Newsletter XXV

01. - 07. Juni 2021

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Aktuelles+ Hintergrundwissen

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Stromproduktion in Österreich

07.06.2021 - Strommix im Mai: Erneuerbare an 21 Tagen über 100 Prozent

Wien (energate) - Der Anteil der Erneuerbaren im heimischen Strommix hat im Mai neue Höchststände erreicht. An 30 von 31 Tagen lag der Anteil der Erzeugung mit erneuerbaren Energien bilanziell über 90 Prozent der gesamten Stromerzeugung in Österreich. An 21 von 31 Tagen lag der Erneuerbarenanteil sogar bei über 100 Prozent.

Das berichtet die Österreichische Energieagentur mit Verweis auf Zahlen des europäischen Übertragungsnetzbetreiberverbands Entso-E sowie des heimischen Bilanzgruppenkoordinators APCS. "Der Mai, der Juni und der Juli sind traditionell starke Monate in der Stromerzeugung mit Erneuerbaren, aber das nasse und windige Wetter heuer hat ihre Anteile nochmals nach oben getrieben", erklärte dazu Christoph Dolna-Gruber von der Energieagentur gegenüber energate.

Besonders für die Wasserkraft sei es ein guter Monat gewesen, so Dolna-Gruber weiter: "Die Produktion bei der Wasserkraft lag im heurigen Mai um über 30 Prozent über den Werten des Vorjahresmonats." Diese Erzeugungsart spielt traditionell mit Anteilen von über 60 Prozent eine zentrale Rolle in der österreichischen Stromerzeugung ...

 

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Photovoltaik

07.06.2021 - Strom von der Wand

Solaranlagen auf Dächern sind inzwischen weit verbreitet. Doch auch Fassaden eignen sich zur Energiegewinnung. Davon können Eigentümer profitieren.

Die seit diesem Jahr geltende EU-Gebäuderichtlinie fordert für Neubauten eine weitgehend ausgeglichene Energiebilanz. Bis zum Jahr 2030 soll der Anteil erneuerbarer Energien am Bruttostromverbrauch von derzeit 46 Prozent auf 65 Prozent steigen. Und die Bundesregierung will neuerdings schon bis zum Jahr 2045 Klimaneutralität in Deutschland erreichen. Das bedeutet: Gebäude müssen künftig nicht nur weniger Energie für ihre Wärme-, Kälte- und Stromversorgung verbrauchen, sondern auch aktiv zur Erzeugung und Speicherung von Energie beitragen ...

 

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Erneuerbare Energien sollten Japans Hauptenergiequelle werden

04.06.2021 - Japan schwächt Bekenntnis zur Atomenergie in seiner Wachstumsstrategie ab

Japan hat sein Bekenntnis zur Atomenergie in den Entwurf zur Wachstumsstrategie des Landes abgeschwächt, nachdem es eine Reihe von Protesten gegeben hat. 

Im ursprünglichen Entwurf hieß es: „man wird weiterhin versuchen, das Beste aus der Kernenergie zu machen.“ Dagegen haben insbesondere Umweltminister Shinjiro Koizumi und Verwaltungsreformminister Taro Kono protestiert.

Ministerium für Wirtschaft, Handel und Industrie setzt sich weiter für Atomenergie ein 

Die Wachstumsstrategie soll noch in diesem Monat festgelegt werden. Für das erneute Bekenntnis zur Atomenergie hat sich das Ministerium für Wirtschaft, Handel und Industrie eingesetzt.

In den neuen Entwurf heißt es nun: „Während die Abhängigkeit von Kernenergie so weit wie möglich reduziert wird, wird die Regierung versuchen, mit der Wiederinbetriebnahme von Reaktoren im Land stetig fortzufahren, während sie der Sicherheit höchste Priorität einräumt.“ ...

 

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03.06.2021 - 90 Prozent neuer Energiequellen weltweit sind Erneuerbare

Der Zuwachs bei Wind- und Solarkraft übersteigt die Prognosen der internationalen Energie-Behörde IEA bei weitem.

«Prognosen sind schwierig, vor allem wenn sie die Zukunft betreffen», ein Bonmot, das wahlweise Karl Valentin, Mark Twain oder dem Physiker Nils Bohr zugeschrieben wird. Soll heissen: Nachher ist manchmal alles anders, als es Experten vorher ausgerechnet hatten. Ein Faktor fehlte, eine Entwicklung wurde übersehen.

