Newsletter XXXVII 2022

17. bis 23. September

 

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Aktuelles+ Hintergrundwissen

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Nuclear Power Accidents

Diese PDF-Datei enthält eine fast vollständige Liste der bekannt gewordenen Unfälle und Freisetzungen von Radioaktivität. Sobald neue Informationen verfügbar sind, wird diese PDF-Datei erweitert und aktualisiert ...

Auszug für diesen Monat:

01. September 1982 (INES 5) Akw Tschernobyl, UDSSR

03. September 2017 (6. Atombombentest) Punggye-ri, PRK

05. September 2008 (INES 1-3) Akw Ascó, ESP

09. September 2016 (5. Atombombentest) Punggye-ri, PRK

11. September 1979 (INES 4 | NAMS 3,4) Atomfabrik Sellafield, GBR

11. September 1957 (INES 5 | NAMS 2,3) Atomfabrik Rocky Flats, USA

13. September 1987 (INES 5) Goiânia Goiás, BRA

18. September 1980 (Raketentreibstoff-Explosion) Damascus, USA

22. September 1980 (INES 3 | NAMS 1,6) Atomfabrik Sellafield, GBR

23. September 1983 (INES 4) Nuklearzentrum Constituyentes, ARG

24. September 1977 (INES 3) Akw Davis Besse, OH, USA

26. September 2013 (INES 2) Institut für Energie Petten, NLD

26. September 1973 (INES 4 | NAMS 2) Atomfabrik Sellafield, GBR

29. September 1957 (INES 6 | NAMS 7,3) Atomfabrik Majak, UDSSR

30. September 1999 (INES 4) Atomfabrik Tōkaimura, JPN

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Wir suchen aktuelle Informationen. Wer helfen kann, sende bitte eine Nachricht an: nukleare-welt@reaktorpleite.de

 

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23. September

 

Fridays for Future | Demonstrationen weltweit

"Fridays for Future" Zehntausende demonstrieren für das Klima

Die "Fridays for Future"-Bewegung hatte für heute den globalen Klimastreik ausgerufen - und in mehr als 250 Städten folgten zahlreiche Menschen dem Aufruf. Alleine in Berlin gingen 30.000 für Klimagerechtigkeit auf die Straße.

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Auch in vielen anderen Ländern gingen Menschen auf die Straße - etwa in Neuseeland, Indonesien oder der Demokratischen Republik Kongo. Es war der elfte Aufruf der Organisation seit ihrer Gründung im Jahr 2018 zu einem globalen Protest. Die "Fridays-for-Future"-Aktivistin Luisa Neubauer rief bei der Kundgebung in Berlin: "Wer denkt, dass es keinen Ausweg gibt, dem bleibt nur Verzweiflung. Wer weiß, dass es anders geht, der kann loslegen und handeln. Wir haben das Wissen, also legen wir los." ...

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Belgien | Atomlobby

Proteste gegen das Aus für Doel 3 und gegen den belgischen Atomausstieg

Vor dem Kernkraftwerk Doel bei Antwerpen hatten sich am Freitag dutzende Befürworter der Kernkraft versammelt, die gegen den gesetzlich vereinbarten Atomausstieg Belgiens protestierten und auch gegen das definitive Herunterfahrens des Atomreaktors Doel 3 an diesem Freitag (23. September). Unter den Protestierenden waren auch Politiker und Mitarbeiter des Kraftwerksbetreibers Engie.

[...]

Doch Peter Moens, der Direktor des Kernkraftwerks Doel - ein Befürworter der Atomenergie - gab zu verstehen, dass es für Doel 3 keinen Weg zurück gibt: „Wir machen hier nichts, das die Sicherheit in Gefahr bringen kann.“ Damit unterstrich er, dass es zu riskant ist, diesen inzwischen 40 Jahre alten Meiler am Netz zu belassen, Atomausstieg hin oder her …

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Autobahn Solar | Photovoltaik | Ausschreibung

Solardächer über Autobahnen: Deutsches Pilotprojekt beginnt demnächst

An der Autobahn A81 soll testweise ein Stück Fahrbahn mit Solarmodulen überdacht werden. Noch in diesem Jahr soll der Bau beginnen, sagt die Autobahn GmbH.

Autobahnen könnten dafür genutzt werden, mit Hilfe von Solaranlagen Strom zu erzeugen. Ein Pilotprojekt, bei dem in Deutschland ein Stück Autobahn mit Photovoltaik-Mobulen überdacht werden soll, nimmt nun Formen an. Noch in diesem Jahr würden die Fundamente für das Bauwerk gelegt, im ersten und zweiten Quartal 2023 sollen der Stahlbau einschließlich der Photovoltaik-Elemente errichtet werden ...

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Fridays For Future | Klimaschutz | Wirtschaftspolitik

Klimastreik September 2022

Klimaschutz ist gute Wirtschaftspolitik

Fridays For Future fordern 100 Milliarden Euro für den Klimaschutz. Das Geld soll vor allem den Ausbau Erneuerbarer Energien beschleunigen. Prominente Wissenschaftler und Wirtschaftsforscher unterstützen die Forderung.

Am heutigen Freitag versammeln sich wieder Klimaschützer weltweit, um gegen die Klimakrise zu protestieren. Unter dem Motto #PeopleNotProfit fordern die Aktivisten die Einhaltung der Pariser Klimaziele und eine konsequente Klimapolitik. In Deutschland forderte die Klima- und Umweltorganisation Fridays For Future (FFF) zuletzt ein Sondervermögen von 100 Milliarden Euro von der Bundesregierung, um der Klimakrise zu begegnen ...

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Gas Krise | hausgemacht | Energiekosten

Die Gas-Krise ist hausgemacht

Meinung Im Winter droht uns eine Versorgungskrise mit Gas. Eine Ursache ist der Krieg in der Ukraine. Aber vieles hat die Politik auch selbst verschuldet. Fridays for Future fordern zu Recht einen Klima-Fonds

Es war eine gute Nachricht, mit der die Woche begann: Die Gasspeicher sind bereits jetzt zu 90 Prozent gefüllt, bis Anfang November sollen es 95 Prozent sein. Die Freude darüber wird allerdings etwas getrübt. Denn das Gas ist nicht nur teuer erkauft, sondern hat noch andere Folgen: Im Bieterwettstreit um Flüssiggas (LNG) können arme Länder wie Pakistan oder Bangladesch nicht mithalten. Dort wartet man an den LNG-Terminals vergeblich auf Lieferung. Auch hierzulande haben die astronomischen Preise Folgen: Denn die steil steigenden Energiekosten zwingen die weniger Wohlhabenden zur Selbstrationierung durch Sparsamkeit ...

