Newsletter XXVII

14. - 21. Juni 2021

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Aktuelles+ Hintergrundwissen

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21.06.2021 - Russland und China bei AKW-Auftrag in Tschechien aus dem Spiel

Russland und China bleiben bei einem milliardenschweren AKW-Projekt in Tschechien definitiv aus dem Spiel. Der teilstaatliche Energiekonzern CEZ verschickte einen "Sicherheitsfragebogen" zur Vorprüfung der Bewerber nur an drei Firmen, wie das Unternehmen am Montag mitteilte. Es handelt sich um den französischen EDF -Konzern, die US-amerikanische Firma Westinghouse und das südkoreanische Unternehmen KHNP.

Es geht bei den Ausbau des Atomkraftwerks Dukovany um einen neuen Reaktorblock, der mehr als sechs Milliarden Euro kosten soll. Dukovany liegt rund 100 Kilometer nördlich von Wien und 210 Kilometer östlich von Passau. Derzeit sind in Dukovany vier Reaktorblöcke der sowjetischen Bauart WWER 440/213 in Betrieb, die mehr als 30 Jahre alt sind ...

 

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Endlagersuche in China

21.06.2021 - China beginnt mit dem Bau eines unterirdischen Labors

Der Bau des unterirdischen Forschungslabors Beishan in der Nähe der Stadt Jiuquan in der chinesischen Provinz Gansu hat begonnen, teilte die chinesische Atomenergiebehörde (CAEA) mit. Das Labor, das in der Wüste Gobi bis zu 560 Meter unter der Erde in Granit liegen wird, soll dazu dienen, die Eignung des Gebietes für die langfristige Lagerung von hochradioaktivem Abfall zu testen. 

Am 17. Juni fand am Standort Beishan ein erster Spatenstich statt. An der Veranstaltung nahmen unter anderem Vertreter der CAEA, des Ministeriums für Ökologie und Umwelt, der Provinz Gansu, der Stadt Jiuquan, des Landkreises Subei, der China National Nuclear Corporation, der China Uranium Company Limited und des Pekinger Geologischen Forschungsinstituts der Nuklearindustrie teil.

"Dies wird das größte unterirdische Labor der Welt mit den umfassendsten Funktionen und der größten Beteiligung sein", sagte CAEA. "Es wird eine wichtige wissenschaftliche Forschungsplattform für den Bau eines tiefen geologischen Endlagers für hochradioaktive Abfälle bieten, den Prozess der sicheren Entsorgung hochradioaktiver Abfälle beschleunigen und die gesunde und nachhaltige Entwicklung der Atomindustrie sicherstellen." ...

Übersetzt mit www.DeepL.com/Translator (kostenlose Version)

 

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21.06.2021 - Iran schaltet Atomkraftwerk nach »technischem Fehler« vorerst ab

Das Atomkraftwerk Buschehr ist das einzige Irans. Einer staatlichen Behörde zufolge wurde es nun für einige Tage heruntergefahren. Stromausfälle könnten die Folge sein.

Das iranische Atomkraftwerk Buschehr ist nach Behördenangaben wegen eines »technischen Fehlers« heruntergefahren worden. Die Anlage sei »vorübergehend abgeschaltet und vom Stromnetz genommen worden«, teilte die iranische Atomenergiebehörde auf ihrer Internetseite mit. Eine genauere Beschreibung des Problems gab es zunächst nicht ...

 

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18.06.2021 - Kein Öko-Label für Gas und Atom: IPPNW warnt vor Plänen zur EU-Taxonomie

Verhandlungen über Nachhaltigkeitskriterien für EU-Investitionen

Anlässlich der heutigen Verhandlungen der EU-Wirtschafts- und Finanzminister*innen zur geplanten EU-Taxonomie, warnen die Internationalen Ärzt*innen für die Verhütung des Atomkrieges (IPPNW) davor, fossiles Gas und Atomenergie als nachhaltige EU-Investitionen einzustufen. Zusammen mit drei weiteren Verbänden demonstrieren die Mediziner*innen vor den Vertretungen der EU-Kommission in Berlin, München und Bonn gegen das Greenwashing von Gas- und Atomlobby und fordern die Bundesregierung auf, sich klar gegen Atomkraft und Gas als nachhaltige Energieträger zu positionieren.

„Die EU-Taxonomie läuft Gefahr, von den Regierungen in Berlin und in Paris gekapert zu werden. Deutschland möchte Erdgas auf die Liste setzen, Frankreich um jeden Preis die Atomenergie. Im ungünstigsten Fall könnten sich die zwei wirtschaftsstärksten Länder der EU auf einen Kompromiss einigen – und beide Energieträger als nachhaltig deklarieren. Für die europäische Energiewende und das Klima hätte das fatale Folgen“, mahnt Dr. med. Angelika Claußen, Vorsitzende der IPPNW ...

 

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Verstaatlichung

17.06.2021 - Berlin kauft Stromnetz von Vattenfall zurück

Das Berliner Stromnetz gehört künftig wieder dem Staat. Das Abgeordnetenhaus stimmte dem Rückkauf der Betreibergesellschaft von Vattenfall zu. Berlin zahlt dafür über zwei Milliarden Euro – und hofft auf Gewinne.

