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01. - 07. Januar 2021

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07.01.2021 - Keine Erhöhung des Anreicherungsgrads für Uran – weder im Iran noch bei Urenco, RWE und E.ON

Deutschland, Niederlande und USA setzen schlechtes Beispiel

Anti-Atomkraft-Initiativen aus NRW, Niedersachsen und den Niederlanden sowie der Bundesverband Bürgerinitiativen Umweltschutz (BBU) und die internationale Ärzteorganisation IPPNW kritisieren scharf das Vorhaben des Iran, ab sofort Uran 235 bis auf 20% anreichern zu wollen. Dies erhöht die Gefahren für eine militärische Verwendung enorm, denn bei einem Anreicherungsgrad von 20% ist ein Großteil der Anreicherung für atomwaffenfähiges Uran bereits geschehen. Scharf kritisiert wird auch das Verhalten der US-Regierung, die durch den einseitigen Ausstieg aus dem Atomabkommen mit dem Iran diese gefährliche Entwicklung überhaupt erst heraufbeschworen hat.

Die Initiativen und Verbände kritisieren zudem, dass ausgerechnet Deutschland, die Niederlande, Großbritannien und die USA in dieser Beziehung ein sehr schlechtes Beispiel setzen: 2019 kündigte der deutsch-niederländisch-britische Urananreicherer Urenco mit Billigung der vier Regierungen an, in den USA zukünftig ebenfalls Uran 235 auf bis zu 20% anreichern zu wollen ...

 

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07.01.2021 - Die Reichsten schaden dem Klima am meisten

Geld killt Klima: Ein Zehntel der Weltbevölkerung verursacht die Hälfte der Klimabelastung. Das zeigt ein Oxfam-Report.

In den klimapolitisch wichtigen Jahren zwischen 1990 und 2015 verursachte das weltweit reichste Prozent der Weltbevölkerung 15 Prozent der Klimagasemissionen – doppelt so viel wie die gesamte ärmere Hälfte der Menschheit.

Diese Zahlen stammen aus einem Bericht, den die britische Entwicklungsorganisation «Oxfam» und das «Stockholm Environment Institute» (SEI) aus Finanz- und Klimadaten zusammengestellt und im September 2020 publiziert haben. Die Untersuchung deckt 117 Länder und etwa 90 Prozent der Weltbevölkerung ab ...

 

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Erneuerbaren-Projekt in Indien

07.01.2021 - 30 Gigawatt Hybridkraftwerk aus Sonne und Wind

Auf einer Fläche größer als München und Köln zusammen entsteht in Indien ein gigantisches Erneuerbare-Energien-Projekt. Mit einer Wind- und Solar-Leistung von 30 Gigawatt wird es das gegenwärtig größte Hybridkraftwerk der Welt.

Ganz im Westen Indiens liegt der Bundesstaat Gujarat. Für Schlagzeilen aus dieser Region sorgten in der Vergangenheit immer wieder schwere Arbeitsunfälle in den Schiffsabwrackwerften in Alang. In ein paar Jahren wird Gujarat jedoch dafür berühmt sein, das größte mit Erneuerbaren Energien betriebene Hybridkraftwerk der Welt zu beherbergen.

Kürzlich gab der indische Premierminister Narendra Modi bekannt, dass auf einer 72.600 Hektar großen Fläche Wind- und Solaranlagen mit einer Gesamtleistung von 30 Gigawatt errichtet werden, berichtet der indische Financial Express. Damit wird der Park flächenmäßig größer sein als die beiden Städte Köln und München zusammen.

Ergänzt wird die Anlage im Norden des Bundesstaates durch mehrere Batteriespeicher sowie eine Meerwasserentsalzungsanlage, die pro Tag bis zu 100 Millionen Liter aufarbeiten kann. Sie entsteht nahe der Küstenstadt Mandvi und soll Wasser für 800.000 Menschen liefern ...