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Klimapolitik | Protestaktion | Umweltverbände

Umweltbewegung auf Protestkurs

Klimapolitik aus der "Vorkriegszeit" reicht nicht mehr

In der Umwelt- und Klimabewegung steigt der Frust über die Ampel-Regierung. Die zuständigen Ministerien schwächeln oder sind ganz abgetaucht. Um die Transformation anzuschieben, reichen die Konzepte aus der Vorkriegszeit nicht mehr aus, meint der Chef des Umwelt-Dachverbands.

Es ist noch nicht Winter und zwischen Bundesregierung und Umweltbewegung herrscht schon eine frostige Atmosphäre. Denn die Klimapolitik liegt auf Eis ...

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23. September 1983 (INES 4) Constituyentes Nuklearzentrum, ARG

Am 23. September 1983 kam es im Nuklearzentrum Constituyentes aufgrund eines Bedienungsfehlers bei der Rekonfiguration des Forschungsreaktors RA-2 zu einer Kernschmelze, bei der 18 Personen verstrahlt wurden; einer der Reaktortechniker starb zwei Tage später an den erlittenen Strahlenschäden.

Nuclear Power Accidents.pdf

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Wikipedia - es

Accidente nuclear del reactor RA-2

Der nukleare Unfall des Reaktors RA-2, der sich am Freitag, dem 23. September 1983, in Argentinien ereignete, geht auf ein schweres menschliches Versagen bei der Bedienung zurück, das eine Leistungsexkursion im Forschungsreaktor RA-2 auslöste. Der Reaktor befand sich im Centro Atómico Constituyentes, einer Abteilung der Comisión Nacional de Energía Atómica (CNEA). Es handelt sich um den bisher schwersten Unfall in der Geschichte der argentinischen Nuklearentwicklung mit tödlichen Folgen für den mit den Tests beauftragten Techniker. Darüber hinaus wurden 17 weitere Personen je nach Entfernung vom Unfallort unterschiedlich stark verstrahlt ...

 Übersetzt mit https://www.DeepL.com/Translator (kostenlose Version)

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Spiegel 17/1987

»Mir läuft der kalte Schauer über den Rücken«

SPIEGEL-Report über verheimlichte KKW-Störfälle in aller Welt

Haarscharf schlitterte die Menschheit schon mehrmals an der Katastrophe vorbei. Das enthüllen 48 Störfallberichte, die von der Wiener Internationalen Atomenergie-Organisation verheimlicht wurden: Pannen oft absonderlichster, profanster Art von den Vereinigten Staaten und Argentinien bis Bulgarien und Pakistan ...

 

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22. September

 

Erneuerbar | Starkwind | Stromnetz

Ungenutzte Energie: So soll Starkwind-Strom endlich auch ins Netz

Der Winter naht und die Gaspreise steigen. Forschende aus Kiel haben jedoch schon länger einen Lösungsansatz entwickelt, um Gas und Heizöl einzusparen. Dafür müssten wir nur die Energie aus Windkraft besser nutzen.

Erneuerbare Energien werden nicht nur angesichts der Klimakrise, sondern auch wegen der Preissteigerungen durch Ukraine-Krieg und weitere Faktoren immer wichtiger. Doch auch wenn es in Deutschland schon einige Windkraftanlagen gibt – wirklich effizient nutzen wir diese nicht. Allein in Schleswig-Holstein gehen laut dem NDR jedes Jahr etwa 3,1 Milliarden Kilowattstunden Energie verloren. Das liegt daran, dass die Windräder an besonders stürmischen Tagen abgeschaltet werden ...

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Laufzeit | Energiekrise | Abhängigkeit

AKW-Weiterbetrieb: Vorschlag der Union würde Energiekrise verlängern – Nichts aus Fehlern der Vergangenheit gelernt

Zum heute von CDU und CSU vorgelegten Gesetzentwurf zur Verlängerung der Laufzeiten für die AKW Neckarwestheim 2, Isar 2 und Emsland bis mindestens Ende 2024 erklärt Olaf Bandt, Vorsitzender des Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland (BUND):

Mit ihrer Politik haben die Unionsparteien Deutschland erst in die Abhängigkeit von Russland getrieben - die im Atomsektor mindestens so groß ist wie bei den fossilen Brennstoffen. Im gleichen Zug haben sie die ehemals starke und wachsende Solar- und Windkraftindustrie im Land ruiniert. Zehntausende verlorene Arbeitsplätze in der Erneuerbare-Energien-Branche lasten auf ihrem Gewissen. Jetzt fordern CDU und CSU eine Fortsetzung ihres Irrwegs ...

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Neckarwestheim | Risse

Atomkraft: Betriebsgenehmigung für AKW Neckarwestheim vor Gericht

Risse im Rohrsystem des AKW Neckarwestheim machten den Weiterbetrieb zu riskant, meinen Kläger. Die Justiz stellte sich bisher auf die Seite der Beklagten.

Der Verwaltungsgerichtshof (VGH) Mannheim will Mitte Dezember darüber verhandeln, ob das Atomkraftwerk Neckarwestheim weiterbetrieben werden darf. Zwei Anwohner des AKW hatten bereits Ende 2020 eine Klage eingereicht. Hintergrund der Klage sind erstmals im Jahr 2017 entdeckte Wanddickenschwächungen an den durch die Dampferzeuger der Anlage verlaufenden Heizrohren. Diese stellen eine Barriere zwischen dem Primärkreislauf und dem radioaktivitätsfreien Sekundärkreislauf dar ...

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Atomlobbyist | Rosatom | Nukem

Deutscher Atomlobbyist auf Putins Gehaltsliste

In der Atombranche gibt es ähnliche Verflechtungen mit Russland wie im Gashandel. Green Planet Energy hat die Verbindungen zwischen Strippenziehern in Deutschland und bei den Russen analysiert.

In der Atombranche gibt es ähnliche Verflechtungen mit Russland wie im Gashandel. Der Vorstandsvorsitzende des deutschen Atomlobby-Verbands Kern D, Thomas Seipolt, fungiert nicht nur als oberster deutscher Atomlobbyist, sondern auch als Chef einer deutschen Tochterfirma der russischen Energiegesellschaft Rosatom. Er nutzt die aktuellen Gas-Krise, um für mehr Unabhängigkeit von fossilen Energieträgern und für einen Weiterbetrieb von Atomkraftwerken zur Energiesicherung auch über den Jahreswechsel hinaus zu werben. Nun fordern Green Planet Energy diese Personalunion samt Verflechtungen im Atomsektor sofort zu beenden ...