Die Internationale Energieagentur IEA macht gerade die Erfahrung, wie es ist, wenn man sich auf der richtigen Seite irrt. Die Kapazitäten für Strom aus erneuerbaren Energien sind 2020 so sehr gewachsen, dass sie auch die höchsten Prognose-Rechnungen übertroffen haben, gab die Agentur in ihrem jüngsten Bericht bekannt.
Prognosen zum zweiten Mal in einem Jahr erhöht

Trotz Pandemie wuchs die Kapazität um 280 Gigawatt gegenüber dem Vorjahr. Die Nachfrage nach anderen Energiequellen nahm ab. Biokraftstoffe waren pandemiebedingt allerdings weniger nachgefragt.

Die IEA erhöhte ihre Wachstumsprognosen für erneuerbare Energien vom November 2020 um 25 Prozent und gegenüber Mai 2020 um 40 Prozent ...

 

 

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03.06.2021 - Bill Gates' Mini-AKW kommt nach Wyoming

Der erste Natrium-gekühlte Reaktor soll in dem Bundesstaat am Standort eines stillgelegten Kohlekraftwerks entstehen.

Das von Bill Gates gegründete Unternehmen Terrapower soll zusammen mit dem Energieversorger PacifiCorp im US-Bundesstaat Wyoming ein Natrium-gekühltes Atomkraftwerk mit 345 MW Leistung bauen. Das haben die beiden Unternehmen zusammen mit dem Gouverneur des Bundesstaates Mark Gordon bekannt gegeben.

Als Standort werde ein ausgedientes Kohlekraftwerk präferiert, geht aus einer PacifiCorp-Mitteilung hervor. Momentan werden mögliche Standorte bewertet, bis Ende dieses Jahres soll einer feststehen. Davor wollen die Beteiligten noch Öffentlichkeitsarbeit leisten sowie behördliche Genehmigungen auf Landes- und Bundesebene einholen.

Bei dem auch "Mini-AKW" genannten Kraftwerk soll es sich um ein Demonstrationsprojekt handeln. Mit dem voll funktionsfähigen Kraftwerk mit einem Energiespeicher auf Salzbasis würden die Planung, der Bau und die Betriebsmerkmale der Natrium-Technologie getestet, heißt es.
Staatliche Unterstützung

Das US-amerikanische Energieministerium vereinbarte mit Terrapower im Mai 2021 eine Finanzspritze von 80 Millionen US-Dollar ...

 

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03.06.2021 - Atommächte gegen neue Atombomben, aber für eigene Massenvernichtungswaffen

USA gegen Iran: keine Nuklearwaffen für den Störenfried! (Teil 2 und Schluss)

Wer über die kriegsentscheidende Atombombe verfügt und sie an ihr Ziel zu bringen vermag, muss nur eines fürchten: dass das der Gegner auch kann. Dann herrscht das "atomare Patt". Die Drohung mit der Vernichtung würde entwertet, weil man mit der eigenen Vernichtung rechnen müsste. Dieses militärstrategische Dilemma hat jedoch die Nuklearmächte keineswegs zu der friedensstiftenden "Abschreckung" geführt, mit der landläufig deren Verhältnis untereinander gekennzeichnet wird. Vielmehr ist und bleibt diese Situation ein ständiger Stachel, Möglichkeiten zu finden, dennoch in einer Auseinandersetzung den Sieg zu erringen.

Prominentester Versuch waren die Überlegungen der USA unter Präsident Ronald Reagan in den 1980er-Jahren, die russischen Interkontinentalraketen aus dem Weltraum heraus frühzeitig abzufangen, die Sowjetunion damit nuklear de facto zu entwaffnen. Aus dem Plan wurde zwar einstweilen nichts, aber die Idee ist sicher nicht aus der Welt.

Auch unterhalb des großen Atomkrieges arbeiten die Staaten an weiteren Optionen: Könnte man nicht kleinere nukleare Waffen entwickeln, mit begrenzter Schadenswirkung, aber dennoch kriegsentscheidender Wucht? Man könnte, und man tut es.

