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19. Juni 2020 - Neue Atommüll-Transporte genehmigt

Artikel von Andreas Wyputta aus www.taz.de

Die Atombrennstofffabrik in Gronau darf auch 2021 Müll in Russland entsorgen. Anti-Atom-Initiativen fordern Exportstopp und rufen zum Protest.

Aus Deutschlands einziger Atombrennstoff­fabrik im münsterländischen Gronau sollen auch 2021 Transporte mit Tausenden Tonnen Atommüll nach Russland gehen. Das geht aus einer Verfügung der niederländischen Behörde für nukleare Sicherheit und Strahlenschutz vom 9. Juni hervor, die der taz vorliegt.

Konkret werden damit bis Juni 2023 insgesamt 20 Sendungen aus der Urananreicherungsanlage (UAA) Gronau und der französischen Wiederaufbereitungsanlage Pierrelatte über das Gebiet der Niederlande genehmigt; die Atommüllexporte werden über den Amsterdamer Hafen abgewickelt. Das zuständige Bundeswirtschaftsministerium wollte „aus Gründen der Wahrung von Betriebs- und Geschäftsgeheimnissen“ zu „Anzahl und Umfang etwaiger Transporte“ keine Stellung nehmen.

Die UAA-Betreiberfirma Urenco hatte noch am 11. Juni mitgeteilt, es existierten „keine konkreten Planungen für einen Vertrag“ mit der russischen Firma „Tenex zur Wiederanreicherung nach 2020“. Auch Johannes Teyssen, Vorstandsvorsitzender des Stromkonzerns Eon, der ein Sechstel der Urenco-Anteile hält, hatte bei der Aktionärs-Hauptversammlung Ende Mai versichert: „Pläne für den Export von abgereichertem Uran von Gronau nach Russland nach 2020 sind uns hier aktuell nicht bekannt.“

Urenco verbreite „offensichtlich Fake News“, ärgert sich deshalb der Atomkraftgegner Matthias Eickhoff vom Aktionsbündnis Münsterland gegen Atomanlagen. „Nachweislich falsch“ sei auch das Argument Urencos, das bei der Urananreicherung anfallende radioaktive und hochgiftige Uranhexafluorid sei kein Atommüll, sondern „Wertstoff“.

Über 90 Prozent des radioaktiven Materials könne nicht wiederverwertet werden und verbleibe in Russland, warnen aktuell 47 Umweltorganisationen und Anti-Atomkraft-Initiativen in einem offenen Brief an Kanzlerin Merkel und Russlands Präsident Putin. Dort lagere das Uranhexa­fluorid in geschlossenen Atomstädten in Containern schutzlos unter freiem Himmel.

Die Exporte müssten deshalb gestoppt werden, fordern Umweltschützer*innen wie Olaf Bandt, Vorsitzender des Bundes für Umwelt und Naturschutz Deutschland. Solange die UAA ihre unbefristete Betriebsgenehmigung behalte, könne von einem kompletten Atomausstieg in Deutschland „keine Rede sein“, schließlich produziert die Anlage jährlich rund 9.000 Tonnen Atommüll.

Der nächste Urantransport steht schon am kommenden Montag an. Anti-Atom-Initiativen rufen zu Protesten in Münster und entlang der Strecke nach Amsterdam auf. In den vergangenen Monaten waren Uranzüge bereits zweimal durch Abseilaktionen blockiert worden.

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Karte der nuklearen Welt:

UF6 Atommülltransporte von Gronau nach Russland ...

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Russland

Urenco

Uranhexafluorid

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atommüllreport

Urananreicherungsanlage Gronau (UAA)

URENCO wurde basierend auf den Vertrag von Almelo (1970) von den Regierungen von Großbritannien, Niederlande und Deutschland gegründet. Die Vertragsstaaten haben sich verpflichtet, Forschung, Entwicklung und Technik der Gaszentrifugentechnologie zu fördern, sowie die Nutzung zu militärischen Zwecken zu verhindern. 

Seit Jahrzehnten lagert der Abfall, v.a. Uranhexafluorid (UF6), soweit er nicht nach Russland gebracht worden ist, in Gronau unter freiem Himmel. UF6 ist nicht nur radioaktiv, sondern auch hochgiftig. In Verbindung mit Wasser reagiert es sofort zu extrem aggressiver Flusssäure. Für eine solche Reaktion reicht z.B. schon Luftfeuchtigkeit aus. Kommt ein Mensch z.B. nach einem Störfall damit in Kontakt, sind schwere Hautverbrennungen sowie radioaktive Kontamination die Folge. Eingeatmet zerfrisst Flusssäure die Lunge und kann zum Tod führen ...

https://www.atommuellreport.de/daten/uaa-gronau.html

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AtomkraftwerkePlag

Export von Atommüll

ZDF frontal21 wies in einem Fernsehbeitrag vom Juni 2007 darauf hin, dass aus der Urananreicherungsanlage in Gronau abgereichertes Uranhexafluorid nach Russland exportiert worden war. Die Atomindustrie spricht von wiederverwendbarem Wertstoff, in Wirklichkeit handelt es sich aber um Atommüll. Über 90 % des Urans können nämlich nicht wiederaufbereitet werden, sondern lagern in rostigen Tonnen unter freiem Himmel und stellen eine ernste Gefahr für Mensch und Umwelt dar ...