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Klimastreik | Fridays for Future

Für konsequenten Ausstieg

Globaler Aktionstag von Fridays for Future wird von einem breiten Bündnis von Verbänden unterstützt.

Am Freitag ist es wieder so weit: In zahlreichen Ländern rund um den Globus gehen Jugendliche aber auch Ältere auf die Straße um unter dem Motto »People not Profits« (»Menschen statt Gewinne«) für wirksamen Klimaschutz zu protestieren. Die politisch Verantwortlichen sollen »nicht mehr länger Konzerninteressen über Menschenleben« stellen, heißt es in einem Aufruf ...

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Notreserve | Isar | Neckarwestheim

Habecks Notreserve: Neben AKW Isar 2 ist auch Neckarwestheim 2 unsicher

Atomkraft-Debatte treibt neue Blüten: Sicherheitsmängel bei den Einsatzreserve-AKW in Deutschland. In Frankreich will man Beschäftigte in AKWs höheren Strahlendosen aussetzen, um die Reaktoren ans Netz zu bekommen.

Es sieht nicht gut für den Bundesminister für Wirtschaft und Klimaschutz, Robert Habeck, aus. Seine Gasumlage, an der das Energieoligopol mitstricken durfte, um Gewinnprognosen abzusichern, steht mit der nun geplanten Verstaatlichung von Uniper auf der Kippe.

Dazu kommt ein zweiter Unsicherheitsbereich: Der Streckbetrieb bei Atomkraftwerken, den Habeck schließlich zur "Notreserve" umdefiniert hat. Auch bei dieser "Baustelle" wird dem Minister der Vorwurf fehlender Standhaftigkeit und Kenntnisse gemacht ...

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Belgien | Doel | Abschaltung

Reaktor-Abschaltung: Belgien wagt Schritt zum Atomausstieg

In Belgien geht am Wochenende ein „Riss-Reaktor“ vom Netz. Deser erste Schritt hin zum Atomausstieg wird auch hierzulande mit Spannung erwartet.

Belgien geht einen ersten Schritt in Richtung Atomausstieg: In der Nacht zu Samstag wird einer der umstrittensten Reaktoren des Landes nach rund 40 Jahren Laufzeit abgeschaltet. Deutsche Atomkraftgegner sehen dennoch keinen Grund zum Jubeln. Denn angesichts von Ukraine-Krieg und Energiekrise wird auch in Belgien über die Versorgungssicherheit gestritten. Das ursprüngliche Ausstiegs-Zieldatum 2025 steht auf der Kippe ...

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Sellafield

22. September 1980 (INES 3 | NAMS 1,6) Sellafield Atomfabrik, GBR

Korrosion im Magnox-Lagersilo des Gebäudes B38 führte zur Freisetzung von 2 Tbq Plutonium

Nuclear Power Accidents.pdf

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Dieser Störfall sowie mehrere andere Freisetzungen von Radioaktivität, die von Sellafield ausgingen, sind nicht mehr in der deutschen Wikipedia zu finden.

Wikipedia - en

https://en.wikipedia.org/wiki/Sellafield#Incidents

Zwischen 1950 und 2000 gab es 21 schwerwiegende Zwischenfälle oder Unfälle mit radiologischen Freisetzungen außerhalb des Werksgeländes, die eine Einstufung auf der internationalen Skala für nukleare Ereignisse rechtfertigten, einen auf Stufe 5, fünf auf Stufe 4 und fünfzehn auf Stufe 3. Darüber hinaus gab es in den 1950er und 1960er Jahren über längere Zeiträume hinweg bekannte, absichtliche Freisetzungen von Plutonium und bestrahlten Uranoxidpartikeln in die Atmosphäre ...

Übersetzt mit https://www.DeepL.com/Translator (kostenlose Version)

 

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21. September

 

Frankreich | EDF | Framatome

Brand an französischer Uran-Anlage

Die französische Atomaufsichtsbehörde ASN hat nach einem Feuer in einer Uran-Anlage im Südosten des Landes Entwarnung gegeben. Radioaktive Stoffe seien vom Brand nicht betroffen, hieß es am Mittwochabend in einer Erklärung. Da das Feuer in Romans-sur-Isere unter Kontrolle gebracht worden sei, sei auch der zuvor eingerichtete Krisenstab wieder aufgelöst worden. Experten sollten am Donnerstag weitergehende Prüfungen vornehmen. Ein Sprecher des Betreibers Framatome hatte erklärt, es sei kein Mitarbeiter verletzt worden. Framatome ist eine Sparte des Kernenergieriesen EDF. Nach Angaben auf der Website des Konzerns wird am Standort Romans-sur-Isere Brennstoff für Atomkraftreaktoren auf der Basis von angereichertem Uran hergestellt ...

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Deutsche Umwelthilfe | Goldener Geier

Werbung für „CO2-Ausgleich“ in Höhe von 1,1 Cent pro Liter:

Deutsche Umwelthilfe zeichnet Shell mit Negativ-Preis für „dreisteste Umweltlüge“ aus

Auf Platz 2 landete die Lufthansa mit einem ähnlichen Konzept wie der Ölkonzern, gefolgt von McDonalds. Laut Umwelthilfe nahmen mehr als 20.000 Menschen an der Abstimmung teil.

Die Deutsche Umwelthilfe (DUH) hat den Ölkonzern Shell mit dem Negativ-Preis „Goldener Geier“ für die „dreisteste Umweltlüge“ ausgezeichnet. Shell Deutschland hatte an der Tankstelle mit einem „CO2-Ausgleich“ in Höhe von 1,1 Cent pro Liter geworben - die DUH und eine Mehrheit der Teilnehmenden an einer Online-Abstimmung sahen darin „Greenwashing auf Kosten von Klima, Umwelt und der Verbraucherinnen und Verbraucher“ ...

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Meeresspiegel | Grönland

27 Zentimeter Meeresspiegelanstieg sind gesetzt

In Grönland werden 110’000 Kubikkilometer Eis schmelzen, egal, welche Massnahmen die Menschheit ergreift.

Komplett wegschmelzen werden die grönländischen Gletscher so bald nicht, aber sie verlieren jedes Jahr mehr Wasser, als dazukommt. 27,4 Zentimeter wird der Meeresspiegel deshalb auf jeden Fall ansteigen, selbst wenn ab heute keine Klimagase mehr in die Atmosphäre gelangen würden.

