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Zeitungsartikel 2020
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18. Dezember 2020 - Panzer statt Pflegekräfte, Luftwaffe statt Luftfilter

Artikel von Kathrin Vogler aus diefreiheitsliebe.de

1.293 Euro pro Kopf – so hoch werden die Militärausgaben in Deutschland 2021 sein. Davon könnte jede und jeder Deutsche eine Woche all-inclusive auf den Malediven chillen. Viele Familien in Deutschland konnten sich aber schon vor der Pandemie nicht einmal eine Woche Zelturlaub an der Ostsee leisten und deren Zahl hat sich in den letzten Monaten deutlich erhöht.

Angesichts der sozialen Schieflage der Corona-Politik in diesem Land, muss auch die Frage nach den Rüstungsausgaben neu gestellt werden. Wer sich zu Recht darüber aufregt, dass Lufthansa, TUI und Autokonzerne mit Milliardenhilfen „gerettet“ werden, ohne dass sie dafür auch nur einen einzigen Arbeitsplatz garantieren müssen, kann angesichts rasant steigender Rüstungsausgaben nicht locker bleiben.

Auch im Corona-Jahr 2020 setzt die Große Koalition ihren Aufrüstungskurs munter fort: Am 11. Dezember 2020 beschloss der Bundestag einen Haushaltsplan für 2021 mit insgesamt 53 Milliarden Euro Rüstungsausgaben nach NATO-Kriterien. Das heißt: zu den 46,9 Milliarden für den Einzelplan 14, den Etat des Verteidigungsministeriums, kommen noch 6,25 Milliarden Euro, die zum Beispiel in den Budgets des Auswärtigen Amts oder der Allgemeinen Finanzverwaltung versteckt werden, aber tatsächlich Militärausgaben sind. Auch wenn man jetzt nicht unbedingt auf Ferntourismus steht, gäbe es tatsächlich viele andere Bereiche, in denen diese Milliarden sinnvoll ausgegeben werden könnten. Hier ein paar Beispiele:

Pflegekräfte statt Panzer: Ein „Puma“ kostet 17,14 Millionen Euro und ist damit der teuerste Schützenpanzer weltweit. Die Bundeswehr verfügt derzeit über 200 davon, etwa 100 sind einsatzbereit. Im Rüstungshaushalt 2021 ist die Anschaffung von 26 weiteren Puma-Panzern vorgesehen; Kosten dafür: 442 Millionen Euro. Davon könnten 10.050 Vollzeitstellen für Intensivpflegekräfte geschaffen werden.

Allein auf den Intensivstationen unserer Krankenhäuser fehlen mindestens 5.000 Pflegekräfte, über 100.000 Vollzeitstellen für Pflegekräfte fehlen insgesamt. Expert:innen gehen inzwischen davon aus, dass eine gute intensivpflegerische Versorgung im Ernstfall nicht flächendeckend gewährleistet werden kann. In Niedersachsen wurde gerade die Arbeitszeit für Klinikbeschäftigte auf bis zu 60 Stunden pro Woche erhöht und die Zahl der infizierten Beschäftigten in Krankenhäusern und Rettungsdiensten hat sich laut RKI innerhalb weniger Wochen vervierfacht. Die Mehrheit der Pflegekräfte wartet trotz immenser Risiken und Überbelastung immer noch vergeblich auf einen „Corona-Bonus“. Und da shoppt die Bundeswehr neue Luxus-Panzer? Das ist nur zynisch! Ein gut ausgestattetes Gesundheitswesen, mit fairen Löhnen und guten Arbeitsbedingungen ist entscheidender für die Sicherheit der Menschen als neue Schützenpanzer. 

