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Zeitungsartikel 2019
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18.12.2019 - Längere Laufzeiten für AKW - Bundesregierung lehnt ab

Artikel aus www.rnd.de

  • Seit der Reaktorkatastrophe von Fukushima 2011 ist der Atomausstieg in Deutschland beschlossene Sache.
  • Joachim Pfeiffer, Sprecher der CDU/CSU-Bundestagsfraktion, zeigt sich nun jedoch offen dafür, weiterhin Kernkraftwerke zu betreiben.
  • Die Bundesregierung hat da aber eine andere Meinung.

Berlin. Der wirtschafts- und energiepolitische Sprecher der CDU/CSU-Bundestagsfraktion, Joachim Pfeiffer, stellt den 2011 nach der Reaktorkatastrophe von Fukushima beschlossenen Atomausstieg in Frage. Er wäre unter Umständen offen dafür, auch in Zukunft Kernkraftwerke zu betreiben, sagte der CDU-Politiker dem "Spiegel". "An mir und an der Unionsfraktion wird es nicht scheitern."

Er habe es für falsch gehalten, überhaupt aus der Kernkraft auszusteigen, sagte Pfeiffer. "Wenn es jetzt aber darum geht, aus Klimaschutzgründen wieder in die Kernenergie einzusteigen, muss die Initiative von den Grünen und Linken ausgehen." Beide Parteien lehnen dies strikt ab. Kernkraftwerke stoßen im Betrieb im Gegensatz zu Kohle- und Gaskraftwerken kein klimaschädliches CO2 aus.

Die Bundesregierung aber erteilte solchen Spekulationen eine klare Absage. "Der Ausstieg wird wie geplant vollzogen", sagte Regierungssprecher Steffen Seibert am Mittwoch in Berlin. Die Haltung der Bundesregierung zur Atomkraft gelte unverändert. Ein Sprecher des Bundesumweltministeriums betonte zudem: "Dieser Konsens ist ein hohes Gut. Er hat einen gesellschaftlichen Großkonflikt befriedet, der die Energiepolitik in Deutschland über Jahrzehnte gelähmt hat."

Merkel sprach von großer Herausforderung

Unter Führung von Kanzlerin Angela Merkel (CDU) hatte die Bundesregierung 2011 beschlossen, dass die Atomkraftwerke hierzulande gestaffelt abgeschaltet werden. Der Bundestag hatte dem im Konsens zugestimmt - mit den Stimmen von CDU/CSU, FDP, SPD und Grünen. Danach gehen die drei letzten Anlagen spätestens Ende 2022 vom Netz - das sind Isar 2, Emsland und Neckarwestheim 2.

Merkel hatte im Oktober gesagt, dass Deutschland kurz nacheinander sowohl aus der Atom- als auch der Kohlekraft aussteige, sei richtig, aber auch eine große Herausforderung.

Auch der Vorsitzende der Mittelstands- und Wirtschaftsunion, Carsten Linnemann (CDU), sagte dem Magazin, der beschlossene Ausstieg solle nicht mehr angetastet werden, das sei politisch entschieden. Die Forschung zur Kernenergie müsse aber unbedingt in Deutschland bleiben.

Laschet beklagt falsche Prioritäten in Energiepolitik

Jüngst hatte auch Nordrhein-Westfalens Ministerpräsident Armin Laschet falsche Prioritäten in der Energiepolitik beklagt. Wenn das Weltklima das größte Problem sei, hätte Deutschland zuerst aus der Kohleverstromung aussteigen müssen, statt aus der Atomenergie. Führende Politiker der Union teilen die Kritik von Laschet.

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Beriner Atomlobby im Angriffsmodus ...

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03.12.2018 - Der Kampf für die Rückkehr zur Kernenergie

Jahrzehntelang demonstrierten Umweltaktivisten gegen Atomstrom. Nun propagieren einige für die Rückkehr zur Kernenergie und berufen sich dafür auf Berechnungen des Weltklimarats.

