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06. April 2020 - Atommüll rollt durch NRW

Artikel von Sebastian Weiermann aus www.neues-deutschland.de

Anti-Atom-Initiativen aus dem Münsterland haben in Gronau und Münster Protestmahnwachen veranstaltet

Kurz nach 11 Uhr hat am Montag ein mit Uranabfall voll beladener Zug, die Urananreicherungsanlage im westfälischen Gronau verlassen. Durch das Münsterland, das dicht besiedelte Ruhrgebiet und einmal quer durch die Niederlande soll der Atomzug nach Amsterdam fahren. Dort wird er auf ein Schiff verladen. Ziel der deutschen Uranabfälle ist Nowouralsk. Der russische Energiekonzern unterhält dort eine Atomfabrik, in der das hochgiftige Uranhexafluorid weiterverarbeitet werden soll. Umweltschützer bezweifeln das seit Jahren und sprechen von einer »Atommüllkippe«.

Generell sind die deutschen Atommüllexporte hoch umstritten. Der Linke-Bundestagsabgeordnete Hubertus Zdebel zum Beispiel, spricht sich für ein generelles Verbot aus. Aktuell kommt hinzu, der Atommüll wird transportiert, während die ganze Welt unter der Corona-Pandemie zu leiden hat. Ein Unfall während des Transportes hätte katastrophale Folgen. Verseuchte Gebiete, im schlimmsten Fall in einem Ballungsraum und Krankenhäuser und Rettungsdienste, die Opfern eines solchen Unfalls zusätzlich behandeln müssen. Gute Gründe einen Transport abzusagen. Vor anderthalb Wochen vermeldeten mehrere Medien, das Bundesumweltministerium habe sich mit der Urananreicherungsfirma »Urenco« auf eine Verschiebung von Transporten geeinigt.

Von so einem Gespräch will man im Bundesumweltministerium nichts mehr wissen. Ein Sprecher des Ministeriums teilt auf Anfrage des »nd« mit: »Gespräche des Bundesumweltministeriums mit Urenco haben hierzu nicht stattgefunden.« In der Stellungnahme des Ministeriums heißt es, die Transporte aus Gronau bedürften »keiner atom- oder strahlenschutzrechlichen Ausfuhrgenehmigung, sondern lediglich einer Anzeige beim Bundesamt für Wirtschaft und Ausfuhrkontrolle«. Spielräume einen solchen Transport zu untersagen gäbe es nicht und die Planung der Transporte liege »einzig und alleine« bei der Firma »Urenco«. Die Urantransporte bräuchten Atomgesetz außerdem keine vergleichbare Sicherung, wie etwa die hoch radioaktiven Castor-Transporte. Deswegen, so das Fazit des Umweltministeriums, sei eine »Verschiebung solcher Transporte aus Sicht der Bundesregierung von daher nicht geboten«.

Anti-Atom-Initiativen aus dem Münsterland haben kein Verständnis dafür, dass der Uranzug fahren darf und haben in Gronau und Münster Protestmahnwachen veranstaltet. Anders, als bei Kundgebungen für die Aufnahme von Geflüchteten am Wochenende in Berlin, Hamburg und Frankfurt konnten die Proteste stattfinden. Die Stadt Münster hatte die Mahnwache zwar verboten, hatte ihr Verbot aber bevor es zu einer gerichtlichen Entscheidung kam, zurückgenommen. Matthias Eickhoff von der Initiative SOFA (Sofortiger Atomausstieg) Münster freut sich, auch in Zeiten der Corona-Pandemie protestieren zu können.

»Durch das Verfahren vor dem Verwaltungsgericht Münster wurde klar, dass es auch in Corona-Zeiten keine pauschalen Versammlungsverbote gibt.« Die Kundgebung sei nur nötig, »weil der Gronauer Urananreicherer Urenco ungeachtet der erheblichen Gefahren durch einen Uranhexafluorid-Transport starrsinnig auf solch einem betrieblich völlig unerheblichen Transport besteht.« An der Mahnwache in Münster nahmen 45 Personen teil. Mit ausreichendem Abstand und Tüchern vor dem Gesicht. Das war im Vorfeld von der Polizei zur Auflage gemacht worden.

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Karte der nuklearen Welt:

Alle Teilnehmer trugen Atemschutzmasken, die Polizisten nicht ...

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08.04.2020 - Wegen Coronakrise: AKW Leibstadt verschiebt Revision und Umbau für Leistungssteigerung

Das Kernkraftwerk Leibstadt (KKL) verkürzt die Jahreshauptrevision 2020: Die Brennelemente werden ausgetauscht, die Inspektions- und Instandhaltungsarbeiten durchgeführt. Den Austausch des Turbinenkondensators verschiebt das Kraftwerk auf 2021.