3,3 Prozent des Grönlandeises oder 110’000 Kubikkilometer Eis werden so verloren gehen. Dabei handelt es sich um die maximal optimistische Schätzung eines internationalen Glaziologenteams des National Geological Survey of Denmark and Greenland ...

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Naturschutz | UN-Generalversammlung | Biodiversität

„Überlebenshilfe für die Erde“:

Scholz kündigt Milliarden für globalen Naturschutz an

Der Bundeskanzler legt Bekenntnis zu weitreichendem Welt-Naturschutzabkommen ab und lässt mit Finanzzusage Hoffnung auf Bewegung in den Verhandlungen keimen

Deutschland stockt seine finanzielle Unterstützung für den weltweiten Naturschutz kräftig auf. Bundeskanzler Olaf Scholz (SPD) kündigte am Rande der UN-Generalversammlung am Dienstag (Ortszeit) in New York an, die Bundesregierung werde ihre bisherigen Hilfen für Entwicklungsländer beim Schutz von Arten und Ökosystemen bis spätestens 2025 auf 1,5 Milliarden Euro pro Jahr erhöhen. Das entspricht im Durchschnitt der letzten Jahre etwa einer Verdoppelung der Finanzmittel für die internationale Entwicklungszusammenarbeit im Bereich des Biodiversitätsschutzes ...

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Reserve AKW | Lecks | Risse

Lecks und Risse in Atomkraftwerken

Habecks Plan, zwei Kernkraftwerke als Notreserve vorzuhalten, steht vor dem Scheitern

Wirtschaftsminister Robert Habeck (Grüne) droht nicht nur bei seiner Gasumlage ein Rückschlag. Auch sein Vorschlag, die beiden Atomkraftwerke Isar 2 in Bayern und Neckarwestheim 2 in Baden-Württemberg wegen möglicherweise bevorstehender Energiepässe über den Jahreswechsel hinaus als »Notreserve« vorzuhalten, erweist sich immer mehr als unsinniges, technisch kaum machbares und überdies höchst gefährliches Ansinnen.

[...]

Weil es auch in der SPD mit der Atomgegnerschaft nicht sehr weit her ist und zudem viele Medien, angeführt von »FAZ« und »Welt«, kräftig für Laufzeitverlängerungen und Wiederinbetriebnahmen von AKW trommeln, sah sich Habeck in der Defensive: Sein »Kompromissangebot« sollte etwas Druck aus dem Kessel nehmen und gleichzeitig die Basis der Grünen mitnehmen. Dabei wäre ein wie behutsam auch immer gestaltetes Abrücken vom Ausstiegstermin 31. Dezember wohl ein Türöffner für ein atompolitisches Comeback.

 

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20. September

 

Isar | Neckarwestheim | Reserve AKW | Brennelemente

Energiekrise:

Was den Reservebetrieb von Atomkraftwerken kompliziert macht

Im Notfall sollen Isar-2 und Neckarwestheim II bis ins Frühjahr hinein Strom liefern. Mit den alten Brennelementen geht das aber nicht – und nun kommt auch noch ein Ventilleck dazu.

Das Szenario von Bundeswirtschaftsminister Robert Habeck klang einfach: Die drei verbleibenden Kernkraftwerke in Deutschland – Emsland, Isar-2 und Neckarwestheim II – produzieren ab Ende 2022 keinen Strom mehr, wie es das von der früheren schwarz-gelben Bundesregierung verabschiedete Atomgesetz vorsieht. Sollte es hingegen im Winter 2023 zu einer Stromknappheit kommen, vor der zum Beispiel die vier großen Stromnetzbetreiber nach einem Stresstest warnen, werden die Reaktoren der beiden Kraftwerke Isar-2 und Neckarwestheim II bei Bedarf kurzzeitig wieder angeschaltet ...

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Laufzeit | Streckbetrieb | Stresstest

Wir brauchen die Atomkraft nicht – auch nicht in dieser Energiekrise

Keine Laufzeitverlängerung, kein Streckbetrieb und nicht mal eine Atomkraft-Notreserve sind notwendig, um der Krise angemessen zu begegnen. Das zeigt ein genauer Blick auf den zweiten Stresstest

Keine Debatte werde so faktenfrei geführt wie die um eine Laufzeitverlängerungen der Atomkraftwerke, so brachte es Britta Haßelmann, Bundesfraktionsvorsitzende der Grünen, auf den Punkt. CDU-Chef Friedrich Merz jedenfalls lässt keine Gelegenheit aus, um zu behaupten, vor allem ein Weiterbetrieb der Atommeiler um drei bis fünf Jahre könne die gegenwärtige Energiekrise lösen. Ganz abgesehen von der Sicherheitsfrage, die in dieser Frage eigentlich an erster Stelle stehen müsste, lässt auch die Datenlage für den Strommarkt diesen Schluss nicht zu. Keine Laufzeitverlängerung, kein Streckbetrieb und nicht mal eine Atomkraft-Notreserve sind notwendig, um der Krise angemessen zu begegnen ...

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Nuklearkatastrophe | Saporischschja | Kriegstreiber

Wir arbeiten an der (nuklearen) Katastrophe

Seit ein paar Wochen steht das AKW Saporischschja in der Ukraine unter Beschuss – und in den Schlagzeilen. Seit ein paar Wochen machen unsere Medien mit diesem Beschuss und der Gefahr einer nuklearen Katastrophe richtig Angst. Dabei sind wir doch jetzt Führungsmacht!

Kommt der Krieg doch noch zu uns – in Form einer radioaktiven Wolke? Macht diese also nicht an der deutschen Grenze Halt, wie es uns deutsche Politiker versprochen hatten, als das AKW in Tschernobyl 1986 einen GAU verursachte?

Alle paar Tage unterrichtet man uns, dass die dramatische Lage um das AKW Saporischschja noch dramatischer sei. Die Dramatik hat kaum noch Steigerungspotenzial ...

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Taxonomie | Umweltschützer | Gemeinschafts klage

Umweltschützer planen Gemeinschaftsklage gegen EU-Taxonomie

"Erdgas und Atom sind nicht grün." Aber Atomkraft und Gas wurden von der EU-Kommission als nachhaltig und klimafreundlich eingestuft. Greenpeace und andere Umweltschutzorganisationen halten dies für einen "Rechtsbruch".

Auch diese Premiere wäre ein Zeichen der Zeitenwende: Es dürfte bald zu einer ersten Gemeinschaftsklage verschiedener Umweltschutzorganisationen auf europäischer Ebene kommen. "Anwälte der Erde und der Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland (Bund) haben zusammen mit anderen Umweltgruppen offiziell ein juristisches Verfahren" eingeleitet, das den EU-Taxonomie-Beschluss im Visier hat, wie der Bund informiert ...

