Newsletter IV

22. - 26. Januar 2021

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Aktuelles+ Hintergrundwissen

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26.01.2021 - Windkraftbranche kritisiert Flaute beim Windenergie-Ausbau

Die Windkraftbranche in Niedersachen kritisisert den weiterhin schleppenden Ausbau der Windenergie. Demnach wurden im vergangenen Jahr landesweit zehnmal weniger neue Windenergieanlagen gebaut.

So entstanden 2020 insgesamt 48 neue Anlagen, drei Jahre zuvor waren es noch 485 gewesen. Gleichzeitig wurden 34 Anlagen zurückgebaut. Der Landesverband der Erneuerbaren Energien (LEE) bemängelt unter anderem, dass Genehmigungsverfahren für Windräder zu lange dauerten. Laut Verband lassen sich die Klimaschutz-Ziele mit den aktuellen politischen Vorgaben nicht erreichen. "Das Potenzial ist vorhanden, uns fehlen aber die Genehmigungen", so die LEE-Vorsitzende Bärbel Heidebroek.
Lies: Planungen dauern zu lange

Umweltminister Olaf Lies (SPD) gab zu, dass die Zahlen eine eindeutige Sprache sprechen würden: "Wir müssen beim Ausbau der Windenergie viel mehr Tempo machen, damit wir künftig den Energiebedarf tatsächlich komplett mit Erneuerbaren decken können", so Lies. Auch er räumte ein: Die Planung und Genehmigung von Windenergieanlagen dauere schlicht zu lange - trotz der Überarbeitung des Erneuerbare-Energien-Gesetzes (EEG) ...

 

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26.01.2021 - ATOMMÜLL - Debatte um Endlager nimmt wieder Fahrt auf

Große Gebiete im Nordosten sind laut einem Bericht als Atommüll-Endlager geeignet. Jetzt sollen in bundesweiten Online-Beratungen die Meinung der Bürger eingeholt werden, wie diese zu den Gebieten stehen.

Die Debatte um Endlager für Atommüll nimmt wieder an Fahrt auf: Das Bundesamt für die Sicherheit der nuklearen Entsorgung (BASE) sucht nach geeigneten Gebieten in Deutschland, die als Endlager in Frage kommen. Regionen, die aus verschiedenen Gründen dafür geeignet sein könnten, wurden bereits festgelegt. Jetzt geht es darum, möglichst viele Bürger und Kommunen ihre Wünsche und Bedenken in die Suche einbringen, wie es von dem Bundesamt hieß. Dafür finden online mehrere öffentliche Beratungstermine statt.

Lesen Sie auch: So läuft die Suche nach einem Endlager für Atommüll

Basis der Beratungstermine ist der Zwischenbericht „Teilgebiete”, der im September vergangenen Jahres veröffentlicht wurde und zahlreiche Regionen auflistet, die als Endlager geeignet sein könnten. Berücksichtigt man die Überlagerung einiger Gebiete, ist laut Bericht ein Anteil von 54 Prozent der Fläche Deutschlands als Teilgebiet ausgewiesen. Mecklenburg-Vorpommern und die Uckermark sind mehrfach mit Teilgebieten in dem Bericht erwähnt ...

 

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26.01.2021 - China: Wind- und Solarenergie boomen

In China ging 2020 mehr Windenergie-Leistung ins Netz, als in Deutschland in den letzten 25 Jahren errichtet wurden

Der Ausbau von Wind- und Solarenergie hat in China 2020 einen erheblichen Schub bekommen, wie vorläufige Statistiken der chinesischen Behörden zeigen. Übersetzt hat sie das China Energy Portal, eine private Platform, für die interessierte Nutzer die Quellen ins Englische übertragen. Die Daten werden vom Rat der Stromwirtschaft (China Electricity Council) veröffentlicht, in dem die großen Stromkonzerne des Landes zusammengeschlossen sind.