"Nuclear Pride" nennt sich die Gruppe von Umweltaktivisten – angelehnt an die "Gay Pride"-Bewegung von Schwulen und Lesben. Die Klimaschützer sehen sich als gesellschaftliche Bewegung, nicht als Lobbygruppe der Atom-Industrie. Damit wollen sie "darauf hinweisen, wie stark ein öffentliches Bekenntnis zur Atomkraft heute gesellschaftlich tabuisiert wird" betont der US-amerikanische Initiator der Bewegung, Michael Shellenberg, Präsident des Instituts "Environmental Progress".

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29.05.2017 - Die Atomlobby hat einen perfiden Plan

Das Ja zum Energiegesetz hat die Schweizer Atomkraft-Befürworter erst recht mobilisiert, warnt Grossrat Rudolf Rechsteiner im grossen TagesWoche-Interview.

Die Atomenergie kann in einem geöffneten Markt nicht ohne zusätzliche Staatshilfe überleben. Die erste Attacke kommt bereits am Montag, dem ersten Tag der Sommersession. Nationalrat Christian Wasserfallen, oberster Atomlobbyist in der FDP, will mit seinem Antrag verhindern, dass die Grundversorgung zu 100% aus Wasserkraft beschafft werden muss.

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02.10.2016 - Der neue Traum von der "Wiedergeburt der Atomenergie

Der Vertrag zum Bau des britischen Subventionskraftwerks Hinkley Point wurde unterzeichnet, während Atomkraftgegner in Frankreich gegen den Neubau in Flamanville demonstrierten

In Großbritannien und Frankreich träumt die Atomlobby wieder einmal von einer Renaissance der Atomkraft. Den Traum hatte in Frankreich schon vor acht Jahren die konservative Sarkozy-Regierung, aber auch die Sozialisten träumen ihn weiter. Die hängen nun die Rettung ihrer Pleite-Atomindustrie am Projekt im britischen Hinkley Point auf, das die französische EDF umsetzen soll.

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21.12.2019 - AKW-Gegner starb 2004 - Gedenken an Sébastien Briat

Vor 15 Jahren starb der französische Anti-AKW-Aktivist Sébastien Briat bei einem Unfall. In Hitzacker wird nun ein Gedenkstein für ihn aufgestellt.

Nach mehr als 15 Jahre wollen Anti-Atom-Bewegte Sébastien Briat ein Denkmal setzen. Der Franzose ist der bislang einzige Tote bei den Protesten gegen Castortransporte. Am 7. November 2004 wurde er vom Fahrtwind des vorbeirasenden Atommüllzuges erfasst, auf die Schienen geschleudert und überfahren. Am 28. Dezember soll nun am Bahnhof Hitzacker um 15 Uhr ein Stein für ihn aufgestellt werden.

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20.12.201 - Atommüll - Kabinett beschließt Gesetz für Transparenz bei Endlagersuche

Im kommenden Jahr sollen erstmals Regionen genannt werden, die als Atommüll-Endlager infrage kommen. Das Geologiedatengesetz ist dafür ein wichtiger Baustein.

Sie werden immer mitgedacht, wenn es um die Suche nach einem Endlager für Atommüll geht. Die Erfahrungen aus Gorleben sind der Politik gegenwärtig: der starke Widerstand gegen das geplante Endlager, die massiven Proteste am Standort und gegen die Castortransporte durch das Wendland.

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20.12.2019 - Erstes Schweizer Atomkraftwerk vom Netz genommen

Am 6. Januar sollen die Rückbauarbeiten beginnen

Der Kraftwerksleiter empfindet «eine gewisse Wehmut», als das erste Schweizer Atomkraftwerk endgültig vom Netz geht. Die Rückbauarbeiten werden bis 2034 dauern.

Das Schweizer Kernkraftwerk Mühleberg rund 115 Kilometer südwestlich der Grenze zu Baden-Württemberg ist stillgelegt worden. Es ist die erste der fünf Schweizer Atomanlagen, die endgültig vom Netz gegangen ist. Die Abschaltung wurde am Freitag live im Fernsehen gezeigt: Ein Mitarbeiter schob per Knopfdruck Steuerstäbe zwischen die Brennelemente, was die Kettenreaktion sofort unterbrach. Druck und Temperatur im Reaktor bauen sich dadurch rasch ab.

