Europäer überrollt wurden.
Diese diplomatischen Initiativen werden von demselben Gedanken zusammengehalten: Was springt für mich dabei raus? Und das ist nicht im übertragenen Sinne gemeint. Aserbaidschan und Armenien: Die Amerikaner lösen einen Streitpunkt und verpachten einen Korridor, den die Aserbaidschaner brauchen und der durch Armenien führt, an ein amerikanisches Konsortium, das dort investieren will. Gaza – muss man noch mehr als Riviera sagen? Und die DR Kongo musste für den Frieden einen Rohstoffdeal mit den USA unterzeichnen, die kongolesisches Kobalt, Gold und andere Rohstoffe wollen.
Es darf die USA nichts kosten und muss sich lohnen
Ähnlich bei der Ukraine: Erst hat Trump das Land erpresst und zu einem Rohstoffdeal gezwungen, nun hofft er, dass noch etwas von den eingefrorenen Vermögenswerten der Russen für ihn abfällt, sollten die Europäer sie doch noch auftauen. In dem teils wieder abgeräumten 28-Punkte-Plan blieb der allerwichtigste Punkt, das Herzstück eines jeden Abkommens zur Beendigung des russisch-ukrainischen Kriegs, offen: Welche Sicherheitsgarantien die USA den Ukrainern zu geben bereit wären, um vor künftigen russischen Überfällen geschützt zu sein.
Eins aber wurde vorsorglich schon mal festgeschrieben: Es darf erstens die Amerikaner nichts kosten, zweitens muss es sich lohnen, wofür Punkt 14 sorgen sollte ...
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Studie zeigt: Zugvögel meiden Windenergieanlagen fast vollständig
Eine neue belegt, dass Zugvögel Windenergieanlagen fast vollständig meiden und das Kollisionsrisiko deutlich geringer ist als bisher angenommen.
Berlin - Im Auftrag der finanzierenden Mitgliedsunternehmen hat der Bundesverband Windenergie Offshore im Rahmen dieser Studie das tatsächliche Kollisionsrisiko in einem küstennahen Windpark in Norddeutschland untersuchen lassen. Die Ergebnisse liefern eine solide Basis für einen naturverträglichen Ausbau der Offshore-Windenergie.
[...] Ziel war es, mithilfe modernster Technologien präzise Daten über das Ausweichverhalten zu gewinnen. So konnten bisherige Annahmen überprüft werden.
Über 99,8 Prozent der Zugvögel weichen Windrädern aus
Die Forschenden analysierten über vier Millionen Vogelbewegungen innerhalb von eineinhalb Jahren. Die Daten widerlegen die bisherige Annahme, dass hohe Zugintensität automatisch mehr Kollisionen bedeutet. Pauschale Abschaltungen bei starkem Vogelzug erscheinen daher nicht sinnvoll.
Das Ergebnis:
- Die Studie konnte nachweisen, dass Zugvögel die Windenergieanlagen zuverlässig mieden. Mit über 99,8 Prozent der tag- und nachtziehenden Vögel mied ein deutlich größerer Anteil die Anlagen als bislang angenommen.
- Keine Korrelation zwischen Zugintensität und Kollisionen: Entgegen der bisherigen Annahme stieg die Kollisionsrate nicht mit der Anzahl ziehender Vögel. Auch bei hoher nächtlicher Zugaktivität flogen nur sehr wenige Vögel durch den Rotorbereich.
- Technologischer Fortschritt: Die Kombination aus Radar und KI-basierten Kameras stellt einen methodischen Durchbruch dar und erlaubt eine bislang unerreichte Genauigkeit bei der Erfassung von Vogelflugbewegungen in der Rotorebene. Dadurch werden belastbare Rückschlüsse zur Kollisionshäufigkeit ermöglicht.
[...] „Wir haben modernste Methoden eingesetzt. KI-gesteuerte Stereokameras bestimmten die Flugaktivität im Rotorbereich, während ein spezialisiertes Vogelradar das Zuggeschehen aufzeichnete. Durch den Vergleich beider Datensätze konnten wir Ausweichraten präzise berechnen. Zusätzlich suchten wir gezielt nach Kollisionsopfern. So entstand ein umfassendes Bild des tatsächlichen Kollisionsrisikos von Zugvögeln an Windenergieanlagen,“ fasst Dr. Jorg Welcker, Leiter Forschung und Entwicklung bei der BioConsult SH GmbH & Co. KG, die Studie zusammen ...
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28. November 2007
(INES 2) Akw Ascó, ESP
Freisetzung von radioaktiver Strahlung in die Umwelt bedeutet INES 3 ...
AtomkraftwerkePlag
Ascó (Spanien)
Im Oktober 2021 genehmigte die spanische Regierung eine Verlängerung der Betriebsbewilligung für Ascó-1 und -2 bis 2030 bzw. 2031.
Austritt radioaktiven Wassers
Im AKW schienen im November 2007 erschreckende Zustände zu herrschen. Radioaktive Partikel wurden über die Ventilation freigesetzt und gelangten auch zu Häusern und zum Fluss Ebro. Die Betreiber gestand das Leck erst Monate später ein, nachdem Umweltschutzorganisationen an entsprechende Informationen gelangt waren. Dutzende Schulklassen hatten das AKW in der Zwischenzeit besichtigt. Gegen die Verantwortlichen wurde ein Verfahren eröffnet. Im April 2011 liefen 25.000 Liter radioaktiven Wassers aus dem Kühlkreislauf aus, es mussten 14 Arbeiter dekontaminiert werden.
[...] Wegen des Vorfalls von 2007 mussten die Betreiber 15,4 Mio. Euro Strafe zahlen. 2011 wurde aufgedeckt, dass aus dem AKW Ascó 233 Behälter mit radioaktivem Müll verloren gegangen waren. Es wurden eine Untersuchung und Sanktionsverfahren gegen die Betreiber eingeleitet. 2017 wurden die Betreiber zu einer Strafe von 1,1 Mio. Euro verurteilt.
Wikipedia de
Kernkraftwerk Ascó
Störfälle
Bei einem Vorfall am 28. November 2007 sind radioaktive Partikel von insgesamt 84,95 Millionen Becquerel in die Umwelt gelangt. Die Betreibergesellschaft hat aber erst am 4. April 2008 die Aufsichtsbehörden („Consejo de Seguridad Nuclear“, CSN) in Kenntnis gesetzt und das auch nur unvollständig. Am 15. April 2008 wurde der Störfall auf Stufe 2 der INES eingestuft ...
27. November
Debatte um "Familienunternehmer"
Diese Unternehmen verlassen Lobbygruppe wegen AfD-Kurs
Wie steht es um die Brandmauer in der deutschen Wirtschaft? Eine Annäherung des Verbands "Die Familienunternehmer" an die AfD zeigt: Nicht alle Mitglieder sind mit einem Schulterschluss mit der Partei einverstanden.
Mit der Entscheidung, sich für Gespräche mit der AfD zu öffnen, hat der Verband "Die Familienunternehmer" nicht nur eine Debatte darüber angestoßen, wie es um die Brandmauer in der deutschen Wirtschaft steht. Die Lobbygruppe hat auch bereits einige ihrer Mitglieder verprellt.
Die Interessensgemeinschaft hatte im Oktober zu einem Parlamentarischen Abend in einer Niederlassung der Deutschen Bank in Berlin erstmals auch Vertreter der AfD eingeladen. Präsidentin Marie-Christine Ostermann sagte dem "Handelsblatt", das "Kontaktverbot" zu AfD-Bundestagsabgeordneten sei aufgehoben worden. Die Deutsche Bank hat für diese Veranstaltung Räumlichkeiten zur Verfügung gestellt, hatte aber laut einem Unternehmenssprecher keine Kenntnis von der Gästeliste und auch keinen Einfluss darauf. Aus Kreisen heißt es, man ist übereingekommen, die Räumlichkeiten künftig dem Verband nicht mehr zur Verfügung zu stellen. Während einige Unternehmen daraufhin ihre Mitgliedschaft überprüfen wollen, haben andere bereits ihren Austritt bekannt gegeben. Eine Übersicht.
Unternehmen, die aus dem Verband ausgetreten sind:
Harald Christ
Drogeriekette Rossmann
Hausgerätehersteller Vorwerk
Limohersteller Fritz Kola
Werbeagentur TAS Emotional Marketing
Unternehmen, die ihre Mitgliedschaft überprüfen:
Kaffeespezialist Melitta
Schuhhändler Deichmann
Bauunternehmen Goldbeck
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Plan für mehr Ackergifte
EU-Kommission erwägt unbefristete Zulassung für Pestizide
Die Behörde diskutiert, Pestizide künftig grundsätzlich ohne Ablaufdatum zu erlauben. Eine solche Regel gefährde Mensch und Natur, sagen Umweltschützer.
Die zuständige Generaldirektion der EU-Kommission hat vorgeschlagen, zugelassene Pestizide grundsätzlich nicht mehr regelmäßig auf ihre Sicherheit hin zu überprüfen. In einem vom Nachrichtenportal Euractiv veröffentlichten Entwurf der Kommissionsabteilung für Gesundheit heißt es, „es wird vorgeschlagen, dass die Zulassungen von Wirkstoffen sowie die Genehmigungen der sie enthaltenden Produkte grundsätzlich unbefristet erteilt werden“.
Ausgenommen hiervon sollen bestimmte Wirkstoffe sein, „die im Hinblick auf die Gesundheit von Menschen oder Tieren oder die Umwelt Anlass zur Besorgnis geben“. Bereits im September hatte der ungarische EU-Kommissar Olivér Várhelyi, der die Generaldirektion unterstellt ist, gefordert, bestehende Wirkstoffzulassungen grundsätzlich nicht mehr regelmäßig zu überprüfen.
[...] Das Pestizid-Aktionsnetzwerk kritisiert, der Vorschlag würde Industrieinteressen über Gesundheit und Umwelt stellen. „Wir erleben einen beispiellosen Angriff auf Umwelt, Gesundheit und Natur – unter dem Vorwand, Bürokratie abzubauen“, schreibt das Umweltinstitut München. Der Verein hat für seine Onlinepetition „Hände weg von unseren Schutzstandards!“ bereits rund 20.000 Unterstützer gesammelt.
Eine Sprecherin der EU-Kommission teilte der taz mit, dass die Behörde keine „keine geleakten Dokumente“ kommentiere. Sie werde im Dezember ein „Omnibus-Paket“ zum Thema vorlegen, also ein Sammelgesetz, das mehrere Änderungen in einem Vorschlag bündelt. Ziel sei, „die regulatorischen Anforderungen für Pflanzenschutzmittel zu vereinfachen“. Unter keinen Umständen würden die dann vorgeschlagenen Änderungen „das hohe Schutzniveau der EU für die Gesundheit von Menschen oder die Umwelt verringern“.
