Newsletter XVII

16. - 19. April 2021

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Aktuelles+ Hintergrundwissen

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In der Ukraine und in Bayern:

18.04.2021 - Wildschweine in Wäldern teilweise noch radioaktiv belastet

 Bald 35 Jahre ist die Katastrophe in Tschernobyl her. Doch mit den Folgen haben manche Tiere noch immer zu kämpfen.

Fast 35 Jahre nach der Reaktor-Katastrophe im ukrainischen Tschernobyl sind Wildschweine in einigen Regionen Bayerns noch immer radioaktiv belastet. Das liegt an den Lebensgewohnheiten der Tiere, wie der Bayerische Jagdverband in einer Pressemitteilung erklärte. Wildschweine suchen im Gegensatz zu anderen Wildtieren einen Großteil ihrer Nahrung im Boden.

Messwerte über dem Grenzwert von 600 Becquerel Radiocäsium pro Kilogramm (Bq/kg) seien bei Wildschweinen keine Seltenheit, teilte der Verband weiter mit, der im Freistaat 124 Messstationen betreibt ...

 

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18.04.2021 - Atommüll-Zwischenlager Würgassen: Diskussion um Abstand zu Häusern und mögliche Strahlung

Zu geringer Abstand zu Wohnhäusern und Strahlenbelastung durch Transporte: Das werfen Gegner des möglichen Atommüll-Logistikzentrums Würgassen den Planern vor. Diese weisen die Kritik zurück.

Erst kürzlich hat die bundeseigene Gesellschaft für Zwischenlagerung (BGZ) eine Infofilm-Reihe zu dem umstrittenen Großprojekt in Würgassen gestartet, auch Postwurfsendungen wurden verteilt. Genau hier setzen nun Gegner des Vorhabens an: „Leider informiert die BGZ dabei die Menschen im Dreiländereck nicht vollständig“, heißt es von der Bürgerinitiative Atomfreies Dreiländereck (www.atomfreies-dle.de).

Erneut bleibe der wissenschaftliche Beweis aus, dass ein solches Zentrales Bereitstellungslager zur Entsorgung der schwach- und mittelradioaktiven Abfälle aus ganz Deutschland zwingend erforderlich sei ...

 

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Südostasien

17.04.2021 - Vietnam erlebt einen Solarboom

Die Energiewende kommt ins Rollen: In Vietnam gingen 2020 Solaranlagen mit einer Kapazität von über 11 Gigawatt ans Netz. In der Erneuerbaren-Branche herrscht Euphorie. Noch wird die Energieerzeugung jedoch von der Kohlekraft dominiert.

Bisher ist die sozialistische Volksrepublik in Südostasien nicht für ihre großen Sprünge bei der Energiewende bekannt. Doch das hat sich spätestens im vergangenen Jahr geändert. 2020 gingen in Vietnam Solaranlagen mit einer Kapazität von 11,6 Gigawatt ans Netz, vermeldete die Internationale Energieagentur. Das ist mehr als doppelt so viel, wie im gleichen Zeitraum in Deutschland installiert wurde. Und hierzulande war der Ausbau sogar verhältnismäßig hoch.

Tatsächlich macht ein starker Photovoltaik-Zubau in Vietnam, das derzeit ein schnelles Wirtschaftswachstum erfährt und der drittgrößte Textilexporteuer der Welt ist, besonders viel Sinn: Aufgrund der hohen Sonneneinstrahlung ist der Ertrag von Solarenergieanlagen höher als in vielen anderen Teilen der Erde ...

 

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17.04.2021 - Nachhaltige Atomkraft? Die Befürworter tragen einen ersten Sieg davon

Die EU will definieren, was klimafreundlich ist – mit Folgen für Unternehmen und Investitionen. Frankreich hatte angekündigt, für Atomenergie zu kämpfen und sich vorerst durchgesetzt. Auch bei der zweiten heiklen Frage des Öko-Deals konnte sich die EU nicht behaupten.

Am Mittwoch will die EU-Kommission ein Regelwerk präsentieren, dass Lobbyisten in Brüssel seit Monaten beschäftigt. Firmenvertreter und Umweltschützer, norwegische Gasunternehmen und nationale Hauptstädte, Banken und Versicherungen; sie alle haben in den vergangenen Monaten versucht, ihre Position in den neuen Regeln unterzubringen. Denn die neuen Vorschriften werden in den kommenden Jahren maßgeblich beeinflussen, wohin Milliarden von Investitionen fließen werden – und wohin nicht.