Umso mehr, als man bis heute weitgehend unter sich geblieben ist. Die Ausnahmen Indien und Pakistan werden aus Sicht der "Großen" als bislang nicht strategisch relevant erachtet und Israel unter der Schirmherrschaft der USA offiziell nicht zur Kenntnis genommen als Nuklearmacht. Nordkorea hingegen wird ähnlich hart angegangen wie der Iran. Auch dieser Staat gilt als Störenfried in seiner Region, und der verfügt sogar bereits über das Potenzial für den Abschuss von Atomsprengköpfen ...

 

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02.06.2021 - Stadtparlament unter Strom: Zürich wird AKW-Beteiligungen nicht los

Die Stadt Zürich ist an mehreren Atomkraftwerken beteiligt: Nun soll der Stadtrat aktiv und resolut darauf hinwirken, dass diese stillgelegt werden, wie der Gemeinderat am Mittwochabend forderte. Denn der angestrebte Verkauf der Aktien hat sich als unmöglich erwiesen.

Der Auftrag des Volkes war 2016 klar und ist seither explizit in der Gemeindeordnung verankert: Bis 2034 soll die Stadt Zürich keinen Atomstrom mehr produzieren und verkaufen.

Derzeit hält sie 15 Prozent der Aktien des Kernkraftwerks Gösgen SO und 20,5 Prozent an der Aktiengesellschaft für Kernenergiebeteiligungen Luzern, die Anteile am Kraftwerk Leibstadt AG und vier französischen Reaktoren besitzt.

Nach Marktsondierungen, rechtlichen Abklärungen und weltweiten Verkaufsgesprächen, die knapp zwei Millionen Franken gekostet haben, lagen der Stadt zwar zwei nicht bindende Kaufofferten von aussereuropäischen Unternehmen vor.

Der Stadtrat hat das Unterfangen aber abgebrochen, wovon der Gemeinderat am Mittwochabend einstimmig zustimmend Kenntnis nahm. Weitere Verhandlungen würden Kosten von bis zu 6 Millionen Franken verursachen, zudem seien diese angesichts der komplexen Ausgangslage mit den vielen involvierten Playern mit wenig Erfolgschancen verbunden, begründete der Stadtrat unter anderem ...

 

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02.06.2021 - 02. Juni 2021 - US-Haushaltsantrag für das FY2022 enthält Rekordwerte für Kernenergie

Der Budgetantrag des US-Energieministeriums für das Fiskaljahr 2022 (FY22) beinhaltet "historische" Investitionen, um die Grundlagen für eine saubere Energiewirtschaft zu schaffen und sicherzustellen, dass die USA bis 2035 Netto-Null-Kohlenstoffemissionen erreichen, sagte das DOE. Das Budget der Biden-Harris-Administration, das sich auf die Erholung nach der Pandemie sowie auf Investitionen in saubere Energie konzentriert, wurde am 28. Mai an den US-Kongress geschickt.

"Präsident Bidens Haushaltsantrag setzt Amerika auf dem Weg zu einer Wirtschaft mit 100 % sauberer Energie auf den Fahrersitz", sagte Energieministerin Jennifer Granholm. "Diese Investitionen werden sicherstellen, dass die USA weltweit führend in der Forschung, Entwicklung und dem Einsatz kritischer Energietechnologien sind, um die Klimakrise zu bekämpfen, gut bezahlte Arbeitsplätze in den Gewerkschaften zu schaffen und unsere Gemeinden in allen Teilen Amerikas zu stärken."

Der Budgetantrag des DOE beläuft sich auf insgesamt 46,2 Mrd. USD und beinhaltet einen "Rekord" von 1,85 Mrd. USD für das Office of Nuclear Energy, was eine Steigerung von über 23% gegenüber dem verabschiedeten Budget für FY21 darstellt. Darin enthalten sind über 370 Mio. USD - ein Plus von 48% gegenüber den im GJ21 beschlossenen 250 Mio. USD - für das Advanced Reactor Demonstration Programme, ein Programm mit Kostenteilung, das den Bau von zwei fortgeschrittenen Demonstrationsreaktoren innerhalb der nächsten sechs Jahre zum Ziel hat. Außerdem sind 145 Mio. USD für das Versatile Test Reactor Project vorgesehen, mit dem schnelle Neutronentests durchgeführt werden sollen, um die US-Entwicklung fortschrittlicher Kernreaktortechnologie zu unterstützen. Dies ist mehr als das Dreifache der 45 Mio. USD, die im GJ21 für das Projekt bewilligt wurden ...

