Newsletter IX

25. Februar - 02. März 2021

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Aktuelles+ Hintergrundwissen

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Uranbergbau in Niger

02.03.2021 - Die Radioaktivität für die Nigrer*innen, das Uran für die Europäer*innen

Fast die Hälfte der Reaktoren von Atomkraftwerken befinden sich derzeit in Europa. Das Uran, dank welchem sie laufen können, kommt aber nicht aus Europa. Unter den größten Uranbergbauländer befinden sich mehrere Länder aus dem Globalen Süden, die selbst keine AKW betreiben. Es ist zum Beispiel der Fall von Niger in Westafrika. Das Land betrug 2015 über 7 Prozent der weltweiten Uranförderung. Die Stadt von Arlit – auch „zweites Paris“ genannt – wurde um eine Uranmine herum gebaut. Das Uran wird exportiert Dort werden die Arbeitenden und die Bevölkerung Radioaktivität ausgesetzt. Deshalb hat Almoustapha Alhacen die NGO Aghirin‘man gegründet. Der südnordfunk hat mit ihm so wie mit Bruno Chareyron gesprochen. Der französische Wissenschaftler bei der unabhängigen Organisation Criirad hat die NGO Aghiri‘man Kenntnisse über die Radioaktivität vermittelt.

Audio-Livestream 10:37

 

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Erneuerbare Energien sollten stärker gefördert werden

02.03.2021 - Ehemalige japanische Premierminister fordern Japans Ausstieg aus der Atomenergie

Die beiden ehemaligen japanischen Premierminister Naoto Kan und Junichiro Koizumi fordern Japan auf, sich von der Atomenergie abzuwenden und der erneuerbaren Energie zuzuwenden.

Beide waren während ihrer Amtszeit Befürworter der Kernenergie, wurden aber nach dem Erdbeben vom 11. März 2011 und dem anschließenden Tsunami, der zu einer dreifachen Kernschmelze im Kraftwerk Fukushima Daiichi führte, zu entschiedenen Kritikern.

Japan hat viele natürliche Energiequellen

„Japan hat so viele natürliche Energiequellen wie Sonnenenergie, Wasserkraft und Windkraft. Warum sollten wir etwas verwenden, das teurer und weniger sicher ist?“, so der ehemalige Premierminister Junichiro Koizumi, der von 2001 bis 2006 im Amt war, auf einer Pressekonferenz ...

 

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01.03.2021 - Asse-Zwischenlager bringt zusätzliche radioaktive Belastung

Wolfenbüttel. Die „Überprüfung der Standortentscheidung ist kein Standorte-Vergleich“ kritisierten die Bürgerinitiativen des Asse-II-Koordinationskreises.

Voraussichtlich im zweiten Quartal 2021 sollen die weiteren Planungen für die Abfallbehandlungsanlage und das Zwischenlager für den schwach- und mittelradioaktiven Abfall aus dem maroden Salzbergwerk Asse II ausgeschrieben werden. Der Asse-Betreiber BGE favorisiert bekanntlich ein Zwischenlager direkt an der Asse. Darüber hinaus soll noch in diesem Jahr der endgültige Standort des für die Rückholung notwendigen Schachts Asse 5 festgelegt werden. Das teilte die Bundesgesellschaft für Endlagerung (BGE) als Asse-Betreiber vor einigen Tagen mit und forderte zudem die Bevölkerung auf, der BGE Vorschläge zu unterbreiten, was mit dem Gestein passieren soll, das beim Schachtbau herausgeholt wird, und wie Schäden an der Umwelt ausgeglichen werden können. Zu diesen Fragen wird die BGE im Rahmen der Öffentlichkeitsbeteiligung am 26. März eine Online-Konferenz durchführen.

 ... Heike Wiegel vom Verein AufpAssen gab zu bedenken: „Wenn ausgerechnet an der Asse eine Konditionierungsanlage und ein Zwischenlager errichtet werden, verlangsamt das die Rückholung des Atommülls erheblich und unnötig, da alle radioaktiven Belastungen vor Ort zu addieren wären und die Grenzwerte einzuhalten sind. Die Errichtung eines Zwischenlagers mit Atommüll-Konditionierungsanlage an der Asse würden zusätzliche radioaktive Belastungen für die Bevölkerung auf sehr lange Zeit mit sich bringen.“ Das würde einer möglichst schnellen Rückholung und der damit verbundenen Stilllegung des Bergwerks widersprechen.

Reicht ein Transportbereitstellungslager aus?

Andreas Riekeberg von www.asse-watch.de wies darauf hin, dass laut einer Studie für die Rückholung direkt an der Schachtanlage Asse II lediglich ein Transportbereitstellungslager erforderlich sei.

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01.03.2021 - Macron setzt auf Atomkraft

Paris verlängert Laufzeit ältester Meiler. Frankreichs Präsident wirbt auf EU-Ebene für mehr Kernenergie

Niemand weiß, wie und wo ihr radioaktiver Abfall entsorgt werden kann, von ihnen droht zu jedem Zeitpunkt eine internationale Katastrophe auszugehen: Atomkraftwerke. Frankreichs Präsident Emmanuel Macron scheint sie dennoch zu lieben. »Sechs neue ›EPR‹-Reaktoren sind für die kommenden Jahren geplant«, erklärte Charlotte Mijeon, Sprecherin vom Antiatomnetzwerk »Sortir du nucléaire« am Sonnabend gegenüber jW. Dass die zuständige Aufsichtsbehörde Autorité de Sûreté Nucléaire (ASN) am Donnerstag nun den Weg für den Weiterbetrieb der ältesten Kernkraftwerke des Landes frei gemacht habe, sei also keine Überraschung. Die ASN folge damit den Wünschen der Regierung sowie des Staatskonzerns EDF, der die Anlagen betreibt.