Demnach sind in der Volksrepublik 2020 Solaranlagen mit einer Gesamtleistung von 48,2 Gigawatt (GW) und Windkraftanlagen mit einer Leistung von 71,7 GW ans Netz gegangen ...

 

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26.01.2021 - Atomkraft: Gutachter warnen vor polnischen AKW-Plänen

Polen plant neue AKWs an der Ostsee, bei einem Unfall müssten bis zu 1,8 Millionen Deutsche für längere Zeit umziehen. Die Grünen fordern ein Mitspracherecht.

Die von der polnischen Regierung geplanten neuen Atomkraftwerke an der Ostsee können laut einem Gutachten auch Menschen in Deutschland gefährden. Bis zu 1,8 Millionen Menschen in Deutschland müssten im schlimmsten Fall für ein Jahr aus ihren Wohnorten evakuiert werden, wenn es am geplanten Standort in Polen zu einem GAU kommen würde. Zu diesem Ergebnis kommt ein Gutachten von fünf Umwelt- und Nuklearexperten, unter anderem von den Universitäten Genf und Luzern, das dem RedaktionsNetzwerk Deutschland vorliegt ...

 

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25.01.2021 - Pläne für Standorte stillgelegter Meiler: Freizeitpark statt Kohlekraftwerk

Da der fossile Energieträger keine Zukunft hat, suchen die Betreiber neue Verwendungen für ihre Elektrizitätswerke. Eine Idee: Wasserstoff-Fabriken.

Der Kohleausstieg hat begonnen: Die Kohlekonzerne haben Ende des vergangenen Jahres erbittert darum gekämpft, ihre Kraftwerke auf der ersten Abschaltliste zu platzieren, für die die Bundesregierung hohe Entschädigungssummen bereitgestellt hat. Nun sollen dieses Jahr elf Kohleblöcke vom Netz gehen, die zusammen auf eine Nennleistung von fast 4,8 Gigawatt kommen. Neun davon sind Steinkohlekraftwerke, zwei kleine Anlagen werden überwiegend mit Braunkohle befeuert.

Aber was passiert eigentlich mit den ausgedienten Kraftwerken und ihren Standorten? Als Industrieruinen müssen die Anlagen nicht enden. Die Besitzer denken über ganz unterschiedliche Optionen für die Bauten und Flächen nach ...

 

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25.01.2021 - Underground Sun Conversion: Sommerliche Energieernte für den Winter

Strom aus Erneuerbaren wird in Wasserstoff umgewandelt, zusammen mit CO2 in die Tiefe gepumpt und dort zu Methan umgewandelt. Das wird gerade getestet.

Wie können volatile erneuerbare Energieträger wie Wind und Sonne weiter ausgebaut und gleichzeitig die Versorgungssicherheit vor allem im Winter gewährleistet werden? Zu einer Jahreszeit also, in der erneuerbare Energien wesentlich geringer erzeugt werden, die Nachfrage aber hoch ist. Daran forscht das österreichische Energieunternehmen RAG Austria zusammen mit Schweizer Partnern in dem Projekt "Underground Sun Conversion – Flexible Storage" seit Dezember 2020, nun haben sie es vorgestellt.

Dabei werden mit erneuerbaren Energien hergestellter Wasserstoff und Kohlendioxid in einen porösen unterirdischen Gasspeicher eingebracht, einer ausgeförderten Erdgaslagerstätte in etwa 1000 Meter Tiefe. Dort werden H2 und CO2 auf natürliche Weise mikrobiell zu Methan (CH4) umgewandelt, der Hauptkomponente von Erdgas. Damit würde nicht nur Energie gespeichert und umgewandelt, die Technik hätte auch Einfluss auf die CO2-Bilanz ...

 

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25.01.2021 - Verkehrswende: Politik muss alle Technikoptionen nutzen

Für die klimaschonende Mobilität stehen viele Technologien und Lösungen bereit. Das zeigten über 70 Vorträge beim 18. Internationalen Fachkongress „Kraftstoffe der Zukunft“.