Fraglich ist, ob sich Kommissar Várhelyi gegen die anderen Kommissare durchsetzen kann. Nur dann würde die EU-Kommission dem Europäischen Parlament und dem Rat der Mitgliedstaaten den Gesetzentwurf schicken. Dieser dürfte nur in Kraft treten, wenn beide Gremien zustimmen.
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Früheres AKW in Brandenburg
Der lange und teure Rückbau in Rheinsberg
Seit 30 Jahren bauen Beschäftigte im brandenburgischen Rheinsberg das erste Kernkraftwerk der DDR zurück. Der Rückbau soll bereits 850 Millionen Euro gekostet haben - und dürfte weitere 20 Jahre dauern.
Am Tor zum Kernkraftwerk Rheinsberg im Kreis Ostprignitz-Ruppin in Brandenburg prangen eine Friedenstaube und ein Atomsymbol. Sie erinnern an ein strahlendes DDR-Erbe, das heutige Generationen seit Jahrzehnten beschäftigt. Bereits seit dreißig Jahren bauen Beschäftigte eines bundeseigenen Unternehmens im Wald nahe der Mecklenburgischen Seenplatte die radioaktiven Relikte des Atomzeitalters ab.
Damit verschwindet das erste Atomkraftwerk des ehemaligen Arbeiter- und Bauernstaates, das das SED-Regime stolz auf dem damaligen Zehn-Mark-Schein verewigen ließ. Offiziell hatte das erste wirtschaftlich genutzte Kernkraftwerk auf deutschem Boden am 9. Mai 1966 seinen Betrieb aufgenommen. Neun Jahre vorher hatten DDR-Bürger mit dem Bau begonnen - unterstützt von der Sowjetunion.
"Komplexer, aufwändiger Prozess"
"Damals in den 1960er Jahren war man noch nicht so weit, dass man von hinten gedacht hat, wie man später auch die Anlage zurückbauen kann", sagt der kaufmännische Geschäftsführer des Entsorgungswerks für Nuklearanlagen (EWN), Markus Lindner. Er verantwortet die Arbeiten. "Das ist ein sehr komplexer, aufwändiger Prozess." Allein 70.000 Tonnen Beton müssten die Beschäftigten auf Radioaktivität untersuchen - überwacht von der Atomaufsicht und durch Strahlenschützer, erklärt Lindner.
[...] Milliardenkosten für Rückbau
In Brandenburg schätzt der EWN-Geschäftsführer, dass es noch bis Mitte der 2040er Jahre dauern werde, das Kernkraftwerk dort komplett zu entsorgen. Und das wird teuer: Laut seiner Schätzung wird der gesamte Rückbau mindestens 1,5 Milliarden Euro kosten. 130 Menschen arbeiteten momentan daran mit, erzählt Markus Lindner. Personal und Budget seien problematisch, meint der Chef des bundeseigenen Unternehmens. Früher hätten in dem Kernkraftwerk bis zu 650 Menschen gearbeitet. Während der Corona-Pandemie sei der Haushalt aber angespannt gewesen.
"Wir mussten 20 Leiharbeiter nach Hause schicken", sagt der Chef. Jetzt sei es schwierig, Nachwuchs zu finden. Lindner warnt auch vor technischen Herausforderungen: "Wir wissen nicht, was uns erwartet beim Rückbau." Deswegen müssten seine Beschäftigten nach neuen Messwerten für die Radioaktivität die bestehenden Pläne immer wieder anpassen. Die Geschichte des Atomkraftwerks in Rheinsberg dürfte also noch lange nicht abgeschlossen sein.
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Am Freitag wird der Kriegshaushalt verabschiedet
Nach vielen Jahrzehnten wirtschaftlicher Dominanz, die zunehmend bröckelt, will Deutschland nun militärisch zur Supermacht werden. Dazu sollen Gelder bereitgestellt werden, die noch vor kurzer Zeit als absurd und unseriös galten. Der Bundeshaushaushalt für 2026, der Ende November verabschiedet wird, zeigt den Weg auf.
Wir kennen das jährliche Prozedere: Es wird davon gesprochen, dass die „fetten Jahre vorbei sind“, wir uns den Sozialstaat so nicht mehr leisten können. Dann wird vom Sparen gesprochen, vor Verschuldungen gewarnt. Die Schwarze Null muss stehen, die Schuldenbremse ist zum Dogma einer ganz großen Koalition geworden. Bildung, Infrastruktur, selbst Sicherheit sind dabei immer mehr unter die Räder gekommen, die Staatsinvestitionen fielen zu gering aus, die Wirtschaft stottert in immer mehr Bereichen. Dennoch wurden einseitige Lobbygeschenke und Subventionen verteilt und natürlich stieg die Höhe des Gesamthaushaltes an. 2025 waren es 490 Milliarden Euro.
Der Haushalt 2026 – nicht nur die übliche Täuschung
Mittlerweile völlige Normalität, dass die Gewaltenteilung sich auflöst, selbst beim Haushalt. Er wird zwar noch vom Bundestag verabschiedet, aber er stellt ihn nicht auf, greift nicht entscheidend ein, diskutiert stattdessen über Nebenposten und Nebelkerzen. Das einstige „Königsrecht des Parlaments“ ist zu einer ritualisierten Abnicker-Pflichterfüllung geworden. Dabei geht es beim Geld um die wirkliche Ausrichtung der Politik, jenseits aller Versprechen und Fensterreden. Was wird investiert, wo fließen Gelder zusätzlich rein, wo wird gekürzt? Hier zeigt sich die Machtkonzentration auf ganz wenige Politiker. Absprachen gibt es nur mit einflussreichen Lobbys.
Dies alles erleben wir auch bei der Aufstellung des Haushalts für 2026. Die größte Nebelkerze war die Debatte um das Bürgergeld. Und überhaupt würde der Posten „Arbeit und Soziales“ völlig aus dem Ruder laufen. Allein beim Bürgergeld tönte die Union, könnte man Summen zweistelliger Milliardenhöhe einsparen. Trotz der Verschärfung des Bürgergeldes liegen die Einsparungen am Ende deutlich unter 100 Mio. Von den 197 Milliarden im Bereich „Arbeit und Soziales“ fließt der Löwenanteil in die Rentenversicherung und die Grundsicherung im Alter. Und das sind sicher keine „Almosen“, denn das Geld steht den Rentnern zu, sie haben ihr Leben lang in die Rentenkasse eingezahlt. Eine notwendige Debatte wäre eher die über das Rentenniveau, was in Deutschland beschämend bei unter 50% und in Österreich bei 80% liegt. Grundsätzlich wurden die heiligen Kühe Schuldenbremse und schwarze Null geschlachtet, aber nur für die Militärausgaben. Ansonsten heißt es noch mehr einsparen und die höchste Verschuldung überhaupt zu verursachen.
[...] Deutschland lag schon jahrelang bereits auf dem siebten Platz der Nationen mit den weltweit höchsten Militärausgaben. In Europa gab nur Großbritannien mehr aus. 2026 wird Deutschland aber dann um drei Ränge, auf den vierten Platz aufrücken. Solche Ausgaben leisten sich nur Länder, die sich im Krieg befinden – oder einen vorbereiten. Auf die Militärmacht soll sich unser Stolz und auf den Feind unsere Angst richten. Wer das hinterfragt, Fakten und Zahlen aufdeckt, wird diffamiert und aussortiert. Wer diesen Moralanspruch universal auf andere Mächte, auf die Welt ausweiten möchte gilt als staatszersetzender Spinner. Am Ende wundern sich dann viele, dass die Menschen das Vertrauen in die Politik verlieren und nicht mehr bereit sind die breite politische „Mitte“ zu unterstützen. Ein wirkliches Maß und Mitte würde ich mir gerade bei diesem wichtigen Thema wünschen. Hier geht es um Krieg und Frieden, um Korruption und Täuschung, um Demokratie und Totalitarismus. Da dürfen und müssen wir mehr erwarten.
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Die oberflächlichen Versprechungen kleiner modularer Reaktoren
Wie Frankreich Milliarden in eine riskante Technologie pumpt
Paris - Frankreich präsentiert sich als Vorreiter einer neuen nuklearen Revolution. Im Rahmen der Investitionsinitiative Frankreich 2030 fließen über eine Milliarde Euro in Projekte für sogenannte Small Modular Reactors (SMR). Die zuständige Industrie vermarktet sie als innovative, flexible Lösung für Klimaschutz und Energiesicherheit. Doch laut der neuen Ausgabe des World Nuclear Industry Status Report (WNISR) handelt es sich bei vielen dieser Projekte eher um ein „Potemkinsches Dorf“ – ein fortschrittsgetriebenes Trugbild mit dünner Realitätsbasis.
„Papierreaktoren“ statt Energiewende
Trotz gewaltiger öffentlicher Subventionen existiert in Frankreich bislang nur ein einziger SMR, für den überhaupt erst ein Genehmigungsantrag bei der Atomaufsicht ASNR eingereicht wurde. Viele angekündigte Modelle sind nicht mehr als Konzeptpapiere. Dennoch dominieren sie Schlagzeilen und Förderprogramme.
Seit Präsident Emmanuel Macron 2022 einen industriellen SMR-Prototyp bis 2030 versprach, fließen Gelder im großen Maßstab. Elf Projekte wurden in der ersten Ausschreibungsrunde „Innovative Kernreaktoren“ ausgewählt – vier davon stammen direkt aus dem Forschungsimperium des CEA (Commissariat à l'énergie atomique). Insgesamt erhalten neun Projekte technische Unterstützung durch den CEA; dazu wurden Machbarkeitsstudien für neue Reaktormodule gestartet.
Doch die Vorreiterrolle des CEA hat Schattenseiten: Budget- und Terminüberschreitungen gehören zur Routine. Der Forschungsreaktor Jules Horowitz gilt als Beispiel für institutionelles Scheitern – 18 Jahre Verzögerung, Kostenanstieg von 630 Millionen auf 6 Milliarden Euro!
[...] Besonders heikel: Einige Konzepte basieren auf HALEU-Brennstoff (hoch angereichertes Uran mit 10–20 % Uran-235) oder Plutonium. Für diese Materialien existiert aus Proliferationsgründen kein kommerzieller Markt. Projektentwickler drängen deshalb darauf, dass der neue nationale Plan für radioaktive Materialien ihnen Zugang dazu ermöglicht.