Die neuen Regeln sind Teil der sogenannten Taxonomie, einer Art grüne Bibel, die festlegen soll, welche wirtschaftlichen Aktivitäten aus Klimagesichtspunkten nachhaltig sind – und welche nicht. Im Moment wird diese Taxonomie zwar lediglich mit Blick auf Banken, Investmentfonds und Vermögensverwalter entwickelt, damit die Institute nachweisen können, dass ihre nachhaltigen Produkte wirklich klimafreundlich sind.

Die Reichweite der Regeln geht allerdings perspektivisch weit darüber hinaus: Die Taxonomie wird künftig immer dann zurate gezogen, wenn staatliche Stellen oder auch private Banken darüber entscheiden, wie klimafreundlich Investitionen sind. Nicht nur in Europa, sondern vermutlich auch international, denn die europäischen Regeln sind die ersten dieser Art und dürften anderswo kopiert werden. Deshalb hat sich der Streit um die Taxonomie in den vergangenen Monaten zu einer Art Stellvertreterkrieg in der Debatte um den European Green Deal entwickelt ...

 

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Umstrittenes Joint Venture

16.04.2021 - Deutsch-russische Atomfabrik im Emsland

Trotz des Atomausstiegs produziert eine Fabrik im Emsland weiter nukleare Brennstäbe. Nun will ein russischer Konzern einsteigen. Das Wirtschaftsministerium prüft nach SPIEGEL-Informationen den Deal.

Nicht mehr lange, dann ist Atomstrom in der Bundesrepublik Geschichte. Von den sechs Kernkraftwerken, die noch laufen, sollen Ende dieses Jahres drei vom Netz gehen, die letzten drei dann Ende 2022. Deutschland hat bald ausgestrahlt, oder? Nicht ganz.

Unweit der Stadt Lingen mit ihren malerischen Treppengiebeln und Fachwerkhäusern steht ein sogenanntes Brennelementewerk: eine Fabrik, die sozusagen den Treibstoff für Atomkraftwerke herstellt. Und das wohl noch ziemlich lange: Der Betreiber Advanced Nuclear Fuels (ANF), eine Deutschlandtochter des französischen Staatskonzerns Framatome, hat nach eigenen Angaben Verträge bis ins Jahr 2032. Stand heute.

Während Deutschland also aus der Atomkraft aussteigt, fertigt das Werk im niedersächsischen Emsland fleißig weiter Brennstäbe – und exportiert sie in andere EU-Staaten. Nach Belgien zum Beispiel, ins AKW Doel, bei dem in einer Reaktorhülle 2015 rund 13.000 Risse entdeckt worden waren. Doel ist nur rund 160 Kilometer von der deutschen Grenze entfernt.

Das Bundesumweltministerium findet das schon länger unmöglich und fordert die Schließung der Fabrik. Das Bundeswirtschaftsministerium kann zumindest offiziell keinen Widerspruch erkennen. »Der Atomausstieg bezieht sich auf die gewerbliche Stromerzeugung in Kernkraftwerken«, schreibt es auf Anfrage, »nicht auf die Produktion von Brennelementen.«

Jetzt aber gibt es neuen Zoff um die Lingener Atomfabrik. ANF will die Produktion offenbar ausbauen – und plant ein Joint Venture mit der russischen Firma TVEL. 25 Prozent der Anteile wollen die Russen nach SPIEGEL-Informationen erwerben. Das wiederum findet man nicht nur im Umweltministerium bedenklich ...

 

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Schön, so ist das Ergebnis des Gutachtens schon im Voraus bekannt!

16.04.2021 - AKW Fukushima: UN-Atomaufsicht will Entsorgung von Tritium-Wasser begutachten

Japan hat die IAEA angerufen, die Einleitung von aufbereitetem Kühlwasser in Fukushima zu prüfen. Südkorea will sich daran beteiligen.

Die IAEA, die Atomaufsicht der Vereinten Nationen, will ein Team nach Fukushima entsenden. Das sagte IAEA-Generaldirektor Rafael Mariano Grossi laut einem Bericht des japanischen Senders NHK. Dabei gehe es darum, Bedenken gegen den Plan zu zerstreuen, Millionen Kubikmeter Kühlwasser des vor zehn Jahren havarierten Atomkraftwerks Fukushima Daiichi in den Pazifik abzulassen.