Gesunde Klassenräume statt  Kampfflugzeuge: Auch zehn Monate nach Beginn der Pandemie in Deutschland sind die Schulen alles andere als gut auf die Situation vorbereitet, sitzen Kinder und Jugendliche in Jacken und Wolldecken verpackt in Klassenzimmern bei offenem Fenster und die Kanzlerin rät zu Kniebeugen und anderen Aufwärmübungen, damit der Füller nicht an den Fingern festfriert. 900 Millionen Euro wären ausreichend, um alle Klassenzimmer bundesweit mit mobilen Luftfiltern auszustatten, um dem Dauerdurchzug ein Ende zu bereiten. Aber die Regierungskoalition von CDU/CSU und SPD stellt lieber 1,246 Milliarden für die Anschaffung neuer Eurofighter zur Verfügung. Darauf eine Extra-Kniebeuge!

Atemluft statt Airbus: Es wird oft behauptet, der afrikanische Kontinent sei relativ glimpflich durch die Covid-19-Pandemie gekommen, aber daran gibt es berechtigte Zweifel.  Das Africa Centre for Disease Control and Prevention meldete am 6. Dezember insgesamt 2.248.269 bestätigte Infektionen und 53.543 Verstorbene auf dem Kontinent. Dabei ist von einer hohen Dunkelziffer auszugehen, da es hier an allem fehlt, was für eine umfassende medizinische Versorgung oder auch nur Dokumentation notwendig ist.

Nach Statistiken der Weltgesundheitsorganisation WHO gibt es in Afrika im Schnitt fünf (!) Krankenhausbetten pro eine Million Einwohner (in Europa sind es achthundertmal so viel) und für den gesamten Kontinent nur ca. 2.000 funktionierende Beatmungsgeräte. In Mali, dem Land, in dem die Bundesregierung in diesem Jahr für Auslandseinsätze der Bundeswehr ca. 363 Millionen Euro eingeplant hat, stehen für 18 Millionen Menschen ganze vier Beatmungsgeräte zur Verfügung. Zum Vergleich: In Deutschland gibt es derzeit 28.000 Intensivbetten mit Beatmungsmöglichkeit für 82 Millionen Menschen.

Die WHO hat berechnet, dass die Länder Afrikas in diesem Jahr mindestens 74 Millionen Testkits und 30.000 Beatmungsgeräte gebraucht hätten, um die 1,3 Milliarden Menschen angemessen versorgen zu können. Allein der Verzicht auf ein einziges Transportflugzeug vom Typ Airbus A400M könnte 350 Millionen Euro freimachen, genug um 21.000 Beatmungsgeräte für Entwicklungsländer anzuschaffen. Ich will nicht so tun, als gäbe es da keine Folgekosten, denn natürlich muss jedes Gerät auch von qualifiziertem Personal bedient werden und in angemessenen Räumen stehen. Aber auch Militärflugzeuge ziehen im Betrieb erhebliche Folgekosten nach sich, was meist in der Debatte ausgeblendet wird. Von internationaler Verantwortung ist immer dann die Rede, wenn Aufrüstung gerechtfertigt werden soll. Verantwortliche Politik heißt aber, die Bedürfnisse der Menschen über die Profitinteressen der Kriegsindustrie zu stellen.

Dafür brauchen wir einen neuen Sicherheitsbegriff. Sicherheit kann in Zeiten von Coronapandemie und Klimakrise nicht als nationale Aufgabe verstanden und schon gar nicht militärisch hergestellt werden, Aufrüstung bindet die finanziellen und personellen Ressourcen, die wir für die Lösung der Menschheitsprobleme dringend benötigen. Während die Covid-19-Pandemie immer neue Schlaglichter auf die Missstände in der sozialen und gesundheitlichen Versorgung der Menschen auf diesem Planeten wirft, stopft sich die Kriegsindustrie mit Unterstützung der Regierenden die Taschen voll. Das ist kein Naturgesetz, sondern die Folge politischer Entscheidungen und Schwerpunktsetzungen. Um diese Fehlentwicklung zu stoppen, gibt es die Kampagne „Abrüsten statt aufrüsten“, der sich auch immer mehr Gewerkschaften, Sozialverbände und Umweltorganisationen anschließen. Nie war diese Initiative so nötig wie heute.

 

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Karte der nuklearen Welt:

Sicherheit oder Gesundheit?!