 

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Energiewirtschaft

07.01.2021 - Bis zu eine Billion Euro für Ökostrom: Energiekonzerne planen Rekordinvestitionen

Die europäische Energiebranche will bis 2030 massiv in Wind- und Solarenergie investieren – auch deutsche Konzerne wie RWE und EnBW mischen mit.

Europas Energiebranche beteiligt sich mit milliardenschweren Rekordausgaben am Green Deal der Europäischen Union. Allein der spanische Energiekonzern Iberdrola will bis 2025 gut 34 Milliarden Euro in erneuerbare Energien investieren, Enel aus Italien bis 2030 rund 70 Milliarden Euro. Aber auch deutsche Konzerne wie RWE und EnBW beabsichtigen, noch mehr Geld in Wind- und Solarparks zu stecken.

In Summe heißt das: In diesem Jahrzehnt wird Europas Energiebranche mindestens 650 Milliarden Euro in die erneuerbaren Energien investieren, so das Ergebnis einer exklusiven Analyse der Unternehmensberatung Kearney für das Handelsblatt. Bei guten Rahmenbedingungen, also wenn Wind- und Solarenergie noch länger gefördert werden, könnte sogar die Marke von einer Billion Euro übersprungen werden ...

 

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Atomabkommen mit dem Iran

06.01.2021 - Adnan Tabatabai: Sanktionen haben dem Iran „massiv“ geschadet

Der Iran habe eindeutig weiterhin Interesse am Atomabkommen, sagte der Iran-Experte Adnan Tabatabai im Dlf. Ob das Abkommen reaktiviert werden kann, hänge von den USA und dem Iran ab, die Einflussmöglichkeiten der Europäischen Union seien hingegen sehr begrenzt.

er Iran hat angekündigt, seine Urananreicherung auszuweiten. In seiner unterirdischen Anlage Fordo soll Uran auf bis zu 20 Prozent angereichert werden. Das wäre ein Verstoß gegen das internationale Atomabkommen, aus dem die USA 2018 ausgestiegen sind, das die EU retten möchte und von dem viele hoffen, dass es sich unter US-Präsident Biden reaktivieren lässt.

Ob das Abkommen reaktiviert werden kann, hänge von den USA und dem Iran ab, die Einflussmöglichkeiten der Europäischen Union seien hingegen sehr begrenzt, sagte Adnan Tabatabai, Analyst, Iran-Experte und Geschäftsführer des CARPO, Center for Applied Research in Partnership with the Orient, im Deutschlandfunk. Die EU könne höchstens die Gespräche unterstützen ...

 

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05.01.2021 - Wartungsarbeiten in tschechischem AKW dauern längern an

Im tschechischen Kernkraftwerk Dukovany dauern die Wartungsarbeiten an Block 1 länger als ursprünglich geplant. Man rechne zum jetzigen Stand mit einer Verzögerung um etwa einen Monat, sagte ein Kraftwerkssprecher am Dienstag. Es bestehe der Verdacht, dass es an einem Dampfgenerator zu einer undichten Stelle gekommen sei. Das werde nun überprüft ...

 

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Urananreicherung

05.01.2021 - US-Regierung wirft Iran "nukleare Erpressung" vor

Der Versuch werde laut dem US-Außenministerium aber scheitern. Die US-Sanktionen haben den Iran in eine massive Wirtschaftskrise gestürzt

Die US-Regierung hat auf die Erhöhung der Urananreicherung durch den Iran in der Atomanlage Fordo mit scharfer Kritik reagiert. "Dass der Iran in Fordo Uran auf 20 Prozent anreichert, ist ein klarer Versuch, seine Kampagne der nuklearen Erpressung zu verstärken – ein Versuch, der weiterhin scheitern wird", teilte eine Sprecherin des Außenministeriums in Washington am Montag mit.

Man vertraue darauf, dass die Internationale Atomenergiebehörde IAEA neue iranische Nuklear-Aktivitäten beobachten und darüber berichten werde ...