... Vor wenigen Wochen kündigte Frankreichs Regierung an, EDF zerschlagen und teilprivatisieren zu wollen. Konkret: Profitable Sparten des Konzerns sollen für private Investoren geöffnet werden. Die CGT befürchtet einen Jobabbau sowie Strompreissteigerungen. Für Mijeon von »Sortir du nucléaire« ist das nicht verwunderlich: »Offiziell ist Energiepolitik eine Angelegenheit des Staates, doch in der Praxis bestimmt EDF, wohin es geht.« Ein Atomausstieg stehe also erst mal nicht auf der Tagesordnung.

 

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01.03.2021 - Atomkraftwerk in Eemshaven: Ministerpräsident Rutte heizt Diskussion erneut an

Wird doch ein Atomkraftwerk in unserer Region gebaut? Der niederländische Ministerpräsident Mark Rutte sieht Eemshaven jedenfalls als möglichen Standort für ein AKW. Das betonte er am Wochenende in einer Diskussionsrunde bei RTL Niederlande.

„Kernenergie“ war eines der Themen einer Fernsehdebatte anlässlich der anstehenden Parlamentswahlen am 17. März. Die Parteien VVD, CDA sowie die rechtspopulistische PVV sehen in der Atomenergie die einzige Möglichkeit, die Klimaziele langfristig zu erreichen. GroenLinks und die linksgerichtete SP wollen hingegen konsequent auf Solarenergie, Windenergie, Wasserstoff und Biomasse setzen. Die linksliberale Partei D66 wägt noch ab. Für sie ist Kernenergie nur dann eine Option, wenn sie „nachhaltig, zuverlässig und bezahlbar“ ist.

Rutte sieht „enorme Chancen“

Für VVD-Parteichef und Ministerpräsident Mark Rutte steht der Bau eines Atomkraftwerks in Eemshaven im Einklang mit den Ambitionen der Provinz Groningen: „Groningen möchte unbedingt die Energieprovinz sein. Wir steigen dort aus der Erdgasförderung aus. Aber Groningen will auch der Ort für die Energiewende sein ...

 

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01.03.2021 - Wasserstoff-Allianz begrüßt Entscheidung der Bundesnetzagentur gegen Elektroylyse-Großprojekte

Die Bundesnetzagentur hat die Investitionsanträge der Netzbetreiber Amprion und Tennet zu großen Elektrolyseanlagen abgelehnt. Sie hätten den Wettbewerb verzerrt.

Nach Mitteilung der „Allianz für fairen Wettbewerb im Wasserstoffmarkt“ hat die Bundesnetzagentur aktuell zwei Anträge für geplante Wasserstoffprojekte der Übertragungsnetzbetreiber Amprion und Tennet abgelehnt. Amprion wollte das Projekt „Hybridge“ zusammen mit Open Grid Europe (OGE) im Raum Lingen umsetzen. Dort sollte ein Elektrolyseur ab 2023 bis zu 100 Megawatt elektrische Leistung in Wasserstoff umwandeln. Parallel der Übertragungsnetzbetreiber eine Wasserstoffinfrastruktur aufbauen. 100 MW sollte auch eine Power-to-Gas-Anlage im ostfriesischen Diele groß sein. Das Projekt „Element eins“ hatten die Partner Gasu­nie, Ten­neT und Thys­sen­gas gemeinsam geplant.

Wasserstoffproduktion nicht Aufgabe der ÜNB

Die Bundesnetzagentur kommt laut Allianz zu dem Schluss, dass es nicht originäre Aufgabe der Netzbetreiber sei, einen Elektrolyseur zur Umwandlung von Strom in Wasserstoff zu betreiben. Die beantragten Investitionsmaßnahmen seien somit nach aktuellem Rechtsrahmen nicht genehmigungsfähig. Zudem entstünde für die Netzbetreiber ein Wettbewerbsvorteil gegenüber anderen Marktteilnehmern, die ihre Investitionen nicht über die Netzentgelte refinanziert bekämen. Die von Tennet und Amprion geplanten Großelektrolyseure über die Netzentgelte zu subventionieren, hätte zur Folge gehabt, dass Wasserstoff zu Preisen produziert worden wäre, mit denen andere Marktteilnehmer nicht konkurrieren können ...

 

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28.02.2021 - Wasserstoff als Alternative: Der kürzeste Witz

Die Umstellung von Erdgas und Benzin auf Wasserstoff, die so plötzlich auf der Tagesordnung vieler mächtiger Regierungen steht, kann das globale Umweltproblem nicht lösen. Denn Wasserstoff, der als "emissionsfreier" Kraftstoff angepriesen wird, ist für große Mengen Kohlendioxid in der Atmosphäre verantwortlich – und seine Herstellung fordert riesige Mengen an Elektrizität.