Greenwashing statt Klimaschutz
Befürworter rechtfertigen die Milliardenzuschüsse mit dem Argument der schnellen Dekarbonisierung. Doch keines der Projekte kann vor 2050 kommerziell im großen Maßstab Energie liefern. Selbst optimistische Energieexperten halten SMRs daher für keine Lösung der Klimakrise.
[...] Frankreich investiert Milliarden in eine Technologie, deren Nutzen unbewiesen und deren Risiken hoch sind. Hinter dem futuristischen Narrativ der „nuklearen Start-up-Innovation“ offenbart sich ein System von Lobbydruck, Subventionsabhängigkeit und vielen technologischen Unsicherheiten.
26. November
Atomkraft: Warum die Entwicklungsbank in Asien jetzt Atomprojekte fördert
Die Bank will damit den wachsenden Energiebedarf in der Region decken – und folgt einem Trend, den auch die Weltbank einschlägt.
Während die Atomkraft in Deutschland kritisch betrachtet wird, erlebt sie in Asien einen Aufschwung. Das zeigt sich etwa daran, dass die Asiatische Entwicklungsbank (ADB) jetzt auch Atomprojekte fördern will.
Die in Manila ansässige Institution kündigte am Mittwoch an, dass jede Unterstützung strengen Bewertungen und den höchsten Standards in Bezug auf Sicherheit, Umweltschutz und soziale Schutzmaßnahmen unterliegen werde. Rund 3,8 Milliarden US-Dollar hatte sie im vergangenen Jahr für Energieprojekt zugesagt.
Kooperation mit internationaler Atomenergie-Organisation
Die ADB und die Internationale Atomenergie-Organisation (IAEO) haben eine Absichtserklärung unterzeichnet. Das Ziel: die Zusammenarbeit bei der friedlichen, sicheren und nachhaltigen Nutzung der Kernenergie in Asien und im Pazifikraum.
[...] Internationale Dynamik nimmt zu
Mit dem Abkommen folgt die ADB einer ähnlichen Entwicklung bei der Weltbank. Diese hatte im Juni 2025 ein langjähriges Verbot der Finanzierung von Kernkraftprojekten aufgehoben und ebenfalls eine Vereinbarung mit der IAEO unterzeichnet.
Laut IAEO beabsichtigen 37 Länder die Kernenergie in ihren nationalen Energiemix aufzunehmen. In Asien prüfen unter anderem Vietnam, die Philippinen, Indonesien, Malaysia, Thailand und Singapur den künftigen Einsatz von Kernenergie. Etablierte Kernkraftwerksbetreiber sind China, Indien, Japan und Südkorea.
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Atommüll von Jülich ins zentrale Zwischenlager ZZL Ahaus
Radioaktiver Müll
Schutzkonzept verschafft NRW Zeit bei Castortransporten
Düsseldorf · Eigentlich sollten die Castortransporte noch im November rollen. Doch die Erstellung eines Strahlenschutzkonzeptes zieht sich. Das entlastet die Polizei, die in der Adventszeit genügend andere Aufgaben hat.
Das NRW-Innenministerium ist Bedenken entgegengetreten, dass es bereits kurzfristig zu einem Castortransport von Jülich nach Ahaus kommen könnte. Ein Sprecher des Ministeriums erklärte auf Anfrage unserer Redaktion, die Kreispolizeibehörde Münster sehe „die Umsetzung einer durch eine externe Fachfirma erstellten Strahlenschutzkonzeption unter besonderer Berücksichtigung gesundheitlicher sowie arbeitsschutzrechtlicher Aspekte beziehungsweise Vorgaben für die Transporte vor“. Dabei würden die örtlichen und landesweiten Personalvertretungen eingebunden. „Erst wenn die polizeilichen Anforderungen an die Sicherheit der Transporte allseits erfüllt sind - hierzu gehört auch das ganzheitlich abgestimmte Strahlenschutzkonzept - kann eine konkrete Terminierung und Vorbereitung der Transporte erfolgen.“ Genau eine solches Sicherheitskonzept hatten die Polizeigewerkschaften in NRW eindringlich gefordert.
Ein Sprecher der Jülicher Entsorgungsgesellschaft für Nuklearanlagen (Jen) erklärte auf Anfrage, Details zu den möglichen Transportterminen würden als Verschlusssache eingestuft und könnten entsprechend nicht kommentiert werden.
Der BUND NRW versucht immer noch, die aus seiner Sicht unsinnigen Transporte gerichtlich zu stoppen. Am 18. November habe man eine sogenannte Zwischenverfügung beantragt, erklärte Geschäftsleiter Dirk Jansen. Dadurch will die Umweltorganisation erreichen, dass die Transporte nicht starten, ehe das Gericht über die Transportgenehmigung entschieden hat.
[...] Die Transporte selbst werden nach aktueller Planung der Jen rund 40 Millionen Euro an direkten Kosten verursachen. „Diese beinhalten nicht die Kosten der polizeilichen Begleitung, über die die Jen keine Informationen hat“, sagte ein Jen-Sprecher. Auf die Frage, welche Zusatzkosten durch eine Verzögerung der Transporte entstünden, sagte er, der Betrieb des Behälterlagers verursache Kosten von knapp zehn Millionen Euro pro Jahr. „Diese Kosten entfallen, sobald der letzte Behälter das Zwischenlager verlassen hat. Hierbei rechnen wir mit einer Gesamtdauer der Transporte von rund zwei Jahren. Verzögern sich die Transporte, müsste der Betrieb des Zwischenlagers weiter aufrechterhalten werden.“
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Neuer Adler, gleiche Faschos: Der Trick mit der AfD-Jugend
Die AfD plant, am Wochenende in Gießen (Hessen) ihre neue AfD-Jugend zu gründen. Im Gegensatz zur alten Parteijugend, der rechtsextremistischen “Jungen Alternative”, soll die “Generation Deutschland” (die neue Jugend wird wohl so heißen) eine in die AfD eingegliederte Jugendorganisation sein. Alle Mitglieder müssen zwingend AfD-Mitglieder sein. Die JA war gesichert rechtsextrem, eng vernetzt mit der Neonazi-Szene und sogar mit Terrorverdächtigen. Die neue AfD-Jugend ist nur auf dem Papier eine Neugründung – schon der designierte Chef ist ein altbekannter Rechtsextremer. Zur Gründung sind viele bekannte Akteure des rechtsextremen Vorfelds der AfD eingeladen.
Warum also die aufwändige Neugründung? Dabei handelt es sich zum Einen um einen Taschenspielertrick, um die fortlaufende Radikalisierung zu vertuschen. Zum Anderen soll die AfD-Jugend mehr unter die Kontrolle der rechtsextremen Partei gebracht werden. Hier die Belege und Hintergründe.
AfD-Jugend: Noch radikaler als die AfD
Die bisherige AfD-Jugend, die Junge Alternative für Deutschland (JA), wurde eigenständig gegründet und fungierte seit November 2015 als Jugendorganisation der Alternative für Deutschland (AfD). Sie war ursprünglich als unabhängiger Verein organisiert und radikalisierte sich viel schneller nach extrem rechts als die Mutterpartei. Die Junge Alternative vertrat schon früh einen völkischen Volksbegriff. Sie verbreitete auch die Neonazi-„Umvolkungs“-Verschwörungsthese (sogenannter „Großer Austausch“), sie diffamierte politisch Andersdenkende und verhöhnte demokratische Institutionen. Sie baute in allen Bundesländern Landesverbände auf, von denen auch aufgrund ihres Extremismus nach und nach eine Mehrheit vom Verfassungsschutz beobachtet wurde – die Jungen Alternativen Sachsen, Brandenburg, Sachsen‑Anhalt, Thüringen, und Mecklenburg‑Vorpommern sogar als „gesichert rechtsextrem“.
[...] Die gleichen Leute und Netzwerke
Dieses Wochenende soll also in Gießen die neue AfD- Jugend gegründet werden. Diese soll voll in die Partei integriert sein. Laut dem neuen Statut soll künftig jedes Mitglied der AfD im Alter von 16 bis 35 Jahren automatisch Mitglied der Jugendorganisation sein. Außerdem können ausschließlich eingetragene AfD-Parteimitglieder der Jugend beitreten ...
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Thüringer Verfassungsgerichtshof
Land darf Extremisten vom Referendariat ausschließen
Die Thüringer AfD ist mit ihrem Normenkontrollantrag gegen eine Regelung gescheitert, die es dem Land als Dienstherrn erlaubt, Extremisten nicht zum Referendariat zuzulassen. Das Vertrauen in die Justiz müsse geschützt werden, so das Gericht.
Extremisten dürfen in Thüringen vom Rechtsreferendariat ausgeschlossen werden. Konkret sei § 8 Abs. 1 Nr. 3 des Thüringer Gesetzes über die juristischen Staatsprüfungen und den juristischen Vorbereitungsdienst (ThürJAG) mit der Thüringer Verfassung vereinbar. Das hat der Thüringer Verfassungsgerichtshof (VerfGH) entschieden (Urt. v. 26.11.2025, Az. VerfGH 9/25).
Hintergrund des Verfahrens ist ein abstrakter Normenkontrollantrag der AfD-Fraktion im Landtag, LTO berichtete. § 8 ThürJAG regelt mehrere Tatbestände, wann der Zugang zum Referendariat zu versagen ist. Beispielsweise ist das der Fall, wenn ein Bewerber bereits zu einer Freiheitsstrafe von mindestens einem Jahr verurteilt worden ist oder in einem anderen Bundesland die Prüfungen des Zweiten Staatsexamens endgültig nicht bestanden hat.
Vor dem VerfGH ging es nun konkret um Abs. 1 Nr. 3 der Norm. Danach ist die Zulassung zum Vorbereitungsdienst zu verwehren, wenn Bewerber "gegen die freiheitlich demokratische Grundordnung im Sinne des Grundgesetzes tätig sind." Die AfD hatte argumentiert, dies verletze das Grundrecht auf Berufsfreiheit gemäß Art. 35 Abs. 1 S. 1 Verfassung des Freistaats Thüringen (ThürVerf). Schon in der mündlichen Verhandlung Anfang September hatte sich abgezeichnet, dass dieser Punkt für das Gericht für die Entscheidung von zentraler Bedeutung sein würde.
