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Zeitungsartikel 2020
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04. November 2020 - EU-Klimaziele - Energiewende auf polnisch

Artikel von Reinhard Lauterbach aus www.jungewelt.de

Warschau macht sich zum Türöffner für US-Atomkonzerne in Europa. Aufträge über 15 Milliarden Euro für amerikanische Nukleartechnik vorgesehen

Polen will in den nächsten zwanzig Jahren insgesamt sechs neue Atomkraftwerke bauen. Das beschloss die Regierung im Oktober, kurz bevor die Proteste gegen das Schwangerschaftsunterbrechunsgsurteil des Verfassungsgerichts die Aufmerksamkeit der Öffentlichkeit in eine andere Richtung lenkten. Die Gesamtkosten des Atomprogramms werden zum jetzigen Zeitpunkt auf etwa 35 Milliarden Euro bis 2040 geschätzt. Polen erhofft sich, dass etwa die Hälfte dieser Summe von der Europäischen Union (EU) zugeschossen wird. Ihrerseits plant die Regierung in Warschau allerdings, den Großteil des Investitionsvolumens nicht in Europa anzulegen, sondern in den Vereinigten Staaten. 

Am 19. Oktober unterzeichneten der polnische Regierungsbevollmächtigte für die strategische Energieinfrastruktur, Piotr Naimski, und sein US-Kollege, Energieminister Danny Brouillette, ein Rahmenabkommen über die Zusammenarbeit beider Länder in der Entwicklung des polnischen Atomsektors. Es sichert US-Nuklearkonzernen Aufträge im Umfang von 15 Milliarden Euro über die nächsten 15 Jahre. Wenige Wochen zuvor hatten sich die Vereinigten Staaten auch den Zuschlag für zwei geplante Atomkraftwerke in Rumänien gesichert, nachdem die dortige Regierung Verhandlungen mit einem chinesischen Anbieter abgebrochen hatte. Verkauft wurde das Abkommen in Polen auch als Beitrag zu dessen »Energiesicherheit«. Dass das Land damit die bestehende Abhängigkeit von russischem Erdgas, das nach 2022 nicht mehr bezogen werden soll, durch eine doppelte Abhängigkeit von den USA ersetzt – bei Atomtechnologie und Flüssiggas – fällt zumindest öffentlich niemandem auf.

Wenn Polen jetzt den Ausbau der Atomenergie forciert, hat dies vor allem mit der EU-Klimapolitik zu tun. Sie sorgt mit immer höheren Preisen für Emissionsrechte dafür, dass Strom in Polen teurer ist als in der BRD, und dass Erklärungen wie die von Staatspräsident Andrzej Duda beim Weltklimagipfel in Katowice 2018, die Kohle bleibe noch für 200 Jahre das Rückgrat von Polens Energieversorgung, heute nicht mehr wiederholt werden. Atomstrom soll der polnischen Industrie billige Energie liefern, und er gilt im polnischen Diskurs als »sauber«, weil er CO2-frei produziert werde. Über alle anderen Risiken, von Störfällen bis zur weltweit ungeklärten Endlagerung des Atommülls, geht die polnische Diskussion hinweg. Die mit Nachhilfe der deutschen Grünen gegründete Partia Zieloni spielt nur eine marginale Rolle; selbst linke Parteien wie »Razem« halten Atomkraft – selbstverständlich auf »höchstem Sicherheitsstandard« – für unverzichtbar, um die Abkehr Polens von der Kohle vollziehen zu können.

Noch heute liefert Kohle etwa 75 Prozent des in Polen verbrauchten Stroms. Angesichts der immer höheren Produktionskosten durch die Emissionsrechte und die schwierigen geologischen Bedingungen ist die polnische heute allerdings selbst im eigenen Land nur noch bedingt verkäuflich; die Hälfte der verbrauchten Kohle stammt aus Importen, vor allem aus Russland. Derweilen liegen acht Millionen Tonnen der heimischen auf Halde, die Bergwerksgesellschaften schreiben dauerhaft Verluste. Allerdings hängen am Kohleabbau auch etwa 200.000 Arbeitsplätze im Industriegebiet im historischen Oberschlesien und Kleinpolen. Wegen des relativ hohen Organisationsgrades der dortigen Bergleute und ihrer Bereitschaft auch zu militanten Protesten hat sich keine Regierung seit 1989 an das Thema Kohleausstieg herangetraut.