... niemand verliert ein Wort über die bestehende Wasserstoffindustrie und erwähnt nicht, dass diese jedes Jahr etwa 70 Millionen Tonnen reinen Wasserstoff und weitere 45 Millionen Tonnen anderer Chemikalien produziert. Laut der Website "People & Nature" werden bei Produktion 830 Millionen Tonnen Kohlendioxid in die Atmosphäre em.

Diese Menge entspricht zwei Prozent der gesamten globalen Treibhausgasemissionen – und damit etwa 80 Prozent der Emissionen des Luftverkehrs sowie mehr als dem Doppelten der Emissionen der gesamten britischen Wirtschaft.

Von diesen 115 Millionen Tonnen produzierten Wasserstoffs sind mehr als 99 Prozent "grauer Wasserstoff" – das heißt, er wird aus Erdgas, Kohle oder Öl hergestellt, das erhebliche Mengen an Kohlendioxid freisetzt. Der Trend geht jedoch zum "blauem Wasserstoff", der jedoch ebenfalls aus fossilen Brennstoffen hergestellt wird. Die Mengen an Kohlendioxid, die dabei freigesetzt werden, werden aufgefangen und gespeichert. Und dann gibt es da noch den "grünen Wasserstoff", der durch Elektrolyse von Wasser hergestellt wird, dabei aber riesige Mengen an Strom verbraucht, also nur unter extrem hohen Kosten produziert werden kann.

Allerdings werden diese Techniken nur von sehr wenigen Unternehmen eingesetzt, und grauer Wasserstoff dominiert bisher ...

 

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28.02.2021 - Grünes Licht für Strom von der Nordsee nach Hamm

Um den Energiestandort Hamm zu erhalten und zukunftsfähig auszubauen, setzt die Stadt Hamm auf grünen Wasserstoff als nachhaltigen und umweltfreundlichen Energieträger der Zukunft. Im Hammer Osten soll eine großtechnische Elektrolyseanlage von bis zu 20 Megawatt entstehen. Sie soll mit Strom aus erneuerbaren Energien betrieben werden und erweiterbar sein.

Hamm – Bei der Herstellung von Wasserstoff werden große Mengen Energie benötigt. Ökologisch sinnvoll ist das nur, wenn dabei regenerative Energien eingesetzt werden, also Strom, der zu 100 Prozent aus erneuerbaren Energiequellen wie beispielsweise Wind- und Wasserkraft oder Solaranlagen gewonnen wird. Anders als fossile Energieträger sind erneuerbare Energien in unbegrenzter Menge verfügbar und erneuern sich wieder innerhalb sehr kurzer Zeit. Um möglichst viel von dieser Energie zu bekommen, wird eine grüne Steckdose da benötigt, wo der Wasserstoff produziert wird. 

Diese wird nun bald gebaut, denn der Bundesrat hat grünes Licht für eine neue Strom-Höchstspannungsleitung von der Nordsee nach Nordrhein-Westfalen gegeben. Sie transportiert Windstrom, der an der Küste erzeugt wird. Das „Korridor B“ genannte Projekt besteht aus zwei Verbindungen mit Kapazitäten von jeweils zwei Gigawatt zwischen Heide in Schleswig-Holstein und Polsum im Kreis Recklinghausen und – für Hamm ganz entscheidend – zwischen Wilhelmshaven und Uentrop. Beide Verbindungen sind im neuen Netzentwicklungsplan enthalten, dem der Bundesrat jetzt zugestimmt hat ...

 

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28.02.2021 - Atomarer Klimaschutz

Frankreich verlängert die Laufzeit alter Kernkraftwerke, Bill Gates lässt neue entwickeln. Den Kampf gegen die Erderwärmung entscheidet das nicht.

Es klingt so verführerisch einfach: Warum mühselig immer neue Windräder bauen und Photovoltaik-Module auf die Dächer schrauben, um den Klimawandel zu bremsen, wenn es schon Technik gibt, um CO₂-arm Energie zu produzieren? Atomkraftwerke etwa. Viele sind schon gebaut, Kohle, Öl oder andere fossile Energieträger brauchen sie nicht. So etwa lautet die Überlegung der französischen Regierung, die mit Verweis auf den Klimaschutz kürzlich die Laufzeiten der 32 ältesten Kernreaktoren des Landes um zehn Jahre angehoben hat, auf nunmehr 50 Jahre.

Aus ökonomischen Gründen ist es schlauer, auf Erneuerbare Energien zu setzen

Doch so verlockend diese Strategie auch zunächst erscheint, in der Umsetzung bringt sie etliche Schwierigkeiten mit sich. Die französischen Kernreaktoren sind sicherheitstechnisch häufig auf dem Niveau der 1960er- oder 70er-Jahre, sie an den heutigen Stand anzupassen - wie von der Atomaufsicht zur Bedingung für die längere Laufzeit gemacht -, ist teuer und aufwendig, einige Experten sagen sogar: unmöglich. Dem gegenüber steht ein eher geringer Nutzen für den Klimaschutz, begrenzt auf einige Jahre ...

 

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27.02.2021 - "Für Europa könnte das extreme Hitzewellen bedeuten"

Das Golfstromsystem ist so schwach wie seit über 1.000 Jahren nicht mehr. Das wird zu Extremwettern und steigenden Meeresspiegeln führen, sagt Forscher Stefan Rahmstorf.