[...] Außerdem entschied vor gut einem Jahr das Bundesverwaltungsgericht (BVerwG), dass Bewerber für den juristischen Vorbereitungsdienst Mindestanforderungen an eine Verfassungstreuepflicht erfüllen müssen. Daran fehle es, wenn sie sich aktiv gegen die freiheitlich-demokratische Grundordnung betätigen. Der konkrete Fall betraf einen Parteifunktionär von "Der III. Weg" (Urt. v. 10.10.2024, Az. BVerwG 2 C 15.23). Die Entscheidung wurde bei LTO sowohl kritisch als auch eher positiv kommentiert.
Das Verwaltungsgericht Koblenz hatte zuletzt einen Fall zu entscheiden, der ebenfalls in diese Richtung geht. Dabei bestätigte das Gericht das Land Rheinland-Pfalz, das einen Diplom-Juristen nicht zum Referendariat zugelassen hatte, weil er zeitweise Mitglied der AfD-Jugendorganisation war und menschenverachtende Texte veröffentlicht hatte. Den Ausschluss hatte das Land Rheinland-Pfalz als Dienstherr ebenfalls auf eine entsprechende Norm in seinem Juristenausbildungsgesetz gestützt.
25. November
Pressemitteilung der Bürgerinitiative Umweltschutz Lüchow-Dannenberg e.V.
Das Bundesumweltministerium will die Endlagersuche optimieren – BI befürchtet Abstriche beim wissenschaftsbasierten Verfahren und sieht Wende um 180 Grad
Was wird aus dem Grundsatz „Sorgfalt vor Eile“, was wird aus der Beteiligung der Zivilgesellschaft bei der Endlagersuche und gibt es Abstriche beim vergleichenden wissenschaftsbasierten Suchverfahren der BGE? Mit Spannung wurde auf dem 4. Endlagerforum, das am Wochenende in Hannover ausgerichtet wurde, der Vorschlag zur „Optimierung und Beschleunigung“ bei der Endlagersuche aus dem Bundesumweltministeriums erwartet.
Ministeriumsvertreter Dr. Lars Beyer erläuterte, wie das Suchverfahren für die Lagerung hochradioaktiver Abfälle aus BMUKN-Sicht deutlich verkürzt werden könne, ohne dass Beteiligungsrechte der betroffenen Regionen tangiert würden. Eine zeitliche Vorgabe für die Benennung des potentiellen Standorts will das BMUKN nicht mehr nennen, aber die Zahl 2031 aus dem Standortauswahlgesetz (StandAG) streichen, weil sich das längst als unrealistisch erwiesen hat.
[...] Ob eine Straffung des Suchverfahrens ohne die Einschränkung von Einspruchsmöglichkeiten und Klagerechten der Zivilgesellschaft möglich ist, schien einer Vielzahl von Debattierenden zweifelhaft.
Ehmke hinterfragte vor allem den angestrebten Verzicht auf Erkundungsbergwerke, die bisher für Salzstöcke wegen ihrer komplizierten Innenstruktur als unabdinglich angesehen wurden:
„Jahrzehntelang wurde uns erklärt, welche vorteilhaften Eigenschaften Salzstöcke als Endlagermedium hätten und dass es ohne ein Erkundungsbergwerk wie in Gorleben nicht ginge. ´Vor der Hacke ist es duster´, dieser Satz hat sich uns eingeprägt. Das wäre eine Wendung um 180 Grad.“
Jetzt wird die Erkundung von Salzstöcken durch ein Erkundungsbergwerk nur noch als optional angesehen.
Die Vermutung liege nahe, dass es im fortschreitenden Verfahren zu einer Priorisierung der Endlagergesteine kommt: Rutscht Salz in steiler Lage ans Ende der Vorschlagsliste, dann könnte auf eine aufwendige Erkundung durch ein Bergwerk verzichtet werden. Einen entsprechenden Vorschlag hatte die Entsorgungskommission (ESK), das ministerielle Beratergremium, bereits vor einem Jahr unterbreitet und bezeichnender Weise die ESK soll noch in diesem Jahr zu den neuen Plänen für die Novelle des StandAG Stellung nehmen. Die BI sieht darin einen „Beschleunigungsschachzug“.
Der BI-Sprecher Ehmke erinnerte deshalb an die schlechte Praxis der Gefälligkeitsgutachten und forderte das BMUKN auf, an der gleichrangigen wissenschaftsbasierten Betrachtung der drei Endlagergesteine festzuhalten:
„Es ist sehr durchsichtig, dass Salz in steiler Lagerung und Kristallin nur deshalb aussortiert werden könnten, um Zeit zu sparen.“
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Debatte über die Atompolitik der Regierung
Zustimmung zur Wiederinbetriebnahme von Kashiwazaki-Kariwa weckt Misstrauen gegenüber TEPCO
Vierzehn Jahre nach der Reaktorkatastrophe von Fukushima darf der Energieversorger Tokyo Electric Power Company (TEPCO) wieder ein Atomkraftwerk betreiben. Der Gouverneur der Präfektur Niigata, Hideyo Hanazumi, stimmte der Wiederinbetriebnahme des Kernkraftwerks Kashiwazaki-Kariwa zu. Die Entscheidung stößt allerdings auf Kritik.
TEPCO war nach der dreifachen Kernschmelze von 2011 in Fukushima verpflichtet worden, Entschädigungen zu zahlen und den Rückbau der Unglücksreaktoren zu leiten. Nun soll das Unternehmen wieder Strom erzeugen dürfen. Nach dem Beschluss Hanazumis sollen die Reaktoren 6 und 7 in Kashiwazaki-Kariwa, einem der weltweit größten Kernkraftwerke, in Betrieb gehen. Die Zustimmung erfolgte, obwohl eine Umfrage in Niigata ergab, dass etwa 56 Prozent der Befragten die Sicherheitsvoraussetzungen für eine Wiederaufnahme des Betriebs als unzureichend ansehen.
Sicherheitsbedenken der Anwohner werden ignoriert
Gouverneur Hanazumi begründete seine Entscheidung damit, dass die Energieversorgung Japans langfristig gesichert werden müsse. Zugleich räumte er ein, dass es in der Bevölkerung große Vorbehalte gebe. Der Bürgermeister von Nagaoka, Tatsunobu Isoda, sprach sich offen gegen die Wiederinbetriebnahme aus und verwies auf fehlende Evakuierungsrouten und unzureichende Katastrophenschutzmaßnahmen, insbesondere angesichts der schneereichen Winter in der Region.
Das Kernkraftwerk Kashiwazaki-Kariwa verfügt über sieben Reaktoren und gilt mit einer installierten Leistung von rund 8,2 Gigawatt als größtes Atomkraftwerk der Welt. Die betroffenen Reaktoren 6 und 7 sind vom Typ ABWR (Advanced Boiling Water Reactor).
Kritiker werfen der Präfektur vor, die Sicherheitsbedenken der Anwohner zu ignorieren. Auch die japanische Atomaufsicht (Nuclear Regulation Authority, NRA) hatte bereits 2017 zwar bestätigt, dass die Reaktoren den verschärften Sicherheitsstandards entsprächen, zugleich aber Zweifel an der Eignung TEPCOs geäußert, ein Atomkraftwerk verantwortungsvoll zu betreiben.
TEPCO unter Beobachtung der Aufsichtsbehörden
TEPCO stand in den vergangenen Jahren mehrfach wegen Sicherheitsmängeln in der Kritik. 2021 untersagte die NRA dem Konzern vorübergehend den Betrieb von Atomkraftwerken, nachdem unbefugte Personen Zugang zu sensiblen Sicherheitsbereichen erhalten hatten und mehrere Überwachungssysteme deaktiviert worden waren. Das Verbot wurde im Dezember 2023 aufgehoben, nachdem TEPCO neue Sicherheitsmaßnahmen eingeführt und Schulungen für das Personal durchgeführt hatte ...
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10-fache Leistung aus Erdwärme dank überkritischem Wasser
Wegen der Eigenschaften von superheißem Wasser lassen sich Turbinen besser antreiben. Die Geothermie soll damit vorangetrieben werden.
Das Energieunternehmen Mazama Energy hat bekanntgegeben, dass eine erste Bohrung mit 3 km Tiefe eine Stelle mit einer Temperatur von knapp 600 K (330 °C) erreicht hat. Möglich ist dies, weil das zukünftige Geothermiekraftwerk am Vulkan Newberry in Oregon, USA, steht.
In der Nähe der vorhandenen Magmaströme, die deutlich über 1.000 °C heiß sind, lassen sich stabile Tiefenbohrungen ausführen. Dafür musste jedoch spezielles Bohrgerät entwickelt werden, dessen Elektronik solchen Temperaturen standhält.
Optimiert auf hohe Leistung und Skalierbarkeit
Im kommenden Jahr soll mit der ersten Bohrung bereits Strom erzeugt werden. Gleichzeitig sind noch größere Tiefen von annähernd 5 km geplant, um mindestens 670 K (400 °C) zu erreichen. Damit wäre das genutzte Wasser heiß genug, um den kritischen Punkt zu überschreiten, zumindest bei ausreichend hohem Druck im Bereich von 200 bar.
Dann befindet sich Wasser weder in flüssigem noch in gasförmigem Zustand. In dieser überkritischen Phase bleibt die Wärmekapazität pro Volumeneinheit hoch, während es sich eher wie ein Gas transportieren lässt.
[...] Damit ließe sich 150-mal mehr Strom erzeugen, als im Jahr des Berichts 2023 weltweit produziert wurde.
Die Idee gibt es dabei schon länger. Vor etwa 20 Jahren wurde auf Island damit begonnen, überkritisches Wasser in der Nähe von Magmakammern zu erzeugen, was ein Bericht der Zeit (Paywall) von 2008 ausführlich beschreibt.
Mittlerweile hat sich vor allem die Bohrtechnik weiterentwickelt. Aber auch der Ansatz mit dem thermalen Gitter und die Nutzung von Oberflächenwasser gelten als vielversprechend. Erdbeben stellen dagegen weiterhin das größte Risiko dar, zumal in geologisch aktiven Regionen. Laut Mazama Energy wurden bisher maximal Erschütterungen bis zu einer Stärke von 2,5 auf der Richterskala gemessen. Spürbar sind solche Beben nicht.
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Rüstungsexporte in die Emirate
Waffenlieferungen für hunderte Millionen
Die Bundesrepublik genehmigt Rüstungsexporte an die Emirate, wie eine Linken-Anfrage zeigt. Das Land soll sich am Sudan-Krieg beteiligen.