Nach jahrelangen Diskussionen kommt das Berliner Stromnetz wieder in öffentliche Hand. Das Abgeordnetenhaus stimmte dem Rückkauf der Stromnetz Berlin GmbH, die zum Vattenfall-Konzern gehört, mit seiner rot-rot-grünen Mehrheit am Donnerstag zu. Der reine Kaufpreis liegt bei gut zwei Milliarden Euro. Hinzu kommen nach Angaben der Finanzverwaltung Anschaffungsnebenkosten in Millionenhöhe, etwa Kaufpreiszinsen. Finanzsenator Matthias Kollatz (SPD) nannte den Rückkauf einen Meilenstein für Berlin.

Der Berliner Senat versucht seit Längerem, Privatisierungen der vergangenen Jahrzehnte rückgängig zu machen. Die Landesregierung hatte daher den Rückkauf des Stromnetzes bereits Ende April beschlossen. Nun gab auch das Landesparlament seine Zustimmung ...

 

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17.06.2021 - AKW Grohnde: Atomkraftgegner kritisieren Rückbaupläne

Bis Ende des Jahres ist das Atomkraftwerk Grohnde im Landkreis Hameln-Pyrmont noch am Netz. Über die Rückbaupläne gibt es schon jetzt Ärger. Konkret geht es um Material aus der Nähe des Reaktors.

Betreiber PreussenElektra wird alle hochradioaktiven Teile ausbauen. Diese sollen später in ein Endlager gebracht werden - wenn es irgendwann eins gibt. Gleiches gilt für schwach- und mittelradioaktive Teile. Alles, was nur eine geringe Radioaktivität hat, wird freigemessen, wie es im Fachjargon heißt. Das aber finden Atomkraftgegner völlig inakzeptabel.

Streit dreht sich um Material aus dem Kontrollbereich

Rund 700.000 Tonnen Reststoffe fallen beim Abbau des Kernkraftwerks Grohnde an. Weniger als ein Prozent dieser Masse muss als radioaktiver Abfall entsorgt werden. Der größte Teil ist zum Beispiel Bauschutt, der recycelt werden kann. Damit haben die Atomkraftgegner auch kein Problem. Gestritten wird über das Material in der Nähe des Reaktors, aus dem Kontrollbereich. Apparaturen, Aggregate, Beton und Metallschrott sind leicht radioaktiv.

Weniger als die natürliche Strahlung

Die Strahlung soll aber weit unterhalb der natürlichen Strahlung liegen, der jeder Bürger in der Umwelt ohnehin ausgesetzt ist. AKW-Betreiber PreussenElektra hat deshalb beantragt, diese Stoffe freizumessen - sie zu deponieren, zu verbrennen oder zu recyceln.

Bürgerinitiative weist auf das Atomgesetz hin

Britta Kellermann von der Anti-AKW "Regionalkonferenz Grohnde abschalten" findet das völlig inakzeptabel. Auch geringe radioaktive Strahlung sei erwiesenermaßen gefährlich. Zudem müsse man sie zu der Hintergrundstrahlung hinzu addieren. Das Atomgesetz schreibe vor, radioaktives Material abzuschirmen und zu überwachen und nicht in der Landschaft zu verteilen, so Kellermann ...

 

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17.06.2021 - China bestätigt Probleme in Atomreaktor, verneint Strahlungsaustritt

Von 60.000 Brennstäben sei eine Handvoll beschädigt, sagt Chinas Atombehörde. Erhöhte Radioaktivität gäbe es aber nur innerhalb der Reaktorhülle.

Chinas Atomaufsicht hat ein Leck im südchinesischen Atomkraftwerk Taishan bestritten, aber Probleme mit Brennstäben eingeräumt. Die Behörde für nukleare Sicherheit teilte am Donnerstag über den Kurznachrichtendienst Weibo mit, es seien schätzungsweise fünf der 60 000 Brennstäbe beschädigt. Dadurch gebe es in Reaktor 1 erhöhte Radioaktivität, die aber innerhalb erlaubter Grenzen liege.

"Die Betriebssicherheit des Atomkraftwerkes ist garantiert", sagte die Behörde der Volksrepublik. Es gäbe kein Leck, da alles innerhalb der Schutzhülle des Reaktors geschehe. Messungen außerhalb des Atomkraftwerks hätten gezeigt, dass alle Werte normal seien. Einen Bericht des US-Nachrichtensenders CNN, demzufolge die Atomaufsicht eine Erhöhung des Grenzwerts erlaubt haben soll, nannte ein Verantwortlicher "nicht wahr" ...