Mehr Stürme, intensivere Winter und heißere Sommer – wird der Golfstrom noch schwächer, könnten das nur einige der Folgen sein. Eine neue Übersichtsstudie zeigt: Die atlantische Meeresströmung hat sich signifikant verlangsamt. Klimamodelle hatten das bereits vorhergesagt. Wenn wir jetzt handeln, sind die Folgen noch abzuwenden, sagt der Klimaforscher Stefan Rahmstorf vom Potsdam-Institut für Klimafolgenforschung (PIK) ...

 

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27.02.2021 - Gorbatschows Appell an Putin und Biden – „Hauptsache ist, Atomkrieg zu verhindern“

Michail Gorbatschow hat vor seinem 90 Geburtstag ein Interview gegeben. Der ehemalige Kreml-Chef glaubt an eine Besserung des Verhältnisses zwischen Russland und der EU. Die größte Bedrohung ist für ihn nach wie vor ein möglicher Atomkonflikt mit den USA.

Vor seinem 90. Geburtstag hat der frühere Kreml-Chef Michail Gorbatschow die Hoffnung auf eine Besserung des Verhältnisses zur Europäischen Union geäußert. „Man darf keine Angst vor Verhandlungen haben“, sagte der Friedensnobelpreisträger am Samstag der Agentur Interfax.

Die Beziehungen zwischen Moskau und Brüssel sind etwa im Ukraine-Konflikt so gespannt wie seit dem Kalten Krieg nicht mehr. „Nur Verhandlungen, nur die Treffen auf allen Ebenen – vor allem auf höchster – können positive Ergebnisse bringen. Ich glaube daran“, sagte er. Der frühere Sowjetpräsident wird am Dienstag 90 Jahre alt ...

 

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26.02.2021 - 10 Jahre Fukushima: Unabhängige Forschung fördern statt unterbinden

Die IPPNW fordert mehr unabhängige, wissenschaftliche Forschung in Japan

Am 11. März jährt sich die Atomkatastrophe von Fukushima zum 10. Mal. Anlässlich des Jahrestages stellt die Ärzt*innenorganisation IPPNW auf ihrer Fachtagung „10 Jahre Leben mit Fukushima“ die wichtigsten wissenschaftlichen Erkenntnisse der letzten zehn Jahre zu den Folgen der Katastrophe für Mensch und Umwelt vor. Die Mediziner*innen appellieren an die japanische Regierung: Unabhängige, wissenschaftliche Forschung darf nicht länger unterbunden, sondern muss im Sinne der Gesundheit der Bevölkerung effektiv gefördert werden.

„Bisher wurde in Fukushima nur eine einzige Krankheitsentität bei Menschen systematisch untersucht: Schilddrüsenkrebs. Die Zahl der Schilddrüsenkrebsfälle bei Kindern in Fukushima liegt in den letzten drei Screenings 20-mal höher als zu erwarten wäre“, erklärt Dr. med. Alex Rosen, Vorsitzender der IPPNW und Facharzt für Kinder- und Jugendmedizin. Relativ gesehen seien die meisten dieser Fälle in den am schwersten verstrahlten Gebieten aufgetreten. Besonders betroffen sind in Fukushima zudem die Kinder, die im Jahr der Kernschmelzen noch im Mutterleib waren ...

 

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26.02.2021 - Atomfabrik: Französisch-russisches Gemeinschaftsunternehmen

Ein französisches und ein russisches Unternehmen wollen gemeinsam Brennelemente für Kernkraftwerke in Niedersachsen produzieren. Den entsprechenden Antrag zur Gründung eines Gemeinschaftsunternehmens hätten die französische Framatome und die russische TVEL bereits am 12. Februar eingereicht, teilte das Bundeskartellamt in Bonn mit. Details zu dem Vorhaben wurden nicht bekanntgegeben. Auch das für die Aufsicht der Brennelementefabrik in Lingen zuständige Umweltministerium in Niedersachsen habe derzeit keine Kenntnis über den Stand des Verfahrens, sagte ein Sprecher.

Seitens des französischen Unternehmens Framatome gab es ebenfalls keine Informationen. "Wir kommentieren keine laufenden administrativen Vorgänge", teilte eine Sprecherin auf Anfrage mit. In Lingen betreibt die Framatome-Tochter Advanced Nuclear Fuels (ANF) eine Brennelementefabrik. Framatome hat in Deutschland drei Standorte in Erlangen, Karlstein und Lingen ...

 

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Laufzeitverlängerung auf 50 Jahre

25.02.2021 - Frankreich hält an alten AKW fest

Frankreichs Atomaufsicht verlängert die Laufzeit der ältesten Meiler auf 50 Jahre. Präsident Macron sieht in Atomenergie Beitrag zum Klimaschutz.

Ungeachtet der Bedenken von Um­welt­schüt­ze­r*in­nen hat Frankreichs Atomaufsicht Autorité de sûreté nucléaire (ASN) die Verlängerung der Laufzeit der ältesten französischen Atomreaktoren von 40 auf 50 Jahre gebilligt. Sie knüpft die Laufzeitverlängerung allerdings an Bedingungen, darunter eine Reihe von Reparaturen. Ziel sei es, „die Folgen schwerer Unfälle wie etwa einer Kernschmelze zu verhindern“, sagte der stellvertretende Leiter der Atombehörde, Julien Collet. Auch der Schutz vor „Angriffen auf die Anlagen“ soll nach seinen Worten verbessert werden. Zudem soll der Betreiber Electricité de France (EDF) jährlich einen Sicherheitsbericht vorlegen.