Deutschland hat in den vergangenen zweieinhalb Jahren Waffen für mehrere hundert Millionen Euro an die Vereinigten Arabischen Emirate geliefert. Das geht aus einer parlamentarischen Anfrage der Linksfraktion hervor, die der taz vorliegt. Demnach exportierten deutsche Firmen zwischen dem 1. Januar 2023 und Mitte Oktober dieses Jahres Rüstungsgüter im Wert von fast 245 Millionen Euro an den Golfstaat. Die Emirate stehen in der Kritik, weil sie an dem blutigen Krieg in Sudan beteiligt sein sollen und dort die Milizen der RSF mit Waffen versorgen.
Unter anderem hatten Recherchen des französischen Nachrichtensenders France24 nachgezeichnet, wie bulgarische Mörsergranaten über die Emirate in Sudan landeten. Amnesty International berichtete zudem über hochmoderne Waffen aus China, die über die Emirate im Norden Darfurs gelandet sein sollen.
Die Emirate weisen in einer Stellungnahme an die Vereinten Nationen die Vorwürfe der Waffenlieferungen zurück und betonen, lediglich humanitäre Güter nach Sudan zu liefern.
Für Max Mutschler vom Bonner Konfliktforschungsinstitut BICC ist das wenig glaubhaft. „Unter Rüstungsexperten bestreitet eigentlich kaum noch jemand die Lieferungen aus den Vereinigten Arabischen Emiraten in den Sudan“, sagte er der taz. Vor allem chinesische Haubitzen in den Händen der RSF, die bislang offiziell nur an die Emirate geliefert wurden, seien ein Indiz dafür. Auch die bulgarischen Mörsergranaten, für die es eine offizielle Endnutzererklärung der Abu Dhabis gebe, deuteten darauf hin.
Verstoß gegen das Waffenembargo 2004
Für Sudan gilt seit 2004 ein Waffenembargo der Vereinten Nationen, seit 2005 außerdem ein Waffenembargo der Europäischen Union. Auch die Weitergabe von Rüstungsgütern durch Drittstaaten an die Konfliktparteien in dem Land ist damit verboten ...
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Zwischen Abschaltung und GAU: Die nukleare Gratwanderung der Ukraine
Vier von neun ukrainischen Reaktoren laufen mit reduzierter Leistung. Wie ist die russische Angriffsstrategie und was bedeutet sie für die nukleare Sicherheit?
Ein bedeutender Teil der russischen Kriegsführung in der Ukraine betrifft die Energieanlagen. Sie zu zerstören, hat Priorität für Moskau, um Kiew die Gegenwehr unmöglich zu machen. Dabei zielt Russland auch auf die ukrainischen Atomkraftwerke. Diese dürfen jedoch nicht zerstört werden, wenn erhebliche radioaktive Kontaminationen oder gar ein GAU verhindert werden sollen.
Also treffen die Raketen und Drohnen die Schaltanlagen – jene Umspannwerke, über die die Meiler ihren Strom ins Netz einspeisen. Können die Kraftwerke ihre Energie nicht mehr abführen, müssen die Reaktoren gedrosselt oder abgeschaltet werden. Vier von neun ukrainischen Reaktoren laufen bereits auf reduzierter Leistung, wie die Internationale Atomenergiebehörde IAEA meldet.
Mehr hat die Ukraine nicht mehr: Von einst sechs Atomkraftwerken sind nur noch drei in Betrieb – Khmelnytskyi (zwei Reaktorblöcke), Rivne (vier Reaktorblöcke) und Süd-Ukraine (drei Reaktorblöcke).
Tschernobyl wurde nach der Katastrophe 1986 stillgelegt, das größte europäische Atomkraftwerk Saporischschja steht seit Kriegsbeginn 2022 unter russischer Kontrolle, seine sechs Reaktoren sind abgeschaltet. Die verbliebenen neun ukrainischen Reaktoren liefern mehr als die Hälfte des Stroms im Land.
[...] Fazit
Russlands Strategie richtet sich nicht gegen Reaktoren oder interne Systeme der Atomkraftwerke, sondern gegen die Einspeiseleitungen – jene Hochspannungsabgänge, über die die Meiler ihren Strom ins Netz abführen. Diese Leitungen liegen außerhalb der Sicherheitszonen der Atomkraftwerke.
Durch das Kappen dieser Einspeiseleitungen erzwingt Russland Leistungsreduktionen oder Notabschaltungen der Reaktoren, ohne direkt das Risiko eines nuklearen Zwischenfalls einzugehen ...
24. November
Orbans Atomdeal mit Putin: Washington gibt grünes Licht für Milliarden-Projekt
Das amerikanische Finanzministerium hat grünes Licht für Transaktionen mit russischen Banken gegeben, um die Erweiterung des ungarischen Atomkraftwerks Paks zu finanzieren. Die am Freitag veröffentlichte Genehmigung umfasst bedeutende russische Finanzinstitute wie die Zentralbank, Gazprombank, VEB, Sberbank und VTB.
Diese Entscheidung folgt auf eine bereits Ende Juni vom Office of Foreign Assets Control (OFAC) erteilte “allgemeine Genehmigung” für bestimmte Transaktionen im Bereich der zivilen Kernenergie, die ursprünglich bis zum 19. Dezember dieses Jahres befristet war.
Der ungarische Regierungschef Viktor Orban hatte die Aufhebung der Sanktionen für das Paks-Erweiterungsprojekt bereits Anfang des Monats angekündigt. US-Außenminister Marco Rubio stellte später klar, dass die Genehmigungen für die Finanzierung von Paks 2 unbefristet gelten werden. “Unser Ziel ist, dass Ungarn den Bau abschließen kann, um energieunabhängig zu werden”, erläuterte Rubio laut Angaben der russischen Nachrichtenagentur Interfax.
[...] Diversifizierte Versorgung
Ab 2028 wird Westinghouse in Europa produzierten Kernbrennstoff für die VVER-Reaktoren in Paks an MVM liefern. “Mit einer diversifizierten Brennstoffbeschaffung reduzieren wir externe Abhängigkeiten und sichern Vorhersehbarkeit sowie bezahlbare Energiepreise für Familien und Unternehmen”, betonte MVM-Geschäftsführer Karoly Matrai bei der Vertragsunterzeichnung.
Tarik Choho, Leiter der Westinghouse-Abteilung für Kernbrennstoffhandel, hob hervor, dass sein Unternehmen mit diesem Abkommen nun sämtliche europäischen Kernkraftwerke mit VVER-Reaktoren beliefere.
Westinghouse habe bereits Geschäftsbeziehungen zu Kernkraftwerken in Tschechien, der Slowakei, Bulgarien und Finnland aufgebaut, wie der Leiter der ungarischen Gruppe erklärte.
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Per Los zur Bundeswehr
Linke-Chef „lost“ Philipp Amthor für Wehrpflicht aus
Bei einer Pressekonferenz machte Jan van Aken auf die Folgen eines möglichen Wehrdienst-Losverfahrens aufmerksam. Er „loste“ drei junge Abgeordnete aus.
Jan van Aken sorgte bei einer Pressekonferenz am Montagnachmittag mit einer skurrilen Aktion für Aufmerksamkeit. Der Linke-Chef holte eine Lostrommel mit bunten Kugeln hervor und „loste“ aus einem Topf von Politikern von Union und SPD drei junge Abgeordnete für die Wehrpflicht aus. Die Aktion war eine Antwort auf den vor wenigen Tagen beschlossenen neuen Wehrdienst, der ein Losverfahren beinhalten könnte, sollten sich nicht genug Freiwillige finden.
In der Lostrommel waren 25 Kugeln, in denen sich 25 Namen junger Abgeordneter aus der Regierungskoalition befanden. Van Aken drehte die Trommel mit den bunten Kugeln. Auf dem Zettel in der ersten gezogenen Kugel stand der Name des 29-jährigen CDU-Politikers Nicklas Kappe. „Du hast einen Monat im Schützengraben gewonnen“, sagte van Aken und hielt den kleinen Zettel in die Kamera. „Ich sag’ dir jetzt schon, Nicklas Kappe, meine Kinder kriegst du nicht!“
Die Linke will zur Anlaufstelle für Verweigerer werden
In der nächsten Kugel befand sich der Name des JU-Chefs Johannes Winkel. „Welcome to the team“, kommentierte van Aken. „Ich finde, auch die CDU- und SPD-Abgeordneten können sich freuen, dass das hier nicht russisches Roulette ist.“ Das Losverfahren sei die viel zivilere Variante, um Menschen auszuwählen, so van Aken ironisch. Als Letzter wurde der 33-jährige CDU-Politiker Philipp Amthor gezogen. „Wir freuen uns, dass Philipp Amthor sich jetzt erst mal Erfahrung an der Front holen kann“, sagte van Aken spöttisch. Danach solle er noch einmal in Ruhe darüber nachdenken, ob er wirklich zustimmt, dass junge Menschen zum Dienst an der Waffe gezwungen werden. „Ich finde, das sollte nicht sein“, bekräftigte van Aken ...
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Viele Frauen und Kinder
Forscher gehen von mehr als 100.000 Toten im Gazakrieg aus
Die einzige offizielle Quelle zu Todeszahlen im Gaza-Krieg ist das von der Hamas kontrollierte Gesundheitsministerium. Hochrechnungen des deutschen Max-Planck-Instituts zufolge sind die tatsächlichen Zahlen womöglich weitaus höher.
Die Zahl der getöteten Palästinenser im Gaza-Krieg ist nach Berechnungen von Forschern deutlich höher als bislang angenommen. Das berichtet die "Zeit" unter Berufung auf Ergebnisse des Max-Planck-Instituts für demografische Entwicklung in Rostock. Demnach sind mindestens 100.000 Menschen in den beiden Kriegsjahren getötet worden. Derzeit herrscht eine Waffenruhe zwischen Israel und der Terrororganisation Hamas.
"Die tatsächliche Zahl der Toten werden wir nie genau kennen", sagte Irena Chen, Co-Leiterin des Projekts, der Zeitung. "Wir versuchen nur, möglichst gut zu schätzen, was eine realistische Größenordnung sein könnte."
Die einzige offizielle Quelle für die Anzahl der Toten ist das Gesundheitsministerium im Gazastreifen. Demnach sind bislang 67.173 Menschen im Krieg getötet worden. Weil die Behörde von der Hamas kontrolliert wird, gibt es Zweifel an den Angaben. Belege für eine Manipulation der Zahlen gibt es zugleich nicht. Mehrere Untersuchungen legten hingegen bereits nahe, dass das Gaza-Gesundheitsministerium sogar eher konservativ zählt.
