***


Zeitungsartikel 2019
Hintergrundwissen Aktuell+.

***

03.11.2019 - Die Sonne gewinnt

Artikel von Franz Alt aus www.telepolis.de

Seit dem Jahr 2000 wurde die Solarenergie-Gewinnung weltweit etwa um das 200-Fache gesteigert, die Windenergie-Gewinnung um das 30-Fache. Der Siegeszug der Erneuerbaren Energien ist nicht mehr zu stoppen. Sie haben global die Nische verlassen. Ein Kommentar

Seit sechs Jahren wird bereits Jahr für Jahr mehr in die Erneuerbaren investiert als in die alten fossil-atomaren Technologien. Am Anfang der Entwicklung waren Solar- und Windstrom - wie bei allen neuen Technologien - noch sehr teuer. Im Jahr 1990 kostete in Deutschland die Produktion einer Kilowattstunde Solarstrom ca. einen Euro. Im Jahr 2000 noch 70 Cent, heute sind wir in Deutschland bei 4.9 Cent, in Afrika, in Südasien oder in der Wüste Chiles bei ca. zwei Cent.

Die Regierung Saudi-Arabiens hat angekündigt, bis zum Jahr 2025 Solarstrom für einen Cent pro Kilowattstunde produzieren zu können. Die entsprechende Anlage soll dann eine Leistung von 200 Gigawatt liefern. Das entspricht etwa der Leistung von 70 Atomkraftwerken. Das ist dann das Solarzeitalter.

Das Solarzeitalter beginnt

Es ist völlig klar, wem die Zukunft gehört. Warum? Sonne und Wind sind Geschenke des Himmels. Die Solarindustrie boomt weltweit, sie erreichte in Deutschland 2018 ein Plus gegenüber dem Vorjahr von 30%. Aber hierzulande strauchelt die Windenergie. Im ersten Halbjahr 2019 wurden in Deutschland 82% weniger Windräder erstellt als im Vorjahr. Hauptursache: bürokratische Willkür und kurzsichtiger Widerstand aus der Bevölkerung.

Seit 2006 sind die Preise für Photovoltaik-Anlagen um sensationelle 90% gefallen. Eine einmalige Erfolgsgeschichte. Ein Solarpark läuft 30 bis 40 Jahre - wartungsarm, während ein Windpark mit beweglichen Windflügeln wartungsintensiv ist. Die Planungszeit für einen Windpark dauert zurzeit in Deutschland sechs Jahre. Ein Solarpark kann nach einem Jahr gebaut werden.

Sechs Kilowatt solare Leistung auf dem Dach reichen aus für eine vierköpfige Familie samt Solarauto. Das Tanken eines Benziners kostet etwa fünfmal mehr an der Zapfsäule als der Strom auf dem eigenen Dach. Das spricht sich allmählich herum. Und dafür braucht man etwa 40 Quadratmeter Dachfläche. Die Installation dauert ein bis zwei Tage.

Inzwischen haben in Deutschland 1.6 Millionen Dächer Solaranlagen. Das heißt aber auch: 85% unserer Dächer stehen noch völlig umsonst in der Gegend herum, obwohl die Sonne auf fast jedes Dach scheint. Warum eigentlich?

Auch die Speichermöglichkeiten für Solarstrom haben sich verbessert. Zu den heute gekauften Solarstromanlagen werden meist auch die Speicher dazu gekauft. Die Batterien stehen im Keller. Hinzu kommt: Immer mehr Landwirte treiben jetzt doppelte Landwirtschaft. Auf dem Boden klassische Landwirtschaft und sechs oder acht Meter darüber eine aufgeständerte Solaranlage. Bauern können auf derselben Fläche ihren Ernteertrag jetzt verdoppeln. Das hat Zukunft.

Photovoltaik-Anlagen sind recycelbar

Und das Recycel-Problem? Dazu Andreas Bett vom Fraunhofer-Institut gegenüber der "Welt": "Solarmodule sind zu 100 Prozent recycelbar. Sie enthalten keine giftigen Stoffe."

Endlich hat auch die Groko in Berlin alle Vorteile der Solarenergie verstanden: Im Klimaschutzpaket soll der Anteil des Solarstroms bis 2030 von 49 Gigawatt auf 98 verdoppelt werden. Warum aber nicht verdreifacht oder verfünffacht? Die Dachflächen sind vorhanden.

Die gesamte Symphonie der Erneuerbaren

Für eine zuverlässige Stromversorgung brauchen wir künftig einen intelligenten Mix aller erneuerbaren Quellen: Sonne, Wind, Wasserkraft, Bioenergie, Geothermie sowie Strömungs- und Wellenenergie der Ozeane. Sozusagen die gesamte Symphonie der Erneuerbaren. Was früher als zu teuer und als unzuverlässig galt, ist heute Zukunft. Sonne und Wind und Co sind zuverlässiger als das Gas von Wladimir Putin oder das Öl der Saudis, was ohnehin in wenigen Jahrzenten zu Ende geht. Alle erneuerbaren Energiequellen haben wir noch einige Milliarden Jahre - umweltfreundlich, klimaneutral und preiswert. Worauf warten wir eigentlich noch?

www.sonnenseite.com

*

Karte der nuklearen Welt:

Ablagerungen auf Gletschern sind radioaktiv ...

*

Weiter zu: Zeitungsartikel 2019

***


SeitenanfangPfeil nach oben - Hoch zum Seitenanfang
Hintergrundwissen Aktuell+.