Bis zum September. Da nutzte die Regierung die Coronakrise, in deren Verlauf die Kohlegruben sich zu Hotspots für die Verbreitung des Virus entwickelt hatten, um den Gewerkschaften die Zustimmung zu einem Kohleausstieg bis 2049 abzunötigen. Das ist das letzte Jahr, bevor die EU offiziell Klimaneutralität anstrebt. Der Ausstieg soll sozial maximal abgefedert werden: Wer jetzt im Bergbau arbeitet, soll das bis zu seiner Verrentung weiter tun können. Der Plan steht allerdings noch unter dem Vorbehalt, dass die EU die damit verbundenen öffentlichen Subventionen für den laufenden Betrieb der Bergwerke entgegen ihren eigenen Beihilferegeln doch akzeptiert.

Der jetzt wohl bevorstehende polnische Einstieg in die Atomkraft ist der zweite Anlauf in dieser Sache. Zu sozialistischen Zeiten war geplant, in Zarnowiec westlich von Gdansk zwei Blöcke nach sowjetischer Technologie zu errichten. Das Projekt zog sich aus Geldmangel in die Länge, nach dem Unglück von Tschernobyl war es politisch nicht mehr zu vermitteln und wurde eingestellt. Jetzt soll der inzwischen wieder zugewachsene Bauplatz von damals reaktiviert werden.

 

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Karte der nuklearen Welt:

Businixx-Terror der Atomindustrie beenden ...

 

Englischsprachige Version der Weltkarte:

https://www.google.com/maps/d/edit?mid=1fCmKdqlqSCNPo3We1TWZexPjgNDQOaLD&ll

 

 

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Atomindustrie

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Regionalkontakte

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AtomkraftwerkePlag

 

Die Atomeuphorie der 1950er und 1960er Jahre

"Atomzeitalter"

Die Nutzung der Atomkraft als Energiequelle begann am 20. Dezember 1951 in den USA: An diesem Tag wurde im Experimental Breeder Reactor Number 1 (EBR-1) in Idaho Falls bei Arco im US-Bundesstaat Idaho erstmalig Strom erzeugt. In den folgenden Jahren träumte man weltweit vom "Goldenen Atomzeitalter" ...

 

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Wikipedia

 

Anti-Atomkraft-Bewegung

Anti-Atomkraft-Bewegung bezeichnet weltweite soziale Bewegungen und zivilgesellschaftliche Engagements, die sich für einen Atomausstieg und gegen die Nutzung der Kernenergie wenden.

Die Dynamik der deutschen und amerikanischen Umweltbewegung sei 1970 aus dem Wechselspiel zwischen administrativen Eliten, Initiativen aus der Wissenschaft und den Medien entstanden. Sie beruhte demnach auf einer breiten Basis von sich stärkenden Bürgern, Parlamenten und Institutionen und einer für Aufsteiger verhältnismäßig offenen Elite.

Erfolge der Antiatombewegung auf regionaler Ebene, etwa im südbadischen Wyhl den dort vorgesehenen Reaktorblock zu verhindern, seien in Deutschland viel leichter zu erringen gewesen als etwa im zentralistischen Frankreich.

Besonders wirkungsstark war die Protestbewegung deshalb, weil sowohl die Wirtschaftlichkeit der Kernenergie deutlich ungünstiger als auch weil der Bedarf an Atomstrom geringer war als von vielen zuvor geglaubt ...

 

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Atomausstieg

Als Atomausstieg, auch Kernkraftausstieg oder Atomverzicht wird die politische Entscheidung eines Staats, den Betrieb von Kernkraftwerken einzustellen und auf Kernenergie zur Stromerzeugung zu verzichten, bezeichnet. Einen vollständigen Ausstieg aus der Erzeugung von Atomenergie hat bisher Italien durchgeführt, weitere Staaten wie Deutschland, Belgien und die Schweiz haben einen Atomausstieg angekündigt bzw. ihn in die Wege geleitet. Österreich nahm sein fertiggestelltes Kernkraftwerk Zwentendorf bereits 1978 nach einer Volksabstimmung nicht in Betrieb, weitere Staaten brachen zum Teil weit vorangeschrittene Atomprogramme ab.