In diesem Jahr plante das Kernkraftwerk Leibstadt (KKL) eine dreimonatige Jahreshauptrevision (JHR), die ab 11. Mai bis 9. August dauern sollte - und damit zwei Monate länger als in anderen Jahren. Der Grund: Nebst den üblichen Revisionsarbeiten sollte der Turbinenkondensator im Maschinenhaus ausgetauscht werden. Dabei wären - nebst den rund 500 Mitarbeitenden - rund 1700 zusätzliche externe Fachkräfte nötig gewesen. Doch wegen der Coronakrise stand dieser Plan auf dem Prüfstand ...

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07.04.2020 - Feuer um Tschernobyl: Waldbrand als möglicher GAU

Seit dem 4. April brennt der Wald um Tschernobyl. 120 Feuerwehrleute sind im Einsatz, 174 Tonnen Löschwasser haben Hubschrauber und Flugzeuge der Feuerwehr über den brennenden Bäumen abgeworfen ...

Während einige Medien von 20 Hektar (ha) sprechen, berichtete Egor Firsow, kommissarischer Chef der ukrainischen Umweltaufsichtsbehörde, von 100 ha. Die für die Tschernobyl-Zone zuständige Behörde spricht von „einigen Dutzend Hektar“, die von den Bränden betroffen seien.

Es könne nicht sein, dass jemand, der die Brandschutzvorschriften verletze, nur 5 Euro Strafe bezahlen müsse, so der staatliche Umweltschützer Firsow, während Personen, die ohne Atemschutzmaske angetroffen werden, über 500 Euro bezahlten. So werde man weiter mit Waldbränden zu rechnen haben.

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06.04.2020 - Proteste gegen Urantransport: Wenn Vermummung Pflicht ist

- Atomkraftgegner haben in Münster gegen einen erneuten Urantransport demonstriert.
- Bis Sonntagnachmittag war nicht klar, ob die Anti-Atom-Demonstration wegen der Corona-Schutzerordnungen überhaupt würde stattfinden können.
- Erst ein Eilantrag beim Verwaltungsgericht führte dazu, dass das Ordnungsamt einlenkte und dem Antrag stattgab.

Die Auflagen für die Demonstration besagen, dass maximal 15 Personen teilnehmen können ...

... es haben sich etwa doppelt so viele Demonstranten eingefunden wie erlaubt, was zu einigem Hin und Her mit den Vertretern des Ordnungsamtes führt. Schließlich kommt man zu einer pragmatischen Lösung: Die Höchstteilnehmerzahl wird auf 45 erhöht ...

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06.04.2020 - Atommüll: Braunschweig lehnt Zwischenlager ab

Die Stadt Braunschweig hat ein mögliches Zwischenlager für radioaktive Abfälle, die im Schacht Konrad endgelagert werden sollen, am Standort Braunschweig abgelehnt. Das berichtet NDR 1 Niedersachsen. Es wäre unvernünftig, in einem dicht besiedelten Gebiet mit mehreren Hunderttausend Einwohnern ein solches Lager vorzusehen, sagte Stadtbaurat Heinz-Georg Leuer.

Die Stadtverwaltung habe bis Anfang März 2020 keine Kenntnis von dem Vorhaben gehabt und sei auch nicht in die Standortsuche einbezogen worden ...

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06.04.2020 - Brennelemente ins Lagerbecken gebracht

Beim Rückbau des stillgelegten Atomkraftwerks Mühleberg ist Ende März der Reaktordruckbehälter geöffnet worden. Die Brennelemente wurden ins Lagerbecken transferiert.

Dort kühlen die Brennelemente in den kommenden Jahren ab, bis sie dann ins Zwischenlager Würenlingen im Kanton Aargau transportiert werden. Die mit dem AKW-Rückbau beschäftigten Fachleute haben den Reaktor erst drei Monate nach der Stilllegung des AKW geöffnet, weil in dieser Zeit die Radioaktivität bereits um den Faktor 1000 zurückgegangen ist ...

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06.04.2020 - Asse II: BUND legt Positionspapier zum Umgang mit radioaktiven Abfällen vor

Von der Öffentlichkeit weitgehend unbemerkt, findet beim maroden Atommülllager Asse II ein Wettlauf mit der Zeit statt. Die Schachtanlage in Niedersachsen ist eine tickende Bombe: Die Asse ist instabil und droht mit Wasser vollzulaufen. Der Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland (BUND) legt ein Positionspapier zum Umgang mit den radioaktiven Abfällen vor. 

Bereits vor zehn Jahren haben das Bundesumweltministerium und die damals zuständige Behörde festgestellt, dass die radioaktiven Abfälle aus dem Atommülllager Asse II zurückgeholt werden müssen. Das Volllaufen des Bergwerkes und die Einsturzgefahr wegen mangelnder Gebirgsfestigkeit sind ernste Bedrohungen. Dennoch wird aus Sicht des BUND der Prozess unnötig verschleppt ...

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