Die Verlängerung betrifft acht Standorte: Darunter ist das Atomkraftwerk Bugey östlich von Lyon, das seit Ende der 1970er Jahre in Betrieb ist. Auch die Reaktoren in Dampierre südlich von Paris und Tricastin nördlich von Avignon können nun voraussichtlich länger Strom liefern. Sie waren Anfang der 1980er Jahre ans Netz gegangen ...

 

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25.02.2021 - USA bei Militärausgaben einsame Spitze

Die USA haben 2020 knapp drei Mal so viel Geld für Verteidigung ausgegeben wie ihre Rivalen China und Russland zusammen. Trotz der Corona-Pandemie erreichen Militärbudgets weltweit neue Rekordstände, so eine Studie.

Mit 738 Milliarden US-Dollar (rund 603 Mrd. Euro) lag das Budget des größten NATO-Landes fast vier Mal höher als das von China (193,3 Mrd. Dollar) und mehr als zwölf Mal höher als das von Russland (60,6 Mrd. Dollar). Damit entfielen rund 40 Prozent der weltweiten Rüstungsausgaben auf die USA. Das geht aus einer Rangliste des Internationalen Instituts für Strategische Studien (IISS) hervor.

Deutschland in Europa auf dem dritten Platz

Unter den europäischen NATO-Ländern war laut IISS zuletzt Großbritannien mit Verteidigungsausgaben in Höhe von 61,5 Milliarden US-Dollar die Nummer eins. Es folgen Frankreich mit 55 Milliarden Dollar und Deutschland mit 51,3 Milliarden Dollar. Zusammen geben sie immerhin noch fast Mal drei so viel aus wie Russland ...

 

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Erde+Klima

25.02.2021 - Abschwächung des Golfstrom-Systems „beispiellos“

Ein wichtiger Motor der globalen Ozeanzirkulation sitzt im Nordatlantik – die Umwälzströmung treibt den Golfstrom an und prägt unser Wetter. Doch wie nun eine Studie enthüllt, ist diese Atlantische Meridionale Umwälzströmung (AMOC) zurzeit so schwach wie noch nie zuvor in den letzten tausend Jahren. Das belegen Auswertungen unter anderem von Daten aus Ozeansedimenten, Eisbohrkernen oder den Jahresringen von Bäumen. Demnach erlebte das Golfstrom-System vor allem ab Mitte des 20. Jahrhunderts eine beispiellose Abschwächung. Schuld daran ist nach Angaben der Wissenschaftler vor allem der Klimawandel.

Die Atlantische Meridionale Umwälzströmung (AMOC) wirkt wie eine gigantische Pumpe: Im arktischen Nordatlantik sinkt salziges, warmes Oberflächenwasser aus südlichen Gefilden ab und strömt als kaltes, dichteres Tiefenwasser zurück Richtung Äquator. Diese Tiefenkonvektion treibt die großräumigen Meeresströmungen an und trägt dadurch entscheidend zur Wärmeverteilung zwischen den Tropen und Polarregionen bei. „Das Golfstrom-System funktioniert wie ein riesiges Förderband, das warmes Oberflächenwasser vom Äquator nach Norden transportiert und kaltes, salzarmes Tiefenwasser zurück in den Süden schickt“, erklärt Seniorautor Stefan Rahmstorf vom Potsdam-Institut für Klimafolgenforschung PIK. „Es bewegt fast 20 Millionen Kubikmeter Wasser pro Sekunde, etwa das Hundertfache des Amazonasstroms.“ ...

 

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25.02.2021 - Zu störanfällig und unzuverlässig: Für das DIW hat Atomkraft keine Zukunft

Wegen langer, geplanter und ungeplanter Ausfallzeiten ist Atomkraft ökonomisch nicht zukunftsträchtig, meint das Deutsche Institut für Wirtschaftsforschung.

Weltweit kommt es in Atomanlagen regelmäßig zu Zwischenfällen. Darüber hinaus müssen AKW auch im normalen Betrieb immer wieder vom Netz genommen werden, was zu erheblichen Ausfallzeiten führt, schreibt das Deutsche Institut für Wirtschaftsforschung (DIW) in einer Studie. Wegen der Unterbrechungen nicht nur durch Unfälle, sondern vor allem durch notwendige Brennstoffwechsel, Wartungen oder gestiegene Sicherheitsanforderungen könne rund ein Drittel der Kapazität aller Atomkraftwerke nicht zur Stromerzeugung genutzt werden.

"Kernkraft ist nicht vollständig beherrschbar und auch nicht konstant verfügbar", resümiert Studienautor Ben Wealer. "Wegen langer, geplanter und ungeplanter Ausfallzeiten sind Backup-Kapazitäten notwendig. Damit ist Kernkraft als Energielieferant auch aus ökonomischer Sicht nicht zukunftsträchtig." ...

 

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25.02.2021 - Frankreich: Atomaufsicht billigt Laufzeitverlängerung

Während in Deutschland die Atomkraftwerke stillgelegt werden, bleibt die Nuklearenergie in Frankreich wichtig: Das Land bezieht rund 70 Prozent seines Stroms aus Atomkraft - und hat nun einer Laufzeitverlängerung zugestimmt.