 

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16.06.2021 - RWE-Tribunal tagt am „Tatort"

Auftakt im Rheinischen Braunkohlerevier in Lützerath / Betroffene wehren sich gegen RWE-Konzern und NRW-Landesregierung 

Termin: Freitag, 18. Juni, 18 Uhr bis Sonntag, 20. Juni, 16 Uhr
Ort: Zirkuszelt gegenüber Hofgut von Eckhardt Heukamp, Lützerath 7A, 41812 Erkelenz

An diesem Wochenende kommen in Lützerath am Rande des Braunkohletagebaus Garzweiler II Klimaverbrechen, Gesundheitsschädigung, Heimatvertreibung und Umweltzerstörung durch die RWE AG zur Anklage.

In dem öffentlichen RWE-Tribunal mit Ankläger*innen, einer Jury und vielen Zeug*innen soll der gesamte „NRWE-Komplex" verhandelt werden. Das RWE-Tribunal ersetzt aber keine Klagen vor Gerichten; es soll Öffentlichkeit herstellen und durch die Anhörung von Zeug*innen und Sachverständigen weitere Klagen vorbereiten.

„Die Jury des Tribunals wird sich in ihrer Beurteilung der ´Verbrechen´ durch RWE vor allem auf die allgemeine Erklärung der Menschenrechte beziehen", erklärt Alfred Emilio Weinberg, Mitglied des Rates von Attac Deutschland.

Auch die oft traumatisierenden Folgen der Vertreibung bzw. Zwangsumsiedlung werden neben den allgemeinen gesundheitlichen Folgen des Abbaus und der Verstromung der Braunkohle durch RWE in einem zivilgesellschaftlichen Prozess verhandelt.

Christiane Niesel vom RWE-Tribunal erklärt: „Wir möchten den von Zwangsumsiedlung betroffenen Menschen eine Plattform bieten, dieses Unrecht anklagen zu können." Artikel 12 der Allgemeinen Erklärung der Menschenrechte besagt: „Niemand darf willkürlichen Eingriffen in sein Privatleben, seine Familie, sein Heim... ausgesetzt werden."

Der Lützerather Landwirt Eckhardt Heukamp klagt gegen das Land NRW, um seine Zwangsenteignung durch RWE abzuwenden. Er wird einer der Zeugen auf dem RWE-Tribunal sein. „Ich werde auf alle Fälle bis zum Schluss auf meinem Hof bleiben", beteuert Heukamp. „Der RWE-Konzern versucht seit Jahren, mit allen Mitteln gegen mich vorzugehen. Aber ich hoffe, dass meine Klage durchkommt. Ich bin sehr froh, dass mir durch das RWE-Tribunal der Rücken gestärkt wird. Es ist passend, dass das Tribunal praktisch am Tatort tagt – nur wenige hundert Meter von der Tagebaukante entfernt."

Als Sachverständige beim Tribunal gibt die Expertin der Gesellschaft für bedrohte Völker (GfbV), Tjan Zaotschnaja, Auskunft über die humanitären Folgen und Umweltauswirkungen des Steinkohleabbaus im südsibirischen Kuzbass. „RWE ist wichtiger Importeur und somit mitverantwortlich für die Zerstörung der Umwelt im Land der Schoren, schwerste Gesundheitsschäden und Vertreibung der indigenen Bevölkerung bis hin zur Flucht ins Exil."

Das RWE-Tribunal findet vom 18. bis 20. Juni in einem Zirkuszelt beim Hofgut von Eckhardt Heukamp in Erkelenz-Lützerath statt. Es wird von Klimaaktivist*innen, Umweltschützer*innen und von Zwangsumsiedlung im Rheinischen Braunkohlerevier bedrohten Menschen vorbereitet. Attac Deutschland, der Dachverband der Kritischen Aktionärinnen und Aktionäre und RLS NRW unterstützen das Tribunal.

 

Weitere Informationen:

www.rwe-tribunal.org und www.kritischeaktionaere.de/rwe/rwe-tribunal

Facebook: https://www.facebook.com/rwetribunal

Twitter: https://twitter.com/NRWE_Tribunal

Instagram: https://www.instagram.com/rwe_tribunal/

 

Kontakte:

· Alfred Emilio Weinberg, Attac Deutschland, Mobil-Tel. 0172-4163788, alfred_weinberg@web.de

· Christiane Niesel, Koordinierungsgruppe RWE-Tribunal, Mobil-Tel. 0178-8050108, christiane.niesel@web.de

· Markus Dufner, Dachverband der Kritischen Aktionärinnen und Aktionäre, Mobil-Tel. 0173-713 52 37, dachverband@kritischeaktionaere.de

· Yvonne Bangert, Gesellschaft für bedrohte Völker, Referentin für indigene Völker, y.bangert@gfbv.de , Tel. 0551/4990614

 

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Schreibt Bill Gates jetzt persönlich im Spiegel?

Wenn es nicht so grausam wäre, könnte ich mich schlapp lachen ...

15.06.2021 - Irak baut acht neue Atomkraftwerke

Immer wieder wird der Irak von Stromausfällen geplagt. Das Land, eigentlich reich an Öl und Sonne, plant nun den Bau von neuen Atomkraftwerken.