Grossi sagte laut dem NHK-Bericht, die japanische Regierung habe die Zusammenarbeit mit der IAEA offiziell beantragt. Das Gutachter-Team könne aus Experten verschiedener Nationen bestehen. Dabei solle jedes ernsthafte Anliegen diskutiert und technisch analysiert und die Bedenken von Anwohnern und Nachbarländern wie Südkorea und China berücksichtigt werden ...

 

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You can fool some people sometimes ...

16.04.2021 - Fukushima: Süßer Tritium-Mann kommt bei Betroffenen nicht gut an

Auch in Japan kann man nicht jedes Problem mit einem süßen Comic-Charakter lösen. Diese Erfahrung mussten gerade jene Personen machen, die noch immer daran arbeiten, die Reaktor-Katastrophe von Fukushima in den Griff zu bekommen. Bei der Figur handelte es sich um einen Mann in einem hellblauen Anzug, auf dem eine Mischung aus Fisch und einem Tritium-Isotop zu sehen war. Auch wenn er offiziell keinen Namen hatte, wurde er in den sozialen Medien schnell als Tritium-kun bezeichnet, das bedeutet Kleiner Mr. Tritium und ist eine Anlehnung an Pluto-kun, der in den 1990ern von der japanischen Atomindustrie eingesetzt wurde, um das schlechte Image des Plutoniums etwas aufzupolieren.

... "Die Schere zwischen der Schwere der Probleme, mit denen wir zu tun haben, und der Unbeschwertheit der Figur ist groß", kommentierte ein Fischer gegenüber der japanischen Nachrichtenagentur Kyodo. Ähnliche Anmerkungen gab es von vielen anderen Bewohnen und Journalisten der Region. Die Figur soll jetzt erst einmal zurückgenommen und unter Umständen überarbeitet werden.

 

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16.04.2021 - Solarenergie Weltrekord: Solarzelle erreicht ungeahnten Wirkungsgrad

Forscher des Fraunhofer-Institut für Solar Energiesysteme (ISE) haben einen Durchbruch beim Wirkungsgrad von Solarzellen erzielt, die auf beiden Seiten Metallkontakte haben. Bisher war dies nur bei Solarzellen mit Metallkontakten auf der Rückseite gelungen.

„Aus einer systematischen Simulationsstudie konnten wir einige grundlegende Designregeln für zukünftige Silicium-Solarzellen mit einem Wirkungsgrad von mehr als 26% ableiten. Beidseitig kontaktierte Solarzellen haben das Potenzial für Wirkungsgrade bis zu 27% und sind damit auch geeignet, den bisherigen Weltrekord für Silicium-Solarzellen zu übertreffen“, sagt Stefan Glunz, Bereichsleiter Photovoltaik-Forschung am Fraunhofer ISE.

Gelungen war den Forscher am Fraunhofer ISE der Durchbruch, weil sie eine neue Technologie entwickelt hatten, die TOPCon-Technologie (Tunnel Oxide Passivating Contact). Ihr Vorteil: Sie verbindet sehr geringe Oberflächenrekombinationsverluste mit effizientem Ladungsträgertransport ...

 

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16.04.2021 - CO2-Bepreisung: Hoher Preis macht Kohlendioxid-Entnahmen überflüssig

Artikel aus www.spektrum.de

Kohlendioxid sollte man richtig - und das heißt - möglichst bald hoch bepreisen. Dann braucht es keine Kompensationsmechanismen, die das Gas aus der Atmosphäre ziehen.

Zahlreiche aktuelle Klimaschutzmodelle setzen darauf, dass sich klimaschädliches Kohlendioxid wieder aus der Atmosphäre entfernen lässt. Zum Beispiel, indem man schnell wachsende Pflanzen anbaut und anschließend zur Energiegewinnung verbrennt, wobei das frei werdende CO2 aufgefangen und unterirdisch gespeichert wird. »Bioenergie mit CO2-Abscheidung und -Speicherung« oder kurz BECCS lautet der Name für dieses Konzept. Auch durch Wiederaufforstung lässt sich der Atmosphäre CO2 entnehmen. Außerdem kann man das Kohlendioxid auch direkt aus der Luft filtern.