Der Atomausstieg ist ein wichtiger Teilaspekt der Energiewende; diese ist jedoch deutlich weiter gefasst und sieht langfristig die vollständige Umstellung auf erneuerbare Energien sowie den völligen Verzicht auf konventionelle Energieträger (Kernbrennstoffe als auch fossile Brennstoffe) vor ...

 

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09.11.2020 - Belarus' erstes AKW am Netz – Einwohner von Vilnius bekommen Jod-Tabletten

Das osteuropäische Land hat sein erstes Atomkraftwerk ans Netz genommen. Die litauische Hauptstadt liegt nicht weit von dem Standort entfernt.

Belarus hat sein erstes Atomkratwerk am Samstag offiziell in Betrieb genommen. Staatschef Alexander Lukaschenko war anlässlich dessen am AKW-Standort in der Kleinstadt Ostrovets zugegen und sprach davon, dass sein Land nun eine Atommacht geworden sei. Der erste von zwei Reaktoren, der nun läuft, liefere 20 Prozent des Strombedarfs des Lands, wenn voraussichtlich 2022 das zweite hinzukomme, sollen es 40 Prozent sein.

Sein Land habe am meisten unter der Katastrophe im AKW Tschernobyl im April 1986 in der damaligen Sowjetrepublik Ukraine gelitten und erhole sich immer noch von den Auswirkungen, sagte Lukaschenko. Daher sei die Entscheidung für den Bau nicht leicht gewesen. Für den Bau seien Unternehmen aus den USA, Finnland, Frankreich und Russland in Betracht gezogen worden. Russland habe den Zuschlag bekommen, weil die von dort stammende Technik die sicherste und fortschrittlichste, zudem auch die preislich günstigste sei ...

 

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09.11.2020 - Wie Nord- und Ostsee zum Zentrum der europäischen Stromerzeugung werden

Einst galten Offshore-Windparks als zu teuer. Jetzt steht die Stromproduktion auf hoher See vor einem gigantischen Aufschwung.

... Die EU-Staaten machen sich auf den Weg, ihre Meere gemeinsam zu nutzen, um in großem Stil Strom zu produzieren und der angestrebten Klimaneutralität näher zu kommen. Die Akteure haben begonnen, über ihr eigenes Territorium hinaus zu denken, zu planen und zu bauen. Die Verbindung der Windparks durch grenzüberschreitende Leitungen spielt dabei eine wichtige Rolle. Noch läuft die Kooperation nicht immer reibungslos, aber der Wille zu einer engeren Zusammenarbeit ist zu spüren. 

Ziel der EU ist, dass bis 2050 in europäischen Gewässern Offshore-Windparks mit einer installierten Leistung von 300 Gigawatt (GW) in Betrieb sind. Der Zielwert von 300 GW ist Bestandteil der Offshore-Strategie, die die EU-Kommission am 18. November präsentieren will ...

 

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08.11.2020 - Kein Atomstrom aus Belarus: Läuft nicht bei Lukaschenko

Das AKW Astrawez in Belarus läuft, doch der Vorzeigebau von Lukaschenko hat keine Abnehmer. Baltische Staaten boykottieren den Zulauf.

Pünktlich zum 7. November, in Erinnerung an die Oktoberrevolution in Belarus traditionell ein Feiertag, speiste das jüngst fertiggestellte Atomkraftwerk Astrawez Strom in das Netz ein. Bei der Feierstunde im AKW ließ Staatschef Aljaksandr Lukaschenko seiner Begeisterung für das „Wunder“ freien Lauf. „Es sieht aus wie eine alltägliche Angelegenheit. Als würden wir eine Metro-Station bauen. Doch es ist ein historischer Moment, das Land wird Atommacht“, zitiert die staatliche Nachrichtenagentur belta.by den umstrittenen Präsidenten.

Es sei schon Tradition, jedes Jahr zum Feiertag des 7. November wichtige Objekte, die einen Durchbruch bedeuten, einzuweihen, erklärte der sichtlich euphorisch gestimmte Lukaschenko. Und die Besonderheit des diesjährigen 7. November, so Lukaschenko, sei das Anlaufen des belarussischen AKW. „Halb im Spaß sage ich, wir haben jetzt so viel gelernt, nun ist es an der Zeit, ein zweites Kraftwerk zu bauen“ ...