Die Laufzeit der ältesten französischen Atomreaktoren kann von 40 auf 50 Jahre verlängert werden - allerdings unter Auflagen. Das geht aus einer Stellungnahme der französischen Atomaufsicht Autorité de sûreté nucléaire (ASN) hervor, die in Paris veröffentlicht wurde. Die Regierung hatte den Weg für die Laufzeitverlängerung bereits im April 2020 freigemacht. Das Nachbarland Deutschlands bezieht rund 70 Prozent seines Stroms aus der Atomkraft, das ist der höchste Anteil weltweit ...

 

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Aktuelles+

 

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Sturzflut im Himalaya

25.02.2021 - Auf dem Nanda Devi liegen eineinhalb Kilo Plutonium

Artikel von Bert Eder aus www.derstandard.de

Im Jahr 1965 verlor die CIA eine Nuklearbatterie im Hochgebirge. Lokalpolitiker fordern, das Gerät zu bergen

Am 7. Februar brach kurz nach Mittag ein 550 Meter breites Stück aus dem Gletscher des Ronti-Berges (6.063 Meter) im nordindischen Bundesstaat Uttarakhand. Die Eismassen lösten im Rishiganga-Fluss eine Sturzflut aus, die zwei Elektrizitätswerke beschädigte, 231 Menschen kamen ums Leben.

Naturkatastrophen wie der "Himalayatsunami" 2013, bei dem 5.700 Menschen starben, ereignen sich üblicherweise mit Einsetzen der Schneeschmelze. Dass dies mitten im Winter geschah, veranlasste indische Medien zu Spekulationen, der Gletschersturz könnte durch eine vor 55 Jahren im Hochgebirge verlorene US-Spionageanlage verursacht worden sein.

Trinkwasserversorgung in Gefahr

Wissenschafter halten es für unmöglich, dass die Plutoniumbatterie, die von der CIA bezahlte Bergsteiger 1965 etwa 300 Höhenmeter unter dem Gipfel des Nanda Devi zurückgelassen haben, die Katastrophe ausgelöst haben könnte. Sollte das unter den Schneemassen begrabene Gerät allerdings undicht werden, könnte dies die Trinkwasserversorgung von Millionen Indern gefährden: Der Rishiganga mündet in den Ganges, der Millionen mit Trinkwasser versorgt.

Nuklearmacht China

Nachdem China im Oktober 1964 in der abgelegenen Provinz Xinjiang seinen ersten erfolgreichen Atomtest durchgeführt hatte, bemühten sich westliche Geheimdienste, Details über Mao Zedongs Rüstungsprogramm in Erfahrung zu bringen.

Spionagesatelliten wie der KH-1 "Corona" lieferten damals nur mit langer Verzögerung Informationen. Die Bildübertragung per Funk war unzuverlässig und nicht abhörsicher, weshalb die Flugkörper alle 19 Tage zwei belichtete Filme abwarfen, die, an Fallschirmen hängend, von Flugzeugen aufgefangen werden mussten.

Chinesen schossen Spionageflugzeuge ab

Drei von taiwanesischen Piloten geflogene U2-Spionageflugzeuge hatten die Chinesen seit 1962 abgeschossen. Mangels Agenten im Landesinneren ersuchte deshalb die CIA die indische Regierung um Unterstützung bei der Errichtung einer Abhörstation auf dem Gipfel des Nanda Devi. Damals hatten es erst sechs Bergsteiger geschafft, den zweithöchsten Berg Indiens (7.816 Meter ) zu erklimmen.

Ein dort installierter Radioempfänger sollte die Telemetriedaten, die Raketen an die Bodenstation senden, erfassen und an eine CIA-Station im Hinterland weiterleiten. Die Stromversorgung würden Radionuklidbatterien übernehmen, die jahrelang ohne Wartung oder frisches Brennmaterial Energie liefern können. Ein SNAP (System for Nuclear Auxiliary Power) vom Typ 19C des Herstellers Monsanto, wie es auf dem Nanda Devi zum Einsatz kommen sollte, enthält eineinhalb Kilo Plutonium.

Im Oktober 1965, als der Monsunregen nachließ, brachen 14 US- und vier indische Bergsteiger, unterstützt von Sherpa-Trägern, mit 57 Kilo technischer Ausrüstung im Gepäck zum Gipfel des Nanda Devi auf.

Begehrtes Gepäckstück

Die Sherpas, die die Ausrüstung transportierten, rissen sich darum, die Plutoniumbatterie tragen zu dürfen, weil von ihr eine angenehme Wärme ausging, berichtet US-Kletterlegende Jim McCarthy: "Sie saßen in ihrem Zelt rund um das Ding, als ob es ein Feuer wäre."

Als sie in einen Schneesturm gerieten, ordnete der indische Bergführer Manmohan Singh Kohli den Abbruch der Mission an, die Geräte ließen die Bergsteiger an einer windgeschützten Stelle zurück. Im Frühling kehrten sie auf den Berg zurück, konnten aber weder den Sender noch die Batterie finden. Seither wurden mehrere Suchaktionen gestartet, die aber alle erfolglos blieben.