 

Englischsprachige Version der Weltkarte:

https://www.google.com/maps/d/edit?mid=1fCmKdqlqSCNPo3We1TWZexPjgNDQOaLD&ll

 

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Hintergrundwissen

 

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reaktorpleite.de

 

SIPRI-Studie

07. Dez. 2020 - Globale Rüstungsindustrie: Umsatz der 25 größten Unternehmen um 8,5 Prozent gestiegen; Big Player, die im globalen Süden aktiv sind

Artikel aus www.sipri.org - Übersetzt mit www.DeepL.com/Translator 

Die Verkäufe von Waffen und militärischen Dienstleistungen durch die 25 größten Unternehmen des Sektors beliefen sich 2019 auf insgesamt 361 Milliarden US-Dollar, 8,5 Prozent mehr als 2018. Die größten Unternehmen haben eine geografisch vielfältige internationale Präsenz. Dies geht aus neuen Daten hervor, die heute vom Stockholm International Peace Research Institute (SIPRI) veröffentlicht wurden.

Neue Daten aus der SIPRI-Datenbank zur Rüstungsindustrie zeigen, dass sich die Waffenverkäufe der 25 weltweit größten rüstungsproduzierenden und militärischen Dienstleistungsunternehmen (Rüstungsunternehmen) im Jahr 2019 auf insgesamt 361 Milliarden US-Dollar beliefen. Dies entspricht einem realen Anstieg von 8,5 Prozent gegenüber den Waffenverkäufen der 25 größten Rüstungsunternehmen im Jahr 2018 ...

 

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AtomkraftwerkePlag

 

Atomwaffen in Deutschland

Status quo

Im Fliegerhorst Büchel in der Eifel werden aus der Zeit des kalten Krieges immer noch bis zu 20 US-amerikanische Atombomben gelagert.

Die Anzahl der in Deutschland gelagerten Atomwaffen ist im Vergleich zur Zeit des Kalten Krieges zwar deutlich reduziert worden. Die verbliebenen stellen aber nach wie vor ein Gefahrenpotenzial dar und widersprechen dem Atomwaffensperrvertrag, dessen Unterzeichnerstaat Deutschland sich eigentlich dazu verpflichtet hat, auf atomare Rüstung zu verzichten.

Im Kriegsfall würden die US-Streitkräfte die Atombomben an deutsche Tornado-Piloten übergeben, die dann "im Rahmen der NATO-Strategie der "Nuklearen Teilhabe" Angriffe mit den US-Bomben fliegen" sollen.

Die USA stationieren Atomwaffen laut Federation of American Scientists auch anderswo in Europa: in Belgien, Italien und den Niederlanden sowie weitere in der angrenzenden Türkei ...

 

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Wikipedia

 

Militärisch-industrieller Komplex

Der Begriff militärisch-industrieller Komplex (MIK) wird in gesellschaftskritischen Analysen zur Beschreibung der engen Zusammenarbeit und der gegenseitigen Beziehungen zwischen Politikern, Vertretern des Militärs sowie Vertretern der Rüstungsindustrie verwendet.

Das Konzept eines militärisch-industriellen Komplexes wurde 1956 durch den amerikanischen Soziologen Charles Wright Mills unter dem Titel The Power Elite (deutsch: „Die amerikanische Elite: Gesellschaft und Macht in den Vereinigten Staaten“) geprägt. Mills stellt die engen Interessenverbindungen zwischen Militär, Wirtschaft und politischen Eliten im Amerika nach dem Zweiten Weltkrieg dar. Einschlägig ist dabei vor allem das 9. Kapitel „The Military Ascendancy“ (deutsch: „Der Aufstieg des Militärs“). Der Terminus „militärisch-industrieller Komplex“ kommt bei Mills nicht vor. Er spricht vom „military establishment“. Mills sah darin eine ernsthafte Bedrohung für den demokratischen Staatsaufbau und ein Risiko für militärische Auseinandersetzungen zwischen den Vereinigten Staaten und der Sowjetunion. In der Kritik der Einflussnahme des Militärs auf Wissenschaft und Forschung nennt Mills unter anderem als Beispiel, dass Eisenhower als Ex-General Leiter der Universität von Columbia war. Ausgerechnet Eisenhower griff später die Kritik von Mills auf und prägte den Begriff des militärisch-industriellen Komplexes:

Popularität erlangte der Begriff durch den US-Präsidenten Dwight D. Eisenhower, der in seiner Abschiedsrede vom 17. Januar 1961 ausdrücklich vor den Verflechtungen und Einflüssen des militärisch-industriellen Komplexes in den USA warnte. Eisenhower, der selbst einst Generalstabschef der Armee gewesen war, sah wie Mills den militärisch-industriellen Komplex als eine Gefahr für die demokratischen Institutionen und die Demokratie an ...

 

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22.12.2020 - Meilenstein: 55 Uralt-Reaktoren stehen vor Aus

Einen Durchbruch im Kampf gegen Europas Nuklearlobby vermelden die Grünen. Denn laut neuer Richtlinie der sogenannten Espoo-Konvention blüht 55 Uralt-Schrottmeilern bei angestrebter Verlängerung eine grenzüberschreitende Umweltverträglichkeitsprüfung - und damit aus Sicherheitsgründen das Aus.

„Österreich ist umzingelt von uralten Atomreaktoren, die unsere Sicherheit tagtäglich massiv bedrohen. Nachdem Betreiberfirmen und Staaten Milliardenbeträge in ihre Reaktoren gepumpt haben, wollen sie die Atomkuh durch Verlängerungen so lange melken wie möglich. Auswirkungen auf Mensch und Natur zählten bisher nicht. Das wird sich jetzt ändern“, ist der grüne Anti-Atom-Sprecher Martin Litschauer zuversichtlich.

Er glaubt an einen gewaltigen Umweltsieg im Rahmen des Espoo-Abkommens. Dieses Vertragswerk regelt sozusagen die bilateralen Atombeziehungen zwischen Ländern, in denen Reaktoren stehen. „Es ist ein wirksamer Hebel zur Beteiligung betroffener Staaten und deren Öffentlichkeit an UVP-Verfahren in anderen Staaten, und zwar für Vorhaben, die erhebliche grenzüberschreitende Auswirkungen haben können“, präzisiert Litschauer ...

 

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22.12.2020 - Mehr Windräder in NRW installiert: 2020 bundesweit vorn

Der Ausbau der Windenergie in Nordrhein-Westfalen ist im Jahr 2020 wieder in Gang gekommen. Die Zahl der neu in Betrieb genommenen Anlagen liegt aber weiter deutlich hinter den Höchstzahlen vergangener Jahre zurück. Bis Mitte Dezember wurden nach Angaben der Fachagentur Windenergie in NRW die Inbetriebnahme von 79 Windrädern mit fast 268 Megawatt Gesamtleistung registriert. Damit liege NRW im Bundesländervergleich an erster Stelle beim diesjährigen Windenergieausbau - das erste Mal überhaupt, teilte die Fachagentur auf Anfrage mit.

Bis zum Jahresende könnten es nach Einschätzung der Agentur bis zu 90 Neuanlagen mit rund 300 Megawatt Leistung werden. Neuanlagen können nämlich bis zu einen Monat nach Inbetriebnahme nachgemeldet werden. Landesweit wären es dann mehr als doppelt so viele neue Windräder wie 2019, als insgesamt 38 Windräder mit einer Leistung von rund 128 Megawatt ans Netz gegangen waren. Zum Vergleich: Im bisherigen Rekordjahr waren es in NRW 312 Anlagen mit gut 880 Megawatt Leistung. Insgesamt produzieren rund 3500 Windturbinen Strom in NRW ...

