Newsletter XV

06. - 12. April 2021

***


        2021
2020 2019 2018 2017 2016
2015 2014 2013 2012 2011

Aktuelles+ Hintergrundwissen

***

 

Riesen-Seekabel NordLink

12.04.2021 - Deutschland nutzt Norwegen jetzt als Batterie

Wenig Sonne, wenig Wind, dann schwankt die Versorgung mit erneuerbaren Energien. Um das auszugleichen, koppelt Deutschland sein Stromnetz jetzt an das von Norwegen – mit einem 500 Kilometer langen Unterseekabel.

Es ist ein bisschen so, als würden Deutschlands Wind- und Solarparks nun angeschlossen an eine sehr große (und sehr weit entfernte) Batterie: Das Unterseekabel NordLink, das Deutschlands Stromnetz mit dem Norwegens und vor allen Dingen Norwegens großen Stauseen verbindet, hat die mehrere Monate dauernde Probephase erfolgreich abgeschlossen und beginnt nun mit dem Regelbetrieb.

Die Leitung in den hohen Norden gilt als Leuchtturmprojekt der Energiewende. Die Stromverbindung soll dazu beitragen, die Versorgungssicherheit in Deutschland zu gewährleisten, auch wenn erneuerbare Energiequellen die Windkraft und Solarenergie stark schwanken können. Das Phänomen, um das es geht, heißt »Dunkelflaute«: eine Kombination von wenig Wind und zugleich geringer Sonneneinstrahlung. In Zukunft soll in solchen Lagen über NordLink Strom nach Deutschland fließen, der in Norwegens Wasserkraftwerken gewonnen wird und »Dunkelflauten« so ausgleichen könnte ...

 

*

Versammlungsgesetzentwurf NRW:

12.04.2021 - Angriff auf Grundrechte – Breites Protestbündnis gegründet

+++ Protestbündnis läutet Widerstand gegen das geplante Versammlungsgesetz NRW ein
+++ Bündnis warnt: Der Gesetzentwurf ist ein Angriff auf das Grundrecht der Versammlungsfreiheit
+++ Diverse Protestaktionen on- und offline geplant

In Nordrhein-Westfalen formiert sich ein breites zivilgesellschaftliches Bündnis gegen das geplante Versammlungsgesetz auf Landesebene. Der Gesetzentwurf der schwarz-gelben Landesregierung stellt einen Angriff auf das demokratische Grundrecht der Versammlungsfreiheit dar. Das Bündnis „Versammlungsgesetz NRW stoppen – Grundrechte erhalten“ will den Gesetzgebungsprozess deshalb kritisch begleiten und auf diese Weise dieses problematische Gesetz verhindern.

„Durch verschiedene Regelungen soll es zivilgesellschaftlichen Akteur:innen erschwert werden, mit öffentlichen Versammlungen wie Kundgebungen oder Demonstrationen auf ihre Anliegen aufmerksam zu machen und an der politischen Willensbildung teilzunehmen. Statt den Schutz des Grundrechts der Versammlungsfreiheit in den Mittelpunkt zu stellen, schafft der Gesetzesentwurf weitreichende Ermächtigungen für die Polizei. Diese bekommt beträchtliche Auslegungs- und Entscheidungsgewalt im Rahmen von Versammlungen zugestanden. Das schafft weitere Grundlagen für polizeiliche Willkür und schränkt demokratische Rechte ein,“ erklärt Bündnissprecherin Michèle Winkler ...

 

*

 

Lösungen für die Energiewende

12.04.2021 - 100 Prozent erneuerbar und trotzdem stabil: So sieht das Stromnetz der Zukunft aus

Ein Forscherteam aus Passau entwickelt eine Plattform, um dezentrale Einspeiser zu vernetzen und Großkraftwerke überflüssig zu machen.