Übersetzt mit https://www.deepl.com/translator (kostenlose Version)

 

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02.06.2021 - USA gegen Iran: Keine Atomwaffen für den Störenfried

In Wien vermitteln die EU, China und Russland zwischen Washington und Teheran über eine Neuauflage des Atomabkommens. Die Rollen sind klar verteilt

Atomwaffen in den Händen des Mullah-Staats Iran? Christlicher Gott bewahre! Bei den notorisch friedliebenden Staaten wie USA, Russland, China, Frankreich und Großbritannien sind natürlich Nuklear-Sprengköpfe viel besser aufgehoben, wie auch auf dem Wege der "nuklearen Teilhabe" bei den Deutschen. Nicht zu vergessen, Israel, Indien und Pakistan, die die "letzte Waffe" ebenfalls seit Langem besitzen. Zwar herrschen im Nahen Osten und noch etwas weiter östlich kriegerische Zustände. Aber gegen die Gefahr aus dem Iran ist das alles nichts ...

 

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02.06.2021 - Greenpeace: Neuer CEO Stern muss OMV auf Klimakurs bringen

Umweltschutzorganisation fordert von neuer OMV Spitze radikale Unternehmenstransformation, die die Pariser Klimaziele einhält und auf erneuerbare Energien umstellt

Wien (OTS) - Anlässlich der Neubesetzung des Chefpostens mit Alfred Stern sowie der heutigen Hauptversammlung des teilstaatlichen Öl- und Gasriesen OMV fordert die Umweltschutzorganisation Greenpeace einen klaren Kurswechsel in Richtung Klimaschutz. Derzeit setzt die OMV auf Öl, Gas und Chemie - angesichts der Klimakrise eine völlig überholte Strategie. Um die Pariser Ziele zu erreichen, müssen insbesondere Ölkonzerne ihre Treibhausgasemissionen massiv senken. Wie das Gerichtsurteil gegen Shell zeigt, ist die beschleunigte Dekarbonisierung auch für Öl- und Gaskonzerne unausweichlich. Die OMV muss unter neuer Führung der Öl- und Gasproduktion den Rücken kehren und auf erneuerbare Energien umsteigen, fordert Greenpeace. In klimaschädlicher Petrochemie-Industrie sieht die Umweltschutzorganisation keine geeignete Alternative.

“Die OMV steht am Scheideweg: Weiter wie bisher in klimaschädliche Öl-, Gas- und Plastikproduktion investieren und damit Millionen an verlorenen Investitionen riskieren oder in erneuerbare Energien einsteigen, einen echten Beitrag zur Klimalösung beisteuern und so auch langfristig die Anlagen der AktionärInnen sichern ...

 

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01.06.2021 - Letzter Uran-Transport verlässt Königstein

Einstmals war die DDR ein großer Uran-Produzent. Die Bewältigung ihrer Hinterlassenschaften hat nun eine historische Etappe absolviert.

Am Dienstag hat der letzte Uran-Transport das Betriebsgelände der bundeseigenen Wismut GmbH in Königstein südöstlich von Dresden verlassen. Damit scheidet Deutschland aus der Liste der uranproduzierenden Staaten aus.

Seit 1991 saniert die Wismut GmbH die Schäden, die der Bergbau hinterließ, unter anderem wurden mehr als eine Milliarde Tonnen an radioaktiven Rückständen stabilisiert, wie das Unternehmen erklärt. Der Bund hat dafür bisher 6,8 Milliarden Euro bereitgestellt.

 

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Frei nach Don T. Münchhausen: 

"Wahrheit - Lüge, wen kümmert's? Steter Tropfen höhlt den Stein!". 

Wider besseres Wissen kämpft die Atomindustrie weiterhin mit allen Mitteln und wiederholt zum x-ten Mal die alten Lügen, die dadurch jedoch auch nicht wahrer werden.
Aber natürlich verstehe ich dieses verzweifelte Aufbegehren und den damit einhergehenden Impuls zur Irrationalität, schließlich geht es um die Wurst, wenn die Atomindustrie diesen Kampf ums Geld verliert, dann kann sie einpacken ...