 

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08.11.2020 - Atommüll: Sorge um Endlager in Tschechien

SPD will Mitsprache für Bayern bei Standort im Nachbarland

Bei der Suche nach einem Endlager für Atommüll im Nachbarland Tschechien fordert die SPD im Landtag eine Beteiligung des Freistaats an den Entscheidungsprozessen. "Wenn die Staatsregierung gegen die deutschen Endlagerplanungen in Bayern aufbegehrt, aber sie an der bayerischen Grenze tschechische Atommülldeponien kritik- und beteiligungslos durchwinkt, ist das keine schlüssige Politik", monierte der Europa-Sprecher der Fraktion, Markus Rinderspacher. Die drei in Tschechien diskutierten Standorte seien nur 45 bis 150 Kilometer Luftlinie von der Grenze entfernt. Dort sollen den Angaben zufolge rund 14 000 Tonnen hoch radioaktive Abfälle aus tschechischen Nuklearanlagen in einer Tiefe von etwa 500 Metern für 100 000 Jahre eingelagert werden. Mit dem Bau soll 2025 begonnen werden ...

 

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08.11.2020 - Verklappung muss verhindert werden

Japans Regierung plant, verstrahltes Wasser aus den Fukushima-Reaktoren ins Meer zu leiten. Dort soll es sich verdünnen.

Seit den Kernschmelzen 2011 in Fukushima müssen die havarierten Reaktoren kontinuierlich von außen gekühlt werden. Das Kühlwasser wird dabei stark radioaktiv kontaminiert und teils in große Tanks auf dem Kraftwerksgelände gepumpt. Weil der Platz für zusätzliche Tanks angeblich nicht mehr ausreicht, plant die japanische Regierung, das verstrahlte Wasser in den Pazifik zu verklappen, wo es auf „natürliche Art und Weise“ verdünnt werden soll – ein Horrorszenario ...

Anstelle der Verklappung im Ozean wäre eine weitere, möglichst erdbebensichere Aufbewahrung an Land für einen Zeitraum von etwa 100 Jahren denkbar, da viele der radioaktiven Isotopen in dieser Zeit durch ihren natürlichen Zerfall einiges an Gefährlichkeit einbüßen würden und andere technische Verfahren möglich wären, um das Wasser zu dekontaminieren. Unabhängig davon welche Lösung gewählt wird, das verstrahlte Wasser ins Meer zu kippen, ist sicherlich ein Risiko, das tunlichst vermieden werden sollte ...

 

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07.11.2020 - Ostrovets Belarus' erstes AKW geht ans Netz

In der belarusischen Kleinstadt Ostrovets nimmt heute das erste Atomkraftwerk des Landes den Betrieb auf. Ein Erfolg für Staatschef Lukaschenko? Die Nachbarstaaten haben Sicherheitsbedenken. 

Für Belarus' Staatschef Alexander Lukaschenko ist heute ein Feiertag: In der Kleinstadt Ostrovets geht das erste Atomkraftwerk von Belarus offiziell ans Netz. Das Beste, das jemals von russischer Seite gebaut wurde - auch wenn die Protestler schon wieder heulen würden, meinte Lukaschenko lakonisch: Es sei ein Glück, ein Geschenk.

Ein Glück, weil die Atomkraft - so die offizielle Lesart - den Belarusen Energiesicherheit garantiert und das Land unabhängiger von russischem Gas macht, das bisher zur Stromerzeugung genutzt wurde. 40 Prozent des gesamten Strombedarfs sollen nach Fertigstellung mit Hilfe des Atomkraftwerks gedeckt werden. Dass das Uran aus Russland kommt, die Technologie russisch ist und russische Kredite beglichen werden müssen, scheint dabei keine Rolle zu spielen ...

 

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06.11.2020 - NuScale: Pilotprojekt für Klein-Kernkraftwerk laufen Supporter davon

Im US-Bundesstaat Utah soll mit Unterstützung des US-Energieministeriums ein neu entwickelter Kernreaktor des Unternehmens NuScale Power gebaut werden. Es handelt sich hier um einen so genannten Small Modular Reactor (SMR), der vom Prinzip her jenem Typ entspricht, wie er auch von Bill Gates unterstützt wird ...

