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Zeitungsartikel 2019
Hintergrundwissen Aktuell+.

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Strahlung wäre tödlich

25.12.2019 - Das letzte Geheimnis des THTR: Noch immer hunderte Tonnen radioaktiver Müll in Hamm - WA blickt ins Innere des Reaktors

Artikel von Frank Lahme aus www.wa.de

Hamm - Die Kugeln sind raus. 665.000 Brennelemente wurden Mitte der 1990er Jahre ins Zwischenlager nach Ahaus gebracht. Danach wurde der THTR in Uentrop versiegelt. 22 Jahre sind seitdem vergangen, und alle dachten wir, dass die Atomanlage tatsächlich leer sei. Doch bis heute schlummern in dem Reaktor 295 Tonnen radioaktiver Abfälle. Wie kann das sein?

Die Drucksache 17/6219 der Landesregierung ist eine auf den ersten Blick ziemlich unspektakuläre Abhandlung. Auf sieben Seiten wird darin dargestellt, wie sich die in NRW eingelagerten Mengen an Atommüll im Jahr 2018 verändert haben. Jülich, Würgassen, Ahaus und so weiter: Das Auge fliegt über die Namen der bekannten Stätten. Hamm sind lediglich zwei Zeilen in dem im Mai 2019 veröffentlichten Tabellenwerk gewidmet. Was dort über den THTR steht, lässt einen allerdings aufhorchen: 295 Tonnen „feste radioaktive Abfälle“ befinden sich aktuell in Hamm-Uentrop. Verpackt in „1081 Gebinden“. Das Gesamtgewicht beträgt 384 Tonnen.

Reaktor doch nicht leer?

Haben wir da etwas nicht mitbekommen? Oder hat es die Redaktion in der Vergangenheit schlichtweg versäumt, energisch genug nachzufragen? Als im April 1995 der 57. und damit letzte Castortransport von Uentrop ins Zwischenlager nach Ahaus rollte, war der Reaktor doch leer – dachten wir jedenfalls mehr als zwei Jahrzehnte lang. Die 665.000 Brennelemente, die damals über eineinhalb Jahre in den Castorzügen gen Münsterland gefahren worden waren und von denen jedes etwas kleiner als ein Tennisball war, waren der strahlende Mageninhalt dieses Kolosses gewesen. Zurück blieb kontaminierter Beton, der sich seit dem 1. Oktober 1997 im sicheren Einschluss befindet. Oder nicht?

Als der WA im Juni 2019 das erste Mal bei RWE als Gesellschafter der Hochtemperatur-Kernkraftgesellschaft (HKG) nachfragt, was es mit den 295 Tonnen Atomschrott auf sich hat, sorgt die Antwort zunächst nur für noch mehr Verwirrung. „Schutzkleidung und Werkzeuge der Arbeiter, die damals den sicheren Einschluss bewerkstelligt haben, sind das“, lautet die Antwort aus der RWE-Pressestelle. 295.000 Kilogramm an Kleidung und Werkzeugen? Wirklich? Nein, das kann nicht sein. So viel wiegen 200 VW Golf ...

Zersägte Rohre lagern in Fässern ein

Antwort 2 ergeht ein paar Tage später und kommt der Wahrheit schon näher. In erster Linie handele es sich um Rohre und Anlagenteile, die aus dem Reaktorkern herausführten. Die Rohre seien damals bei Herstellung des sicheren Einschlusses zersägt und in Fässern eingelagert worden. Das seien im Wesentlichen die in der Drucksache 17/6219 genannten 1.081 Gebinde. Hinzu kämen auch große Geräte wie beispielsweise ein kompletter Hubsteiger. Ja, und Kleidung und Schuhe der Arbeiter sei auch darunter. Alles sei THTR-Inventar, von externen Anlagen sei nichts nach Uentrop verbracht worden. Und verheimlicht worden sei das auch keineswegs. Seit Ende der 1990er Jahre würden diese Zahlen in den jährlichen Statusberichten vom Bundesamt für kerntechnische Entsorgungssicherheit (BfE) veröffentlicht.