In insgesamt 15 Foren haben mehr als 70 Experten aus dem Biokraftstoffsektor sowie der Mineralöl-, Automobil- und Chemieindustrie, der Mobilitäts-, Logistik- und Transportbranche, der Politik und der Wissenschaft ihre Strategien, Konzepte und Maßnahmen für mehr Klimaschutz im Verkehr präsentiert und mit den Teilnehmern des Fachkongresses detailliert erörtert. 

Als zentrales Ergebnis stellten die 560 Teilnehmer und über 70 Referenten heraus, dass für die zeitlich drängenden Herausforderungen des Klimaschutzes im Verkehr technologieoffen alle jetzt schon verfügbaren Optionen genutzt werden müssen. Nachhaltige Biokraftstoffe und erneuerbare Kraftstoffe seien im Zeitablauf für einen wirksamen Klimaschutz von zentraler Bedeutung und unverzichtbar im Sinne einer Ergänzung für eine nachhaltig ausgerichtete E-Mobilität ...

 

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24.01.2021 - Philosoph Chomsky: „Zurückdrehen der Weltuntergangsuhr ist möglich“

Im Interview spricht Noam Chomsky darüber, warum Trump gefährlicher als Hitler war, wieso der abgewählte Präsident das Land unregierbar machen könnte und weshalb er Angst vor einem möglichen Atomkrieg hat.

Herr Chomsky, Donald Trump ist nicht mehr Präsident der Vereinigten Staaten. Wie fühlt sich das an?

Noam Chomsky:Es fühlt sich gut an, diesen bösartigen Tumor los zu sein, der uns hätte zerstören können. Weitere vier Jahre Trump hätten uns vielleicht zu einem irreversiblen Kipppunkt gebracht. Die Trump-Administration war die gefährlichste Regierung der Weltgeschichte.

Wie bitte? Gefährlicher als Hitler?

Hitler war furchtbar, keine Frage. Er verkörperte vielleicht den tiefsten Punkt, an den die Menschheit jemals gesunken ist. Aber hat Hitler daran gearbeitet, die Möglichkeiten für menschliches Leben auf der Erde zu zerstören? Trump hat es getan. Es gibt keine andere politische Figur in der Geschichte, die ihre Hauptanstrengungen dem Versuch gewidmet hat, die Aussichten für menschliches Leben auf der Erde zu zerstören. Nicht Dschingis Khan, nicht Attila der Hunne, niemand, der mir einfällt. Trump war einzigartig. Er hat sehr hart daran gearbeitet, die Nutzung fossiler Brennstoffe zu maximieren und die Regulierungen zu beseitigen, die ihre Auswirkungen etwas abgemildert haben. Es war ein Wettlauf in die Katastrophe. Und die Trump-Regierung wusste genau, was sie tat ...

 

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24.01.2021 - Rüstungsindustrie: VW bekennt sich im Streit um Frankreichs Atom-U-Boote

Der Konzern gibt der Regierung in Paris nach - die hatte VW ein Ultimatum gesetzt. In dem Zwist kollidieren die verteidigungspolitischen Interessen Frankreichs mit den betriebswirtschaftlichen Interessen Volkswagens.

Der Streit wirkt kurios und ist doch bitter ernst. Er dreht sich um den deutschen Industrieriesen Volkswagen und um französische Atom-U-Boote. Um Frankreichs Verteidigungsfähigkeit und um Jobs. Nun gibt der Volkswagen-Konzern, dessen Strategie in diesem Zwist bislang aus Schweigen bestanden hatte, dem massiven Druck der französischen Regierung nach: Er gibt ein Bekenntnis ab.

Das Unternehmen stehe "vollumfänglich zu den Verpflichtungen" seiner Tochter MAN Energy Solutions (MAN ES) zum Bau von Dieselmotoren für französische U-Boote, erklärt ein Volkswagen-Sprecher der Süddeutschen Zeitung: "Die Verträge werden eingehalten. Die Sorgen und Befürchtungen der französischen Regierung nehmen wir ernst, sie sind aber völlig unbegründet." ...