Für ihre Hochrechnung berücksichtigten die Wissenschaftler des Max-Planck-Instituts in Rostock neben den Daten des Gesundheitsministeriums auch Angaben von unabhängigen Haushaltsbefragungen und Todesmeldungen aus sozialen Medien. Die genaue Methode legten sie in einem Artikel der Fachzeitschrift "Population Health Metric" dar. Seit dem Überfall der Hamas auf Israel am 7. Oktober 2023 bis zum 6. Oktober dieses Jahres sind demnach zwischen 99.997 und 125.915 Menschen bei den Kämpfen im Gazastreifen getötet worden. Die mittlere Schätzung beträgt 112.069 Menschen ...
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Aktionstag angekündigt: Friedensbewegung mobilisiert gegen Wehrpflicht-Pläne
Die Friedensbewegung kündigt einen bundesweiten Aktionstag an. Auch Gewerkschafter und Studenten wehren sich gegen Militarisierung.
Die Bundesregierung will das Land "kriegstüchtig" machen, wie es Minister Pistorius formulierte. Dazu werden nicht nur Rüstungsbetriebe gefördert oder Firmen auf die Kriegsgüter umgestellt, sondern auch an den Universitäten soll militärische Forschung vorangebracht werden.
Dagegen gibt es zunehmend Proteste. So haben die Ver.di-Mitglieder bei der FU Berlin eine friedenspolitische Resolution "Uni in der Zeitenwende" beschlossen. Sie wehren sich gegen eine Militarisierung der Wissenschaftseinrichtungen.
"Die Entscheidungen über Krieg, Rüstung und Wehrpflicht werden von Menschen getroffen, die selbst niemals an der Front stehen werden. Es sind auch nicht deren Kinder, die im Ernstfall den Kopf hinhalten, sondern wir Auszubildende, Lohnabhängige, Studierende und prekär Beschäftigte", so der Mitgliederbeschluss.
Zivilklauseln sollen verhindern, dass Hochschulforschung für militärische oder rüstungsbezogene Zwecke genutzt wird, etwa durch eine Selbstverpflichtung zur Forschung für friedliche Zwecke.
[...] Länder wie Israel und die USA setzen erfolgreich und synergetisch in einem zivil und militärisch geprägten Ökosystem Forschung in technologische Innovation um."
Druck will das Ministerium über "Förderanreize für die verstärkte Kooperation zwischen ziviler und militärischer Forschung in geeigneten Bereichen" ausüben.
[...] Schülern muss klar sein, dass Proteste gegen die Militarisierung Folgen haben können. Das zeigt der Fall eines 18-jährigen Schülers aus Freiburg. Er wird demnächst vor Gericht stehen, da ihn ein Bundeswehrangehöriger angezeigt hat.
Der Vorwurf: Er soll die Bundeswehr beleidigt haben, indem er in der Schulzeitung Memes veröffentlichte, die Militarisierung und rechte Strukturen im Militär kritisieren.
Der Vorfall ereignete sich bereits im Februar 2025 nach einer Schulveranstaltung am Angell-Gymnasium in Freiburg: Ein Jugendoffizier der Bundeswehr war zu Besuch an der Schule.
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Klimagipfel COP 30 in Brasilien
"Wir steuern auf drei Grad Erwärmung zu"
Klimaschutz geht für Mojib Latif auch ohne große Konferenzen – aber nur durch Energiewende, nicht durch CO2-Entnahme. Nach 30 weitgehend erfolglosen UN‑Gipfeln fordert der Klimaforscher neue Formate.
Klimareporter°: Herr Latif, wie bewerten Sie den UN-Klimagipfel COP 30 in Belém? Hat es sich gelohnt, 50.000 Delegierte und Beobachter:innen dafür zum Amazonas-Regenwald zu fliegen?
Mojib Latif: Der Gipfel war ein Offenbarungseid, wie so viele vor ihm. Die Staatengemeinschaft versagt komplett bei der Begrenzung der Erderwärmung. Die Weltklimakonferenzen verkommen zu einem Ritual und Spektakel, ohne dass man in Sachen Klimaschutz nennenswert vorankäme.
Wie kann es denn sein, dass in der Abschlusserklärung eines Klimagipfels ein zentrales Thema, der Fahrplan zum Ausstieg aus den fossilen Energien, nicht einmal auftaucht?
Das liegt an der Struktur der UN-Konferenzen. Abschlusserklärungen müssen einstimmig verabschiedet werden, jedes Land hat ein Vetorecht. Gerade die ölproduzierenden Länder haben kein Interesse an dem Ausstieg aus den fossilen Brennstoffen und verhindern Fortschritte. Außerdem fallen jetzt auch noch die USA beim Klimaschutz aus und fördern verstärkt die fossilen Energien.
Hätten die Befürworter des Ausstiegsplans, darunter die meisten EU-Staaten und auch Deutschland, den Gipfel da nicht besser scheitern lassen? Um zu signalisieren: So geht es nicht.
Das hätte nichts gebracht. Die internationale Klimadiplomatie liegt am Boden. Wir müssen uns neue Strategien überlegen, um eine gefährliche globale Erwärmung noch zu verhindern. Mit den Weltklimakonferenzen allein kommen wir nicht weiter. Ich fordere schon lange, dass Länder, denen Klimaschutz wichtig ist, eine "Allianz der Willigen" bilden und vorangehen. So ein Bund kann wirtschaftlich erfolgreich sein, muss sich aber gegen Länder wehren, die dreckig produzieren.
[...] Unter dem Strich: Sollten die COPs weitergehen? Oder braucht es etwas Neues?
Es braucht auf jeden Fall etwas Neues. Ob die COPs weitergehen sollen? Da bin ich zwiegespalten. Miteinander sprechen ist immer gut. Wir brauchen aber sicherlich nicht Zigtausende, die an den Konferenzen teilnehmen.
23. November
Und wieder hetzt er Faschisten gegen die Demokratie
Trump droht Demokraten mit Todesstrafe – jetzt erhalten sie Bombendrohungen
Abgeordnete der Demokraten in den USA, die Trump des „aufrührerischen Verhaltens“ beschuldigte, haben Bombendrohungen gegen ihre Büros erhalten.
Washington DC – Fünf der sechs demokratischen Abgeordneten, die das Militär dazu aufforderten, „illegale Befehle“ der Regierung zu verweigern, haben Bombendrohungen erhalten, nachdem US-Präsident Donald Trump ihnen auf Truth Social „aufrührerisches Verhalten“ vorgeworfen hatte, das laut ihm „mit dem Tod bestraft werden kann“.
[...] Das Weiße Haus und der Präsident selbst wiesen seine Aussagen als aufrührerische Rhetorik zurück und bestritten, dass es sich um direkte Drohungen gegen die Abgeordneten handle. Seine Äußerungen wurden jedoch von der Demokratischen Partei scharf verurteilt.
[...] Der Präsident teilte auch einen Beitrag eines anderen Nutzers: „HÄNGT SIE, GEORGE WASHINGTON WÜRDE ES TUN!!“ Trump sagte am Freitag gegenüber Fox News: „Heutzutage ist das viel lockerer, aber früher, wenn man so etwas sagte, konnte das mit dem Tod bestraft werden. Ich bedrohe sie nicht, aber ich denke, sie stecken ernsthaft in Schwierigkeiten.“
[...] In einer gemeinsamen Erklärung am vergangenen Donnerstag schrieben die sechs Abgeordneten: „Was am meisten aussagt, ist, dass der Präsident die Wiedergabe des Gesetzes als ein mit dem Tod strafbares Vergehen ansieht. Unsere Soldaten müssen wissen, dass wir sie unterstützen, wenn sie ihren Eid auf die Verfassung erfüllen und nur rechtmäßigen Befehlen gehorchen. Das ist nicht nur richtig, sondern auch unsere Pflicht.“
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15 Jahre nach Fukushima-Katastrophe
Tepco darf wieder einen Atommeiler betreiben
Japan will die Atomkraft stärker nutzen, um den Strompreis zu senken. Doch das Misstrauen in den Fukushima-Betreiber bleibt groß.
Der japanische Stromversorger Tokyo Electric Power Company, bekannt unter dem Kürzel Tepco, darf rund 15 Jahre nach der Atomkatastrophe von Fukushima aller Voraussicht nach erstmals wieder ein Atomkraftwerk betreiben.
Es handelt sich um den Block 6 im weltgrößten AKW-Komplex Kashiwazaki-Kariwa an Japans Westküste, der aus sieben Reaktoren mit einer Gesamtleistung von über 8 Gigawatt besteht. Der Neustart wäre ein Meilenstein bei Japans Rückkehr zur Nutzung der Atomkraft, nachdem ein Erdbeben und Tsunami im März 2011 das AKW Fukushima zerstörten und eine Verstrahlung der Region verursachten.
Bei einem Unfall können wir doch gar nicht fliehen.
Anwohner des Atommeilers
[...] Der Gouverneur begründete seinen Schritt mit der Unterstützung Tepcos durch Regierung und Atomaufsichtsbehörde. Er selbst habe kein Vertrauen, sich hundertprozentig auf dieses Unternehmen zu verlassen, meinte Hanazumi.
Scharfe Kritik von Neustart-Gegnern
Dennoch begrüßte Tepco-Präsident Tomoaki Kobayakawa die Entscheidung: Man werde die „Sicherheit konsequent festigen und so vorangehen, dass wir das Vertrauen der Region gewinnen“. Scharfe Kritik kam von Neustart-Gegnern. „Aus den Anhörungen und Umfragen geht klar hervor, dass derzeit rund die Hälfte bis deutlich über 60 Prozent der Bürger dem Neustart skeptisch gegenüberstehen“, erklärte Ayako Oga, Koordinatorin vom Bürgernetzwerk gegen den Neustart. „Dass der Gouverneur ohne klare Begründung dennoch seine Zustimmung gibt, erfüllt uns mit großer Wut und Enttäuschung.“
[...] Die Investition rechnet sich für Tepco: Nach eigenen Angaben erhöht der Neustart von Block 6 den jährlichen Nettogewinn um 550 Millionen Euro. Drei der fünf übrigen Reaktoren in dem AKW-Komplex will der Stromkonzern offenbar endgültig stilllegen: Die Meiler 2, 3 und 4 befinden sich schon seit einem schweren Erdbeben im Juli 2007 im Langzeitstillstand ...
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Bauschaum-Attacken:
Sabotageserie gegen Autos sollte offenbar Bundestagswahl beeinflussen
Im Dezember 2024 wurden mehrere Hundert Autos mit Bauschaum beschädigt. Ermittler sehen Hinweise darauf, dass Akteure aus Russland hinter der Sabotage stecken könnten.