Der WA geht den Fragen auf den Grund - Ein Ortsbesuch

Offenbar hatte nur niemand danach gefragt oder darüber geschrieben. Bis eben jetzt, als die Drucksache 17/6219 auf den Markt gekommen war.

Nun gut. Ist das nun schlimm oder gar gefährlich? Was strahlt da überhaupt im THTR-Innern und mit welcher Intensität geschieht das heute noch? Um diesen letzten Geheimnissen der einst 4 Milliarden D-Mark teuren Anlage auf den Grund zu gehen, verabreden wir mit RWE einen Ortstermin. Nach mehreren gescheiterten Anläufen ist es im September in Uentrop so weit ...

Im Vakuum aus Zeit und Materie

Der THTR-300 sieht nicht aus wie ein normales Atomkraftwerk. Er hat keine runde Kuppel, sondern ist ein schmuckloser, 45 Meter hoher Kasten, der in graues Wellblech eingehüllt ist. Der Bau könnte genauso gut als Hochregallager einer Möbelhaus-Kette durchgehen. Rechts davon befinden sich die äußerlich fast identischen Kohleblöcke A, B und C, die ebenfalls längst stillgelegt sind.

Wer in das Innere des THTR vordringt, befindet sich augenblicklich in einem Vakuum aus Zeit und Materie. Es sind nicht nur die Zeiger der Uhren, die seit dem Februar 1997 – es war 19.17 Uhr, als der Reaktor vom Netz ging – nicht mehr eine Sekunde vorangeschritten sind. Es gibt keinen Staub, keine Spinnweben, keinen Zerfall. Eigenartig ist das. Alles steht in einer Weise still, als wäre die letzte Mittagsschicht nicht vor 22 Jahren, sondern erst vor fünf Minuten zu Ende gegangen.

Gänge und Technik wie in einem Raumschiff

Stefan Züll ist der Anlagenleiter und Anführer unserer kleinen Expeditionsgruppe. Mit dem Fahrstuhl sind wir auf die 37-Meter-Ebene gefahren. Der Diplom-Ingenieur trägt einen starken Handscheinwerfer und leuchtet an den gigantischen Anlagenteilen entlang. Hunderte Schaltaggegrate, Kompressoren, Sicherungskästen sind an den Wänden angebracht. Durch die Hallen schlängelt sich labyrinthenhaft stählernes Gedärm aus Rohren und Leitungen. Hunderte Tentakel sind das, an einigen prangen massige Räder von Absperrventilen.

Es bedarf nicht viel Fantasie, um in diesem Moment an ein Raumschiff zu denken. An eines, das Außerirdische vor ewigen Zeiten gebaut und auf ihrem verwaisten Planeten zurückgelassen haben. Ein versehentlicher Knopfdruck, und dieser Koloss hebt ab ...

Anlage läuft im sicheren Einschluss weiter

Verstärkt wird der orbitale Eindruck, weil die Anlage, die ja eigentlich tot ist, tatsächlich lebt. Es röhrt und dröhnt beständig im Innern der blanken Blechschächte, die sich über unseren Köpfen entlangziehen. „Das ist das Lüftungssystem“, sagt Stefan Züll und erklärt in der Folge eines der Prinzipien, nach denen der sichere Einschluss beim THTR funktioniert: Die Anlage werde unter permanentem Unterdruck gehalten; 5.000 Kubikmeter Luft würden stündlich ins Innere gepumpt und 7.200 Kubikmeter im gleichen Zeitraum wieder herausgesogen. So könne keine Luft aus dem Inneren Einschluss in den Rest des THTR gelangen. Die Abluft werde permanent ins Freie abgeleitet und dabei radiologisch analysiert.

Stefan Züll ist seit drei Jahren im THTR im Einsatz. Er liebt seinen Job, auch wenn die Kollegen aus dem benachbarten Kohlekraftwerk ihn als Museumswächter bezeichnen. Fasziniert ist er bis heute von der alten Ingenieurkunst, die komplett „made in Germany“ war. Als Züll geboren wurde, war das Kraftwerk gerade fertiggebaut.