 

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Energie-Backup aus Gas oder Atomkraftwerken?

23.01.2021 - Deutsche Umweltministerin für Weiterbau von Nord Stream 2

Schulze warnt vor Klageverfahren bei Baustopp

Die deutsche Umweltministerin Svenja Schulze (SPD) hat sich für einen Weiterbau der umstrittenen Gaspipeline Nord Stream 2 ausgesprochen. Die Entscheidung zum Bau sei vor vielen Jahren gefallen und in einem rechtsstaatlichen Verfahren genehmigt worden ...

"Wir werden nach dem Ausstieg aus Kohle- und Atomstrom für einen Übergangszeitraum Erdgas brauchen, ehe unsere Energieversorgung mit erneuerbaren Energien komplett klimaneutral werden muss", fügte Schulze hinzu. Deutschland habe aber kaum noch eigene Erdgas-Ressourcen und sei deshalb auf Importe angewiesen ...

 

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22.01.2021 - Berlin: Atomwaffen-Jet im Hauruck-Verfahren vor der Bundestagswahl?

Atomwaffenverbotsvertrag, Nukleare Teilhabe und der Tornado-Nachfolger

Am heutigen 22. Januar tritt der Atomwaffenverbotsvertrag in Kraft, der u.a. von Deutschland jahrelang torpediert und bis heute nicht unterzeichnet wurde. Ein Grund dafür ist, dass mit ihm auch die Nukleare Teilhabe illegal wäre, bei der deutsche Tornados im Ernstfall hierzulande lagernde US-Atomwaffen ins Ziel fliegen würden.

Das Verteidigungsministerium will daran unter allen Umständen festhalten, weshalb es auch darauf drängt, die in diesem Zusammenhang eingesetzten und zunehmend altersschwachen Tornado-Kampfflugzeuge zu ersetzen ...

 

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UN-Vertrag für Atomwaffenverbot

22.01.2021 - Berlin beharrt auf Bombe

UN-Vertrag für Verbot nuklearer Massenvernichtungswaffen tritt in Kraft, von mehr als 50 Staaten ratifiziert. BRD verweigert Unterschrift

Der heutige Tag markiert einen bedeutenden Schritt für eine Welt ohne Atomwaffen – und die Bundesregierung will ihn partout nicht mitgehen. Am Freitag tritt der UN-Vertrag für ein Verbot von nuklearen Massenvernichtungswaffen in Kraft, nachdem ihn nun mehr als 50 Staaten ratifiziert haben. Doch in Berlin hat man die Bombe offenbar lieben gelernt. Um sich am Verbotsvertrag nicht beteiligen zu müssen, vertritt das Auswärtige Amt nach wie vor die Position, dass das bestehende Nichtverbreitungsabkommen das wirksamere Instrument sei ...

 

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22.01.2021 - Grüne verärgert über Heinrich-Böll-Stiftung

Die Vorsitzende wirbt in einem Artikel für Deutschlands "nukleare Teilhabe". Für die Grünen, die die Böll-Stiftung als ihren Thinktank betrachten, ist das schwere Kost.

Der Ärger bei den Grünen ist erheblich. Von einem irritierenden "Meinungsartikel" ist da die Rede, von fehlender "Neuaufstellung" bei der Heinrich-Böll-Stiftung und davon, dass ein Haufen eher rechtsdrehender Sicherheitsexperten jetzt ausgerechnet in der Denkfabrik der Grünen Unterschlupf gefunden habe. Nun werde Unsachgemäßes zur Verteidigungspolitik verbreitet.