 

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Heizungsförderung

05.01.2021 - Bearbeitungsstau beim Marktanreizprogramm für erneuerbare Energien

Über 30.000 Hausbesitzer warten noch auf eine Förderung für eine neue Heizung. Antragsteller müssen aber nicht auf die Förderzusage warten, teilt die Bundesregierung jetzt mit.

Ende Oktober 2020 lagen beim Bundesamt für Wirtschaft und Ausfuhrkontrolle (BAFA) über 31.200 Anträge zum Marktanreizprogramm für erneuerbare Energien (MAP) vor. Der große Andrang führt derzeit zu einer Bearbeitungszeit von ca. 1,5 Monaten, teilt die Bundesregierung auf Anfrage der FDP-Bundestagsfraktion mit. Allerdings müssten die Antragsteller nicht auf eine Förderzusage warten: Nach der Antragstellung sei ein Austausch der Heizung aber möglich, ohne die Förderung zu gefährden. Zudem würde das BAFA weitere Kapazitäten aufbauen, um die Anträge in der ersten Stufe schneller bearbeiten zu können. In der zweiten Antragsstufe (Antrag auf Auszahlung der Förderung nach Umsetzung der Maßnahme) waren zum Stand 26. Oktober 5.497 Anträge offen. Das noch zur Auszahlung stehende Antragsvolumen betrug zu dem Stichtag insgesamt 50,8 Mio. € ...

 

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Strommarkt 2020

05.01.2021 - Mehr Erneuerbare, mehr Stunden mit negativen Preisen

Die Bundesnetzagentur hat die Strommarktdaten für 2020 veröffentlicht. Demnach betrug der Anteil Erneuerbarer Energien an der Stromerzeugung knapp 50 Prozent. Zugleich gab es an der Strombörse mehr Stunden mit negativen Preisen.

Der Anteil Erneuerbarer Energien an der Stromerzeugung ist im vergangenen Jahr in Deutschland weiter gestiegen. Er lag 2020 bei 49,3 Prozent, wobei die Bundesnetzagentur die Netzlast – also den Nettostromverbrauch – als Bezugsgröße verwendet. Im Vorjahr lag der Anteil des aus Erneuerbaren Energien erzeugten Stroms bei 46,1 Prozent.

Den größten Beitrag leistete die Windkraft. On- und Offshore-Anlagen kamen gemeinsam auf einen Anteil von 27,4 Prozent. Die Photovoltaik deckte immerhin 9,7 Prozent. Die übrigen 12,2 Prozent entfielen auf Biomasse, Wasserkraft und sonstige Erneuerbare Energien ...

 

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04.01.2021 - Heiße Funktionsprüfung von HTR-PM-Reaktoren beginnt

In der Demonstrationsanlage für gasgekühlte Hochtemperaturreaktoren (HTR-PM) in Shidaowan, in der chinesischen Provinz Shandong, haben Tests begonnen, die die Temperaturen und Drücke simulieren, denen die Reaktorsysteme im Normalbetrieb ausgesetzt sein werden. Der HTR-PM mit zwei Blöcken soll noch in diesem Jahr in Betrieb gehen.

Kalte Funktionstests - die darauf abzielen, das Primärkreislaufsystem und die Ausrüstung des Reaktors sowie die Festigkeit und Dichtheit der Hilfsrohrleitungen unter einem höheren Druck als dem Auslegungsdruck zu überprüfen - wurden an den beiden Reaktoren am 19. Oktober bzw. 3. November abgeschlossen. Bei kalten Funktionstests an anderen Reaktortypen wird Wasser verwendet, während beim HTR-PM-Reaktor Druckluft und eine kleine Menge Helium als Testmedium eingesetzt werden.

Bei heißen Funktionstests wird die Temperatur des Reaktorkühlsystems erhöht und es werden umfangreiche Tests durchgeführt, um sicherzustellen, dass die Kühlkreisläufe und Sicherheitssysteme wie gewünscht funktionieren ...