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IsarLeckage | Reserve AKW

"Schleunigst abschalten"

Zukunft von Isar 2 ist wegen Leckage wieder offen

Ein defektes Ventil im Meiler Isar 2 bringt die Atomdebatte erneut ins Rollen. Auch wenn der Schaden wohl nicht gefährlich ist, dürfte er die Diskussion nun in eine andere Richtung lenken. Umwelt- und Wirtschaftsministerium wollen den Reservebetrieb des Kraftwerks überdenken.

Nach dem Bekanntwerden eines Ventilschadens im Kernkraftwerk Isar 2 in Bayern fordert der Bund Naturschutz (BN) die sofortige Abschaltung des Atommeilers. "Die schockierenden Informationen des Atomkraftwerksbetreibers Preussen-Elektra über einen anscheinend bis vor kurzem entweder nicht entdeckten oder vertuschten Schaden eines kaputten Ventils im Reaktor bestätigen die Befürchtungen des Bundes Naturschutz: Das Atomkraftwerk ist nicht sicher und muss schleunigst abgeschaltet werden", sagte der Landesvorsitzende des BN, Richard Mergner ...

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CorrectivGazprom | Lobby

Die Gazprom-Lobby

Wie Russland deutsche Politiker, Manager und Anwälte einspannte, um Deutschland von seinem Gas abhängig zu machen

Seitdem kaum noch russisches Gas durch die Pipelines fließt, haben alle begriffen: Ohne diesen Import wird es sehr viel teurer, Wohnungen zu beheizen und Geschäfte zu betreiben. In jedem Haushalt beginnt das große Rechnen: Wie viel Wärme können wir uns noch leisten? Betriebe fürchten um ihre Existenz. Doch warum wir so abhängig von Russland geworden sind, blieb bisher weitgehend im Dunkeln.

Eine Antwort: Russisches Gas vom Energieriesen Gazprom galt als günstig. Aber vor allem gab es Netzwerke aus deutschen Politikern und Politikerinnen, aus Energiemanagern und Anwälten, die Deutschland über Jahre in eine gefährliche Abhängigkeit führten. Einiges ist schon bekannt – wir können nun erstmals ein umfassendes Bild dieser russischen Gazprom-Lobby zeigen, das wir fortlaufend aktualisieren ...

 

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19. September

 

Isar | Ventil Leck

Umweltministerium – Neue Sachlage bei Atom-Reserve nach Isar-2-Leck

Das Bundesumweltministerium will die Pläne zu einer AKW-Bereitschaftsreserve nach einer Schadensmeldung am Reaktor Isar-2 überprüfen. „Das Bundesumweltministerium prüft ebenso wie das Wirtschaftsministerium die neue Sachlage und ihre Auswirkungen für die Konzeption und Realisierung der Bereitschaftsreserve“, teilte das Umweltressort am Montag mit. Hintergrund sei, dass der Betreiber PreussenElektra in der vergangenen Woche über ein Ventil-Leck am Reaktor informiert habe. Die Sicherheit sei nicht gefährdet. Der Meiler könne auch bis zum eigentlich geplanten Abschaltdatum Ende des Jahres laufen. Sollte er aber darüberhinaus laufen müssen, sei ein einwöchiger Stillstand und Reparatur schon im Oktober nötig ...

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Gaspreis | Gasspeicher

Gaspreise: (Stand: 19.09.2022)

Eine Kilowattstunde Erdgas kostet den Verbraucher 21,75 Cent.

Eine Megawattstunde Erdgas kostet an der Börse 180 Euro.

So teuer ist Gas aktuell und könnte es in Zukunft werden

Die ohnehin hohen Gaspreise steigen weiter. Experten warnen angesichts der Gaspreisentwicklung vor bis zu 200 Prozent höheren Rechnungen für Verbraucher. Das Wichtigste im Überblick.

Seit einem Jahr erleben die Gaspreise in Deutschland einen rasanten Anstieg. Die plötzlich steigende Nachfrage nach Gas gegen Ende der weltweiten Coronapandemie im vergangenen Herbst löste die Preisrally aus. Ein Vielfaches weitergetrieben durch die Folgen des Ukrainekriegs, sind die Kosten für eine Megawattstunde (MWh) Erdgas mittlerweile auf einem nie da gewesenen Allzeithoch.

[...]

Dabei wird der größte Preissprung erst 2023 in der Bevölkerung ankommen.
Verbraucher sind entsprechend verunsichert, worauf sie sich in den kommenden Monaten einstellen müssen ...

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Taxonomie | Naturschützer | wollen klagen

Atom und Gas

Naturschützer wollen gegen "grüne" Einstufung klagen

Wer in Atomkraftwerke oder Gasinfrastruktur investiert, tut künftig nach neuen EU-Regeln etwas fürs Klima. Umweltschützer haben das scharf kritisiert - und schreiten mit einem Ultimatum zur Tat.

Brüssel - Mehrere Umweltorganisationen wollen gegen neue EU-Regeln klagen, die Atomkraftwerke und Gasinfrastruktur ab Januar als klimafreundliche Projekte einstufen. Unter anderen fordern der WWF, Greenpeace und der BUND die EU-Kommission dazu auf, die entsprechende Regelung zurückzuziehen, wie am Montag aus zwei Mitteilungen hervorging. Die Brüsseler Behörde hat nun bis Februar Zeit, um darauf zu reagieren. Ansonsten wollen die Umweltschützer vor den Europäischen Gerichtshof (EuGH) ziehen ...

 

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18. September

 

Strompreis Markt | Erneuerbar | Merit Order

Neuer Strom-Markt für 100 Prozent Erneuerbare bis 2030

Die Strompreise explodieren auch wegen einer verfehlten Strommarktordnung. Wir brauchen dringend eine neue, die sich an den kostengünstigen dezentralen erneuerbaren Energien orientiert statt an maximalen Gewinnen fossiler Energiekonzerne. Aber auch überzogene Gewinne von Solar- und Windstromerzeugern sind zu beenden.

Schon vor dem Aggressionskrieg Russlands gegen die Ukraine schossen die Energiepreise in die Höhe – aufgrund weltweiter Engpässe bei der Verfügbarkeit fossiler und atomarer Rohstoffe. Mit dem Krieg wurde dann vor allem der Erdgaspreis nach oben getrieben, da Putin Energie auch als Waffe gegen die EU einsetzt.