Anlass der Auseinandersetzung ist ein Debattenbeitrag, der im Tagesspiegel erschien. Unter der Überschrift "Wir brauchen eine neue Übereinkunft!" warb die Vorsitzende der den Grünen nahestehenden Heinrich-Böll-Stiftung, Ellen Ueberschär, mit 18 Expertinnen und Experten aus Wissenschaft und Militär für einen Neustart in der transatlantischen Partnerschaft. Nach dem Regierungswechsel in den USA solle "die Bundesregierung unverzüglich auf die neue US-Regierung zugehen" und eine neue Übereinkunft erzielen, die "weit über die nächsten vier Jahre" hinaus trage ...

 

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Vatikan bekräftigt Engagement für atomwaffenfreie Welt

22.01.2021 - Besitz von Kernwaffen ist "unmoralisch"

Der Vatikan drängt auf eine weltweite völkerrechtliche Ächtung von Atomwaffen. Angesichts "schwerwiegender Bedenken" müssten Einsatz und Besitz verboten werden, sagte der päpstliche Außenbeauftragte Erzbischof Paul Richard Gallagher.

Er äußerte sich kurz vor Inkrafttreten des Atomwaffenverbotsvertrags (TPNW) an diesem Freitag gegenüber dem Portal "Vatican News". Der Atomwaffenverbotsvertrag sei das erste internationale Rechtsinstrument, das nukleare Arsenale explizit verbiete.

Dadurch werde - mit Blick auf die verschiedenen Arten von Massenvernichtungswaffen - eine gefährliche Lücke geschlossen, so Gallagher. Atomwaffen müssten, ebenso wie chemische und biologische Kampfstoffe, "stigmatisiert und entlegitimiert" werden ...

 

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Atomwaffenverbotsvertrag

22.01.2021 - Auch Japan fehlt - ausgerechnet

Es gibt nur einen Staat, der genau weiß, was der Einsatz von Atomwaffen bedeutet. Doch ausgerechnet Japan ist dem Verbotsvertrag nicht beigetreten. Die Opfer von Hiroshima und Nagasaki macht das fassungslos.

Bis Ende Oktober haben 50 Staaten den Atomwaffenverbotsvertrag unterschrieben. Damit tritt er zwar in Kraft, doch die wichtigsten Atommächte fehlen - und auch Japan ...

 

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22.01.2021 - Kernenergie-Experte Lothar Hahn verstorben

28 Jahre hat der bekannte deutsche Physiker Lothar Hahn mit Ehefrau Marion zurückgezogen in Alzey gelebt. Der international gefragte Experte ist im Alter von 76 Jahren verstorben.

 

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22. Januar 2021 - Atomwaffen: Seit heute weltweit verboten

Artikel von Geseko von Lüpke aus www.br.de

Heute erlassen die Vereinten Nationen ein weltweites Verbot von Atomwaffen. Doch nicht alle machen mit. Friedensbewegungen appellieren insbesondere an die Atommächte, dem Vertrag beizutreten. Auch Deutschland hat bislang nicht unterschrieben.

Die Friedens- und Konfliktforscher waren vergangenes Jahr alarmiert: Amerikaner und Russen brüsteten sich mit neuen Nuklear-Doktrinen, Trump und der nordkoreanische Diktator drohten sich mit "Feuer und Zorn", die iranischen Ayatollahs bastelten an der Bombe und das nukleare Arsenal der Supermächte sollte weltweit für Billionen von Dollars modernisiert werden.

Verdrängung der kaum fassbaren Zerstörungskraft

Seit über 75 Jahren lebt die Menschheit kollektiv unter dem Damoklesschwert der nuklearen Vernichtung. Am 6. August 1945 explodierte die amerikanische Atombombe mit dem absurden Namen "Little Boy" über der japanischen Stadt Hiroshima und tötete auf den Schlag 67.000 Menschen.

Der Moment des Bombenabwurfs über Hiroshima war zugleich die Geburtsstunde einer weltweiten Friedensbewegung, die allerdings lange im Schatten des Kalten Krieges unsichtbar blieb. Seit den Ostermärschen der 60er-Jahre aber wuchs das öffentliche Bewusstsein, dass es die Aufgabe engagierter Bürger sein musste, die schreckliche Waffe nicht einfach in den Händen der Militärs zu belassen, sondern alles zu tun, um durch Menschenhand abzuschaffen, was Menschen erschaffen hatten: Die Atombombe.