Übersetzt mit www.DeepL.com/Translator (kostenlose Version)

 

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04.01.2021 - CO2 hat ab jetzt seinen Preis

Seit Neujahrstag 2021 startet der nationale Emissionshandel in den Sektoren Wärme und Verkehr. Damit wird auf fossile Brenn- und Kraftstoffe erstmals ein CO2-Preis erhoben.

Der jetzt gestartete, deutsche CO2-Preis ist nach Ansicht verschiedener Verbände und Institutionen noch verbesserungswürdig. „Eine nationale CO2-Bepreisung kann einen sehr wichtigen Beitrag zum Klimaschutz leisten. Jedoch hat die Bundesregierung die Chance verpasst, ein klimapolitisch wirksames und sozial gerechtes Modell auf den Weg zu bringen. Sie muss nun dringend nachbessern”, fordert etwa Christiane Averbeck, Geschäftsführerin der Klima-Allianz Deutschland ...

 

03.01.2021 - Zerstörte AKW in Japan: Neue nukleare Trümmer in Fukushima

Die Hauptzugänge zu zwei der 2011 havarierten Reaktoren sind viel höher radioaktiv kontaminiert als gedacht. Das behindert die Stilllegung.

Die japanische Atomaufsichtsbehörde NRA hat extrem hohe Radioaktivitätswerte an den Stahlbetondeckeln von zwei Reaktoren im Atomkraftwerk Fukushima Daiichi entdeckt. „Es sieht so aus, als ob an diesen Stellen nukleare Trümmer sitzen“, berichtete NRA-Chef Toyoshi Fuketa. Diese Funde würden sich massiv auf den gesamten Prozess der Stilllegung der drei havarierten Reaktoren auswirken, warnte der oberste Atomaufseher ...

 

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03.01.2021 - Forscher aus China entwickeln einen Super-Akku für E-Autos, der in wenigen Minuten aufgeladen ist

Ein Forscherteam aus China ist auf dem Weg, den „heiligen Gral“ der Batterietechnologie zu entdecken, berichtet der britische „Idependent“. Demnach haben die Wissenschaftler eine spezielle Mischung aus schwarzem Phosphor und Graphit entwickelt, die die Ladezeit und Lebensdauer von E-Auto-Batterien deutlich verbessern soll. Nach einer zehnminütigen Ladung soll dank der speziellen Mischung das Auto eine Reichweite von 500 Kilometern erreichen, heißt es.

Der „heilige Gral“ ist in diesem Fall eine spezielle Mischung aus schwarzem Phosphor und Graphit. E-Autos könnten den Wissenschaftlern zufolge somit nach einer zehnminütigen Ladung bis zu 500 Kilometer weit fahren.

Die Eigenschaften von schwarzem Phosphor waren schon länger bekannt. Dieser bildet eine atomdicke Schicht mit lithiumionengroßen Kanälen, genauso wie Graphit, welches bisher in Elektroden bei den geläufigen Lithium-Ionen-Batterien in E-Autos verwendet wird.

Schwarzer Phosphor besitzt jedoch mehr Elektronen, die wiederum mit mehr Lithiumionen reagieren können und somit die Effizienz steigern ...

 

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03.01.2021 - Aufbau der Windenergie stockt in Sachsen

Der Ökostrom-Ausbau kommt in Sachsen kaum noch voran. Aber neue Regeln sind in Sicht. Was die Energiewende bremst und was sie antreibt.

Während der Ausstieg aus Kernkraft und Kohleverstromung näherrückt, kommt der Aufbau der Öko-Energien in Sachsen kaum voran. Der Landesvorsitzende des BUND Sachsen, Felix Ekardt, befürchtet, dass Sachsen im kommenden Jahr „weniger Strom aus erneuerbaren Energieträgern erzeugt als bislang“.