Der Irak will zur Deckung seines Strombedarfs bis zum Jahr 2030 acht Atomreaktoren bauen. Die sollten 8000 Megawatt pro Monat produzieren und so 25 Prozent des landesweiten Bedarfs decken, sagte Kamal Latif, Leiter der Behörde für nukleare Ressourcen, am Dienstag. Das ölreiche Land leidet unter notorischem Strommangel und hofft, seine Abhängigkeit von anderen Ländern im Energiebereich zu reduzieren.

Latif zufolge laufen derzeit Verhandlungen mit russischen, koreanischen, chinesischen, amerikanischen und französischen Unternehmen. Laut Medienberichten könnten sich die Kosten auf bis zu 33 Milliarden Euro belaufen. Der Irak erlebt indes eine der schlimmsten Wirtschaftskrisen seit Jahren ...

 

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15.06.2021 - So gefährlich und teuer sind veraltete Atommeiler

Als saubere und günstige Alternative werden AKWs von der Atomlobby verkauft. Berechnungen von führenden US-Finanzspezialisten räumen jetzt aber mit den Märchen auf. Kernenergie ist teurer - und gefährlicher - als ihre Alternativen. Der grenznahe Schrottmeiler von Krško ist heute auch Thema im steirischen Landtag.

„Atomenergie hat sich einfach aus dem Markt für neuen Strom herausgepreist.“ Das wirtschaftliche Zeugnis, das die führende US-amerikanische Investmentbank Lazard tickenden nuklearen Zeitbomben ausstellt, ist ein eindeutiges.

Denn: Nicht nur gefährlich sind die Uralt-AKWs mit ihren marode werdenden Teilchen - sondern auch kostspielig. Das belegen die Finanzexperten mit Zahlen. Neue Atomkraft - mit zwischen 129 und 198 US-Dollar pro Megawattstunde - liegt um ein Vielfaches über den Kosten für erneuerbare Energien wie Gemeinschafts-Solarkraftwerke (63-94 Dollar) oder Windkraft (26-54 Dollar) ...

 

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Warnung vor Problemen bei Druckwasserreaktor

14.06.2021 - Was hinter dem Vorfall im chinesischen Atomkraftwerk steckt

Erst trat radioaktives Gas aus, nun will die französische Betreiberfirma Framatom den Chinesen dringend helfen: Einem CNN-Bericht zufolge herrscht am Meiler Taishan eine »unmittelbare radiologische Bedrohung«.

Am Standort Taishan stehen zwei bemerkenswerte Kraftwerksblöcke mit einer Nettoleistung von jeweils 1660 Megawatt. Es handelt sich um die weltweit einzigen am Netz befindlichen Exemplare des europäischen Druckwasserreaktors EPR. Sie wurden vom französischen Unternehmen Framatome, das einst als Areva firmierte, in einem Gemeinschaftsprojekt mit der chinesischen Firma CGN gebaut. Die Franzosen stiegen als Minderheitspartner ein und hofften auf einen Boom weiterer Folgeaufträge in der Volksrepublik, den es seitdem aber nicht gegeben hat. Andere EPR-Projekte in Frankreich (Flamanville), Großbritannien (Hinkley Point) und Finnland (Olkiluoto) hatten und haben mit massiven Bauverzögerungen und Zusatzkosten in Milliardenhöhe zu kämpfen ...

 

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Stockholmer Sipri-Institut

14.06.2021 - Nukleare Abrüstung war einmal

Erstmals seit den 90er Jahren ist die Zahl einsatzfähiger Atomwaffen gestiegen. Das Sipri-Institut warnt vor einem neuen nuklearen Wettrüsten.

STOCKHOLM taz | Das Bemühen um nukleare Abrüstung und eine Nichtweiterverbreitung von Atomwaffen kommt nicht voran. Erstmals seit Beginn der 1990er Jahre ist 2020 der Bestand der „deployed warheads“, also der mit „hoher operationeller Bereitschaft“ unmittelbar einsatzbereiten Atomwaffen, angewachsen. Wurde deren Zahl 2019 auf global 3.720 geschätzt, waren es im vergangenen Jahr 3.825.

Gleichzeitig sank zwar in der globalen Nuklearwaffenstatistik die Zahl atomarer Sprengköpfe von 13.400 auf 13.080. Aber ausgemustert wurde im Wesentlichen nur, was sowieso nicht mehr einsatzfähig war, konstatiert das Friedensforschungsinstitut Sipri in seinem diesjährigen Jahrbuch, das am Montag veröffentlicht werden sollte und der taz vorab vorlag ...

 

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Umweltkatastrophe

14. Juni 2021 - Der ungesühnte Chemiekrieg gegen Serbien: Wer verurteilt endlich die Nato?

Artikel aus https://www.berliner-zeitung.de

Ist mit dem endgültigen Urteil gegen den bosnisch-serbischen Armeechef Ratko Mladić die Aufarbeitung der Kriegsverbrechen in Jugoslawien wirklich abgeschlossen?

Achtundsiebzig Tage lang bombardierte die Nato 1999 ohne Uno-Mandat serbische Krankenhäuser, Schulen, Wasserwerke und Chemiebetriebe. Dieser erste Angriffskrieg mit deutscher Beteiligung seit 1945 führte zu einer ökologischen und humanen Katastrophe. Doch Kirchen, Umweltverbände und Bündnis 90/Die Grünen schweigen bis heute.

