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Deutscher Atommüll in Russland

28.12.2019 - Gronau grüßt nach Osten

Artikel von Bernhard Clasen aus taz.de

600 Tonnen abgereichertes Uran aus Nordrhein-Westfalen sind in der russischen Stadt Nowouralsk angekommen. Kritiker werden eingeschüchtert.

Am Samstagmorgen um 4 Uhr 20 Ortszeit sind in der russischen Stadt Nowouralsk (zu Sowjetzeiten Swerdlowsk-44) am Ural 600 Tonnen abgereichertes Uran aus Gronau angekommen. Der Zug war von bewaffneter Polizei und einer Einheit des Inlandsgeheimdienstes FSB bewacht worden. Dies berichtet der Nowouralsker Umweltschützer Viktor Kasakow der taz.

Kasakow ist es gelungen, Foto- und Videoaufnahmen des eintreffenden Zuges zu machen. Dabei wurde er vorübergehend vom FSB festgenommen und nach zwei Stunden wieder freigelassen. Einen großen Teil seiner Video- und Photoaufnahmen haben die Beamten beschlagnahmt. „Es ist mir jedoch gelungen, einige Photos und ein Video auf einem anderen Datenträger aufzunehmen“, sagte Kasakow.

Er habe eigens am Bahnhof auf den Zug gewartet, berichtet Kasakow der taz, um „das verbrecherische Vorhaben von Rosatom und den städtischen Behörden und aller weiterer Beteiligten zu dokumentieren“. Insgesamt, so Kasakow, rechne man in Nowouralsk mit 12.000 Tonnen Uranhexafluorid der Firma Urenco bis 2022. „Ein schönes Weihnachtsgeschenk der Deutschen an die Russen“, kommentiert Valeri Bulatow von der Umweltgruppe „Ecodefense“ den Vorgang.

Die Lieferungen aus Gronau in Nordrhein-Westfalen sind inzwischen eines der meistdiskutierten Themen in der Stadt Nowouralsk. Dies geht aus einer Reportage hervor, die die in Jekaterinburg angesiedelte russische Nachrichtenagentur „newdaynews.ru“ diese Tage in Nowouralsk drehte. Mehrere Personen äußern in der Sendung ihre Besorgnis angesichts der gesundheitlichen Gefahren, die von dem deutschen Atommüll ausgehen könnten.

Während die deutsche und die russische Atomindustrie beim Transport von Uranhexafluorid von Gronau nach Russland eng zusammenarbeiten, werden Gegner der Transporte als „ausländische Agenten“ kriminalisiert. In St. Petersburg wurde Greenpeace-Aktivist Raschid Alimow vor wenigen Tagen nach einer Protestaktion vor dem Bahnhof kurzzeitig festgenommen. Vor einer Woche waren in Nowouralsk drei Aktivisten zur Polizei vorgeladen worden, weil sie Mahnwachen gegen den deutschen Atommüll organisiert hatten.

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Uranhexafluorid

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Anreicherungsanlage Gronau 

22.10.2019 - Uran-Müll geht wieder nach Russland

Artikel aus taz.de

Urenco hat die umstrittenen Exporte von Uranhexafluorid wieder aufgenommen. Das gilt offiziell als Wertstoff – obwohl nur ein Bruchteil recycelt wird.

Genau zehn Jahre ist es her, dass der Export von hochgiftigem Uran-Hexafluorid von der Urenco-Fabrik im westfälischen Gronau nach Russland gestoppt wurde. Damals war bekannt geworden, dass das abgereicherte Uran, das bei der Herstellung von Brennelementen anfällt, in russischen Atom-Kombinaten unter offenem Himmel in rostigen Behältern lagert. Nach öffentlichem Druck hatte Urenco diese Exporte damals gestoppt.

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Urantransporte durch ganz Europa

Internationaler Uranhexafluorid-Tourismus durch Deutschland

Von Gerhard Piper, erschienen am 30.06.2007 in www.telepolis.de
Der Autor ist wissenschaftlicher Mitarbeiter beim 'Berliner Informationszentrum für Transatlantische Sicherheit' (BITS)

Seit Jahren fahren geheime Atomzüge Tonnen von Uranhexafluorid durch Deutschland.

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31.12.2019 - Atomausstieg: AKW Philippsburg abgeschaltet

Der Atomausstieg geht weiter: Der Energiekonzern EnBW hat den Stecker beim Atomkraftwerk Philippsburg gezogen. Sechs Meiler bleiben noch am Netz.

Das Atomkraftwerk Philippsburg 2 ist vom Netz getrennt. Der Meiler wurde wie geplant abgeschaltet, teilte der Energiekonzern EnBW mit. "Der Abschaltvorgang lief technisch wie geplant und ohne Besonderheiten", sagte ein Sprecher. Im kommenden Jahr beginnt dann der Abriss der Anlage. Die Arbeiten sollen zehn bis 15 Jahre dauern. Einiges Abbruchmaterial lässt sich recyclen. Hochradioaktiver Schrott muss für Tausende Jahre sicher gelagert werden.