Dass Putin überhaupt diese Marktmacht hat und Energie politisch missbrauchen kann, ist das Ergebnis einer massiv verfehlten Energiepolitik unter 16 Jahren Merkel-Regierung. Dazu gehören ein gesetzlich verordnetes Abwürgen der erneuerbaren Energien, eine Laufzeitverlängerung der Atomkraftwerke (vor der Kehrtwende mit dem Atomausstieg) sowie die immer stärkere Energieabhängigkeit von ausländischen Lieferanten, besonders Russland.

Die weitere Aufheizung der Erde, die zunehmenden Dürren und Hitzewellen in der EU sind Zeugnis dieser verfehlten Energiepolitik unter Merkel, geschaffen von den zuständigen Ministern Gabriel (SPD), Rösler (FDP) und Altmaier (CDU) ...

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Agri Photovoltaik | Landwirtschaft | Solar

Warum Landwirte sich jetzt für Solar-Anlagen begeistern

In Niedersachsen steht Deutschlands größte Agri-Photovoltaik-Anlage. So nennt man Anlagen, die auf einem Acker stehen und Solarstrom erzeugen. Immer mehr Landwirte schätzen die Vorzüge - auch für ihre Ernte.

Das Wort "Agri-Photovoltaik" kannte Robert Lettenbichler bis vor vier Jahren gar nicht. Dann aber faszinierte ihn die Idee, auf einem Acker eine Solaranlage zu errichten. Inzwischen kann der 44-Jährige als ein Vorreiter der Technologie gelten. Denn auf dem Grund und Boden seiner Familie im Wendland steht die größte Agri-Photovoltaik-Anlage Deutschlands. Sie liefert Strom, während auf dem Boden Kräuter wachsen. Die Anlage bei Lüchow ist sechs Meter hoch. So kann ein Trecker locker drunterherfahren. Links und rechts am Feldrand - und noch einmal in der Mitte - stehen Stützpfeiler aus Stahl. Insgesamt ist die Anlage 36 Meter breit. Auf dem Gerüst sind Solarmodule angebracht - aber mit Lücken, sodass noch Sonnenlicht auf das Feld fallen kann. Lettenbichler hat für das Feld Schnittlauch ausgewählt, weil die Pflanze zu den Halbschattengewächsen zählt und daher auch unter der Solaranlage gut gedeihen kann ...

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NordkoreaAtomprogramm | MIK | Waffengeschäft

Atommacht Nordkorea

So finanziert Nordkorea sein milliardenschweres Atomprogramm

Nordkorea ist eine Atommacht. Vor kurzem hat Führer Kim Jong-Un verkündet, dieser Status sei nicht verhandelbar und werde nie aufgegeben. Das normale Volk zahle dafür einen hohen Preis, auch mit Arbeitssklaven für China, Russland oder Katar, erklärt der deutsche Wirtschaftsprofessor Ralph Wrobel.

SRF News: Wie kann sich Nordkorea als eines der ärmsten Länder der Welt ein Atomwaffenprogramm leisten?

Ralph Wrobel: Nordkorea ist ein sehr armes Land mit grossen wirtschaftlichen Problemen aufgrund der noch herrschenden Planwirtschaft. Das ist aber auch ein Vorteil, denn in einer Planwirtschaft ist Zwangssparen möglich. Auf Kosten von Konsum und Bevölkerung kann das Land Industrialisierungs- und auch Atom- und Raketenprojekte finanzieren. Dies geht in der Marktwirtschaft in der Regel nicht ...

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Verursacher sollen zahlen | Abfallentsorgung | Einwegplastik

Teure Müllentsorgung:

Wer vermüllt, soll zahlen

Das Umweltministerium will Hersteller von Einwegplastik an den Kosten der Abfallentsorgung beteiligen. Die Gesetzesvorlage soll im Herbst vorliegen.

Bundesumweltministerin Steffi Lemke will die Hersteller von Einwegplastik bald an den Kosten zur Beseitigung entsprechender Abfälle aus Parks und Straßen beteiligen. Sie bereite einen Gesetzentwurf vor, sagte Lemke der Deutschen Presse-Agentur. Mit den Verboten für einige Plastikprodukte habe Deutschland erste wichtige Schritte getan. „Ich will noch weitergehen“, betonte die Grünen-Politikerin ...

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Offshore | Solar | Photovoltaik

Pläne für die Nordsee

Die Solarbranche zieht es aufs Wasser

In der Nordsee sollen demnächst zwischen Offshore-Windrädern schwimmende Solarinseln entstehen. Das könnte die Platznot an Land lindern. Erste Pilotanlagen sind bereits in Betrieb.

Viel Platz, keine Nachbarn, günstiges Wetter – das Meer bietet beste Bedingungen, um grünen Strom zu erzeugen. So sind vor den deutschen Küsten heute bereits 1.500 Offshore-Windräder installiert .

Nun zieht es auch die Solarbranche aufs Wasser: In den nächsten Jahren sollen in der Nordsee mehrere schwimmende, fest verankerte Fotovoltaikanlagen installiert werden ...

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Vereinigte Staaten | Broken Arrow

18. September 1980 (Raketentreibstoff-Explosion) Damascus, USA

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Wikipedia

Unfälle mit Titan-Interkontinentalraketen

18. September 1980 – Komplex 374-7, Little Rock AFB, Arkansas

Bei Wartungsarbeiten an der Titan-II-Rakete im Silo 374-7 ließ ein Soldat die Nuss eines Schraubenschlüssels fallen. Diese stürzte ins Silo und schlug den mit Aerozin-50 gefüllten Treibstofftank der ersten Raketenstufe leck. Nachfolgend wurde das Silo und später das Startkontrollzentrum des Komplexes evakuiert. In den frühen Morgenstunden des 19. September sollten zwei Zweimannteams den Komplex betreten und eine Bestandsaufnahme vornehmen. Um 3 Uhr morgens entzündete sich der Treibstoff und die Rakete explodierte im Silo. Durch die Explosion wurden 22 Personen verletzt, einer der Soldaten erlag später seinen Verletzungen im Krankenhaus. Die 740 t schwere Siloabdeckung landete etwa 200 m vom Silo entfernt. Der Mk.6-Wiedereintrittskörper wurde zerstört, der darin befindliche W-53-Sprengkopf (9 Megatonnen Sprengkraft) wurde jedoch weitgehend intakt in etwa 100 m Entfernung vom Silo gefunden. Das Silo 374-7 wurde komplett zerstört, das Startkontrollzentrum blieb jedoch vollkommen intakt.