Jahr für Jahr speisen mehr Produzenten in Deutschland erneuerbare Energien in das Stromnetz. I Jahr 2020 betrug ihr Anteil 45 Prozent. Für das Stromnetz eine Herausforderung: Denn die Stromproduktion ist abhängig von Sonne, Wind und Regen und auf tausende Einspeiser verteilt statt auf wenige Kraftwerke. Wie kann ein Stromnetz unter diesen Bedingungen stabil bleiben – und wie kann dies dann gelingen, wenn die Energie irgendwann zu 100 Prozent aus erneuerbaren Energien stammt? Dieser Frage geht seit März 2018 das europaweite Forschungsprojekt EASY-RES nach. Mit ersten Ergebnissen geht das Projekt nun in die finale Phase, in der ein Forschungsteam der Universität Passau eine zentrale Rolle einnimmt ...

 

*

 

Energiewende

12.04.2021 - Erneuerbare Energien in Frankreich wachsen nur langsam

Der Ausbau der Erneuerbaren Energien in Frankreich verläuft schleppend. Nur zwei Gigawatt Erzeugungsleistung wurden letztes Jahr gebaut. Wohl auch, weil noch für viele Jahre mit Atomstrom geplant wird. Große Ziele gibt es im Gebäudesektor.

Wie in Deutschland hantiert die französische Regierung beim Ausbau der Erneuerbaren Energien mit Zielen, die schon vor längerer Zeit als notwendig und machbar definiert wurden. Sie bilden jedoch noch nicht die neuen ambitionierteren Klimaziele der Europäischen Kommission ab. Sie sind nur mit großen Anstrengungen zu erreichen, aber dennoch zu niedrig, um die Erderwärmung auf 1,5-Grad zu begrenzen.

Frankreich hat sich vorgenommen, bis 2030 die Treibhausgasemissionen auf 40 Prozent gegenüber 1990 zu reduzieren, 2050 soll Klimaneutralität erreicht werden. Dieses Ziel wird vor allem mit einem geringerem Endenergieverbrauch angesteuert. Er soll 2050 um die Hälfte niedriger sein als 2012. Zudem sollen bis 2050 alle Gebäude so saniert sein, dass sie energetisch höchsten Anforderungen entsprechen ...

 

*

 

11.04.2021 - Urananreicherung im Iran - Zwischenfall in Atomanlage Natans

In der iranischen Atomanlage Natans hat es einen Zwischenfall gegeben. Das meldet die staatliche Atomorganisation. Gestern hatte der Iran neue Zentrifugen zur Urananreicherung in Betrieb genommen. Ob es einen Zusammenhang gibt, ist unklar.

In der iranischen Atomanlage Natans ist es nach Angaben der staatlichen Atomorganisation AEOI in der Nacht zum Sonntag zu einem "Zwischenfall" gekommen. Demnach gab es Probleme im Stromnetz in Teilen der Anlage. Behördensprecher Behrus Kamalwandi sagte am Morgen, dass es weder Verletzte noch einen Austritt von Radioaktivität gegeben habe ...

Iran spricht von "Terrorismus"

Der iranische Parlamentsabgeordnete Mark Schariati nannte den Zwischenfall "verdächtig" und schrieb auf Twitter von möglicher "Sabotage oder Infiltration" ...

 

*

 

11.04.2021 - Was die westlichen Medien konsequent verschweigen

Im Donbass sind die Spannungen hoch, ein neuer Krieg wird immer wahrscheinlicher. Doch die Medien informieren bewusst einseitig.

Seit einigen Wochen steigen die Spannungen zwischen der Ukraine und Russland im Donbass massiv. Seit der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj nach der Wahl Joe Bidens in den USA einen deutlich härteren Kurs gegen Russland fährt, drei sogenannt Russland-freundliche Fernseh-Sender widerrechtlich geschlossen hat und offen eine Mitgliedschaft der Ukraine in der NATO verlangt, sind auch die Waffenstillstandsverletzungen in Luhansk und Donezk wieder gestiegen ...

Auch die Medien beginnen über diese sichtbare Eskalation und die neue, erhöhte Kriegsgefahr zu berichten. Vor allem berichten sie über grössere russische Truppenverschiebungen in der Grenznähe zum Donbass – und sie interpretieren und kommentieren diese erwartungsgemäss als russische Provokation und Vorbereitung auf einen neuen Waffengang.