 

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21.12.2020 - Energiewirtschaft - Macron auf Verkaufstour

Frankreichs Regierung plant Zerschlagung staatlichen Stromkonzerns. Widerstand kommt von vielen Seiten

Präsident Emmanuel Macron hat es wieder einmal geschafft, die große Mehrheit der Franzosen zu vereinen – gegen sich, versteht sich. Mit seinem jüngst vorgestellten Plan, den staatlich dominierten Stromkonzern Électricité de France (EDF) zu zerschlagen, treibt er nicht nur Beschäftigte, Gewerkschaften und die linke Opposition in der Nationalversammlung auf die Barrikaden. Selbst Abgeordnete der rechtskonservativen Partei Les Républicains (LR) schlagen Alarm. Denn allein der Name, den Macron für das Projekt ausgesucht hat, deutet darauf hin, dass hier etwas Großes im Gange ist: »Hercule«.

Konkret vorgesehen ist, dass das Energieunternehmen – bei dem der französische Staat aktuell rund 85 Prozent der Aktien hält – in drei unterschiedliche und voneinander getrennte Einheiten zerlegt wird: »EDF blau« wäre demnach zu 100 Prozent in staatlicher Hand und würde die Kern-, Gas- und Kohleenergie umfassen. »EDF azur«, ebenfalls im alleinigen Besitz des Staates, würde die Wasserkraftwerke verwalten. In »EDF grün« befänden sich der Bereich Erneuerbare Energie sowie das Vertriebsnetz. Und ausgerechnet diese letzte Sparte will die Regierung für private Investoren öffnen – 35 Prozent der Anteile sollen hier verkauft werden ...

 

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21.12.2020 - Westinghouse soll Ågesta-Reaktor demontieren

Westinghouse wird den Reaktor des Kernkraftwerks Ågesta in der Nähe von Stockholm, Schweden, im Rahmen eines mit Vattenfall unterzeichneten Vertrags abbauen. Als erster kommerzieller Leistungsreaktor des Landes - er war zwischen 1964 und 1974 in Betrieb - lieferte der R3-Schwerwasserreaktor Strom und Fernwärme für den Stockholmer Vorort Farsta.

Seit der Abschaltung wurden in der Anlage in Ågesta begrenzte Serviceleistungen zur Aufrechterhaltung der notwendigen Grundfunktionen durchgeführt. Der Kernbrennstoff und das schwere Wasser wurden direkt nach der Abschaltung entfernt

Übersetzt mit www.DeepL.com/Translator (kostenlose Version)

 

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21.12.2020 - Atomkraft: Olkiluoto 2 ist nach Störfall wieder am Netz

Gut eine Woche nach einer Schnellabschaltung wegen einer Störung wird der finnische Reaktor wieder hochgefahren.

Block 2 des finnischen Atomkraftwerks Olkiluoto 2 wurde am vergangenen Wochenende wieder ans Stromnetz angeschlossen. Die Anlage fahre derzeit hoch, die volle Leistung erwartet der Betreiber TVO nach eigenen Angaben für den morgigen Dienstag.

Der Reaktor war am Donnerstag vorvoriger Woche automatisch schnellabgeschaltet worden, nachdem in der Dampfleitung erhöhte Strahlungswerte gemessen wurden ...

 

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21.12.2020 - CO2-Preis auf Sprit und Öl: Schulze setzt auf Signalwirkung

Vom 1. Januar an verteuert ein CO2-Preis in Deutschland das Tanken und Heizen mit Öl und Gas - aber erst mal nur wenig. Umweltministerin Schulze ist überzeugt, dass er den Klimaschutz trotzdem schon weiter bringt. Noch sind aber Fragen offen.

Zum Start des neuen CO2-Preises auf Sprit, Heizöl und Erdgas ab Januar setzt Bundesumweltministerin Svenja Schulze auf die Signalwirkung des Instruments - auch wenn die Preise erst mal wenig steigen.

"Der CO2-Preis setzt ein ganz klares Signal, nämlich: CO2 auszustoßen wird im Vergleich zu klimafreundlichen Alternativen verlässlich teurer", sagte die SPD-Politikerin der Deutschen Presse-Agentur. "Das beeinflusst Investitionsentscheidungen."

Die gesamte Gesellschaft in Deutschland werde eingebunden, sagte Schulze. "Wir wollen, dass alte Ölheizungen ausgetauscht werden, dass man auf erneuerbare Energien setzt. Der CO2-Preis wird helfen, diese Entwicklung zu beschleunigen." Der Staat wollte damit kein zusätzliches Geld einnehmen: "Wir setzen darauf, dass die Bürgerinnen und Bürger auf klimafreundliche Alternativen umsteigen und deshalb den CO2-Preis gar nicht erst zahlen müssen." ...