Am 24. März 1999 begann die Nato ihren Luftkrieg gegen Serbien. Ausgerechnet der grüne Außenminister Joschka Fischer heizte mit seinem Kollegen Rudolf Scharping die Kriegsstimmung an. Um „ethnische Säuberungen“, weitere „Vertreibungen“ und eine „humanitäre Katastrophe“ zu verhindern, sei es dringend nötig einzugreifen. Diese Behauptungen sind längst widerlegt, wie Oberstleutnant a.D. Jochen Scholz, ehemaliger Referent beim Generalinspekteur der Bundeswehr im Verteidigungsministerium schon vielfach bestätigte. In den Lageberichten des Amtes für Nachrichtenwesen der Bundeswehr für die Parlamentsabgeordneten war bis zum letzten Tag vor dem Angriff immer nur von einem blutigen Bürgerkrieg zwischen UCK-Soldaten und der serbischen Armee die Rede.

Die Nato beschoss Krankenhäuser, Schulen, Klöster, Industriebetriebe

In einem Arte-Film des ORB vom Sommer 1999 von Sascha Adameck mit dem Titel „Bomben auf Chemiewerke“ erklärte der britische General und ehemalige Befehlshaber der UN-Schutztruppe in Bosnien, Michael Rose: „Das Ziel war, die Militärmaschinerie Miloševićs auszuschalten und zu zerstören. Doch das endete in einem Misserfolg. Daraufhin erweiterte man die Liste der Ziele auf sogenannte zivilmilitärische Ziele, also Brücken, Straßen, Stromversorgung, Krankenhäuser und sogar Fernsehstationen.“

Die Nato zerstörte oder beschädigte 60 Brücken, 110 Krankenhäuser, 480 Schulobjekte, 365 Klöster, das Fernsehzentren, die Strom- und Wasserversorgung, 121 Industriebetriebe. 2500 Menschen fanden den Tod. Als besonders zynisches Kriegsverbrechen gilt bis heute neben dem Einsatz von über 30.000 Urangeschossen an über 80 Orten die vorsätzliche Bombardierung der großen Chemiezentren in Pančevo, Novi Sad und Bor. Am 4. April 1999, zwölf Tage nach Beginn der Luftschläge, trafen zum ersten Mal Raketen die Raffinerie von Pančevo. Das auslaufende Öl brannte zwei Wochen. Am 6. April 1999 griffen Langstreckenbomber die ältere Ölraffinerie in Novi Sad an. 80.000 Tonnen Öl liefen aus, 20.000 Tonnen verbrannten. Eine riesige Wolke aus Ruß, Teer, Ölpartikeln, Schwefeldioxid und Stickoxiden lag über der Stadt. Nur ein Bruchteil davon löste im gesetzesstrengen Deutschland später den Dieselskandal aus und Debatten über jährliche Todesopfer.

Am 15. und 18. April 1999 und selbst noch am 8. Juni, kurz vor Waffenstillstand, zerstörte die Nato das serbische Chemiezentrum in Pančevo völlig. Erst wenige Jahre zuvor war es auch mit US-Hilfe modernisiert worden. Bauplangenau trafen computergesteuerte Raketen die Düngemittelfabrik, die Ölraffinerie, das PVC-Werk und auf den Meter exakt einen noch halbvollen Tank mit 450 Tonnen Vinylchlorid, dem krebserregenden Vorprodukt für die PVC-Herstellung. Es war einer der Behälter, die die Werkleitung noch als besonders gefährlich an die Nato gemeldet hatte. Obwohl vorsorglich noch 8000 Tonnen Ammoniak nach Rumänien transportiert worden waren, entwichen auch von diesem tödlichen Gas Hunderte Tonnen.

So zog eine 20 Kilometer lange Giftgaswolke mehr als zehn Tage über die Vororte von Belgrad in die Gemüse- und Kornkammern Serbiens. 40.000 Menschen wurden evakuiert. Allein die Konzentration des Vinylchlorids stieg zeitweise auf das 10.600-Fache des internationalen Grenzwertes. Als der Wind sich drehte, kroch die Wolke weiter nach Bulgarien, Rumänien, Ungarn. Selbst 550 Kilometer südlich maßen Wissenschaftler der griechischen Universitäts-Station Xanthi hochgiftige Dioxine und polyzyklische aromatische Kohlenwasserstoffverbindungen.

Serbien hat die heute europaweit meisten Fälle von Lungenkrebs 

Schon wenige Jahre nach Kriegsende beobachten serbische Mediziner wie der führende Belgrader Onkologe Vladimir Čikarić und die Neurologin Danica Grujičić einen dramatischen Anstieg der Krebsrate und Sterblichkeit. Heute liegt Serbien bei Lungen- und Brustkrebs an der Spitze Europas. Erst im Mai 2018 konnten Ärzte im westorientierten Belgrader Parlament die Gründung einer Untersuchungskommission für alle Folgen der Angriffe mit Uranmunition und auf die Chemieindustrie durchsetzen.