Defender-Europe 21 erneut an der russischen Grenze

Jetzt sind die neuen NATO-Manöver mit dem Namen Defender-Europe 21 angelaufen. Angekündigt – zum Beispiel in den «ArmyTimes» – wurden 28’000 Streitkräfte aus 27 Ländern. Beteiligt sein sollen diesmal auch die (noch) Nicht-NATO-Mitglieder Ukraine, Georgien, Bosnien-Herzegowina, Moldawien und Kosovo ...

 

*

 

10.04.2021 - Der Kampf um Grönlands Bodenschätze

Die Erderwärmung lässt Grönlands Eis schmelzen und legt unerschlossene Öl-, Gas- und Mineralvorkommen frei. Die jüngste Wahl zeigt ein gespaltenes Land auf der Suche nach der Balance zwischen Wirtschaft und Umweltschutz.

Um die geplante Kvanefjeld-Mine tobte der jüngste Wahlkampf in Grönland. Man könnte sagen, der Streit um die Mine stürzte die Siumut-Partei vom Regierungsthron. Sie war seit 1979, als das Land die Autonomie von Dänemark erlangte, fast ununterbrochen an der Macht und befürwortete das Bergbauprojekt.

Bei der jüngsten Wahl in Grönland hat die linke Umweltpartei Inuit Ataqatigiit (IA) die meisten Stimmen geholt. Sie hatte sich gegen den Abbau der Bodenschätze gestellt und bereits versprochen, das Projekt zu den Akten zu legen. Allerdings: Ob es tatsächlich so kommt, ist längst noch nicht klar. Denn alleine regieren kann die IA nicht, sie muss eine Koalition mit anderen Parteien bilden.

Die Kontroverse um das Bergwerk offenbart: Die Bevölkerung der Insel im Nordatlantik ist tief gespalten über die Abwägung zwischen wirtschaftlichen Gewinnmöglichkeiten und dem Schutz der unberührten arktischen Umwelt. Und die Debatte hat in den letzten Jahren an Schärfe zugenommen, denn die globale Erderwärmung lässt Grönlands Eisdecke schmelzen und legt reiche Vorkommen an Öl-, Gas und Mineralien frei, die auf internationales Interesse stoßen, insbesondere in China und den USA ...

 

*

 

10.04.2021 - Erdgas als Brückenlösung? Ein Greenwashing-Instrument

Die Europäische Kommission kehrt der Wissenschaft den Rücken, indem sie fossile Brennstoffe in den Vorschlag für eine nachhaltige Taxonomie aufnimmt

Seit einem Jahr setzen die mittel- und osteuropäischen Regierungen die EU unter Druck, weniger restriktive Kriterien für die Energieerzeugung aus Biomasse aufzunehmen und Erdgas als Übergangstreibstoff zur Klimaneutralität anzuerkennen. Möglicherweise haben sie ihre Ambitionen mit dem aktuellen Entwurf des EU-Vorschlags für nachhaltige Taxonomie verwirklicht. Mittel- und Osteuropa (CEE) wird eine der am stärksten betroffenen Regionen sein, wenn fossile Brennstoffe in die nachhaltige Taxonomie der EU einbezogen werden. Eine solche Entwicklung würde den Weg für umweltschädliche Projekte ebnen, die sich nicht nur zerstörerisch auf regionale Ökosysteme, sondern auch auf das globale Klima auswirken würden ...

 

*

 

09.04.2021 - AKW Fukushima: Tritium-Wasser soll ins Meer geleitet werden

Nach jahrelangen Untersuchungen und Debatten wird sich die japanische Regierung in Kürze wohl dafür entscheiden, kontaminiertes Wasser ins Meer zu leiten.