Besitz und Einsatz von Atomwaffen rechtswidrig

2007 wurde in Melbourne schließlich eine Kampagne zum Verbot aller Atomwaffen, kurz "ICAN" aus der Taufe gehoben. Junge Aktivisten reisten um die Welt, um Unterstützer zu gewinnen. Binnen kurzer Zeit wuchs die Kampagne zu einem internationalen Netzwerk mit 450 Partnerorganisationen, die über zahlreiche Kontakte in die Politik verfügten.

Über die Jahrzehnte machten sich zudem Hunderte von Juristen daran, die Legitimität von Atomwaffen als Instrument staatlicher Macht anhand von geltenden Gesetzen und Verträgen in Frage zu stellen. Und fanden nicht weniger als 15 internationale Vereinbarungen, die den Besitz und Einsatz von Atomwaffen für rechtswidrig erklärten. Das Blatt begann sich zu wenden: Nicht die Friedensaktivisten konnten weiter kriminalisiert werden. Vielmehr ließen sich nun die Atommächte und ihre Militärs als Gesetzesbrecher anklagen.

Friedensnobelpreis für Anti-Atomwaffen-Aktivisten

Neun Jahre nach der Gründung von ICAN, im Dezember 2016, entschied die UN-Vollversammlung einen Atomwaffen-Verbots-Vertrag auszuarbeiten, der im Juli 2017 dann angenommen wurde. 2018 folgte der Durchbruch, als in der Londoner Zentrale der Friedensaktivisten das Telefon klingelte und ein freundlicher Herr mit skandinavischem Akzent den erstaunten Aktivisten mitteilte, dass ICAN den Friedens-Nobelpreis 2018 bekommen würde. Das Thema war endlich auf der Bühne der Welt angekommen.

Atommächte ignorieren das Verbot

Bis zum 20. Oktober 2020 hatten 84 Länder den Vertrag unterzeichnet und 50 Parlamente ihn ratifiziert. Heute, 90 Tage nach der 50. Ratifizierung, wird der Vertrag nun in Kraft treten. Ein globaler Erfolg engagierter Aktivisten, aber bislang nur ein symbolischer Akt. Denn die Atommächte und mit ihnen die Mitgliedstaaten der NATO haben das Verbot ihrer schrecklichsten Waffe bisher konsequent ignoriert, auch die Regierung in Berlin, die im Rahmen der 'nuklearen Teilhabe' amerikanische Atomwaffen auf dem Bundesgebiet lagert. Sascha Hach von ICAN fragt, wie lange sich das durchhalten lässt, wenn alle Welt etwas anderes will.

"ICAN fordert von der Bundesregierung, dass sie die nukleare Teilhabe beendet, die Atomwaffen aus Deutschland abziehen lässt und dem Verbot von Atomwaffen beitritt, den Vertrag unterzeichnet und ratifiziert. Das sind die Forderung von ICAN, dass sich Deutschland der Abrüstungs-Bewegung anschließt, der Bewegung der Deeskalation und nicht weiter der Gruppe derjeniger, die die Welt in den nuklearen Abgrund treiben." Sascha Hach, ICAN Deutschland

Besitz von Atomwaffen "ist unethisch"

Auch die internationale katholische Friedensbewegung Pax Christi sowie die Organisation Justitia et Pax begrüßen den Schritt in einer gemeinsamen Erklärung: "Die sogenannte nukleare Abschreckung, die seit über 60 Jahren eine vermeintliche Sicherheit suggeriert, baut auf dem unvorstellbaren Vernichtungspotential von Nuklearwaffen auf." Kein Konfliktgeschehen der Welt könne jemals den Einsatz von Kernwaffen legitimieren. Deshalb unterstreiche man ausdrücklich "die Botschaft von Papst Franziskus, dass nicht nur der Einsatz, sondern bereits der Besitz solcher Waffensysteme unethisch ist."