McCarthy, der für die Inbetriebnahme der Plutoniumbatterie zuständig war, erkrankte 1971 an Hodenkrebs. Er führt dies auf die Strahlenbelastung bei der Nada-Devi-Mission zurück, sagte er dem Bergsportmagazin "Rock and Ice".

1967 gelang es schließlich, auf dem benachbarten Nanda Kot eine Anlage zu installieren. Als das Team im Jahr darauf auf den Gipfel zurückkehrte, war die Batterie tief im Schnee versunken. Laut Herstellerangaben erreicht das SNAP-19C eine Betriebstemperatur von 550 Grad Celsius – durch die Hitze hatte sich ein Hohlraum mit zweieinhalb Meter Durchmesser gebildet. Da das Gerät aufgehört hatte zu senden, wurde es demontiert und ins Tal gebracht.

Obwohl die Umgebung des Nanda Devi bis 1974 Sperrgebiet war und alle Beteiligten ein Schweigegelübde ablegen mussten, ließ sich eine Operation dieses Ausmaßes nicht dauerhaft geheim halten. Erste Journalistenanfragen wurden noch unter Verweis auf die nationale Sicherheit der USA abgewiesen.

Im April 1978 veröffentlichten aber das Magazin "Outdoor" und wenig darauf die "Washington Post" Berichte über die verlorene Nuklearbatterie, in denen US-Experten forderten, das radioaktive Material umgehend zu bergen. In Indien sorgte die Nachricht, dass die Regierung den USA gestattet hatte, das Quellgebiet des Ganges zu verseuchen, für Empörung. Vor der US-Botschaft in Delhi kam es zu Protesten.

Premierminister Morarji Desai erklärte im Parlament, eine prominent besetzte Forschergruppe habe festgestellt, dass keine Gefahr bestünde. Trotzdem fordern Lokalpolitiker bis heute, die Altlast zu beseitigen, bevor sie Schaden anrichtet.

 

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Hintergrundwissen

 

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reaktorpleite.de

 

Karte der nuklearen Welt:

1,5 Kilo Plutonium auf dem Dach der Welt ...

 

The English version of this world map:

https://www.google.com/maps/d/viewer?mid=1fCmKdqlqSCNPo3We1TWZexPjgNDQOaLD

 

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Die Suche in der reaktorpleite.de mit dem Suchwort 

     
  Plutonium  
     

 

brachte u.a. folgende Ergebnisse:

 

17. Juli 2020 - Europa: Karte zeigt radioaktive Bodenbelastung

Artikel aus www.scinexx.de

Verteilung von radioaktivem Cäsium und Plutonium aus Kernwaffentests und Tschernobyl.

Strahlende Relikte: Eine neue Karte zeigt die radioaktive Belastung der europäischen Böden genauer als je zuvor. Hotspots der Belastung sind damit ebenso zu erkennen wie kaum kontaminierte Stellen. Aus den Werten für radioaktives Cäsium und Plutonium lässt sich zudem erstmals ablesen, aus welchen Quellen diese Radionuklide stammen – ob aus dem Fallout der früheren Atomwaffentests oder vom Atomunfall von Tschernobyl.

Auch wenn die Atomwaffentests der Nachkriegszeit schon mehr als 50 Jahre her sind, ihr über die ganze Welt verteilter Fallout strahlt bis heute. Selbst die Tiefen des Marianengrabens sind kontaminiert. Und auch der Atomunfall von Tschernobyl im April 1986 hat bis heute seine Spuren hinterlassen. Die bei der Explosion freigesetzten Radionuklide kontaminierten nicht nur die Region rund um das Atomkraftwerk, sondern wurden vom Wind bis nach Nordeuropa getragen ...

 

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SMR - der Atomreaktor für den Vorgarten!

03.05.2018 - NASA testet erfolgreich Kilopower-Reaktor

Artikel aus world-nuclear-news.org

Die National Aeronautics and Space Administration (NASA) gab gestern den erfolgreichen Test eines mit Uran betriebenen Stirling-Triebwerks für mögliche zukünftige Missionen zum Mars bekannt. Die Erprobung des Kilopower-Reaktors - der zur Stromversorgung von Missionen zum Mond, zum Mars und darüber hinaus genutzt werden könnte - begann im November 2017 am NASA-Standort Nevada National Security Site und wurde im März abgeschlossen.

Der Kilopower-Reaktor könnte 1-10 Kilowatt elektrische Leistung erzeugen, kontinuierlich über einen Zeitraum von zehn Jahren oder mehr. Das Prototypenergiesystem verwendet einen massiven, gegossenen Uran-235-Reaktorkern. Die Wärme des Reaktors wird über passive Natrium-Wärmerohre übertragen und von hocheffizienten Stirlingmotoren in Strom umgewandelt. Solche Motoren nutzen Wärme, um Druckkräfte zu erzeugen, die einen Kolben bewegen, der mit einem Generator gekoppelt ist, um Strom zu erzeugen ...

 

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YouTube Kanal:

'Reaktorpleite' - 'Playlists' - 'Radioaktivität weltweit ...'