01.06.2021 - Nuklearindustrie warnt vor Unerreichbarkeit der Netto-Null-Ziele

In einem offenen Brief hat die Nuklearindustrie die Staats- und Regierungschefs führender Nationen davor gewarnt, dass durch Reaktorabschaltungen die Netto-Null-Ziele nicht erreicht werden können. Sie fordert für alle kohlenstoffarmen Energieträger – also auch für die Kernenergie – einen gleichberechtigten Zugang zur Klimafinanzierung.

Die Canadian Nuclear Association (CNA), das Foratom, das Japan Atomic Industrial Forum (JAIF), das Nuclear Energy Institute (NEI), die Nuclear Industry Association (NIA) und die World Nuclear Association (WNA) fordern die Staatsoberhäupter in einem offenen Brief dazu auf, Investitionen in die Kernenergie als Teil der Netto-Null-Bewegung zu beschleunigen.

Die Vereinigungen warnen, dass die geplanten Stilllegungen von Kernkraftwerken «den grössten Verlust an sauberer Energie in der Weltgeschichte» darstellen und dass ohne zusätzliche Kapazitäten und Investitionen das Netto-Null-Ziel nicht erreicht werden könne.

Sie verlangen zudem einen gleichberechtigten Zugang zur Klimafinanzierung für Nukleartechnologien, so wie sie die alle anderen kohlenstoffarmen Energien erhalten ...

 

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01.06.2021 - Kommentar: Warum wir besser Ammoniak statt Wasserstoff importieren sollten

Vieles spricht dafür, jeden verfügbaren Kubikmeter „grünen“ Wasserstoff in die Chemie-Industrie zu stecken, nicht in den Verkehr.

Wasserstoff gilt vielen offenbar als Lösung für sämtliche Probleme: Strom, Wärme, Mobilität. Doch dabei sind nicht alle Verwendungszwecke gleichermaßen gut geeignet. Die Unternehmensberatung Oliver Wyman hat sich nun einmal genauer angeschaut, wo grüner Wasserstoff erstens den größten Hebel hat, fossile Brennstoffe zu ersetzen, und wo er zweitens am einfachsten einzusetzen ist. Dabei kommt sie zu einem ziemlich eindeutigen, wenn auch überraschenden Ergebnis: Ammoniak (NH3).

Das giftige und stechend riechende Gas dient vor allem der Produktion von Kunstdünger mittels Haber-Bosch-Verfahren. Dazu ist Wasserstoff nötig, der heute allerdings zu über 95 Prozent aus fossilen Rohstoffen erzeugt wird. Dieser ließe sich Eins zu Eins durch grünen Wasserstoff ersetzen – auch ohne den Bau von wasserstofftauglichen Pipelines, H2-Tankstellen oder den Umbau von Hochöfen ...

 

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01. Juni 2021 - Trinationale Resolution gegen Brennelemente: Joint-Venture in Lingen

Artikel aus https://www.ippnw.de

Nein zur französisch-russischen Atomkooperation in Deutschland - Dringender Aufruf von rund 80 Initiativen und Verbänden

Rund 80 Initiativen und Verbände aus mehreren europäischen Ländern unterstützen eine trinationale Resolution gegen die Bewilligung einer russisch-französischen Atomkooperation durch die Bundesregierung zur Brennelementeproduktion in Lingen/Emsland. Sie fordern stattdessen ein Ende der Uranverarbeitung und eine De-Nuklearisierung Europas.

Der franzöische Atomkonzern Framatome sowie die Tochter des russischen Atomgiganten Rosatom, TVEL, planen in Lingen ein Joint Venture und konterkarieren damit Pläne zur Stilllegung der Brennelementefabrik im Rahmen des bundesdeutschen Atomausstiegs. Das Bundeskartellamt stimmte dem Joint Venture bereits im März zu, die Ergebnisse eines Investitionsprüfverfahrens durch die Bundesregierung werden bislang geheimgehalten. Initiatoren der jetzigen Resolution sind das Lingener Bündnis AgiEL – AtomkraftgegnerInnen im Emsland, das französische Réseau Sortir du nucléaire sowie die russische Umweltorganisation Ecodefense.

Framatome beliefert bislang aus Lingen zahlreiche alternde und sicherheitstechnisch umstrittene Reaktoren in Belgien, den Niederlanden, Frankreich, der Schweiz, Spanien, Großbritannien und Finnland mit Brennelementen. Diese Exporte stehen seit Jahren in der Kritik. Die Atomanlage ist bis dato vom Atomausstieg in Deutschland ausgenommen. Vom deutschen Firmensitz in Erlangen/Bayern werden zudem technische Support-Projekte für AKW-Projekte weltweit gesteuert.