Für die Toxikologin Ursula Stephan aus Halle/Saale ist die Bombardierung der serbischen Chemiebetriebe bis heute ein ungesühnter vorsätzlicher Chemiekrieg, der Tausende Opfer von Langzeitschäden bewusst in Kauf nahm. Als 1999 alle deutschen Umweltverbände dazu schwiegen, war Stephan Vorsitzende der deutschen Störfall-Kommission, einer Expertenvereinigung für Sicherheitsfragen der Industrie und auch für die Folgen und Verhütung von Chemieunfällen. Als einzige Fachperson in Deutschland war sie Ende Juli 1999 auf Wunsch des World Wide Fund For Nature (WWF-Büro in Wien) dazu bereit, die zerstörten Chemieorte in Serbien (einem der über 150 „Weltzentren der biologischen Vielfalt“) zu besuchen und ein Gutachten zu den medizinischen und umweltrelevanten Aspekten zu erarbeiten.

Fast zeitgleich untersuchten Spezialisten der damals von Klaus Töpfer geleiteten UN-Umweltbehörde Unep vor Ort die Schäden der Chemieangriffe, darunter auch Experten vom Landesumweltamt Brandenburg. Doch sie hielten am Ende in ihrem Bericht den Ball Nato-freundlich flach und erklärten als Fazit ihrer Analysen, dass die meisten der durch die ausgelaufenen und verbrannten Chemikalien entstandenen „Verschmutzungen“ Altlasten aus der Zeit vor dem Krieg seien.

Nach deutschem Gesetz war das ein Super-GAU

Ursula Stephan dagegen deklarierte das Ausmaß der Zerstörung, der Bodenbelastung und vor allem der weiträumigen Giftgaswolken nach den strengen deutschen Gesetzen als „exzeptionellen Störfall“. Sozusagen als Super-GAU. Das heißt, als eine Katastrophe außer Kontrolle, für deren Ausmaße es keine Erfahrungen, Berechenbarkeit, keine Vorbereitungsmöglichkeiten und deshalb keine Abwehrszenarien gibt. Vergleichbar mit Tschernobyl oder Fukushima.

Aus 78.000 Tonnen verbrannter Explosiv- und Raketentreibstoffe und den Abgasen aus über 150.000 Flugstunden der Bombenflugzeuge und Marschflugkörper wurde, so die Experten, zu allen Chemikalien noch über eine Milliarde Kubikmeter luftverschmutzender Substanzen freigesetzt. Diese Gesamtmenge an Kohlendioxid, Stickstoffoxiden und unverbrannten Kohlenwasserstoffen war seit dem Golfkrieg der größte Beitrag zur Luftverschmutzung und zum Treibhauseffekt. „Wer die Chemieindustrie angreift“, sagte Frau Stephan 1999 im ORB-Umweltmagazin „Ozon“, „weiß, was er tut“.

Schon während der Luftangriffe hatte auch der Berliner Universitäts-Professor für Umweltplanung Knut Krusewitz diese Schläge gegen Chemiezentren als neuartigen Umweltkrieg bezeichnet, mit dem die Nato das Genfer Verbot von chemischen Waffen gezielt umging und gegen die Enmod-Konvention der UN-Vollversammlung von 1978 verstieß, nach der „umweltverändernde Techniken, die weiträumige, lang andauernde oder schwerwiegende Auswirkungen“ haben, als Mittel der Kriegsführung verboten sind. Doch bis heute herrscht zu den dramatischen Folgen dieses ersten Angriffskrieges der Nato mit deutscher Beteiligung großes Schweigen.

Im Umweltschutz keimte einst die friedliche Revolution von 1989

Wo ist sie hin, die in Ost wie West gewachsene Einheit von Umwelt- und Friedensbewegung? Während einer Europäischen Konferenz zur Atomaren Abrüstung in West-Berlin besuchten im Mai 1983 Petra Kelly, Gert Bastian und drei weitere Bundestagsabgeordnete der Grünen spontan Ost-Berliner Friedensaktivsten. Und entrollten auf dem Alexanderplatz mit der Forderung „Abrüstung in Ost und West“ gegen den Nato-Doppelbeschluss ein Transparent: „Die Grünen – Schwerter zu Pflugscharen“. Dieses biblische Symbol hatte der Kleinmachnower Grafiker Herbert Sander 1980 einer berühmten sowjetischen Skulptur vor dem New Yorker Uno-Gebäude nachempfunden. Und evangelische Jugendgruppen in der DDR verwendeten es während einer zehntägigen „Friedensdekade“ als Lesezeichen.