Allerdings, wendet ein Team um Jessica Strefler vom Potsdam-Institut für Klimafolgenforschung ein, haben diese Maßnahmen schwer wiegende Folgen. Zum Beispiel führt der großflächige Anbau von Energiepflanzen zu Konflikten über die Land- und Wassernutzung.

Nach Berechnungen der Wissenschaftler um Strefler sind all diese Maßnahmen jedoch gar nicht notwendig, wenn der Preis für eine Tonne CO2 richtig gewählt wird. Im Fachmagazin »Nature Communications« rechnen sie vor, dass die Preiskurve möglichst schnell auf hohem Niveau starten, dann weiter ansteigen und schließlich, nachdem CO2-Neutralität hergestellt wurde, abflachen sollte. Diese Preiskurve hat zur Folge, dass es wirtschaftlich vernünftig ist, möglichst schnell den CO2-Ausstoß zu reduzieren. Später, wenn die Preis kaum noch steigt, ist es weder nötig – noch lohnt es sich finanziell –, die kostspieligen Entnahmetechniken einzusetzen.

Die meisten Modelle zur Kohlendioxid-Bepreisung sähen dagegen ein genau umgekehrtes Verhalten vor: einen zunächst niedrigen Preis, der mit der Zeit immer schneller anwächst. Bei diesen Modellen sei bereits mehr oder weniger offen einkalkuliert, dass die Weltwirtschaft mehr CO2 freisetzt, als erlaubt ist, um die Klimaerwärmung auf unter zwei Grad zu begrenzen. Sprich: Die Menschheit sprengt ihr verbleibendes CO2-Budget.

Diese Preiskurve schafft damit sowohl die Notwendigkeit als auch den finanziellen Anreiz, die fragwürdigen Entnahmetechniken durchzuführen.

Mit Hilfe der Umwelt-Energie-Wirtschaftssimulation REMIND berechnete das Forscherteam verschiedene Bepreisungsszenarien. Die Variante mit dem von Beginn an hohen Preis bezeichnen sie als Win-win-Situation, wie Strefler in einer Pressemitteilung des Instituts zusammenfasst: Man reduziere sowohl die zu erwartende Abhängigkeit von CO2-Entnahmetechniken als auch die wirtschaftlichen Risiken von hohen CO2-Preisen in der zweiten Hälfte des Jahrhunderts.

 

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Hintergrundwissen

 

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reaktorpleite.de

 

Karte der nuklearen Welt:

CO2-Ausstoß soll runter, dazu braucht es aber keinen Atomstrom ...

 

The English version of this world map:

https://www.google.com/maps/d/viewer?mid=1fCmKdqlqSCNPo3We1TWZexPjgNDQOaLD

 

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Die Suche in der reaktorpleite.de mit dem Suchwort 

     
  CO2 Preis  
     

 

brachte u.a. folgende Ergebnisse:

 

21.01.2020 - Strom- und Ölpreise: Wir lassen uns von der Umwelt subventionieren

Artikel von Ralf Volke aus www.rnd.de

  • Es scheint, als gäbe es im Bewusstsein vieler Verbraucher so etwas wie ein natürliches Recht, auf Kosten der Umwelt zu leben.
  • Dabei werden die Konsequenzen unseres gegenwärtigen Handelns in der Zukunft sichtbar sein.
  • Die Rohstoffe sind zu billig und der Ausstoß von CO₂ hat keinen nennenswerten Preis.

... Für das Klima besonders verheerend sind dabei alle Produkte, die wir aus fossilem Kohlenstoff herstellen – wie eben Benzin oder Diesel oder den Brennstoff für Kohlekraftwerke. Es gibt unterschiedliche Berechnungen, was ein Liter Benzin kosten müsste, wenn mit dem Preis auch alle Umwelt- und Gesundheitskosten abgebildet werden sollten.

Der amerikanische Klimawissenschaftler Drew T. Shindell kam 2015 zu dem Ergebnis, dass mindestens 90 Euro-Cent Umweltaufschlag pro Liter Benzin fällig wären, wenn man die Umweltkosten einbeziehen wollte. Der Erdgaspreis müsste sich demnach ungefähr verdoppeln.

Dabei sind Shindells Berechnungen eher zurückhaltend. Es gibt andere Studien, nach denen sogar 2 bis 3 Euro Umweltaufschlag auf einen Liter Benzin fällig wären, wollte man damit auch alle Umwelt- und Gesundheitsschäden bezahlen. Man mag sich einmal vorstellen, was passieren würde, wenn jemand solche Preise an der Zapfsäule durchzusetzen versuchte ...