Pax Christi und Justitia et Pax fordern von allen Staaten, die noch nicht unterzeichnet oder ratifiziert haben, dem Vertrag beizutreten. Insbesondere die Atommächte sehen sie in der Pflicht.

 

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Hintergrundwissen

 

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reaktorpleite.de

 

Karte der nuklearen Welt:

Seit dem 22.01.2021 ist weltweit der Besitz von Atomwaffen verboten ...

 

The English version of this world map:

https://www.google.com/maps/d/viewer?mid=1fCmKdqlqSCNPo3We1TWZexPjgNDQOaLD

 

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Die Suche in der reaktorpleite.de mit dem Suchwort 

     
  Atomwaffen  
     

 

brachte u.a. folgende Ergebnisse:

 

06.04.2019 - ICAN-Städteappell

Artikel aus www.radio-utopie.de

Los Angeles, Manchester, Sydney und Mainz haben sich bereits dem ICAN-Städteappell angeschlossen. Ist Ihre Stadt die nächste?

International ruft ICAN Städte dazu auf, den Vertrag zum Verbot von Atomwaffen zu unterstützen. Große Städte in Nordamerika, Europa und Australien haben den Appell schon unterzeichnet, der wie folgt lautet:

“Unsere Stadt/unsere Gemeinde ist zutiefst besorgt über die immense Bedrohung, die Atomwaffen für Städte und Gemeinden auf der ganzen Welt darstellt. Wir sind fest überzeugt, dass unsere Einwohner und Einwohnerinnen das Recht auf ein Leben frei von dieser Bedrohung haben. Jeder Einsatz von Atomwaffen, ob vorsätzlich oder versehentlich, würde katastrophale, weitreichende und lang anhaltende Folgen für Mensch und Umwelt nach sich ziehen. Daher begrüßen wir den von den Vereinten Nationen verabschiedeten Vertrag zum Verbot von Atomwaffen 2017 und fordern die Bundesregierung zu deren Beitritt auf.“ ...

 

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05.09.2017 - Washington im Kampf gegen das UN-Abkommen zum Verbot von Atomwaffen

Dieser Artikel von Florian Rötzer erschien in Telepolis

Als eines der wenigen europäischen Länder hat Schweden den Entwurf des Abkommens unterstützt. US-Verteidigungsminister Mattis droht dem Land vor einer möglichen Ratifizierung

Im Sommer 2016 haben nur 120 Staaten den einen Vertrag zum Verbot von Atomwaffen unterzeichnet. Die Staaten mit Atomwaffen haben sich nicht beteiligt, die fünf wegen ihrer Atomwaffen ständigen Mitglieder im Sicherheitsrat haben auch darauf verzichtet und damit deutlich gemacht, dass sie ihrer Verpflichtung, die sie mit dem Atomwaffensperrvertrag eingegangen sind, weiterhin nicht nachkommen wollen. Auch nicht rhetorisch, wie das immerhin Barack Obama machte. Dagegen hat längst schon wieder ein atomares Wettrüsten eingesetzt.

Neben den Atommächten Frankreich und Großbritannien haben auch die meisten europäischen Staaten und alle Nato-Staaten den Verbotsvertrag nicht unterstützt, darunter auch Deutschland, das mit den USA einen Vertrag über "nukleare Teilhabe" hält. In Deutschland werden danach US-Atomwaffen in Büchel gelagert und Tornado-Jagdbomber der Bundeswehr für den Kriegsfall bereitgehalten, um sie unter amerikanischer Kontrolle einzusetzen ...

 

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YouTube Kanal:

'Reaktorpleite' - 'Playlists' - 'Radioaktivität weltweit ...'