Nach einer Sabotageserie Ende 2024 mit Hunderten durch Bauschaum beschädigten Autos gehen Ermittler davon aus, dass damit der Bundestagswahlkampf beeinflusst werden sollte. Wer der Auftraggeber der Aktionen in Baden-Württemberg, Bayern, Brandenburg und Berlin war, sei nicht abschließend geklärt. Die Aussage eines Tatverdächtigen deutet nach Angaben der Ermittler allerdings darauf hin, dass dieser in Russland zu suchen ist.
Der 18-jährige Tatverdächtige sagte nach Angaben der Staatsanwaltschaft Ulm aus, dass ein vermutlich serbischer Staatsangehöriger aus Russland die Taten in Auftrag gegeben haben soll, um das Wahlverhalten bei der Bundestagswahl zu beeinflussen. Pro sabotiertem Fahrzeug soll der Auftraggeber, dessen Identität der Staatsanwaltschaft nicht bekannt ist, 100 Euro geboten haben. "Diese Angaben konnten bislang durch weitere Beweismittel aber nicht bestätigt werden", sagte Oberstaatsanwalt Michael Bischofberger. Vier weitere in Zusammenhang mit der Sabotageserie ermittelte Tatverdächtige bestreiten die Vorwürfe.
Bei den Aktionen zwischen dem 8. und 11. Dezember vergangenen Jahres wurden an 276 Fahrzeugen die Abgasrohre mit Bauschaum gefüllt. Die Täter brachten an den Autos jeweils Aufkleber mit einem Bild des damaligen Bundeswirtschaftsministers Robert Habeck (Grüne) und der Aufschrift "SEI GRÜNER!" an.
[...] Verdächtige gerieten in Polizeikontrolle
Eingeleitet wurden die Ermittlungen, nachdem bei einer Polizeikontrolle im brandenburgischen Schönefeld im Dezember in der Nähe eines Tatorts drei junge Männer aufgefallen waren. Sie hatten mehrere Kartuschen mit Bauschaum bei sich, wie er etwa zum Abdichten von Fenster- und Türrahmen verwendet wird. Kurz nach der Kontrolle gingen die ersten Anzeigen von Autobesitzern ein, bei deren Fahrzeugen das Auspuffrohr mit Bauschaum verstopft worden war.
Bei allen Beschuldigten gab es anschließend Hausdurchsuchungen. Auf einem Handy wurden 74 Tatbeweisbilder entdeckt. Bei einem der Beschuldigten fanden die Ermittler weitere Dosen mit Bauschaum.
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UN-Klimakonferenz in Brasilien
Klimagipfel COP 30 endet mit Ergebnis von COP 28
Auf dem Weltklimagipfel in Belém gab es außer Klimaanpassung kaum etwas zu verhandeln. Im Zentrum standen daher andere Themen, vor allem ein Fahrplan für den Ausstieg aus Kohle, Öl und Gas. Er scheiterte aber an Erdölstaaten und musste mit einem Verfahrenstrick gerettet werden.
Mit einem faktischen Nicht-Ergebnis endete am Samstagnachmittag im brasilianischen Belém die 30. UN-Klimakonferenz (COP 30). Die Staaten einigten sich im Wesentlichen auf die Entscheidung der COP 28 vor zwei Jahren. Damals fand der Klimagipfel in Dubai statt und das Ergebnis hieß daher "Konsens der Vereinigten Arabischen Emirate" oder kurz "VAE‑Konsens".
Dieser erwähnte zum ersten Mal überhaupt die "fossilen Energien" und forderte alle Länder auf, sich von diesen Energien wegzubewegen, englisch "to transition away from fossil fuels". Um das zu konkretisieren, hatte Brasiliens Präsident Lula da Silva im Vorfeld der COP 30 einen "Fahrplan" gefordert, "um die Abhängigkeit von den fossilen Energien zu beenden".
Mehr als 80 Staaten, darunter Deutschland und die Schweiz, stellten sich in Belém hinter diese Forderung, stießen aber auf den erbitterten Widerstand einer ähnlich großen Ländergruppe um Saudi-Arabien. Der kleinste gemeinsame Nenner, um ein Scheitern der Konferenz zu verhindern, war dann ein Verweis auf den VAE‑Konsens.
[...] Die Länder beschlossen, die Finanzmittel zur Anpassung an die Klimakrise bis 2035 zu verdreifachen – ohne sich jedoch festzulegen, was der Ausgangswert im Jahr 2025 sein soll.
Klimaschutz-Hoffnung ruht weiter auf globaler Energiewende
Kurz gesagt, die COP 30 wird nicht für ihre Ergebnisse in Erinnerung bleiben. Die Rückbesinnung auf den VAE‑Konsens hat allerdings enormes Potenzial fürs Klima. Dort haben sich die Länder auch dazu verpflichtet, die Kapazität der Erneuerbaren bis 2030 zu verdreifachen, die jährliche Steigerungsrate bei der Energieeffizienz zu verdoppeln sowie die Methanemissionen um 30 Prozent zu senken.
Eine neue Studie des Forschungskonsortiums Climate Action Tracker zeigt, dass ein Erreichen dieser Ziele einen maßgeblichen Einfluss auf die Erwärmung hätte. Ohne die drei Maßnahmen würde sich das Klima um 2,6 Grad bis zum Jahr 2100 erwärmen.
Bei einer schnellen Umsetzung der Maßnahmen bis 2030 fiele dieser Wert auf 1,7 Grad. Da trifft es sich gut, dass diese Umsetzung nicht so sehr an COP-Entscheidungen hängt, sondern am rapide fallenden Preis von Solarpaneelen, Batterien und anderen E‑Tech-Produkten ...
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Aktuelles+
23. November 2025
Afrikas Solarenergie-Revolution nimmt Fahrt auf
Teilweise als Folge des US-chinesischen Handelskonflikts überschwemmen chinesische Solarmodule afrikanische Märkte. Und auch andere Faktoren machen Hoffnung auf Fortschritte bei der Elektrifizierung Afrikas.
Sonnenlicht im Überfluss, großer Bedarf an zuverlässigen Stromquellen - und eine Technologie, die inzwischen sehr erschwinglich ist: Afrika und Solarenergie gelten als Paar mit riesigem Potenzial.
Laut Daten der Internationalen Agentur für Erneuerbare Energien (IRENA) aus dem Jahr 2024 zählt Solarenergie zu den günstigsten Energiequellen weltweit und kostet nur 0,044 US-Dollar pro Kilowattstunde (kWh), nachdem die Preise für Solarmodule innerhalb von 13 Jahren um 90 Prozent gesunken sind.
Im weltweiten Vergleich, wie beispielsweise dem der IRENA, spielt Afrika jedoch bisher eine untergeordnete Rolle: Der gesamte Kontinent verfügt laut der Agentur über eine installierte Leistung von kaum mehr als 18 GW - das entspricht lediglich einem Prozent der Solaranlagen weltweit. Dies ist unter anderem auf fehlendes Investitionskapital und eine unzureichende Netzinfrastruktur zurückzuführen.
Doch offenbar wendet sich das Blatt nun.
Ein Solar-Tsunami schwappt von China nach Afrika
Der britische Thinktank Ember, der sich mit Erneuerbaren Energien beschäftigt, veröffentlichte im August eine Analyse chinesischer Exportdaten, die auf einen massiven Solarboom in Afrika hindeutet: Innerhalb von zwölf Monaten wurden neue Solarmodule mit einer Kapazität von 15 GW auf den Kontinent verschifft.
"Alle scheinen sehr optimistisch in Bezug auf Solarenergie in Afrika zu sein", sagt John van Zuylen gegenüber der DW. Er ist Geschäftsführer der Africa Solar Industry Association (AFSIA), eines panafrikanischen Lobbyverbands. Basierend auf historischen Exportdaten schätzt van Zuylen die gesamte installierte Solarkapazität Afrikas seit dem Jahr 2000 auf rund 75 GW - deutlich mehr als die 18 GW der IRENA und die eigene Berechnung der AFSIA von 23 GW, aber immer noch unter beispielsweise Deutschlands rund 90 GW. Laut van Zuylen tauchen kleinere Anlagen, die mitunter abseits der nationalen Stromnetze aufgebaut wurden, in offiziellen Zahlen oft nicht auf.
"Aber selbst wenn man die Zahl von 75 GW betrachtet - 75 GW über 25 Jahre im Vergleich zu 15 GW in nur 12 Monaten -, verdeutlicht das die Dynamik, die sich derzeit in Afrika abzeichnet."
Ein großer Anteil - etwa 3 GW - stammt aus einem Großprojekt in Algerien. Laut van Zuylen nimmt der Ausbau jedoch auch in Ländern südlich der Sahara Fahrt auf, darunter Sambia, Ruanda, Senegal, die Elfenbeinküste und Nigeria, dem bevölkerungsreichsten Land Afrikas.
"Nigeria verzeichnet ein sehr starkes Wachstum. Und ich glaube, dass Nigeria bald Südafrika als führenden Solarstandort in Afrika überholen wird. Denn Nigeria hat lange viel Strom mit Diesel produziert, da der Dieselpreis subventioniert und künstlich niedrig gehalten wurde", erklärte van Zuylen. Durch den Wegfall der Subventionen ist Solarenergie für viele Nigerianer zur günstigsten Option geworden.
Darüber hinaus drängen neue Länder auf den Solarmarkt. Liberia beispielsweise strebt eine Diversifizierung seines Erneuerbaren-Portfolios an, das bisher hauptsächlich auf Wasserkraft basiert.
Am Rande der COP30 in Brasilien sagte Emmanuel K. Urey Yarkpawolo, Exekutivdirektor der liberianischen Umweltschutzbehörde, der erste Solarpark des Landes stehe kurz vor der Fertigstellung: "Wir haben etwa 20 Megawatt, die voraussichtlich rund um den Jahreswechsel ans Netz gehen werden. Es geht sehr schnell voran, und es sind viele weitere Projekte in Planung", so Yarkpawolo gegenüber der DW.
Profitiert Afrika vom Handelskonflikt zwischen den USA und China?
Laut van Zuylen gibt es mehrere Gründe für den Aufschwung, während andere Experten den Exportboom aus China vor allem auf den Zollstreit zwischen China und den USA zurückführen. Chinesische Importeure müssen derzeit US-Zölle von rund 54 Prozent einkalkulieren. Zwischenzeitlich drohte die Administration von US-Präsident Donald Trump sogar mit einem Zollsatz von 3.521 Prozent auf Solarmodule aus Südostasien. Das US-Geschäft ist für chinesische Hersteller zu einer Belastung geworden - stattdessen suchen einige von ihnen verstärkt nach Abnehmern in Afrika.