Der Dokumentarfilm Damascus, USA. Der GAU (englisch: Command and Control, deutsche Erstausstrahlung bei arte am 21. Juli 2020) handelt von diesen Ereignissen. SAC beschloss wegen der hohen Kosten, das Silo nicht wieder herzurichten. Der Unfall offenbarte viele Mängel im Management des Titan-II-Programmes durch SAC und trug zum Beschluss zur Ausmusterung der Raketen bei ...

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arte Doku - 01:27:29

Damascus, USA. Der GAU

Zeithistorischer Thriller über einen Unfall in einem Atomwaffensilo der USA, der um ein Haar mehrere amerikanische Großstädte vernichtet hätte: Anhand der Erinnerungen von Luftwaffen-Soldaten, Rüstungsingenieuren und Ersthelfern wird die Kette der Ereignisse im US-amerikanischen Städtchen Damascus nachgezeichnet, die beinahe zur nuklearen Katastrophe geführt hätten.

 

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17. September

 

Ukraine | Saporischschja | Stromnetz

Hauptleitung wiederhergestellt

AKW Saporischschja hängt wieder am Stromnetz

Die Unsicherheit um das AKW Saporischschja in der Ukraine bleibt. Doch zumidnest hängt das größte europäische Atomkraftwerk wieder am Stromnetz. Die externe Energiezufuhr stellt auch die Reaktorkühlung sicher. Laut IAEA gibt es aber weiterhin Kämpfe in dem Gebiet.

Das komplett von der externen Stromversorgung abgeschnittene ukrainische Atomkraftwerk Saporischschja wird wieder aus dem nationalen Netz versorgt. Die inzwischen reparierte 750 Kilovolt-Leitung versorge Europas größtes Atomkraftwerk mit der Energie, die es für die "Reaktorkühlung und andere unerlässliche Sicherheitsfunktionen" benötige, teilte die Internationale Atomenergiebehörde (IAEA) mit ...

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Russland | Türkei | Akkuyu

Konflikt um AKW-Baustelle

Putin und Erdoğan legen Atom-Zwist bei

Wer darf das Atomkraftwerk Akkuyu in der Türkei bauen? Über Wochen stritt eine türkische Baufirma mit dem russischen Rosatom-Konzern. Nun wurde der Streit offenbar beigelegt – bei einem Gespräch von Putin und Erdoğan.

Russlands Präsident Wladimir Putin und der türkische Staatschef Recep Tayyip Erdoğan haben den schwelenden Konflikt um den Milliardenbau des Atomkraftwerks Akkuyu offenbar entschärft. Eine Übereinkunft sei getroffen worden, sagt Erdoğan am Rande des Treffens der SCO, eines von China und Russland geführten Sicherheitsbündnisses. Bei Akkuyu handelt es sich um ein Kernkraftwerk, das derzeit an der türkischen Mittelmeerküste errichtet wird. Federführend dabei ist das Unternehmen Rosatom, eine russische Staatsfirma. Der Auftragswert des Projekts: mehr als 20 Milliarden Dollar.

In den vergangenen Wochen war es zu heftigen Auseinandersetzungen um die Baustelle gekommen: Laut türkischen Medienberichten hatte Rosatom einer türkischen Baufirma Aufträge entzogen. Diese protestierte gegen das Vorgehen, die Bauarbeiten wurden teilweise eingestellt. Gerüchte machten die Runde, 7000 türkische Bauarbeiter würden ihre Arbeit verlieren ...

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Trockenheit | Klimawandel | Grundwasser

Flüsse und Binnengewässer schrumpfen weltweit

Immer mehr Binnengewässer leiden unter den Folgen des Klimawandels. Immer öfter vertrocknen Bäche und Seen und sinken Grundwasserpegel. In den meisten Regionen ist ein sparsamer Umgang mit Wasser daher ratsam.

Seit fünf bis zehn Jahren sinken hierzulande die Grundwasserpegel. An vielen Stellen schwinden die Bäche, kleinere Seen fallen trocken. Dies ist vor allem an den versiegenden Quellen in den Mittelgebirgen zu sehen. Bei rund vier Prozent aller großen Grundwasserkörper in Deutschland überschreitet die Wasserentnahme die Grundwasserneubildung in einem erheblichen Umfang ...

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Russland | Sanktionen | Atom-U-Boot

Was wird aus Russlands Nuklearprojekten im Ausland und dem eigenen "nuklearen Erbe"?

Nach der Invasion der Ukraine und den folgenden Sanktionen steht Russland bei der Lösung wichtiger Fragen zur nuklearen Sicherheit im Land allein da. Die Projekte werden wohl auf Sparflamme weiterlaufen. Unklar ist hingegen die Zukunft von AKW-Neubauten im Ausland.

Die internationalen Sanktionen, die seit Ende Februar gegen Russland verhängt werden, betreffen alle Bereiche. Das Land ist von jeglicher internationaler Zusammenarbeit isoliert, von der Wirtschaft bis zum Umweltschutz, was nach der Annexion der Krim 2014 noch nicht der Fall war.

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Etwa hundert ausgemusterte Atom-U-Boote rosteten an den Ufern von Militärstützpunkten vor sich hin und warteten auf ihre Entsorgung. Das Land hatte kein Geld, keine Technologien und keine Erfahrung, um solche Objekte zu entsorgen und in einen sicheren Zustand zu versetzen.

Ab Mitte der 1990er Jahre, als die internationale Gemeinschaft sich dieser Tatsache bewusst geworden war, wurde mit enormer finanzieller Unterstützung durch Geberländer die Bewältigung dieses nuklearen Erbes in Angriff genommen ...

 

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Aktuelles+ 17. September

 

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Niedrigstrahlung | radioaktive Strahlung | Leibstadt | Trisomie 21

«Auch ionisierende Niedrigstrahlung stellt ein Risiko dar»

Studien zeigen einen Verdacht – Experten bezweifeln ihn. Die WHO ist bei der Forschung zu radioaktiver Strahlung nicht frei.

Im Kernkraftwerk Leibstadt kam es im August 2010 zu einem Unfall. Bei der jährlichen Revision der Anlage arbeitete ein Taucher in den Wasserbecken des Kraftwerks. Am Boden des Beckens lag ein Metallrohr. Er hob es auf und legte es in einen Korb. 

Als seine Kollegen den Korb hochzogen und dieser noch rund zwei Meter unter der Wasseroberfläche gewesen sei, ging der Strahlenalarm los. «Hätte man den Korb ganz aus dem Wasser gezogen, hätten alle im Raum eine tödliche ­Dosis erhalten», sagte der Taucher später gegenüber dem «Gesundheitstipp». Der Taucher wurde bei dem Unfall verstrahlt. Seine rechte Hand habe eine Strahlendosis erhalten, die ungefähr 150’000 Röntgenaufnahmen der Brust entsprochen habe, erklärte er.