US-Präsident Dwight D. Eisenhower: Warnung vor dem militärisch-industriellen Komplex (Deep State)US-Präsident Dwight D. Eisenhower: Warnung vor dem militärisch-industriellen Komplex (Deep State)

 

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AtomkraftwerkePlag

 

Plutonium-Batterien und radioaktive Verseuchungen

In der Raumfahrt werden seit Jahrzehnten sogenannte Radionuclidbatterien zur Stromerzeugung eingesetzt, die Energie aus radioaktivem Zerfall gewinnen; der englische Begriff dafür ist Radioisotope Thermoelectric Generators (RTGs). In RTGs werden meist Plutonium oder Americium genutzt. Außerdem wurden sogenannte Radioisotope Heater Units (RHUs) zur Erzeugung von Wärme für die Instrumente entwickelt.

Die USA verwendeten ein RTG zum ersten Mal 1961 im Navigationssatellit Transit 4A, ein weiteres 1969 im Wettersatellit Nimbus III. RTGs und zum Teil RHUs wurden in den Missionen Apollo, Pioneer, Viking, Voyager, Galileo, Ulysses, Cassini und New Horizons eingesetzt. Die Mars-Rover Pathfinder, Spirit und Opportunity nutzten zwar Solarenergie, erzeugten die Wärme für die Instrumente aber mit RHUs. Bei der Curiosity-Mission ab 2011 wurde zum ersten Mal der Multi-Mission Radioisotope Thermoelectric Generator zur Erzeugung von Strom und Wärme gleichermaßen verwendet. Seit den 1960er Jahren setzten auch die Sowjetunion und später Russland Radionuclidbatterien in der Raumfahrt ein.

Der Einsatz radioaktiver Batterien hat mehrmals zu schweren Unfällen geführt:

1964 stürzte ein Satellit der US-amerikanischen Marine beim Start ab und verteilte ein Kilogramm Plutonium in der Atmosphäre.

1978 kontaminierte der Reaktorkern des sowjetischen Satelliten "Kosmos 954" nach einer Bruchlandung 124.000 Quadratkilometer in Kanada. 

1996 stürzte die russische Sonde Mars-96 mit 200 Gramm Plutonium ins Grenzgebiet zwischen Chile und Bolivien ab ...

 

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Wikipedia

 

Radionuklidbatterien für die Raumfahrt

Eine ausreichend große, kompakt angeordnete Menge von 238Pu erhitzt sich durch seinen eigenen radioaktiven Zerfall bis zur Weißglut, und gibt dabei nur sehr geringe Mengen von Gammastrahlung ab, sodass man mit der dünnsten Abschirmung im Vergleich zu fünf anderen potenziell geeigneten Nukliden auskommt. Es wird deshalb in oxidierter Form als chemisch träges Plutoniumdioxid zur Erzeugung elektrischer Energie in Radionuklidbatterien verwendet.

Radionuklidbatterien werden wegen ihrer Langlebigkeit in der interplanetaren Raumfahrt eingesetzt, vor allem für Raumsonden, die das äußere Sonnensystem erreichen sollen. Denn Solarzellen liefern in großer Sonnenentfernung nicht mehr genug Energie. Eingebaut wurden solche Nuklearbatterien beispielsweise in die Voyager-Sonden, Cassini-Huygens (1997–2005 zu Saturn) oder New Horizons (2006–2015 zu Pluto). Früher wurden Radionuklidbatterien mit Plutonium 238Pu auch in erdumkreisenden Satelliten verwendet.

1964 verglühte der Satellit Transit 5BN-3 der USA mit einer Radionuklidbatterie an Bord bei einem Fehlstart etwa 50 Kilometer über dem Pazifik. Der Satellit enthielt knapp ein Kilogramm Plutonium, welches sich anschließend messbar auf der gesamten Nordhalbkugel verteilte ...

 

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MiK - Militärisch-industrieller Komplex

Der Begriff militärisch-industrieller Komplex (MIK) wird in gesellschaftskritischen Analysen zur Beschreibung der engen Zusammenarbeit und der gegenseitigen Beziehungen zwischen Politikern, Vertretern des Militärs sowie Vertretern der Rüstungsindustrie verwendet. In den USA gelten Denkfabriken, wie zum Beispiel PNAC, als mögliche weitere involvierte Interessengruppe.

Prägung des Begriffs

Das Konzept eines militärisch-industriellen Komplexes wurde 1956 durch den amerikanischen Soziologen Charles Wright Mills unter dem Titel The Power Elite (deutsch: „Die amerikanische Elite: Gesellschaft und Macht in den Vereinigten Staaten“) geprägt. Mills stellt die engen Interessenverbindungen zwischen Militär, Wirtschaft und politischen Eliten im Amerika nach dem Zweiten Weltkrieg dar. Einschlägig ist dabei vor allem das 9. Kapitel „The Military Ascendancy“ (deutsch: „Der Aufstieg des Militärs“). Der Terminus „militärisch-industrieller Komplex“ kommt bei Mills nicht vor. Er spricht vom „military establishment“. Mills sah darin eine ernsthafte Bedrohung für den demokratischen Staatsaufbau und ein Risiko für militärische Auseinandersetzungen zwischen den Vereinigten Staaten und der Sowjetunion. In der Kritik der Einflussnahme des Militärs auf Wissenschaft und Forschung nennt Mills unter anderem als Beispiel, dass Eisenhower als Ex-General Leiter der Universität von Columbia war. Ausgerechnet Eisenhower griff später die Kritik von Mills auf und prägte den Begriff des militärisch-industriellen Komplexes ...

 

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Weiter zu: Zeitungsartikel 2021

 

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