Hinter den Entscheidungen zum Rückzug aus dem Projekt steht die Tatsache, dass die Kosten zunehmend aus dem Ruder laufen. Bereits jetzt sind aus den ursprünglich geplanten 4,2 Milliarden Dollar für den Prototypen dieser neuen Reaktor-Generation voraussichtliche 6,1 Milliarden Dollar geworden. Und mit einer Inbetriebnahme wird inzwischen erst 2030 gerechnet, was schonmal eine dreijährige Verspätung bedeutet. Anhand der bisherigen Entwicklung ist es wahrscheinlich, dass die Kosten sogar noch höher werden ...

 

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06.11.2020 - Ensi-Rat: Zwei weitere atomfreundliche Mitglieder

Der Bundesrat hat es verpasst, atomkritische ExpertInnen in den Ensi-Rat zu wählen und damit für mehr Glaubwürdigkeit zu sorgen.

Ende Oktober hat der Bundesrat einen neuen Präsidenten des Ensi-Rats (Aufsichtsgremium des Eidgenössischen Nuklearsicherheitsinspektorats Ensi) und zwei neue Ensi-Rats-Mitglieder gewählt. Im Juni war der bisherige Ensi-Rats-Präsident Martin Zimmermann aufgrund der Recherchen von Infosperber zurückgetreten.

Die gute Nachricht gleich vorweg: Der neue Ensi-Rats-Präsident Andreas Abegg, der seit 2019 Mitglied des Ensi-Rats ist, gehört nicht zum Dunstkreis der Atomindustrie. Er ist Leiter des Zentrums für öffentliches Wirtschaftsrecht der Zürcher Hochschule für Angewandte Wissenschaften (ZHAW).

... Damit gehören ab Anfang 2021 insgesamt vier von sieben der Ensi-Rats-Mitglieder zum Dunstkreis der Atomlobby. Einen ausgewiesenen Atomkritiker hingegen sucht man im Ensi-Rat vergeblich. Das ist ein Affront gegenüber jenem Teil der Schweizer Bevölkerung, welcher der Atomenergie kritisch gegenübersteht ...

 

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05.11.2020 - Die endlose Endlagersuche

Die Bundesgesellschaft für Endlagerung hat einen Zwischenbericht zur Endlagersuche vorgestellt, in der sie 90 Teilgebiete ausweist, die für die Lagerung von Atommüll geeignet sein könnten. Der ursprünglich vorgesehene Standort in Gorleben (Niedersachsen) ist nicht darunter.

... In einigen Regionen Deutschlands sprechen sich noch immer viele für die Atomenergie aus. Das ist vor allem dort der Fall, wo die nuklearbegeisterte AfD besonders stark ist. Auch Sachsens Ministerpräsident Michael Kretschmer (CDU) sagte im Januar, er könne sich einen Wiedereinstieg in die Atomkraft vorstellen. Ebenso wie in Thüringen und Sachsen-Anhalt gibt es in Sachsen große zusammenhängende Flächen mit für die Atommülllagerung geeignetem Gestein. Im Erzgebirge, im Eichsfeld oder in anderen Teilgebieten, in denen AfD und NPD vergleichsweise hohen Zulauf haben, kann man sich also schon einmal überlegen, ob man dem geliebten Vaterland mit der Endlagerung einen Dienst erweisen möchte ...

 

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05.11.2020 - Japan plant keine neuen Kernkraftwerke

Japan hat kürzlich bekannt geben, dass sie bis 2050 ihr Ziel erreichen wollen CO2-neutral zu sein. Besonders bei der Kohlekraft möchte man nachbessern und mehr auf alternative Quellen setzen. Allerdings befürchten viele, dass die Regierung mehr auf Atomkraft setzen will. Der japanische Premierminister gab am Mittwoch an, dass er definitiv keine Kernkraftwerke bauen will.

Wie NHK berichtet, äußerte sich Premierminister Yoshihide Suga während des Haushaltsausschusses des Unterhauses zu der Thematik, nachdem der Vorsitzende der konstitutionellen Demokratischen Partei, Edano Yukio, sich zur Atomkraft geäußert hatte. Yukio fordert, dass Japan möglichst schnell die Abhängigkeit von der Kernkraft beendet.