Drei-Mann-Team kontrolliert den Reaktor

Gemeinsam mit zwei weiteren Ingenieuren kontrolliert der diplomierte Elektroingenieur die Atomruine. 200 wiederkehrende Prüfungen werden von dem Team pro Jahr durchgeführt. Mehrmals in der Woche stehen Kontrollgänge an. In den 22 Jahren, in denen sich die Anlage im Dornröschenschlaf befindet, gab es nicht ein meldepflichtiges Ereignis. Das ist von der Aufsichtsbehörde des Landes Nordrhein-Westfalen so bestätigt.

Wir kommen ganz nah heran an jenen Bereich, in dem einst das Herz des Reaktors schlug. Hinter den dicken Wänden befindet sich der Teil, der seit 22 Jahren von keinem Menschen mehr betreten wurde. Alle Verbindungen, Rohre und Leitungen zum konventionellen Bereich wurden gekappt und mit dicken Beschlägen versiegelt. Mehr als 2.000 einzelne Verschlussmaßnahmen wurden zur Herstellung des sicheren Einschlusses durchgeführt.

Dabei tragen wir keine Schutzkleidung, sondern lediglich einen Bauhelm und eine Plastikbrille. Züll zufolge ist die Strahlung hier tatsächlich geringer als die natürliche Strahlung draußen in der freien Natur. Das liege daran, dass praktisch kein Kontakt zur Außenwelt bestehe. Deshalb gebe es auch keinen Staub und keine Spinnweben.

Strahlung ist um Faktor 500 abgeklungen

Hinter den Wänden sieht das strahlungstechnisch freilich anders aus. Im Kern der Anlage türmten sich einst die 665.000 Brennelemente, umhüllt von einem Spannbetonbehälter mit fünf Meter dicken Wänden. Mit einer Höhe von 26 Metern und einem Durchmesser von 25 Metern ist er vergleichbar groß wie Weltkriegsbunker. 26.000 Tonnen bringt der Zylinder auf die Waage.

Den Spannbetonbehälter gibt es bis heute, und er gilt als das größte Sicherheitsschild der Anlage. In einigen Metern Abstand folgt dann die Hülle aus Stahl und Beton, an deren Außenseite wir stehen. Zwischen ihr und dem Reaktorkern sind die Fässer mit den Rohrstücken, Werkzeugen und der Schutzkleidung ebenso wie der Hubsteiger eingelagert.

Die Strahlung im Innern des THTR, so erklärt die HKG, sei zum Großteil nicht freisetzbar. Die Aktivität sei mit dem Abtransport der Kugeln um 99 Prozent reduziert worden. In den 22 Jahren der Stilllegung sei sie um den Faktor 500 abgeklungen, bis zum Jahr 2030 werde sie sich um den Faktor 1.000 reduziert haben. Aktuell liege die Radioaktivität bei 2,0E+15Bq.

Immer noch eine "immense" Strahlung

Was dieser Becquerel-Wert – es handelt sich um eine Zahl mit 15 Nullen – für den Menschen bedeutet, erklärt Dr. Berthold Piotrowski, Chefarzt der Nuklearmedizin am St.-Marien-Hospital Hamm, vor wenigen Tagen auf WA-Anfrage: „Man kann dieser Strahlung nicht für ein paar Minuten ausgesetzt sein, ohne dass man zwei oder drei Tage später tot wäre.“ Es handele sich noch immer um eine „immense“ Strahlungsmenge, was aber auch keineswegs überraschend oder ungewöhnlich sei – schließlich habe man es mit der Aktivität aus einem stillgelegten Atomkraftwerk zu tun.

Würde man solch einer Strahlung ausgesetzt, tritt der Tod durch ein völliges Versagen des Nervensystems ein. Becquerel (Bq) ist die Einheit, mit der die mittlere Anzahl der Atomkerne, die pro Sekunde radioaktiv zerfallen, beschrieben wird.