Wasser, das sich in dem vor zehn Jahren havarierten Atomkraftwerk Fukushima Daiichi angesammelt hat beziehungsweise zur Kühlung verwendet wurde, wird wohl bald ins Meer geleitet werden. Die japanische Regierung werde am Dienstag offiziell einen Plan dafür verabschieden ...

 

*

 

09.04.2021 - Litschauer: Ausbau des AKW Dukovany ist ein schlechter Deal

Zwei weitere Reaktoren sollen in Dukovany ans Netz gehen. Protest kommt aus Österreich.

„Der Ausbau des tschechischen Atomkraftwerkes Dukovany wäre ein äußerst schlechter Deal für die tschechische Bevölkerung und führt uns weiter weg von einer sicheren und nachhaltigen Energiewende“, sagt Martin Litschauer, Anti-Atomenergie Sprecher der Grünen, zur öffentlich gewordenen Zustimmung der nationalen Atomaufsicht (SUJB) für den Bau zweier weiterer Reaktoren am tschechischen AKW-Standort Dukovany.

„Unter dem Deckmantel ,kohlenstoffarmes-Gesetz‘ will die tschechische Regierung die Möglichkeit schaffen, über erhöhte Stromtarife den Ausbau quer zu finanzieren. Atomstrom ist aber jetzt schon bis zu fünf Mal so teuer wie Strom aus modernen Erneuerbaren Quellen und könnte für die tschechische Bevölkerung sogar noch teurer kommen. Außerdem hat der Atomstrom auch einen wesentlichen CO2-Ausstoß in der Wertschöpfungskette, der nicht klein gemacht werden darf. Ich halte die Signale in Richtung Ausbau für fatal im Sinne einer naturverträglichen, risikominimierenden und ökonomisch-sinnvollen Energiewende“, meint der Waidhofner weiter ...

 

*

 

08.04.2021 - Wasserstoff nicht immer "grün"

Deutschland braucht in den nächsten Jahren größere Mengen Wasserstoff. Das kann in manchen Ländern Probleme hervorrufen. Zugleich drängen Regierungsberater, Deutschland solle sich in Sachen Energiesicherheit weiter an die USA anlehnen

Umweltschützer warnen: Die ehrgeizigen Pläne zur Produktion von Wasserstoff könnten in Gefahr sein. Der enorme Wasserbedarf spiele in der Debatte bislang keine Rolle, sagte vor wenigen Tagen Johannes Rußmann vom Naturschutzbund Deutschland (Nabu) dem Handelsblatt. Die Produktion in wasserarmen Regionen stelle einen massiven Eingriff in den Wasserhaushalt dar. "Die Probleme, die sich daraus ergeben, werden bislang systematisch ausgeblendet", so Rußmann weiter.

Die Elektrolyse von Wasserstoff verbrauche erhebliche Mengen an Süßwasser. In Gegenden, die davon wenig zu bieten haben, aber in der Nähe eine Küste liegen, könnten Entsalzungsanlagen eingesetzt werden, so Rußmann. Doch das treibe die Kosten hoch und senke die Effizienz des Verfahrens. "Wenn man dann noch den Transport von Wasserstoff oder seiner Derivate aus entfernten Weltregionen nach Europa betrachtet, wachsen Zweifel an der Nachhaltigkeit des gesamten Prozesses", sagte er weiter.

Konkret geht es um Regionen wie Südeuropa, Nordafrika und die arabische Halbinsel. Sie spielen für die deutsche Wasserstoff-Strategie eine große Rolle. Denn diese denkt die Produktion des Gases gemeinsam mit der von Strom aus regenerativen Quellen ...

 

*

 

Kommentar

08.04.2021 - Solar-Kontrollzwang auf Autopilot

Statt Erneuerbare auszubauen, regelt das Bundeswirtschaftsministerium mal eben ein wichtiges Photovoltaik-Segment auf die Hälfte runter.