Dabei wird der Stromverbrauch wohl künftig steigen: Mehr Elektroautos, Heizen mit Strom und die Produktion von Wasserstoff könnten den Verbrauch in den nächsten zehn Jahren um 30 Prozent erhöhen, schreibt die Vereinigung zur Förderung der Nutzung Erneuerbarer Energien (VEE) in Dresden. So lasse sich der Klimawandel nicht aufhalten ...

 

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Interview zu Atomwaffen

02.01.2021 - »Es muss wieder um Abrüstung gehen«

Noch immer gibt es mehr als zehntausend Atomsprengköpfe auf der Erde. Der Physiker Malte Göttsche erklärt im Interview, wieso sie eine ganz reale Gefahr sind und wie man ihr begegnen könnte.

... Frage:

Kernkraftwerke geben ja große Mengen Neutrinos ab: flüchtige Elementarteilchen, die bei der Kernspaltung entstehen, fast mit Lichtgeschwindigkeit davonfliegen und die Detektorwand problemlos durchdringen können.

Auch daran forschen wir. In Frage kommen hier Antineutrinos. Mit Detektoren kann man einige von ihnen nachweisen, im Fall des nordkoreanischen Reaktors ginge dies bis in eine Entfernung von einigen Dutzend Metern. Bei Reaktoren mit höherer Leistung wären auch größere Entfernungen möglich. Aus den Messdaten lässt sich dann nicht nur ablesen, ob ein Reaktor läuft, sondern auch, wie viel Kernbrennstoff er enthält und wie viel Plutonium im Verhältnis zu Uran. Das könnte künftig ein weiteres Instrument zur Kontrolle sein und ließe sich auch sehr gut in künftigen Verträgen festschreiben.

Das klingt alles etwas ernüchternd. Werden wir noch eine atomwaffenfreie Welt erleben, oder müssen wir eher damit rechnen, dass solche Bomben irgendwann wieder vom Himmel fallen?

Ich hoffe, dass sie verschwunden sind, bevor es zu einem Einsatz kommt – und dies auch noch zu meinen Lebzeiten. Dafür braucht es die Politik und die Bevölkerung, die zumindest in demokratischen Staaten Druck auf die Politik ausüben kann. Auch 30 Jahre nach dem Ende des Kalten Kriegs haben sich die Positionen der Regierenden zu Kernwaffen nicht verändert. Es gibt kaum Debatten dazu, dadurch werden die Standpunkte kaum herausgefordert. Hilfreich war der Friedensnobelpreis 2017 für die Internationale Anti-Atomwaffenkampagne ICAN, da er das Thema in Erinnerung gerufen hat. Aber wir haben noch viel vor uns.

 

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02.01.2021 - Umwelt-Landesrat Kaineder wegen tschechischer Pläne zu Atommüll-Endlager in Grenznähe alarmiert

Tschechien hat bei der Suche nach der potentiellen Standorten für ein Atommüllendlager seine Auswahl auf vier Standorte reduziert, einer davon in unmittelbarer Nähe zum AKW Temelín in Südböhmen. Oberösterreichs Umweltlandesrat Stefan Kaineder will den Standort in Grenznähe mit allen Mitteln verhindern.

Bisher waren neun Standorte für ein Atommüllendlager im Rennen, die weiteren Arbeiten werden sich nun auf vier Standorte konzentrieren: Janoch in unmittelbarer Nähe zum AKW Temelín, Horka und Hrádek in der Region Vysočina und Březový potok in der Region Klatovy.

Landesrat Kaineder zeigt sich kämpferisch

„Dass es sich bei der Atomkraft, wie von der Atomlobby behauptet, nicht um eine ,saubere' Technologie handelt, zeigt sich wohl am eindrucksvollsten bei der Endlagersuche. Seit den 80er Jahren wird in Tschechien Atomstrom erzeugt und seither gibt es keine Lösung für den anfallenden hochgefährlichen Müll! Solange der Atomkraftausstieg nicht beschlossen ist, werden wir auch der Endlagersuche nicht zustimmen. Für Oberösterreich besonders alarmierend: Janoch, unmittelbar südlich des AKW Temelin gelegen, befindet sich unter den präferierten Standorten für den Endlagerbau. Ich werde alles dafür tun, dass die Endlagerpläne nicht in Grenznähe verwirklicht werden“, zeigt sich Landesrat Kaineder kämpferisch ...