https://atomkraftwerkeplag.wikia.org/de/wiki/Export_von_Atomm%C3%BCll

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Wikipedia

Nowouralsk

1946 begann in Novouralsk der Bau einer Fabrik zur Produktion von hochangereichertem Uran für Atomwaffen. Somit wurde Nowouralsk wichtiges Zentrum der Nuklearindustrie im Ural. Aufgrund derer hohen strategischen Bedeutung wurde es zu einer geschlossenen Stadt erklärt und mit dem Codenamen Swerdlowsk-44 versehen, der noch bis 1994 verwendet wurde.

Nowouralsk ist das offiziell benannte Ziel der Atommülltransporte aus Gronau, Uh6 könnte aber auch in Tomsk7, Mayak oder Angarsk verarbeitet werden ...

https://de.wikipedia.org/wiki/Nowouralsk

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24.06.2020 - Alarm für Umweltschützer: Deutschland schickt erneut 600 Tonnen Atommüll nach Russland

Am Montag ist ein neuer Güterzug mit radioaktiven und toxischen Produktionsabfällen von der Urananreicherungsanlage Urenco im nordrhein-westfälischen Gronau nach Russland gestartet. Seit Monaten werden die gefährlichen Lieferungen von Umweltaktivisten weitgehend kritisiert.

Der Transport soll insgesamt 600 Tonnen abgereichertes Uran zum elektrochemischen Kombinat in der Uralstadt Nowouralsk im russischen Gebiet Swerdlowsk befördern, teilte die russische Nichtregierungsorganisation Ecodefense mit.

Außerdem wurde ein Teil der Container mit der strahlenden Fracht mit zwei Lkws nach Amsterdam geschickt. Von dort aus sollen sie anschließend mit einem russischen Schiff in den Hafen des nordrussischen Ortes Ust-Luga bei Sankt Petersburg geliefert werden. Die Ankunft der Fracht werde gegen Anfang Juli erwartet, hieß es ...

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24.06.2020 - Auf Druck von Infosperber: Oberster Atomaufseher tritt zurück

Martin Zimmermann, der Präsident des Ensi-Rats, tritt auf Ende Juni zurück, wie aus einer Meldung der Atomaufsicht Ensi hervorgeht.

Infosperber berichtete letzte Woche über die atomare Vergangenheit des obersten Atomaufsehers Martin Zimmermann, unter anderem über seine Mitgliedschaft beim Nuklearforum, die dem Bundesrat bei seiner Wahl in den Ensi-Rat 2017 und bei seiner Wahl zum Vize-Präsidenten 2019 «nicht bekannt» waren, wie das eidgenössische Departement für Umwelt, Verkehr, Energie und Kommunikation (UVEK) auf Anfrage von Infosperber festhielt. Zudem berichtete Infosperber über Zimmermanns aktuelle Mitgliedschaft beim Euratom-Projekt Samosafer ...

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24.06.2020 - Kasseler Kreistag fordert Stopp der Vorbereitungen für Atommüll-Logistikzentrum in Würgassen

Der Kasseler Kreistag fordert vom Bundesumweltministerium und der Gesellschaft für Zwischenlagerung (BGZ) den sofortigen Stopp aller vorbereitenden Maßnahmen für den Bau eines Atommüll-Logistikzentrums und Zwischenlagers auf dem Gelände des früheren Atomkraftwerkes Würgassen.

In dem einstimmigen Beschluss (bei drei Enthaltungen der AfD) werden zudem die Bundes- und Landtagsabgeordneten aus dem Dreiländereck aufgefordert, sich mit Nachdruck gemeinsam dafür einzusetzen, den Standort Würgassen aufgrund seiner mangelhaften Eignung zu verhindern. Mit dem gemeinsamen Antrag von SPD, CDU, FDP, Freien Wählern, Linken und Grünen, der aus vier Einzelanträgen herausgearbeitet wurde, wird der Kasseler Kreisausschuss aufgefordert, den Beschluss dem Bundesministerium für Umwelt, Naturschutz und nukleare Sicherheit sowie der bundeseigenen Gesellschaft für Zwischenlagerung (BGZ) zu übermitteln ...

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24.06.2020 - Klimaneutralität ist nur mit solarer Wasserstoff-Wirtschaft möglich

Nur mit grünem Wasserstoff sind die Klimaschutzziele in Deutschland und der EU erreichbar. Ein massiver Ausbau der erneuerbaren Energien ist die unabdingbare Voraussetzung dafür.

Getrieben von den Klimaschutzzielen wird die Dekarbonisierung in den nächsten drei Dekaden über alle Energiesektoren mit klaren Treibhausgas-Reduktionen angestrebt. Zweifelsfrei notwendig sind dafür große Mengen grüner Wasserstoff, hergestellt durch Spaltung von Wasser in Elektrolysen, mit Strom aus erneuerbaren Energien („Power-to-Gas“) ...