HKG bestätigt intern Vermutungen von Aktivisten

Umweltaktivisten vermuten seit Langem, dass sich in dem entleerten Reaktorkern auch heute noch insgesamt 1,0 bis 1,6 Kilogramm Spaltstoff befindet – „gespeichert“ im Kugelbruch und den Stäuben, die nicht aus der Anlage entfernt werden konnten. Das würde laut „Atommüllreport etwa 2.000 bis 3.000 Brennelementen entsprechen. Beim Spaltstoff handelt es sich in erster Linie um Uran235. Nach WA-Informationen wird das auch HKG-intern so bestätigt.

362.000 nicht verbrauchte, frische THTR-Brennelemente sollen ferner in der schottischen Anlage Dounreay wiederaufgearbeitet worden sein. Das hoch angereicherte Uran soll später nach Deutschland zurückgebracht und im Forschungsreaktor München II eingesetzt worden sein.

Abriss "kein Hexenwerk"

Laut RWE umfasst das Nuklidspektrum im THTR sieben Elemente, von denen heute im Wesentlichen noch vier ins Gewicht fielen. Dies seien Kobalt60, Cäsium137, Tritium und Strontium. Die Halbwertszeiten betragen zwischen fünf und 30 Jahren.

Der THTR ist einer der wenigen Reaktoren in Deutschland gewesen, für den der sichere Einschluss gewählt wurde. Üblicherweise, so sagt RWE-Sprecher Jan-Peter Cirkel, werde ein AKW direkt nach der Stilllegung abgerissen. „Und das Ganze ist auch kein Hexenwerk. Rückbau ist in Deutschland gelernt, und sowohl Technik als auch Know-how sind vorhanden“, so Cirkel. Von einst 110 kerntechnischen Anlagen in der BRD befinden sich heute noch sieben AKWs in Betrieb. Auch in Uentrop sind die Tage bis zum Abbau gezählt.

Abbau wird 400 Millionen Euro kosten

Dass der THTR-300 nicht bis ans Ende aller Tage in der Uentroper Landschaft stehen würde, war bereits beim Baustart im Jahr 1971 festgelegt. Nur deshalb befindet sich bis heute noch ein gelber 100-Tonnen-Kran hoch über der Reaktorhalle. Mit wenig Aufwand ist er wieder funktionsfähig zu machen. Er war installiert worden, um die sechs 17 Meter hohen Dampferzeuger – laienhaft gesprochen sind das riesige Tauchsieder – in den Reaktor zu hieven. Und er soll auch dazu dienen, diese Dampferzeuger wieder herauszuziehen, wenn denn der Abbau erfolgt.

Geplant ist, den sicheren Einschluss noch bis zum Jahr 2030 aufrechtzuerhalten. Ab 2023 soll mit der Planung des Abbaus begonnen werden. Ab 2027 wird es konkret, und der Abriss wird vorbereitet. Der nukleare Abbau ist für die Zeit von 2030 bis 2042 vorgesehen, der konventionelle Abriss soll im Anschluss erfolgen und weitere zwei Jahre dauern. 2044 soll vom THTR nichts mehr stehen.

Finanzierung noch nicht gesichert

Die HKG rechnet mit reinen Abbaukosten in Höhe von gut 400 Millionen Euro. Die Finanzierung der Phase ab dem Jahr 2023 steht noch nicht. Über die Anschlussfinanzierung werde das Land Gespräche mit dem Bund und den Gesellschaftern, zu denen auch RWE gehört, führen.

Der THTR wird zerlegt werden wie es ein Ameisenvolk mit einem toten Elefanten tun würde. Stück für Stück, jedes maximal 500 Kilogramm schwer. Jedes Teil wird in einer so genannten Freimessanlage überprüft werden. Eine davon steht seit Anbeginn in der Anlage. Liegt die Radioaktivität dann unter den Grenzwerten, kann das Teilstück freigegeben werden. Der Schacht Konrad bei Salzgitter, ein stillgelegtes Eisenerz-Bergwerk, soll zur Endlagerung der radioaktiven Abfälle dienen.

Ab 2030 soll der THTR abgebaut werden

Nach derzeitiger HKG-Planung werden im THTR ab 2030 etwa 112.000 Tonnen Material abzubauen sein. Darin enthalten seien als größter Anteil etwa 70.000 Tonnen Gebäudestrukturen aus Beton, die nicht unter atomrechtlichen Rahmenbedingungen nuklear abgebaut werden müssten, sondern nach Freigabe der Gebäude konventionell wie andere Industrieanlagen abgerissen werden können.