 

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01.01.2021 - Wirtschaftsweise: Industrie hat Klimaschutz aufgehalten

Die Nürnberger Volkswirtschaftsprofessorin und "Wirtschafsweise" Veronika Grimm hat der deutschen Industrie vorgeworfen, den Strukturwandel hin zu mehr Klimaschutz zu lange bewusst verlangsamt zu haben.

"Man darf nicht verschweigen, dass die Industrie teilweise versucht hat, diesen Strukturwandel aufzuhalten. Das kann sich nun rächen, wenn entscheidende Komponenten für eine klimafreundlichere Wirtschaft nicht aus Europa kommen", sagte Grimm der Deutschen Presse-Agentur.

Auch die Politik habe ihren Anteil an diesem Problem. "Die Strukturen haben dies begünstigt. Die Politik hat zum Beispiel bereitwillig immer wieder die Produktion von Verbrennermotoren gestützt und dadurch den Druck, Veränderungen anzustoßen, gering gehalten", sagte Grimm. "Man hat zu kurzfristig gedacht und Bestandserhaltung betrieben. Das hat sich ex post als nicht klug herausgestellt", betonte die Wirtschaftsweise ...

 

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04. Januar 2021 - Strahlenbelastung in Fukushima: Zwischen Lüge und Selbstbetrug

Artikel von Martin Fritz aus taz.de

Fast zehn Jahre nach der Reaktorkatastophe ist klar: Betreiber und Staat können ihr Aufräumversprechen nicht halten.

Schon wenige Monate nach den Kernschmelzen im Jahr 2011 in drei der sechs Reaktoren des Atomkraftwerks Fukushima Daiichi trafen der Betreiber The Tokyo Electric Power Co., im Ausland bekannt unter dem Kürzel Tepco, und die japanische Regierung, damals schon der De-facto-Eigentümer des Stromkonzerns, eine Vereinbarung: den geschmolzenen Kernbrennstoff wolle man binnen eines Jahrzehnts aus den zerstörten Meilern bergen.

Schon damals schüttelten Kenner angesichts des ehrgeizigen Zeitplans den Kopf. Man vermutete bereits kurz nach der Katastrophe, dass die geschmolzenen Reaktorkerne zumindest teilweise aus ihren Druckbehältern ausgetreten und in die Sicherheitsbehälter geflossen waren. Sollte dieses Szenario stimmen, gäbe es keine bestehende technische Lösung, um das strahlende Material, Corium genannt, aus den Meilern herauszuholen.

An dieser Einschätzung hat sich bis heute, rund zwei Monate vor dem zehnten Jahrestag der Katastrophe, wenig geändert. Doch japanische Institutionen geben keine Fehler zu, sondern weichen ihnen aus. Psychologisch formuliert: Man steckt den Kopf in den Sand und betrügt sich selbst. Negativ formuliert: Man lügt auf Deubel komm raus, weil niemand die Verantwortung für die Folgen eines Geständnisses übernehmen will.

Nun holt die Wirklichkeit die Selbstbetrüger oder Lügner von Tepco und Regierung ein, wie immer man sie sehen will. Die Hoffnung auf eine erfolgreiche Corium-Bergung, indem man die Meiler mit Wasser flutet und die Betondeckel der Sicherheitsbehälter öffnet, hat sich zerschlagen. Der Grund: Bei zwei der drei Reaktoren strahlt dieser 1,80 Meter dicke Schutzschild so stark, dass man den dreischichtigen Deckel besser nicht hochheben sollte.

Allein die Tatsache, dass Tepco und die neue Atomaufsichtsbehörde zehn Jahre für diese Erkenntnis gebraucht haben, verrät das unglaubliche Ausmaß von Lüge und Selbstbetrug. Doch wirklich überraschend ist dieses Verhalten nicht. Die unendlich teuren Folgen finanzieren japanische Steuerzahler und Stromkonsumenten.