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23.06.2020 - Nach 480 Mahnwachen ist ein Breisacher AKW-Gegner seinem Ziel ganz nah

Neun Jahre lang hat der Breisacher Gustav Rosa für die Abschaltung von Fessenheim protestiert, nach 480 Montagsmahnwachen ist er seinem Ziel ganz nah. Das AKW steht kurz vor der Stilllegung.

Am Montag, 29. Juni, wird kurz vor Mitternacht der letzte Reaktor des Atomkraftwerks in Fessenheim heruntergefahren. Was bedeutet dies für die traditionsreiche Anti-Atomkraftbewegung in der Region ...

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22.06.2020 - Amerikanische Entwicklungsbank möchte Ende des Finanzierungsverbots für Kernkraftprojekte

Die International Development Finance Corporation (DFC) der USA hat Änderungen ihrer Umwelt- und Sozialpolitik vorgeschlagen, die das Verbot der Unterstützung von Kernkraftprojekten aufheben würden. Damit könnte die DFC Projekte zur Einführung von neuen Nukleartechnologien in Entwicklungsländern finanzieren.

Die DFC ist die Entwicklungsbank der USA. In Partnerschaft mit dem Privatsektor finanziert sie Projekte in Entwicklungsländern und investiert in einer Reihe von Sektoren wie Energie, Gesundheitswesen, kritische Infrastrukturen und Technologie.

Die bestehenden Umwelt- und Sozialpolitiken und -verfahren der DFC verbieten ihr derzeit kategorisch, in die Erzeugung von oder den Handel mit radioaktiven Materialien einschliesslich Kernreaktoren und deren Komponenten, zu investieren. DFC schlägt nun die Aufhebung dieses Verbots vor. Sie hat eine 30-tägige öffentliche Vernehmlassung eingeleitet ...

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22.06.2020 - Strahlend schön: radioaktive Pflastersteine am Dresdner Theaterplatz

Der Theaterplatz ist zweifelsohne ein strahlend schönes Fleckchen im Stadtbild. Aber das kommt nicht von ungefähr: Beim Bau kamen Pflastersteine aus Mansfelder Kupferschlacke zum Einsatz - und die sind radioaktiv.

Semperoper, Schloss, Hofkirche, Italienisches Dörfchen, Altstädter Wache – der Theaterplatz gilt als bekanntes Aushängeschild Dresdens sowie als Werbekulisse und ist einfach schön. Strahlend schön sogar. Denn in seinem Straßenbelag sind Steine verbaut, die radioaktiv sind: sogenannte Mansfelder Kupferschlackensteine.

Der Stadtverwaltung ist das bekannt. Die Steine wurden seit 1863 durch Erhitzen aus Schlacke hergestellt. Die fiel als Nebenprodukt der Metallgewinnung aus uranhaltigem Kupferschiefer im sachsen-anhaltischen Mansfeld in vielen Millionen Kubikmetern an. Die Steine wurden in ganz Mitteldeutschland verbaut, teils auch im Westen ...

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19.06.2020 - Strenger Blick auf die Heizrohre des GKN

Das Atomkraftwerk bei Neckarwestheim ist seit Freitag für die alljährliche Revision vom Netz genommen worden. Bürgerinitiativen beantragen aber, den Betrieb zu untersagen - wegen eines schon länger bekannten Problems.

Beim Landes-Umweltministerium als Aufsichtsbehörde versichert ein Sprecher, dass strenge Maßstäbe angelegt werden: "Auch in der jetzigen Revision werden die Heizrohre aller vier Dampferzeuger untersucht", teilt er mit. "Es wird eventuell Befunde geben, Sachverständige werden sich damit beschäftigen - und am Ende steht die Einschätzung, ob GKN weiter sicher betrieben werden kann oder nicht. Wenn nicht, geht es nicht wieder ans Netz."

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Atomindustrie kooperiert weltweit

18.06.2020 - Framatome, GE und Rosatom arbeiten für das Belene-Projekt zusammen

Der staatliche russische Atomkonzern Rosatom gab heute bekannt, dass er mit dem französischen Unternehmen Framatome und GE Steam Power aus den USA Absichtserklärungen (Memoranda of Understanding) zur Teilnahme an einer Ausschreibung für den Bau des Kernkraftwerks Belene in Bulgarien unterzeichnet hat.

Rosatom wies darauf hin, dass sie bereits erfolgreich mit Framatome und GE bei internationalen Projekten zusammengearbeitet hat, darunter das Kernkraftwerk Paks-II in Ungarn und das Kraftwerk Hanhikivi-1 in Finnland. Die Zusammenarbeit mit GE erfolge im Rahmen des Akkuyu-Projekts in der Türkei und des El-Dabaa-Projekts in Ägypten. AAEM, ein Joint Venture zwischen GE und der Rosatom-Tochter Atomenergomash, ist ein Lieferant von Ausrüstungen für die Turbineninsel der beiden Kraftwerke ...

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