Das Abwehren, Gängeln und Kleinhalten hat sich in der deutschen Energiepolitik schon derart zur Gewohnheit verfestigt, dass es auch dann noch durchgezogen wird, wenn es überhaupt nichts abzuwehren, zu gängeln oder kleinzuhalten gibt. Bei Windparks an Land oder neuen Stromtrassen ist ja noch verständlich, dass der Nutzen für das Klima gegen den Eingriff in die Natur und die Interessen der Anwohner abzuwägen ist. Aber bei der Photovoltaik?

 

*

 

08.04.2021 - Im Osten geht die Sonne auf

Vor zehn Jahre killte die Politik die deutsche Solarindustrie. Gelingt jetzt dank Innovationen und Investoren der Neustart?

Auf dem Schild an der A9 kurz vor der Abfahrt Bitterfeld steht immer noch „Solar Valley“: Vor zehn Jahren glaubten sie hier, das Sonnenenergie-Pendant zum kalifornischen „Silicon Valley“ werden zu können. Die Hälfte aller Solarzellen auf der Welt wurde damals in Deutschland produziert, der Standort in Sachsen-Anhalt war der zweitgrößte Europas – nach dem in Frankfurt (Oder) mit dort 5.000 Beschäftigten. Aber dann kürzten Bundesumweltminister Peter Altmaier (CDU) und Bundeswirtschaftsminister Philipp Rösler (FDP) gemeinsam die Solartarife so stark, dass die gesamte Branche zusammenbrach ...

 

*

 

Wundersame Vermehrung oder Greenwashing deluxe:
Aus 1 Atomlobby werden 46 NGOs

07.04.2021 - NGOs fordern Aufnahme der Kernenergie in EU-Taxonomie

Eine Gruppe von 46 Nichtregierungsorganisationen (NGOs) aus 18 Ländern hat sich in einem Schreiben an die Präsidentin der Europäischen Kommission, Ursula von der Leyen, gewandt und die Aufnahme der Atomenergie in die EU-Taxonomie für nachhaltige Investitionen gefordert. Der Ausschluss der Kernenergie, so sagen sie, würde eine Strategie fördern, die "eindeutig unzureichend" sei, um die Wirtschaft in der Region zu dekarbonisieren.

Der Brief, datiert vom 27. März, stellt fest, dass trotz wissenschaftlicher Bewertungen, die zeigen, dass die Kernenergie benötigt wird, um den Klimawandel zu bekämpfen, sie von der Europäischen Kommission "nur begrenzt anerkannt" wird. Dies sei "bestenfalls paradox und sicherlich kontraproduktiv".

"Die Irrationalität einiger Entscheidungen, die von mehreren Mitgliedsstaaten - und zunehmend auch von der Kommission - getroffen werden und die auf die normale Entwicklung der Kernenergie abzielen, kann auf die mediale und politische Behandlung der Kernenergie zurückgeführt werden", heißt es in dem Brief. Er sagt, dass dies kürzlich während der Gedenkfeiern zum Unfall in Fukushima Daiichi und den wiederholten falschen Behauptungen über die Auswirkungen auf die Gesundheit demonstriert wurde ...

Übersetzt mit www.DeepL.com/Translator (kostenlose Version)

 

*

 

07.04.2021 - Parlamentswahl in Grönland: Machtwechsel wegen Streites um Uran

Auf der Arktisinsel gewinnt die sozialistische Inuit Ataqatigiit. Sie hatte sich gegen den Abbau von Uran und Seltenen Erden gestellt.

Die Widerstandsbewegung gegen einen Uranbergbau auf Grönland hat einen wichtigen Sieg errungen. Bei der Parlamentswahl am Dienstag verlor die sozialdemokratische Siumut mit 29 Prozent ihre bisherige politische Führungsposition, die sie dort mit Ausnahme einer Legislaturperiode seit vier Jahrzehnten innehatte. Zur stärksten Partei wurde nun mit 36,6 Prozent und einem Plus von 11 Prozentpunkten gegenüber der Wahl von 2018 die bisherige Oppositionspartei, die sozialistische Inuit Ataqatigiit (IA). „Ein großer Sieg für Umwelt und Klima“, freute sich Pernille Skipper von der „Einheitsliste“, Dänemarks sozialistischer Schwesterpartei.