 

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Hintergrundwissen

 

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reaktorpleite.de

 

Karte der nuklearen Welt:

Die Strategien der Atomlobby: Verschweigen - Vertuschen - Verharmlosen oder Vordrängeln - Lautsprechen - Übertreiben!

 

The English version of this world map:

https://www.google.com/maps/d/viewer?mid=1fCmKdqlqSCNPo3We1TWZexPjgNDQOaLD

 

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Die Suche in der reaktorpleite.de mit dem Suchwort 

     
  Fukushima  
     

 

brachte u.a. folgende Ergebnisse:

 

26.04.2019 - Nach Nuklearkatastrophe von Fukushima haben bei Neugeborenen Herzfehler zugenommen

Artikel aus www.kinderaerzte-im-netz.de

Die Zahl der Säuglinge in Japan, die nach dem nuklearen Unfall in Fukushima wegen komplexer angeborener Herzfehler operiert werden mussten, stieg deutlich an, so eine aktuelle japanische Studie, die im „Journal of the American Heart Association“ veröffentlicht wurde.

Die Katastrophe im Kernkraftwerk Fukushima Daiichi in Japan ereignete sich im März 2011 nach einem einem Erdbeben und Tsunami. Dabei kam es zur Freisetzung radioaktiver Stoffe.

Die Forscher analysierten Daten zu komplexen angeborenen Herzfehlern bei Kindern zwischen 2007 und 2014. In den vier Jahren nach dem Unfall in Fukushima stieg die Zahl der Operationen bei Säuglingen aufgrund von angeborenen Herzfehlern in ganz Japan um gut 14%. Es gab keinen signifikanten Anstieg bei Kindern zwischen 1 und 17 Jahren

 

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15.07.2017 - AKW Fukushima: Betreiber will mit Tritium belastetes Wasser ins Meer ablassen

Artikel von Florian Rötzer aus www.telepolis.de

In Fukushima 1 haben sich hunderttausende Tonnen an weitgehend gereinigten, aber weiterhin kontaminierten Wasser in Tanks angesammelt

... Das Problem ist, dass die Kapazitäten bald erschöpft sind, mehr Wasser in den 1000-Tonnen-Tanks zwischenspeichern zu können und täglich 700 Tonnen kontaminiertes Grund- und Kühlwasser anfallen, vor allem aber, dass es zwar von Cäsium und Strontium sowie 60 weiteren radioaktiven Substanzen gereinigt werden kann, aber weiterhin mit Tritium belastet ist. Schon lange bestand die Hoffnung, das teilweise gereinigte Wasser ins Meer zu entsorgen, um nicht an Kapazitätsgrenzen zu stoßen. Sehr viel mehr als die 580 Tanks, die im Juli fast 780.000 Tonnen Wasser enthielten, können auf dem Gelände nicht sicher aufgebaut werden. Es wurden schon Tonnen des kontaminierten Wassers ins Meer abgelassen, aber die große Entsorgung hatten noch vor allem die Fischer verhindert, die um ihre Existenz bangen.

Jetzt wurde bekannt, dass Tepco das gereinigte, aber noch mit Tritium kontaminierte Wasser, das sich in den Tanks befindet, ins Meer entsorgen will. Der Tepco-Vorsitzende Takashi Kawamura sagte in einem Interview, dass die Entscheidung bereits getroffen worden sei ...

 

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YouTube Kanal:

'Reaktorpleite' - 'Playlists' - 'Radioaktivität weltweit ...'