"Die Kosten für die Ausrüstung sanken mit Beginn des Handelskriegs. Die Chinesen wollten ihre Ware unbedingt loswerden", sagte Fawen Nyakudya, Geschäftsführer des simbabwischen Unternehmens PFN Solar Systems. "Ich würde sagen, es ist positiv für uns. Die Chinesen haben keine andere Wahl, als uns gut zu behandeln, denn sie wissen, dass wir nichts mehr von ihnen kaufen werden, wenn sie uns wieder schlecht behandeln", sagte Nyakudya der DW.
Nach wie vor haben 700.000 Menschen in Afrika noch keinen Zugang zu Elektrizität. Entsprechend groß ist der Bedarf an importierter Technologie, meint der kenianische Wirtschaftswissenschaftler James Shikwati: "Ob sie aus China, den USA oder Europa kommt, ich denke, die Afrikaner werden sagen: Das ist großartig. Indirekt würde ich also sagen, dass der Handelskrieg den Afrikanern den Zugang zu günstiger Energie ermöglicht", sagte Shikwati der DW.
Importeure wie Nyakudya glauben jedoch, dass sich chinesische Anbieter bereits an die neue Marktrealität anpassen und die Produktion zurückhalten, um ihre Rentabilität zu sichern.
"Es herrscht ein akuter Mangel, insbesondere bei Solarmodulen und Lithiumbatterien. Viele Händler und Importeure geben an, momentan keine Module auf Lager zu haben. Der Abverkauf von Lagerbeständen war nur kurzzeitig erfolgt, aber nun besteht ein ernsthafter Mangel", sagte Nyakudya.
Neue Entwicklungen machen Solarenergie noch wirtschaftlicher
Lithiumbatterien sind mittlerweile sowohl für private Haushalte als auch für Energieversorger erschwinglich. Dank Batteriespeichern kann Solarstrom gespeichert und später, in den abendlichen Spitzenzeiten nach Sonnenuntergang, genutzt werden.
Und das sogenannte Net Metering erhöht vielerorts die Rentabilität von Solaranlagen weiter: Haushalte speisen überschüssigen Strom ins Netz ein und müssen einen entsprechend geringeren Verbrauch bezahlen.
Dies könne die Rentabilität verfünffachen, erklärte AFSIA-CEO van Zuylen gegenüber der DW: "Wenn man den Solarstrom sofort verbrauchen muss, deckt man damit in der Regel nur etwa 20 Prozent seines Verbrauchs ab. Mit Net Metering können sich Produktion und Verbrauch im Laufe eines Tages jedoch die Waage halten." Net Metering ist in vielen europäischen Ländern schon lange etabliert, gewinnt aber auch in Afrika immer mehr an Bedeutung. Länder wie Kenia, Namibia, Simbabwe und Teile Südafrikas haben das Modell bereits umgesetzt, andere wie Ghana, Nigeria und auch Liberia arbeiten daran.
Bürokratie, versteckte Kosten - und ein Allheilmittel dagegen
In manchen Fällen schmälern Versandkosten und Einfuhrzölle die Gewinnmargen weiterhin erheblich. So auch in Simbabwe bei Importeur Nyakudya: "Wenn mir 15 Prozent berechnet werden, werde ich das natürlich auch meinen Kunden in Rechnung stellen." Die Abgabe ärgert den Geschäftsmann, schließlich gebe es in Simbabwe keine heimische Industrie, die typischerweise mit solchen Maßnahmen geschützt werden soll.
Im benachbarten Sambia gibt es hingegen keine Einfuhrzölle, um den Solar-Ausbau nicht zu bremsen. "Für eine Lieferung, die man nach Simbabwe einführen und dafür bis zu 20.000 US-Dollar Mehrwertsteuer zahlen müsste, zahlt man in Sambia nur 26 US-Dollar", erklärte Nyakudya gegenüber der DW.
Zusätzliche Kosten und Bürokratie können also den Ausbau der Solarenergie weiterhin teilweise ausbremsen. John van Zuylen von AFSIA ist jedoch überzeugt, dass die Wirtschaftlichkeit von Solarenergie Investitionen weiterhin beflügeln wird. Im Gespräch mit der DW berichtete er von einem kürzlich abgeschlossenen Projekt in Mauritius, das Solarmodule und Speicher für nur 7 US-Cent pro Kilowattstunde kombiniert: "Wenn man solche Preise erreicht, dann setzt man die Dinge in Bewegung. Wenn man seinen Strombedarf zu solchen Preisen decken kann, muss man nicht erst groß nachdenken", so van Zuylen.
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Hintergrundwissen
Die Karte der nuklearen Welt
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Afrika | Erneuerbare | Energiewende | Solarenergie | Batteriespeicher
9. November 2025 - Für Marktlenkung und Akzeptanz - Australien verschenkt Solarstrom
14. Oktober 2025 - Globaler Süden - Wie die US-Kürzungen Gesundheitssysteme gefährden
3. Oktober 2025 - Gebremste Energiewende - RWE zieht sich aus Wasserstoff-Projekt in Namibia zurück
11. September 2025 - Afrikanischer Klimagipfel - Afrikas Solarmarkt boomt – dank Trump
29. Juli 2025 - Horrend teure Kredite bremsen Afrikas Energiewende
17. Juli 2024 - Afrika - Die Hoffnung ist grün
4. Dezember 2024 - Scheich kauft in großem Stil afrikanische Wälder auf
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Deutsche Welthungerhilfe e. V.
Dezentral und dreifach nützlich – das Potenzial von Agri-Photovoltaik in Afrika
Neue Projekte in Mali und Gambia wollen Solarstrom mit Ackerbau kombinieren – und so Ernährung, Energie- und Wasserwirtschaft zusammenführen. Herausforderungen - und mögliche Lösungen.
Afrika hat ein sehr großes Potenzial bei der Erzeugung erneuerbarer Energien, besonders durch Photovoltaik (PV). Aber bisher wird Sonnenenergie nur selten genutzt. Der afrikanische Kontinent steht allerdings vor großen Herausforderungen im Kontext des Wasser-Energie-Nahrung-Nexus (WEF). Innovative Lösungen sind gefragt, um den Output der Wertschöpfungsketten in der Landwirtschaft, Energieerzeugung, Wasserversorgung und der Wirtschaft im Allgemeinen zu maximieren. Die sogenannte Agri-Photovoltaik ist ein Ansatz, den man bei der Solarenergie seit etwa einem Jahrzehnt verfolgt. Sie könnte eine Antwort auf die Herausforderungen innerhalb des WEF-Nexus sein.
Die Agri-PV ermöglicht, ein Stück Land doppelt oder sogar dreifach zu nutzen, indem dort gleichzeitig landwirtschaftliche Produktion und Stromerzeugung stattfinden; zusätzlich kann potenziell Wassermanagement-Infrastruktur zum Einsatz kommen. Dazu werden Solarpaneele in Reihen auf erhöhten Ständern montiert und erzeugen erneuerbare Energie, während darunter oder dazwischen Nutzpflanzen angebaut werden. Die Paneele werfen Schatten und dienen auch als Schutz für die Pflanzen und den Boden, was potenziell den Ertrag und die Qualität der Ernte erhöht. Agri-PV trägt so zu jeder Komponente des WEF-Nexus bei und kann die Widerstandsfähigkeit der Landwirtschaft gegen den Klimawandel steigern.
Projekt-Hintergrund
Die Verwirklichung von Agri-PV-Forschungsprojekten in Deutschland, Frankreich, den USA und Japan sowie die dabei gewonnenen Daten haben die Aufmerksamkeit von Wissenschaftlern und Planern von erneuerbaren Energien auf andere Weltregionen gelenkt, in denen diese Technologien noch größeren Nutzen und Chancen bieten könnten. So wurde das Projekt „Agri-Photovoltaik in Mali und Gambia: Nachhaltige Stromerzeugung durch integrierte Nahrungs-, Energie- und Bewässerungssysteme“ (APV MaGa) gestartet. Ziel ist, das Potenzial von Agri-PV unter den heißen halb-ariden oder ariden Bedingungen Westafrikas zu erforschen ...
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Deutsche Gesellschaft für Internationale Zusammenarbeit (GIZ) GmbH
Beschleunigung der Energiewende in Afrika
Ausgangssituation
Alle Kraftwerke in Subsahara-Afrika produzieren weniger Strom als solche in Deutschland. Zusätzlich ist die Energieinfrastruktur in vielen afrikanischen Ländern veraltet.
Die unzureichende Stromversorgung beeinträchtigt die wirtschaftliche Entwicklung, soziale Dienstleistungen, die öffentliche Infrastruktur und den Lebensstandard privater Haushalte. Trotz des enormen Potenzials und der deutlichen Kostenvorteile von Strom aus erneuerbaren Energien schreitet die Energiewende in Afrika nur langsam voran.
Ziel
Die Afrikanische Union verbessert die Bedingungen so, dass Investitionen in die Energieversorgung Afrikas ansteigen und zukünftig deutlich mehr Unternehmen und private Haushalte zuverlässig mit Energie aus erneuerbaren Quellen versorgt werden.
Vorgehensweise
Das Vorhaben agiert als Mittler und Beschleuniger. Es koordiniert Maßnahmen, baut Fähigkeiten afrikanischer Partner aus und unterstützt Initiativen, um die Energiewende in Afrika voranzutreiben.
Das Vorhaben nutzt Synergien mit zwischenstaatlichen und nationalen Vorhaben und berät so kontinental sowie regional. Es fokussiert sich auf Stromverbände im südlichen und östlichen Afrika. Dabei setzt es die Beratung unter anderem mit der Internationalen Agentur für Erneuerbare Energien (International Renewable Energy Agency, IRENA) um ...
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Wikipedia de
Erneuerbare Energien
[...] Im ersten Halbjahr 2025 lieferten erneuerbarer Energien weltweit mit 5027 TWh bzw. 34,3 % am globalen Strommix erstmals mehr Strom als Kohle (4896 TWh bzw. 33,1 %) ...
Energiewende
[...] Die Lösung des globalen Energieproblems gilt als zentrale Herausforderung des 21. Jahrhunderts ...
Batteriespeicher
[...] Mehrere Batteriespeicher können zu einem Batterie-Speicherkraftwerk mit Speicherkapazitäten bis in den dreistelligen Megawattstunden-Bereich (MWh) verbunden werden ...
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YouTube
https://www.youtube.com/results?search_query=Erneuerbare
https://www.youtube.com/results?search_query=Energiewende
https://www.youtube.com/results?search_query=Batteriespeicher
https://www.youtube.com/results?search_query=Emissionshandel
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