Die von der Stasi abgebrochene Aktion der grünen Friedens-Aktivisten Kelly und Bastian mit diesem Symbol bekundete auf spektakuläre Weise jene Friedens- und Umweltgedanken, aus denen 1989 in der Berliner Umweltbibliothek, der Dresdner Kreuzkirche, im Wittenberger Friedenskreis und in der Leipziger Nikolaikirche die Montagsdemonstrationen keimten. Und schließlich die friedliche Revolution von 1989. Nun, über 30 Jahre nach dem unblutigen Aufbruch der Ostdeutschen ist zu fragen, was ist aus den Idealen der westdeutschen Grünen und ostdeutschen Umweltbewegung geworden? Und was aus der so grundlegenden Uno-Charta von 1945 zum Gebot von Frieden: Alle Mitglieder unterlassen in ihren internationalen Beziehungen jede gegen die territoriale Unversehrtheit oder die politische Unabhängigkeit eines Staates gerichtete oder sonst mit den Zielen der Vereinten Nation unvereinbare Androhung oder Anwendung von Gewalt.

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Hartmut Sommerschuh lebt als Autor in Potsdam. Von November 1989 bis 2003 war er Redaktionsleiter, nach der Zusammenlegung von SFB und ORB zum RBB verantwortlicher Redakteur der Umweltsendereihe „Ozon“. 1999 enstand unter seiner Verantwortung für Arte der erwähnte Film „Bomben auf Chemiewerke“ (Autor: Sascha Adamek).

Das ist ein Beitrag, der im Rahmen unserer Open-Source-Initiative eingereicht wurde. Mit Open Source gibt der Berliner Verlag freien Autorinnen und Autoren sowie jedem Interessierten die Möglichkeit, Texte mit inhaltlicher Relevanz und professionellen Qualitätsstandards anzubieten.

 

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Hintergrundwissen

 

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reaktorpleite.de

 

Karte der nuklearen Welt:

Kriegsverbrechen in Jugoslawien ...

 

The English version of this world map:

https://www.google.com/maps/d/viewer?mid=1fCmKdqlqSCNPo3We1TWZexPjgNDQOaLD

 

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Die Suche in der reaktorpleite.de mit dem Suchwort 

     
  Uranmunition  
     

 

brachte u.a. folgende Ergebnisse:

 

17.03.2019 - Tödlicher Staub - Uranmunition-Einsatz und die Folgen

Artikel von Frieder Wagner aus www.antiimperialista.org

Nach Hiroshima und Nagasaki sah es so aus, als hätten die Menschen erkannt, was für eine furchtbare Katastrophe sie ausgelöst hatten. Eindringlich hatten sie erfahren, dass die ionisierende Strahlung dieser Bombe ganz schnell das Ende der Menschheit bedeuten könnte.

... Uranmunition und Uranbomben sind die wohl furchtbarsten Waffen, die heutzutage in Kriegen eingesetzt werden, weil sie die Menschheit unweigerlich in den Abgrund führen. Urangeschosse und -bomben werden aus einem Abfallprodukt der Atomindustrie hergestellt. Stellt man aus Natururan Brennstäbe für Kernkraftwerke im Gewicht von einer Tonne her, entstehen ca. acht Tonnen so genanntes abgereichertes Uran 238 als Abfallprodukt, englisch heißt das „Depleted Uranium“ - kurz auch DU genannt. Weltweit gibt es davon inzwischen etwa 1,3 Millionen Tonnen und es werden täglich mehr. Und da dieses Abfallprodukt abgereichertes Uran als Alphastrahler auch radioaktiv und dazu hochgiftig ist und eine Halbwertszeit von 4,5 Milliarden Jahren hat, muss es entsprechend gelagert und bewacht werden und das kostet Geld – viel Geld.

So stellte sich alsbald die Frage: Wie wird man dieses radioaktive und hoch giftige Zeug wieder los? Da entdeckten die Waffenentwickler der Militärs vor etwa 40 Jahren, dass dieses Metall, das als Abfallprodukt sehr billig zu haben ist, für militärische Zwecke zwei ganz ausgezeichnete Eigenschaften besitzt: formt man dieses Metall zu einem spitzen Stab und beschleunigt ihn ent-sprechend, dann durchdringt er aufgrund seines enormen Gewichtes Stahl und Stahlbeton, wie heißes Eisen ein Stück Butter. Dabei entsteht an diesem abgereicherten Uranmetallstab ein Abrieb, der sich bei der enormen Reibungshitze von selbst entzündet. Das heißt, wenn sich ein solches Geschoss in Sekundenbruchteilen durch einen Panzer schweißt, entzündet sich das abgereicherte Uran explosionsartig von allein und die Soldaten in dem Panzer verglühen bei Temperaturen von 3000 – 5000 Grad Celsius. Durch diese hohen Temperaturen explodiert dann mit kurzer Verzögerung die im Panzer befindliche Munition und das Benzin und der Panzer wird so völlig zerstört. Das heißt, wegen dieser beiden Eigenschaften: Stahl und Stahlbeton wie Butter zu durchdringen und die Fähigkeit sich selbst explosionsartig zu entzünden und so wie ein Sprengstoff zu wirken, ist das Abfallprodukt „abgereichertes Uran“ bei den Militärs so beliebt.