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30.12.2019 - Ein Atomreaktor in Schweden vom Netz genommen

Im Südwesten Schwedens ist mit der Abwicklung eines Atomreaktors des jahrzehntealten Kernkraftwerks Ringhals begonnen worden. Nach mehr als 40 Jahren im Betrieb wurde die letzte Turbine des Reaktors Ringhals 2 am Montagmorgen vom Netz genommen, wie ein Sprecher des Haupteigentümers Vattenfall bestätigte. In einem nächsten Schritt soll Anfang Januar das verbliebene Brennmaterial herausgeholt werden. Der Rückbau des Reaktors wird einige Jahre in Anspruch nehmen: Sein Abriss soll in etwa zwei Jahren eingeleitet werden und dürfte dann mindestens acht Jahre dauern.

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30.12.2019 - Europa hat ab Dienstag einen deutschen Uraltmeiler weniger

Nach 40 Jahren wird zu Silvester auch Block 2 im Atomkraftwerk Philippsburg abgeschaltet, womit Südwestdeutschland sicherer wird

Am gestrigen Sonntag haben knapp 200 Atomkraftgegner am Atomkraftwerk Philippsburg gefeiert, dass auch Block 2 nun endgültig an Silvester nach 40 Jahren abgeschaltet wird. "Nachdem wir 30 Jahre lang oft vor dem Atomkraftwerk Philippsburg demonstriert haben, werden wir am Sonntag, dem 29.12.2019, um 12:00 Uhr, die endgültige Abschaltung des letzten badischen Atomreaktors 'feiern'", hatte die Anti-Atom Initiative Karlsruhe zu einer "symbolischen Abschiedsmahnwache am Haupteingang" eingeladen.

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30.12.2019 - Der Grüne Deal und das Goldene Kalb

Den Planeten zu retten heißt, die herrschenden Eliten zu stürzen

... es ist bemerkenswert, dass sich eine Generation meldet, die man schon unter digitaler Demenz abgehakt hatte. Allerdings: Ein auffälliger Unterschied zu den damaligen Märschen wegen Vietnam, Imperialismus, Polizeigewalt und Notstand besteht darin, dass die aktuell empörte Jugend von Staatsmacht, Wissenschaft, Justiz und Wirtschaft zu ihren aktivistischen Happenings geradezu angetrieben wird. Auch stehen Greta und den Reemtsma-Influencerinnen TV-Studios, Zeitungsredaktionen, Eventhallen, Oligarchen-Paläste, Vatikan und die Davoser-Premium-Suiten rund um die Uhr offen - "Open up the doors" sozusagen ...

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29.12.2019 - Der lange Abschied von der Atomkraft

In sieben Wochen beginnt die Stilllegung des AKW Fessenheim – Die Demontage dauert 20 Jahre.

Lange, sehr lange hat die Region auf diese Terminankündigung warten müssen: Die Électricité de France (EDF) schaltet in sieben Wochen Reaktor eins des Atomkraftwerks Fessenheim ab, gut vier Monate später, am 30. Juni, folgt Reaktor zwei. Damit geht das älteste Atomkraftwerk Frankreichs nach 43 Jahren Betrieb vom Netz.

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28.12.2019 - Sonnige Aussichten - Energie ohne Nebenwirkungen

Mit ihrem "Green Deal" setzt die EU ein klares Zeichen: Die Mitglieder müssen zügig auf regenerative Energien umstellen. Über das Potential des möglichen neuen Solar-Booms.

Alte Märkte neu erschließen: Das Vorhaben der EU, bis 2050 klimaneutral zu werden, bietet vielseitige Möglichkeiten für Investitionen und Innovationen. Und das ist eine Chance, in der EU grüne Märkte zu schaffen und erneuerbaren Energien wieder mehr Auftrieb zu geben.

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28.12.2019 - AKW Leibstadt wird wegen technischer Störung vom Netz genommen

Am Samstagmorgen ist das AKW Leibstadt wegen einer technischen Störung vom Stromnetz getrennt und abgeschaltet worden. Das teilte die Betreiberin mit. Nach der Klärung der Ursache soll die Anlage baldmöglichst wieder in Betrieb genommen werden.

Die Abschaltung erfolgte laut der Betreiberin um 7 Uhr 48. Zuvor habe es «eine technische Störung im nichtnuklearen Teil des Kraftwerks» gegeben, hiess es in einer Mitteilung. Wann die Anlage wieder hochgefahren werden kann, ist unklar.

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28.12.2019 - Klimadebatte - Deutliche Werbung für Atomausstieg

Deutschland verabschiedet sich 2022 von der Atomkraft. Angesichts der Klimadebatte wird in Teilen der Union über einen Ausstieg vom Ausstieg diskutiert. Der Chef der Atommüll-Behörde verteidigte das Atom-Aus nun.

Atomkraftwerke stoßen im Gegensatz zu Kohle- und Gaskraftwerken kein klimaschädliches CO2 aus. Angesichts der Klimadebatte hat dieser Umstand für eine politische Diskussion gesorgt. Ist der deutsche Atomausstieg bis 2022 der richtige Weg?

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