Das Eidgenössische Nuklearsicherheitsinspektorat (ENSI) stufte das Vorkommnis als Störfall ein. In die Umgebung ist laut dem Leiter Information des Kernkraftwerks Leibstadt damals keine Radioaktivität gelangt: «Mit dem Ereignis von 2010 war keine zusätzliche Strahlenexposition der lokalen Bevölkerung verbunden. Die in der Umgebung gemessene Strahlung (zu über 99 Prozent natürliche Strahlung) blieb in der ganzen Zeitperiode unverändert und ist tiefer als an vielen anderen Orten der Schweiz.»

Umso mehr verwundert eine Studie des deutschen Mathematikers Hagen Scherb. Sie zeigt nach 2010 eine deutliche Veränderung des Geschlechterverhältnisses von Knaben- zu Mädchengeburten in der Gegend um das Atomkraftwerk Leibstadt. Als Grund vermutet Scherb ionisierende Strahlung ...

 

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Hintergrundwissen

 

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reaktorpleite.de

 

Karte der nuklearen Welt:

Scherbs Studie zeigt nach 2010 eine deutliche Veränderung des Geschlechterverhältnisses von Knaben- zu Mädchengeburten in der Gegend um das Atomkraftwerk Leibstadt ...

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Die interne Suche:

Niedrigstrahlung

brachte u.a. folgende Ergebnisse:

Radioaktive Niedrigstrahlung ist ionisierende Strahlung, die täglich in niedriger Dosis auf uns einwirkt, sich aber im Laufe der Zeit immer weiter anreichert!

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Gefahren ionisierender Strahlung - Wissenschaftler verweisen auf neue Datenlage

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Strahlenwirkung auf Menschen

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Genetische Schäden

 

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YouTube

 

Stichwortsuche: Niedrigstrahlung Genetische Schäden

https://www.youtube.com/results?search_query=Niedrigstrahlung+Genetische+Schäden

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Videos:

Bundesamt für Strahlenschutz - 02:07

Wie wirkt Strahlung auf den Menschen?

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ZDF spezial - 02:29

Wie Radioaktivität den Mensch schädigt!

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Deutsche Fernsehgeschichte - 01:06:28

Von wegen, wir haben nichts davon gewusst! Diese Sendung ist von 1958.

Atomstaub über uns - Gefahren radioaktiver Strahlung (Dokumentation, 1958)

 

Wird in einem neuen Fenster geöffnet! - YouTube-Kanal "Reaktorpleite" Playlist - Radioaktivität weltweit ... - https://www.youtube.com/playlist?list=PLJI6AtdHGth3FZbWsyyMMoIw-mT1Psuc5Playlist - Radioaktivität weltweit ...

In dieser Playlist finden sich über 150 Videos zum Thema

 

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Ecosia

Diese Suchmaschine pflanzt Bäume!

 

Stichwortsuche: Niedrigstrahlung Genetische Schäden

https://www.ecosia.org/search?q=Niedrigstrahlung+Genetische+Schäden

 

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Wikipedia

 

Radioaktivität in der Umwelt

Radioaktivität kommt in unserer Umwelt teils natürlich (ohne Zutun des Menschen) vor, teils wurde oder wird sie durch menschliche Tätigkeiten erzeugt („anthropogen“). Ursachen natürlicher radioaktiver Strahlung sind primordiale Radionuklide mit ihren Folgeprodukten sowie Nuklide, die durch die kosmische Strahlung in der Erdatmosphäre erzeugt werden. Menschlich verursachte Radioaktivität weist meist eine von der natürlichen abweichende Isotopenzusammensetzung auf, denn sie enthält auch kurzlebige, nicht in Zerfallsreihen oder Spallationsprozessen entstehende Radionuklide.

Vom Menschen erzeugte oder freigesetzte Radioaktivität

Schon lange vor Entdeckung der Radioaktivität wurden durch menschliche Tätigkeiten wie Bergbau und Kohleverbrennung radioaktive Stoffe freigesetzt. Paracelsus beschrieb 1567 die Schneeberger Krankheit. Metallerze und Kohle enthalten mehr Radionuklide als die durchschnittliche Biosphäre; Schachtanlagen befördern Radon aus dem Erdinnern an die Oberfläche.

Mit der Förderung von Uran, dem Bau von Kernkraftwerken und vor allem dem Bau und dem oberirdischen Test von Kernwaffen wurde Radioaktivät in die Biosphäre entlassen, die globale Auswirkungen hatte.

Große Mengen an radioaktiven Substanzen wurden (neben den Atomtests bis 1963) durch Unfälle kerntechnischer Anlagen frei ...

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Strahlenexposition

Als Strahlenbelastung oder auch Strahlenexposition bezeichnet man die Einwirkung von ionisierender Strahlung auf Lebewesen oder auf Materie. Im Gegensatz zum Begriff Strahlenexposition setzt Strahlenbelastung im Sprachgebrauch des Strahlenschutzes eine schädigende Wirkung voraus.

Strahlenexposition durch künstliche Quellen

Kerntechnische Anlagen

Ein weiterer, allerdings sehr geringer Teil der zivilisatorischen Strahlenexposition ist auf den Normalbetrieb von kerntechnischen Anlagen, beispielsweise Kernkraftwerken, zurückzuführen. Technisch bedingt gelangen beim Betrieb von Kernkraftwerken geringe Mengen radioaktiver Stoffe über den Kamin in die Luft oder werden über das Kühlwasser in die Umgebung abgegeben. Die daraus resultierende effektive Dosis liegt im Mittel unter 10 µSv pro Jahr, also weit unterhalb der natürlichen Strahlenexposition. Dennoch sind laut einer Studie, deren Ergebnis das Bundesamt für Strahlenschutz bestätigt, in der Nähe von deutschen Kernkraftwerken (Umkreis von 5 km) bei Kindern unter 5 Jahren häufiger Leukämieerkrankungen zu beobachten als im statistischen Mittel. Aufgrund der geringen radioaktiven Abgabe von Leistungsreaktoren (Faktor 1.000 zu niedrig) kann der Befund nicht mit den Leistungsreaktoren als Alleinverursacher erklärt werden. Um die Ursache dieses Zusammenhangs erklären zu können, sind weitere Untersuchungen notwendig ...

 

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Newsletter XXXVI 2022 - 09. bis 16. September | Zeitungsartikel 2022

 

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