 

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Wikipedia

 

CO2-Preis

Ein CO2-Preis, auch Kohlenstoffpreis genannt, ist ein Preis, der für Emissionen von Kohlenstoffdioxid (CO2) gezahlt werden muss. Der CO2-Preis dient dazu, externe Kosten der Kohlendioxidfreisetzung zu internalisieren, insbesondere die Folgen der globalen Erwärmung. Der CO2-Preis muss für jede Tonne CO2 bezahlt werden, die ausgestoßen werden soll. Er kann als CO2-Steuer oder als CO2-Emissionshandels-System umgesetzt werden. Für eine CO2-Steuer spricht, dass die Höhe der Belastung von den politischen Gremien besser gesteuert werden kann. Der CO2-Emissionshandel hat den Vorteil, dass die mengenorientierten CO2-Reduktionsziele genau eingehalten werden können. Auch hybride Lösungen sind möglich, etwa ein Emissionshandel mit Mindest- oder Höchstpreisen.

Die Bepreisung von Kohlendioxid wird von vielen Fachleuten als wichtiges Instrument angesehen, um das Zwei-Grad-Ziel zu erreichen, als freiwillige Vereinbarungen wie sie bei der UN-Klimakonferenz in Paris 2015 getroffen wurden. Für das Erreichen der Paris-Ziele sind ab spätestens 2020 CO2-Preise zwischen 40 und 80 US-Dollar notwendig, die bis 2030 auf 50 bis 100 US-Dollar steigen müssen. In einer im November 2018 veröffentlichten Kostenschätzung geht das Umweltbundesamt (UBA) auf Basis der Treibhausgasemissionen Deutschlands 2016 von Schäden von rund 180 Euro pro Tonne Kohlendioxid aus.  Dem entgegen stehen die marktorientierten Lösungen des Zertifikatehandels, auf denen die Akteure selbst durch Kauf/Verkauf und Investitionen in bessere Technologien zur Emissionsverminderung den Preis bestimmen. Zu Beginn und Ende des Jahres 2019 lag der Preis zwischen etwa 19 und 25 Euro, im Juli auf einem Niveau von über 28 Euro pro Tonne CO2 ...

 

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AtomkraftwerkePlag

 

CO2 und Atomkraft

Anmerkung:

Hier soll nicht der Versuch unternommen werden, zu klären, inwieweit CO2 zur Klimaerwärmung/Klimaänderung beiträgt. Es soll dokumentiert werden, ob und – wenn ja – wie die Thematisierung der CO2-Emissionen dazu führt, die Atomkraft in Deutschland wieder salonfähig zu machen.

Einführung: Klimaschutzabkommen von 2015

Am 12. Dezember 2015 beschlossen 195 Staaten auf der Klimakonferenz in Paris das sogenannte Klimaschutzabkommen. Es sieht vor, die Erderwärmung auf unter 2 Grad Celsius und möglichst unter 1,5 Grad Celsius zu begrenzen. Am 4. November 2016 trat das Abkommen in Kraft.

Position der Atomlobby

Bei den wichtigen Atomlobbyorganisationen nimmt das Argument, dass die Atomkraft "kohlenstoffarm" sei, einen wichtigen Platz ein.

Laut der Internationalen Atomenergie-Organisation (IAEO) hat die Atomenergie das Potenzial, zur Reduzierung der Treibhausgase beizutragen; diese habe in den vergangen Jahrzehnten eine signifikante Vermeidung von CO2-Emissionen bewirkt. Hierbei beruft sich die IAEO auf den Weltklimarat der Vereinten Nationen (IPCC), der 1988 – zwei Jahre nach der Tschernobyl Katastrophe – gegründet wurde und in seinen Sachstandsberichten ähnliche Positionen vertritt.

Die World Nuclear Association (WNA) sieht die Atomkraft als "kohlenstoffarme" Energieform an und kritisiert, dass diese nicht als wichtiger Bestandteil des Kampfes gegen den Klimawandel genannt werde. Die WNA gibt auch ein Positionspapier von "Nuclear for Climate" vom November 2018 wieder, einem Statement von 160 Atomorganisationen weltweit, die fordern, dass Atomenergie Teil der Klimadebatte sein müsse. Auch hier beruft man sich auf den IPCC (Weltklimarat) ...

 

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