Großes Streitthema der Wahl auf der Arktisinsel war ein Minenprojekt im südgrönländischen Kvanefjeld. Ein in Aus­tra­lien ansässiges Unternehmen will dort schon seit Langem Uran sowie Seltene Erden gewinnen. Letztere werden unter anderem in Laptops und Smartphones verbaut ...

 

*

 

Off Topic?

06.04.2021 - Sri Lanka verbietet Import und Anbau von Palmöl

Sri Lankas Präsident Gotabaya Rajapaksa hat den Import von Palmöl mit sofortiger Wirkung verboten. Außerdem ordnete er an, Palmölplantagen im eigenen Land schrittweise durch Kautschuk oder andere umweltfreundlichere Pflanzen zu ersetzen. Jährlich sollten so jeweils zehn Prozent der bisherigen Palmölpflanzungen verschwinden. Gründe für den Vorstoß wurden auch auf Anfrage nicht genannt. Rajapaksa hatte vor den Präsidentschaftswahlen 2019 versprochen, die Palmölkultivation zu beenden, nachdem etliche Dorfbewohner seit Jahren dagegen protestiert hatten. Die Menschen kritisieren, dass der Anbau unter anderem zu Abholzung, Bodenerosion und Wasserverschmutzung führe ...

 

*

 

Vorgezogene Wahlen auf der Arktisinsel

06.04.2021 - Rote Sonne über Grönland

Die Regierung der Arktisinsel zerbrach am Streit um den Uran-Bergbau. Bei den Wahlen am Dienstag geht es auch um den Weg zur Selbstständigkeit.

Die lachende rote Sonne auf gelbem Grund gehört seit Monaten zum Stadtbild von Grönlands Hauptstadt Nuuk und anderen Orten der Arktisinsel. Mit dem Logo der Anti-Atomkraft-Bewegung gehen die GrönländerInnen immer wieder auf die Straßen. Dabei gibt es hier gar keine Atomkraft, die nächsten AKWs liegen in Kanada, mehr als 2.000 Kilometer Luftlinie entfernt. Woher also die Sorge? Auf Grönland soll Uran abgebaut werden. Auf den meisten Transparenten ist die rote Sonne deshalb von dem Slogan „Urani? Naamik“ – „Uran? Nein, danke“ – umrahmt.

Diskutiert wird das Projekt schon seit mehr als einem Jahrzehnt. Aber zuletzt zeichnete sich im Parlament eine Mehrheit ab, die das Bergbauvorhaben genehmigen lassen will. Am Streit darüber zerbrach im Februar die Regierung des zu Dänemark gehörenden autonomen Territoriums. An diesem Dienstag finden deshalb vorgezogene Neuwahlen statt, im Wahlkampf war die Uranfrage das beherrschende Thema ...

Siumut will laut Wahlprogramm einen Betrieb des Tagebaus genehmigen, Inuit Ataqatigiit das Projekt endgültig kippen. Nach den jüngsten Umfragen lagen die GegnerInnen vorne.

Kein Wunder, dass sich Greenland Minerals mit einer massiven PR-Kampagne, darunter ganzseitigen Zeitungsannoncen und Bannerwerbung im Internet, in den Wahlkampf eingemischt hat. „Für die steht unheimlich viel auf dem Spiel“, sagt Per Nikolaj Bukh, Ökonomieprofessor an der Universität Aalborg: Es geht um Milliardenprofite.