"Seit Jahren kämpfen wir im Emsland für die dringend notwendige Stilllegung der Brennelementefabrik in Lingen. Die Bundesregierung darf dem französisch-russischen Atomdeal nicht zustimmen. Zum einen untergräbt er den bundesdeutschen Atomausstieg. Zum anderen verbietet die sehr schlechte Menschenrechtslage in Russland ein solches Zugeständnis an die staatliche russische Atomindustrie," so Alexander Vent vom Lingener Bündnis AgiEL.

"Die französische Atomindustrie kämpft gerade mit großen finanziellen Schwierigkeiten. In dieser Situation ist sie zu allem bereit. Wir sehen mit großer Sorge die offensiven Pläne im internationalen Geschäft. Die weitere Öffnung der Brennelementeproduktion in der EU für die russische Atomindustrie ist erneut ein Schritt in die falsche Richtung. Für uns ist klar: Die Energiezukunft in Europa darf nicht nuklear sein," erklärte Charlotte Mijeon vom Réseau Sortir du nucléaire.

"Dass Framatome und die Bundesregierung den russischen Atomkonzern Rosatom wirtschaftlich unterstützen, ist für uns unverständlich. Wir erinnern daran, dass Deutschland schon jetzt Russland als Atommüllkippe für den abgereicherten Uranmüll aus der Urananreicherungsanlage in Gronau benutzt. Zudem liefern die Brennelementefabrik in Lingen sowie die Urananreicherungsanlage in Gronau schon jetzt angereichertes Uran zur Weiterverarbeitung in Russland. Damit werden 35 Jahre nach Tschernobyl die brandgefährlichen Zukunftsvisionen der Atomindustrie am Leben gehalten. Wir fordern den Ausstieg Europas aus der Atomenergie," so Vladimir Slivyak von Ecodefense.

"Wir stehen heute vor einem wachsenden Zusammenspiel von ziviler und militärischer Atomindustrie. In allen Atomwaffen-Staaten lässt sich das Militär von der zivilen Nuklearindustrie durch versteckte Subventionen fördern. Dazu zählen personelle Unterstützung, Forschungsvorhaben sowie eine beidseitig nutzbare nukleare Infrastruktur. Sowohl Frankreich wie Russland verfügen über Atomwaffen. In Zeiten wachsender internationaler Unsicherheit akzeptieren wir nicht, dass durch die Nutzung der Atomenergie neue Atomwaffen ermöglicht werden," erklärte die Europavorsitzende der Ärzteorganisation IPPNW, Dr. Angelika Claussen.

Die Resolution wird heute ans Bundeswirtschafts- und ans Bundesumweltministerium übersandt sowie an den Ministerpräsidenten von Niedersachsen, Stefan Weil, und an das niedersächsische Umweltministerium.

Trinationale Erklärung
"Kein Joint Venture Framatome Rosatom in Lingen":

www.ippnw.de/commonFiles/pdfs/Atomenergie/Kein_Joint_Venture_Framatome_Rosatom_in_Lingen.pdf

Weitere Informationen:
atomstadt-lingen.de, www.sortirdunucleaire.org, www.ippnw.dewww.bbu-online.de

Kontakte:
Alexander Vent, Bündnis AgiEL, Tel. +49-157-5969000
Charlotte Mijeon, Réseau Sortir, Tel. +33-6-64660123
Vladimir Slivyak, Ecodefense Moskau, Tel. +7-9032997584
Dr. Angelika Claussen, IPPNW, Tel. +49-172-5882786

Herausgeber*innen
Bündnis AgiEL – AtomkraftgegnerInnen im Emsland
Réseau Sortir du nucléaire, FrankreichEcodefense, Russland
Elternverein Restrisiko Emsland
Aktionsbündnis Münsterland gegen Atomanlagen
BUND (Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland)
IPPNW – Internationale Ärzte zur Verhütung des Atomkriegs / Ärzte in sozialer Verantwortung
Bundesverband Bürgerinitiativen Umweltschutz (BBU)

 

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Hintergrundwissen

 

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reaktorpleite.de

 

Karte der nuklearen Welt:

Die Brennelementefabrik in Lingen ...