„Im Reaktorgebäude befinden sich kontaminierte und aktivierte Komponenten und Anlagenteile –schwerpunktmäßig aus Metall und Graphit – mit einer Gesamtmasse von etwa 16.000 Tonnen und der Spannbetonbehälter mit rund 26.000 Tonnen“, teilt die HKG mit. Gut 3 Prozent der Gesamtmasse des THTR würden als radioaktiver Abfall in ein Endlager verbracht werden müssen.

Zu den in der Drucksache 17/6219 erwähnten 295 Tonnen kommt also mehr als das Zehnfache an radioaktiven Abfällen aus der Herstellung des sicheren Einschlusses beim Abbau der Anlage hinzu.

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Leserbrief von Horst Blume

Aus: "Westfälischer Anzeiger" (WA)

30. Dez. 2019 - Rückbau: Uran im THTR hat Halbwertzeit von 160.000 Jahren!

Vielen dank für den ausführlichen und interessanten Artikel "Das letzte Geheimnis des THTR"! - Selbst wenn sich nach Angaben der Betreiber die Radioaktivität von bestimmten Komponenten des Reaktors bis zum Jahr 2030 um den Faktor 1000 reduziert haben sollte, so bleiben immer noch die im Artikel genannten 1,0 bis 1,6 Kilogramm Spaltstoff. Dieser enthält neben kleineren Mengen Plutonium vor allem hochradioaktives erbrütetes Uran 233 mit einer Halbwertzeit von 160.000 Jahren. Die Betreiber versuchen also das Problem zu bagatellisieren, indem sie die Hauptaufmerksamkeit auf den erwarteten geringer belasteten Bauschutt der Außenanlagen lenken ...

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05.09.2018 - AKW-Rückbau: Neue Messmethode für radioaktive Abfälle

Versteckte Radioaktivität: Ein neues Messverfahren könnte künftig das Aufspüren von Radionukliden in Bauteilen von stillgelegten Atomkraftwerken erleichtern. Denn die Kontamination von Beton- oder Graphit ist bisher nur schwer direkt und präzise messbar. Die sogenannte Beschleuniger-Massenspektrometrie (AMS) soll dies nun ändern. Erste Tests sprechen dafür, dass diese Methode die Art und Menge der radioaktiven Isotope im AKW-Bauschutt genauer und zuverlässiger bestimmen kann als bisher.

Wenn ein Kernkraftwerk stillgelegt und zurückgebaut wird, fangen die Probleme erst richtig an. Zum einen müssen große Menge hochradioktiver Abfälle, darunter ausgebrannte Kernbrennstäbe sicher entsorgt und gelagert werden. Bisher jedoch gibt es noch immer keine Endlager für diesen Atommüll. Zum anderen aber fallen auch große Mengen gering und mittelradioaktiver Abfälle an. Zu diesen gehören Betonwände und andere Bauteile, in denen durch die sogenannte Aktivierung radioaktive Isotope entstanden sind und die deshalb nun selbst radioaktiv sind.

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01.12.2017 - Wohin mit dem Atommüll?

Das Problem könnte drängender nicht sein: Weltweit warten hunderttausende Tonnen hochradioaktiver Abfälle auf ihre Entsorgung – und jedes Jahr kommen mehr dazu. Doch bisher gibt es weltweit kein einziges Endlager für diesen Atommüll. Nicht einmal über die geeigneten Gesteine, Materialien und Technologien eines solchen Depots herrscht Einigkeit.

Auch wenn in Deutschland der Atomausstieg beschlossene Sache ist – mit dem Abschalten des letzten Kernkraftwerks im Jahr 2022 ist das Problem noch lange nicht vom Tisch. Es bleibt das strahlende Erbe des Atomzeitalters: verbrauchte Kernbrennstäbe und andere hochradioaktive Überreste. Weil sie noch hunderttausende von Jahren tödliche Strahlung abgeben, müssen sie dauerhaft sicher irgendwo gelagert werden. Denn abbauen, umwandeln oder anderweitig unschädlich machen lassen sie sich nach heutigem Kenntnisstand nicht.