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20.12.201 - Energieerzeugung in Russland - Schwimmendes AKW am Netz

  • Das schwimmende Atomkraftwerk «Akademik Lomonossow» ist jetzt in der Hafenstadt Pewek ans Netz gegangen.
  • Umweltschützer warnen vor den speziellen Risiken der auf See stationierten Nuklear-Anlagen.
  • Auch China verfolgt bereits ähnliche Programme wie Russland und entwickelt eigene Reaktoren zum Betrieb auf dem Meer.

Ein von Umweltschützern massiv kritisiertes Projekt ist jetzt gestartet. Russlands erstes schwimmendes Atomkraftwerk ging in Russlands Fernem Osten in Betrieb.

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20.12.2019 - Ein Land wird spaltbar

Der Ausstieg ist schwierig? Auch der Einstieg war schwierig: Die Industrie wollte von der Atomkraft lange nichts wissen. Dann explodierte ein Reaktor in der Waadt.

Am 6. August 1945 werfen die Amerikaner die Bombe, die Hiroshima in eine Hölle verwandelt. Und schon am Tag danach sieht man in der Schweiz ein goldenes Zeitalter anbrechen. Es gebe zwar noch «gewaltige Probleme» zu überwinden, erklärt die NZZ. Aber nun stehe er offen, der Weg zur «Nutzbarmachung der neuen Energiequelle zu allen anderen Zwecken». Auch der Berner Bund diskutiert die Zähmung der Bombe für den Heimbedarf: «Nitroglycerin knallt vorzüglich, aber man kann damit nicht autofahren. Auch die Atombombe knallt vorzüglich, aber sie wird uns noch nicht so bald die Wärme für den Morgenkaffee liefern.»

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18.12.201 - Energiewende: Energieverbrauch in Deutschland gesunken

Vorläufigen Berechnungen zufolge hat vor allem der Verbrauch von Braun- und Steinkohle im laufenden Jahr abgenommen. Der Anteil erneuerbarer Energie steigt.

Der Energieverbrauch in Deutschland ist 2019 nach vorläufigen Berechnungen um 2,3 Prozent gesunken. Der gesamte Energiekonsum betrage in diesem Jahr 437,3 Millionen Tonnen Steinkohleneinheiten, teilte die Arbeitsgemeinschaft Energiebilanzen (AGEB) mit. Grund für den Rückgang sei unter anderem eine effizientere Nutzung von Energie und ein geringerer Verbrauch in der Industrie durch eine schwächere Konjunktur.

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Rechte US-Thinktanks torpedieren Klimaschutz

18.12.2019 - Die Zerstörer aus Übersee

Marktradikale Thinktanks aus den USA wollen nun auch in Europa das Weltklimaabkommen bekämpfen. Die Trump-Fans waren auf dem Klimagipfel in Madrid, um in Deutschland rechte Influencer und Netzwerke aufzubauen.

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18.12.2019 - Polizeiaktion gegen russischen Greenpeace-Experten

Uranmülltransport aus Gronau führt zu Protesten in St. Petersburg

Die für Freitag, den 20. Dezember 2019 in St. Petersburg erwartete Ankunft des Frachtschiffes Mikhail Dudin mit 600 Tonnen abgereichertem Uranmüll aus Gronau/Westfalen hat gestern im Stadtzentrum von St. Petersburg zu neuen Protesten mit gelben Anti-Atom-Tonnen geführt. Danach kam es zu einer Polizeiaktion gegen den renommierten Energieexperten von Greenpeace Russland, Rashid Alimov. Alimov wurde in den Abendstunden vor seiner Wohnung von Polizisten abgeführt und zu einer Polizeistation gebracht. Dort wurde ihm in Zusammenhang mit der Protestaktion "Landbesetzung" vorgeworfen, was in Russland mit einer hohen Geldstrafe geahndet werden kann. Danach durfte Alimov  nach Hause gehen.

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