***

Hintergrundwissen

*

Durchsuchen der reaktorpleite.de mit dem Suchwort:

Solar

*

29.05.2017 - Rudolf Rechsteiner: «Die Atomlobby hat einen perfiden Plan»

Das Ja zum Energiegesetz hat die Schweizer Atomkraft-Befürworter erst recht mobilisiert, warnt Grossrat Rudolf Rechsteiner im grossen TagesWoche-Interview.

Axpo und Alpiq machen bei den jetzigen Strompreisen etwa eine halbe Milliarde Franken Verlust pro Jahr. Die beiden Konzerne wollen nun selber Hilfe vom Bund. Deshalb geht die Diffamierung der erneuerbaren Energien als «Subventionsnehmer» ungebremst weiter, so etwa nach dem Motto «wir wollen gleiches (Un-)Recht».

***


SeitenanfangPfeil nach oben - Hoch zum Seitenanfang
Hintergrundwissen Aktuell+.

***

Aktuell+. Mehr Lesenswertes ...

*

05.11.2019 - Bürgergruppe in Fukushima veröffentlicht Übersicht der Strahlungswerte in englischer Sprache

Karte soll die Realität der Verseuchung aufzeigen

Die Karte wurde mithilfe von 4.000 Freiwilligen erstellt, als Reaktion auf Anfragen aus dem Ausland vor den Olympischen Spielen. „Wir möchten, dass die Menschen außerhalb Japans die Realität der radioaktiven Kontamination nach dem Atomunfall verstehen“, so ein Vertreter von Minna-No Data Site, die die Karte veröffentlichte.

*

05.11.2019 - Entsorgung - Jetzt gerät der Landrat ins Visier

Die Pläne der AVL, die Deponie in Schwieberdingen länger zu betreiben, lässt die Menschen vor Ort nicht kalt

Die Botschaft, die in Schwieberdingen vor den Herbstferien für einen neuen Deponie-Eklat sorgt, überbringt der Geschäftsführer der kreiseigenen Abfallverwertungsgesellschaft, Tilman Hepperle. Hinter verschlossenen Türen informiert die AVL den Bürgermeister Nico Lauxmann und seinen Gemeinderat, dass sie vorhat, die Deponie auf dem Froschgraben bis 2033 und länger fortzuführen. Außerdem machen Überlegungen die Runde, in Schwieberdingen für viel Geld ein Müll-Logistikzentrum zu schaffen (wir berichteten).

*

04.11.2019 - Fridays for Future: Nicht mehr nur betroffen

Kommentar: Eine Ein-Punkt-Bewegung fängt an, Zusammenhänge herzustellen

Fridays for Future (FFF) war lange eine Art globaler Greta-Thunberg-Fanclub. Die Verehrung für die Lichtgestalt aus Schweden, das Bejubeln ihrer inhaltsarmen bis widersinnigen Publicity-Stunts und das aufgebrachte Niederschreien aller berechtigten Kritik am wuchernden Personenkult schien die Hauptaufgabe der Bewegung zu sein. Aber da FFF und Greta Thunberg sehr wohl ein wichtiges Grundanliegen hatten, konnte man immer gespannt sein, ob da noch was Besseres nachkommt. Und siehe da - es gibt zarte Anlässe zur Hoffnung.

*

03.11.2019 - Nachruf auf Lilo Wollny - Mutter des Widerstands

Mit 93 Jahren ist Lilo Wollny gestorben. Wie eine einfache Hausfrau den Anti-AKW-Protest vor allem im Wendland prägte.

Als Atomkraftgegner am 3. Mai 1980 die Bohrstelle 1004 über dem Gorlebener Salzstock besetzen und die „Republik Freies Wendland“ ausrufen, deckt Lilo Wollny ein paar Dörfer weiter in ihrem Haus den Esstisch.

*

03.11.2019 - Klimaschutzziele umsetzen - Konzerne wollen Energiewende 2.0

Während die Politik zaudert, arbeitet die Industrie unter Hochdruck an neuen Strategien für die Energiewende. Überholt die Wirtschaft die Politik beim Klimaschutz?

Lange galt Deutschland als Vorreiter und Musterschüler der Energiewende. Beim Ausbau von Solar-, Wind- und Wasserstrom überholen uns tatsächlich längst andere Länder. Deutschland fällt auf Platz sechs im internationalen Vergleich hinter China, den USA, Indien, Russland und Japan zurück, wie der BP Statistical Review zeigt. Erste Industriechefs fordern nun von der Politik: Macht jetzt endlich ernst mit der Energiewende und startet eine grüne nachhaltige Revolution!

*

***


SeitenanfangPfeil nach oben - Hoch zum Seitenanfang
Hintergrundwissen Aktuell+.

***

Spendenaufruf

- Der THTR-Rundbrief wird von der 'BI Umweltschutz Hamm' herausgegeben und finanziert sich aus Spenden.

- Der THTR-Rundbrief ist inzwischen zu einem vielbeachteten Informationsmedium geworden. Durch den Ausbau des Internetauftrittes und durch den Druck zusätzlicher Infoblätter entstehen jedoch laufend Kosten.

- Der THTR-Rundbrief recherchiert und berichtet ausführlich. Damit wir das tun können, sind wir auf Spenden angewiesen. Wir freuen uns über jede Spende!

Spendenkonto:

BI Umweltschutz Hamm
Verwendungszweck: THTR Rundbrief
IBAN: DE31 4105 0095 0000 0394 79
BIC: WELADED1HAM

***


SeitenanfangPfeil nach oben - Hoch zum Seitenanfang


***

 

GTranslate

Afrikaans Arabic Belarusian Bulgarian Chinese (Simplified) English Finnish French Georgian Hebrew Hindi Indonesian Japanese Lithuanian Malay Polish Portuguese Russian Spanish Swedish Thai Turkish
eingang_thtr.jpg