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Aktuell+. Mehr Lesenswertes ...

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27.12.2019 - Forschungsreaktor Garching:TU darf schwach radioaktive Abwässer weiter in die Isar leiten

Die Technische Universität München (TU) darf als Betreiber des Forschungsreaktors München II und der Radiochemie München weiterhin schwach radioaktive und betriebliche Abwässer in die Isar leiten. Das Landratsamt hat die Genehmigung am 19. Dezember erteilt, wie die Behörde auf Anfrage der SZ mitteilte. Diese gilt für die nächsten 20 Jahre, zehn Jahre weniger, als die TU beantragt hatte, womit das Landratsamt Forderungen etwa der Stadt Garching nachkam.

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27.12.2019 - Störung in AKW Brokdorf: Erhöhter Druck in Wassersystem

Im Atomkraftwerk Brokdorf (Kreis Steinburg) ist bei einer routinemäßigen Überprüfung ein erhöhter Druck in einer Rohrleitung festgestellt worden. Das teilte die Atomaufsicht in Kiel am Freitag mit.

Grund hierfür sei gewesen, dass kaltes Wasser in den Rohrleitungsbereich gepumpt und dort zwischen zwei Armaturen eingeschlossen wurde. Da dieser Bereich an heiße Rohrleitungen anschließt, sei das eingeschlossene Wasser aufgeheizt und folglich der Druck überschritten worden. Die betroffene Rohrleitung blieb unbeschädigt, hieß es. Sie gehört zum nicht nuklearen Anlagenbereich und liegt im Maschinenhaus.

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27.12.2019 - Fukushima-Atomunglück: Entsorgung von Brennstäben verzögert sich

Der kürzlich bekannt gegebene Terminplan zur Entsorgung der Brennstäbe in Fukushima verzögert sich um einige Jahre. Die Regierung nennt Sicherheitsgründe.

Japans Regierung will die Entsorgung der verbleibenden Brennstäbe aus den beim Atomunglück von Fukushima beschädigten Reaktoren aus Sicherheitsgründen um mehrere Jahre verschieben. Die Betreiberfirma Tepco sei angewiesen worden, ihre Sicherheitsmaßnahmen zu erhöhen, teilte die Regierung in Tokio am Freitag mit.

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27.12.2019 - Iran: Erdbeben der Stärke 5,1 erschüttert Region um Atomkraftwerk

In der Nähe des einzigen Atomkraftwerks im Iran ist es zu einem Erdbeben gekommen. Verletzte oder Schäden gebe es nicht, meldete das Staatsfernsehen.

In der Nähe des iranischen Atomkraftwerks Buschehr hat es ein Erdbeben der Stärke 5,1 gegeben. Nach Angaben der US-Erdbebenwarte USGS lag das Zentrum des Bebens 44 Kilometer südöstlich der Stadt Borasdschan in einer Tiefe von 38 Kilometern. Das Zentrum des Bebens war damit 45 Kilometer von dem Atomkraftwerk im Südwesten des Landes am Persischen Golf entfernt.

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25.12.2019 - Der Klima-Krieg

Nach Paris-Austritt und Nord Stream2 formiert sich der nächste Angriff aus Trumps USA, die Kriegserklärung gegen den Klimaschutz

Welch ein Zusammentreffen: Die Stadt München ruft den Klima-Notstand aus, dem Beispiel vieler anderer Städte folgend, und zeitgleich veröffentlicht Spiegel-Online einen Beitrag unter dem Titel "Die Zerstörer aus Übersee". Beides klingt nach Krieg, nach Angriff und Verteidigung. Und tatsächlich wird mit dem Spiegel-Beitrag klar: Die unersättliche Gier des amerikanischen Neoliberalismus, der Gewinne zum Goldenen Kalb erklärt hat und jeden staatlichen Einfluss ablehnt, hat Europa den Krieg erklärt, den Klimakrieg.

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