 

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Atommülllager Asse

20.12.2020 - Begleitprozess in Trümmern

Bürgerinitiativen beklagen radioaktive Belastung der Bevölkerung durch Abfälle aus dem Atommülllager Asse

Offiziell hat noch niemand an dem Beschluss gerüttelt: Das marode Atommülllager Asse im niedersächsischen Kreis Wolfenbüttel, so wurde es vor zehn Jahren versprochen, wird leergeräumt. Die radioaktiven Abfälle, die in den Tiefen des Bergwerks in verschlossenen Kammern vor sich hingammeln, sollen an die Oberfläche geholt werden. Denn die Grube ist instabil und droht voll Wasser zu laufen. Zurzeit treibt die Bundesgesellschaft für Endlagerung (BGE), Betreiber der Asse, den Bau eines Zwischenlagers für den zu bergenden Atommüll voran.

 ... Den Koordinationskreis macht zudem das Tempo stutzig, das die BGE bei der Errichtung des neuen Atommüllkomplexes plötzlich an den Tag legt. Die Eile stehe »in frappierendem Gegensatz zur Langsamkeit bei der Rückholung des Atommülls aus dem maroden Salzbergwerk«, sagt Riekeberg. Mehr als zehn Jahre nach dem Beschluss zur Rückholung der Fässer gebe es noch immer keinen Masterplan dafür, noch immer keine Bergetechnik und keinen neuen Schacht, der für Bergung des Abfalls notwendig sei.

Nur das Zwischenlager mit Atommüllfabrik werde vorangetrieben. Das bestärke die Bürgerinitiativen in dem Verdacht, dass dieses Zwischenlager gar nicht für die Fässer aus der Asse II gedacht sei - »sondern für den Atommüll aus der gesamten Republik, der nach dem Willen der Bundesregierung in Schacht Konrad eingelagert werden soll« ...

 

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18.12.2020 - RWE erhält grünes Licht für deutschen Offshore Windpark und vermarktet belgischen Windstrom

Der Essener Energieversorger RWE treibt die Transformation des Konzerns weiter voran. Insgesamt verfügt das RWE mittlerweile über eine Entwicklungspipeline aus Offshore-Optionen mit mehr als 7 GW (7.000 MW) Windkraftleistung.

RWE hat die Genehmigung für den Bau des Offshore-Windparks Kaskasi in der deutschen Nordsee erhalten. In Belgien hat das Unternehmen einen langfristigen Stromliefervertrag für „grünen“ Strom vereinbart.

Offshore Windpark Kaskasi in der Nordsee soll 2022 in Betrieb gehen

Anfang Dezember 2020 erteilte das Bundesamt für Seeschifffahrt und Hydrographie (BSH) den Planfeststellungsbeschluss für den 342-Megawatt-Windpark Kaskasi von RWE. Damit ist Kaskasi (offizielle Bezeichnung Kaskasi II) der erste Offshore-Windpark in Deutschland, der nach erfolgreicher Auktionsteilnahme im sogenannten „Übergangssystem“ nach dem neuen Windenergie-auf-See-Gesetz genehmigt wurde, teilte RWE mit. Ein Bestandteil der Genehmigung sind sogenannte Pilotwindenergieanlagen, bei denen innovative Technologien getestet werden. Der 35 Kilometer nördlich der Insel Helgoland entstehende Windpark soll im Sommer 2022 ans Netz angeschlossen werden ...

 

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Dekarbonisierung in Deutschland

18.12.2020 - Helgoland wird zum Wasserstoff-Giganten

Bis 2035 sollen zusätzliche Windparks mit einer Leistung von 10,3 Gigawatt in der Nordsee gebaut werden. Der Strom wird auf hoher See zur Herstellung von Wasserstoff genutzt.