Wird in einem neuen Fenster geöffnet! - 3sat nano: Warum die Katastrophe von Fukushima verharmlost wird - https://www.youtube.com/watch?v=Ao_YWZV3Kiw&list=PLJI6AtdHGth3FZbWsyyMMoIw-mT1Psuc5&index=19
3sat nano: Warum die Katastrophe von Fukushima verharmlost wird

 

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AtomkraftwerkePlag

 

Der GAU von Fukushima und die Folgen

Erdbeben und Tsunamis

Am Freitag, dem 11. März 2011 um 14.46 Uhr Ortszeit, sackte 129 Kilometer östlich der japanischen Küste die Erdkruste der pazifischen Platte plötzlich in die Tiefe. Ein Erdbeben der Stärke 9,0 ereignete sich, und 40 Minuten später trafen mehrere Flutwellen die japanische Ostküste. Als direkte Folge des Erdbebens und der Tsunamis starben über 19.000 Menschen, 561 Quadratkilometer Land wurden überflutet, 120.000 Gebäude zerstört und weitere hundertausende Gebäude erheblich beschädigt ...

Die Folgen 

Laut einer Studie des französischen Instituts für Klima- und Umweltwissenschaften (LSCE) in Paris wurden die bei der Fukushima-Katastrophe freigesetzten radioaktiven Substanzen durch Taifune stark weiterverbreitet. "Die Wirbelstürme würden die Böden in der Region um Fukushima auswaschen, in denen sich radioaktives Material wie Cäsium 134 und Cäsium 137 abgelagert habe". Die Substanzen gelangten so in Flüsse und in den Pazifik.

2017 wurden in den vier zerstörten Reaktoren so hohe Strahlungswerte gemessen, dass Menschen im Inneren nach wenigen Minuten sterben würden. Das Risiko eines Austritts ionisierender Strahlung aus Reaktor 1 sei deutlich angestiegen. In den Einheiten 1 und 3 ist die Sondierung der Lage selbst mit Robotern hochproblematisch. In Einheit 2 wurde ein großes Loch unter dem Reaktordruckbehälter entdeckt, das vermutlich von heruntergefallenden atomaren Brennstoff verursacht wurde. Die Schilddrüsenkrebsfälle bei Kindern in Fukushima steigen weiter an.

 

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Verharmlosung und dilettantischer Umgang in Fukushima

Beschwichtigen und Herunterspielen

Um die Bevölkerung zu beruhigen, versuchte die japanische Regierung nach dem GAU – ähnlich wie die sowjetische nach Tschernobyl – konsequent zu verhindern, dass die ganze Wahrheit ans Licht kam.

Bereits am Tag nach der Katastrophe wurde ein Austreten radioaktiver Strahlung geleugnet, und die Medien verbreiteten beschwichtigend, man habe alles unter Kontrolle.[1] Erst zwei Wochen nach der Katastrophe gab TEPCO zu, dass in Reaktor 2 eine um den Faktor 100.000 erhöhte Strahlung gemessen wurde ...

 

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Wikipedia

 

Chronik der Nuklearkatastrophe von Fukushima

Fukushima I ist das älteste und war mit sechs Kraftwerksblöcken gleichzeitig eines der leistungsstärksten Kernkraftwerke in Japan. Es basiert auf Siedewasserreaktoren eines veralteten Typs von General Electric, dessen Sicherheitsrisiken schon häufig diskutiert wurden. Zudem wurden beim Bau von Fukushima I einige Fehler gemacht. Das Kraftwerksgelände war mit einer 5,70 Meter hohen Schutzmauer gegen Flutwellen abgesichert; vorgeschrieben waren nur 3,12 Meter. Die älteren Reaktorblöcke 1 bis 4 sind zusätzlich 10 Meter erhöht (über Meeresspiegel) gebaut, die neueren Blöcke 5 und 6 um 13 Meter ...

 

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Anti-Atomkraft-Bewegung in Japan

Vor der Wiederinbetriebnahme des ersten Atommeilers nach den Reaktorunfällen von Fukushima 2011 im Sommer 2012 kam es zu Massenprotesten mit bis zu 75.000 Teilnehmern in Tokio und zu zahlreichen weiteren Protestveranstaltungen im ganzen Land ...

 

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