 

Wird in einem neuen Fenster geöffnet! - YouTube - Die Geschichte der Atombombe – Hiroshima & Nagasaki - https://www.youtube.com/watch?v=sQh9rXc7Vnw&list=PLJI6AtdHGth3FZbWsyyMMoIw-mT1Psuc5&index=42
Die Geschichte der Atombombe – Hiroshima & Nagasaki

 

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ICAN = Internationalen Kampagne zur Abschaffung von Atomwaffen

 

ICAN nuclear ban - Die Kampagne, die Atomwaffen ächtet

Die Internationale Kampagne für die Abschaffung der Atomwaffen (ICAN) ist ein globales, zivilgesellschaftliches Bündnis in über 100 Ländern. Sie hat sich seit über 10 Jahren für einen UN-Vertrag zur Ächtung von Atomwaffen eingesetzt. Das Inkrafttreten des 2017 verabschiedeten Vertrags zum Verbot von Atomwaffen am 22. Januar 2021 ist ein wichtiger Meilenstein. ICAN setzt sich nun für die Anerkennung des Vertrags und weitere Ratifikationen ein ...

 

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Der Vertrag zum Verbot von Atomwaffen tritt in Kraft - Auswirkungen und Hintergrund

 

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AtomkraftwerkePlag

 

Atomwaffen weltweit

Bestand an Atomsprengköpfen

Derzeit verfügen laut Angaben der Federation of American Scientists (FAS) neun Staaten über Atomwaffen.

Der Bestand an Atomsprengköpfen weltweit, der 1986 mit 70.300 seinen Höhepunkt erreicht hatte, wird derzeit auf insgesamt 13.410 geschätzt. Davon befinden sich rund 9.320 in militärischen Beständen, der Rest soll abgebaut werden (Stand: September 2020).

Atomwaffenverbotsvertrag

Am 7. Juli 2017 verabschiedeten Vertreter von 122 Staaten einen Entwurf zum Atomwaffenverbotsvertrag (Treaty on the Prohibition of Nuclear Weapons), der am 20. September 2017 bereits von zahlreichen Ländern unterzeichnet wurde und ab diesem Datum ratifiziert werden sollte. Der Vertrag tritt am 22. Januar 2021 in Kraft. Die Atommächte planen jedoch nicht, den Vertrag zu unterzeichnen, ebenso nicht die meisten NATO-Staaten, darunter Deutschland. Sie halten den Atomwaffensperrvertrag für ausreichend ...

 

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Wikipedia

 

Atomwaffenverbotsvertrag

Der Atomwaffenverbotsvertrag (abgekürzt AVV, englisch: Treaty on the Prohibition of Nuclear Weapons, abgekürzt TPNW) ist eine internationale Vereinbarung, die Entwicklung, Produktion, Test, Erwerb, Lagerung, Transport, Stationierung und Einsatz von Kernwaffen verbietet, außerdem die Drohung damit. Im Dezember 2016 nahm die UN-Generalversammlung eine Resolution mit einem Verhandlungsmandat für einen solchen Vertrag an. Die erste Verhandlungsrunde fand in New York im März 2017 statt, die zweite im Juli 2017. An der ersten Konferenz beteiligten sich 132, an der zweiten 124 der 193 Mitgliedstaaten, unter anderem Österreich als Mitinitiator, die Schweiz, außerdem der Iran und Saudi-Arabien. Die offiziellen und de-facto-Atommächte und die NATO-Staaten mit Ausnahme der Niederlande nahmen nicht an den Verhandlungen teil.

Der ausgearbeitete Vertrag wurde am 7. Juli 2017 mit 122 Stimmen angenommen; die Niederlande stimmten dagegen, Singapur enthielt sich. Auf der UN-Generalversammlung unterzeichneten im September 2017 zunächst 53 Staaten. Bis zum 24. Oktober 2020 hatten 84 Staaten unterzeichnet, 50 Staaten den Vertrag ratifiziert. Am 22. Januar 2021, 90 Tage nach der 50. Ratifizierung, trat der Vertrag in Kraft ...

 

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