Ein europäisches Konsortium, angeführt vom Essener Energiekonzern RWE, will bis 2035 in der Nordsee sechs Windparks mit einer Gesamtleistung von 10,3 Gigawatt bauen. Der dort erzeugte Strom soll allerdings nicht an Land transportiert werden, sondern auf hoher See Elektrolyseure zur Herstellung von Wasserstoff durch Wasserspaltung versorgen. Dieser wird per Pipeline nach Helgoland transportiert, dessen Hafen bereits eine logistische Zentrale für den Bau von Offshore-Windenergieanlagen ist. Hier wird der Wasserstoff verflüssigt und für den Eigenbedarf genutzt. Die Helgoländer denken daran, eine Großtankstelle für Schiffe zu bauen, die von Elektromotoren angetrieben werden und ihren Strom aus Brennstoffzellen an Bord beziehen. Die müssten allerdings noch gebaut werden. Denkbar ist auch die Versorgung von Inselfahrzeugen. Die Überschüsse sollen per Tankschiff zum Festland gebracht werden ...

 

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18.12.2020 - Kanada lanciert Strategie, um weltweit führend in Sachen Wasserstoff zu werden

Die kanadische Regierung hat eine Strategie ins Leben gerufen, die die kohlenstoffarme und emissionsfreie Wasserstoff-Brennstofftechnologie als einen wichtigen Teil des Weges der Nation zu Netto-Null-Kohlenstoffemissionen bis 2050 sieht. Die Strategie wird durch eine Bundesinvestition von 1,5 Mrd. CAD (1,2 Mrd. USD) in einen Fonds für kohlenstoffarme und emissionsfreie Kraftstoffe untermauert, um die Produktion und den Einsatz von kohlenstoffarmen Kraftstoffen, einschließlich Wasserstoff, zu steigern.

Es wird erwartet, dass die Wasserstoffproduktion in Kanada auf einem Mix aus verschiedenen Pfaden basiert. "Der für das Jahr 2050 prognostizierte Gesamtwasserstoffbedarf unterstreicht die Notwendigkeit für Kanada, alle Möglichkeiten der kohlenstoffarmen Wasserstoffproduktion zu erkunden", heißt es in dem Bericht, der hinzufügt, dass es "Synergien" zwischen der Wasserstoffproduktion, der Kernkraft und der erneuerbaren Elektrizität gibt. "Kurzfristig kann Wasserstoff durch Elektrolyse unter Verwendung von Atomstrom in der Schwachlastzeit produziert werden, während längerfristig thermische Hochtemperaturprozesse oder die Kopplung mit kleinen modularen Reaktoren möglich sind. Wasserstoff kann auch eine Rolle bei der täglichen bis saisonalen Speicherung von variablen erneuerbaren Ressourcen spielen und so eine höhere Durchdringung des Netzes mit intermittierenden erneuerbaren Energien ermöglichen ...

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18.12.2020 - Bradwell B erhält Lizenz zur Stromerzeugung

Die Bradwell Power Generation Company Limited, die den Bau des neuen Kernkraftwerks Bradwell B in Essex plant, hat von der britischen Regulierungsbehörde für den Gas- und Strommarkt Ofgem eine Lizenz zur Stromerzeugung erhalten. Eine endgültige Entscheidung über den Bau der Anlage, die mit einem Reaktor chinesischer Bauart vom Typ Hualong One geplant ist, steht noch aus ....

Im Rahmen eines im Oktober 2016 unterzeichneten strategischen Investitionsabkommens erklärte sich China General Nuclear (CGN) bereit, einen Anteil von 33,5 % am Hinkley Point C-Projekt von EDF Energy in Somerset zu übernehmen sowie gemeinsam neue Kernkraftwerke in Sizewell in Suffolk und Bradwell in Essex zu entwickeln. Die Kraftwerke Hinkley Point C und Sizewell C werden auf der französischen EPR-Reaktortechnologie basieren, während das neue Kraftwerk in Bradwell in Essex auf dem Hualong One basieren wird ...

Übersetzt mit www.DeepL.com/Translator (kostenlose Version)

 

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