 

**

 

Weiter zu: Zeitungsartikel 2021

 

***


SeitenanfangPfeil nach oben - Hoch zum Seitenanfang
Aktuelles+ Hintergrundwissen

***

 

Aktuelles+

 

**

 

06.04.2021 - Deutsche Umwelthilfe kämpft gegen Greenwashing: Jetzt die „Dreisteste Umweltlüge“ für den Schmähpreis Goldener Geier 2021 nominieren

Artikel aus www.duh.de

• Alle Verbraucherinnen und Verbraucher können mitmachen

• Nominierungen ab sofort unter www.duh.de/GoldenerGeier

• Ziel: Enttarnung von Unternehmen, Produkten oder Dienstleistungen, die Klima- oder Umweltfreundlichkeit versprechen, aber in Wahrheit Umweltsünder sind

Die Deutsche Umwelthilfe (DUH) ruft alle Verbraucherinnen und Verbraucher auf zum gemeinsamen Kampf gegen Greenwashing. Dazu startet der Verband den diesjährigen Goldenen Geier, den Preis für die „Dreisteste Umweltlüge 2021“. Jede und jeder kann ab sofort Unternehmen, Produkte oder Dienstleistungen nominieren, die Klima- oder Umweltfreundlichkeit versprechen, in Wahrheit aber Umweltsünder sind. Möglich ist das mit nur wenigen Klicks unter www.duh.de/GoldenerGeier.

„Immer mehr Firmen werben für sich oder ihre Produkte und Dienstleistungen mit grünen Versprechen, die sich bei genauerem Hinsehen als Schwindel entpuppen. Das sogenannte Greenwashing ist inzwischen eine Milliarden-Euro-Industrie. Und das ist dreifach schlimm: Klima- und umweltschädliche Produkte machen mit Lügen Gewinne, Verbraucherinnen und Verbraucher werden abgezockt und ihr Vertrauen in wirklich grüne Produkte sinkt. Das müssen wir gemeinsam verhindern. Deshalb helfen Sie mit und nominieren Sie. Sagen Sie uns, über welche Umweltlüge Sie sich am meisten geärgert haben. Kämpfen Sie mit uns gegen die dreistesten Umweltlügen 2021“, appelliert die Stellvertretende DUH-Bundesgeschäftsführerin Barbara Metz.

Die Nominierungsphase endet am 25. April 2021. Unter den eingereichten Vorschlägen wird die DUH die Kandidaten für die finale Verbraucher-Prämierung des Goldenen Geiers 2021 der „Dreistesten Umweltlügen“ auswählen und online zur Abstimmung stellen. Die Verleihung des Goldenen Geiers 2021 ist dann für Juni 2021 geplant.

Der DUH geht es mit dem Schmähpreis darum, auf die Problematik Greenwashing allgemein aufmerksam zu machen, Verbraucherinnen und Verbraucher zu warnen und auch ganz konkret Produkte zu enttarnen, mit denen Menschen getäuscht werden. Letztendlich sollen Unternehmen dazu bewegt werden, ehrliche und ökologische Produkte auf den Markt zu bringen.

 

**

 

Weiter zu: Zeitungsartikel 2021

 

***


SeitenanfangPfeil nach oben - Hoch zum Seitenanfang
Aktuelles+ Hintergrundwissen

***

 

Hintergrundwissen

 

**

 

reaktorpleite.de

 

Karte der nuklearen Welt:

Es grünt so grün ...

 

The English version of this world map:

https://www.google.com/maps/d/viewer?mid=1fCmKdqlqSCNPo3We1TWZexPjgNDQOaLD

 

*

 

Die Suche in der reaktorpleite.de mit dem Suchwort 

     
  Greenwashing  
     

 

brachte u.a. folgende Ergebnisse:

 

Grüngewaschene Atom-Propaganda in der Schweiz?!

28.11.2017 - Öko-Millionen für die frühere Atom-PR-Agentur

Artikel von Kurt Marti aus www.infosperber.ch

Die jahrelange Atom-PR-Agentur «Burson-Marsteller» kassiert Öko-Millionen. Eine Beschwerde wurde erstaunlicherweise zurückgezogen.

Im November letzten Jahres ging die Kampagne der Atomlobby gegen die Atom-Ausstiegs-Initiative in die Schlussrunde. Mitten drin stand das «Nuklearforum», dessen Geschäftsstelle jahrelang von der PR-Agentur «Burson-Marsteller» geführt wurde, welche die Atomenergie stets lobpreiste und die erneuerbaren Energien kleinredete.