Das ist aber noch nicht alles: Bei den Temperaturen von bis zu 5000 Grad Celsius verbrennt das Urangeschoss zu keramisierten Wasser unlösichen Nanopartikelchen, die 100 Mal kleiner sind als ein rotes Blutkörperchen. Das heißt, es entsteht praktisch ein Metallgas und dieses Metallgas ist weiterhin radioaktiv und hoch giftig. Auch amerikanischen Militärwissenschaftlern ist inzwischen die Tatsache bekannt, dass diese Nanopartikelchen eingeatmet oder mit der Nahrung aufgenommen, im menschlichen oder tierischen Körper überall hinwandern können: in alle Organe also, ins Gehirn, in die weiblichen Eizellen und in den männlichen Samen. Schon 1997 wurde bei fünf von 25 amerikanischen Veteranen, die seit dem Golfkrieg 1991 durch sogenanntes „friendly fire“ Uranfragmente im Körper haben, abgereichertes Uran im Sperma festgestellt! Überall wo sich dieses Uran 238 im Körper ablagert, kann es und das ist inzwischen wissenschaftlich eindeutig bewiesen, zu folgenden Krankheitsbildern kommen:

- einem Zusammenbruch des Immunsystems wie bei Aids mit ansteigenden Infektionskrankheiten,

- schweren Funktionsstörungen von Nieren und Leber,

- hoch aggressiven Leukämien und anderen Krebserkrankungen,

- Störungen im Knochenmark,

- sowie genetischen Defekten und Missbildungen mit Aborten und Frühgeburten bei Schwangeren, wie wir das auch schon nach der Tschernobyl-Katastrophe gesehen haben ...

 

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Wikipedia

 

Uranmunition

Uranmunition wird seit Mitte der 1970er-Jahre zur Bekämpfung gepanzerter Fahrzeuge eingesetzt, bislang hat nur ein Land, die USA, die Verwendung dieser Munition in Kriegsmanövern zugegeben.

In jüngster Zeit wurden mehrere tausend Tonnen Uranmunition überwiegend im Zweiten Golfkrieg, in Jugoslawien, Bosnien, im Kosovo-Krieg, im Irakkrieg und im syrischen Bürgerkrieg eingesetzt.

Physikalische Wirkung

Ein Kilogramm abgereichertes Uran erzeugt in einer Entfernung von einem Meter eine jährliche Strahlendosis von 1 mSv, das entspricht etwa einem Drittel der Aufnahme durch natürliche Quellen (2–3 mSv/Jahr). Dennoch kann die von ihm erzeugte Dosisleistung, wenn sie über einen längeren Zeitraum oder auf kurze Entfernung wirkt, das Erbgut schädigen und Krebs auslösen. Die eigentliche Gefahr geht aber nicht von äußerer Strahlung aus, sondern von über die Atemwege und Nahrung aufgenommenen uran- oder uranoxidhaltigen Stäuben (innere Strahlung).

Chemische Wirkung

Uran wirkt chemisch wie viele andere Schwermetalle und schädigt als Gift den Stoffwechsel der inneren Organe, vorwiegend der Nieren ...

 

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AtomkraftwerkePlag

 

Uranmunition

Waffen aus abgereichertem Uran

Unter Uranmunition (auch Uranwaffen oder Urangeschosse genannt) versteht man Waffen, die abgereichertes Uran (Depleted Uranium, DU) enthalten. Solche Waffen besitzen aufgrund der hohen Dichte des Urans eine hohe Durchschlagskraft und werden deshalb beispielsweise gegen Panzer eingesetzt. Beim Aufprall auf das Ziel entsteht darüber hinaus starke Hitze, durch die Treibstoff und Munition von Panzern in Brand geraten.

Abgereichertes Uran ist ein Abfallprodukt, das bei der Produktion von Brennstoff für Atomkraftwerke entsteht. Es setzt sich zu 99,8 % aus Uran-238 und zu 0,2 % aus Uran-235 zusammen und kann auch Spuren von Plutonium-239 enthalten. Uran-238 besitzt eine Halbwertszeit von 4,468 Mrd. Jahren.

Gesundheitsschäden

Uran ist aufgrund der ionisierenden Strahlung, die es freisetzt, und seiner chemischen Eigenschaften gesundheitsschädigend. Durch den Einsatz von Uranwaffen entstehen große Mengen von Uranstäuben und uranhaltigen Aerosolen, die sich der Umgebungsluft verteilen und Menschen gefährden können. Wenn diese Stäube und Teilchen eingeatmet oder mit der Nahrung aufgenommen werden, führt dies zu einer Strahlenbelastung, aus der Krebserkrankungen, Leukämie oder Erbgutschäden resultieren können. Da Uran ein Schwermetall ist, können darüberhinaus Leber- und Nierenschädigungen auftreten.

Bislang gibt es keine Konvention, die diese Waffen verbieten würde. Seit 2007 widmet sich die UN-Generalversammlung in Resolutionen dem Thema Uranmunition. Gegen die Nutzung von Uranmunition setzen sich die IPPNW und die ICBUW (Internationale Koalition zur Ächtung von Uranwaffen) ein.

 

 

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Weiter zu: Zeitungsartikel 2021

 

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