Kein neues Kernkraftwerk für Japan

Er verwies dabei auf die nukleare Katastrophe von Fukushima Daiichi 2011, wegen der viele Menschen evakuieren mussten und bis heute nicht zurück in ihre Heimat können. Für ihn sei es deswegen unvorstellbar als Teil des Klimaziels neue Kernkraftwerke zu bauen ...

 

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05.11.2020 - Schweiz: Die Stunde der Windkraft

Die Energietrategie 2050 von Bundesrat und Parlament ist vom Schweizer Stimmvolk am 21.5. 2017 trotz abstruser Irreführungen der Gegnerschaft deutlich angenommen worden. Sie ist verbindlich und wird für unsere Energiepolitik der nächsten Jahrzehnte bestimmend sein. Ihr Ziel ist die verlässliche und wirtschaftliche Energieversorgung unseres Landes durch klima- und umweltfreundliche, erneuerbare, möglichst einheimische Energiequellen und die Senkung des CO2-Ausstosses auf Null bis 2050.

Der effiziente Umgang mit Ressourcen, namentlich auch im Gebäudebereich ist wichtiger Bestandteil der Strategie, ebenso der schrittweise Ausstieg aus der Kernenergie. Ein intelligenter Mix verschiedener Energiequellen, namentlich Sonne, Wasserkraft, Wind, Biomasse und Geothermie, sowie vernetzte Speicher- und Steuersysteme sind Programm. Unabhängige Fachleute sind sich weitgehend einig: Die Richtung stimmt. Zum Schutz unseres Klimas und der Erreichung der Pariser Klimaziele ist das Tempo allerdings viel zu gemächlich. Die gesetzten Ziele müssten – und könnten – bis spätestens 2035, besser schon 2030 statt erst 2050 erreicht werden.

Windkraft – die ideale Ergänzung zu Sonne und Wasserkraft

Photovoltaik, allein auf geeigneten Gebäuden und Fassaden könnte nach einer aktuellen Studie BfE/ZHAW übers Jahr weit über 100 % unseres Strombedarfs decken ...

 

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05.11.2020 - EU-Kommission macht Offshore-Windkraft zum 800-Milliarden-Euro-Projekt

Die EU-Kommission steckt sich ehrgeizige Ziele für den Ausbau der Windkraft auf hoher See. Die installierte Leistung soll bis 2050 um den Faktor 25 steigen.

Die EU-Kommission setzt sich für einen forcierten Ausbau der Windkraftnutzung auf hoher See ein. Bis 2050 sollen in Nord- und Ostsee, im Atlantik und im Mittelmeer Windkraftanlagen mit einer Leistung von 300 Gigawatt (GW) installiert werden ...

 

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04.11.2020 - China: Kalttests an beiden HTR-PM-Reaktoren abgeschlossen

Der Kaltfunktionstest wurde gestern am zweiten Reaktor der gasgekühlten Hochtemperatur-Demonstrationsreaktoranlage (HTR-PM) in Shidaowan in der chinesischen Provinz Shandong abgeschlossen. Solche Tests wurden bereits im ersten Block der Anlage durchgeführt.

Ziel der kalten Tests ist es, das Primärkreislaufsystem und die Ausrüstung des Reaktors sowie die Festigkeit und Dichtheit der Hilfsrohrleitungen unter einem Druck, der höher als der Auslegungsdruck ist, zu überprüfen. Die Kältetests am ersten Reaktor des Doppelblocks HTR-PM begannen am 6. Oktober und wurden am 19. Oktober abgeschlossen, als dann mit den Kaltversuchen am zweiten Block begonnen wurde

Übersetzt mit www.DeepL.com/Translator (kostenlose Version)

 

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04.11.2020 - Putin weist Regierung an, Russland bis 2050 klimaneutral zu machen

Klimawandel: Putin verlangt von der russischen Regierung bis 2030 eine Senkung des Ausstoßes von Treibhausgasen um 70 Prozent des Niveaus von 1990.

Russlands Präsident Wladimir Putin hat im Kampf gegen den Klimawandel eine Senkung des Ausstoßes von Treibhausgasen auf 70 Prozent des Niveaus von 1990 angewiesen. Das Ziel solle bis 2030 erreicht werden, hieß es in einer am Mittwoch (4. Nov. 2020) veröffentlichten Verfügung des Regierungschefs ...

 

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