 

The English version of this world map:

https://www.google.com/maps/d/viewer?mid=1fCmKdqlqSCNPo3We1TWZexPjgNDQOaLD

 

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Die Suche in der reaktorpleite.de mit dem Suchwort 

     
  Brennelemente Lingen  
     

 

brachte u.a. folgende Ergebnisse:

 

11.09.2019 - Über 70 Prozent der Deutschen fordern: Atomausstieg soll endlich auch die Urananreicherung und Brennelemente-Herstellung umfassen

Artikel aus www.bund.net

Neuer Uranatlas zeigt Daten und Fakten zu den oft verdrängten Gefahren der Atomenergie

Der erste Uranatlas, der heute gemeinsam vom Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland (BUND), der Nuclear Free Future Foundation (NFFF) und der Rosa-Luxemburg-Stiftung (RLS) veröffentlicht wurde, zeigt als umfangreiches Faktenbuch die Gefahren der Atomenergie von der Uranförderung bis zum problematischen Umgang mit dem Atommüll. Eine gleichzeitig veröffentlichte aktuelle repräsentative Umfrage von Kantar Emnid zeigt zudem, dass eine große Mehrheit der Deutschen für einen schnellen Atomausstieg ist, obwohl die Risiken der Atomenergie kein großes öffentliches Thema mehr sind.

"Wenn 60 Prozent der Deutschen am Atomausstieg festhalten oder ihn beschleunigen wollen und Atomenergie auch nicht als ein Mittel gegen die Klimakrise sehen, dann ist dies eine klare Absage an alle, die doch noch davon träumen, die AKW-Laufzeiten in Deutschland zu verlängern", so Thorben Becker, Atomexperte beim BUND und Mitautor des Atlas mit Bezug auf die Umfrage. "Der Uranatlas zeigt anhand vieler Beispiele, wie berechtigt diese Ablehnung der Bevölkerung ist. Atomenergie ist unverantwortlich vom Anfang bis zum Ende, von Uranabbau bis zum Atommüll."

In Deutschland ist der Atomausstieg zwar beschlossen, aber längst noch nicht vollständig vollzogen, denn es sind noch sieben Atomkraftwerke (AKW) in Betrieb. Und die Urananreicherungs-Anlage in Gronau sowie die Brennelemente-Fabrik in Lingen haben sogar unbefristete Genehmigungen ...

 

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Wikipedia

 

Brennelementfertigungsanlage Lingen

Am 7. März 2013 erklärte die Bundesregierung, die Brennelementfertigungsanlage weiter betreiben zu wollen. Deren Schließung sei nicht im Beschluss zum Atomausstieg enthalten, da sich die Anlage sicherheitstechnisch grundsätzlich von Kernkraftwerken unterscheide.

Im März 2021 stieg der staatliche russische TWEL-Konzern bei ANF ein. Politiker der Partei B’90/Die Grünen äußerten in diesem Zusammenhang Bedenken bezüglich einer möglichen Beeinträchtigung der öffentlichen Sicherheit der Bundesrepublik ...

 

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AtomkraftwerkePlag

 

Brennelementfertigungsanlage Lingen

Die Brennelementfertigungsanlage Lingen wurde im Januar 1979 in Betrieb genommen. Laut BASE sind 144 meldepflichtige Ereignisse bis Juni 2019 gezählt worden.

Eigentümer des Werkes in Lingen ist die Advanced Nuclear Fuels GmbH, die unter anderem Namen zunächst zu 100 % Siemens gehörte, seit 2001 zu 100 % der AREVA NP, an der zu zwei Dritteln AREVA und zu einem Drittel Siemens beteiligt sind. Von 2006 bis 2008 fiel das Brennelementewerk damit übrigens unter die Leitung des ehemaligen Executive Vice President Dr. Ralf Güldner, dem heutigen Präsidenten der Atomlobbyorganisation Deutsches Atomforum (DAtF).

Das Werk setzt sich aus einem Fertigungsgebäude und Lagerbereichen für Reststoffe, Zwischenprodukte, Brennstäbe und radioaktive Abfälle zusammen. Zum Werk Lingen gehören noch zwei weitere Standorte in Karlstein und Duisburg, die Komponenten und Rohre zuliefern ...

 

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