Trotzdem hatte wenige Wochen vor der Atom-Ausstiegs-Abstimmung das Bundesamt für Energie (BFE) der Atom-PR-Agentur «Burson-Marsteller» einen lukrativen 3,6 Millionen-Auftrag für die Kommunikation des Projekts «Energiestadt» zugesprochen, das die Förderung der erneuerbaren Energien und der Energieeffizienz zum Ziel hat, und das ursprünglich von der Anti-Atom-Bewegung lanciert wurde.

Infosperber stellte darauf die Frage des Interessenkonflikts beziehungsweise der Unvereinbarkeit der Mandate und berichtete über eine Beschwerde, die vor dem Bundesverwaltungsgericht gegen den BFE-Zuschlag hängig war ...

 

**

 

AtomkraftwerkePlag

 

Medien und Greenwashing

Greenwashing

Unter Greenwash oder Greenwashing (Grünfärben) versteht man, wenn Unternehmen versuchen, sich mit Hilfe von Öffentlichkeitsarbeit und PR-Kampagnen ein umweltfreundliches Image zu geben. Kein Wunder, dass sich auch Atomkonzerne, die in Deutschland und anderen Ländern ein schlechtes Ansehen haben, dieser Strategie bedienen.

LobbyControl veröffentlichte im Jahr 2007 eine Studie[1], in der sie Ziele und Instrumente von Greenwashing untersuchte. So zielen Unternehmen meist darauf ab, mehr Akzeptanz für ihre Geschäftsfelder zu erreichen, politische Entscheidungen zu beeinflussen oder staatliche Unterstützung zu erhalten, beispielsweise für Klimaschutzprojekte. Als Instrumente unterscheidet LobbyControl Anzeigen- und Werbekampagnen, Nachhaltigkeitsberichte, umweltfreundliche Modellprojekte und vieles mehr ...

 

**

 

Wikipedia

 

Greenwashing

oder Greenwash (englisch; wörtlich ‚grünwaschen‘, übertragen: ‚sich ein grünes Mäntelchen umhängen‘) ist eine kritische Bezeichnung für PR-Methoden, die darauf zielen, einem Unternehmen in der Öffentlichkeit ein umweltfreundliches und verantwortungsbewusstes Image zu verleihen, ohne dass es dafür eine hinreichende Grundlage gibt. Der Begriff spielt auf grün als Symbol für Natur und Umweltschutz und Waschen im Sinne von Geldwäsche oder sich reinwaschen an. Er kann als Analogiebildung zu whitewashing (englisch für schönfärben, übertragen: ‚sich eine weiße Weste verschaffen‘; Ableitung von whitewash für „Sumpfkalk“) im Deutschen auch als Grünfärberei übersetzt werden ...

 

**

 

Weiter zu: Zeitungsartikel 2021

 

***


SeitenanfangPfeil nach oben - Hoch zum Seitenanfang
Aktuelles+ Hintergrundwissen

***

Spendenaufruf

- Der THTR-Rundbrief wird von der 'BI Umweltschutz Hamm' herausgegeben und finanziert sich aus Spenden.

- Der THTR-Rundbrief ist inzwischen zu einem vielbeachteten Informationsmedium geworden. Durch den Ausbau des Internetauftrittes und durch den Druck zusätzlicher Infoblätter entstehen jedoch laufend Kosten.

- Der THTR-Rundbrief recherchiert und berichtet ausführlich. Damit wir das tun können, sind wir auf Spenden angewiesen. Wir freuen uns über jede Spende!

Spendenkonto:

BI Umweltschutz Hamm
Verwendungszweck: THTR Rundbrief
IBAN: DE31 4105 0095 0000 0394 79
BIC: WELADED1HAM

***


SeitenanfangPfeil nach oben - Hoch zum Seitenanfang


***

 

GTranslate

deafarbebgzh-CNhrdanlenettlfifreliwhihuidgaitjakolvltmsnofaplptruskslessvthtrukvi
high-power-derfilm.jpg